70-2 Gott liebt fröhliche Geber – 2Kor 9,6-15

Downloadlink: 70-2-gott-liebt-froehliche-geber-2kor-96-15

2Kor 9,6-15

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Zu welchem großen Abschnitt gehört unser Text?
  • Auf was bezieht Paulus sich mit: „Ich meine aber dies“ 6
  • Was ist „kärglich säen“ im direkten und im indirekten Sprachgebrauch?
    • Warum sollte man kärglich säen?
    • Suche Beispiele von kärglichem Säen und Ernten!
  • Warum nennt Paulus das Gegenteil von „kärglich“ „im Segen“?
    • Was ist Segen?
    • Welchen Segen meint Paulus hier?
  • Beachte die große Freiheit: „ein jeder, wie …“! 7
    • Eine schöne Wendung: „im Herzen vorgenommen“!
    • Aus welchen Gründen könnten Menschen aus „Unwillen oder Zwang“ anderen helfen?
  • Beachte das begründende Bindewort „denn“!
    • Worüber freut sich Gott?
  • Wann gibt man „fröhlich“?
    • Warum soll sich beim Geben Freude ausbreiten?
  • Beachte den betonten Blickrichtungswechsel: „Gott aber“! 8
    • „kann machen“ Warum schreibt Paulus nicht: „wird machen“?
  • Was alles kann man unter „Gnade“ verstehen?
    • Um welche „Gnaden“ geht es hier?
    • Was meint Paulus mit dem Wort „reichlich“?
    • Beachte die überfließenden Worte! Und dann ist noch übrig!!!
  • Wie kann ich konkret reich werden an guten Werken?
    • Was sind gute Werke?
      • Sammle 20 verschiedene Beispiele!
    • Wozu sollen sie (reichlich) getan werden?
  • Wie ist das Wort „Genüge“ zu verstehen?
    • Wie viel ist wann genug?
  • Vergleiche Vers 9 mit Ps 112,9! 9
    • Warum führt Paulus dieses Zitat an?
  • Beachte die Überzeugung in den Worten von Vers 10f! 10-11
  • Wer ist „der, der gibt“?
    • Wann hast du dir das das letzte Mal bewusst gemacht?
  • Was ist mit dem zweiten Wort „Samen“ gemeint?
    • Wie wird dieser Same vermehrt?
  • Was sind Früchte der Gerechtigkeit?
    • Wie entstehen sie?
  • Was bedeutet „reich sein zu geben“? 11
    • Was ist mit „Einfalt“ gemeint?
  • Wie kommt es zur Danksagung an Gott?
    • Wie könnte es zur Danksagung in deinem Umfeld kommen?
  • Was weißt du über diese Sammlung? 12
    • Betrachte den Zusammenhang zwischen teilen – erleichtern und danken!
  • Wer sind die „Heiligen“?
    • Können Heilige „Mangel“ haben?
  • Warum ist Paulus der Dank an Gott so wichtig?
  • Wer ist mit „sie“ gemeint und preist Gott? 13
    • Für „wen“ preisen sie Gott?
    • Weshalb wird Gott gepriesen?
    • Was lehrt uns dieser Vers über den Leib Christi?
  • Was für eine Sehnsucht entsteht bei den Judenchristen? 14
    • Um welche „Gnade Gottes“ geht es hier?
  • Warum preist Paulus hier einfach so mal Gott? 15
  • Beachte die Wiederholung aus Vers 8: „Gott aber …“
    • Was ist mit der „unaussprechlichen Gabe“ gemeint?
  • Warum hat Paulus diese Zeilen geschrieben?
    • Was wollte er gerade mit diesen Versen sagen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

o

o

o

o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

o

1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

o

2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

o

o

o

o

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • „Ernte“ (6) ist stehendes Bild für das Gericht. (Voigt)
  • Paulus liebt den spielenden Umgang mit Worten. So auch bei „Gnade“ (χαρις) (8). Mit diesem Wort kann das ganze Liebeswerk der Kollekte bezeichnet werden (1Kor 16,3; 2Kor 8,1.4.6.7.19). Hier ist von der „Gnade“ die Rede, die Gott über die Korinther kommen lässt, so dass ein „Zustand“ entsteht, „in dem es an nichts fehlt“. „Alle“, „allezeit“ usw. machen deutlich, dass der Gnadensegen Gottes Leibliches und Geistliches umfasst. (Voigt)
  • Feiner Gedanke: Was ihr von Gott empfangt, soll sich sofort wieder in Gutes tun umsetzen. (Voigt)
  • Vers 10 sind Zitate aus Jes 55,10 und Hos 10,12. Was Gott jährlich im Werk der Schöpfung tut, geschieht analog, indem Er Früchte der Barmherzigkeit bzw. Gerechtigkeit entstehen lässt. (Voigt)
  • Es entsteht im Gebet (14), gewissermaßen zurückflutend, eine Gemeinschaft, in der sich die Empfänger nach den Gebern sehnen. (Voigt)
  • Wir werden sofort zum tätigen Erntedank herausgefordert. Unser Abschnitt beschreibt das erste uns bekannte „Hilfswerk“ in der christlichen Kirche. (Voigt)
  • Die „Armen“ ist evt. eine Selbstbezeichnung der Jerusalemer Gemeinde. Waren sie von Haus aus arm? Sind sie es durch den Versuch der Gütergemeinschaft geworden? Wurden sie von der Hungersnot betroffen, die sich unter Claudius in einzelnen Ländern ereignete und auf die ein christlicher Prophet, Agabos, vorher hingewiesen hat (Apg 11,28)? (nach Voigt)
  • Oder haben wir gar nicht so sehr an eine besondere Notlage der Jerusalemer Gemeinde zu denken (doch V.12), sondern daran, dass die heidenchristlichen Gemeinden der Urgemeinde gegenüber eine gewisse Dankesschuld abtrugen und ihre Verbundenheit mit ihr auf eine caritative Weise bekundeten? Röm 15,27 weist in diese Richtung, auch der Schluss unseres Abschnittes. Die Einheit der Kirche wäre dann nicht nur eine geglaubte (Eph 4,4-6), sondern auch eine tätige, … so, dass die Liebe Christi die Teile der Christenheit miteinander verbindet. (Voigt)
  • Das „allermeist an des Glaubens Genossen“ setzt das „an jedermann“ nicht außer Kraft (Gal 6,10). (Voigt)
  • Wenn mancher von den Elenden und Ausgezehrten sähe, wie wir leben – und was für Probleme uns die wichtigsten sind! Wir leben so ruhig und satt, wir leben, nur deshalb, weil wir den Jammer nicht sehen. Man kann Erntedank nicht mit stumpfen, unempfindlichem Gewissen begehen. (Voigt)
  • Die Korinther waren arm (1Kor 1,26ff). Wir sind wohlhabend – gemessen an vielen anderen Völkern auf jeden Fall! … Im Durchschnitt geht es uns gut, nicht selten allzu gut. (Voigt)
  • Wer dankt, sieht mehr als die Früchte, die abgeerntet, zubereitet, gelagert und gespeichert sind. Er weiß von dem Geber der Gaben und darum von einem Willen zum Schenken; von der Freude Gottes am Leben, das der Schöpfer erhalten und fördern will. (Voigt)
  • Wer dankt, sieht sich – gerade auch als arbeitender Mensch – in ein geheimnisvolles Ineinander des Geschehens hineingenommen, bei dem das Wirken Gottes sich in den Abläufen der Natur abspielt, und diese wieder in Gott verlaufen, so freilich, dass Gott, der Schöpfer und Erhalter, allem kreatürlichen Wirken und Schaffen voraus ist. (Voigt)
  • Paulus bezeichnet das Weitergeben dessen, was man hat, als ein Säen (6). Der Vorgang von Saat und Ernte wird zum Bild für das, was sich ereignet, wenn man auch unter Menschen einen Teil des Geernteten wieder hingibt, damit der Kreislauf des Geschehens sich fortsetze. (Voigt)
  • Unser Leben ist soviel wert, wie wir für andere leben. (Voigt)
  • Das Leben ist mehr als die Speise, das lehrt uns Jesus (Mt 6,25). Mit einem nur ökonomischen Zweckdenken verfehlen wir das Eigentliche des Menschseins. (Voigt)
  • An dem Geist der Selbstsicherung und des Mehr-Habenwollens können wir zugrunde gehen. Was wir haben, haben wir zum Dienen, zur Hingabe, dazu also, dass wir uns nützlich machen, anderen beistehen und ihrem Mangel abhelfen. (Voigt)
  • Was wir haben, kommt nicht nur von Gott, so dass wir nach einem angemessenen Dankeschön nunmehr darüber verfügen könnten, wie unser eigensüchtiges Herz es wünscht. Er gehört auch Gott. Es muss wieder in den Kreislauf des gottgesetzten Saat-Ernte-Geschehens hinein. (Voigt)
  • Wir, die reichen Länder dieser Erde, haben unsern Reichtum nicht krampfhaft festzuhalten wie eine Beute. (Voigt)
  • Gesätes bringt die nächste Ernte hervor. (Voigt)
  • Sieht man sich in den beiden „Kollektenkapiteln“ (2Kor 8+9) um, so ist man davon bewegt, wie stark Paulus die Willigkeit zum Geben ankurbelt. (Voigt)
  • Gott hat die Macht, die ganze Gnade auf euch hin groß werden zu lassen (8). … Gott ist in der Lage, seine ganze Gnade über euch auszuschütten. (Voigt)
  • Wer immerzu nur kalkuliert, rechnet nicht mit dem Gott, dessen Art es ist, „auszustreuen“ und „den Armen zu geben“ (9). (Voigt)
  • Dass wir fürs Leben bestimmt sind, gilt auch, wenn Gott uns sterben lässt. (Voigt)
  • Wir haben es erlebt, wie uns oft aus der Verlegenheit geholfen wurde. Wir feiern Erntedank, weil wir es – in dem wunderbaren Normalfall! – wieder erlebt haben. Und wir hören es so, dass uns die Hungernden der Welt aufs Gewissen gelegt werden! Gott gibt reichlich – Er will nicht, dass jemand hungert; und dass die technisch und organisatorisch so begabte Menschheit mit dem Hungerproblem nicht fertig wird, ist ein Skandal. (Voigt)
  • Vers 8 könnte man so wiedergeben: „Gott hat das Zeug dazu, dass alle Gnade auf euch ströme, damit ihr in allen Dingen allezeit alles habt, was ihr braucht.“ (Voigt)
  • Aus der reichen Ernte, die Gott uns – zeitlich und ewig – beschert, nehmen wir das Saatgut im eigentlichen wie im übertragenen Sinn. (Voigt)
  • Warum war dieses erste christliche Hilfswerk nötig? … Das große Liebeswerk der Urchristenheit „bewirkt Danksagung an Gott“ (11). (Voigt)
  • Man kann sich fragen, ob wir als einzelne Christen und als Gemeinde so leben und wirken, dass die Menschen um uns her Gott danken und Ihn rühmen. (Voigt)
  • Es ist tatsächlich der Sinn dieser Kollekte, nicht nur akuter Not abzuhelfen, sondern auch Einheit zu demonstrieren und – wichtiger noch – zu leben. Christen gehören zusammen, wie viele Grenzen und Meere auch zwischen ihnen liegen mögen. (Voigt)
  • Paulus meint, die Jerusalemer werden sich nach den Korinthern sehnen „wegen der an euch (sich offenbarenden) überschwänglichen Gnade Gottes (14), (Voigt)
  • Was erwartet Menschen, die großzügig geben? Sie werden a) reich an Liebe sein. … Warmherzigkeit ist den Menschen stets lieber als die kalte Rechtschaffenheit berechnender Naturen. Sie werden b) reich an Freunden sein. … Wer ein Herz für andere hat, wird stets feststellen, dass ihm auch andere Herzen zugetan sind. Sie werden reich an Hilfe sein. … und sie werden reich sein im Hinblick auf Gott. Jesus hat uns gelehrt, dass wir das, was wir für andere tun, für Gott tun. (Barclay)
  • In 5Mo 15,7-11 ist von der Verpflichtung zur Freigebigkeit gegenüber dem ärmeren Bruder die Rede. In Vers 10 heißt es: „Dein Herz soll sich nicht verdrießen lassen, dass du ihm gibst.“ Ein alter rabbinischer Ausspruch besagt, einen Freund fröhlich zu empfangen und ihm nichts zu geben sei besser, als ihm voller Verdrießlichkeit alles zu geben. (Barclay)
  • „Genüge“ – griech. „autarkeia“ – ist ein Lieblingswort der Stoiker, was vor allem Unabhängigkeit bedeutet. Mit diesem Ausdruck wird ein Zustand bezeichnet, in dem sich Menschen befinden, die mit Wenigem zufrieden sind und ohne die üblichen Zivilisationsgüter auskommen. Es leuchtet ein, dass solche Menschen mehr als andere geben können, weil ihre eigenen Ansprüche so gering sind. Leider haben wir für uns selbst häufig so viele Wünsche, dass daneben nichts mehr bleibt, was wir anderen geben könnten. (Barclay)
  • Paulus ist der Ansicht, dass rechtes Geben sich auf drei Personenkreise in wunderbarer Weise auswirkt: Es wirkt sich auf andere, auf uns und im Hinblick auf Gott aus! (Barclay)
  • Schließlich kehren sich die Gedanken des Apostels von den Korinthern ab und dem Wunder der Gottesgabe in Jesus Christus zu, jener Gabe, deren Wunderbarkeit unerschöpflich ist und deren Geschichte nie zu Ende erzählt werden kann. Und da fragt er die Korinther: „Könnt ihr, die Gott so freigebig beschenkt hat, anders als freigebig gegenüber euren Mitmenschen sein?“ (Barclay)
Werbeanzeigen