60-3 Gekommen um zu predigen – Mk 1,32-39

Downloadlink: 60-3 Gekommen um zu predigen – Mk 1,32-39

Mk 1,32-39

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

o    Zu welchem größeren Absatz gehört unser Text?

  • In welcher Stadt befindet sich Jesus?

o    Welcher Abend ist hier gemeint?                                        32

  • Was will das Wort „aber“ sagen?
  • Warum wird der Sonnenuntergang betont?

o    Was ist der Unterschied zwischen einem Kranken und einem Besessenen?

  • Wann ist jemand krank?
  • Wann ist jemand besessen?

o    Was meint die „ganze Stadt“?                                             33

  • Vor welcher „Tür“?

o    Wie vielen Kranken half Jesus?                                          34

  • Warum nicht allen?
  • War Jesus auf spezielle Krankheiten spezialisiert?

o    Wie treibt man „böse Geister“ aus?

o    Wieso war es Jesus wichtig, dass die bösen Geister nicht reden?

  • Was wussten diese Geister von Jesus?
  • Wieso kannten sie Ihn?

o    Beachte das Bindewort „und“!                                            35

  • Welcher „Morgen“ ist hier gemeint?
  • Wann geht in Israel in etwa die Sonne auf?

o    Warum stand Jesus „so früh“ auf?

  • Warum suchte (brauchte) Er die Einsamkeit?
  • Was ist „Beten“?

o    Beachte, dass Simon anscheinend wusste, wo Jesus war!   36

  • Woher wusste er das?
  • Wer waren die „bei“ Simon?

o    Wieso mussten sie Jesus trotzdem „suchen“?                     37

  • Warum wurde Jesus schon so früh am Morgen von den Menschen gesucht?

o    Warum will Jesus nicht zu den wartenden Menschen gehen?            38

  • Warum will Er nicht helfen, wo Seine Hilfe erwartet wird?

o    Ist „predigen“ wichtiger als „helfen“?

  • Beachte das Bindewort „denn“!
  • Was war Jesu Bestimmung hier auf der Erde?

o    Wie wird Jesu Dienst in Galiläa zusammengefasst?             39

  • Schau dir Galiläa auf der Karte an!
  • Wie heißen die Nachbarprovinzen?
  • Welche alten Stammesgebiete gehören zu Galiläa?

o    Was ist eine Synagoge?

  • Warum predigte Jesus in den Synagogen?

o    Was wollte Markus seinen Lesern mit dieser Darstellung des Dienstes Jesu vermitteln?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

o

o

o

o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

o

1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

o

2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

o

o

o

o

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Markus hat sechzehn chronologische Doppelungen wie in 32 und 35, bei denen immer der zweite Ausdruck den ersten festlegt. (Pohl)

o    Der Sonnenuntergang war entscheidend für den Wiederbeginn des Alltags, an dem die Kranken getragen werden durften. Da es keine Uhren gab, beobachtete man den Himmel, wann die ersten drei Sterne sichtbar würden. (Pohl)

o    Unser Text ist ein Sammelbericht. Im Unterschied zum ersten Sammelbericht, über Jesu Wort in Vers 14, überschaut dieser (34) Jesu Taten, während der dritte (39) abschließend Verkündigung und Heilungen vereint. (Pohl)

o    Nachdem sich der Sieger am Vormittag in der Synagoge gezeigt hatte (27), quoll, sobald es der Zeitpunkt erlaubte, das Elend in allen seinen Spielarten hervor und umspülte das Haus des Simon bis an die Tür, weil es ein Jesus-Haus geworden war. (Pohl)

o    Es gab viele, die zu reden, zu predigen und die Schrift auszulegen verstanden; doch hier war jemand, der nicht nur sprach, sondern auch handelte. (Barclay)

o    Am Morgen (21) hatte Jesus das hochreligiöse, am Abend (33) das absolut ratlose Judentum vor sich. Weil Kranke in der Regel wegen ihrer „Unreinheit“ nicht am Gottesdienst teilnehmen konnten, hatten die Menschen Jesus noch nicht eingehend hören können, sind deswegen auch nicht als tiefgläubig, eher als abergläubisch zu denken. (Pohl)

o    Hier haben wir den Beginn einer Tragödie vor uns. Die Menge kam zwar zu Jesus, doch sie kam eben, weil sie etwas von Ihm wollte. Sie kam nicht, weil sie Ihn lieb hatte oder weil sie etwas ahnte von dem Neuen, was da in die Welt gekommen war. Sie wollten Ihn letzten Endes nur ausnutzen. (Barclay)

o    Wer wird nicht zufassen, wenn sich die Möglichkeit bietet, schwache, hinfällige, behinderte, vom Schmerz gequälte oder auch in ihrem geistigen und seelischen Leben bis zur Unkenntlichkeit entstellte Menschen dem Einzigen weit und breit zuzuführen, der, wie es scheint, hier helfen kann? Man wird, wenn man nicht anders zu Ihm gelangt, das Dach aufreißen, um durch diese Lücke den Kranken vor Jesu Füße zu bringen (2,4). (Voigt)

o    Dass Jesus Kranke heilte und Besessene befreite, gehört zu den bestbezeugten historischen Tatsachen. Selbst Seine damaligen Gegner haben das Faktum nicht bestritten, sondern nur versucht, es umzudeuten und auf finstere Zauberei zurückzuführen. (Pohl)

o    Er heilte „alle, viele, vielerlei“ (34). Damit setzt Jesus sich von anderen Wundertätern, auch von den alttestamentlichen Propheten ab. … Jesus offenbart Generalvollmacht. (Pohl)

o    Gewiss sind nach unserem Sprachempfinden „viele“ nicht „alle“ (34). Aber im semitischen Sprachgebrauch, der hier durchschimmert, kann „viele“ Ersatzwort für „alle“ sein. Als einen solchen Semitismus hat wenigstens Matthäus dieses „viele“ behandelt, wenn er in seiner Parallele schreibt: „Und Er heilte sie alle“ (Mt 8,16). (Pohl)

o    Dass Jesus „viele“ Kranke heilte, kann Semitismus sein, also „alle“ meinen. (Voigt)

o    Die Austreibung der Dämonen (34) wird sich in ähnlichen Formen vollzogen haben, wie am Vormittag in der Synagoge (23ff). (Rienecker)

o    Die Dämonen wollen Jesu Namen aussprechen, um Ihn machtlos zu machen; denn wer seinen Gegner kennt, der vermag ihn auch zu bezwingen. Indem Jesus die Dämonen nicht reden lässt, macht Er sie seinerseits wehrlos. (Voigt)

o    Auch der Teufel weiß um Gott (34). … Aber dieses Wissen ist ein Alpdruck des Hasses (Jak 2,19) und sein theologisches Wissen von Gott ist trotz aller Richtigkeit (Lk 4,41) verzerrt. (Rienecker)

o    Ein anderer Gesichtspunkt, weshalb der Herr die Teufel nicht reden lässt: Jesus will der verborgene Messias bleiben. Der Wille Gottes führt Jesus nicht zum anerkannten Messias der Massen, sondern in das Verborgene hinein, tiefer hinab bis zum Kreuz, wo Er endgültig den Satan, den Fürsten dieser Welt, besiegen wird. (Rienecker)

o    Jesu Taten galten wie Seine Worte der Öffentlichkeit. Nach 2,10 geschahen sie ausdrücklich, damit sie gesehen und bedacht wurden. Aber für die Erkenntnis Seiner Sohnschaft als Seines tiefsten Seins gab es das Schweigegebot. So kam es, dass das Volk Ihn noch in 6,14ff und 8,28 für einen wundertätigen Propheten hielt, nicht aber für den Messias. (Pohl)

o    Warum verkündete Er nur die Herrschaft Gottes, aber nicht direkt auch sich Selbst? Warum sollte der Glanz Seiner Taten keinesfalls ihren Täter ins Licht stellen? Weil der Täter noch nicht ins Licht, sondern ans Kreuz gehörte! (Pohl)

o    Jesus holt sich in der Einsamkeit (35) im Gebet Kraft und Orientierung vom Vater. (Rienecker)

o    Jesus blieb überhaupt keine Zeit für sich Selbst. … Selbst beim Beten machten sie Ihn ausfindig. Jesus hatte keine Möglichkeit, die Tür vor ihnen zu verschließen. (Barclay)

o    Jesu Beten wird nur hier (35), in 6,46 und 14,32.35f.39 erwähnt. (Voigt)

o    Als alles noch im Schlafe lag, noch völlig Nacht war, da drängte es den Sohn Gottes zum Vater. (Rienecker)

o    Indem Markus ausdrücklich einen Zeitpunkt noch vor Sonnenaufgang markiert, schließt er aus, dass Jesu Beten sich aus der jüdischen Sitte des Morgengebetes erklärte. Fromme Juden übten drei tägliche Gebete: das erste bei Sonnenaufgang, das zweite um 15 Uhr zur Zeit des Abendopfers im Tempel und das dritte bei Sonnenuntergang. (Pohl)

o    Jesu Beten stand hier (35) und 6,46 und ganz deutlich 9,29 im Zusammenhang mit Seiner Wundertätigkeit. (Pohl)

o    Was das Gebetsleben Jesu vor allem kennzeichnet, ist die Verborgenheit, in der es verläuft. (Rienecker)

o    Dieses Beten ist die geheimnisschwere Einsamkeit des Sohnes. In Seiner menschlichen Seele war ein Punkt, und zwar gerade der tiefste, innerste Punkt, der völlig menschenleer, völlig erdenfrei, der restlos allen irdischen Beziehungen entrückt, der in einer schlechthin überirdischen Aufgeschlossenheit dem Vater geweiht war. Der Vater war Seine Welt, Seine Wirklichkeit, Sein Leben. Erst durch den Vater wird Sein Leben, Sein irdisches Leben fruchtbarste Wirksamkeit. (Rienecker)

o    Gerade im Gebet schließt Jesus sich mit dem Vater in eine Einheit zusammen, an der sonst niemand von den Menschen Teil hat, nicht einmal Seine Jünger. (Rienecker)

o    Da Jesu den Liturgen, den Zeugen und den Diakon harmonisch in Sich vereinigte, sind Gebet, Zeugnis und Dienst, wenn sie das Leben der Kirche gleichmäßig bestimmen, der Beweis dafür, das die Kirche der Leib Christi ist. (Rienecker)

o    „Und es eilten Ihm nach …“ (36) Im Zusammenhang mit dem folgenden Vers 37 ergibt sich, dass die Jünger in eine Gegenbewegung zur Sendung Jesu geraten waren und sich zum Sprachrohr der wundersüchtigen Bevölkerung machen ließen. Damit fallen sie aus ihrer Rolle von 3,14, aus ihrem Mit-Ihm-Sein heraus. Es ist die erste Stelle einer langen Kette von Jüngerunverständnissen (4,13.40f; 6,50-52; 7,18; 8,16-21; 9,5f.19; 10,24.26; 14,37-41; ähnliche Bedeutung in: 5,31; 6,37; 8,4.32f; 9,32). Vielleicht entsteht auch eine Parallele zu 8,33: Der wohlmeinende Petrus wird ungewollt ein Werkzeug Satans, so dass hier über den Vorgang ein Schatten der Versuchung in 1,12f fällt: Der Sohn und der Satan in der Wüste. (Pohl)

o    Jesu lautes Beten, wie es in der Antike üblich war, leitet die Jünger zu Jesus. – „Sie fanden Ihn“ (37). (Pohl)

o    Die Menge weiß nicht, wo Jesus ist, aber die Jünger wissen es. (Voigt)

o    Wie versucherisch klang dieses „alle suchen Dich“ (37) zusammen mit Seiner Sendung zu „allen“ und zu den „Vielen“ von 32 und 34? Aber aus Seiner vollkommenen Gemeinschaft mit dem Vater heraus weist Jesus die Versuchung zurück. (Pohl)

o    Klar und bestimmt stellt Jesus Seinen Auftrag vor die Jünger (38): Es muss die ruhelose und mühevolle Wanderung weitergehen, um überall die Frohbotschaft zu verkündigen. … Dies ist Seine eigentliche Sendung, die Verkündigung. Die Wunder gehören wohl dazu, sind aber der Verkündigung untergeordnet und dienen zur Beglaubigung Seines Wortes. (Rienecker)

o    Auch das Markusevangelium, das mehr von Jesu Taten als von Seinen Worten berichtet, gibt dem Wort den Vorrang (38). (Voigt)

o    Jesus ist allein dem Vater hörig! (Pohl)

o    „Denn dazu bin ich gekommen“ (38) weißt auf eine ganz bestimmte Sendung. Dieser Satz hat christologische Tiefe und ist zu vergleichen mit 1,25; 2,17; 10,45. (Pohl)

o    Gewiss ist Jesus zu „allen“ gesandt, aber was weiß Petrus, der nur an „alle“ in Kapernaum denkt, schon über „alle“! (Pohl)

o    Das griechische Wort für Stadt (38) meint eine Ortschaft von der Größe einer Stadt, aber doch mit dörflicher Struktur. Die regelrechten Städte Galiläas waren meist stark heidnisch geprägt, während die jüdische Bevölkerung hauptsächlich auf dem Lande saß. Jesus sucht dort die Zentren auf. (Pohl)

o    Es ist eine sachliche Engführung, wenn es nur noch um Heilungen an sich geht, um möglichst viele Heilungen, ohne Herrschaftswechsel, ohne Wiederaufrichtung der Gottheit Gottes und Wiederherstellung Seines Ebenbildes im Menschen. (Pohl)

o    Obwohl Jesus doch gerade so energisch betont hatte, dass Er zum Verkündigen da ist (38), darf nicht befremden, dass hier (39) doch wieder Austreibungen erwähnt werden. Wort und Tat sind bei Ihm eins. (Pohl)

o    Markus berichtet über den Dienst in Galiläa nur mit einem Vers (39), obwohl Wochen, ja Monate davon in Anspruch genommen worden sein müssen. (Barclay)

o    In 39 ist ein Stadium Seines Wirkens erkennbar, in dem Er noch in den jüdischen Versammlungshäusern das Wort ergreifen kann; später musste Er am Seeufer oder in der Einöde zu den Mengen sprechen. (Pohl)

o    Synagogenpredigt: die gegebenen Gelegenheiten werden genutzt: Mt 4,23; 9,35; 12,9; 13,54 …; Apg 9,20; 13,5; 14,1; 17,1.10.17; 18,4.7.19.26; 19,8; 24,12. Vielleicht ist es auch ein Bekenntnis zur Kontinuität mit dem Glauben und der Tradition des Volkes Gottes. (Voigt)

o    Auch wenn wir es im theologischen Denken bejahen, vergessen wir es doch immer wieder, dass eben der Jesus, der uns hier „summarisch“ in Seiner Wirksamkeit vor Augen gestellt wird, sich heute in unserer Mitte befindet (Mt 18,20). Wir predigen nicht eine Sache, die sich nur damals zugetragen hat. Wir predigen auch nicht eine zeitlose Wahrheit oder eine Idee. Wir predigen den Christus, der persönlich in unsere Mitte tritt, mit Seiner wirkenden Macht. (Voigt)

o    Im Christus des Wortes (38) erreicht, was hier von Jesu Heilandstätigkeit gesagt ist, den Gipfel. (Voigt)

o    Der Predigt ist die Aufgabe gestellt, den Christus zu verkündigen, der, indem Er gepredigt wird, Selbst auf uns zukommt, um uns das zu sein, was Er den Menschen in Kapernaum gewesen ist. (Voigt)

o    Jesus ist inmitten von Leidenden und Besessenen. Seit Sonnenuntergang sind sie da, … denn die Zahl der erlaubten Schritte ist begrenzt, und der Transport von Kranken wäre erst recht wider das Gesetz. (Voigt)

o    Jesus im Kampf mit dem Elend der Krankheit. (Voigt)

o    Nicht das ist die Frage, „ob Er kann“. Verwunderlich ist, „dass Er will“! Worüber wir uns gewöhnlich keine Gedanken machen, das ist das eigentlich Aufregende! (Voigt)

o    Jesus könnte sagen: Lasst die Menschen ihre Leiden tragen – nach allem, was sie an Gott und Ihresgleichen getan haben, verdienen sie nur eines; dass sie ihr Leben als das hinnehmen, was sie selbst daraus gemacht haben. Sie verdienen den partiellen Tod (die Krankheit) und die vollendete Krankheit (den Tod). (Voigt)

o    Man wird das Leiden des einzelnen Menschen nicht einfach mit seiner individuellen Schuld verrechnen können, aber grundsätzlich gilt: was einer auch leidet, er leidet nicht mehr, als er verdient hat. (Voigt)

o    Der Heiland der Sünder will nicht nur der Sünde ein Ende machen, sondern auch ihren Folgen (Evangelium: Mk 2,1-12). (Voigt)

o    Wie dem Menschen die Angst, das schlechte Gewissen, die Verzweiflung „auf dem Gesicht geschrieben“ steht, so kann, was sich im Personalbereich seines Lebens abspielt, ihm auch „an die Nieren gehen“ oder „den Atem verschlagen“ oder die Galle überlaufen“ lassen oder gar „das Herz abdrücken“. In sprichwörtlichen Redensarten drückt sich, in schlichter Weise, ein tiefes Wissen aus. (Voigt)

o    Weiß man, dass die Sünde nicht nur ein regelwidriger Gebrauch der Freiheit im Einzelfall ist, sondern die Tat, durch die man sich – vielleicht nichtsahnend – einer gottwidrigen unsichtbaren Macht unterwirft, womit man also seine Freiheit verspielt, dann ahnt man Zusammenhänge, wie sie in unserm Text vorausgesetzt sind. (Voigt)

o    Das Werk des Arztes Jesus besteht darin, dass Menschen „herausgerissen werden aus dem Machtbereich der Finsternis und ‚umgesetzt‘ werden in das Königreich des Sohnes“ (Kol 1,13). (Voigt)

o    Jesus kann Menschen ihr Leiden weitertragen lassen, weil Er es so für richtig hält (2Kor 4,10; 12,7-10; Gal 6,17b). Er kann einen Menschen, den Er lieb hat, sterben lassen, obwohl Er herzueilen und ihn „retten“ könnte (Joh 11,6.15). Zuletzt, wir meinen es eschatologisch – heilt Er sie alle. (Voigt)

o    Wir dürfen Jesus um Gesundheit bitten. Er ist der Heiland auch des Leibes. Gut, wenn Er uns heilt. Es ist aber nicht Seine eigentliche, höchste und letzte Aufgabe. (Voigt)

o    Wer von Jesus nur Gesundheit und nichts weiter von Ihm will, versteht Ihn und Sein Wirken völlig falsch. (Voigt)

o    Man kann es im Leben sehen: Menschen, denen es um nichts weiter geht als um ihr bisschen Gesundheit, werden eben davon – krank. (Voigt)

o    „Jedermann sucht dich“ (37) – „Du kannst doch, wo es so viel Not in der Welt gibt, nicht einfach weglaufen und – beten! Wie soll man sich das zusammenreimen: kann helfen – und tut es nicht? (Jak 4,17) (Voigt)

o    Es gibt bei uns die Gefahr des „frommen Daumendrehens“, wo wir doch alle Hände voll zu tun haben. (Voigt)

o    Sowenig unsere Verbundenheit mit Gott in Seiner Liebe ohne die Liebe zum Bruder sein kann (1Joh 4,11.20f), sowenig kann die Liebe zu den Mitmenschen ohne die liebende Verbundenheit mit Gott sein. (Voigt)

o    Es ist nicht so, dass man, indem man Menschen liebt, damit automatisch auch Gott liebt. (Voigt)

o    Gott erwartet nicht nur, dass wir mit Menschen reden; Er erwartet auch unser Gebet. Denn Gott „ist jemand“. Er ist das „Du“, vor dem wir leben und mit dem wir in Gemeinschaft stehen sollen. (Voigt)

o    Es sollte uns nicht befremden, dass Jesus sich aus dem diakonischen Wirken in Simons Haus zurückzieht und nun der Liturgie ihr Recht gibt. … Es wäre „widernatürlich“, wenn das Gespräch zwischen Vater und Sohn in Jesu Leben keinen Raum mehr hätte. (Voigt)

o    Vielleicht muss man sagen: Nicht eine der Heilungen von Kapernaum wäre geschehen, wenn Jesus nicht in der Stille mit den Mächten der Finsternis gekämpft, aber auch mit Seinem Vater ständig Kontakt gehalten hätte. Der altböse Feind hätte es gern gesehen, wenn diesem Mann aus Nazareth die „rückwärtigen Verbindungen“ hätten abgeschnitten werden können. (Voigt)

o    Heilung ist nur ein Element im Ganzen des Heilswirkens Jesu. Seine Fürbitte für uns geht darauf aus, dass wir überhaupt und in jederlei Sinn „gerettet“ werden. Der Gelähmte (2,5) mag sich gewundert haben, als ihm, der gesunde Beine brauchte, die Sünden vergeben wurden. Aber was würde es bedeuten, wenn er wieder gehen könnte, aber die Sünden wären ihm nicht vergeben? (Voigt)

o    „Was das Wohl angeht: o.k., aber was das Heil angeht: k.o.“ (Voigt)

o    Jesus ist uns auch in der Einsamkeit Seiner durchbeteten Stunden nicht nahe. … Betend kämpft Er die Welt aus ihrer Verlorenheit heraus. Er tut das übrigens auch, wenn Er „mitten unter uns“ ist. Unablässig und bis in alle Ewigkeit nimmt der Herr Sein priesterliches Amt für uns wahr (Hebr 7,25). Wenn wir „in Seinem Namen“ beten, lässt Er uns an Seinem Werk sogar teilhaben. (Voigt)

o    Der Schwerpunkt aller Schwerpunkte, das Eigentliche Seines Auftrags: dass Er zu uns spricht! (Voigt)

o    Jesus selbst spricht kurz, prägnant, packend, nicht wie die Schriftgelehrten (damals und heute). Aber das Wort muss sein, ja, es ist das Dringlichste an Jesu Sendung. Denn es geht um Gottes Reich. (Voigt)

o    Warum kann man sich nicht darauf beschränken, das Reich Gottes zu tun, warum muss man es predigen? Weil das Herrwerden Gottes nicht aus dem kommt, was wir ausrichten, sondern in dem, was Gott selber ausrichtet. (Voigt)

o    Gott macht aus lauter von uns durch nichts verdienter, sondern eigentlich ungezählte Male verscherzter Liebe seine Türen weit auf. Dies kann nicht anders unter die Leute kommen als so, dass Jesus es ausruft. (Voigt)

o    Im Wort realisiert sich personale Gemeinschaft. Zwei Menschen sind im Eisenbahnabteil. Sie sitzen schon zwei Stunden stumm nebeneinander. Sie erleben dasselbe: Sie werden fortbewegt, sehen durch dasselbe Fenster in dieselbe Landschaft. Aber ohne das Wort haben sie nicht Gemeinschaft. – Gott und wir wortlos einander gegenüber? Indem Jesus zu uns spricht, öffnet Gott uns Sein Herz. (Voigt)

o    Predigt ist nicht Referat über Gott. Predigt ist, unter schwachem Menschenwort verborgen, Gottes eigenes Reden zu uns. (Voigt)

o    Gott ist nicht dazu da, dass wir uns Seiner in Zeiten des Unglücks bedienen, sondern dazu, dass wir Seiner täglich gedenken und Ihn ständig lieben. (Barclay)

Werbeanzeigen