04-1 Die nahe Freude – Lk 1,46-55

Downloadlink: 04-1 Marias Lobgesang – Lk 1,46-55

Lk 1,(39-45)46-55(56)

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

o    Mit wem konnte Maria bis jetzt über ihre Erlebnisse mit Gott und seinem Engel reden?                                                    46

o    Freude bricht sich Bahn! Wessen Worte gebraucht Maria dazu?

  • Lies dazu die Parallelstellen in 1Sam 2 und in den Psalmen!

o    Warum freut sich Maria so?

o    Welche Verse sprechen von dem, was Maria tut?

  • Was tut sie?

o    Welche Verse sprechen über Gottes Taten?

  • Was tat, tut und wird ER tun?

o    Welche allgemeinen Taten Gottes werden gerühmt?
Und welche persönlichen Segnungen hat Maria erlebt?

o    Was ist mit dem Wort „Heiland“ gemeint?                            47

o    Welcher „Barmherzigkeit“ gedenkt Gott – der der Menschen, des ganzen Volkes oder seiner eigenen?                                         54

o    Um welche Verheißungen geht es im Vers 55?                     55

  • Sind sie politischer, ethnischer oder geistlicher Natur?

o    Wie lange blieb Maria bei Elisabeth?                                               56

  • Was wird sie dort solange gemacht haben?

o    In welchem Monat war Elisabeth schwanger, als Maria ging (Vers 36)

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

o

1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Maria steht da mit einem tiefbewegten, reichen, vollen Herzen; das Geheimnis aller Geheimnisse, größer denn alles, was die Welt hörte und sah, in ihrem Herzen, ja, in ihrem Mutterschoß bergend. (Rienecker)

o    Je mehr Maria ihr Herz vor dem Herrn ausschüttet, desto voller wird es. Sie muss jemand haben, dem sie alles offenbaren kann. (Rienecker)

o    Sie war zwar nicht wie Zacharias mit Verstummen geschlagen, aber sie war nicht viel besser dran. (Rienecker)

o    Das Lukas uns in den ersten beiden Kapiteln seines Evangeliums drei solche – den semitischen Urklang noch deutlich aufweisende – Lieder der Judenchristenheit aufbewahrt hat, lässt erkennen, wie stark er darauf aus war, in dem, was er erzählt, wirklich auf die Anfänge zurückzugehen (1,1-4). (Voigt)

o    Maria und Elisabeth sind verwandt (36). Wie Elisabeth so stammt auch Maria aus dem Geschlecht Aarons. Nur ein kleiner Teil der Priesterschaft wohnte in Jerusalem, die Mehrzahl in den Landorten Judäas, vor allem des Berglandes. (Voigt)

o    Außerordentliche Umstände gebieten außerordentliche Wege und außerordentliche Eile (39). … Luther sagt:„Billig wäre es gewesen, dass man ihr einen goldenen Wagen bestellet und sie mit 4000 Pferden geleitet hätte und vor dem Wagen her trompetet und geschrien hätte: Hier fährt die Frau aller Frauen! Aber solches alles hat geschwiegen. Das arme Mägdlein geht zu Fuß so einen weiten Weg, (bis zu 35 km täglich) und ist dennoch die Mutter Gottes.“ (Rienecker)

o    Der Gruß (40) ist zu verstehen als mit realer Kraft (Dynamis) geladener Segen. (Voigt)

o    Die Einigkeit im Geist setzt über die Unterschiede des Standes und des Alters hinweg. … Die Heiligkeit des Geistes, in welcher Maria lebt, geht auf Elisabeth über. (Rienecker)

o    Elisabeth weiß auch, wer das Kind ist (43). Der Vergleich mit V.16 lässt daran denken, dass Elisabeth Jahwe in Marias Schoß weiß. Die Ältere ehrt die Jüngere. (Voigt)

o    Elisabeth, diese ehrwürdige bejahrte Pilgerin, beugt sich demütig vor ihrem Herrn. … Wie neidlos kann sie, die doch auch eine Gesegnete ist, sich mit der Gesegneteren der ihr zuteil gewordenen größeren Gnade freuen! (Rienecker)

o    Zacharias hatte nicht geglaubt, Maria glaubt (45). (Voigt)

o    Die Herrlichkeit „berufen zu sein“ (26-38) sollte ihr das Herz brechen. Sie war gesegnet, und doch bedeutet diese Seligkeit, dass sie eines Tages ihren Sohn am Kreuz würde hängen sehen. Von Gott erwählt zu sein, bedeutet häufig zu gleicher Zeit eine Freudenkrone aufgesetzt und ein Kreuz des Leidens auferlegt zu bekommen. … Gott erwählt einen Menschen, um sich seiner zu bedienen. (Barclay)

o    Ja selig, wer glaubt! (45) Das ist die Regel, das Grundgesetz des Neuen Bundes: „Wer glaubt, der wird selig werden.“ … Das ist die erste Seligpreisung des NT; Wurzel und Summe aller folgenden. (Rienecker)

o    „Meine Seele“ (46) Umfasst das Denken, Fühlen und Wollen. (Rienecker)

o    Gott ist der „Retter“ (47). Israel versteht sich als Gottesknecht (54). Die Erhöhung Israels gehört zur eschatologischen Wende. (Voigt)

o    Maria gedenkt der großen Gnade, dass der Herr sich durch ihre Niedrigkeit (48), d.h. durch den geringen Stand, in den Davids Geschlecht geraten war, nicht hat abhalten lassen, sie zu hoher Ehre zu erwählen. (Rienecker)

o    Wer kann es ihrem Lobgesang übelnehmen, dass Maria, die soeben noch von ihrer „Niedrigkeit“ sprach, sich als die glücklich zu Preisende ansieht. Denn sie sieht in dem Gegenwärtigen das Kommende, nämlich das Heil, das unsagbar herrliche ewige Heil. (Rienecker)

o    Vers 49 erinnert an Ps 126. … Hier ist der erste Anfang der Erfüllung dieser Zukunftsweissagung gegeben. (Rienecker)

o    Die sechs von Maria aufgeführten Großoffenbarungen Gottes (51-53) zeigen, wie unser Gott ein umkehrender Gott ist, dem nur an dem Einen liegt, dass der Mensch nicht sich selbst zum Gott mache – sondern dass der Mensch Gott als Gott anerkenne und ehre. (Rienecker)

o    „Er hat sich angenommen“ (er gedenkt – 54) kommt her von dem griechischen „antilambanesthai“ und heißt: „einem die hilfreiche Hand hinstrecken, wenn er gefallen ist“. (Rienecker)

o    Ein Feuerwerk des Lobpreises! Ein Lob entzündet das andere!

o    In der Mitte des Textes steht letztlich das Kind, das erst seit kurzem in der Dunkelheit des mütterlichen Schoßes zu wachsen begonnen hat. … Christus ist „unser einiger Mittler und Erlöser“. Aber Christus haben wir immer nur „in“ etwas: im Wort, im Taufwasser, in den Elementen des heiligen Mahles, wieder auf andere Weise in der Kirche, hier: im Schoß seiner Mutter“. (Voigt) – Ist das so, gibt es nicht auch den „direkten Draht“ zu Ihm?

o    Maria nimmt das von Gott an sie ergangene Wort ernst. „Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast.“ Der Glaube sieht nicht, aber er vertraut; er fußt nicht auf Beweisen, sondern lediglich auf der sich selbst beglaubigenden Zusage Gottes. (Voigt)

o    Auch Maria hatte mit Anfechtungen zu kämpfen. „Eilends“ macht sie sich auf. (V.39) Sie bedarf der Vergewisserung. … Maria empfängt das Zeichen: Elisabeth erwartet ihr Kind. … Die Begegnung auf dem „Gebirge“ erbringt ein ganz unerwartetes Christuszeugnis aus dem Munde Elisabeths. Die lebhaften Bewegungen des ungeborenen Kindes gelten als besonderes Zeichen (1Mo 25,22). (Voigt)

o    Er ist da – noch stumm, noch nicht einmal sichtbar, ER ist nur anwesend als das „Ursakrament“ im Schoß Marias. Maria ist das Gefäß der leibhaften Gegenwart des „HERRN“ (V43) geworden. Dies hat Elisabeth entdeckt. Und deshalb muss sie Maria und das winzige Leben, das in ihr zu keimen begonnen hat, segnen. (Voigt)

o    Maria verharrt in demütiger Zurückhaltung. Ganz passiv bleibt sie, während sie die größte aller Frauen genannt wird. … Gott ist da! Der Leib Marias umschließt den Gegenwärtigen! (Voigt)

o    Elisabeth wundert sich, dass Maria zu ihr gekommen ist; so wird sich auch der Täufer wundern, wenn Jesus zu ihm kommt. (Voigt)

o    Maria ist – und das macht niemand ungeschehen (Perfekt) – Gnade wiederfahren. Gnade ist das Nicht-Verdiente, die Güte Gottes, die solchen zuteil wird, die es nicht wert sind. Und doch ist Maria die größte aller Frauen – um Christi willen. Sie ist das Gefäß der Einwohnung Gottes in Welt und Fleisch. Sie ist die Umhüllung, die IHN birgt. Sie ist die Pforte seines Eingangs in die Welt. (Voigt)

o    Im Magnifikat, das zum Abendgebet der Kirche geworden ist und zu dem Luther uns die bleibend gültige Auslegung geschrieben hat (WA7,540; Cl.2, S.133; MA² 6,S224), erhebt Maria den Herrn. (Voigt)

o    Das Loblied der Maria, diese Krone aller Psalmen des Alten Bundes und zugleich der herrliche Anfang alles Lobsingens im Neuen Bund, ist besonders wunderbar. … Mit dem Lobgesang der Maria beginnen die Lobgesänge des NT: 1. Das Magnifikat (Lk 1,46-55); 2. Das Benidictus (1,68-79); 3. Das Gloria in excelsis (2,14); Das Nunc dimittis (2,29-32). Es folgen dann noch viele im NT, sowohl in den Evangelien als auch in den Briefen und in der Offenbarung des Johannes. (Rienecker) (Rienecker)

o    Es sind uns nur wenige Worte von Maria aufbewahrt. Außer diesem Lobgesang und Vers 34 und 38 nur noch Lk 2,48 und Joh 2,3.5. Maria scheint eine von den Stillen, Verborgenen gewesen zu sein, die wenig von sich reden machte. Hier aber tut sich ihr Mund weit auf (46). Wenn die Gnade Gottes das Herz überlaufen macht, dann reden auch die Schweigsamen. (Rienecker)

o    Maria kann den „HERRN“ nicht in seiner Natur groß machen, „darin ist er unwandelbar“, sondern in ihrer Erkenntnis und Empfindung. (Luther bei Voigt zitiert) … Ganz groß wird uns Gott, wenn wir merken, wie er sich uns zuwendet und uns ganz persönlich sucht. Das unbekannte Menschenkind aus Nazareth erfährt, wie Gott sich seiner bedient, um der Welt den Retter zu schenken. … In einer nie geahnten und sicher in keinem Augenblick recht begriffenen Weise ist Gott ihr Gott, Marias Gott, geworden. „Er hat mich angesehen.(48)“ (Voigt)

o    Was ihr in besonderer Weise, weil in besonderem Auftrag widerfuhr, ist die Erfahrung aller Glaubenden. Nicht: Ich weiß genau, es gibt einen Gott. Sondern: Gott hat sich mir zugewendet, hat mich angesehen, angeredet. (Voigt)

o    Gottes Augen sehen, weil er so groß und hoch ist, immer nur in die Tiefe. Je tiefer jemand unter ihm ist, desto besser sieht er ihn. … Maria eine gerechtfertigte Sünderin. … So ist sie Urbild der Kirche geworden: Empfängerin des Erbarmens Gottes. … Warum? Es ist nun einmal Gottes Art, „dass er aus dem, das nichts, gering, verachtet, elend, tot ist, etwas Köstliches, Ehrenvolles, Seliges, Lebendiges macht. (Voigt)

o    Marias Psalm bringt wunderbar zum Ausdruck, wie sehr Maria in der Schrift lebte. … Sie hat nicht Psalmen dichten wollen, sondern sich nur an Psalmen erquickt und gestärkt. (Rienecker)

o    Gott liegt aufregend quer zum Lauf der Welt, in dem „die Gewaltigen“ immer das letzte Wort zu haben scheinen. (51ff)

o    Da lässt er die Frommen kraftlos werden und unterdrückt, dass jedermann meint, es sei mit ihnen aus, es habe ein Ende; und eben in demselben ist er am stärksten da, so völlig verborgen und heimlich, dass die selbst es nicht fühlen, die das Drücken erleiden. … Denn wo Menschenkraft ausgeht, da geht Gottes Kraft ein. Wenn nun die Blase voll ist, … so sticht Gott ein Loch in die Blase, so ist es gar aus. (Luther bei Voigt zitiert)

o    Es geht auch gar nicht so einfach, dass man die Menschen und Mächte einteilen könnte in solche, die „stolz“ sind, und andere, die auf die Seite der Maria zu stellen wären. Wir kennen uns: unser alter Adam will durchaus nicht gern „niedrig“ sein. Mit Maria – dem Antitypos zu Eva – beginnt eine neue Menschheit. Genauer: Mit dem Sohn der Maria, der ohne Wenn und Aber das Ebenbild Gottes ist (2Kor 4,4; Kol 1,15), ist der neue Anfang gesetzt. (Voigt)

o    Eins sollten wir freilich nicht vergessen: Steht Gott selbst auf der Seite der „Niedrigen“, dann dürften wir nicht woanders stehen.

o    Maria hätte keine Davidstochter sein müssen, um bei diesen Worten (52f) nicht an Herodes zu denken, aber auch keine gläubige Israelitin, um allein an ihn denken zu müssen. (Osterzee)

o    Nun ist die Zeit da! Maria erkennt sich als die hochbegnadete Mutter des Verheißenen. Nun wird das fast vernichtete Israel Ströme der Barmherzigkeit erfahren und die Weissagung, die sich Jahrtausende verzog, soll nun erfüllt werden, dem Abraham und seinem leiblichen und geistlichen Samen ewiglich (54-55). – Was für ein großer Blick wird hier von Maria in das Liebesherz Gottes getan, das in unendlichem Erbarmen gegen sein Volk schlägt! (Rienecker)

o    Der stumme Zacharias ist der ständige Zeuge und Zeitgenosse jener drei Monate (56) gewesen. Er ist der Dritte im Bunde, und sein stummer Mund war ein beredter Zeuge für die Wahrheit aller jener großen Offenbarungen. (Rienecker)

o    Das Magnifikat ist ein Dokument, das die Welt revolutioniert hat. Es spricht von drei umwälzenden Dingen, die Gott bewirkt. 1. Die moralische Revolution … 2. Die soziale Revolution … und 3. Die wirtschaftliche Revolution. (Barclay)

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