05-4 Das große Licht im Finstern – Jes 9,1-6

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Jes 9,1-6

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Wer war Jesaja?
    • Zur Zeit welcher Könige hat er gewirkt?
  • Von welchem Volk ist hier die Rede? 1
    • Was meint „im Finstern wandeln“?
    • Was meint Jesaja mit dem „großen Licht“?
  • Wer ist mit „du“ gemeint? 2
    • Wieso kommt es zu dieser Freude?
    • Wie freut man sich „in der Ernte“?
    • Wieso freut man sich beim „Beute austeilen“?
  • Beachte das Bindewort „denn“! 3
    • Wer spricht hier? Wer ist „du“? Wer ist „ihr“?
    • Von welchem „drückenden Joch“ ist hier die Rede?
    • Wer ist der Treiber?
    • Was war in den „Tagen Midians“?
  • Beachte die neue Begründung mit „denn“! 4
  • Um welche Stiefel und Mäntel geht es hier?
    • Warum werden sie „verbrannt“, vernichtet?
  • Beachte das dritte „denn“! 5
    • Wer ist „uns“?
  • Beachte den Kontrast zwischen Krieg und Neugeborenem!
    • Was ist das für ein Kind?
    • Wessen „Sohn“ ist er?
    • Um welche Art von Herrschaft geht es hier?
  • Warum erhält das Kind einen solch komplizierten Namen? (Gradwohl)
  • Umschreibe erklärend die vier Namen des Kindes?
    • Welches ist der eigenartigste für einen zukünftigen König?
  • Was meint das Bindewort „auf dass“? 6
  • Beachte die Wiederholung des Wortes „Herrschaft“!
    • Wie passen „Herrschaft“ und „Friede ohne Ende“ zusammen?
  • Um wessen „Königreich“ geht es hier?
    • Was ist mit dem „Thron Davids“ gemeint?
  • Was ist Recht, was Gerechtigkeit?
  • Was ist hier mit „Ewigkeit“ gemeint?
  • Was ist der „Eifer des Herrn“!
    • Was ist mit dem Wortpaar „Jahwe Zebaoth“ gemeint?
  • Wer sagt diesen Satz?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

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1.6 Neutestamentliche Gedanken

o    Über Lebende und Tote Herr sein à Röm 14,9

o    Jesus: Ich bin das Licht der Welt à Joh 8,12

o    Reich Gottes à Mk 1,15; 10,15!!; Lk 4,43

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • In 8,23 ist vorausgesetzt, dass Tiglatpileser III. im Jahr 732 Teile Israels, also des Nordreichs, zu assyrischen Provinzen gemacht hat (2Kön 15,29). (Voigt)
  • Die prophetischen Worte im Perfekt (Grammatik) nehmen Erwartetes voraus, als wäre es schon Wirklichkeit. (Voigt)
  • Unerwartetes ereignet sich (1). Es erinnert an ein kosmisches Geschehen und an die Geschichte Israels in früher Zeit. … Es ist kein gewöhnliches, es ist „ein großes Licht“. … Auch in Jes 58,10 ist vom aufstrahlenden Licht die Rede, doch hier liegt der Akzent auf der Stärke des Glanzes, auf dem ganz Besonderen der Erscheinung. (Gradwohl)
  • Wer in der Finsternis (1) wandeln muss, ist faktisch bereits im Bereich der Unterwelt, aber wer Licht sieht – Symbol der heilvollen Gegenwart Gottes -, darf bereits in der Finsternis der schützenden und rettenden Gegenwart Gottes gewiss sein. (Voigt)
  • Alles (3) deutet auf das beseitigte Assyrerjoch. (Voigt)
  • In 3 stehen auffallend viele Zisch-Laute (im hebräischen Text). Diese Häufung ist natürlich beabsichtigt. Vielleicht sollen sie das „Zischen“ des Krieges, des Feuers nachmachen. (Gradwohl)
  • Wenn die überwundenen Feinde die Assyrer sind, so ist das Kind König Hiskia, der Sohn Ahas. 752 v.Chr. ist er geboren, 725 kommt er im Alter von 25 Jahren an die Macht. (Gradwohl)
  • Die grammatikalische Form von Vers 5 zeigt, dass das Kind bereits geboren ist. (Voigt)
  • Es könnte sich auch um eine „prophetische Vergangenheit“ handeln, die ein erst eintretendes Ereignis bereits als eingetreten ansagt. Die jüdischen Exegeten haben sich von dieser Auffassung (vermutlich in einer bewussten Abgrenzung von christlichen Meinungen über den erst zu erwartenden, noch ungeborenen Messias) distanziert. (Gradwohl)
  • Der Friede, der in Vers 6 angesagt ist, lässt auf sich warten, desgleichen die Verwirklichung von „recht und Gerechtigkeit von jetzt an für immer“. Es sind eschatologische Züge, die bei Jes 9,1-5 in den Vordergrund drängen. (Gradwohl)

 

  • Die Geburt eines Sohnes ist freilich nicht nur ein Zeichen des Gottessegens (1Mo 30,2), sondern oftmals Symptom einer Wende, einer neuen Epoche, die jetzt beginnt. (Gradwohl)
  • Fast scheint es, dass uns nur eines bleibt: den Text auf 5-6 zu beschränken und diese Verse einfach so zu predigen, als stünden sie im NT und als meinten sie ganz einfach und unmittelbar das Ereignis von Bethlehem. (Voigt)
  • Die Textaussage aber von ihrem historischen Hintergrund abzulösen und zur zeitlosen Wahrheit zu machen, dies würde sie allerdings übel verfälschen. (Voigt)
  • Unsere Aufgabe besteht nicht bloß und nicht eigentlich darin, ein Stück alter biblischer Überlieferung den Nachgeborenen nahezubringen und aufzuschließen; sie soll Instrument dafür sein, dass der in Christus offenbarte Gott selbst – heute und hier – den Weg zu Seiner Gemeinde finden und Gemeinschaft mit ihr schaffen, erneuern und erhalten kann. (Voigt)
  • Das „uns“ in 5 muss wirklich auf die heute anwesende Gemeinde bezogen werden können; andernfalls geht die Predigt an dem, was sie soll, vorbei. (Voigt)
  • Letztlich geht es nicht um „den Text“, sondern um den Gott, der – mit dem „Eifer des Herrn Zebaoth“ (6) – zu Seiner Gemeinde kommen will. (Voigt)
  • Die Sehnsucht der Menschen nach Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit findet in der alttestamentlichen Messiashoffnung ergreifenden Ausdruck. (Voigt)
  • Man fragt mit Recht, auch in der Gemeinde: Ist denn nun das Kind von Bethlehem – und später der Mann am Kreuz – der Erfüller dieser Hoffnung? … Ist uns „heute“ wirklich „der Retter“ geboren, „der Christus“ in der „Stadt Davids“ (Lk 2,11)? Vielleicht liegt die Entdeckung, die wir diesmal machen, darin, dass wir begreifen: Geholfen wird uns zuletzt nicht durch das, was wir erwarten, sondern durch das, was Gott – vielleicht allen unseren Vorstellungen entgegen – tut. (Voigt)
  • Es ist Gottes Art, uns auf andere Weise zu helfen, als wir dachten; anders auch, als die prophetische Überlieferung es sich vorstellte. (Voigt)

 

  • Auch wenn es einem selbst gut geht und man nichts auszustehen hat: Man kann, man darf nicht wegsehen von dem Schicksal solcher, die „im Finstern wandeln“ und „im dunklen Lande wohnen“. (Voigt)
  • Die Geburt des Kindes hat es mit einer geschichtlichen Wende größeren Ausmaßes zu tun (8,23-9,4). Der Prophet sieht, was kommen wird, als wäre es schon geschehen. Die „große Freude“ soll „allem Volke“ widerfahren. Wir müssen hinzufügen: allen Völkern – und denen am meisten, deren Schicksal das dunkelste ist. (Voigt)
  • Was Israel von Assur erlitten hat, hat sich in ungezählten Varianten im Laufe der Geschichte wiederholt. … Wobei zu bedenken ist, dass die Gräuel und Unmenschlichkeiten nicht erst da beginnen, wo Blut fließt und brutale Gewalt gebraucht wird. (Voigt)
  • „Welt ging verloren.“ Es ist nicht schwer, Synonyme dieses Verlorenseins aufzuzeigen. Wichtig, dass man begreift: Daran, wie Gott zu uns steht, entscheidet sich zuletzt unser Wohl und Wehe. (Voigt)
  • Jesaja hat sich in der Zeit geirrt. … Die zu assyrischen Provinzen gemachten Nordgebiete sind nicht befreit worden. Das Kind, das „uns“ geboren ist, war auch nicht der Kronprinz in Jerusalem. Zu der Siegesfeier (2) ist es nicht gekommen. Wozu kam es aber in Wirklichkeit? (Voigt)
  • Was am weitesten auseinander und am härtesten widereinander war – Gott und Mensch -, das wird in dieser Geburt eins. (Voigt)
  • Alttestamentliches Denken unterscheidet auch den Mächtigsten, den Messias, klar von Gott, der sein Auftraggeber ist. (Voigt)
  • Das NT sieht es so: Nicht „Fleisch und Blut“ (Eph 6,12), sondern unsichtbare Mächte des Verderbens bedrängen uns. Als Mitschuldige an der Verlorenheit der Welt befanden wir uns im Status der Angeklagten. … Aber das ist vorbei: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit“ (Gal 5,1), indem Er alles wegräumte, was zwischen mir und Gott gestanden hat. (Voigt)
  • Der Text weiß von mehr zu reden als von der Befreiung vom assyrischen Joch. Er spricht von dem Herrscher, der ein Friedensreich „ohne Ende“ aufrichtet (6). (Voigt)
  • Die Bemühung um den Frieden wird zunächst eine politisch- gesellschaftliche Willensbildung in allen Völkern der Welt sein, eine Sache auch der vernünftigen Behebung von Interessenkonflikten, der bewusst gewollten Entspannung und des Herrwerdens über politische Zwangsläufigkeiten. Gemeinsam mit den nichtchristlichen Menschen werden die Christen für den Frieden einstehen. (Voigt)
  • Es gibt noch eine andere Ebene. Wir würden das Spezifikum christlichen Glaubens und Hoffens verleugnen, wenn wir hier verneinten. Das „Friede auf Erden“ – in einem Atem mit dem „Ehre sei Gott in der Höhe“ – gehört zur Christuspredigt. Das Reich Jesu Christi ist zugleich die Herrschaft Gottes. … Christi Reich kommt wirklich. Nur indem wir es als ein streng zukünftiges glauben, wird es sich auch als gegenwärtiges erweisen. Es ist „nicht von dieser Welt“, also „ganz anders“. Aber es ist Wirklichkeit, die auf uns zukommt und auf die wir im Glauben zugehen. (Voigt)
  • Wer Jesus heute nicht nachfolgen will, wird auch dann nicht zu den Seinen gehören. Denn Jesu Friedensreich ist ein Reich der Freiheit. Dazu gehört dann freilich, dass Jesus – schon heute – uns regieren will (Lk 2,11b). … Wie geschieht das? (Voigt)
  • Wunder-Rat“ oder „ein Wunder an Ratgebung“: Der Titel bezieht sich auf die Beratung, die er mit dem Weltkönig pflegt (2Sam 16,23). Er steht in ständigem Gespräch mit Jahwe über die Regierung der Welt. Nicht einer, der nach seinem eigenen Kopf und in Willkür regiert, selbstherrlich und launenhaft. Er hört auf Gott, er tut nichts anderes, als was er den Vater tun sieht (Joh 5,19.30). (Voigt)
  • Starker Gott“ oder „Gott-Held“: ein gerade für israelitisches Denken gewagter Titel, denn der Unterschied zwischen Gott und Menschen darf nicht verwischt werden. … Die Stärke, in der dieser König regiert, ist nicht Menschenkraft, sondern Gottes eigenes Können und Tun (2Kor 4,7). Aber letztlich ist dies nichts anderes als eine Variation des „Wortes vom Kreuz. (Voigt)
  • Der vor dem ewigen Vater der Sohn ist, ist für uns der Ewig-Vater: ein Regierer, der väterlich mit den Regierten umgeht; der sie als die Seinen ansieht und darum liebhat. (Voigt)
  • Die Titel „Friedefürst“ will in weitem Sinne verstanden werden. „Schalom“ ist mit Friede nur unzulänglich übersetzt, denn das Wort bezeichnet den Zustand der Ausgeglichenheit, in dem die Ansprüche einer Gemeinschaft erfüllt sind, also ein Zustand, der nur im Schutz einer Rechtsgemeinschaft verwirklicht werden kann. (Voigt)
  • Es ist eindeutig Jahwe, der die Wende herbeiführt. Der „er“ in 8,23 ist Gott. Das „du“ in den Versen 2+3 redet Gott an. Keiner der Feiernden hat auch nur einen Finger krumm gemacht, um die Wende herbeizuführen. Wie am „Midianstag“ (3): die Rettung geschieht über Nacht, und es braucht gar nicht gekämpft zu werden (Richt 7,19-22). (Voigt)
  • Wenige hatten viel überwunden, und dies war nur durch Gottes Hilfe möglich (Richt 7). Der Eindruck blieb tief in Erinnerung haften. (Gradwohl)
  • „Wurde geboren – wurde gegeben (5): Wer steht handelnd hinter diesen Passiva? Der Gott, der in leidenschaftlichem Wollen sein Gutes auf die Erde bringt (6). (Voigt)
  • Gott hat Israel gezeigt, dass die Finsternis – die Urfinsternis vor dem Werden der Welt, wie auch die Finsternis in harter Sklavennot – zu weichen hatte vor dem Licht. Das war unerhört tröstlich und ermutigend. Es gab keinen Grund, an der Hilfe Gottes zu zweifeln, am Ende der Not zu verzweifeln. (Gradwohl)
  • Gott, der das Licht schuf, konnte diese Finsternis – jede Finsternis – beenden. Und wenn die Finsternis gewichen war, überwog die Freude am neu geschenkten Leben. Weil Er die Wende bewirkt hatte, war die Freude „eine Freude von Dir“ (2). Sie stand in Seinem Zeichen, sie war ganz auf Ihn ausgerichtet – voller Dank über die einzigartige Hilfe, die Er gewährt hatte. (Gradwohl)
  • Dem Herrn gilt die Freude wie der Dank. Gründe für diesen Dank sind viele. In unserem Text sind drei genannt, sprachlich werden sie durch „denn“ eingeleitet (3+4+5). (Gradwohl)
  • Der „Stock des Peinigers“ (3) ist für die Geprügelten Merkmal der verlorenen Menschenwürde. (Gradwohl)
  • Der von Gott inthronisierte Monarch Israels festigt seine Regentschaft durch die ethische Verhaltensweise, die die Bibel ihm auferlegt, oder er verspielt seinen Thron. Eine Alternative zum Recht gibt es nicht. (Gradwohl)
  • Die Enttäuschung über Hiskia, die die Weisen Israels empfanden, führte zur Verlagerung der jesajanischen Verheißung auf die eschatologische Ebene. Der Friedefürst ist nicht gekommen, doch seine Ankunft wird erfolgen, weil Gott zu Seinem Worte steht. Jes 9,1-6 rückt in die Nähe von Jes 2,1-5. (Gradwohl)
  • Wir stehen von der Verwirklichung dieser Verheißung weit entfernt. Nicht nur der Jude, der auf die Geburt des „Kindes“ noch wartet, selbst wenn diese Geburt vielleicht bereits einmal eingetreten ist. Auch der Christ, der in der Geburt „seines“ Kindes den Beginn eschatologischer Erfüllung erkennt. Das Gotteslicht strahlt nicht, die Finsternis auf Erden ist übermächtig. Keiner kann es bestreiten, auch wenn jeder es zutiefst beklagt. Doch eines ist dem glaubenden Menschen gewiss: dereinst wird das Licht erstrahlen und die Jochstange zerbrochen sein. (Gradwohl)
  • Wir haben unsern Gott nicht irgendwo. … Er bringt die Wende, Er bringt den Frieden; Er bringt auch, nein Er ist in Person die Gegenwart Gottes. So, wie seit dem Ereignis von Bethlehem, war Er vorher noch nie in der Welt. (Voigt)
  • Ganz anders ist Er gekommen, als wir dachten: Er kam in der Niedrigkeit des Fleischgewordenen, und eben damit war Seine Herrlichkeit in der Welt (Joh 1,14). (Voigt)
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