23-2 Die Liebe ist ausgegossen – Röm 5,1-5

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Röm 5,1-5(6-11)

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Wie sind wir gerecht geworden? Siehe Kontext!!
  • Beachte das einleitende Bindewort: „da“! 1
  • „gerecht geworden sind“ – Was ist damit gemeint?
    • Verdeutliche dir die grammatische Form dieses Verbes!
    • Was bedeutet dies für die Heilsgewissheit eines Christen?
  • Um welchen „Frieden“ geht es hier?
    • Bevor wir „Frieden mit Gott“ bekamen, wie war unser Verhältnis zu Gott gekennzeichnet?
  • Wie hat man die Worte: „durch unsern Herrn Jesus Christus“ zu verstehen?
  • Was ist „Zugang im Glauben“? 2
  • Was ist „ die Gnade, in der wir stehen“?
    • Warum steht hier „durch Ihn“?
  • Wie lässt sich die „zukünftige Herrlichkeit“ beschreiben?
    • Wo und wie rühmen (angeben?) sich Christen „der zukünftigen Herrlichkeit“?
    • Eigentlich rühmen sie sich nur „der Hoffnung …“!
      • Was heißt das?
    • Beachte das Futur: „die Gott geben wird“!
  • Beachte den Kontrast! 3
  • Wie ist das Wort „rühmen“ in diesem Zusammenhang zu verstehen?
  • Was sind Bedrängnisse bei Paulus?
    • Welche Bedrängnisse kennst du? Wie rühmst du dich ihrer?
  • Wieso bringt Bedrängnis Geduld hervor?
    • Was ist Geduld?
  • Was ist Bewährung? 4
    • Was hat Bewährung mit Geduld zu tun?
  • Was ist Hoffnung?
    • Beachte die Wiederholung aus Vers 2?
    • Ist immer die gleiche „Hoffnung“ gemeint?
    • Wie wird aus Bewährung Hoffnung? Funktioniert das wirklich?
  • Beachte „aber“! 6
  • Was meint „nicht zu Schanden werden“?
    • Wie macht die Hoffnung das?
  • Warum schreibt Paulus „denn die Liebe Gottes“?
  • Beschreibe die „Liebe Gottes“!
  • Ist „ausgegossen“ wörtlich oder bildlich zu verstehen?
    • Wo ist die „Liebe Gottes“ jetzt nach diesem Vers?
    • Wie wird sie konkret unter uns sichtbar?
  • Was meint Paulus mit dem Wort „Herz“?
  • Was meint „durch den Heiligen Geist“?
    • Wie geht das: „durch den Heiligen Geist“?
  • Wann wurde uns der Heilige Geist gegeben?
  • Wer hat ihn gegeben? Beachte das Passiv!
    • Woher wissen wir, dass uns der Heiligen Geist gegeben wurde?

 

  • Warum hat Paulus diese Verse für die Christen in Rom geschrieben?
    • Was wollte er ihnen durch diese 5 Verse sagen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • Die Verse 6-11 sind so etwas wie ein Kommentar zu den Versen 1-5. … Mit 5,1 beginnt ein neuer Abschnitt der darlegt, dass in der Gabe der Rechtfertigung alle anderen Gaben enthalten sind. (Voigt)
  • Nun ist vom „Christen“ die Rede. Wie steht es um ihn, wie lebt er, was besitzt er? … Die neue Gemeinde stand neben der jüdischen Gemeinde im Leben der Nationen. Sie sagte neue und große Dinge von Gottes Taten – musste das nicht an ihr selbst sichtbar werden? „Wirklichkeit“ kommt von „Wirken“. (de Boor)
  • „Friede“ meint nicht den „Herzensfrieden“, die „Ausgeglichenheit des Gemüts“, sondern das neue Verhältnis zu Gott, nämlich das Ende der Feindschaft (5,1;8,7; Kol 1,20; Eph 2,14). (Voigt)
  • „Zugang“ meint den ungehinderten Zugang zum Heiligtum als der Stätte der Gegenwart Gottes. (Voigt)
  • „Gnade“ meint hier ein stehen in der Gnadenmacht. (Voigt)
  • Es gibt auch gutes „Rühmen“. Hier: Wir rühmen uns der – uns einst fehlenden, 3,23, nun aber – erhofften Gottesherrlichkeit. (Voigt)
  • „Wir wissen“ (Glaubenserfahrung und –erkenntnis, ohne Beweis, ja gegen die sichtbare Wirklichkeit) leitet einen „Kettenschluss“ ein. … Der Kettenschluss will nicht Stufen des Glaubens konstatieren, sondern die Rechtfertigung auffächern. (Voigt)
  • Die Liebe Gottes (5) ist, wie 6-11 klar zeigen, nicht unsere Liebe zu Gott, sondern Gottes Liebe zu uns. (Voigt)
  • Der Text spricht von gelebter Rechtfertigung. … Das ist der Generalskopus der gesamten neutestamentlichen Verkündigung. (Voigt)
  • Heutzutage könnte es gut sein, dass wer von der Rechtfertigung spricht, auf eine Frage antwortet, die niemand stellt. … Aber Gott ist nicht dadurch erledigt, dass wir Ihn aus den Augen verlieren oder gar abschaffen. (Voigt)
  • Die Frage nach unserem Verhältnis zu Gott ist die erste und wichtigste geworden. Frieden – schon dass ist Durchbruch durch die Sünde. … Hier „haben“ wir etwas, was Juden und Heiden nicht kannten. Erst und nur „durch unseren Herrn Jesus Christus“ kann man das haben. (de Boor)
  • Im Ruhm äußert sich das tragende Existenzverständnis. Der Mensch spricht darin aus, wem er gehört. (Voigt)
  • Der Pharisäer rechtfertigte sich selbst vor Gott. Der moderne Mensch rechtfertigt sich selbst – vor wem und warum? Er hat Gott aus dem Gesichtskreis verloren, aber vor einem leeren Thron unterzieht er sich der größten Anstrengungen. Solche Anstrengung hat weithin die Form der Leistung. (Voigt)
  • “gerecht geworden“ – das erste Wort unseres Kapitels bezeichnet die im Glauben gegebene Situation und damit auch die Ausgansposition für alle weiteren Überlegungen. (Voigt)
  • Gott hat einem heillosen Zustand ein Ende gemacht. Wir waren „schwach“ (6). Wir waren „gottlos“ – hier erkennt man den Abfall des Geschöpfs von seinem Schöpfer, das Sichlossagen, den aufrührerischen Selbständigkeitsdrang, die Selbstüberschätzung der Kreatur. Wir waren „Sünder“ (8) – man denke an 3,10-18 oder auch an 1,21-25. Wir waren „Feinde“ Gottes (10) – standen auf der anderen Seite, nämlich der der bösen „Engel“, „Herrschaften“, „Mächte“ der Finsternis. Wir haben mitgeholfen Gottes Welt zu verderben und sein Herrenrecht zu negieren. Gott könnte seinen Zorn „ausgießen“ (Jes 42,25) und uns damit „überschütten“ (Klagel 2,1). Stattdessen hat er seine „Liebe ausgeschüttet“ – hinein in unsere Herzen. Seltsame Reaktion Gottes auf die Empörung seiner Menschen! (Voigt)
  • Völlig unabhängig von uns hat Gott uns in seiner Liebe zurückgewonnen. (Voigt)
  • Rechtfertigung: ein Geschehen „ohne uns“, freilich dann angeeignet im Glauben, in dem vertrauensvollen Eingehen auf Gottes gnädige Initiative. (Voigt)
  • Wir müssen die Wahrheit ganz neu lernen: Auch da, wo Gott sich in Gnaden naht, muss erst der Ruf ertönen: „Tritt nicht herzu! Hier ist heiliges Land!“ (2Mo 3,5). Wir brauchen den, der „uns hinführt“ (1Petr 3,18), und auch der kann es nur durch Sterben und durch Bluten. (de Boor)
  • Jesus ist in Wahrheit, wie er selbst sagt, „die Tür“, die einzige rechtmäßige und offene Tür „zu dieser Gnade“. Wir „haben den Zugang“ durch Jesus „bekommen“. Paulus schreibt hier das jubelnde Perfekt. (de Boor)
  • Rechtfertigen und versöhnen bedeuten inhaltlich dasselbe. (Voigt)
  • Frieden mit Gott haben ist dasselbe wie „in der Gnade stehen“. (Voigt)
  • Gott hat seine Liebe ausgeschüttet! Abhängigkeit ist sonst in der Tat ein misslicher Zustand: wenn man nicht darf oder kann, wie man will, weil ein anderer über einen verfügt und einen spüren lässt, wie viel Macht er hat. In der Gnade stehen, das bedeutet weder nicht zu dürfen noch zu können, sondern das genaue Gegenteil. Die Abhängigkeit von Gott gibt Spielraum und macht aktiv! Da muss man nicht Widerstände überwinden und sich gegen Feindliches durchsetzen, sondern man lebt in dem Wissen, geliebt zu sein. (Voigt)
  • Mein Gott liebt mich: „ Du bist mir kostbar – ich nehme dich ernst, wie kein Mensch dich ernst nehmen kann – ich achte dich hoch – du hast ja einen guten Freund, den besten, den einer haben kann, und der steht für dich ein und bürgt mit seiner ganzen Person für dich.“ Das ist, wenn man so will, die Atmosphäre, in der ich leben darf. Frieden mit Gott: Da ist nichts mehr zu bereinigen. (Voigt)
  • Friede bedeutet freier Zugang! … Denken wir zunächst einfach an den Gottesdienst. Soll man kommen? Muss man kommen? Überwindet man sich zu kommen? Wenn ja, aus welchen Beweggründen kommt man? Fragen solcher Art entstehen alle aus einer irrigen Grundeinstellung. Es ist ein Wunder, dass wir kommen dürfen. (Ps 15; 24,3ff) Die Torliturgie des Alten Bundes weiß davon, was für ein Unternehmen es ist, sich in die Nähe Gottes zu wagen. (Voigt)
  • Wann und wo auch immer: Gott ist für uns zu sprechen. (Voigt)
  • Gelebte Rechtfertigung ist Leben in dieser ständig uns sich schenkenden Nähe des Gott-für-uns. Der Text lässt keinen Zweifel daran, dass diese sich uns zuwendende Liebe Gottes die in Christi Kreuz sich ereignende Feindesliebe Gottes ist (10), also etwas Erstaunliches, nicht zu Erwartendes, ja geradezu etwas Unnormales. Aber von dieser nur als Wunder möglich gewesenen und faktisch gewordenen Liebe Gottes leben wir. (Voigt)
  • Im heilen Gegenüber zu Gott, in der ungetrübten Gemeinschaft mit Ihm, haben wir die Gottebenbildlichkeit – jetzt jedoch nur in der paradoxen Verborgenheit der Anfechtungssituation, künftig ohne Verhüllung und Brechung im Schauen Gottes von Angesicht zu Angesicht. (Voigt)
  • Unser „Stolz“ beruht also nicht nur auf dem, was ist, sondern auch auf dem, was kommt und sein wird. (Voigt)
  • Jetzt geht es um unsere eigene Zukunft. … Christen haben das Beste und Schönste immer vor … Sie sehen das Alte als das zu Überwindende, zu Überholende und Abzulegende an. Sie freuen sich auf das, was sein wird. Dies macht sie bereits im Zustand des Wartens froh und aktiv. (Voigt)
  • Einer hat einen Partner fürs Leben gefunden: Die Zeit der Vorfreude auf das gemeinsame Glück macht die Zeit des Wartens (wenn denn die Beiden sich nicht selbst um diese Zeit betrügen) zu einer kostbaren Zeit – nicht etwa nur des Noch-Entbehrens, sondern des Glücklichseins in der Vorfreude. (Voigt)
  • Niemand kann wirklich leben, es sei denn, er hofft. Fragt sich nur worauf. Der Christ hofft auf die Doxa (Herrlichkeit) Gottes. (Voigt)
  • Wir haben noch nicht die Herrlichkeit Gottes, weil wir nur „die Erstlingsgabe des Geistes“ (8,23) besitzen. Darum ist „Hoffnung“ ein wesenhafter Bestandteil des Glaubenslebens. Diese Richtung nach vorwärts, dieses Leben zur Zukunft hin kennzeichnet den Christen des Neuen Testamentes und unterscheidet ihn mächtig von der üblichen Gestalt des Christen unserer Tage. Der bemüht sich entweder ein „Gegenwartschrist“ zu sein, oder er lebt wesentlich von der Erinnerung an die einstigen Taten Gottes. Der Mensch des NT ist erfüllt von der „Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes“. (de Boor)
  • Dass es dem Frommen gut gehen müsse, ist ein Postulat einer naiven werkebezogenen „Frömmigkeit“, an der mancher Psalmsänger, Hiob und seine Freunde und viele, viele andere zuschanden geworden sind. Man kann nicht einmal sagen, dass Christen zwar von außen angefochten, innen aber unerschütterlich sind und alles, was ihnen begegnet, mit der Überlegenheit des in Gott verwurzelten Menschen tragen. Christen müssen den schweren Weg ihres Herrn gehen. (Voigt)
  • Die Texte der Passionszeit stehen unter dem Generalthema der Nachfolge des Gekreuzigten. Zu „retten“ gibt es da noch viel. Die 7. Bitte des Vaterunsers kommt aus dieser Situation. (Voigt)Werden wir so geliebt (10f), dann ist die Situation der Drangsale nicht unsere letzte Situation. Christliche Hoffnung erwächst aus der Gotteserfahrung, die wir in Jesu Kreuz und Auferstehung gemacht haben. (Voigt)
  • Man kann auf Trübsale, wenn sie einem zugedacht und aufgegeben sind, gewissermaßen stolz sein. … Soviel ist klar: Wo Menschen leiden, ist es an uns, nach Kräften diese Leiden zu beheben, sei es auch unter eigenen Opfern. (Voigt)
  • Christen halten am Rühmen nicht nur „in“ den Drangsalen fest, sie „Rühmen sich auch der Drangsale“. (de Boor)
  • Von Ferne ahnt man, was es zu bedeuten hat, dass Christus uns die Zeit zwischen seinem ersten und seinem letzten Kommen zumutet. (Voigt)
  • Gott hat uns, die Schwachen, die Gottlosen, die Sünder, die Feinde so geliebt, dass er einen schweren Weg zu gehen auf sich genommen hat. Wir sind gefragt, ob wir in dieser Geschichte des opferreichen Nachgehens und Werbens um uns nicht einen Anlass sehen, auch unsererseits Liebe zu gewähren. (Voigt)
  • Für Paulus bringt Trübsal die Möglichkeit mit sich, Gott im „Drunterbleiben“ zu ehren. … „Drunterbleiben“ (Bewährung) ist in gewisser Weise der Echtheitstest, dem ein Christ sich willig unterziehen wird, wenn er damit seinem Gott und Herrn zeigen kann, ob er es mit ihm ernst meint. (Voigt)
  • Christen wissen, dass gerade „Geduld“ über die menschliche Leistungsfähigkeit hinausgeht und göttliche Kraft offenbart. (de Boor)
  • Weil sich die Hoffnung auf diesen Herrn (Jesus) richtet, wird sie nicht zuschanden. (Voigt)
  • Was hier steht (3-5a), ist ein wunderbares Angebot unseres Herrn, auf das wir nur im Glauben eingehen möchten. … Es wird sich bewähren, wenn wir die durch den Heiligen Geist in unser Herz ausgegossene Gottesliebe an uns heranlassen. (Voigt)
  • Paulus formuliert (5b) nicht, wie wir automatisch lesen „ausgegossen in unsere Herzen“, sondern „in unseren Herzen“. Durch diese kleine Änderung der Wortkonstruktion ist das Bild abgewehrt, als sei unser Herz ein Gefäß, in dem nun die „eingegossene Liebe“ zu finden sein müsse, als eine Art geistlicher Substanz. Wie die folgenden Verse zeigen, ist die Liebe Gottes an dem sterbenden Christus und nur an ihm zu erfassen. Der Heilige Geist lässt sie uns dort so wirklich und persönlich sehen und ergreifen, dass sie nun „in unseren Herzen“ ist als Besitz des Glaubens. (de Boor)
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