28-1 Die Fußwaschung – Joh 13,1-15

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Joh 13,1-15(34-35)

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Was weißt du über das Passafest? 1
    • Wodurch entstand es?
    • Was war der Sinn dieses Festes?
    • Wie wurde es gefeiert?
  • Woran mag Jesus seine Stunde „erkannt“ haben?
  • Wie ist das Wort „Vater“ in der Bibel gefüllt?
  • Welche verschiedenen Bedeutungen für das Wort „Welt“ gibt es?
  • Für „lieben“ steht hier beide Male „Agape“!
    • Was bedeutet das?
  • Ist hier einfach irgendein „Abendessen“ gemeint, oder ein bestimmtes?   2
  • Ist Judas ein unschuldig Verführter?
  • Wieder das Wort „wissen, kennen“ vergl. die Verse 1.11.35! 3
  • Was alles „wusste“ Jesus über sich?
    • Was hätte Jesus alles tun können?
    • Warum ist es wichtig, dass Jesus seinen Ursprung und sein Ziel wusste?
  • Beachte das Bindewort „da“! 4-5
    • Gibt es einen Zusammenhang zwischen „wissen“ und (der Fähigkeit zu) „tun“?
  • Was ist der Unterschied zwischen „Obergewand“ und „Schurz“?
  • Beachte: Anscheinend wurde kein Wort gesprochen!
  • Warum hält Petrus die Stille nicht aus? 6
    • Warum betont Petrus das „du mir“?
    • Was bedeutet das Wort „Herr“?
  • Liegt die Betonung auf „jetzt“ und „später“ oder auf „Ich“ und „du“?   7
  • Warum wehrt Petrus sich so stark gegen die Fußwaschung? 8
    • Warum antwortet Jesus so ernst?
    • Was will Jesus, dass Petrus und die Jünger durch diese Handlung verstehen?
  • Warum will Petrus jetzt die Vollwäsche? 9
  • Warum widersteht Jesus dem Petrus immer noch? 10
    • Was sollte Petrus erkennen?
  • Wann und wie wurden die Jünger „gewaschen“?
  • Was meint „ganz rein“?
  • Warum ist Johannes der letzte Satz in Vers 10 so wichtig, dass er ihn im Vers 11 kommentiert?   11
  • Nach dem Anschauungsunterricht kommt die Belehrung! 12
    • Weißt du, was Jesus da getan hat?
    • Und warum er es getan hat?
  • Was bedeutete damals der Titel „Meister“? 13
  • Warum hebt Jesus seine Titel in diesem Zusammenhang hervor?
  • Ist das zweite „Füße waschen“ bildlich gemeint? 14
    • Wenn ja, wie ist es dann zu verstehen?
  • Beachte die Bindeworte „wenn“ und „so“!
    • Was will dieser Satzbau den Lesern sagen?
  • Was meint Jesus mit dem Wort „Beispiel“? 15
  • Beachte die Worte „damit“ und „wie“!
    • Was meint dieses „wie“?

 

  • Wieso ist das „neue Gebot“ ein neues Gebot? 34
    • Was heißt „untereinander lieben“?
  • Beachte das Wörtchen „wie“!
  • Beachte das Bindewort „damit“!
    • Warum ist Jesu das „einander lieben“ wichtig?
  • „Daran“ – Woran wird man was erkennen? 35
    • Suche verschiedene Beispiele, um das für uns heute deutlich zu machen!
  • Wer ist „jedermann“?
  • Was meint das Wort „Jünger“?
    • Wann ist ein Christ ein Jünger?
  • Beachte das Bindewort „wenn“!
  • Was muss man haben, um „Liebe“ zu haben?
  • In welchen Versen kommt das Wort „Liebe“ oder „lieben“ vor?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • Für Johannes wurde das Erlebnis der Fußwaschung so wichtig, dass er, der uns nur ganz wenige Begebenheiten aus den Leben seines Herrn erzählt, dieses Erlebnis weitergibt, damit wir Jesus kennenlernen. Er, der uns ein paar Kapitel letzte Aussagen, Abschiedsworte niedergeschrieben hat, die die Jünger stärken sollen in der Zeit, wenn ihr Herr nicht mehr sichtbar unter ihnen ist, der gleiche setzt über alle Abschiedspredigt als Überschrift diese peinliche Geschichte. Er sagt damit: Seht, so ist unser Herr Jesus! So wie er hier geschildert wird, hat er gehandelt. (Dürr in Ristow)
  • Mit 13,1 beginnt der Abschnitt, der biografisch gesehen der Gründonnerstagnacht zugehört (bis 18,1). Sachlich enthält er das letzte Vermächtnis des Scheidenden: Fußwaschung, Entlarvung des Verräters, Abschiedsreden und das Hohepriesterliche Gebet. (Voigt)
  • Die Fußwaschung selbst scheint unter zwei Gesichtspunkten gesehen zu sein: Sie ist Zeichenhandlung, die Jesu Selbsthingabe für seine Jünger anzeigt und deutet (4-11), und sie ist Vorbildhandlung, die das Gesetz des Dienens für die Gemeinde Jesu veranschaulicht (12ff). (Voigt)
  • Der Gründonnerstag ist nach Johannes der Tag vor dem Beginn des Passafestes, also der 13. Nisan (vgl. 18,28). (Voigt)
  • Jesu „Stunde“ (1) ist da ( vgl. 2,4; 7,30; 8,20; 12,23; auch 7,1), sein „καιρος“ (7,6.8). (Voigt)
  • Der Einspruch des Petrus (6) lässt erkennen, wie unerhört der Vorgang ist. … Alles hängt daran, dass Petrus sich diesen Dienst gefallen lässt. (Voigt)
  • Das Geschehen der nächsten Stunden wird von „oben“ her bestimmt sein (1). (Voigt)
  • Der Sohn Gottes ist erschienen, die Werke des Teufels zu zerstören (1Joh 3,8). Es kommt zu einem „wunderlichen Krieg“. Beide Seiten werden aktiv, Gott und der Widersacher. Die Spannung nimmt zu, es kommt zur „Krisis“ im mehrfachen Sinn des Wortes (vgl. 12,31; 3,19; 5,22). Jesus wird zwischen den Mühlsteinen zerrieben werden, aber gerade so gelangt er zu seiner göttlichen Herrlichkeit. (Voigt)
  • Der das letzte Wort über alle und alles spricht (5,22), ist in der Mitte der „Seinen“, seiner Jüngergemeinde. (Voigt)
  • Die „umständliche“ Erzählung in den Versen 4-5 ist stark in der Aussage. Es fällt kein Wort. Zug um Zug wird berichtet, was Jesus tut. Er erhebt sich vom Liegepolster – was hat er vor? Das Würde anzeigende orientalische Obergewand legt er ab, wie man tut, wenn man sich zu körperlicher Arbeit anschickt. Er bindet sich einen Schurz um – was soll das? Er gießt Wasser in ein Becken und „fängt an“, seinen Jüngern nacheinander die Füße zu waschen und abzutrocknen. Eine langwierige, schweigsame Prozedur. (Voigt)
  • Man muss annehmen, dass das übliche Waschen der Füße erfolgt ist, ehe man sich zu Tische legte. So ist, was Jesus tut, von vornherein als Zeichenhandlung erkennbar. (Voigt)
  • Sie will sagen: Jesus übernimmt die Rolle des Sklaven. … Der Herr aller Herren macht sich zum Sklaven. Wer einmal entdeckt hat, wer dieser Jesus ist, und ihn so handeln sieht, der muss den Atem anhalten. Unser Gott und Herr dient uns, indem er sich aufs tiefste erniedrigt. (Voigt)
  • Nicht: Durch dienen wird die Welt erlöst. Sondern: Das eine, unverwechselbare, unvergleichliche Rettungswerk Jesu Christi wird uns hier als ein Dienst verständlich gemacht. (Voigt)
  • Nicht, dass Menschen sich zu einer Dienstgesinnung bekehren, bringt die heilsame Wende, sondern dass Gott unser Diener wird! (Voigt)
  • Gott könnte, um sich in seiner Welt durchzusetzen, seine Überlegenheit spielen lassen. Er könnte niederwalzen, was sich gegen ihn auflehnt. Er könnte Vergeltung üben, wo sich die Kreatur schuldig macht. Das wäre im Sinne des „Gesetzes“ gedacht. Das „Evangelium“ sagt anders: „Wie er die Seinen geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende (1). (Voigt)
  • Die ihn nicht erkannten und nicht aufnahmen (1,10f), die hat er geliebt, um die hat er sich gemüht, für die hat er sich vor den Menschen demütigen lassen, von denen hat er sich wegschicken und beleidigen, enttäuschen und belächeln lassen – und er hat sie doch und immer weiter geliebt. Die Liebe verträgt alles, glaubt alles, hofft alles, duldet alles: Das ist Jesu Liebe. Mit dieser Liebe hat er uns „zu Ende geliebt“ (1). Das Kreuz ist diese Liebe in ihrer letzten Konsequenz. (Voigt)
  • Dieses Zu-Ende-Lieben soll durch die Zeichenhandlung dargestellt sein. (Voigt)
  • Wenn die Taufe ein dienendes Handeln des dreieinigen Gottes an uns ist, dann ist das nachfolgende Erkennen (7) keinesfalls anzufechten. (Voigt)
  • Alle unsere Versager, Verirrungen und Einbrüche vermochten uns nicht davon zu überzeugen, dass es ohne Ihn nicht geht. … Es fällt so schwer, auf Ihn angewiesen zu sein. „Nimmermehr sollst Du mir die Füße waschen!“ Aber Petrus muss lernen, dass dies die einzig mögliche Verbundenheit mit Jesus ist: Seinen Dienst annehmen. Das heißt dann auch: Alle Hoffnung zu Gott darauf gründen, das Jesus „zu Ende geliebt“ hat. Es ist beim heiligen Mahl nicht anders: „Anteil“ an Jesus haben wir einfach im Annehmen dessen, was Er gibt. (Voigt)
  • Petrus ist in Wahrheit ein „Gebadeter“, einer also, der ein für allemal (dies ist der Sinn der Perfektform) ganz gewaschen ist. Selbst wenn Johannes hier nicht auf die Taufe anspielen wollte, er musste damit rechnen, dass seine Leser ihn so verstehen würden. (Voigt)
  • Jesu Werk hat seine Gültigkeit auch für den Verräter und für alle anderen, die Jesus enttäuscht haben und enttäuschten. (Voigt)
  • Hat Jesus dem Judas die Füße gewaschen, dann wird er mich in der Reihe nicht übergehen! (Voigt)
  • Der Text spricht nicht nur von dem, was der Herr für die Seinen getan hat und was auch nur er für sie tun konnte; er spricht auch von dem, was – in seiner Nachfolge – die Seinen untereinander tun sollen. (Voigt)
  • Der Nachvollzug der Fußwaschung in liturgischer Form findet in der römisch-katholischen und orthodoxen Kirche am Gründonnerstag statt. … Luther hat solche Bräuche wegen der Verführung zur Heuchelei abgelehnt. (Voigt)
  • „Einander“ (14): Jesu Beispiel bestimmt die Art, wie man innerhalb der christlichen Gemeinde miteinander umgeht. (Voigt)
  • Wir sahen: Der ganz groß ist – das All ist in seiner Hand -, wird ganz demütig und niedrig. Und wir, die wir nicht viel Grund haben, uns zu rühmen, halten demütigen Dienst am andern für unter unserer Würde. (Voigt)
  • Was könnte sich unter uns ereignen, wenn wir die Diakonie nicht den dafür vorhandenen Institutionen und den ihnen zugehörigen Spezialisten überließen, sondern mitten in der Gemeinde spontanes Dienen übten. (Voigt)
  • Mit dem Sehen fängt es an, mit dem Voneinander-Wissen, mit dem Achtgeben auf den Mangel und die Schwierigkeiten des anderen. Zeit müsste man haben – Hand aufs Herz: Für das, was uns am Herzen liegt, haben wir Zeit! (Voigt)
  • Hingehen sollten wir, auch wenn es dort stinkt, und zufassen, auch wo es schwer wird. (Voigt)
  • Der, dem wir beistehen wollen, ist vielleicht unzulänglich, schrullig, unerzogen, verbittert, undankbar; kurz – alles andere als attraktiv. Aber man bedenke: Bei der Fußwaschung hat Jesus sogar den Judas nicht übersprungen. (Voigt)
  • Unser ständiges Verlangen, aus Werken gerechtfertigt zu werden, bringt uns gegeneinander auf. (Voigt)
  • „Nur dienen wollen“, das würde unser Denken, Reden, Tun und Lassen versachlichen, vom egoistischen Eifer reinigen, und uns miteinander verbinden. Es würde alles so viel leichter, wenn sich in das, was wir tun, nicht immer wieder die giftige Motivation unseres Eigeninteresses mischte und wenn wir nicht immer, auf Schritt und Tritt, fürchten müssten, ebendieses Interesse im anderen zu verletzen. (Voigt)
  • „Einander“ die Füße waschen! Keiner von uns ist für sich selbst da. (Voigt)
  • Wenn ich – wie Petrus am Ende es getan hat – seinen Dienst annehme, mich von ihm lieben lasse „bis ans Ende“, dann entsteht auch in mir das Muss einer neuen Freiheit. (Voigt)

 

  • Das Wissen darum, dass die Stunde seiner Erhöhung da ist, ist für Jesus Anlass, den „Seinen“ seine Liebe in letzter Fülle und Deutlichkeit kundzutun. Das alles liegt in dem „bis ans Ende“. (Spörri)
  • Die Liebe des Herrn ist die gewaltige Klammer, die diese Welt mit der Welt des Vaters verbindet. (Spörri)
  • Während Jesus sich dem ungläubigen und verblendeten Volk entzieht (12,36), bleibt er liebend bei den Seinen bis zur letzten Stunde seines irdischen Lebens (19,25-27). (Spörri)
  • Das Ringen Jesu um Israel ist abgeschlossen und hat sich trotz der Begeisterung des Volkes bei dem Einzug Jesu in Jerusalem als vergeblich erwiesen. (de Boor)
  • Über den „Seinen“ liegt ein Geheimnis. (de Boor)
  • Bis ans Ende ist nicht dasselbe wie „bis zum Schluss“. Im griechischen Wort „Ende“ steckt das Wort Ziel und Vollendung. (Spörri)
  • Es wird nicht zufällig sein, dass das Wort „telos = Ende“ in dem letzten Ruf Jesu am Kreuz „tetelestai = es ist vollbracht“ wiederkehrt (19,30). (de Boor)
  • Johannes gebraucht die gleichen Worte für das Ablegen und Wiederanziehen der Kleider (V. 4 und 12) wie für das Hingeben und Nehmen des Lebens (10,17), und es ist nicht von der Hand zu weisen, dass er gerade so zeigen will, dass das Tun Jesu hier bis in alle Einzelheiten hinein Gleichnischarakter hat. (Spörri)
  • Das Petrus die Gleichnishandlung Jesu nicht als solche erkennt und darum auch nicht zu deuten vermag, ist auch ein Gleichnis für alles menschliche Nichtverstehen der göttlichen Gedanken. (Spörri)
  • Petrus empfindet das Unmögliche der Situation so tief, dass er nicht schweigen kann, dass er sich auflehnen muss. Und doch ist es eben „Auflehnung“ gegen den, den er in gleichen Atemzug „Herr“ nennt. Es liegt darin jener verborgene Stolz des Menschen, der es nicht ertragen kann, dass um seinetwillen der „Heilige Gottes“ so tief erniedrigt werden und solchen „Dienst“ tun muss. (de Boor)
  • Der Glaube ist zunächst ein Annehmen dessen, was Jesus tut, einfach aus der Zuversicht heraus, dass es Jesus ist, der es tut, ohne Einsicht in warum und wozu. Aber solches Annehmen führt später zum Verstehen. (Spörri)
  • „Ich glaube, um zu verstehen.“ – Anselm von Canterbury
  • Auch im innersten Kreise der mit Christus Verbundenen wird kein Glaubensschritt getan, ohne dass Menschengedanken mit Gottesgedanken zunächst Krieg führen. Der Meister bringt uns erst dazu, die Waffen zu strecken, indem er uns erschrecken lässt vor der Möglichkeit, ihn wieder zu verlieren, weil wir eigene Wege gehen. (Spörri)
  • Wir können Jesus Christus nur unser nennen, wenn wir uns seine Erniedrigung zum Sklavendienst an uns gefallen lassen, dass heißt aber zugleich, er als der Herr kann mit uns umgehen, wie es ihm gefällt. (Spörri)
  • Das zweimalige „wissen“ am Anfang (1 und 3) und das „er kannte“ am Schluss (11) (griech. auch „wissen“), umklammert das „du weißt nicht“ (7) in der Mitte. (Spörri)
  • Wir Nichtwissenden sind vom Wissenden umfasst und gehalten. Das ist Jüngerschaft, dass der Nichtwissende sich dem Wissenden im Vertrauen übergibt und sich führen lässt. (Spörri)
  • Man darf wohl beachten, dass die Fußwaschung gerade auf den Königseinzug in Jerusalem folgt. à Der König in der Knechtsschürze! (Spörri)
  • Die Zurückschauenden, die in der Rückschau zu versinken drohen, werden durch das Gebot (34) vorwärts gerichtet. Die, welche wehmütigen Herzens am Bisherigen hängen bleiben möchten, werden auf das Neue hingewiesen. (Spörri)
  • Jesu Liebe zu den Seinen ist die einmalige Offenbarung der göttlichen Liebe, und es beginnt eine neue, eben die endgeschichtliche Epoche mit einem neuen Gesetz, mit der neuen Lebensordnung. (Spörri)
  • Im engsten Satzgefüge ertönt viermal das Wort „lieben“ oder „Liebe“ (35). So werden die Jünger von ihrem Meister gleichsam eingetaucht in die Atmosphäre seiner Liebe. (Spörri)
  • In den Stunden, in denen im Tempel tausende von Passalämmern geschlachtet werden und bluten, stirbt draußen vor der Stadt das wahre Lamm Gottes am Kreuz, unerkannt von den Menschen, aber wirksam mit seinem Blut für alle Sünden aller Zeiten. (de Boor)
  • Jesus scheint der „Passive“, der Ohnmächtige, Gebundene, Duldende zu sein, während alle andern in eifriger Tätigkeit sind: der Hohe Rat, Judas, der Teufel (2). Und doch liegt die ganze Zeit und Ewigkeit umfassende Entscheidung nicht bei diesen großen Akteuren, sondern in den gebundenen, ans Kreuz genagelten Händen (3). (de Boor)
  • Wir sind gewohnt, in der Antwort Jesu (/9 vor allem den Gegensatz von „jetzt“ und „später“ herauszuhören. Im Griechischen ist aber durch die ausdrückliche Nennung des „Ich“ und des „Du“ ein ganz anderer Gegensatz in den Vordergrund gestellt. (de Boor)
  • Der schuldige, unheilige, befleckte und bis ins Herz verdorbene Mensch ist von Gott radikal geschieden und hat keine Gemeinschaft mit Gott. … Wer diese Wahrheit nicht erkennt und anerkennt, versteht das Evangelium nicht. (de Boor)
  • „Ihr seid rein“: Das ist eine kühne Vorwegnahme dessen, was erst durch das Kreuz Wirklichkeit wird. (de Boor)
  • Das reinigende und rettende Werk Jesu kann vergeblich bleiben, sogar an einem Menschen, der im steten Umgang mit Jesus lebt (8). (de Boor)
  • Weil der Lehrer und Herr den Sklavendienst tut, können die Jünger sich nicht weigern, einander zu dienen. (de Boor)
  • So wie der Dienst Jesu einzigartig war, so ist es auch der Dienst der Jünger füreinander. … Nur Erlöste und wahrhaft Gerettete „können“ diesen Dienst tun. (de Boor)
  • Die Jünger sind nicht verlassen, sie haben „einander“ (34) und haben in diesem ihrem Miteinander die Hilfe, die Freude, den Halt, das Ziel. Freilich, nun kommt alles darauf an, das sie „einander lieben“. (de Boor)
  • Das „neue Gebot“ ist nicht das „elfte Gebot. … Es ist insofern „neu“, als es so an die Stelle der vielen Gebote tritt, unter denen die Jünger bisher lebten. … Aber es ist auch wieder nicht „neu“ (1Joh 2,7), sondern es ist das „alte Gebot“, das den ursprünglichen und ewigen Willen Gottes zeigt. (de Boor)
  • Das „wie“ (34) seiner Liebe ist vor allem durch eins gekennzeichnet: Sie wird nicht gehindert durch die Verkehrtheit, Schwachheit und Erbärmlichkeit seiner Jünger. Im Gegenteil, gerade dann wächst sie zu ihrer ganzen Tiefe und Gewalt, die am Kreuz offenbar wird. So soll auch unsere Liebe zueinander an der Not und Schuld des andern nicht erlahmen, sondern gerade hieran den Anstoß zum vertieften Lieben finden. (de Boor)
  • Aus der neuen Gnade des neuen Bundes entsteht ein neues Gebot. (Schlatter in de Boor)
  • Die Bruderliebe ist die grundlegende Vorbedingung aller Wirksamkeit der Gemeinde Jesu nach draußen. (de Boor)
  • In der Liebe der Jünger untereinander stoßen die Menschen auf eine unbezweifelbare Wirklichkeit, die sie aufhorchen lässt. (de Boor)
  • Wie lange braucht ein Mensch, um ein Jünger zu werden – wie lange braucht ein Mensch, um ein Jünger zu sein? (Siegfried Fietz)
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