68-6 Lernt Gutes tun – Jes 1,10-20

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Jes 1,10-20

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Beachte den Textzusammenhang!
  • Wer wird hier im Vers 10 nach V.8+9 angeredet? 10
  • Wer ist der Herr?
    • Was bedeutet der Name „Jahwe“?
    • Wie lautet Jahwes Wort?
  • Wer sind die Herren von „Sodom“ und das Volk von „Gomorra“?
  • Was versteht das AT unter dem Wort „Weisung“?
  • Um welche „Menge von Opfern“ geht es? 11
    • Welche Opfer gab es?
    • Wofür und weshalb wurden sie geopfert?
    • Warum mag Gott die Opfer nicht?
  • Was sind Brandopfer?
    • Wozu braucht es beim Opfern „Fett“ und „Blut“?
  • Was meint Gott mit „Ich bin satt“?
    • Warum ist Gott „satt“?
  • Wohin kam das Volk, „um vor Gott zu erscheinen“? 12
    • Warum kamen sie zu Jahwe?
    • Warum sagt Gott, dass sie Seinen Vorhof „zertrampeln“?
  • Warum sagt Gott, dass die Opfer „vergeblich“ sind? 13
    • Warum bezeichnet Er die Opfer als ein „Gräuel“?
      • Was ist ein Gräuel?
    • Was ist mit Neumonden und Sabbaten gemeint?
    • Wie gehören „Frevel“ und „Festversammlung“ zusammen?
      • Was ist mit „Frevel“ gemeint?
      • Um welche Festversammlungen geht es?
      • Was genau mag Gott nicht?
    • Hat Gott eine Seele? Was will der Ausdruck sagen? 14
    • Warum gefallen Gott die Feste zu seiner Ehre nicht?
      • Was ist Gott „lästig“ und macht ihn „müde“?
      • Was will Gott nicht „(er)tragen“?
    • Warum breiteten die Israeliten ihre Hände aus? 15
      • Warum haben die Israeliten „viel gebetet“?
    • Warum reagiert Gott so?
    • Beachte das begründende Bindewort: „denn“!
      • Wieso sind die Hände der Israeliten voll Blut?
      • Welches Blut ist hier gemeint?
    • Was schlägt Gott ihnen an konkreten Handlungen vor? 16-17
      • Wie sollen sie sich waschen und reinigen?
      • Wie kann man die bösen Taten aus Gottes Augen räumen?
      • Von welchem Bösen sollen sie ablassen?
      • Gibt es in diesem Vers einen Parallelismus?
    • Wie kann man Gutes tun lernen? 17
      • Um welches Recht geht es hier?
        • Wie kann man danach streben?
      • Welche Unterdrückten sind hier gemeint?
      • Warum werden die Waisen und Witwen aufgeführt?
      • Gibt es in diesem Vers einen Parallelismus?
    • Was soll „richtig“ (recht) gesprochen werden? 18
    • Warum und wie soll die Sünde „schneeweiß“ werden?
      • Was ist Sünde?
    • Was bedeutet das Wort „gehorchen“? 19
      • Welchen Gehorsam meint Gott?
    • Beachte die Verheißung, die den Gehorsam belohnt!
      • In welcher Situation war Israel damals?
      • Was gehört zum „Gut des Landes“?
    • Beachte die Autorität in 20c! 20
    • Warum sollten die Israeliten sich weigern zu gehorchen?
      • Was meint: „vom Schwert gefressen werden?
    • Was wollte Gott den Einwohnern Jerusalems mit diesem Wort sagen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

  • Neutestamentliche Gedanken
  • Gott wollte den Rest Israels retten
  • Die messianische Gemeinde ist solch ein geretteter Rest Israels
  • Hananias und Saphira – Apg 5 – Gott bestraft Sünde
  • Gott reinigt Seine Gemeinde immer wieder und holt sie (einen Rest), wenn es sein muss, zu Sich zurück
  • Tit 3,3-7! – losgemacht von der Sünde

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • Ein schrecklicher Krieg hat das Südreich Juda heimgesucht, König Hiskia ist von Assur abgefallen, … um das assyrische Joch abzuschütteln. Assyriens König Sanherib beginnt einen Rachefeldzug. Im Jahr 701 v. Chr. fällt er in Juda ein, verwüstet das Land, erobert die Ortschaften. Hiskia wird – so heißt es auf einer Siegesstele – „wie ein Käfigvogel in Jerusalem, seiner Hauptstadt eingeschlossen. (Gradwohl)
  • Was Juda und Jerusalem von der Totalkatastrophe, dem völligen Untergang (Sodoms und Gomorrhas)unterscheidet, ist ein Rest, der bleibt (1,9). (Gradwohl)
  • Mit einem „Hört“ (2) leitet Jesaja seine Rede ein. Himmel und Erde ruft er an, die ewigen Zeugen (5Mo 32,1). Sie wissen um die Undankbarkeit des Volkes gegen Gott, um den Abfall in die Götterverehrung und die moralische Verdorbenheit. Das Unglück ist nicht zufällig über Juda hereingebrochen: Es ist die Strafe Gottes und muss als Strafe verstanden werden, wenn es sein Ende finden soll. (Gradwohl)
  • Juda siecht dahin, weil es Gott verraten hat und – anders als Ochs und Esel – seinen Besitzer nicht mehr kennt (3). (Gradwohl)
  • Diese Zeit fällt in die Spätperiode der Wirksamkeit des Propheten. (Gradwohl)
  • Jesaja hat sein Amt weithin in Analogie zu dem eines priesterlichen bzw. weisheitlichen Lehrers aufgefasst. (Voigt)
  • Gott zieht zuerst die Hauptverantwortlichen (10), aber dann auch alle anderen Glieder des Volkes zur Verantwortung. (Schneider)
  • Hier in 10 wendet sich Jesaja mit seinem „Hört!“ und „Vernimm!“ an die Volksgemeinschaft, die sich von ihrem falschen Verhalten lösen soll. … Das Hören – und nicht die Opfer (11ff) – ist das Entscheidende. (Gradwohl)
  • Mit Sodom und Gomorrha werden Fürsten und Volk darum tituliert, weil die Gottlosigkeit eine schon das ganze Leben prägende Form angenommen hat. (Schneider)
  • Schlacht- und Brandopfer (ersteres mit gemeinsamem Mahl) sind die gängigsten Opferarten (11). Sie wurden sowohl in Notlagen als auch bei freudigen Anlässen dargebracht. Nach dem Verständnis der Zuhörer des Jesaja sind die Opfer wohl zu verstehen als Gabe an die Gottheit, um sich deren Gunst zu sichern. (Voigt)
  • Durch Opfern von „Masttieren“ (Amos 5,22) hoffte man, vermehrten Einfluss auf Gott nehmen zu können. … Rauchopfer (13) sind besonders anstößig, weil für kanaanäischen Kult charakteristisch. Man bringt kostbare Riechstoffe dar. (Voigt)
  • Wenn Jesaja die „Menge eurer Schlachtopfer“ geißelt, so steht dahinter die seit Salomo übliche Weise, durch eine mengenmäßige Häufung der Opfergaben, Gott, dessen Kritik an der Gottlosigkeit man im Gewissen sehr wohl gespürt hat, versöhnlich zu stimmen. Aber das Mehr an Opfergaben ersetzt nicht den praktischen Gehorsam. (Schneider)
  • Vers 13 ist keine rhetorische Frage mehr, sondern ein Verbot. … Bis jetzt tappen die Leute, die zuhören, im Dunkel. Sie wissen nicht, was Jesaja von ihnen will. Nun wird ihnen der Schlüssel zum Verständnis in die Hand gegeben. Vier hebräische Worte: „Frevel und Festversammlung mag ich nicht!“ … Hier liegt die Wurzel des Übels: Die festlichen Zusammenkünfte sind mit dem Frevel verbunden, den die Leute in ihrem täglichen Leben begehen. (Gradwohl)
  • Auch das Beten (mit ausgebreiteten Händen, die Handflächen nach oben, 1Kön 8,54), und zwar nicht das Beten allgemein, sondern „euer“ Händeausbreiten (wie oben: „eure“ Opfer – 11) verwirft Jahwe, weil Blut an den Händen klebt. Auf Blutschuld steht Todesstrafe (2Mo 21,14; 1Mo 9.6). Schärfer könnte die Anklage nicht sein. (Voigt)
  • Die „Augen“ Gottes (15) sind gleichbedeutend mit Gottes „Erbarmen“. (Gradwohl)
  • Im Verlauf der Anklagerede ergeht noch kein abschließendes Urteil, sondern die barsche prophetische Schelte geht über in eine Belehrung über den wahren Gottesdienst. (Schneider)
  • „Gutes tun“ (17) führt noch über die Rechtsforderung hinaus. (Voigt)
  • Vorauszusetzen ist wohl die Situation eines Opferfestes in Verbindung mit einem Klagegottesdienst, wie er in Israel ausgerufen wurde, wenn ein nationaler Notstand das Land erschütterte. (Schneider)
  • Das Wort „Buße“ wird heute von vielen nur missverstanden. Es geht ums Anderswerden und Anderstun. Nach Luthers erster der 95 Thesen von 1517 ist das ganze Christenleben eine immer neue Umkehr. (Voigt)
  • Wer nicht zu bestimmten Zeiten betet, wird wohl kaum in der Lage sein, „ohne Unterlass“ zu beten. Wer sich den Bußtag erlässt, wird vermutlich auch sonst nicht sehr offen dafür sein, in seinem Leben Ordnung zu machen. (Voigt)
  • Es gehört zum geistlichen Leitungsamt des „Bischofs“, einen Text auszuwählen: Je nach dem, an welcher Stelle wir gerade kranken und der Hilfe und des Zuspruchs bedürfen. (Voigt)
  • Buße soll konkret sein. Wo sind zurzeit die „dünnen Stellen“, wo sind wir in Gefahr, abzuirren und Glauben fahren und Hoffnung sinken zu lassen? (Voigt)
  • Es geht nicht gegen Opfer und Feste oder gar das Beten schlechthin, es geht gegen „eure“ Opfer, „eure“ Feste, „eure“ Versammlungen, „euer“ Aufheben der Hände. „Ich mag nicht Frevel und Feiertag“, sagt Gott (13). à 17 (Voigt)
  • Vielleicht wäre bei uns eher davon zu reden, dass wir es wieder lernen möchten, „vor Mir zu erscheinen“ (12). Gottesdienstliches Leben bedürfte bei uns geradezu einer Wiederentdeckung. Schlachtopfer und Brandopfer werden wir nicht wieder einführen, aber des Opfers Jesu Christi wollten wir mehr und intensiver gedenken. (Voigt)
  • Die Anrede (10) enthält sofort die Anklage und den Hinweis auf das Bedrohliche. (Voigt)
  • Man weiß, dass man Gott etwas schuldig ist. Man lässt es sich etwas kosten. Beim Schlachtopfer hat man selbst, zusammen mit Gott, an den leiblichen Freuden teil. Es gibt einen fröhlichen Schmaus, und der Wein braucht dabei auch nicht zu fehlen (1Sam 1,13c-15). Was im Tempel geschieht, ist zugleich so etwas wie ein Volksfest. … Im Kult geht es um Gott. Ihn sucht man zu besänftigen oder zu gewinnen, indem man opfert. Ihm bringt man seinen Dank. (Voigt)
  • Statt der guten Taten die fromme Geste. Statt des sachlichen Gehorsams im Alltag das fromme Getue am „Sonntag“. Statt der schlichten Menschlichkeit die gemachte liturgische Feierlichkeit. Statt der Selbsthingabe an Gott die Ersatzleistung des Opfers. – Gott sucht das Sein, aber man bietet Ihm den Schein. (Voigt)
  • Die Spitze des prophetischen Angriffs richtet sich gegen den Trugschluss, fehlendes Rechtsverhalten durch eine Intensivierung kultischer Praktiken ersetzen zu können. (Schneider)
  • Opferhandlungen haben nur Sinn, wenn sie zugleich Gehorsam und Recht tun in Gang setzen. (Schneider)
  • Die sozialen Verhältnisse in biblischer Zeit waren, für unsere Begriffe, katastrophal, ja „himmelschreiend“ (5,7). Menschen in Armut und Rechtlosigkeit verkommen sehen – und dann Gott in die Augen blicken wollen! Andere aussaugen … und dann in Üppigkeit und Luxus leben! … Gesalbte Reden führen über Güte und Barmherzigkeit, aber die sozial Schwächsten, Witwen und Waisen, ihrem Elend überlassen. (Voigt)
  • Statt der Witwen und Waisen stehen vor uns die hungernden Völker. (Voigt)
  • Habe ich ein dickes Fell? … Sage ich „Korban“ – und meine alten Eltern hätten es so schrecklich nötig gehabt, dass ich ihnen mit Liebe entgegenkomme (Mk 7,11f)? (Voigt)
  • Das Gefährliche, geradezu Giftige in alledem ist, dass wir Gott das Eigentliche schuldig bleiben und ihn mit Ersatzleistungen abfinden. Das Gewissen ist beruhigt – wir sind ja fromme Leute. Aber Gott fühlt sich angewidert. … Die Leute von Sodom und Gomorrha haben, wie es scheint, ebenfalls nicht gemerkt, wie es um sie stand. (Voigt)
  • In unserm Gottesdienst will zuallererst Gott etwas für uns Dass es zu einer Antwort kommt (Gebet und Lobgesang), ist dann nicht mehr die auf Gott einwirken wollende, die versöhnen wollende Leistung, sondern das personale Eingehen auf Sein gnädiges Kommen und Wirken. (Voigt)
  • Dass Gottes „Vorhöfe“ ein bisschen mehr „zertrampelt“ werden möchten, dies wünschen wir uns dringlich, und zwar nicht um unsert-, sondern um der Menschen willen, zu denen Gott gern kommen möchte. (Voigt)
  • Wie soll es zu einer gottgemäßen Lebenspraxis kommen, wenn wir den Kontakt mit Gott, die Gemeinschaft im Hören und Antworten und die Erfahrung Seiner sakramentalen Gegenwart überhaupt nicht mehr haben? (Voigt)
  • Wer dürfte den Mut haben zu sagen, (er habe) keine Opfer, aber Gehorsam? Kein christlicher Festkalender, aber tätiger Gottesdienst im Alltag? Keine fromme Demonstration, aber dafür Hilfe für die Unterdrückten, die Witwen und Waisen? Keine Festversammlungen, aber auch keinen Frevel? (Voigt)
  • „Lernt Gutes zu tun“ – Es ist noch so viel zu bereinigen und zu bessern. Oft waren wir zu sehr mit uns selbst beschäftigt, als dass die Menschen, die uns brauchten, zu ihrem Recht gekommen wären. (Voigt)
  • Oft waren wir einem Menschen Zuwendung schuldig, aber er war uns zu schwierig, er hätte uns belastet, und da haben wir es sein gelassen. (Voigt)
  • Wer kommt denn wirklich mit seiner „Praxis“ zurecht? Weh uns, wenn es den Ort der Zuflucht nicht gäbe, wo man Vergebung der Sünden empfangen kann und wo man angenommen wird, ganz gleich, wie weit man es mit dem gelebten Gehorsam gebracht hat. (Voigt)
  • Die alttestamentlichen Opfer standen an dem Platz, an dem später einmal das Kreuz Jesu Christi stehen sollte und gestanden hat. Sicher, sie sind Äußerungen der Religion: Menschen versuchen Gott zu versöhnen und gnädig zu stimmen. Man vergesse aber nicht, dass die Opfer auch von Gott „eingesetzt“ sind. Er hat sie befohlen, weil sie die Sühnemittel sein sollten, die das gestörte Verhältnis zwischen Gott und den Menschen in Ordnung bringen sollten. (Voigt)
  • Jesaja bekämpft den Missbrauch des Heiligen, nicht das Heilige selbst. (Voigt)
  • Im Normalfall lehrt der Priester die Herankommenden, was Jahwe in ihrem Fall erwartet. Was ist Ihm willkommen, was verlangt Er? … Das sonst kultisch gemeinte „Wascht euch!“ bekommt jetzt tieferen Sinn. Das Blut muss weg von den Händen. Hier ist nicht Opferblut gemeint, sondern Menschenblut, das – nach 1Mo4,10 – zu Gott um Hilfe schreit. (Voigt)
  • Unglaublich was im Menschen steckt an grässlichen Möglichkeiten und Fähigkeiten. Und wo das Schreckliche geschah und geschieht, wussten die Gewalttäter immer auch eine Begründung und Rechtfertigung für ihr Tun. (Voigt)
  • Wer seine Hände ausbreitet, stellt sich mit dieser sinnvollen Gestik als ein Empfangsbereiter vor Gott hin. Wendet Gott dann seine Augen auf seine offenen Hände und die in ihnen ausgebreiteten Anliegen, dann weiß der Beter – durch priesterlichen oder prophetischen Zuspruch vergewissert -, dass Gott erhört hat. Da aber Gott, der die Tiefen des Menschen durchschaut, nur Hände sieht, die gefüllt mit Blut sind, hört Er nicht und beginnt, seine „Augen vor euch zu verbergen“. (Schneider)
  • Zu beachten ist, dass es hier nicht heißt: Gott reinigt euch! Sondern: Reinigt euch selbst! Zwar kann der Mensch sich selbst keine Sünde vergeben oder sein Herz ändern, wohl aber kann er vom Bösen ablassen. (Schneider)
  • Was „Gutes tun“ (17) bedeutet, wird in Vers 17 in aller Deutlichkeit gesagt. Dabei geht es nicht um eine allgemeine soziale Mildtätigkeit, sondern um eine entschlossene Parteinahme für die Benachteiligten im Volk. (Schneider)
  • „Gebote zwischen Mensch und Nebenmensch“ haben das Primat vor „Geboten zwischen Mensch und Gott“. (Gradwohl)
  • Was Gott wirklich „begehrt“, ist der Gehorsam Seinem Wort gegenüber (1Sam 15,22). (Gradwohl)
  • Jesaja schreibt nicht der gesamten Gemeinde Mordtaten zu, wie er auch nicht sagen will, alle Tempelbesucher hätten im Alltag die Menschlichkeit mit Füßen getreten. Es genügt, wenn viele es getan, wenn insbesondere die maßgebenden Kreise sich wie die „Mächtigen Sodoms“ aufgeführt haben. (Gradwohl)
  • Die Gemeinschaft ist nicht verloren. Sie kann sich aufraffen und neu beginnen (16f) – wenn sie nur will! … Von selbst stellt sich keine Besserung ein. (Gradwohl)
  • Wenn vor „Gottes Augen“ die Bosheit nicht mehr geschieht, kann Er Seine „Augen“ wieder öffnen. Das frühere Vertrauensverhältnis zwischen Gott und Volk ist wieder hergestellt. Jetzt muss – nach dem Ausreißen der Verderbtheit – die „Therapie“ einsetzen. (Gradwohl)
  • „Erforscht Recht“ (17), das ist die soziale Gerechtigkeit, die jedem einzelnen die persönlichen Rechte garantiert, ein großes Anliegen, über das Jesaja immer wieder spricht (1,27; 5,16; 9,6 …). (Gradwohl)
  • Neun Imperative verwendet Jesaja, wenn er die ethische Grundlehre Gottes festlegt: „Wascht euch, reinigt euch, entfernt, hört auf, lernt, erforscht, stärkt, rechtet, streitet.“ Mit dem Befehl zu Beginn von Vers 18 (geht doch), sagt Raschi (zu 16), ergeben sich „zehn Ermahnungen, Ausdrücke der Umkehr“. Sie entsprechen den „Zehn Bußtagen“ (vom Neujahrsfest Rosh Hashana bis zum Versöhnungstag Jom Kippur).
  • Viele unserer Zeitgenossen haben nicht „gelernt Gutes zu tun“, sie haben nicht begriffen, dass die Beziehung zu Gott nur intakt ist, wenn auch die Beziehung zu den Geschöpfen Gottes intakt bleibt. (Gradwohl)
  • Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Haltung des Menschen zu Gott und zu seinem Nächsten. (Schneider)
  • Die Bemühung um Frieden (Mt 5,9) muss, nach biblischer Erkenntnis (2,1-5), umschlossen sein von einer Totalverwandlung unserer Herzen. … Jesus hat uns gelehrt, die Anfänge des Bösen in dessen Wurzeln zu suchen (Mt 5,22.28.34.39.44; 7,17f). Das heißt in der Konsequenz, es bedarf, damit die „Thora“ erfüllt wird, einer tiefgreifenden Verwandlung des Menschen. (Voigt)
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