25-4 Christus ist mein Leben und … – Phil 1,15-21

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Phil 1,15-21

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

o    Wo befindet Paulus sich, als er diesen Brief schreibt?

  • Warum schreibt er an die Gemeinde in Philippi?

o    Was ist unter einem „Prätorium“ zu verstehen?                     13

o    Warum sind nur die „meisten Brüder“ mutiger geworden?       14

o    Warum predigen „einige“ aus Neid?                                     15

  • Was ist Neid? Was ist mit „Streitsucht“ gemeint?
  • Was bedeutet es „Christus zu predigen“?
  • Was ist mit „guter Absicht“ gemeint?

o    Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Liebe?     16

  • Beachte das Bindewort „denn“!
  • Was meint „Verteidigung des Evangeliums“?

o    Wer ist mit „jene“ gemeint?                                                 17

  • Wie kann man Christus aus Eigennutz verkündigen?
  • Was ist mit „lauter“ gemeint?

o    Beachte das Bindewort „denn“!

  • Wie wollen diese Brüder Paulus Trübsal bereiten?
  • Wieso handeln sie so?

o    Wie ist die Frage „Was tut’s aber?“ zu verstehen?                18

  • Beachte die Kombination: „wenn nur …, so …“!
  • Was ist für Paulus in seiner Situation das Wichtigste?
  • Warum sieht er das so?
  • Was ist mit „Vorwand“ gemeint?

o    Worüber freut Paulus sich?

  • Warum freut er sich in seiner Situation darüber?

o    Beachte das Bindewort „aber“ und den Wechsel der Zeitform!

  • Warum und worüber will Paulus sich auch in Zukunft freuen?

o    Beachte das begründende Bindewort „denn“!             19

  • Woher weiß Paulus, was er weiß?
  • Was versteht er unter „Heil“?

o    Welche Wirkung erwartet Paulus von den Gebeten der Philipper?

  • Ist der „Geist Jesu Christi“ der Heilige Geist?
  • Welche Rolle spielt der Heilige Geist hier?
  • Was meint das Wort „Beistand“?

o    Wie wartet und hofft man „sehnlichst“?                                 20

  • Worauf hofft und wartet Paulus?
  • Was meint er hier mit „zuschanden werden“?

o    Beachte das Bindewort des Kontrastes: „sondern“!

  • Wie kann durch Paulus im Gefängnis „Christus verherrlicht werden“?
  • Was meint „frei und offen“?
  • Was meint „an meinem Leibe“?

o    Wie kann Christus durch eine Todesstrafe verherrlicht werden?

  • Was meint Paulus mit: „sei es durch Leben oder durch Tod“?

o    Beachte das begründende Bindewort: „denn“!                       21

o    Was bedeutet: „Christus ist mein Leben“?

  • Wie versteht Paulus: „Sterben ist mein Gewinn“?
  • Was ist der Gewinn im / beim Sterben
  • Will Paulus sterben?

o    Was wollte Paulus der Gemeinde in Philippi durch diese Zeilen sagen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

o

o

o

o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

o

1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

o

2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

o

o

o

o

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Mit den Philippern ist Paulus persönlich und seit Jahren fest verbunden, sie sind ja „seine Teilhaber an der Gnade“ und warten sehnlich auf Nachricht. Wenn sie nicht erst einmal hörten, wie es Paulus geht, würden sie vielleicht seinen Ausführungen gar nicht die volle Aufmerksamkeit entgegenbringen können. ( de Boor)

o    Voigt geht davon aus, dass Paulus den Brief aus dem Gefängnis in Ephesus geschrieben hat. De Boor meint, dass Paulus am Ende seines Lebens aus Rom an die Philipper schrieb. Andere denken auch an Cäsarea.

o    Die Abgrenzung der Perikope ist nicht glücklich. Wir beginnen mit Vers 12. (Voigt)

o    In dem „nur mehr“ (12) dürfte liegen, dass die Gefangenschaft des Paulus wohl auch einige Einbußen mit sich gebracht hat, dem Evangelium jedoch überwiegend förderlich gewesen ist. (Voigt)

o    „Fessel in Christus“ (13) dürfte die Gefangenschaft meinen, die Paulus um seines „Seins in Christus“ willen und darum eben auch „in Christus“, in der Zugehörigkeit zu Ihm trägt. (Voigt)

o    Prätorium (13) war ursprünglich das Zelt des Prätors im Lager, dann der Amtssitz des Stadthalters (Mt 27,27; Apg 23,35). (Voigt)

o    Es war eine harte Veränderung für Paulus eingetreten. Die Vergünstigung einer eigenen Mietwohnung (Apg 28,30.31) mit ihrer relativen Freiheit ist ihm entzogen worden, er sitzt nun im „Prätorium“ in Haft. … Paulus war ein alter Mann. (de Boor)

o    Wie wird man mit solcher Lage innerlich fertig, was bedeutet sie für das Evangelium? Warum lässt der Herr Seine Boten in solche Schwierigkeiten geraten? Das sind Fragen von heute. Paulus setzt sich über die Schwierigkeiten nicht einfach hinweg und tut nicht so, als wäre alles erfreulich und schön. Das merken wir an seinem Ausdruck „mehr“ oder „eher“ (12). (de Boor)

o    Die Motive zum Predigen sind verschieden: „Neid und Streit“ oder „guter Wille“ (15). (Voigt)

o    Die Motivation zur Christuspredigt ist nicht so wichtig; Hauptsache, das Christusevangelium wird gepredigt (18). Paulus denkt nur an die Sache, nicht an sein Interesse. So „freue ich mich“ und „ich werde mich auch freuen“ (18). V. 19 gilt dafür als Begründung: Es geht in allem zuletzt um nichts anderes als um die Verherrlichung Christi (20). Wenn das so ist, dann muss alles, was dem Apostel widerfährt, ihm zum Heil ausschlagen (Hiob 13,16). (Voigt)

o    Wie kann es solche Freiheit vom Ich geben? Das ganze Herz ist so an Christus verloren, dass es nur eines noch brennend wünschen kann, „dass… Christus groß gemacht wird“ (20). (de Boor)

o    Christwerden heißt einfach, sich selbst an Christus verlieren. (de Boor)

o    Hinter Paulus steht die Fürbitte der Philipper und die „Unterstützung“ des Geistes Jesu Christi (19), in Paulus selbst ist die „Sehnsucht“ (Röm 8,19 – „der nach vorn gestreckte Hals“) und die Hoffnung, in nichts zuschanden zu werden (20). (Voigt)

o    Nach V. 20 wird Christus verherrlicht gerade am Leibe des Paulus: sein möglicher Märtyrertod wird ein Christuslob und –Bekenntnis sein. Aber dasselbe würde auch von seinem Verbleib in dieser Welt gelten. (Voigt)

o    Weil Christus das Leben ist und Ihm darum auch des Apostels Leben gehört, kann Sterben nur Gewinn sein. Es herrscht kein Entweder-Oder mehr. Man müsste bis 26 weiterlesen, und man hätte den authentischen Kommentar. (Voigt)

o    „Sich freuen“ und „Freude“ finden sich in unserm Philipperbrief mit seinen vier Kapiteln 15mal (sonst bei Paulus noch 34mal). (Voigt)

o    „Freude“ ist eines der Urworte, die sich definitorisch kaum mehr umschreiben lassen. Man sieht sofort: „seelisches Wohlbefinden“ wäre viel zu blass und unspezifisch. Man freut sich in der Regel „über“ etwas, zumeist wohl über Liebe, die einem entgegengebracht wurde. (Voigt)

o    Dieser Brief von der Freude ist nun aus dem Gefängnis, von einem, dessen Verfahren läuft und der sich darauf einzurichten hat, dass dieses Verfahren mit einem Todesurteil enden wird. (Voigt)

o    Die Haft mag relativ leicht gewesen sein, durch Personen (Epaphraditus und Timotheus) und Briefe ist die Verbindung mit der Gemeinde in Philippi möglich. Auch über die Gemeinde am Ort seiner Haft ist Paulus, wie man sieht, hinreichend informiert. (Voigt)

o    Dass man im Prätorium – also unter den Menschen, die unmittelbar an dem Prozessverfahren gegen Paulus beteiligt sind – bemerkt hat, dass dieser Angeschuldigte um seines Glaubens willen „einsitzt“ (16), dies dürfte zur Erleichterung der Lage beigetragen haben. (Voigt)

o    Aber Paulus trägt Fesseln (7.13.14.17), die nicht nur reiben und seine Beweglichkeit einschränken, sondern ihm in jedem Augenblick die Misslichkeit, wohl auch das Entwürdigende seiner Lage zeigen. (Voigt)

o    In dieser Lage nun: Ich freue mich, ich werde mich freuen, freut auch ihr euch, immer wieder: Freut euch! (Voigt)

o    Wir pflegen die Freude in Situationen des Wohlbefindens anzusiedeln. „Du hast es gut, du kannst dich freuen.“ „Danke, ich freue mich, mir geht’s gut.“ (Voigt)

o    Auch ein Schwerkranker (z.B.) kann sich freuen: über erwünschten Besuch, über die Blume, über das gute, helfende Wort. (Voigt)

 

o    Was wir am Sonntag „Invokavit“ im großen Überblick gesehen haben, erscheint hier im Detail, nämlich in der konkreten Situation einer Gefangenschaft, eines möglichen baldigen Märtyrertodes. (Voigt)

o    Kaiser und Stadthalter machten sich dadurch bei den Massen beliebt, dass sie sie Blut sehen ließen. Man erschrickt immer wieder darüber, was Menschen anderen Menschen antun können. Paulus hat in einem Zeitalter gelebt, in dem man seines Lebens wenig sicher war und ein Mensch nicht viel galt. (Voigt)

o    Es ist bemerkenswert, dass Paulus mit seinem persönlichen Wohl und Wehe so wenig beschäftigt ist und stattdessen fast ausschließlich interessiert an der Sache des Evangeliums. Barth schreibt: „Auf die Frage, wie es ihm gehe, muss ein Apostel reagieren mit dem Bescheid darüber, wie es dem Evangelium geht. (Voigt)

o    Besser ist wohl: So völlig ist das Leben des Paulus ausgefüllt von der großen Aufgabe, dass anderes nur geringen Raum hat. Anders: Das Menschliche ist der Sache völlig untergeordnet. (Voigt)

o    Paulus ein Eiferer? Wahrscheinlich hätten wir ihn damit nicht richtig verstanden. Mt 6,33: Wen das Evangelium einmal erfasst hat, bei dem hat es auch eine dominierende Stelle. Paulus wirkt überhaupt nicht verbissen und verkrampft. (Voigt)

o    Man kann an ihm ablesen, dass die Hingabe an die Sache alles andere so sehr viel leichter macht. Vielfältige Erfahrung: Menschen, deren Gedanken immer nur um ihr eigenes Schicksal kreisen, haben dann (!) auch ein schweres Schicksal, während ein Leben in der Hingabe an andere trotz eigener Beschwerden erfüllt und glücklich ist. (Voigt)

o    Hauptsache das Evangelium. Hauptsache also, verlorene Menschen erfahren, dass der Gott, mit dem sie es früher oder später so oder so zu tun bekommen, sie aus ihrer Verlorenheit herausholen will, indem Er in Jesus Christus ihr Gott wird. Dies ist von allem Notwendigen das Notwendigste, übrigens auch von allem Erfreulichen das Erfreulichste. Was wäre gewonnen, wenn Paulus ungeschoren davonkäme, aber die Menschen, die das Evangelium brauchen, gingen – „zeitlich und ewiglich“ – zugrunde? (Voigt)

o    Die Fesseln des Paulus könnten in der urchristlichen Mission einen Rückschlag bewirken. … Werden die jungen Gemeinden in seinem Schicksal ein Zeichen dafür sehen, dass von dem Gott, den dieser Mann verkündigt, nicht viel zu halten ist? Oder wird ihnen bei aller Neigung, an diesem Gott festzuhalten, das Schicksal des Apostels eine tiefe Anfechtung sein? … Das Gegenteil ist eingetroffen! (Voigt)

o    Paulus kann einen „Geländegewinn seiner Botschaft und Sache“ feststellen. Dies schon in seiner nächsten Umgebung, also im Prätorium, wo Paulus gefangen gehalten wird und wo auch sein Prozess stattfindet. Paulus ist „Bote des Evangeliums“ auch „in der Kette“ (Eph 6,20). (Voigt)

o    Auch „draußen“, in der Gemeinde am Ort seiner Haft, wird „das Wort geredet“ (14). (Voigt)

o    Durch das Apostelleiden wurde das Evangelium beglaubigt. Kann sein, Menschen werden dadurch auf eine Sache erst aufmerksam, dass einer dafür leidet. Kann sein, sie nehmen es ihm gerade dann um so eher ab. Vielleicht studieren sie am Weg und an der Haltung und Einstellung dieses „Boten in der Kette“, was es bedeutet, dass man Gott ernst nehmen lernt. (Voigt)

o    Eine Kirche, die im Strom der Welt schwimmt und sich von dessen Gefälle und Strömung kräftig voranbringen lässt, hat es jedenfalls schwer, ihre Botschaft glaubhaft zu machen. … Einem Paulus kann man nicht vorwerfen, er rede nur, weil er dafür bezahlt wird. (Voigt)

o    Die Zuversicht, die Paulus in Bezug auf die Philipper bekundet, hat ihren Grund in Christus (6): Gott gibt Sein „gutes Werk“ nicht auf, auch wenn der Apostel Fesseln trägt. (Voigt)

o    Die Verse 15-17 zeigen, dass es Brüder gab, die dem Paulus in der Not des Gefangenseins noch inneren Schmerz zufügen wollten. Paulus hat auch in Ephesus, mitten in der Gemeinde, Gegner, die es offensichtlich begrüßen, dass dieser unbequeme Mann „aus dem Verkehr gezogen“ und „auf Nummer Sicher“ unschädlich gemacht ist. Diese Leute sehen ihre Stunde gekommen und predigen. Was predigen sie? Offensichtlich nicht ein anderes Evangelium – wie Paulus darauf reagieren würde, zeigt der Galaterbrief. (Voigt)

o    Paulus spricht von den unschönen Motiven für die Predigt. Im Menschlichen liegt das Bedauerliche. … Aber Paulus denkt auch in dieser Sache wenig an sich und die ihm zugedachte Kränkung, an die Bitterkeit solcher Gesinnung. Er denkt an die Sache: Hauptsache das Evangelium. (Voigt)

o    Wer von uns kann für die Lauterkeit seiner Motive garantieren? Was würde aus der Predigt der Kirche, wenn ihre Gültigkeit und Kraft davon abhängig wäre, dass unser, der Prediger, Heiligungsstand dem Gepredigten entspricht? Paulus denkt von der „Rechtfertigung in Christus allein aus dem Glauben“ her. Das macht ihn so wunderbar frei und gelassen. – Freude auch in schlimmster Lage. (Voigt)

o    Paulus würde vielleicht sagen: Ich will den Gedanken an meine Zukunft keineswegs verdrängen. So unwichtig bin ich mir selbst nun auch wieder nicht, dass die Frage, was aus mir wird, überhaupt nicht mehr gestellt wäre. Es ist beides „drin“. Todesurteil oder Freilassung. Es ist nicht so, dass man das eine fürchten und das andere wünschen sollte. Es ist beides Grund zum Freuen. (Voigt)

o    Eigentlich wäre das „Losmachen“ (23) – wie man ein Boot losbindet – besser; aber um euretwillen wäre es wohl „nötiger“ dazubleiben. Aber die Losung heißt ja in jedem Falle: CHRISTUS! Darum wird dem Präsens „ich freue mich“ das Futur hinzugefügt: „aber ich werde mich auch freuen“ (18). (Voigt)

o    Zur Begründung („denn“ -19) führt Paulus etwas an, was er „weiß“. … Es geht um eine Zuversicht, die auf klarer Erkenntnis des Glaubens beruht (Röm 8,28.38f). (Voigt)

o    Ein Christ kann eigentlich immer nur gewinnen. Warum? … Alle unsere Ängste und unsere Niedergeschlagenheit, unsere Zweifel und unsere Traurigkeit sind „in Christus“ von vornherein überholt. Kann uns nichts von dem Gott-in-Christus scheiden, dann wird jeder mögliche Ausgang der Sache sich „in IHM“ vollziehen. Sollte das Todesurteil ergehen, dann jedenfalls nicht, weil Christus sich zurückgezogen hätte. Paulus wird dann erst recht mit Ihm verbunden sein. (Voigt)

o    Es läuft – für ihn – beides auf dasselbe hinaus: er wird „mit Christus“ sein. Wie, das ist noch offen; das Das jedoch steht für Paulus fest. (Voigt)

o    Das Wort Frucht (22) – vgl. Röm 1,13; 15,28; Joh 4,36 – deutet darauf hin, dass die Arbeit des Missionars eigentlich nur ein Einsammeln dessen ist, was Gott hat wachsen lassen. (Voigt)

o    Sollte Paulus als freier Mann die Zelle verlassen dürfen, wird der Inhalt seines Lebens nicht anderes sein als Christus und Seine Verherrlichung. – Und wie, wenn es anders kommt? Auch dann heißt die Zukunft des Apostels: Christus. (Voigt)

o    „Gewinn“ ist Paulus (21) das dann vollkommen werdende „Sein-in-Christus“, nun auch im leiblichen Tode, in der Gemeinschaft seines Todes. … Es würde im Tode im Grunde dasselbe stattfinden, was sich auch im Leben vollzieht. Paulus würde sich „in Christus“ befinden und Ihn verherrlichen, diesmal nicht dadurch, dass er Ihn predigt, sondern dadurch, dass er Ihn mit seinem Tode preist (Joh 21,19). Auch das Sterben ist ein Stück missionarischer Dienst wie die Haft (16) und die Fortsetzung des Aposteldienstes, falls es dazu kommt (24). (Voigt)

o    „Fesseln in Christus“ (13) – zuletzt dann, vielleicht, auch die Hinrichtung „in Christus“, wirklich ein „Gleichgestaltet werden mit Seinem Tode“ (3,10; 2Kor 4,10). Für uns ist das alles ein paar Etagen zu hoch. (Voigt)

o    Trotzdem: Es könnte für uns viel bedeuten, wenn wir dieses nicht ausradierbare Sein-in-Christus auch in unserm kleinen, relativ undramatisch verlaufenden Christenleben wiederfänden. (Voigt)

o    Dem Herrn leben, dem Herrn sterben (Röm 14,8), das sollte, wenn wir ins Leiden geführt werden, wirklich auch dies bedeuten, dass unser Leiden zum „Kreuz“ wird, also uns mit Christus verbindet, und dass wir, wenn wir des Todes gewärtig sein müssen, auch an unserm Leibe (20) „Christus großmachen“. Wir können ihn ehren, wenn wir uns auch zuletzt in Seine Hand fallen lassen, und Er verdient unser Vertrauen auch beim letzten Weg. (Voigt)

o    Auch als Glaubende bleiben wir „Fleisch“, und unser Fleisch wehrt sich leidenschaftlich gegen alles Leiden und Sterben. (de Boor)

o    Die Verherrlichung Jesu geschieht „an meinem Leibe“ (20). Sein Leib ist es ja, der jetzt die Fesseln trägt, seinen Leib kann Nero töten lassen. Sein Leib würde es aber auch im Fall der Freilassung sein, der aufs Neue die ganze Mühsal der Wanderungen, der Handarbeit zum Lebensunterhalt und des Botendienstes auszuhalten hätte. … Natürlich weiß auch er, wie die Sünde gerade auch den Leib verdorben hat und knechten kann: Der Leib ist „tot um der Sünde willen“ (Rö 8,10). Er ist ein „Niedrigkeitsleib“ (Phil 3,21); daher muss er fest an die Kandare genommen werden (1 Ko 9,27), die „Praktiken des Leibes“ müssen „durch den Geist getötet werden“ (Rö 8,13). Aber auch das alles heißt ja nicht, den Leib als bloße „Hülle“ der allein wichtigen „Seele“ zu betrachten. Paulus hat biblisch gedacht und hat nüchtern und klar gesehen, wie völlig unser ganzes aktives Leben an den Leib gebunden ist und des Leibes bedarf. (de Boor)

o    Dieser „nichtige“, oft so kümmerliche und noch öfter so missbrauchte Leib ist das Mittel zur Verherrlichung Jesu – welch eine Wahrheit! (de Boor)

o    Dass das Sterben mit Christus dann sofort auch das Leben mit Christus einschließt, soll mit dem eben Gesagten keinesfalls bestritten, sondern vielmehr ausdrücklich behauptet werden (3,10f; 2Kor 4,11f). „Wir werden allezeit mit dem Herrn sein“ (1Thes 4,17), das ist wohl die gültigste Beschreibung des zu erwartenden Lebens in der Vollendung. Das „Mit-Christus-Sein“ unseres Textes (23) ist schon sprachlich fast dasselbe. (Voigt)

o    Wer so wie Paulus denkt, glaubt, hofft, leidet, sich auf den Tod gefasst macht, der ist eigentlich unverwundbar. Wer nichts mehr zu verlieren hat, den kann man nicht unter Druck setzen. Dasselbe gilt von dem, der nur zu gewinnen hat, gleich, was ihm widerfährt. (Voigt)

o    Man könnte den Apostel beneiden. (Voigt)

o    Es könnte aber sein, dass Paulus doch noch einbricht. Nicht, weil Christus versagte, wohl aber, weil sein Glaube versagen könnte. Aber die Philipper beten – und der Geist Jesu Christi kommt ihm zu Hilfe, der Geist (vgl. Röm 8 – besonders V. 26) der uns bei Gott vertritt, wenn bei uns selbst alles zusammenbrechen sollte. (Voigt)

o    Paulus ist in Gefängnismauern eingeschlossen. Aber ihn umgibt das Gebet. Ihm kommt der Geist zu Hilfe. Er ist unter allen Umständen „in Christus“. (Voigt)

o    Es ergab sich eine neue, unerwartete Missionsmöglichkeit, eben in der Kaserne, Paulus spricht davon nicht in der aktiven Form: „Ich konnte hier Soldaten von Jesus sagen.“ Dass er von Jesus nicht schwieg, war ja selbstverständlich. Wie hätte Paulus irgendwo von Jesus schweigen können. Aber so unbedingt nötig unser Zeugnis ist, über dem Weg des Evangeliums liegt immer das Geheimnis göttlicher Führung und göttlicher Wirkung. Die „Tür des Wortes“ öffnen nicht wir, sondern Gott (Kol 4,3). (de Boor)

o    Alles geschieht ja bei Paulus „in Christus“. Und so hat es sich „in Christus“ oder, wie wir auch hier das griechische „en“ übersetzen können, „durch Christus“ ereignet, dass man in der ganzen Kaserne von diesem merkwürdigen Gefangenen sprach, der sich so völlig von alledem unterschied, was man sonst wohl von Verhafteten in der Kaserne zu sehen bekam. (de Boor)

o    Nun erreicht das Evangelium Menschen, an die es sonst nie herangekommen wäre. (de Boor)

o    Wie kann man aus der verschärften Gefangenschaft eines Bruders „Zuversicht schöpfen“ (14)? Es kann wahrlich nur als ein Wunder, wider alles Übliche, „im Herrn“ geschehen. Oder wie kann man zu den Fesseln eines Bruders „Vertrauen gewinnen“? Nun, wir wissen es aus den Zeiten des Kirchenkampfes, wie bei Verhaftungen leicht das Fragen aufkam: Ist der Bruder nicht doch selber schuld? Ist nicht an den gegen ihn erhobenen Vorwürfen doch am Ende etwas daran? Solche Bedenken mögen damals in Rom sich auch gegen den aus der Ferne gekommenen Paulus, über den „man doch so Verschiedenes hörte“, erhoben haben. Aber nun haben sich die Brüder überzeugt, dass Paulus wirklich nur um des Evangeliums willen seine Fesseln trägt, sie haben „im Herrn“ Vertrauen zu seinen Fesseln. (de Boor)

o    Von Paulus wird mit großer Offenheit eine Not ans Licht gestellt(15), die im Lauf der Geschichte der Gemeinde sich immer wieder gezeigt hat. … Der „Neid“ mischt sich ein – bei Predigern des Evangeliums. Wie tief wurzelt er in unserm Herzen, tiefer als manche grobe Sünde. (de Boor)

o    Wo Neid sich regt, gibt es notwendig Eifersüchteleien und „Streit“. Aus dem Neid wächst die Schadenfreude. … Sie (15) denken bei ihrer lebhaften und mutigen Arbeit zuletzt an sich selbst, an Einfluss in der Gemeinde. (de Boor)

o    Es schließt immer jeder von sich auf andere; der Ehrgeizige sieht den Ehrgeiz auch in das Herz des Beneideten hinein. (de Boor)

o    „Glaube“ ist jene ganz eigenartige Gewissheit (19), die von „Sicherheit“ ebenso weit entfernt ist wie von „Unsicherheit“. (de Boor)

o    Nur ein Ziel kann mir nie genommen werden, ein Ziel kann ich als Gesunder und als Kranker, als Gefangener und als Freier, als Lebender und Sterbender verfolgen: „dass Christus groß gemacht wird an meinem Leibe, sei es durch Leben oder durch Tod“ (20). Angesichts dieses mächtigen Zieles verliert die Frage nach dem Ausgang des Prozesses die beklemmende Wichtigkeit. (de Boor)

o    „Leben heißt für mich Christus“ (21). Und doch, erst da, wo das als einfache Wirklichkeit bezeugt werden kann, wird auch das andere wahr, dass „Sterben Gewinn“ bedeutet. (de Boor)

o    Paulus spricht ja hier von einem „Gewinn“ (21), den ihm das Sterben und nicht erst die Wiederkunft des Herrn bringt. Und in seinem Verlangen, das er bezeugt, fasst er das „Aufbrechen“ und das „mit Christus sein“ so eng in eins zusammen, dass wir kein Recht haben, es durch eine lange Zeit des Totseins oder des Seelenschlafes auseinander zu reißen. Die Stelle verlöre dadurch ihre eigentliche Kraft im ganzen Zusammenhang der Aussagen. (de Boor)

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