70-1 Der reiche Narr – Lk 12,15-21

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Lk 12,(13-14) 15-21

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Warum geht dieser Mensch zu Jesus? 13
  • Beachte den Bruch zum vorherigen Abschnitt!
    • Was ist Jesus wichtig (1-12), was ist Menschen wichtig?
  • Wie wurde das Erbe in Israel geteilt? à Lexikon
  • Warum sagt Jesus nichts zum Thema „erben“? 14
    • Was will Jesus mit seinem Satz sagen?
  • Beachte, wie Jesus die Situation nutzt, um zu lehren! 15
    • Was ist Habgier?
    • Woran erkenne ich Habgier in mir?
    • Welche Güter, die ich habe, brauche ich eigentlich nicht?
  • Was ist ein Gleichnis? à Lexikon 16
  • Sind die Überlegungen des Bauern schlecht? 17-19
  • Hat Gott etwas gegen Ruhe, Erholung und dankbares Genießen?
    • Was ist in an den Überlegungen schlecht?
  • Wo kommt Gott in den Überlegungen vor?
    • Wie plant er für seine Mitmenschen mit?
  • „Aber Gott“ – Was will Jesus mit diesen zwei Worten sagen? 20
  • Wer ist ein „Narr“?
    • Warum nennt Gott ihn einen Narren?
  • Das Wort Seele wird hier wiederholt. Was bedeutet es?
    • Was meint „Seele fordern“?
  • Wie geht es für den Bauern danach weiter?
    • Welchen Wert haben all die Dinge, die ihm Ruhe gaben, noch für ihn?
    • Was gibt dir „Ruhe“? Womit beruhigst du dich?
  • Worin bist du klüger als der Bauer?
  • Beachtet, Jesus verallgemeinert zu einer Lehre! 21
    • Wie kann man „reich bei Gott“ sein?
  • Was kannst du besser machen?
    • Was wirst du wie umsetzen?
  • Kennst du Personen, die deiner Meinung nach „reich bei Gott“ sind?
    • Was zeichnet sie aus?
  • Kann man „Schätze“ besitzen und zugleich reich bei Gott sein?
  • Beachte den Textzusammenhang bei Lukas!
    • Um was geht es im nächsten und übernächsten Abschnitt?
    • Kannst du einen inneren Zusammenhang in diesem Kapitel sehen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

o

o

o

o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

o

1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

o

2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Voigt meint: Die Geschichte (16-20) ist kein Gleichnis, sondern eine Beispielerzählung.

o    Jesus gilt als Rabbi, denn es war Sache der Schriftgelehrten, Rechtssachen zu entscheiden (13). Will der verklagte Bruder dem Kläger auch das bescheidende Teil nicht geben, das das Gesetz (4Mo27,8ff; 5Mo 21,17) ihm zuspricht (15,21)? Oder steht hinter der Forderung das Verlangen, das Erbrecht zu reformieren (gleicher Anteil für alle)? (Voigt)

o    Jesus, der von sich abwies, was ihm nicht zukam, erkannte damit zugleich die Verpflichtung aller derer an, die dazu eingesetzt sind. (Rienecker)

o    Jesu Sorge richtet sich nicht so sehr auf die Not der „Armen“, sondern vielmehr auf die Gefahr, in der die Reichen sind. (Stählin)

o    „fordern, abfordern“ ist das übliche griechische Wort für das Begehren dessen, der sein einem Anderen übergebenes Eigentum zurückverlangt. (Voigt)

o    Er muss seine Seele herausgeben, die er doch als die „Seinige“ festhalten möchte. (Rienecker)

o    Die Thematik unseres Textes ist ähnlich der Thematik des 15. Sonntages n. Trin. (Mt 6,25-34). … Ging es in Mt 6 gegen die Sorge, so geht es hier gegen die falsche Sicherheit. (Voigt)

o    Ein klassischer Erntedankfesttext ist dieser Abschnitt nicht. (Voigt) Es gäbe andere Möglichkeiten: Siehe Einleitung!

o    Weltschöpfung und Welterhaltung haben ihr Ziel im Eschaton (der Ewigkeit). (Voigt)

o    Es ist gut, dass diese schlichte Beispielerzählung uns vor die „letzte“ Frage stellt und mit den Worten „reich sein auf Gott hin“ (21) auf das hinweist, was unser eigentliches Leben ausmacht. (Voigt)

o    Es heißt nicht: Niemand darf viele Güter haben. Gewiss zieht sich aber durch das Lukasevangelium, wie ein roter Faden, die Kritik am Reichtum und an den Reichen. (Voigt)

o    Jesus warnte alle Hörer, weil fast alle Menschen an diesem einen Grundübel leiden. … Der griechische Ausdruck für „Habgier“ meint: die Begierde, immer mehr zu haben und das Verlangen, das zu behalten, was man hat. … Dieses doppelte Verlangen beruht auf einem abergläubischen Vertrauen zu den irdischen Gütern, deren Besitz man mit dem Glück gleichstellt. (Rienecker)

o    „Sehet zu …“ (15) Man muss sehr genau hinsehen. Bei Geiz und Habgier handelt es sich oft um ganz verborgene Tatbestände. … Vielleicht ist der Grund: die Familientradition, eine schwere, entbehrungsreiche Jugend, Liebesersatz, Angst oder Alleinsein. (Bösinger)

o    Hütet euch vor dem Geiz, wie vor Aids oder einem tollwütigen Hund. (Bösinger)

o    Wovon lebt der Mensch?

o    Habgier erkennt man nicht daran, wie viel etwas kostet, sondern daran, was man zu zahlen bereit ist. Kostet Sie etwas Ihren Glauben oder Ihre Familie, so ist der Preis zu hoch. (Lucado)

o    Die moderne Wirtschaft ist ein kompliziertes Miteinander, Zueinander und Ineinander vieler Einrichtungen, und überall sind Menschen tätig. … In der arbeitsgeteilten Gesellschaft dient jeder jedem. Wir brauchen einander. Jeder ist darum auch jedem Dank schuldig. (Voigt)

o    Der reiche „Kornbauer“ handelt richtig, wie Joseph in Ägypten richtig gehandelt hat (1Mo 41,32ff). … Das der reiche Bauer ein „Narr“ genannt wird, hat einen anderen Grund. Er lebt in falscher Sicherheit. (Voigt)

o    Der Bauer wäre nicht reich, wenn er nicht auch früher aufgepasst und geschäftliches und organisatorisches Talent entwickelt hätte. Ein Managertyp. … Der Mann weiß nicht, von wem er sein Leben hat. (Voigt)

o    Der Mann hat an sich nichts Böses getan. Er steht vor aller Welt als kluger Ehrenmann da, ist sehr fleißig, tüchtig und erfolgreich in seinem Beruf und ist doch vor Gott ein Narr. (Rienecker)

o    Ohne Gott und Sonnenschein, bringen wir die Ernte ein! (Motto in der ehemaligen DDR)

o    Zum Nachdenken: Zwei Ingenieure: „Hallo Gott! Wir haben alle Rätsel und Geheimnisse gelöst. Wir brauchen dich nicht mehr.“ Gott: „So?“ Die Männer: „Trittst du ab, wenn wir einen Menschen aus Erde schaffen? So wie du in 1. Mose 2,7!“ – Gott: „Einverstanden.“ Die Männer fangen an zu graben, um die Erde vorzubereiten. Da kommt die Stimme aus dem Himmel: „Halt! Doch nicht mit meiner Erde! Ihr müsst schon eure Erde nehmen! (www.gott.net)

o    Es ist aufgefallen, dass der reiche Kornbauer nur mit seiner eigenen „Seele“ spricht. Es fehlen in seinem Leben die personalen Beziehungen. Er geht nur mit Sachen um. (Voigt)

o    Der Kornbauer spricht zu sich selbst. … Er wird erfahren, dass dies alles ihm nicht gehört. (Rienecker)

o    Dieser Mensch findet nicht heraus aus dem eigenen Ich. Er ist wie verkapselt. … Der verkapselte Mensch muss geizig sein. Der erlöste Mensch darf „reich sein für Gott. (Bösinger)

o    Die 6 „ICH“ des Bauern: Was soll ich tun – ich habe nicht – wo ich – ich will – ich will – ich werde sagen. (Rienecker)

o    Er hat nicht gemerkt, dass ein reicher Ertrag seiner Felder ein Geschenk ist. (Voigt)

o    Er ist mit seinem Reichtum allein. Seine Welt besteht aus Ich und Es. Er hat das Du nicht entdeckt, von dem ihm alles kam. Er hat nicht gemerkt, dass da eine große Liebe im Spiel ist, die ihm dies alles zuwachsen ließ; dass das, was da in den Scheunen lagert und was davon täglich auf den Tisch kommt, Gaben sind, hinter denen ein Geber steht. (Voigt)

o    Der Bauer hat eine nur-weltliche Zukunftshoffnung: denn das, worauf der Mann sich aufgrund seiner Vorräte freut, ist das, was wir von der Vollendung des Reiches Gottes erwarten, nämlich das Zur-Ruhe-Kommen, das Essen und Trinken in der vollendeten Welt und die Freude. (Voigt)

o    In der Wirtschaft „produzieren“ wir und „stellen her“ – aber eben Gegebenes! (Voigt)

o    Nicht die Dinge geben und erhalten unser Leben, sondern Gott tut es – durch die Dinge. (Voigt)

o    Wir reden der Seele ein, dass sie von Dingen lebe! … Das reden wir uns so kräftig ein, dass es uns ganz kräftig ausgeredet werden muss. Und den Gott dazu bestellt hat, das ist der Tod! … Aber wir werden nicht so zur Erde, wie eine Rübe, die man auf dem Acker gelassen hat. (Bösinger)

o    Was wir an Erntegaben auf dem Altar aufbauen, ist nicht „Schmuck“, sondern sollte verstanden werden von den Erstlingsgaben her, die die Gemeinde des Alten Bundes Gott darbrachte. Gehört die erste Garbe (3Mo 23,10.17) Gott, dann kommt darin zum Ausdruck, dass das Ganze Gott heilig ist (vgl. Rö 11,16; 4Mo 15,18-21), also Ihm gehört. (Voigt)

o    Bei einem Erntedankfest erfährt man, woher das Leben kommt. (Bösinger)

o    In der Ernte wird anschaulich, dass wir Gottes Gäste sind. (Voigt)

o    In unserer Arbeit ist der schenkende Gott wirksam. (Voigt)

o    Wir sollten aus dem Monolog herauskommen, wie ihn der Kornbauer führt. Der Dialog mit Gott verwirklicht unsere menschliche Bestimmung, Gottes Ebenbild zu sein. (Voigt)

o    Erkennen wir das? So entstehen „Kornbauern, von denen gilt: Es war ein Mensch, dessen Feld hatte – gut, mittelmäßig, schlecht – getragen. Da sprach er: „Lobe den Herrn meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat …!“ (Bösinger)

o    Im Dank bekennen wir uns nicht nur zu unserer kreatürlichen Abhängigkeit von Gott, sondern dazu, dass wir die Zuwendung seiner Liebe zu uns bemerkt, begriffen haben. (Voigt)

o    Aus Dingen, die wir bisher lediglich als Sach- und Gebrauchswert gesehen haben, werden Geschenke Gottes. (Voigt)

o    Wir empfangen nicht nur Kalorien, wir empfangen Liebe. (Voigt)

o    Das tägliche Tischgebet ist der Erntedank des Alltags. (Voigt)

o    Jesus weiß, dass Reichtum die Menschen fast überall daran hindert, sich Gott zuzuwenden (18,24f; 8,14; 21,34 – 12,34). (Voigt)

o    Jesus tritt nicht auf die Seite derer, die mehr haben wollen, aber er übt Kritik an denen, die an ihrem Besitz festhalten. Warum? (Voigt)

o    Der reiche Kornbauer müsste Gott für sich entdecken – und damit auch seine Mitmenschen. … Er braucht keinen Zweiten, auch keinen zum Mitfreuen und keinen zum Beschenken. (Voigt)

o    Während der Reiche noch in der Wahnvorstellung künftiger Genüsse schwelgt, wird von Gott das Urteil über den törichten Menschen gefällt. Es sind ihm nicht einmal so viele Stunden beschieden, als er sich Lebensjahre erträumte. (Rienecker)

o    Eine Lebens(ver)sicherung die sich gegenüber dem Tod nicht bewährt, ist Narrheit. Der Tod ist die Frage nach dem bleibenden Reichtum. (Gollwitzer in Voigt)

o    Der Text schildert die Art und Weise, wie sich die Habgier die Zukunft vorstellt und mit ihr rechnet. Der zweite Teil deckt die verhängnisvolle Torheit auf, die Geiz und Habgier in Wirklichkeit sind. (Rienecker)

o    Dass wir leben, das beruht auf dem Schöpferwillen Gottes, der uns unsere Zeit zumisst. (Voigt)

o    Indem der Mann sterben muss, tritt ihm der bisher immerzu übersehene, vernachlässigte, unterschätzte, wahrscheinlich sogar verachtete Gott unentrinnbar in den Weg. … Aber da ist nun einmal Gott. (Voigt)

o    Um des Geldes oder des Autos oder des Hauses willen kann man in die Hölle kommen. Man kann aber auch mit Geld und Auto und Haus in den Himmel kommen. (Bösinger)

o    Es könnte sein, dass einer ganz reich war und sich alles leisten konnte, aber nun plötzlich in fataler Armut vor Gott steht, von dem er bisher immer gemeint hatte, er sei keiner Beachtung wert. (Voigt)

o    Einer, der im Februar 1945 in der Bombenkatastrophe Dresdens verschüttet war und nicht mehr zu hoffen wagte, dass er aus dem kleinen Kellerloch wieder rauskäme, hat davon berichtet, wie in solcher Lage die aufregenden Fragen, mit denen man sich ein Leben lang beschäftigt hat, unwichtig werden und ganz neue Fragen sich stellen, auf die man so, wie sie sich stellen, noch nie gekommen war. (Voigt)

o    Reich in Gott sind die geistlich Armen, die nach Gerechtigkeit Hungernden (usw.). Ihr Reichtum besteht darin, dass sie wissen, auf wen sie sich berufen können, wenn es um die zuletzt allein übrigbleibenden Fragen geht. (Voigt)

o    Wie hätte der Kornbauer denn handeln müssen, um nicht zum Narren zu werden? Wie hätte seine Rede gelautet, wenn er klug gewesen wäre? – Sie wäre ein Gebet gewesen, in etwa so: „Ich danke dir mein Gott, dass du mich so reich gesegnet hast. Du hast mir seinen solchen Ertrag geschenkt, wie ich es mir nie zu erwarten getraut hätte. Ich bitte dich: Bewahre mich davor, dass ich mein Herz daran hänge. Lass mich nicht vergessen, dass nicht dies mein Leben reich macht, sondern du selber, der du mich liebst und ein herrliches Erbteil für mich bereithältst, das mir ewig gehören soll. Und hilf, dass ich das, was du mir jetzt gegeben hast, recht gebrauche und dass ich es unverbittert loslassen kann, wenn du es mir nimmst!“

o    Geht und weiht alle eure Dinge Gott! Ihr kommt dadurch nicht zu kurz. … Geht in euer Büro und sagt: Ich weihe alle meine Gelder Gott! Geht auf den Acker und sprecht: … Geht in die Garage und sagt: Für Gott fahren zu dürfen, soll mir eine Freude sein. … Geht um euer Haus und durch den Garten und sagt: Es ist nicht nötig, dass ich hier wohne. Und ich werde es auch nicht immer tun. Es ist nötig, dass Gott hier wohnt. (Bösinger)

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