59-3 Niemand ist gut als Gott allein – Mk 10,17-27

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Mk 10,17-27

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

o    Auf welchen Weg wollte Jesus sich machen?                       17

o    Wer ist hier mit „einer“ gemeint? Vgl. bei Mt und Lk!

  • Warum kniete er nieder?
  • Was bedeutete der Kniefall für die Menschen damals und besonders für die Juden?

o    Warum wählt der Mensch die Anrede: „guter Meister“?

  • Beachte, dass ihm wirklich am ewigen Leben liegt!
  • Beachte, dass es ums „Tun“ geht!

o    Beachte den Kontrast „aber“!                                               18

o    Warum widerspricht Jesus dem Mann so stark?

  • Was ist mit dem Wort „gut“ gemeint? Wie ist es zu verstehen?

o    Warum spricht Jesus die Gebote an?                                  19

  • Welche der 10 Gebote zählt Jesus nicht auf?
  • Welches Gebot gehört nicht zu den 10 Geboten?
  • Warum war Jesus dieser Punkt wichtig?

o    Was für eine Antwort!! – Ehrlich aus seiner Sicht!                 20

o    Beachte die Reaktion Jesu!!!                                               21

  • Was meint das Wort „ansehen“?
  • Warum „gewann Jesus ihn lieb“?

o    Warum fordert Jesus von dem Mann den Verkauf aller Güter?

  • Forderte Jesus von ihm den Verkauf aller Güter?

o    Was ist mit „Eines fehlt dir“ gemeint? Vgl Lk 10,42

o    Was ist mit dem „Schatz im Himmel“ gemeint?

  • Kann man sich den mit Armut erkaufen?

o    Was meint Jesus mit „Komm“?

  • Wohin soll er Jesus nachfolgen?

o    Beachte den „traurigen“ Kontrast!                                        22

o    Beachte das Bindewort „denn“!

  • Welchen Zusammenhang will es aufzeigen?

o    Was ist hier mit „unmutig“ gemeint?

o    Beachte die Wiederholung: „Jesus sah“                               23

o    Was möchte Jesus Seinen Jüngern mit Seinem Satz sagen?

  • Warum kommen Reiche schwer ins Reich Gottes?

o    Was ist das „Reich Gottes“?

  • Wie kommt man hinein?

o    Beachte das erneute zweifache „aber“                                  24

  • Warum „entsetzen“ sich die Jünger?

o    Beachte die zärtliche Anrede Jesu an die Jünger!

  • Warum wird Jesus hier so „weich“?
  • Was ist das Schwere am Eintritt ins Reich Gottes?

o    Beachte, dass Jesus hier nicht mehr nur von den Reichen redet!

o    Was will das Bild vom „Kamel und Nadelöhr“ sagen?             25

  • Was heißt das für die Reichen und das Reich Gottes?
  • Wann ist einer ein „Reicher“?
  • Gehörst Du zu den Reichen?

o    Beachte das wiederholte „Entsetzen“!                                  26

  • Warum entsetzen sich die Jünger „noch viel mehr“?

o    Warum reden sie (nur) „untereinander“?

o    Wen meinen sie mit der Frage: „Wer kann dann selig werden“?

  • Zerschlägt Jesus ihnen gerade eine innerliche Vorstellung?

o    Beachte den Kontrast „aber“!                                               27

  • Beachte den Kontrast zwischen Gott und den Menschen!
  • Beachte den Kontrast zwischen „möglich“ und „unmöglich“!

o    Beachte das Bindewort „denn“!

o    Was wollte Jesus mit diesem Satz Seinen Jüngern sagen?

o    Was wollte Jesus, dass Seine Jünger aus dieser Begegnung mit dem Reichen lernten?

o    Warum hat Markus diese Begebenheit für sein Evangelium ausgewählt?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

o

o

o

o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

o

1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

o

o

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o

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Unser Text gehört zu dem größeren Abschnitt 17-31. (Voigt)

o    „Als Er sich auf den Weg machte“ (17) „Weg“ ist hier ein zielstrebiges „hinauf nach Jerusalem“ (10,32), bereit zu leiden, zu sterben und aufzuerstehen. Was kann schon dabei rauskommen, wenn dieser Leidensherr nun um Lebensberatung gebeten wird, als eben Nachfolge „unter Verfolgungen“ (30). (Pohl)

o    Kniefall war gegenüber Rabbinen nicht üblich (vgl. aber 5,6.22), das Attribut „gut“ auf israelischem Boden nur in Bezug auf Gott. (Voigt)

o    Die Anrede Jesu als Rabbi ist, besonders bei Markus, öfter zu finden. (Voigt)

o    „Lief einer herbei“ (17) – So flehentlich wie der Aussätzige in 1,40 und seelisch so erschöpft wie der Synagogenvorsteher in 5,22 übte er vor Jesus die Geste tiefster Ergebenheit und äußerster Ernsthaftigkeit. Alles Biografische tritt dahinter zurück. Er war nur einer, der vor Jesus kniete; und vor dem man kniet, dessen Herrentum unterwirft man sich. … Dieser Lehrer, der „letzte Fragen“ in ihm aktiviert hatte, sollte sie ihm jetzt auch beantworten. (Pohl)

o    Ewiges Leben (17): „der ersehnte Gegenstand eschatologischer Erwartung, mit dem Begriff der Auferstehung verknüpft. (Voigt)

o    Ewiges Leben hängt für uns davon ab, ob Gott uns bei sich haben will. (Pohl)

o    Erbe: der Landanteil im Lande der Verheißung. (Voigt)

o    „Gut“ (18) kann im Sinne von „gütig“, aber auch im Sinne von „sittlich vollkommen“ verstanden werden. (Voigt)

o    Jesus sagte nein zu einem Gutsein ohne Sohnsein, nein zu einem Gutsein, das nicht die Einzigartigkeit Gottes auf den Leuchter stellt. (Pohl)

o    Der Ton auf dem durchdringenden Zahlwort: ein Gott, keine Nebengötter, nicht selbst sein wollen wie Gott (12,29.32). Jesus richtet das erste Gebot auf. (Pohl)

o    Mit V 19 geht Jesus zur sachlichen Antwort über und verweist auf die Gebote der zweiten Tafel des Dekalogs. Die Reihenfolge der Gebote schwankt in den verschiedenen Handschriften. (Voigt)

o    Man könnte Jesu Antwort (19), indem sie auf Selbstverständliches verweist, als eine Verweigerung der Antwort ansehen. (Voigt)

o    Es gelingt nicht, vorbei an den altbekannten Geboten des allein guten Gottes das Leben zu gewinnen. (Mi 6,8; Lk 16,29; Mk 10,3) (Pohl)

o    Es geht um „Liebe deinen Nächsten!“. Nächstenliebe ist die Kehrseite der Gottesliebe. Gott steht nämlich in einer fast ärgerlichen Weise immer auf der Seite des Nächsten und besteht darauf: Liebe ihn! (Pohl)

o    Pharisäische Frömmigkeit denkt so (20 – Gal 1,14; Phil 3,6). Dass man Gottes Gebote halten kann, ist ihr kein Problem. (Voigt)

o    Man darf die unerbittliche Härte der Forderung Jesu (21) nicht missverstehen; Jesus liebt den Frager. Der Blick Jesu (V 21.23.27) zeigt wohl, dass es nicht nur um Sachfragen, sondern um persönliche Verbundenheit mit Ihm geht. (Voigt)

o    Was mangelte, war Qualität, nicht Quantität. Ihm fehlte die Grundlage, nicht etwas Zusätzliches. Um es genauer zu bestimmen: Das Eine (21) ist der Eine von V. 18, ist die Aufrichtung des ersten Gebots in seinem Leben. (Pohl)

o    Bei jeder Gebotserfüllung fehlte die Erfüllung des ersten Gebotes, dieses Ganz-Gott-Gehören. Immer blieb er sein eigener Herr. (Pohl)

o    Die Weisung, verkaufe, was du hast (21), ist nicht generelle Forderung, sondern aktuelles Gebot in dieser Situation, in der es um die Nachfolge geht. (Voigt)

o    Es geht ums „ewige Leben“, wie 26 zeigt, ums „Gerettetwerden“, um den Anteil an Gottes vollendeter Welt. Der junge Mann ist, was die Ernsthaftigkeit seines Fragens angeht, wahrscheinlich uns mit unseren üblichen Theologen- und Laiengesprächen weit voraus. Er wäre sonst auch nicht nach dem Scheitern seines Gesprächs mit Jesus so „betrübt“ weggegangen. (Voigt)

o    Stellen wir uns dem Text, so wird auch er uns in Bestürzung und Verlegenheit bringen – wie den jungen Mann und die Jünger. (Voigt)

o    Frei sein von den tausend kleinen und großen Dingen, die wir selbstverständlich zum Bestand unseres Lebens rechnen; haben, als hätten wir nicht; ohne mit der Wimper zu zucken, drangeben können, was Jesus, wenn es sein muss, uns hinzugeben befiehlt oder was Gottes „unerforschlicher Ratschluss“ uns ungefragt nimmt: Dies alles soll nicht, als sei damit zu viel verlangt, weggeschoben werden. (Voigt)

o    Dass wir uns so schlecht aufs Loslassen verstehen und die Frage nach der Armut um Christi willen nicht einmal erwägen, ist ein bedenkliches Zeichen für unseren Christenstand. (Voigt)

o    Es geht, wenn man so will, um die Frage des ersten Gebots. … Es gibt nur eine Weise, Gottes Gebote zu halten, die dem in ihnen liegenden Anspruch Gottes wirklich gerecht wird: mitgehen mit Jesus, Ihm gehören. … An der Auseinandersetzung mit dem Reichtum wird dies nur durchgespielt; man könnte sich auch andere Beispiele denken (Macht, Geltung, Eros). (Voigt)

o    Jesus fordert von diesem Mann die Nachfolge unter Preisgabe seines Reichtums! Gerade dies wird der Prüfstein sein müssen, ob er bereit ist, aus einem Leben, in dem allein sein Ich bisher die Oberhand hatte, herauszutreten, damit ein ganz Neues werden kann. In der Nähe des Lehrers, der ihn in das neue Sein herüberholen, ja herüberlieben will, soll dieses „Neue“, dieses „Ganz andere“ werden. (Rienecker)

o    Jesus hebt das Gesetz nicht auf, Er denkt, was es mit dem Gesetz auf sich hat, zu Ende (Mt 5,17). Jesus redet uns unser Pflichtbewusstsein nicht aus, im Gegenteil: Er treibt es damit so weit, dass wir sehen müssen, wohin man damit kommt. Nicht, um uns in unserer Einstellung in die Sackgasse zu führen, sondern deshalb, weil Gott uns wirklich ganz will (12,30) und darum jede Ermäßigung Seines Anspruchs an uns unvertretbar wäre. (Voigt)

o    Man weiß, dass das Ewige im Zeitlichen entschieden wird, und so gewinnt das Zeitliche einen letzten Ernst. Der Mann ist bereit etwas zu tun. Er wartet auf Weisung. (Voigt)

o    Wer Jesus ist und dass man Ihn keiner Sünde überführen kann, kann der Frager gar nicht entdeckt haben, und so kann Jesus mit ihm auch nur auf der Ebene des rein menschlichen verhandeln. Jesus geht auf die Denkvoraussetzungen Seines Gegenübers ein. Der wird der – allerdings korrekturbedürftigen – Meinung sein, das Gutsein sei eine menschliche Möglichkeit, die bei diesem Rabbi aus Nazareth Wirklichkeit geworden ist. (Voigt)

o    Gott allein ist gut, wir Menschen sind „arg“ (Mt 7,11; 12,45). Wenn der junge Mann meint, den Weg zum ewigen Leben zu finden, indem er einfach einsetzt, was im Menschen liegt – und was er bei diesem Rabbi bereits verwirklicht sieht -, so irrt er. (Voigt)

o    Jesu Kritik am Gesetz – als Heilsweg, als „Weg zum Leben“ verstanden – bestand nicht darin, dass Er es leichtnahm und vernachlässigte, sondern darin, dass ER es radikalisierte, es also nicht auf ein erschwingliches Pflichtpensum hin auslegte, so dass man wissen konnte, wann das Erforderte geschafft war; Seine Kritik am Gesetz geschah so, dass Er das Recht des Schöpfers auf Sein Geschöpf ungeschmälert zur Geltung brachte. (Voigt)

o    Gott will unseren Gehorsam nicht nur an der Peripherie, sondern im Zentrum (7,15-23). (Voigt)

o    In der Gedankenwelt dieses Jünglings behält der Mensch viel zu sehr eigenes Gewicht. … Er hält es für ganz selbstverständlich, dass den guten Taten, dem „Gutsein“ ohne weiteres das ewige Leben als Erbe zufällt. (Rienecker)

o    Jesus will einen Gehorsam, der bis in die feinsten Verästelungen der Motive hinab reicht (Mt 5,21ff) und Gott ebenso ungeteilt dient, wie Gott in sich ungeteilt (das ist mit „Vollkommen“ gemeint) ist (Mt 5,48). (Voigt)

o    Darf man es dem jungen Mann glauben (20)? Jesus bestreitet es nicht. Es ist ja eigentlich auch alles ganz einfach. Hat sich Jesus bewusst auf die zweite Tafel der Gebote beschränkt? … Jedenfalls legt Er den Finger auf die Alltagspflichten in einem normalen Leben. … Soweit stimmt es bei dem jungen Mann. Und doch fragt er: „Was fehlt mir noch?“. Er ist damit vielen unter uns voraus. (Voigt)

o    Der junge Mann gibt zu erkennen, dass er den moralischen Standard des „anständigen Menschen“ nicht als hinreichend ansehen kann. Was für eine Erkenntnis! „Nach der Gerechtigkeit im Gesetz … unsträflich“ (Phil 3,6) – aber es fehlt noch etwas! (Voigt)

o    „Gib alles“ – Der junge Mann bringt es nicht übers Herz (21f). Verlangt Jesus dies wirklich? Von manchen hat Er es verlangt (28). Manchen traf ein Ruf, der einen solchen Verzicht einschloss. Ein Gesetz ist es nicht. (Voigt)

o    Wollte jemand das hier Verlangte wirklich leisten und es wäre ihm wirklich nichts weiter als eine gesetzliche Pflichterfüllung, dann wären wir keinen Schritt weiter (1Kor 13,3). (Voigt)

o    Wenn es (21) aber kein Gesetz ist, was ist es dann? Der junge Mann soll nicht seinen vielen Leistungen eine letzte schwere Leistung hinzufügen. Er soll, indem Jesus ihn in die Nachfolge ruft, nichts weiter tun als das erste Gebot halten. Gott fürchten, lieben und vertrauen – über alle Dinge! Luther hat im Kleinen Katechismus die Gebote von daher erklärt: Sie werden alle nicht ohne das erste Gebot, sondern mit und in ihm erfüllt. (Voigt)

o    „Verkauf alles“ (21) – Die klarste Erklärung dieses Wortes liefert das Gleichnis in Mt 13,44. Der Mann, der dort „hinweggeht und alles verkauft, was er hat“, tat es vor lauter Freude über das Gefundenhaben. Angesichts des großen Schatzes fiel ihm sein Zeug gewissermaßen aus den Händen. (Pohl)

o    Als ein von seinem Besitz Befreiter wäre dieser Mann nun auch frei gewesen, seine Freiheit fröhlich zu praktizieren. (Pohl)

o    „Gib den Armen“ (21) – Vor lauter Geliebtwerden (21) sollte er Liebe weitergeben. (Pohl)

o    „Komm und folge mir nach“ (21) – Dieser Mann sollte nicht zur Gruppe der sesshaften Jesusanhänger gehören, sondern zum kleineren mitwandernden Kreis, der Heimat, Beruf und Familie verließ. Für die Form der Zugehörigkeit zu Jesus war jeweils der Wille Jesu selbst maßgeblich (3,13; 5,18). (Pohl)

o    „Jesus sah ihn an und liebte ihn“ (21). In dem Augenblick, in dem wir merke, die Liebe Jesu richtet sich auf mich, sind die Gebote kein System von Forderungen und Verpflichtungen mehr, sondern sie werden gewissermaßen eingeschmolzen und gehen in das lebendige Geschehen zwischen Jesu und mir ein. Da wird aus der ruhenden Gesetzlichkeit der lebendige Anspruch Gottes in diesem Augenblick. Jetzt spring! Jetzt wirf dich hinein! Jesus braucht dich, denn Gottes Reich will kommen. (Voigt)

o    Der junge Mann fand Jesus jetzt ganz anders, als er Ihn gesucht hatte. Zu schwer war ihm Jesu „sanftes Joch“ und „leichte Last“ (Mt 11,30). So kehrte er zurück, um sein schweres Joch weiterzutragen. (Pohl)

o    Er bringt es nicht über sich (22). Jetzt, nachdem dieser Test durchgeführt ist, wird klar, dass er „das alles“ (20) gar nicht wirklich gehalten hat. (Voigt)

o    Keiner von uns hat es gehalten. … Wir meinen, Gott zu dienen und gehorsam zu sein, aber immer mit Vorbehalten. Wir sahen: der Reichtum ist nur Beispiel. Vielleicht sind wir wirklich nicht besonders begütert, aber Jesu hat Seine Not mit uns, weil wir andere Lebensbereiche haben, in die wir uns nicht reinreden lassen und hinsichtlich deren wir keinen Spaß verstehen. Jesus hat es hier einmal ans Licht gezogen. (Voigt)

o    Jesus hat, indem Er Gottes Gebot aktualisierte, also zur Forderung der Stunde machte, den Mann herausgefordert, ihm die Chance des ewigen Lebens gegeben, aber Er hat ihn nicht freibekommen. (Voigt)

o    Warum war der junge Mann noch nicht frei für die Freiheit? … Die Ansprüche, die sein Reichtum an ihn stellte, zwangen ihn, sein leeres Leben weiterzuführen. (Pohl)

o    Wenn ein solcher Mann aufgibt, wer will’s dann schaffen! (Pohl)

o    Neben den materiell Reichen, gibt es auch die Geistreichen, Tugendreichen, Liebreichen, Hilfreichen, Kinderreichen und viele Reiche mehr. Und wer nicht reich ist, will es meistens werden (1Tim 6.9). (Pohl)

o    Die von dem jungen Mann gestellte Frage (17b) ist bis hierher noch nicht beantwortet. … Jesu eigenes Resümee (23) löst das Entsetzen der Jünger aus. (Voigt)

o    Reichtum gibt Macht über Menschen und Macht gibt man nicht gern aus der Hand. (Voigt)

o    Kamel und Nadelöhr: eines der hyperbolischen Jesusworte, die sich einprägen und aufhorchen lassen. (Voigt)

o    Hier wird absichtlich das größte auf israelischem Boden lebende Tier der kleinsten bekannten Öffnung gegenübergestellt, um den Eindruck des Unmöglichen hervorzurufen. (Pohl)

o    Es tut sich hier wieder, wie schon 7,20ff, die unüberbrückbare Kluft zwischen Gott und Mensch auf. (Rienecker)

o    Es ist die Menschenart überhaupt dadurch gekennzeichnet an sich selbst und in sich selbst hängen zu bleiben, wenn schon nicht an Gut und Geld, so doch an eigenen Leistungen, eigener Tugend und ähnlichem, und Gott und Seiner Sache bei sich selbst nicht arm und leer gegenüberstehen zu wollen. (Rienecker)

o    Man sollte aus diesem Gespräch Jesu mit Seinen Jüngern nicht nur die harten Klänge heraushören. Es zeigt sich, bei aller Kritik, auch Verständnis für den Reichen und Sorge um ihn. (Voigt)

o    „Wer kann dann überhaupt gerettet werden?“ Eine Frage, die Besorgnis verrät. (Voigt)

o    Man sieht den Mann davongehen (22), und er hat die große Chance seines Lebens – endgültig? – verpasst. (Voigt)

o    Da die Frage so allgemein gestellt wird (24), ist offenbar nicht nur der Reichtum das Problem. „Er ging traurig davon“, denn er liebte seine Bequemlichkeit – denn er wollte nicht zugeben, dass er unrecht hatte – denn er mochte seine Karriere nicht aufs Spiel setzen – denn er meinte, er müsse auf andere Menschen Rücksicht nehmen – denn er fürchtete, er würde als Christ andern zur lächerlichen Figur – denn sein Spezial- und Privatlaster war ihm so lieb (usw.). (Voigt)

o    Wir wollen uns sagen lassen, welch eine große Anhänglichkeit an irdische Güter jeder Mensch hat. Es ist Brauch geworden, dass auch Christen im zunehmenden Reichtum sich des ganz besonderen Segens Gottes rühmen. Sie betonen dabei zwar, dass sie nur als Verwalter von Gott eingesetzt seien. Werden sie sich bewähren, wenn die Echtheit dieser Behauptung von Gott geprüft wird, wenn Er ihnen die „Verwalterposten“ nimmt und sie arm macht?

o    Hatten die Jünger es an der einen Stelle vermocht, Gott wichtiger sein zu lassen als ihre Zolleinnehmerstelle oder den Fischereibetrieb: an anderen Stellen sind sie aus der Nachfolge ausgebrochen (etwa in 35ff; 9,33ff; Lk 22,24.26; Mk 14,10ff; 14,66ff). Die schwachen Punkte können an sehr verschiedenen Stellen sitzen. (Voigt)

o    Die ganze Hingabe an Gott – auf die Gott ein Recht hat – will nicht gelingen. (Voigt)

o    Man wundert sich nicht, dass die Jünger „über die Maßen bestürzt“ (26) sind. Wer es beim Lesen dieses Abschnittes nicht ebenfalls ist, hat ihn noch nicht verstanden. (Voigt)

o    Das ewige Leben zu erlangen ist in der Tat menschenunmöglich. Das ist die Schlussbilanz einer Theologie des Gesetzes. „Aber bei Gott sind alle Dinge möglich“. Setz alle Hoffnungen auf Gottes Wunder! (Voigt)

o    Das Jesus das „Unmöglich“ herausstellt, hat ja nur den Sinn, uns aus dem Zwang fruchtlosen und darum auch heillosen Bemühens zu dem Gott zu rufen, dem alle Dinge möglich sind. (Voigt)

o    Gott kommt zu Seinem Recht und zu Seiner Ehre, indem Er uns Verlorene rettet und damit das uns Unmögliche verwirklicht. (Voigt)

o    Der junge Mann ist traurig weggegangen, nicht mit einem zornigen, brüsken: „Na dann eben nicht!“, sondern im Wissen darum, dass ihm das, worauf es ankommt, immer noch „fehlt“ (21). 2Kor 7,10 So dürfen Sünder zu Jesus kommen: ohne Aktiv-Legitimation, so, wie sie sind, mit allen Misserfolgen und Unzulänglichkeiten und mit allen Scherben, die es in ihrem Leben gegeben hat. (Voigt)

o    Über der Größe der Forderung überkommt ihn der Unwille, der beim Fortgehen in eine tiefe Niedergeschlagenheit übergeht. Aber gerade dies ist kein ungutes Zeichen, weil es eine spätere Besinnung möglich erscheinen lässt. (Rienecker)

o    Das erste Gebot wird nicht durch Leistung erfüllt, sondern dadurch, dass man sich Gott ausliefert, wie man ist, und im übrigen nur auf Ihn hofft. (Voigt)

o    Unser Leben wird gerade dann Gott gehören, wenn wir mit nichts so sehr rechnen wie mit Gottes Wunder, durch das wir „selig werden“ sollen. (Voigt)

o    In einer Welt, in der der Mensch selbst Gott gegenüber Vorbehalte machen muss, ist aber alles vom Misstrauen zerfressen. (Rienecker)

o    In der Hingabe ist das Grundgeheimnis des Lebens angerührt. … Es kommt nichts zur Frucht, was nicht Hingabe erfahren hat. (Rienecker)

o    „Bei Menschen – unmöglich.“ Soweit das Vorwort. Es war notwendig, die Jünger bis an diesen Punkt zu führen. Das Hauptwort lautet: „Aber nicht bei Gott. Alles nämlich ist möglich bei Gott.“ Als in der Erzvätergeschichte Sara über sich lachte wie über das Kamel vor dem Nadelöhr, sprach Gott dieses „Aber“ (1Mo 18,14). Mit diesem Aber hatte es der Glaube des Abraham zu tun (Röm 3,18-21), ebenso der Glaube aller Jünger Jesu (9,23; 11,24). Gottes Allmacht lädt sie zu grenzenlosem Vertrauen ein, gegen alle eigene Feigheit und Faulheit. (Pohl)

o    Nachfolge ist Willigkeit zu fortwährenden Grenzerfahrungen. Der Ruf lautet: Du musst nicht etwas können, aber du musst kommen! (Pohl)

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