51-2 Ganz Israel wird gerettet – Röm 11,25-32

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Röm 11,25-32

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Beachte den Kontext Röm 9-11!
  • Um welches „Geheimnis“ geht es hier? 25
  • „Damit“ – Welchen Zweck hat dieser Absatz?
    • Wer sind die, die sich nicht selbst für klug halten sollen?
  • „widerfahren“ ist Passiv. Wer ist der Aktive in dieser Handlung?
    • Wer oder was ist Israel?
  • Beachte die Gegensätze: „Teil“ – „Fülle“; „Verstockung“ – „Fülle“
  • Was ist die „Fülle der Heiden“?
    • Wie groß ist sie?
  • Was bedeutet das Wort Heil?
  • Was ist mit dem Teil Israels, der nicht verstockt wurde?
  • Wer wird laut Vers 26 dann gerettet? 26
    • „Ein Teil“ oder „alle“?
  • Warum wird Israel gerettet werden? 26-27
    • Welche drei Gründe stehen in den Versen 26-27?
    • Lies die Zitate aus Jes 59,20f; 27,9 und Jer 31,33!
  • Was ist „Zion“?
  • Was ist ein „Bund“? 27
  • Schreibe Vers 28 in eigene Worte um! 28
    • Was meint „im Blick auf das Evangelium“?
    • Was meint „im Blick auf die Erwählung“?
  • Was ist „Erwählung“?
  • Wie können Menschen „Feinde“ und „Geliebte“ zugleich sein?
    • Wieso sind sie „Feinde um euretwillen“?
    • Wieso sind sie „Geliebte um der Väter willen“?
  • Was macht Gott mit seinen Gaben und Berufungen? 29
  • Was ist „gereuen“?
    • Was meint dieser Vers 29?
  • Wer ist „ihr“, wer sind „jene“? 30 + 31
  • Was ist mit „zuvor“ und „jetzt“ gemeint?
  • Wer „hat Barmherzigkeit erlangt“ und wer „wird Barmherzigkeit erlangen“?
  • Wer war Gott mehr ungehorsam – Juden oder Heiden?
  • Warum sind die Juden ungehorsam geworden? 31
    • Was ist mit diesem „Ungehorsam“ gemeint?
    • Sind sie aus eigenem Willen ungehorsam geworden? Vgl. V.25
  • Was ist das paradoxe in den Versen 30-31?
  • Was möchte Gott mit allen tun? 32
  • Wer ist nach Vers 32 die treibende Kraft hinter all diesen Geschehnissen vor 2000 Jahren?
  • Gehören auch die Juden zu „allen“, über die sich Gott erbarmt?
  • Was meint das Wort „einschließen“?
    • Wie schließt Gott jemanden ein?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Die Redewendung – „Ich will euch nicht in Unkenntnis lassen“ – und die erneute Anrede zeigen, dass ein neuer Abschnitt beginnt. (de Boor)

o    Israel wird gerettet werden, (1.) weil es geschrieben steht, (2.) weil Jesus alle Gottlosigkeit abwenden und (3.)alle Sünden wegnehmen wird. (26-27)

o    Die entscheidenden Sätze liegen in den Versen 26.29.32 vor (Voigt)

o    Was, von 9,1 an, wie ein experimentierendes, die Grenzen theologischer Aussagemöglichkeiten abtastendes dynamisches Nachdenken wirkt, erweist sich vom Schluss her als konsequente Anwendung des Rechtfertigungsglaubens auf den Lauf der Heilsgeschichte. (Voigt)

o    Ein „Geheimnis“ ist kein „Rätzel“. Es ist nichts in sich selbst Unverständliches, aber es ist etwas jetzt noch Verborgenes, das erst später deutlich ans Licht treten wird. So steht auch hinter dem „Rätsel Israel“ ein göttliches „Geheimnis“, ein jetzt noch verborgener Plan Gottes. (de Boor)

o    Gott könnte wohl bereuen (1Mo 6,6; 1Sam 15,11.35; Ps 106,45; Jer 19,8.10; Joel 2,13; Jona 4,2), aber zu seinen Verheißungen steht er, sie sind „unwiderruflich“. (Voigt)

o    „Kirche und Synagoge“ ist das Thema, und zwar im Ganzen der Heilsgeschichte Gottes. – Unsere Befangenheit liegt darin, dass wir einen Text predigen, der von Israel in seiner „Verhärtung“ spricht (25) – wo wir uns doch selber so sehr als Verhärtete erwiesen haben, so schauerlich, dass uns das Reden zu diesem Thema eigentlich im Halse stecken bleiben müsste. (Voigt)

o    Es steht uns schlecht an, auf die Ereignisse des Jahres 70 mit erhobenem Finger zu deuten. Wir stehen mit Israel gemeinsam unter Gottes Gericht. Aber nicht nur dies. Wir sind mit Israel in der Hoffnung verbunden. Der Text denkt im Blick auf das Heil für Juden und Heiden staunend über Gottes Wege nach. (Voigt)

o    Paulus weiß, dass es in dem, was sich zwischen des Herrn Auferstehung und seiner Wiederkunft ereignet, bestimmte Stufen, Stationen, Prozesse gibt. (Voigt)

o    Gerade der Gott von Röm 9-11 erweist seine Souveränität und Freiheit. Aber auch seine Treue und Verlässlichkeit. (Voigt)

o    Israel soll „gerettet“ werden (26); daran ist zu erkennen, was auf dem Spiel steht. … Es geht ja ums Retten – wie aus brennendem Hause. … Wem die Möglichkeit des Verlorengehens nicht zu schaffen macht, dessen „Heilsgewissheit“ ist eine Dreistigkeit oder eine Gedankenlosigkeit. (Voigt)

o    Wir sollten die innere Unruhe des Paulus verstehen. Die Heillosigkeit Israels ist ihm ein schweres Problem. … Wie viel Glaube und Geduld, Entbehrung und Kampf, was für ein Auf und Ab von Segnungen und Züchtigungen, in Bewährung und Versagen, im Hinnehmen und Aufbegehren, im Bekennen und Leiden, im Warten auf das Heil von einem Jahrhundert zum anderen! Und jetzt, da es soweit ist, verwirft Gottes Volk den Erwarteten! (Voigt)

o    Was nach Röm 1,16 sachlich „zuerst den Juden und dann auch den Griechen zukommt, das soll und muss im tatsächlichen Verlauf der Dinge zuerst den Griechen und dann den Juden zukommen. Es sollen die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten sein. … Der „tatsächliche Verlauf“: Die Einladung wurde ausgeschlagen – keiner der vorgesehenen Gäste „schmeckt“ das Festmahl (Lk 24,16-24). Stattdessen kommen „vom Osten und Westen, vom Norden und vom Süden, die zu Tische sitzen im Reich Gottes“ (Lk 13,29). Merkwürdiger Gedanke: Israels Weigerung macht der Mission den Weg zu den Heiden frei (Apg 13,46; 28,28). „Durch ihren Fall ist den Heiden das Heil widerfahren“ (Röm 11,11). Gottes Reich kommt, unaufhaltsam. Wenn die einen sich weigern, läuft es weiter zu den anderen. Ein Satz, der nicht nur für die damalige Konstellation gilt. Wird der Strom am normalen Lauf gehindert, dann sucht er sich ein anderes Bett. (Voigt)

o    Gott sähe wohl gern, dass alle selig werden (1Tim 2,4). Aber es muss dabei bleiben, dass die Verheißung nur an denen wirksam wird, die glauben (Gal 3,22). Die Herstellung des Heils ist kein Zwangsgeschehen. … Für uns gilt es, mit Furcht und Zittern auf die eigene Rettung bedacht zu sein (Phil 2,12) und in Liebe und Sorge um die Anderen die ganze Welt mit dem Evangelium „voll zu machen“ (Röm 15,19).

o    Das Gottesvolk des Alten Bundes wird zuletzt „eingehen“. Aber – und das ist nun der Kern des Geheimnisses – es wird „eingehen“! (Voigt)

o    Paulus erwartet eine reiche und große Ernte des Evangeliums in der Völkerwelt, nach deren vollständigen Einbringen die Rettung Israels erfolgt. … „ganz Israel ist ein häufiger Ausdruck im AT. Er spricht von Israel als einem Ganzen und meint nicht jeden Einzelnen. (de Boor)

o    Merkwürdige Wege Gottes: aus der Verhärtung wird zu seiner Zeit noch Umkehr werden. Gottes Wege sind, wo nötig, Umwege, aber Gott lässt sich von seinem Ziel nicht abbringen und weiß es, auch wo wir ihm das Konzept verderben, auf alle Fälle zu erreichen. (Voigt)

o    Paulus war sicher, dass es sich bei der Verhärtung der Herzen der Juden weder um eine vollständige noch um eine dauernde Verhärtung handele. Sie diente einem bestimmten Zweck und würde aufhören, wenn dieser Zweck erreicht sein würde. (Barclay)

o    Wie jemand zum Evangelium steht, daran entscheidet sich, in welcher Lage er sich vor Gott befindet. … „Feinde des Kreuzes Christi“ (Phil 3,18) sind eben leider auch Feinde Gottes, so wenig ein Jude dies zuzugeben bereit sein kann. … Auch ein Verharren in der Heillosigkeit, in der Nicht-Rettung, im Zustand des Nicht-Begnadet seins und Nicht-Versöhnt seins bedeutet Feindschaft. (Voigt)

o    Des Paulus Brüder sind, „was die Erwählung angeht“, Geliebte. … Sie sind es, weil die den Vätern zuteilgewordenen Verheißungen noch immer in Kraft sind und in Kraft bleiben (3,3; 9,6) Man muss die ganze Paradoxie dieses Satzes festhalten: Die Gott-Verhassten sind Gott-Geliebte. (Voigt)

o    Die Gemeinde darf sich sagen lassen, dass nun eben doch nicht die „Gemeinde“ einfach an die Stelle „Israels“ getreten ist, sondern dass Israel „nicht verstoßen“ in einer neuen „Annahme“ als solches und als ganzes neben der Gemeinde die unwandelbare Treue und die herrliche, sieghafte Gnade Gottes rühmen wird. (de Boor)

o    Heil ist da, wo der Stromkreis geschlossen ist: Da der sich schenkende Gott – hier der glaubend empfangende Mensch. … Gerade der Glaube weiß, was der Unglaube nicht wissen kann: dass Gottes Wahl, sein Heilswille, sein Angebot, sein Für-uns-Sein da ist, ehe wir glauben, und da bleibt, ohne dass wir glauben. … Will man im Bild mit dem Strom bleiben: Die Leitung steht unter Spannung, auch wenn ich nicht einschalte. (Voigt)

o    Gott zieht sich nicht zurück, solange wir nicht glauben, sondern hält seine Verheißung durch: wartend, geduldig, mit dem langen Atem seiner Langmut, alle Enttäuschungen auf sich nehmend und sich durch nichts beirren lassend, in der Liebe, die langmütig und freundlich ist, … (Voigt)

o    Offb 3,20: Auch wenn wir nicht öffnen, er steht geduldig und wartet auf Einlass. (Voigt)

o    Ein Kind, das in einer sturmgepeitschten Nacht am Fenster stand und zuschaute, wie der Sturmwind wütete, soll in diesem Augenblick zu seinen Eltern gesagt haben: „Gott muss heute Nacht die Gewalt über den Wind verloren haben.“ Für Paulus wäre so etwas undenkbar. (Barclay)

o    Man darf sich in seiner Anfechtung daran klammern, dass Gott in seiner Barmherzigkeit aushält und durchhält, obwohl unser Glaube versagt. … Gottes Für-uns-Sein bleibt, auch wenn wir zur Zeit (noch) gegen ihn sind (5,8). (Voigt)

o    Unglaube wird nicht durch Glauben, sondern durch Gottes Barmherzigkeit überwunden. (Voigt)

o    „Fülle der Nationen“ und ein „ganzes Israel“ – das ist das Ende der Wege Gottes, dem alle harten und schmerzlichen Rätsel im jetzigen Erleben dienen müssen. (de Boor)

o    Es ist das Bild vom „Einschließen ins Gefängnis“, das Paulus hier bringt. … Gottes Strenge und heilige Gerechtigkeit schließt uns ein. Das ist die Wahrheit, die wir mit unserem falschen Reden von Gottes Liebe in so gefährlicher Weise verkennen. … Und erst da, wo dieses harte „Einschließen“ gesehen und wo sein ganzes Recht anerkannt ist in dem Verstummen vor Gott, von dem Kapitel 3 sprach, erst da kann das Erbarmen Gottes sein herrliches Werk tun. (de Boor)

o    Die bewegende Kraft der Heils- und Missionsgeschichte ist Gottes Erbarmen. … Wer Gott „in Christus“ kennengelernt hat, der weiß etwas von der heiligen Unruhe der Liebe Gottes, von Gottes Leiden an unserer Verlorenheit und von seinem brennenden Erbarmen (Lk 19,41). Der Gott, der es sich soviel hat kosten lassen, lässt die Dinge nicht laufen, wie sie wollen. (Voigt)

o    Es ist noch nie einer anders gerettet worden, nie wird auch einer von uns anders gerettet werden als eben dadurch, dass Gott sich seiner erbarmt. (Voigt)

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