19-2 Kämpft um den Sieg – 1Kor 9,24-27

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1Kor 9,24-27

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Um was geht es im Abschnitt davor – was bewegt Paulus da?
  • Was ist eine römische Kampfbahn? 24
    • Was zeichnet die Sportler aus?
    • Wie bereiten sich Sportler bis heute auf ihre Wettkämpfe vor?
  • Was will Paulus mit diesem Gleichnis von der Kampfbahn sagen?
    • Was war damals der Siegespreis?
    • Warum wollen die Sportler ihn erringen?
  • „Wie“ sollen wir laufen?
    • Sollen wir besser sein als andere?
    • Wie sieht das „Laufen“ in unserem Leben aus?
  • Was ist mit „alle Dinge“ gemeint? 25
  • Was meint Paulus mit dem „unvergänglichen“ Kranz?
  • Was ist „kämpfen“?
    • Wie kämpfst du für den Glauben bzw. für seine Verbreitung?
    • Gibt es etwas, wovon du dich enthalten musst?
  • Wenn der „unvergängliche Kranz“ wertvoller ist als der „vergängliche“, warum streben dann so viele Menschen nach den vergänglichen Siegen?
  • Beachte den Wechsel von der Lehre zum persönlichen Zeugnis! 26
    • Beachte das Bindewort: „aber“!
  • Was meint Paulus mit dem „Ungewissen“?
    • Was ist das Gegenteil vom „Ungewissen“?
  • Was meint er mit den „Luftschlägen“?
    • Was ist das Besondere an Luftschlägen?
  • Wie ist das zu verstehen: „ich kämpfe mit der Faust“?
  • Beachte „sondern“ à Gegensatz 27
  • Wie „zähmt“ und „bezwingt“ man seinen Leib?
  • Beachte: „damit“?
    • Was will Paulus mit all den Anstrengungen erreichen?

 

  • Warum hat Paulus so deutlich über Kampf und Lohn geschrieben?
  • Was wollte er gerade mit diesem Abschnitt bezwecken?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • Die letzten Sonntage beschäftigten wir uns mit Texten, die Gottes Erscheinungen / Selbstoffenbarungen beschrieben. Mit diesem Sonntag geht es in die Übergangszeit zur Passionszeit. Die Nachfolge Jesus ist ein ernsthafter, entschiedener Lebensstil.
  • Unser Text gehört zu dem großen Abschnitt über die „Freiheit“ (1Kor 6-10), die Paulus als Christ hat und die er selbst in der Liebe und in der Hingabe des Dienstes gegrenzt, die er aber, gerade um sie begrenzen zu können, trainieren muss. Letzteres meinen die Verse 24-27. (Voigt)
  • Der Siegespreis (24) ist der Fichtenkranz. … Vers 25 spricht von den Voraussetzungen. … Es ist einer der Inhalte des olympischen Eides: zehn Monate Training, davon einen Monat in Olympia selbst. Dabei Enthaltsamkeit (Alkohol, geschlechtliche Liebe, bestimmte Speisen). (Voigt)
  • Das Bild vom Athleten fasziniert Paulus immer wieder. Sportler müssen hart und systematisch trainieren, wenn sie gewinnen wollen beim Wettkampf. In Korinth wusste man, wie aufregend Wettkämpfe sein können; denn dort fanden die Isthmischen Spiele statt, nach den Olympischen Spielen die berühmtesten Spiele der Antike. (Barclay)
  • Von dem Kranz, den Christen zu gewinnen haben, sprechen auch 2Tim 4,8; 1Petr 5,4; Jak 1,12; Offb 2,10. (Voigt)
  • Das griech. Wort „bezwingen“ (27) meint „gegen sich selbst boxen“ oder noch genauer „unter das Auge schlagen“. … Das griech. Wort, das hier mit „predigen“ übersetzt wurde, kann im technischen Sinn die Tätigkeit des Ansagers bei Kampfspielen bedeuten (das Ausrufen der Spiele selbst, der Spielregeln, der Sieger und der ihnen zuteilwerdenden Ehrungen). (Voigt)
  • Das Evangelium und die Epistel des Sonntags sind diesmal hart widereinander. Das Evangelium: Gott „lohnt“ aus reiner Güte, aus bloßer Freude am Schenken. Die Epistel: Christenleben ist ein anstrengender Lauf nach dem Ziel, der nur unter Verzicht und Härte gegen sich selbst gewonnen werden kann. (Voigt)
  • Die Epistel hat ihren Platz an diesem Sonntag, der die Vorfastenzeit einleitet. … Es geht um „Einübung“, Abhärtung, Training. (Voigt)
  • Paulus seine so oft bezeugte Glaubensgewissheit wirkt sich in seinem Leben keineswegs einschläfernd aus, im Gegenteil: Sie aktiviert, bringt in Bewegung. … Es hat sich noch keiner den Himmel mit Anstrengung und Verzicht verdient, aber es hat ihn schon mancher durch Leichtfertigkeit, Unentschlossenheit und Weichheit gegen sich selbst verloren (10,1ff). (Voigt)
  • Freiheit bedeutet: „Ich kann …!“ Sicher schließt das ein, dass ich Rechte habe (4ff). Aber noch viel mehr das andere, dass ich anderen Menschen zur Verfügung stehe und ihnen nützlich bin (19ff). Freiheit ermöglicht Liebe und Dienst. (Voigt)
  • Ich könnte mich nie selbst befreien, aber die Freiheit, die ich habe, will gebraucht, verteidigt, eingeübt sein. (Voigt)
  • Die Befreiung, die uns widerfahren ist, bedeutet eine neue Bindung unter „sanftes Joch“ und mit „leichter“ Last (Mt 11,30). Unsere Freiheit besteht darin, dass wir Christus gehören. Er braucht uns für den Dienst an den Menschen, um die er sich müht. (Voigt)
  • Überwunden von und beschenkt mit der in Christus uns zugewandten Liebe Gottes steht nichts mehr zwischen Gott und uns. … Dies ist der Grund dafür, dass Paulus – nicht obwohl, sondern weil er frei ist – sich jedermann zum Knechte macht (19). Weil ihn sein Herr ganz „hat“, sollen ihn auch die Menschen „haben“, zu denen er gesandt ist. (Voigt)
  • Dem inneren Wollen des befreiten Menschen stellen sich äußere Hindernisse in den Weg. Äußere? Sie kommen ja von dem „alten Menschen“ her, der zwar grundsätzlich erledigt und bedeutungslos geworden ist, jedenfalls nicht mehr in Betracht kommt, wenn es um das Verhältnis zu Gott geht. Der alte Mensch ist aber doch noch da und wirkt als Hemmnis meiner Freiheit. (Voigt)
  • Dass „fasten und leiblich sich bereiten … eine feine äußerliche Zucht“ ist und wir, wenn wir Christus zur Verfügung stehen wollen, uns selbst auch etwas abverlangen und notfalls gegen uns hart sein müssen, spielt in unserer „evangelischen“ Lebenspraxis erfahrungsgemäß eine geringe Rolle. (Voigt)
  • Es kämpft sich gut, wenn man unverwundbar („in Christus“) ist. – Aber gekämpft muss werden. Gut, dass Paulus uns mit seinem Vergleich aus dem Sport auf eine Ebene bringt, auf der man unbefangen reden kann. (Voigt)
  • Wer sich ein bisschen kennt, weiß von seiner an vielen Punkten noch immer vorhandenen Unfreiheit: von seiner Nachgiebigkeit sich selbst gegenüber, von der Zimperlichkeit und Leidensscheu, von der Trägheit und Unbeweglichkeit, von der Unfreiheit in Bezug auf Wünsche und Triebe, von dem Sich-Gehenlassen in unkontrolliertem Zorn oder auch in Trübsinn und Hoffnungslosigkeit (usw.). (Voigt)
  • Da schlaffe Trainer und Sportler keinen Erfolg haben, sollten auch wir uns stets als kämpfende Menschen betrachten, für die es ein hohes Ziel zu erreichen gilt. (Barclay)
  • Ich sollte so frei sein, dass ich mich unter Kontrolle habe. Diese Freiheit will trainiert sein. … Können und Kondition kommen nicht von selbst. … Auf vielen Lebensgebieten wird Großes nur geleistet in der Härte gegen sich selbst. (Voigt)
  • Nicht, dass wir uns etwas abverlangen und dabei unsanft mit uns umgehen, ist das Ziel, sondern dass wir brauchbar und fähig werden zu dem Dienst für Gott und Menschen. (Voigt)
  • Wo die Situation es erfordert, sollten wir – ohne mit der Wimper zu zucken – frei sein auch zu „wachen“ und zu „fasten“ (2Kor 6,5). Und dies wiederum verlangt, dass man sich beizeiten in die Freiheit eingeübt hat. (Voigt)
  • Probleme lassen sich nur dann lösen, wenn wir uns gegen sie stemmen, wenn wir ihnen nicht aus dem Weg gehen. Dadurch, dass wir schrittweise Kummer und Schmerz überwinden lernen, dass wir den Versuchungen des Lebens mit aller Kraft, nämlich mit der Kraft Gottes widerstehen, dass wir Enttäuschungen tapfer zu ertragen suchen, nehmen wir uns selbst in Zucht. Jeder Tag unseres Lebens bietet Gelegenheit dazu. (Barclay)
  • Beachte Predigthilfe vom letzten Sonntag zu 2Kor 4: Paulus, ein Mensch mit ausgesprochener schwacher Konstitution, belastet mit schwerer Krankheit, mit einem äußeren Schicksal, um das ihn keiner beneidet. Aber er meint nicht, von ihm könne, weil er so schlecht dran ist, niemand Außergewöhnliches verlangen, vielmehr nimmt er sich in Zucht und kämpft gegen alles, was ihn ermüden könnt (2Kor 4,1), und siehe: die Kräfte wachsen, und er kann mehr arbeiten als alle anderen (1Kor 15,10). Sein Leib muss ihm gehorchen (27). Paulus, in jeder Hinsicht ein freier Mann, frei im kämpfen, im Wirken für seinen Herrn, auch im Leiden. (Voigt)
  • Erstaunlich, dass Paulus in dem kurzen Abschnitt so ausführlich auf das zu sprechen kommt, was den Sportler nach seiner sportlichen Leistung erwartet und worauf er mit Recht bedacht ist. (Voigt)
  • Warum Einübung in die Freiheit? Weil man darauf aus ist, den Triumph des Siegers zu genießen, den Augenblick, da man das Siegerpodium besteigt, um einen der Jubel der Hunderttausende, sämtliche Objektive der Reporter auf einen gerichtet, und dann am Band die Medaille des Siegers. (Voigt)
  • Wir empfangen einen „unvergänglichen Kranz“. (Voigt)
  • Nach Phil 3,14 haben wir „den Ruf von oben“. … Freilich stellt sich dann wie von selbst sofort der Blick in die Zukunft ein (Eph 1,18; 4,4), so dass es eben nicht nur eine Berufung „von oben“, sondern auch „nach oben“ (Phil 3,14), also eine „himmlische Berufung“ (Hebr. 3,1) ist. (Voigt)
  • Warum sollte man nicht darauf aus sein, dass der Herr am Ende sagen kann: Du hast es geschafft, hast dich ehrlich durchgekämpft, hast zu mir gehalten und es dir nicht leicht gemacht. Ich habe mich deiner nicht schämen müssen. (Voigt)
  • Paulus läuft nicht, um Christus zu gewinnen, sondern, weil Christus ihn längst gewonnen hat. Anders: Paulus trainiert die Freiheit, die er nicht hätte und auch nicht gewinnen könnt, wenn er nicht längst in der Hand seines Herrn wäre. Darum kann Lohn auf dem Boden des Evangeliums immer nur Gnadenlohn sein. (Voigt) Vergleiche das Evangelium des Sonntags.
  • „Nur so“ irgendwohin gehen, ist der sicherste Weg, nirgendwo anzukommen. (Barclay)
  • Behalten wir den Gnadenlohn im Auge, dann zeigt sich erneut, dass die Anstrengungen und Entbehrungen eines christlichen Lebens überhaupt nicht weh tun. Man bedenke doch, worauf es hinaus läuft! (Voigt)
  • Hat man das Ziel und den lohnenden Preis nicht nur im Sinn, sondern auch im Auge, dann läuft man den kürzesten Weg, und man wird – indem man sich innerlich nach dem „streckt“, was vorne ist – von diesem angezogen wie von einem Magnet. (Voigt)
  • Mit diesem Abschnitt legt Paulus uns eine Art Kurzphilosophie des Lebens vor: 1. Das Leben ist ein Kampf. 2. Diesen Kampf zu gewinnen und das Rennen siegreich zu beenden, erfordert Selbstzucht. 3. Wir müssen unser Ziel kennen. 4. Wir müssen den Wert des Zieles kennen. 5. Nur wer Kenner und Herr seiner selbst ist, kann andere retten. (Barclay)
  • Filmtipp: „Die Stunde des Siegers“