57-3 Gottes Barmherzigkeit hat kein Ende – Klgl 3,22-32

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Klgl 3,22-32

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

o    In welcher Situation entstanden die Klagelieder?

  • Informiere dich über den historischen Kontext!

o    Zu welcher literarischen Gattung gehört unser Text?

o    Was ist mit dem Wort „Güte“ gemeint?                                22

  • Warum ist es „Güte des Herrn“, dass sie noch existieren?

o    Was ist „Barmherzigkeit“?

  • Wie unterscheiden sich Güte und Barmherzigkeit?

o    Beachte den Parallelismus!

o    Beachte das Bindewort „sondern“!                                       23

o    Wieso ist die Barmherzigkeit alle Morgen neu?

  • Was wollte der Dichter mit diesen Zeilen sagen?

o    Woran konnten die Menschen damals Gottes „Treue“ erkennen?

  • Warum wird die Treue als „groß“ beschrieben?

o    Beachte den Wechsel der Blickrichtung im Vers 24!             24

o    Von was für einem „Teil“ ist hier die Rede?

  • Zu wem spricht „meine Seele“?

o    Was verbindet das Wort „darum“?

  • Was ist „hoffen“?
  • Auf was haben die Menschen zur Zeit Jeremias gehofft?

o    Beachte das begründende Bindewort!                                  25

  • Welcher Aspekt aus Vers 34 wird hier begründet?

o    Welche Bedingung gibt es für die Freundlichkeit des Herrn?

  • Wie kann man auf Gott „harren“?
  • Warum möchte Gott, dass man „nach Ihm fragt“?
  • Wie könnte ich in meiner Situation nach Gott fragen?

o    Was stellen wir uns unter einem „köstlich Ding“ vor? 26

  • Warum gefällt Gott „Geduld“?

o    Welche Hoffnung auf Hilfe gab es in der damaligen Situation?

  • Warum würde es Gott gefallen, wenn wir auf Ihn hoffen?

 

o    Beachte das Bindewort! Welche Gedanken werden verbunden?   31

o    Wer ist der „HERR“?

  • Was bedeutet es, dass „der Herr verstößt“?
  • Was meinen die Worte „nicht ewig“?

o    Beachte den Kontrast „sondern“! Worin besteht er?               32

o    Wie hat der Herr damals betrübt?

  • Wo wurdest du vom Herrn betrübt?

o    Beachte die Wiederholung von „Erbarmen“ und „Güte“ (22)!

o    In welcher Beziehung stehen die Worte „wohl“ und „wieder“?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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o

o

o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

o

1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

1.6 Neutestamentliche Gedanken:

o    Gott ist in Jesus Christus unser liebender Vater

o    Sorgt euch nicht, denn euer Vater weiß!!! … (Mt 6,8.32)

o    Ein „festes Herz“ à Hebr 13,9

o    Glaube, Liebe, Hoffnung à 1Kor 13,13

o    Röm 8,28-39

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

o

2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

o

o

o

o

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Wie die Kapitel 1. 2 und 4, so ist auch Kapitel 3 ein Gedicht mit alphabetisch aufgereihten Anfangsbuchstaben. In diesem Kapitel ist es jedoch so, dass jeweils drei Zeilen mit demselben Buchstaben beginnen. (Voigt)

o    Der Dichter dürfte ein Augenzeuge der Geschehnisse des Jahres 587 vor Christus sein. Nach 4,17-20 hat er vielleicht dem Königshof zugehört und bis zuletzt auf Rettung gehofft. (Voigt)

o    Der Text spricht von der trotz allem Unheil bestehenden Treue Jahwes (21). (Voigt)

o    Lange, allzu lange, hat die Hilfe Gottes auf sich warten lassen. Zweifel und Verzweiflung sind hochgekommen, doch die Hoffnung ist nur verschüttet nicht entschwunden. Die neue Glaubenskraft gründet in einem „kognitiven Vorgang“, in der Einsicht des Herzens (vgl. 5Mo 4,39), der Erkenntnis, dass allen Erfahrungen zum Trotz das Ende des Volkes auch nach dem Ende seines Tempels und Jerusalems nicht zu befürchten ist. (Gradwohl)

o    Die Seufzer (19-21) leiten die entscheidende Wende und damit den Höhe- und Mittelpunkt des ganzen Liedes und des Buches überhaupt ein. (Stoll)

o    Gerade indem der Beter sich das alles zu Herzen nimmt, sich der schmerzenden Erinnerung in der betenden Zuwendung zu Gott hingibt (21), erwächst daraus völlig überraschend ein Anlass, neu zu hoffen. (Stoll)

o    Es ist das Verhängnis jedes Leidenden, dass er beim Anblick seiner Not, dessen, was ihm Schmerz und Angst bereitet, nichts anderes mehr zu sehen und zu fühlen scheint. Indem der Prophet sich aber mit seinem ganzen Jammer gerade an den wendet, von dem als Feind sich abzuwenden er menschlich gesehen alle Ursache hätte, tut er den entscheidenden Schritt, der über den Jammer hinausführt. (Stoll)

o    „Hoffen“ (24) ist hier ein wesentlicher Begriff. Dies zeigt seine häufige Wiederkehr. (Gradwohl)

o    „Güte“ (22) bedeutet: Gnade, Huld, Loyalität, Treue einem Bündnispartner gegenüber. (Gradwohl)

o    Der Prophet entdeckt Den, Der in dem ganzen Elend der einzig Unwandelbare, Sich selbst und Seinen Plänen treu Bleibende ist. (Stoll)

o    Gott als der, der sich selbst als gnädig, barmherzig, geduldig und treu gepriesen hat (2Mo 34,6), ist ein Grund, ist der Grund, zur Hoffnung. (Stoll)

o    Die Klage ist laut, sie gibt sich allen kund. Die Hoffnung vollzieht sich in der Stille, sie gedeiht im Herzen. (Gradwohl)

o    Gottes Barmherzigkeit, seine Gnade und Treue sind noch nie zu einem Ende gekommen (22), ja sie sind alle Morgen neu. (Stoll)

o    Gottes Erbarmen äußert sich in der Zurückhaltung. Wenn das Volk für seine Schuld büßt, trifft es nicht die ganze Härte des Strafgerichts. – siehe Geschichte am Schluss. (Gradwohl)

o    Selbst wenn Gott den Schuldigen leiden lässt, so geschieht es nur, um ihn auf den richtigen Weg zu bringen. Doch schließlich überwiegt Sein Erbarmen. Alschich: „Nicht sich an einem Menschen zu rächen, ist Sein Wunsch, sondern ihm Gutes zu erweisen. Durch Schmerzen entfernt Er die Krankheit seiner Seele, denn die Leiden sind eine Arznei.“ (Gradwohl)

o    Wer von Gott getroffen ist, hält darüber keinen Vortrag, sondern er preist Gott persönlich und bekennt es vor anderen (24). (Stoll)

o    Mit Gott habe ich das große Los gezogen! (Stoll)

o    „Gottes Güte endet nicht“ – das ist die Losung, an der sich der schwer getroffene Jeremia aufzurichten beginnt. (Gradwohl)

o    Das entscheidende Stichwort, an dem sich die Hoffnung des Betenden aufrichtet, heißt Gnade, hier im Plural als Gnadenerweise. … In der Regel übersetzt man das hebräische Wort mit Gnade oder Güte. 246 x begegnet es uns im AT, allein 127 x in den Psalmen. Oft steht es eng verbunden mit anderen Begriffen, die seine Bedeutung in die Nähe von Treue, Bund, Erbarmen, Güte, Vergebung rücken. (Stoll)

o    Die Überraschung und zugleich das Anstößige an diesem Lob Gottes wäre nicht größer gewesen, wenn einer der zerschundenen Insassen des Konzentrationslagers in Ausschwitz aufgestanden wäre und ein Loblied auf die Güte Gottes zu singen begonnen hätte. Es gab keinerlei Rechtfertigung dafür, so wie auch hier alles verloren war. … An diesem Nullpunkt der Geschichte Israels singt der Beter des Klageliedes, indem er hinschaut auf Gott, von der strahlenden Hoffnung auf Gottes Güte. (Stoll)

o    „Die Gnaden Gottes hören nicht auf, Sein Erbarmen hat kein Ende“ (22). Man begreift, was hier gesagt sein soll, nur dann, wenn man das Überraschende, das völlig „Unerhörte“ der Wendung wahrnimmt. (Voigt)

o    Gott ist, was immer sich auch ereignet haben mag und wie verzweifelt die Lage im Augenblick auch scheint, voll Güte und Erbarmen. Er meint es gut, es geht ihm nahe, was die Seinen leiden müssen – gerechter maßen leiden müssen, sie haben es sich selbst zugezogen -, Er steht zu ihnen, nach wie vor. (Voigt)

o    Der Glaube vernimmt das JA unter und hinter dem NEIN. (Voigt)

o    Die Verse 31-33 liefern den Grund dafür, dass sich das Ausharren in der Schule Gottes lohnt. (Stoll)

o    So sehr es in der Schule Gottes nötig ist, dass Er Menschen betrübt, weil ihr großes Ich seiner Herrlichkeit widerstehen will, so sehr ist Er doch im Grunde von Seiner Güte bestimmt, die Er immer schon erwiesen hat, so dass Er sich erbarmt. (Stoll)

 

o    „Die Güte des Herrn ist’s, das wir nicht gar aus sind“ (22). Auf Grund des Parallelismus muss es aber heißen: „Die Gnaden (Güte) Gottes hören nicht auf“. (Voigt, wie auch Gradwohl)

o    Güte (22), ist das Gott „durch-und-durch-gehende“ leidenschaftliche Erbarmen. (Voigt)

o    „Teil“ (24) – Bei der Landverteilung bekam jeder Stamm seinen „Anteil“. Hier: „mein Besitz ist Jahwe selbst“! (Voigt)

o    Hier lebt die alte Psalmfrömmigkeit: 16,5; 73,26; 119,57; 142,6. … Die Quelle solcher Gedanken ist 4Mo 18,20. Der Stamm Levi hat kein Erbteil bekommen. Sein „Erbe“ ist Jahwe. (Voigt)

o    Im Gegensatz zur turbulenten, lauten Klage, wie sie dem altorientalischen Brauche gemäß war, rät der belehrende Sprecher zu einem schweigenden Hoffen auf die raumschaffende Hilfe Jahwes (25). (Voigt)

o    Man sollte sich die Verse 1-18 laut vorlesen. Erst vor diesem Hintergrund werden unsere Verse plastisch. Es spiegeln sich in diesem ersten Abschnitt des Kapitels die Schrecknisse der Belagerung, Einnahme und Zerstörung Jerusalems, der den Menschen zugefügten Leiden und Drangsale. (Voigt)

o    Es wird nicht leichter dadurch, dass der glaubende Mensch hinter diesem allen Gott sieht. … ER war es! Schreckliche ER-fahrungen: ER hat … ER hat … ER hat …! Dass so etwas in der Bibel steht! Auch dies ist ein „Bekenntnis“, in dem sich Gotteserfahrung niedergeschlagen hat. (Voigt)

o    Weit über das Fassbare hinaus wird hier von dem Gott gesprochen, der uns als unser unerbittlicher Feind erscheint. Das genaue Gegenteil dessen, was das Evangelium sagt. (Voigt)

o    Gott ist von Menschen als der Unheimliche und Schreckliche erfahren worden und wird so erfahren. Es ist geradezu sträflich, dass wir Prediger immer wieder versuchen, den Menschen den befremdlichen, unverständlichen, unheimlichen Gott auszureden und ihnen einen harmlosen „lieben Gott“ einreden – und sie dann mit ihren falschen Gottesvorstellungen der Gefahr des unbequemen, in kein Schema passenden, sie bedrängenden und ängstigenden Gottes schutzlos aussetzen und preisgeben. (Voigt)

o    Man lese 34-47: Gott hat sich in Zorn gehüllt, kein Gebet ist zu Ihm durchgedrungen. Dies alles ist nicht wegzuwischen. (Voigt)

o    Wir haben nicht die Formel, nach der Gott die Welt regiert, so dass wir Ihm sein Tun nicht nachrechnen können. Wir sind gewiss: Er handelt in allem, was in der Welt geschieht (37). Aber verstehen können wir es nicht. (Voigt)

o    Der Glaube hält sich nicht an die Erfahrung, als könne man aus dem, was einem widerfährt – Glück oder Not, Gesundheit oder Krankheit, Erfolg oder Scheitern – schließen, wie Gott gegen uns gesinnt ist. (Voigt)

o    Woher hat der Dichter der Klagelieder mit einem Male diese Gottesgewissheit? Er hat sie – für manchen unter uns verwunderlich – aus der Glaubenstradition Israels! Es sind Sätze, die sicher oft im Gottesdienst aufgeklungen sind, Jahr für Jahr gehört. Zitate in der Sprache der Liturgie und Predigt, theologisch verbraucht, abgegriffen und gewöhnt. Nun aber kommen sie mitten in der Verlassenheit in den Sinn, werden zu Herzen genommen und gewinnen eine besondere Leuchtkraft als Zusagen, die sich schon in der Vergangenheit als wahr und wirkungsmächtig erwiesen hatten. (Seidel in Voigt)

o    Wir können uns von unseren Erfahrungen losmachen und uns dorthin flüchten, wo Gott, der sonst Verborgene, sich uns zu erkennen gegeben und, indem Er in uns den Glauben weckte, Gemeinschaft zwischen sich und uns gestiftet hat. … Wir sind an Gottes Offenbarungen gewiesen und darum an Sein Wort. … Der Christ denkt an die Selbstmitteilung und –bindung Gottes in Jesus Christus. An Ihm – nicht am Lauf der Welt und am individuellen Schicksal – ist abzulesen, wie Gott zu uns steht. Ihn aber erkennen und haben wir in dem, was die Kirche überliefert: im Wort der Schrift, im Bekenntnis, in der Predigt, in den Sakramenten, in der Liturgie, im Lied der Kirche. (Voigt)

o    Geht Gott hart mit uns um, muss unser Gewissen Ihm recht geben (42). Luther sagt: „Außerhalb Christo ist Gott gegen die Sünder ein verzehrend Feuer und ein eifriger Gott, ein solch Feuer, das nicht feiert, sondern frisst und verzehrt.“ (Voigt)

o    Leiden wir unter dem Gott, der uns bis zur Vernichtung in die Enge treibt (1-18), dann müssen wir „Gott mit Gott überwinden“. (Luther in Voigt)

o    Gott ist treu: Er hält an uns fest, auch wenn wir loslassen und versagen und wenn Er uns die Folgen unseres Abfalls kosten lassen muss. Gott hat sich selbst gebunden und verpflichtet, weil Er in Liebe zu uns steht. (Voigt)

o    „Gut ist Gott zu jenen, die auf Ihn hoffen, zur Seele, die ihn sucht“ (24). Vers 25 bekräftigt das aufkeimende Vertrauen. (Gradwohl)

o    Gott will gesucht sein (25). – Die Wende ereignet sich darin, dass die Not gebetet wird, d.h. nicht in ein Nichts hinausgeschrien, als Selbstgespräch verbittert geklagt, dem ‚Schicksal‘ anklagend vorgehalten, sondern Gott entgegengehalten wird. (Voigt)

o    Das „Ich-kann-nicht“ (beten) und das „Ich-will-nicht“ liegen oft dichter zusammen als wir meinen. (Voigt)

o    Es steht nicht in unserer Macht, den Zugang zu Gott und die Gemeinschaft mit Ihm herzustellen (großer Trost: Röm 8,26f) (Voigt)

o    Die Vorstellung einer Wallfahrt könnte uns helfen (Gott zu finden). Man sucht Orte auf, an denen Gott zu finden ist. Man bleibt nicht stehen und gibt nicht auf, obwohl man noch nicht an Ort und Stelle ist. Gott will, dass wir kommen. (Voigt)

o    Wir übersehen nicht, dass wir zur Geduld, zur Ausdauer, zum Harren und Hoffen aufgerufen werden (26). … Das Wartenkönnen gehört zum Glauben und zum Gehorsam. Auch das kann und will geübt werden. Es lebt davon, dass ein Gott da ist, der mit seiner festen Zusage sich gebunden hat. (Voigt)

o    In Ps 27,14 heißt es: „Hoffe auf den Herrn, stärke und festige dein Herz, und hoffe auf den Herrn!“ Habt ihr auf Ihn gehofft, und es wurde euch nicht geholfen, so hofft immer weiter.“ Wie lange, fragst du? So steht geschrieben in Ps 131,3: „Es hoffe Israel auf den Herrn, von jetzt an bis in Ewigkeit. (Gradwohl)

o    Der Mann hofft, auch in Bezug auf den Wandel der äußeren Situation. … „Wir kennen nicht Gottes Wege, aber wir kennen Gottes Herz.“ (Doerne in Voigt)

o    Rabbi M. Alschich: Sieh die Güte Gottes: Er ist gut zu den Vielen, selbst wenn nur ein Einzelner Ihn sucht (vgl. 1Mo 18,23-32). (Gradwohl)

o    Weil Gott verzeiht, darf sich keiner als von Gott verlassen vorkommen. (Gradwohl)

o    Es ist Gottes Ordnung, dass Sünde ihre Träger und Akteure und damit auch sich selbst zerstört. (Voigt)

o    Was wir uns leisten, lässt Gott sich nicht bieten. (Voigt)

o    Verstehen wir das Schwere vom Glauben her, dann wandelt sich, was „Gericht“ ist, in „Kreuz“. (Voigt)

o    Dein Vertrauen in Gott wird groß sein, nachdem du die Güte Gottes gesehen hast. … Mit Gott im Bunde wird er überleben, sagt seine Seele. (Gradwohl)

o    An tausend Dingen ist Seine Gegenwart zu erkennen! (Gradwohl)

o    Erbarmen besagt, dass unser Weh Gott „an die Nieren“ geht. (Voigt)

o    Gott „brennt“ aufs Gnädigsein. (Voigt)

o    Auf Wunder darf man hoffen, nie aber mit ihnen rechnen. (Gradwohl)

o    Im Himmel ist Jubel, wenn ein Verlorener heimkehrt. Gott hat Sehnsucht nach uns. (Voigt)

o    Gott hat uns tief in Sein Herz sehen lassen, als Er Mensch wurde. ER hätte nicht zu kommen brauchen. Aber es hat Ihn zu uns gezogen, weil Er uns zu sich ziehen wollte. (Voigt)

 

o    Ein König heiratet eine vornehme Dame und schreibt ihr einen hochdotierten Ehevertrag: Soundso viele Häuser schenke ich dir, soundso viele kostbare Purpurgewänder. Dann geht der König in eines seiner weit entlegenen Länder und kehrt lange nicht zurück. Die Nachbarinnen kommen und verhöhnen die Vereinsamte: „Gewiss hat dich der König verlassen, er ist weg und kommt nicht wieder!
Die Königin weint und seufzt, doch wenn sie wieder allein ist, öffnet sie den Ehevertrag mit den vielen Versprechungen und ist getröstet.
Nach Jahren kehrt der König heim. „Meine Liebe, ich staune, wie du so lange auf mich hast warten können.“ Die Gattin erwiderte: „Wäre nicht dein Vertrag gewesen, meine Nachbarinnen hätten mich zugrunde gerichtet.“
So sprechen die Völker zu Israel: „Euer Gott hat Sein Antlitz vor euch verborgen, Seine Gegenwart aus eurer Mitte entfernt, und Er kehrt nicht wieder.“ Israel weint und seufzt. Doch dann tritt es in seine Gebets- und Lehrhäuser ein und liest in der Thora und spricht: „Herr der Welt, wäre nicht Deine Thora gewesen, die Völker hätten uns zugrunde gerichtet. (Gradwohl)

o    R. El’asar: Ein König zürnte über seinen Sohn. In seiner Hand hielt er ein Schwert und schwor, ihn damit auf den Kopf zu schlagen. Da sprach der König zu sich. Wenn ich meinen Sohn so schlage, so bleibt er nicht mehr am Leben. Wer erbt mein Reich! Meinen Beschluss kann ich nicht rückgängig machen. Was tat der König? Er steckte das Schwert in die Scheide und schwang es über den Kopf des Sohnes. So hat er dem Sohn keinen Schaden zugefügt und zugleich seinen Beschluss aufrechterhalten. (Gradwohl)

o    Rabbi Huna: Ein Gleichnis von einem König, der seinem Sohn zürnte. Vor ihm lag ein großer Stein. Er schwor, diesen auf seinen Sohn zu werfen. Da sprach er zu sich: Wenn ich den Stein auf meinen Sohn werfe, bleibt er nicht am Leben. Was tat er? Er zertrümmerte den großen Stein in viele kleine Steine und warf sie einzeln auf den Jungen. So schadete er ihm nicht und hob seinen Beschluss nicht auf. (Gradwohl)

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