11-2 Ihr habt das Leben – 1Joh 5,11-13

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1Joh 5,11-13

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Um was für ein Zeugnis geht es hier? 11
    • Was ist mit „das“ gemeint?
    • Was wird wie bezeugt?
    • Wer gibt dieses Zeugnis?
  • Was ist „ewiges Leben“?
  • Was ist überhaupt Leben?
    • Gibt es verschiedene Leben oder verschiedene Qualitäten von Leben?
  • Was ist „Gottes Leben“?
  • Was meint das Wort „Sohn“?
    • Geht es um den irdischen, oder um den auferstandenen Jesus?
  • Warum „ist das Leben in Seinem Sohn“?
  • Welches Leben hat der, „der den Sohn hat“? 12
  • Können Menschen existieren (leben), ohne das Leben zu haben?
  • Warum gibt es außerhalb vom „Sohn Gottes“ kein Leben?
  • Was bedeutet der Titel Sohn Gottes?
  • Beachte die Parallele zwischen Vers 13 und Joh 20,30-31! 13
  • Wie kann man „wissen“, ob man das ewige Leben hat?
  • „Ewiges Leben“ gehört in die Ewigkeit. Wie kann man es hier schon haben?
  • Welchen Namen hat der Sohn Gottes?
  • Was ist hier mit „glauben“ gemeint?
    • Wie kann man an einen Namen glauben?
  • Was ist das Resultat des Glaubens?

 

  • Warum schreibt Johannes so verschlungen und „verworren“?
    • Was wollte Johannes mit diesen Versen sagen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • Mit diesem Absatz kommt der Brief zu seinem eigentlichen Ende. Was folgt, entspricht einem Briefschluss. (Barclay)
  • Das ewige Leben ist das eschatologische Heilsgut, das für den Glauben schon Gegenwart ist. Der „Sohn“ ist der geschichtliche Jesus. Vgl. 1,1ff: Gerade in dem von den Sinnen wahrgenommenen Jesus ist das Leben „erfahrbar geworden“. (Voigt)
  • Der Brief schließt mit einer für das christliche Leben sehr wesentlichen Feststellung, nämlich mit der Aussage, dass das christliche Leben ein ewiges Leben ist. (Barclay)
  • Gegen alle gnostischen Irrgedanken vertritt Johannes die Überzeugung, dass der Mensch Jesus Christus wirklich und wahrhaftig der Sohn Gottes ist. (Langsdorff)
  • Wir würden unsern Brief wahrscheinlich leichter verstehen, wenn uns die hier offensichtlich bekämpften Irrlehrer deutlicher vor Augen stünden und die zahlreichen Anspielungen und kritischen Zwischenbemerkungen von den gnostischen Irrlehrern her verständlich würden. Hier ein paar helfende Umrisse der „gnostischen Enthusiasten“:
    • Sie sind aus der christlichen Gemeinde hervorgegangen (2,19).
    • Sie distanzieren sich von der Überlieferung (2,24; 1,3) und bestreiten der Gemeinde den Geistbesitz (2,20: 4,13).
    • Aus ihrer höheren Erkenntnis heraus meinen sie, die anderen belehren zu sollen (2,27).
    • Sie bestreiten, dass Jesus der Christus und der Sohn Gottes ist (2,21.23; 4,15; 5,1.5).
    • Sie unterscheiden Jesus und Christus, denn der Gedanke der Inkarnation ist ihnen unerträglich (4,1ff).
    • Wie es scheint, halten sie nichts von Jesu Versöhnungswerk (2,2; 3,5; 4,10).
    • Durch ihre Erkenntnis wissen sie sich als sündlose Licht- und Gotteskinder (1,8-10), meiden die Sünde nicht (3,8f), vernachlässigen die Gebote Gottes (2,3ff; 5,2f), erkennen in der Bruderliebe kein Wesensmerkmal des Seins in Gottes Liebe (3,10ff.23; 4,7ff.20f).
    • Sie meinen, jetzt schon im Vollbesitz des Heils zu sein, warten also nicht auf das Kommende (2,28; 3,2). (Voigt)
  • Man beachte: Der Glaubende besitzt, wie der Text zeigt, mehr, als ihm bewusst ist; aber ihm soll, was er hat, bewusst werden. (Voigt)
  • Der Wille zum Leben ist uns von dem Gott, der seine Schöpfung erhalten will, als etwas so Selbstverständliches mitgegeben, dass wir die Frage „Warum will ich eigentlich leben?“ normalerweise gar nicht stellen. (Voigt)
  • Uns liegt aber nicht nur daran, dass wir leben; auf das Wie kommt es uns an: Gesundheit, Wohlbefinden, Vielseitigkeit und Reichtum des Erlebens, Erfahrens, des Wirkens und Gewinnens. (Voigt)
  • Das Begehren, an der Fülle des Lebendigen teilzuhaben, kann sich übersteigend zu Gier und Unersättlichkeit, worin sich das noch unerkannte Verlangen nach einem Verlorenen verbergen kann, nach einem geheilten Personenleben, das im Finden seines Ursprungs, in der Gemeinschaft mit Gott auch sich selber findet. (Voigt)
  • Aber schon daran, dass von dem Leben Gottes die Rede ist, erkennt man, dass der Bereich des Vitalen überschritten wird. (Voigt)
  • Das ewige Leben ist nichts anderes als das Leben Gottes. (Barclay)
  • Das Leben des Menschen ist kein Zustand, sondern ein Sein in unerfüllten, oder doch nur zuweilen erfüllten Möglichkeiten. (Voigt)
  • Das Neue Testament versteht Leben noch in tieferem Sinne. Man kann sein physisches Leben haben und doch „tot“ sein (Lk 115,24.32; Kol 2,13; Eph 2,1.5; 5,14; Offb 3,1). Umgekehrt: Es kann jemand leben, obgleich er stirbt (joh 11,25). Auch unser Text gebraucht „Leben“ (12) im Sinne von „ewiges Leben“ (11). Dieses ewige Leben kann man „erben“ (Mk 10,17; Lk 10,25; Tit 3,7), „empfangen“ (Mk 10,30; Lk 18,30). In dieses Leben kann man „eingehen“ (Mk 9,43ff; Mt 18,8f; 19,17). Im Glauben hat der Christ dieses Leben schon jetzt. Er hat ja den „lebenwirkenden Geist“ (1Kor 15,45; 2Kor 3,6; Röm 8,6). Er hat in Christus die Gemeinschaft mit Gott gefunden, und sie ist im letzten Sinne das Leben. Denn Leben im Vollsinn haben wir erst, wenn wir dem entsprechen und das verwirklicht wird, was unsere Bestimmung ist: Gottes Ebenbild, Gottes Gegenüber, Gottes „Partner“, Gottes „Kind“ zu sein. (Voigt)
  • Viel zu lange hat die Kirche, den Zeugnissen der Bibel zuwider, die Freiheit, in der der Christ vom Leben in der bunten, duftenden, musizierenden, greifbaren Welt und von den Möglichkeiten eigenen vitalen Lebens Gebrauch macht, verfälscht zu einer Distanz aus Angst und zu einer schöpfungsfeindlichen Negation. (Voigt)
  • Man schuftet, um zu leben, und man lebt, um zu schuften. „Ist das noch ein Leben?“; fragen wir uns zu Recht. (Voigt)
  • Wir sind mit dem Thema „Leben“ wirklich mitten drin in dem, was im Grunde alle bewegt. (Voigt)
  • Jesus als „das Leben“ muss immer wieder neu entdeckt werden. (Voigt)
  • Im Glauben kann man in der Tat wissen, dass wir ewiges Leben haben. (13) (Voigt)
  • Es ist unser großer Irrtum, dass wir meinen, wir hätten das Leben in uns selbst. Wir haben es von dem, der es, als Schöpfer, allein in sich hat (Joh1,4; 5,26; 6,57; 1Joh 1,1f; 5,20) (Voigt)
  • Geschöpfe sind nicht autark, gewissermaßen wie stehende Gewässer. Ihnen muss das Leben wie „lebendiges“ (=fließendes) „Wasser“ immer neu zuströmen (Joh 4,10ff),und nur so „fließt“ dann das empfangene Leben durch sie weiter, zu anderen (Joh 7,38), hinein in das „ewige Leben“, aus dem es stammt (Joh 4,15f). (Voigt)
  • Dass wir immerzu an dem vorbeigehen und vorbeisehen, von dem wir kommen, muss uns um unser Bestes bringen: um die Erfahrung der uns tragenden Gottesliebe (Joh 3,15f), um die für unser Menschsein – als Gottes Gegenüber – geradezu lebensnotwendige Möglichkeit des Gesprächs mit Gott (Joh 14,13f; 15,7.16; 16,23f; 1Joh 5,15). (Voigt)
  • Viele Stellen bei Johannes reden von „sehen“. Aber nicht nur, dass man ihn überhaupt sieht, sondern dass man ihn so erfährt: In der Liebe, in der Er den Sohn hingibt (Joh 3,16), zur Versöhnung für unsere Sünden (1Joh 1,7; 4,10). Da wird ein Konflikt bereinigt (1,8-10), unsere sündige Verschlossenheit gegen Gott (Joh 1,5b.10; 1JOh 5,19b) in Liebe aufgebrochen, so dass wir nun in ein ganz neues Verhältnis zu Gott gekommen sind (3,1). Ein neues Verhältnis zu Gott aufgrund dessen, was Christus für uns getan hat: Dies würde Paulus „Gerechtigkeit „ nennen, und Johannes nennt es „Leben“, und beide beschreiben es als das neue Kindesrecht, das wir bei Gott gewonnen haben. (Voigt)
  • Erfahrene Liebe weckt auf. … Die Bruderliebe wird geradezu zum Kriterium dafür, dass man vom Tode ins Leben hinüber geschritten ist (3,14f). Denn das ist nicht Leben, dass man immer nur um sich selbst rotiert (um das eigene Glück, das eigene Recht, die eigene Geltung, auch die eigenen Wehwehchen). Leben wird Dasein für andere, wird Dienst am andern (Joh 13,1-17). (Voigt)
  • Man braucht sich nur in dieses Christusleben hineinziehen zu lassen, und man wird merken: So lebt man in der Freude (1,4; Joh 15,11; 16,20-24; 17,13). Man wird nicht ärmer, wenn man Jesu Gaben weitergibt, man lebt vielmehr ein reiches Leben in „voller Genüge“ (Joh 10,10). In solchem Leben projiziert sich die Zukunft schon in die Gegenwart hinein, so dass wir sagen können, dass wir den Tod bereits hinter uns haben. (Voigt)
  • Sofern wir „in Ihm bleiben“, sündigen wir nicht (3,6), aber das „Noch-nicht“ darf nicht übersehen werden (1,8-10; 3,2). (Voigt)
  • Das Leben, das wir Christus verdanken, nicht sichtbar, aber geglaubt (Joh 20,29), wird uns nicht mehr genommen. (Voigt)
  • Wir haben das Leben nur in Christus (11; vgl auch 12). Das Leben, was hier beschrieben wurde, ist personengebunden. … Es ist nicht ein Ding, eine Sache, ein System, eine Regel, ein Verhaltensstil (oder was auch immer), losgelöst von Jesus Christus. (Voigt)
  • Wenn ewiges Leben mit göttlichem Leben identisch ist, dann heißt das, dass wir es nur besitzen können, wenn wir Gott kennen, wenn wir Zugang zu Ihm erlangen und in Ihm bleiben. (Barclay)
  • Das große Wunder des „Kommens“ Jesu (Joh 1,11; 3,2.31; 5,43; 9,39; 10,11;12,46f; 18,37) und seine Menschwerdung (Joh 1,14) – für Johannes „Das entscheidende Heilsereignis“, ist für die Gnostiker pneumatisch verdrängt. Johannes weiß, warum er sein nicht nur meditativ-lehrendes, sondern auch erzählendes Evangelium geschrieben hat: Weil die Begegnung mit Jesus Christus, den die ersten Zeugen gehört, gesehen und betastet haben, das Aufscheinen und das Ereignis des Lebens ist. (Voigt)
  • Auf das Zeugnis von Menschen ist das Christuszeugnis deshalb angewiesen, weil es sich „im Fleisch“ abgespielt hat und darum weitergesagt werden muss (1,1ff). Aber dieses Menschenzeugnis wird durch Gott selbst, und zwar eben durch den Geist, beglaubigt, bekräftigt, wirksam gemacht. Menschenzeugnis und Gottes-, d.h. Geistzeugnis bilden eine Einheit. Man lese 1Joh 2,24-27. (Voigt)
  • Das Ensemble von Wort und Geist hat seine Parallele in dem Sakrament und Geist (7). (Voigt)
  • Wir sollen darauf hingewiesen werden, auf welche Weise dieser Jesus Christus, in dem wir das Leben haben, für uns gegenwärtig ist. (Voigt)
  • Wir sehen vor uns einen Christus, dem man es nicht ansieht, wer er ist und was er zu geben hat. Aber wem die Augen aufgehen, der findet in ihm das Leben aus Gott, das ihm jetzt schon gehört und das unzerstörbar ist. (Voigt)
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