56-3 Jesus gibt ein Vielfaches – Lk 18,28-30

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Lk 18,28-30

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

o    In welchem größeren Textzusammenhang steht unser Abschnitt?

o    Worauf bezieht sich das Bindewort „da“?                              28

  • Was hat Petrus zu dieser Äußerung veranlasst?

o    Beachte die Betonung, die Dringlichkeit mit „siehe“!

  • Wer ist mit „wir“ gemeint?

o    Wie haben die Jünger ihr Eigentum verlassen?

  • Gibt es da einen Unterschied zu Vers 22?

o    Was ist mit „nachfolgen“ gemeint?

o    Beachte, dass Petrus keine direkte Frage stellt?

  • Warum nicht?

o    Beachte den Kontrast: „Er aber“!                                         29

  • Wer ist „Er“?
  • Beachte die Betonung mit „Wahrlich, Ich sage euch“!

o    Auf wen bezieht sich dieses „niemand“?

o    Denke darüber nach wie es wäre, diese fünf Dinge oder Personen verlassen zu müssen?

  • Hast du Erfahrung im „Verlassen“?

o    Was bedeutet es zu verlassen?

  • Wie kommt man sich dabei vor?

o    Was ist mit dem „Reich Gottes“ gemeint?

  • Warum könnte das Reich Gottes ein Grund sein, um „zu verlassen“?

o    Hast du Erfahrungen im „Empfangen“?                                 30

  • Was bedeutet hier das Wort „vielfach“?

o    Beachtet, dass Jesus hier betont, dass es in diesem Leben – hier auf der Erde – „Entschädigung“ gibt!

  • Wie hat Jesus das gemeint?
  • Kannst du das bezeugen?

o    Was ist mit dem „ewigen Leben“ gemeint?

  • Was ist die „zukünftige Zeit“?
  • Wann beginnt sie?

o    Erwartet Jesus auch heute von den Christen, dass sie ihren Lebensraum verlassen?

  • Wie ging die Urgemeinde mit dieser Frage um?

o    Was wollte Jesus mit dieser Seiner Antwort den Jüngern sagen?

o    Warum hat Lukas diesen Dialog in sein Evangelium aufgenommen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Man erkennt leicht die thematische Einheit des Gesamtabschnittes (18-30), ja, eine gewisse Kreisbewegung: Was brauche ich zum ewigen Leben (18)? Verkaufe alles (22)! Wer kann das (26)? Bei Gott ist es möglich (27)! Bei uns ist es geschehen (28). Ihr empfangt (vieles und) das ewige Leben (30). (Voigt)

o    Alle Jünger haben das getan, wozu der Reiche sich nicht entschließen konnte. (Rienecker)

o    Eine der Stellen (28), in denen Petrus im Vordergrund steht. Er spricht für alle. Vgl. 5,11: Sie haben alles verlassen (ohne freilich, wie 4,38 zeigt, „alles“ zu „verkaufen“… Sie sind Jesus nachgefolgt. (Voigt)

o    Was folgt (30), ist die Unterscheidung eines Lohnes im Diesseits und Jenseits. (Voigt)

o    An der Stelle der Furcht, nicht gerettet werden zu können, regt sich bei den Jüngern die Hoffnung auf eine außerordentliche Belohnung. Der Herr verband ja Selbst die Drangabe des irdischen Besitzes mit der Erlangung des himmlischen Schatzes. (Rienecker)

o    Die Jünger werden nicht erst in der jenseitigen Welt, sondern schon in dieser Zeit für das Verlassen des Irdischen um des Reiches Gottes willen reichlich Ausgleich erhalten. Die Verheißung gilt nicht allein den Aposteln, sondern auch allen Gläubigen. (Rienecker)

o    Das Verlassen des Irdischen wird dem Jünger vielfältig ersetzt durch den Gewinn entsprechender geistlicher Güter; die Liebe der Eltern und Geschwister und Kinder durch die Freude der Gemeinschaft mit Gotteskindern und der Bruderliebe; das Verzichten auf irdische Güter durch brüderliche Handreichung und Liebesgaben und weiterhin durch den Reichtum der Gnade Gottes und die feste Hoffnung des ewigen Lebens. (Rienecker)

o    Das Größte aber bringt erst die kommende Welt im ewigen Leben für die, welche Jesus gehören. Dieser künftigen Gaben dürfen die Jünger sich schon jetzt im Vorblick freuen. (Rengstorf in Voigt)

o    Liest man diesen Text im Zusammenhang ab Vers 18, dann könnte man Seine Aussage folgendermaßen umschreiben: Wenn das wahr ist, dass ein Kamel leichter durch ein Nadelöhr geht, als dass einer sich von seinem Besitz löst, wenn es also zutrifft, dass Gott jedes Mal, wenn dies geschehen soll, ein Wunder tun muss (27), dann muss man sagen, in unserm Falle hat Gott dieses Wunder getan. Wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Da hat Gott das Unmögliche möglich, ja wirklich gemacht. Auf uns übertragen: Christliche Existenz ist ein reines Wunder. (nach Voigt)

o    Die Frage (28) ist menschlich, allzu menschlich. Man könnte sie ein wenig umformen: Was bringt das Christsein ein? Was nützt es mir? Wenn ich schon, indem ich mich zur Nachfolge entschließe, einen hohen Preis zahle, wie wird es sich wieder auszahlen? (Voigt)

o    Im Groben: Wenn schon Christ, dann muss man auch etwas davon haben – wie bei einer Lebensversicherung. Es muss „Vorteile“ bringen, sich rentieren. (Voigt)

o    Im Feinen: Ich möchte Gott lieben und ertappe mich immerzu bei dem Gedanken, dass diese Liebe, wenn sie dann etwas bedeuten soll, auf mich zurückwirken oder zurückstrahlen muss. (Voigt)

o    Das „in sich selbst verkrümmte Herz“ (Luther) will Gott nicht um Seiner selbst willen lieben, sondern immer wieder nur in Eigenliebe und im Trachten nach Eigennutz. (Voigt)

o    Luther hat gemeint, einer, dem es um Gott zu tun ist, müsse bereit sein, wenn Gott es so wollte, zu den Verworfenen zu gehören und dies von Gott als gerecht hinzunehmen. R. Holl schreibt: „Darin zeige sich erst die Gottesliebe in ihrer vollen Reinheit, dass man den Willen Gottes selbst dann bejahe, wenn er das eigene Glück vernichte. (Voigt)

o    Die Konsequenz, in der Luther hier denkt, ist hart. Ich meine nur, wir machen, was wir predigen, hohl und unglaubwürdig, wenn wir vor solchen Aussagen zurückschrecken. Der Gott, mit dem man Geschäfte macht, wird im Ernstfall niemandem „einleuchten“. Wollte Gott uns fragen: „Was wird Mir dafür?“, wäre es um uns geschehen. Es scheint, Petrus ist in seiner Glaubenserkenntnis noch weit zurück. (Voigt)

o    Erstaunlich: Jesus weist diese Frage nicht als ungehörig, weil ungeistlich, zurück. So gütig ist Jesus, dass Er auch auf eine solche Frage eingeht. Man könnte sagen: Aus einer unstatthaften Frage macht Jesus durch Seine Antwort eine richtige Frage. (Voigt)

o    Jesus ist so barmherzig, dass Er, was falsch gefragt ist, richtig beantwortet. (Voigt)

o    Was der Reiche nicht übers Herz brachte, haben die Jünger auf sich genommen. … Die Christenheit hat sich inzwischen daran gewöhnt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, in ungeschmälerter bürgerlicher Behäbigkeit zu leben, sich in ihrem weltförmigen Leben nicht stören zu lassen und über die Kirchensteuer zu klagen. (Voigt)

o    Jesus hat kein allgemeines Armutsgesetz verkündigt, und die Aufforderung (22) hat nicht den Charakter einer Auflage, die für das Jüngerwerden allgemeine Bedingung ist. (Voigt)

o    Warum haben die Jünger alles aufgegeben? – Jesu Auftrag gebietet, dass Er unterwegs ist (9,6; 13,33); so hat Er selbst – im Unterschied zu Fuchs und Vogel – nicht, wohin Er Sein Haupt legt (9,58). Der Dienst verlangt Mobilität (10,4). Er verlangt freilich auch innere Freiheit. Wer immerzu für seinen Besitz zu sorgen, vielleicht ihn zu mehren, mindestens ihn zu erhalten und zu verteidigen sucht, ist nicht frei zum Dienst. (Voigt)

o    Man müsste für die Sache Gottes die Hände frei haben. (Voigt)

o    Wir übersehen nicht den Unterschied der Situationen. Damals die kleine Schar, aufs Improvisieren angewiesen, nicht etabliert, teils flüchtig, jedenfalls nirgendwo zu Hause. Heute die gestaltgewordene Kirche mit festen Gemeinden und einigermaßen konstanten Lebens- und Arbeitsformen. Dies will alles mit bedacht sein. Aber uns sollte die Frage beunruhigen, mit wie viel Ballast wir leben und was uns in unserm Dienst so schwerfällig macht. Die Frage gilt für die Kirche und für den einzelnen Christen. Szenen wie 9,57-62 machen uns nervös. (Voigt)

o    Christ sein, ja – aber es darf mich nicht zu sehr in Unruhe bringen. Meine Lebensgewohnheiten darf ich doch wohl beibehalten? Mein bürgerliches Ansehen ist doch wohl nicht in Gefahr? Nichts gegen Gott – aber mein weltlicher Status wird doch durch meine Glaubensentscheidung hoffentlich nicht erschüttert? (Voigt)

o    Der Ernst christlicher Bekenntnispflicht ist nicht jedem gleichermaßen deutlich, und die Kräfte zum Durchhalten sind verschieden verteilt. Wir wollen nicht unbarmherzig sein und uns nicht in heiligen Beteuerungen übernehmen, aber dass wir uns so sehr daran gewöhnt haben, das Christsein zu verbilligen und unverbindlich zu machen, ist beschämend. (Voigt)

o     Es muss uns zu denken geben, dass wir, die wir die Kosten scheuen, wenn es ums Reich Gottes geht, an anderen Stellen unermessliche Opfer auf uns nehmen können. (Voigt)

o    Wir scheuen das Verlieren, wir riskieren damit das Verlorengehen. (Voigt)

o    Es gibt Worte Jesu, die uns vor dem Entschluss zur Nachfolge dazu veranlassen, zu überlegen, ob wir die Freiheit und Kraft haben (14,25-33). In der Regel ist es anders. Indem wir, von Seinem Ruf getroffen, Jesus nachfolgen, gibt Er uns die Freiheit. Weil man den Schatz entdeckt, weil man auf dem Basar die einmalig schöne Perle gefunden hat, gibt man alles dran, um das Entdeckte zu erwerben. „Eins ist nötig“ (10,42). (Voigt)

o    Wir müssen nicht alles verlieren, um Christus zu gewinnen. Aber wenn wir „haben“, dann sollten wir „haben, als hätten wir nicht“ (1Kor 7,29-31). In Freiheit haben kann man nur, wenn man auch frei ist, loszulassen. Und die Freiheit zum Loslassen hat man nur, indem man das Bessere kennt, das einem niemand nehmen kann. (Voigt)

o    Diakonissen reisen mit leichtem Gepäck. Missionare wagen das Leben ohne den heimatlichen Komfort. … Man wird nicht ärmer dabei. (Voigt)

o    Dem bejahten Verlust stellt der Herr tatsächlich den Gewinn gegenüber. (Voigt)

o    Auch Jesus bejaht den Verlust: Er meint nicht, die Nachfolger hätten ja in Wirklichkeit gar nichts aufgegeben. Er sieht durchaus das Schmerzhafte des Loslassens. Aber Er stellt dem gegenüber, was man bei Ihm gewinnt. Investition mit hoher Rentabilität? Es wäre alles verdorben, wenn wir es auf den Gewinn absehen wollten. (Voigt)

o    Gibt uns Jesus nicht dasselbe vervielfältigt wieder, so gibt Er uns doch anderes, was dann in der Tat einen vielfachen Wert darstellt. (Voigt)

o    Was bekommen Jesu Nachfolger statt dessen, was sie aufgegeben haben? Die Antwort kann nur in dem gesamten Evangelium bestehen. Wir gewinnen bei Jesus, was wir ohne Ihn nicht hätten: den freien Zugang zu Gott und die ungetrübte Gemeinschaft mit Ihm; trotz allem, was gegen uns spricht, und trotz unserer schuldhaften Entfremdung von Ihm und Auflehnung gegen Ihn. Gott ist für uns, Seine Verächter und Feinde. (Voigt)

o    Man kann sagen, das trage für unser praktisches Leben nicht viel aus; es lebe sich ganz schön, auch wenn man Sünder ist. Nur, das kann man nur solange sagen, als man noch gar nicht merkt, was es mit Gott auf sich hat. (Voigt)

o    Was auch komme, man lebt umschlossen von Gottes Liebe. Gott hält uns wert, die wir unwert sind. Gott hält an uns fest, obwohl wir immer wieder loslassen. Er bleibt uns zugewandt, obwohl wir uns immer wieder von ihm wegwenden. Beispiel: Wir stellen Ihm – nach Menschenart – die engherzige, eigensüchtige, kleinliche, misstrauische Frage: Was wird uns dafür? Und Er? Er übersieht das Unqualifizierte dieser Frage und antwortet mit dem großen Angebot Seines Evangeliums: Ich gebe euch vielmal mehr, als ihr eingesetzt habt. Was Er gibt, ist eigentlich: Er selbst. (Voigt)

o    Wir leiden im Umgang mit anderen – es können unsere Allernächsten sein – unter der Differenz zwischen dem, was wir wünschen, vielleicht gar fordern, und dem, was ist. Wir versuchen uns unser (vermeintliches) Glück zu ertrotzen. (Voigt)

o    Setzen wir statt „Leben“ (Mk 8,35) das Wort „Glück“ ein, wird das Gemeinte sofort deutlich. Wir gewinnen unsere Mitmenschen auf neue Weise zurück – durch Jesus Wirken! -, wenn wir die Gemeinschaft mit ihnen nicht erzwingen, sondern sie von Jesus neu stiften lassen. Konkret: Was auch immer ich an meinem Nächsten wahrnehme und mit ihm erlebe und – vielleicht – ausstehe: Jesus nimmt ihn an. Und – noch erstaunlicher – Er nimmt auch mich an. Zwei Menschen, die verspielt haben, haben jetzt durch Jesus – gewonnen. (Voigt)

o    Verteidigt Jesus uns, indem Er für uns gutsteht, brauchen wir uns selbst nicht mehr zu verteidigen, auch nicht so, dass wir uns gerade an unseren schwächsten Stellen hart machen. (Voigt)

o    Wir sind entlastet – darum können wir anders werden. So wird zerbrochene Gemeinschaft heil. Man wird bei Jesus reich. Wir brauchen, was Er gibt, nur anzunehmen und einzusetzen. (Voigt)

o    Die Augen der Jünger, die auf das Hiesige sehen, werden auf den kommenden Aeon gerichtet. (Voigt)

o    Ewiges Leben ist Leben, das nicht mehr vom Tode umzingelt und endlich dem Tode ausgeliefert ist. (Voigt)

o    Die Verlängerung des todverfallenen Daseins ist nicht ewiges Leben. … Das dem Tode unterworfene Weltleben kann eigentlich gar nicht als Leben im Sinne des Evangeliums gelten. (Voigt)

o    Unsere Auferstehung ist begründet in der Auferstehung Christi, in der die Wende der Äonen schon angefangen hat. (Voigt)

o    Jesus redet von der „verklärten Welt“ fast nur in Bildern. … Die Predigt soll nicht zu wissen vorgeben, was wir alle weder wissen noch uns vorstellen können. Genug: Wir werden Gott schauen (Mt 5,8), den Herrn sehen, wie Er ist (1Joh 3,2) – der Prediger darf der Gemeinde zusichern, dass uns das nicht über werden wird. (Voigt)

o    Die Fülle des Lebens, die Fülle der Liebe Gottes in ihrer Zuwendung zu den Menschen und – das Schauen Gottes bewirkt die Verwandlung in Sein Bild. Wir werden endlich das, was wir sein sollen, nicht mehr im Zwiespalt und im Nachjagen. (Voigt)

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