01-4 Der Löwe, der ein Lamm ist – Offb 5,1-14

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Offb 5,1-5(6-14)

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

o    Um welchen Thron geht es hier? Beachte den Kontext!         1

  • Was meint Johannes mit den Worten: „und ich sah“?
  • Was ist mit der „rechten Hand“ gemeint?
  • Wo ist „mitten unter“ den Ältesten (4,4)?

o    Wie hat man sich das „Buch“ vorzustellen?

  • Warum ist es innen und außen beschrieben?
  • Warum wurde es versiegelt?
  • Was bedeuten die „sieben Siegel“?

o    Beachte die Wiederholung: „und ich sah“!                             2

o    Was ist mit einem „starken Engel“ und einer „großen Stimme“ gemeint?

o    Was bedeutet das Wort „würdig“?

  • Wann ist jemand „würdig“ etwas zu tun?
  • Warum braucht es zum Öffnen der Buchrolle eine bestimmte Würdigkeit?

o    „Niemand“ – Verdeutliche dir diesen Schock!                                    3

  • Warum niemand?
  • Was ist mit „unter der Erde“ gemeint?

o    Warum bewegt dieses „niemand“ Johannes so sehr? 4

  • Warum will er unbedingt, dass dieses Buch aufgetan wird?

o    Beachte Gottes tröstendes Wort!                                        5

  • Warum soll oder braucht Johannes nicht zu weinen?
  • Wo kommt das „weine nicht“ noch in der Bibel vor?

o    Wer sind die „Ältesten“?

  • Woher kommt der Ausdruck: „Löwe von Juda“?
  • Woher kommt der Ausdruck „Wurzel Jesse“?

o    Was ist mit „überwunden“ gemeint?

  • Hat „überwinden“ etwas mit „würdig sein“ zu tun?

 

o    Beachte die wiederholte Wiederholung: „ und ich sah“!          6+11

o    Wieso ist der „Löwe“ ein „Lamm“ – das Lamm!?

  • Was bedeuten die Hörner, Augen, Geister und die Zahl 7?

o    Was bedeutet es, dass das Lamm, das Buch nimmt?                      7

o    Warum löst die Handlung des Lammes solch einen Lobpreis aus?  8-14

  • Wofür steht die Harfe in der Bibel? 8
  • Beachte, dass die Gebete „weitergereicht“ werden!

o    Wer ist mit dem „Du“ gemeint?                                            9

o    Was ist mit dem „neuen Lied“ gemeint

  • Wo kommen „neue Lieder“ noch in der Bibel vor?
  • Welche Bedeutung haben sie?

o    Beachte: hier kommt die Begründung für das „würdig sein“!9-10

  • Was bedeutet es, für die Erkauften, dass sie „Könige und Priester“ sind?

o    Wer wird in den Versen 8-10 angebetet?

o    Beachte den Chor der Engel!                                               11

  • Wer wird von den Engeln angebetet? 12
  • Warum beten die Engel an?

o    Beachte die dritte „Welle“ des Lobpreises!                            13

  • Wer wird angebetet?

o    Was bedeutet: „von Ewigkeit zu Ewigkeit“?

  • Was sagt dieser Vers über das Wesen Jesu aus?

o    Vor wem fallen die Ältesten nieder und beten an?                 14

o    Was ist die Botschaft dieses Kapitels?

  • Was wollte Gott Seiner Gemeinde durch diese Worte sagen?
  • Was wollte Johannes den „sieben Gemeinden“ (1,4) sagen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Woher stammt das Bild des Johannes? à Hes 2,9-10 (Barclay)

o    Die Szene ist dieselbe wie in Kapitel 4, wo der himmlische Raum mit seinen Inhalten beschrieben ist. Das einzige Geschehnis ist dort die in liturgischen Formen vor sich gehende Huldigung der himmlischen Wesen und der Ältesten. (Voigt)

o    Das Hervortreten der Person des Sehers in der 1.Pers.Sing (V. 1, 2, 4, 6, 11,13) markiert die Abschnitte. Nur auf dem Höhepunkt (8) schweigt das Ich.

o    Bei dem Buch hat es sich um eine Rolle gehandelt. Bis ins zweite nachchristliche Jahrhundert hinein wurden alle Schriftwerke auf Rollen geschrieben, die aus Papyrus hergestellt wurden. Die einzelnen Bögen, die etwa 25×20 cm groß waren, wurden aneinander geleimt. Die Blätter wurden in schmalen Spalten im Abstand von etwa 1 cm beschrieben, wobei oben und unten ein breiter Rand gelassen wurde. Meistens befanden sich an beiden Enden der Schriftrolle Holzstäbchen zum aufrollen. … Der 2. Und 3. Johannesbrief, der Judasbrief und der Brief an Philemon nahmen nur ein Papyrusblatt in Anspruch; der Römerbrief erforderte eine Rolle von etwa 3,5 m Länge; das Markusevangelium war 5,7 m (Joh 7 m; Mt 9 m; Lk und Apg jeweils 9,6 m) lang. (Barclay)

o    Papyrus war ein teures Material. Wer viel zu schreiben hatte, benutzte daher die Vorder- und Rückseite des Blattes. (Barclay)

o    Die zweiseitige Beschriftung deutet auf die unabsehbare Fülle der Ereignisse. (Voigt)

o    Mit 7 Siegeln wurden Testamente versiegelt. Nach römischem Recht musste ein Testament von sieben Zeugen mit ihrem Siegel versehen werden, und durfte nur in Gegenwart aller sieben Zeugen oder ihres gesetzlichen Vertreters geöffnet werden. Wir könnten die Rolle als Gottes letzten Willen, als Seine letzte Regelung der Weltangelegenheiten verstehen. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die sieben Siegel einfach bedeuten, dass es sich um ein tiefes, dunkles Geheimnis handelt. Der Inhalt des Buches ist so geheim, so ausschließlich der Erkenntnis Gottes vorbehalten, vor allen neugierig spähenden Augen so verborgen, dass es wie mit sieben Siegeln versiegelt ist. (Barclay)

o    Die Siegel öffnen bedeutet: den Willen des Testators vollstrecken und den Eintritt der Ereignisse wirklich herbeiführen (Voigt)

o    Auch in 10,1 und 18,21 begegnen wir einem starken Engel. In diesem Fall musste der Engel stark sein (2), damit seine Stimme durch das Universum hindurch zu Johannes drang. (Barclay)

o    In 3 und 4 sieht es so aus, als ob das Versprechen aus 4,1 nicht gehalten werden kann. – Deshalb weint Johannes (4). (Barclay)

o    Seine Trauer hat noch einen tieferen Grund. Nach dem, was er erlebt hatte, schien es auf der Welt niemanden zu geben, dem Gott Seine Geheimnisse offenbaren konnte. … Hinter diesem Problem verbirgt sich die Tatsache, dass Gott den Menschen Seine Botschaft nur übermitteln kann, wenn jemand da ist, der sie aufnimmt. (Barclay)

o    Gott hat jeder Generation etwas zu sagen, doch Er kann den Menschen Seine Botschaft nur übermitteln, wenn sich jemand findet, der sie aufzunehmen vermag. (Barclay)

o    Da der irdische Gottesdienst dem himmlischen entspricht, sind die Ältesten (5) liturgische Funktionsträger (4,10; 5,8-10; 11,17f; 19,4), jedenfalls nicht „erlöste oder verklärte Menschenwesen“. (Voigt)

o    Die Zahl 24 könnte von den 24 Klassen der Priester und Leviten kommen. (Voigt)

o    Sie könnte aber auch den alten und den neuen Bund symbolisieren.

o    In Vers 5 tritt einer der Ältesten zu Johannes – als Bote Jesu Christi – und sagt zu ihm: „Weine nicht!“ – vgl. Lk 7,13; 8,52. (Barclay)

o    Weil Jesus tat, was Er tat, ist Er Herr der Wahrheit und Herr der Geschichte (5). (Barclay)

o    „Löwe“ à 1Mo 49,9; „Wurzel Davids“ à Jes 11,1.10 (Barclay)

o    Das Lamm steht im Mittelpunkt der ganzen Szene, im Brennpunkt aller Augen. (Barclay)

o    In der Offb kommt dieses griechische Wort für Lamm 29x vor. Dieses griechische Wort für „Lamm“ wird sonst an keiner Stelle des NT auf Jesus angewandt. … In Jer 11,19 dagegen kommt das Wort „arnion“ vor, an der Stelle, an der es heißt: „Denn ich war wie ein argloses Lamm gewesen, das zur Schlachtbank geführt wird“. Mit dem häufigen Gebrauch dieses Wortes will Johannes die Menschen darauf aufmerksam machen, dass es sich um ein neues Bild, um eine neue Konzeption Jesu Christi handelt. (Barclay)

o    Die Verse 6ff zeigen das „Lamm“. Der die Siegel des Buches aufbricht, also die Geschichte Gottes mit der Welt realisiert, ist kein anderer als der Gekreuzigte. (Voigt)

o    „Wie geschlachtet“ deutet auf das Kreuz, die „sieben Hörner“ auf die Allmacht, die „sieben Augen“ auf die Allerkenntnis (6).

o    In den Versen 7-14 haben wir den größten Lobgesang der Welt. … Es ist, wie wenn Chor und Orchester nach und nach anschwellen, bis schließlich alle Stimmen und Instrumente sich vereinigen und den Höhepunkt mit einem unvergleichlichen Fortissimo erreichen. (Barclay)

o    Der ganze Kosmos ist an der himmlischen Liturgie beteiligt. Vgl. Vers 3. (Voigt)

o    Wir genießen das Vorrecht, unsere Stimmen und unser Leben für diesen Lobgesang einsetzen zu dürfen. (Barclay)

o    Die Harfe war bei den Juden ein Sinnbild der Musik zum Lobe Gottes (Ps 33,2;98,5; 147,7). (Barclay)

o    Dass die Gebete mit Räucherwerk verglichen werden, ist ebenfalls auf die Psalmen zurückzuführen (142,2) (Barclay)

o    Bezeichnend ist die Vorstellung, dass die Gebete der Menschen durch himmlische Zwischenträger zu Gott gelangen. Diese Auffassung ist in der jüngeren jüdischen Literatur allgemein anzutreffen. … Zeitweilig scheinen auch die seligen Toten an dieser Aufgabe teilzuhaben. Die Engel und Heiligen treten für die Menschenkinder ein und bitten für sie (Henoch 39,6) (Barclay)

o    Einerseits ist es ein erhebender Gedanke, beim Gebet nicht sich selbst überlassen zu bleiben. Die himmlischen Heerscharen und die unsichtbare Menge der Zeugen stehen uns beim Gebet zur Seite. Andererseits erübrigt sich alles dies, weil wir keinen Zwischenträger nötig haben, da vor uns eine offene Tür gesetzt ist, die niemand zuschließen kann. Vor uns liegt ein neuer, lebendiger Weg in das Allerheiligste, den kein Mensch versperren kann. Niemand braucht beim Beten einen Helfer, weil Gottes Ohr Selbst die leiseste Bitte vernimmt. (Barclay)

o    Für die Juden gab es eine ungeheure Kluft zwischen Gott und den Menschen, die von Zwischenträgern überbrückt wurde. Jesus Christus ist gekommen, um uns zu sagen, dass Gott näher ist als unser Atem, näher als unsere Hände und Füße. (Barclay)

o    Was sich beim Einzug in Jerusalem in kleinem Maßstab ereignet hat, vollzieht sich hier in kosmischer Weite. (Voigt)

o    Der Huldigungsruf der wenigen, die in den Passahtagen kurz vor der Kreuzigung in Jesus den Messias entdeckten und die dies in ihrem Lobpreis zum Ausdruck brachten, hat sich inzwischen vervielfacht und schwillt im Verlauf der hier beschriebenen Szene stufenartig an. (Voigt)

o    Der drei-mal-heilige Gott ist nicht nur Der, Der „war“ und „ist“ (Jes 6,3; 2Mo 3,14), sondern auch „der Kommende“ (4,8; 1,4.8). (Voigt)

o    Johannes sieht, wie dem Herrn, indem Er das Buch aus Gottes Hand empfängt, die Schlüsselstellung in Gottes Welt bereits gegeben ist, und er weiß, was alles noch geschehen muss (1,1), bis Christus auch vor Seinen Feinden in dieser unvergleichlichen Stellung als Träger der Herrschaft Gottes sichtbar wird (1,7, Joh 19,37) (Voigt)

o    Was hier „gezeigt“ wird (1,1), ist kleinasiatisch bzw. – Siebenzahl! – der ganzen Kirche gesagt, die durch Domitian (81-96) unter Druck gesetzt, durch seinen Anspruch auf göttliche Würde herausgefordert und ins Zeugnis der Leiden geführt ist. Hier vollzieht sich härteste Auseinandersetzung des Glaubens mit der sich göttlich verstehenden christusfeindlichen „Welt“, wobei die durch den Kaiserkult und Domitians imperiale Anmaßung geschaffene Lage nicht bloß zeitgeschichtlich, sondern grundsätzlich zu sehen ist. (Voigt)

o    Hier wird im Bekenntnis zu Christus das erste Gebot durchgestanden. Hier fallen Entscheidungen. Die Apokalypse (=Offb) ruft zu dem Kommenden. Wer Ihm gehört, hat an Seiner Zukunft teil. (Voigt)

o    Gottesdienst vollzieht sich aus biblischer Sicht zugleich im Himmel und auf Erden. (Voigt)

o    Der „Raum“ Gottes ist kein abgeteilter Bezirk im natürlichen Kosmos. Die Wirklichkeit Gottes und dessen, was Ihn „umgibt“, ist so anders, dass sie in das Unsere nicht eingeordnet werden kann. (Voigt)

o    Nach Goppelt, der in 5,8-10 mit Recht den zentralsten Satz der Offenbarung sieht, lautet das Thema „Christus und die Geschichte“ oder „die endgeschichtliche Heilsoffenbarung und die Geschichte“. (Voigt)

o    Die Gottesbeziehung wirkt sich auf den irdischen Verlauf der Dinge aus, wie man von Kap. 6 an immer wieder – mit Schrecken und Freude – wahrnimmt. Von, durch und zu Gott sind alle Dinge, würde Paulus sagen (Röm 11,36). Gott bestimmt den Lauf der Geschichte. Ja, Er hat ihn schon vorausbestimmt: dies ist der Inhalt des Buches. (Voigt)

o    Gottes eigenes Weltprogramm wird Schritt für Schritt, „entsiegelt“, indem es – verwirklicht wird. (Voigt)

o    Wir haben nicht den Schlüssel zum Sinn des Geschehens – weder im Schicksal des einzelnen Menschen noch in dem der Völker und der Menschheit im Ganzen. Gott und Sein Wirken können nicht rational bewältigt werden. Wir haben uns zu bescheiden (demütig zu schweigen). (Voigt)

o    Man kann sich über die Unerkennbarkeit des göttlichen Weltplans freuen, denn mit ihr ist auch die Offenheit unseres Daseins für geschichtlich-personales Leben begründet. … Wir haben Raum zur Freiheit. (Voigt)

o    Aber das Nichtwissen um das Wohin kann auch bedrücken. Dann etwa, wenn man sich in der Lage der Gemeinden Kleinasiens in den letzten Jahren Domitians befindet. Das Verhältnis Kirche – Welt ist in eine dramatische Phase getreten. Johannes selbst ist um des Wortes Gottes und um des Jesuszeugnisses willen auf die römische Strafinsel Patmos verbannt (1,9). Schon hat es einen Blutzeugen gegeben, Antipas (2,13). Die Christenheit befindet sich in der „Bedrängnis“ (1,9; 2,9f.22; 7,14). Christen haben sich auf Gefangenschaft gefasst zu machen. Vielleicht, dass sie ihre Treue „bis an den Tod“ bewähren müssen (2,10). (Voigt)

o    Domitian war der erste, der sich in Rom offiziell „Gott der Herr“ nennen ließ, „Gott und Heiland in Ewigkeit“. Seine Erlasse leitete er selbst so ein: „Der Herr unser Gott befiehlt“. … Aus dem Staat vom Röm 13, der göttlichen Ordnungsmacht, war das „Tier“ von Offb 13 geworden. (Voigt)

o    Wir Nachgeborenen verfolgen den langen Weg der Märtyrerkirche. Der Schreiber der Offenbarung steht an dessen Anfang, aber er hat die Unvermeidbarkeit dieser Auseinandersetzung begriffen. (Voigt)

o    Die Welt- und Kirchengeschichte läuft nicht ins Ungewisse. Gott hat, was Er vorhat, schriftlich niedergelegt. Die Geschichte wird nach Seinem Ratschluss und Willen verlaufen. Nur, wer vollzieht, was Gott vorhat? (Voigt)

o    „Wer ist würdig?“ Das Wort findet sich in den Versen 2.4.9.12 – an den letzten beiden Stellen in der liturgischen Formel (4,11). „Er ist würdig“ oder „Du bist würdig“, sagen die Hofdichter von Domitian. Johannes braucht das Stichwort nur aufzunehmen, und jeder weiß, welche Urfrage sich hier stellt: Gott oder Götze? Der wirkliche Herr und Gott oder der falsche, angemaßte? Der, der alle Dinge geschaffen hat (4,11), oder das sich selbst zur Göttlichkeit hinaufsteigernde Geschöpf? (Voigt)

o    Wirklich in Gottes Namen handeln kann keiner von uns. Das große Schweigen (3) ist nur der akustische Hintergrund für die große christologische Aussage. Zur Errichtung der Herrschaft Gottes kompetent ist nur Jesus Christus. Herrschaft Gottes ist eben Herrschaft des Christus. (Voigt)

o    Ein ungleicher Kampf zwischen der „Welt“, die Ihn nicht aufnahm (Joh 1,11), und dem machtlosen, verachteten Jesus! Aber Er hat „gesiegt“ (5), sich als der Stärkere und Überlegene erwiesen, denn Er wurde von den Toten auferweckt (1,5.18). (Voigt)

o    Die Zukunft der Welt liegt in Jesu Hand, weil Er der Eine, der Konkurrenzlose, der Unvergleichliche ist. (Voigt)

o    Jesu Werk ist Gottes Werk (Joh 5,17.19.30.36; 6,37; 16,15). Darin ist Jesus „der Eine“, der „würdig“ ist, die Geschichte Gottes mit Seiner Welt – das ist ja der Inhalt des versiegelten Buches – zu realisieren. (Voigt)

o    Bei Vers 6 denkt man Jes 53,7 und an Joh 1,29.36. (Voigt)

o    Dem Geopferten wird mit dem Buch die Vollzugsgewalt über die Geschichte zwischen Auferstehung und Wiederkunft in die Hand gegeben. Vers 9 ist für das Verständnis der Offenbarung entscheidend. Das Reich Gottes (1,9; 11,15; 12,10; 19,6), also die Durchsetzung der Herrschaft Gottes über Seine abtrünnig gewordene Welt verwirklicht sich durch den Gekreuzigten. (Voigt)

o    Ein seltsames Gegenüber: da Domitian – hier der am Kreuz Geopferte. Sehr ungleiche Erfolgschancen. (Voigt)

o    „Lamm“ – Christus unterwirft sich die Menschen nicht. Er gewinnt sie, durch Sein priesterliches Eintreten für sie, im Opfertod. Dass der in Jerusalem Einziehende (Mt 21) auf dem Weg zum Kreuz ist, ist keine biografische Zufälligkeit. Der römische Kaiser bezwingt die Völker mit Gewalt. Jesus gewinnt sie mit Liebe und Hingabe. Deutlicher: Domitian macht aus freien Menschen Unterworfene. Jesus befreit die an die Macht des Bösen Versklavten, indem Er ihr Schuldenkonto zu Seinem eigenen macht. (Voigt)

o    Indem Gott Christus das Weltregiment übergibt, begegnet Er dem Aufruhr der Menschheit – also unserer Auflehnung – damit, dass Er bedingungslos für uns ist. (Voigt)

o    So wahr die Offb von Gottes richtendem Handeln in der Weltgeschichte und an ihrem Ende spricht: Seine Absicht geht allein darauf, uns vor und aus dem Gericht zu retten. (Voigt)

o    Kräftiger kann der Selbstvergottung Domitians nicht widersprochen werden. Der Entfaltung seiner Macht und Herrlichkeit widersprechen die Himmlischen mit dem an das „Lamm“ gerichteten „neuen Lied“: „Du bist würdig!“ … Jetzt ist man gespannt, wie diese letzte und höchste Kompetenz Jesu begründet wird (9-10). … Man muss wohl sagen: Eine unerhört neue Weise, die Welt zu regieren und Menschen zu gewinnen! (Voigt)

o    Man könnte sagen: Alles weit weg von uns! … Wo bleibt Christi Advent (Ankunft)? Mag sein; Er „kommt“ – am unbestimmten, fernen Tage seiner Parusie. Wie aber wirkt sich das, wovon die Rede ist, jetzt aus? (Voigt)

o    Am „Tag des Herrn“ (1,10) weiß der nach Patmos Verbannte die Gemeinde auf dem Festland (Kap.2 und 3) zum Gottesdienst versammelt. Sie sind nicht unter sich: im Himmel geht die Tür auf, das himmlische Heiligtum ist zur irdischen Gemeinde hin offen. (Voigt)

o    Wer zur irdischen Gemeinde gestoßen ist, ist damit auch mit der himmlischen verbunden (Herb 12,22-24). (Voigt)

o    Der „Himmel“ ist nicht irgendwo „oben“, er ist überhaupt nicht „anderswo“, sondern „anders“ und darum nur in Gottes „Geheimnissen“ uns erschlossen. In Seinen Gnadenmitteln „kommt“ der Herr und macht das Himmlische im Irdischen präsent. (Voigt)

o    Die im Protestantismus verbreitete Vernachlässigung oder gar Geringschätzung der kultischen Gebärde kann sich nicht auf das Neue Testament berufen. … Die Himmlischen huldigen dem Inthronisierten. Im Gottesdienst kann die „Anbetung“ nicht fehlen. (Voigt)

o    Zum Gottesdienst gehört die Musik. Das „neue Lied“ (9), das das eben vor den Augen der Beteiligten sich abspielende Geschehen besingt, erklingt neben den Gesängen der Väter. (Voigt)

o    „Harfen“ – repräsentieren die Instrumentalmusik – haben ihren Platz im Gottesdienst. (Voigt)

o    Mancher Protestant bekommt beim Räuchern eine Gänsehaut, aber im Himmel nimmt man offenbar daran keinen Anstoß. (Voigt)

o    Das Christuslob auf Erden ist Fortsetzung und Aufnahme des himmlischen Lobgesangs. Und man vergesse nicht: Wer diesen sich für die Welt einsetzenden Christus preist, der unterwirft sich damit Seiner Herrschaft. (Voigt)

o    „Dein ist das Lob und die Ehre und die Herrlichkeit und die Kraft in Ewigkeit…“ Es klingt fast wie in der Doxologie des Vaterunsers. (Voigt)

o    Jesu „Herrschen“ besteht im Dienen, genauer, darin, dass Er „der Welt Sünde trägt“. Werden wir, Seine Gemeinde, durch Ihn zu „Königen und Priestern“, so liegt darin, dass wir – wie Er – in dieser Welt nicht anders „regieren“ können, als so, dass wir – dienen, uns für die Welt einsetzen, vor Gott „vorstellig werden“ (Röm 8,34) zu ihrem Besten. (Voigt)

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