61-3 Solange die Erde steht – 1Mo 8,18-22

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1Mo 8,18-22

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • In welchem Textzusammenhang steht unser Abschnitt?
  • Was weißt du von Noah? 18-19
    • Woher gingen sie „heraus“?
  • Beachte das Bindewort: „dazu“!
  • Wer zählte in diesen 2 Versen alles zu den von Gott Geretteten?
  • Warum wird Noahs Tun mit „aber“ betont? 20
    • Was ist ein Altar? Wofür braucht man ihn?
    • Wie baut man einen Altar?
  • Wer ist der „HERR“?
  • Welche Tiere waren für Noah „reine“?
    • Was sind Brandopfer?
    • Warum hat Noah geopfert?
  • Was ist mit „den lieblichen Geruch riechen“ gemeint? 21
  • Hat Gott ein Herz?
    • Was meint der Ausdruck „in seinem Herzen“?
  • Was ist „verfluchen“?
    • Wie und wann hatte Gott schon die Erde verflucht?
  • Beachte: „um des Menschen willen“!
    • Was tun wir Menschen Gott an?
    • Warum bewegt unser Tun und Lassen Gott so tief?
  • Beachte das Bindewort: „denn“!
    • Was meint dieses Wort?
  • Kapituliert Gott vor der Böswilligkeit und Sturheit der Menschen?
    • Was ist mit „Dichten und Trachten“ gemeint?
    • Was meint „von Jugend auf“?
  • Beachte: Gott tut Seinen Willen kund!
    • Was will Gott von jetzt an anders machen?
    • Warum?
  • Wie lange ist: „solange die Erde steht“? 22
    • Was soll nicht aufhören?
    • Warum ist dieser Wechsel wichtig?
    • Was garantiert dieser Wechsel im Einzelnen?
  • Was will uns dieser Absatz sagen?
    • Warum wurde dieser Auszug aus der Arche in der Bibel festgehalten?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Neutestamentliche Gedanken

o    Hingabe (Anbetung) berührt Gottes „Herz“

o    Gerettete leben unter der Gnade

o    Gerettete Sünder

o    Opfer, die Gott wohl gefallen            – Röm 12,1f

o    Rettung in Jesus – Röm 10,13; Apg 2,21

3     Homiletik

3.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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3.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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3.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

3.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • „Brandopfer“ (20) sind Ganzopfer – alles wird verbrannt, nichts selbst gegessen.
  • Wie die Menschen sich „vermehren“ (6,1), „mehren“ sich auch Bosheit (6,5) und „Gewalttat“ (Frevel 6,11.13). (Gradwohl)
  • Gott will die Erde verderben (6,13). Wie ein Töpfer, der ein Gefäß herstellt. Verdirbt das Gerät, so bildet er aus dem Material ein neues (Jer 18,3f). (Gradwohl)
  • Was lebt, wird ausgelöscht. … Der Erdboden selbst wird gründlich zerstört. (Gradwohl)
  • Die über die Menschen, Tiere und die Erde hereinbrechende Katastrophe ist radikal, aber nicht total. (Gradwohl)
  • Aus der Geborgenheit der Arche kehren die Überlebenden auf den Erdboden zurück. (Gradwohl)
  • Dass die Tiere durch den Menschen in den Untergang gezogen werden, ist ein moralisches Problem. (Gradwohl)
  • Die reinen Tiere sind nach 7,2 jene, die nicht nur paarweise, sondern „siebenfach“ in die Arche gekommen sind. „Rein“ (zum Genuss erlaubt) braucht in diesem Zusammenhang nicht dasselbe zu bedeuten wie bei den späteren Opfer- und Speisegesetzen. (Gradwohl)
  • „Lieblicher Geruch“ (21), ein „Geruch der Beruhigung“, der bei Gott „Zufriedenheit“ und das Ruhen seines Zorns bewirkt. (Gradwohl)
  • Zum Unterschied der Reihenfolge zwischen Befehl (8,16) und Ausführung (8,18): … Es ist möglich, dass sich die weiblichen Personen fürchteten, vor den männlichen hinauszugehen, denn noch war die Angst der Sintflut über ihnen, und sie sind weichherziger (=empfindsamer) als die männlichen Personen. (Kimchi in Gradwohl)
  • Der Ausdruck des göttlichen Riechens hat die Exegeten gestört, obschon in der Bibel die der menschlichen Anschauung entnommenen Beschreibungen eines göttlichen „Tuns“ zahlreich sind (Gott sagte, dachte sich, es gereute Ihn, Er stieg hinunter auf den Sinai usw.) (Gradwohl)
  • Weil Gott „riecht“, existiert Er. Gott ist nicht tot, und Er nimmt das Tun der Menschen wahr. (Gradwohl)
  • Der Inhalt des göttlichen Gesprächs „zu seinem Herzen“ (21) ist ein Schwur. Eine Schwurformel wird zwar nicht explizit verwendet, doch zeigt Jes 54,9, dass die Worte Gottes so verstanden worden sind. … „Wenn jemand zweimal ‚nein, nein‘ in der Art eines Schwures sagt oder auch ‚ja,ja‘ …, so gilt es als geschworen. (Maimonides in Gradwohl)
  • Wie Gott Kain zusichert, er könne die Sünde beherrschen (4,7), so kann jeder letztlich der Sünde Herr werden. Nicht „in der Jugend“ doch wenn er reifer wird. (Nachmanides in Gradwohl)
  • Wie in einer feierlichen Prozession verlassen die Tiere die Arche. … Das Hinausgehen in den neuen Äon, auf die neue Erde entsprang nicht menschlicher Initiative, sondern Gottes ausdrücklichem Willen. (Voigt)
  • Das erste, was Noah tut, ist die Errichtung eines Altars, des ersten übrigens, der in der Genesis erwähnt wird. (Voigt)
  • An der Vielzahl der dargebrachten Opfertiere wird deutlich: alle Überlebenden gehören Jahwe. (Voigt)
  • Vers 21b ist deutliche Rückbeziehung auf 6,5-8: … der Vernichtungsbeschluss ist aufgehoben. (Voigt)
  • Gott will den Menschen so tragen, wie er ist, mit seinem Hang zum Bösen „von Jugend auf“. Es soll nun eine Zeit der Geduld (Röm 3, 26) beginnen. (Voigt)
  • Zum ersten Mal ist hier vom ewigen Leben der Welt mit eigener Lebensordnung die Rede. Die Welt ist hier nicht primär das im Raum Vorhandene, sie ist primär das in der Zeit Bestehende. (Voigt)
  • Unser Text spricht von den Ordnungen Gottes in der Natur. … In der Welt herrscht eine heilsame Gesetzmäßigkeit, die auf Gottes Ordnungswillen beruht. In ihr ist alles Leben verfasst, längst ehe ein erstes Du-sollst an den Menschen erging. (Voigt)
  • Das „Sein“ ist vor dem „Sollen“. (Voigt)
  • Die Ordnungen, die geschöpfliches Leben ermöglichen und erhalten, sind Gottes Ordnungen. … Der Glaube wird in der Ordnung der Welt Gottes weises und gütiges Tun erkennen. (Ps 104,24) (Voigt)
  • Wir erkennen in der Ordnung den Ordner, den Schöpfer und Herrn, der den Kosmos will. (Voigt)
  • Das Erregende der ganzen Sintflutgeschichte ist, dass Gott selbst sie zum Unheil wirken lassen kann, wer Er will bzw. sich dazu veranlasst sieht (6,5f), oder aber, wenn Er will, zum besten seiner Welt. (Voigt)
  • Gott hätte viele Gründe, die Welt nicht zu wollen. … Aber Gott will die Welt. (Voigt)
  • Dass wir das Leben haben, dass wir uns seiner freuen, die Möglichkeiten, die es bietet, wahrnehmen und ausschöpfen und darin glücklich sein können, sollte uns immer wieder Anlass zu dankbarem Staunen sein. (Voigt)
  • Leben-Dürfen ist eigentlich Wunder. (Voigt)
  • Man müsste sich in die Situation derer hineinversetzen, die es erlebt haben: Erst der verdunkelte Himmel, der apokalyptische Sturm, bei strömenden Regen die wachsendenden Wasser mit ihrer Gewalt. … Und dann: Das Leben soll noch einmal beginnen. (Voigt)
  • Die Hände Gottes haben losgelassen, die schöpfungsfeindlichen Wassermassen des Urchaos stürzen herein in den Lebensraum von Mensch und Tier, Gott hat sein Schöpfungswort widerrufen. (Voigt)
  • Der erste Tag des ersten Monats (8,13): das Welt-Neujahr, der Beginn eines neuen Äons. (Voigt)
  • Gott hat es auf Dauer abgesehen. Die Konstanz im Aktuellen hat ihren Grund in Gottes beständigen Wollen, in Seiner Treue. (Voigt)
  • Wenn jemand aus schrecklicher Gefahr gerettet worden ist, … ist seine erste Reaktion die: Ihm zu danken, der ihn gerettet und ihm geholfen hat, zu entrinnen. (Cassuto in Voigt) Dem stimmt Westermann zu und sagt weiter: In diesem Begehen der Rettung durch ein Opfer, das dem Retter dargebracht wird und das zugleich das neue Leben dadurch sichert, dass dem Rettenden der Neubeginn anvertraut wird, ist eines der Grundmotive des Gottesdienstes zu sehen. (Voigt)
  • Opfer ist immer auch Bekenntnis zur Versöhnungsbedürftigkeit: Es deutet wie von ferne darauf, dass das neugeschenkte Leben noch ein ganz anderes Opfer zur Grundlage haben wird. Wer davon weiß, empfängt erst recht sein Leben von Tag zu Tag als beglückendes Wunder. (Voigt)
  • Wir sollten unsern Abschnitt nicht als Erfahrungssätze verstehen, sondern als Aussagen des Glaubens, die wiederum aus der Selbstmitteilung Gottes (Offenbarung) kommen. (Voigt)
  • Es ist leider nicht ausgeschlossen, dass die von Gott frei erschaffenen Kreaturen sich Seinem Willen widersetzen und damit die Welt in Gefahr bringen, die Er erhalten will. (Voigt)
  • „Denn“ (21) – das auffälligste, unerhörteste „Denn“ in der ganzen Bibel. Bedenkt man, dass dieser Befund an den Herzen der Menschen es war, der Gott zur Veranstaltung der Sintflut veranlasst hat (6,5), dann muss man feststellen: Was damals Vernichtung zur Folge hatte, hat nunmehr Bewahrung zur Folge. (Voigt)
  • Es hat sich bei den Menschen nichts geändert durch die Sintflut. (Voigt)
  • Will Gott die Schöpfung, so muss Er sie wollen, trotz der Sünde der Menschen. (Voigt)
  • Dieser Gegensatz von Gottes strafendem Zorn und Seiner tragenden Gnade, der sich durch die ganze Bibel zieht, ist hier in ganz untheologischer, ja fast unangemessener Weise, dargestellt, nämlich fast wie ein Nachgeben, ja ein sich Einstellen Gottes auf die Sündhaftigkeit der Menschen. (v. Rad in Voigt)
  • Trotz der Bosheit der Menschen aus der Mitte ihrer Person heraus (Herz) und trotz der Bosheit der Menschen von Jugend an, also nicht nur so, dass es sich um erworbene Unarten handelt, sondern um wurzelhafte Bosheit: Gott will, dass die Welt bestehen bleibt. (Voigt)
  • Nicht auszudenken, was geschähe, wenn die Bahn der Erde um die Sonne sich merklich veränderte. Gott hält an seinen Gesetzen, die das Leben erhalten, fest. (Voigt)
  • Wir dürfen nicht alles, was wir können. Es tut uns gut, dass wir Respekt bekommen vor dem Gegebenen. Die Landschaft sollten wir schonen. An die klimatischen Verhältnisse sollten wir denken. Leicht ist etwas verdorben und dann nicht wieder herzustellen. Flora und Fauna sollten nicht unserer Willkür preisgegeben, sondern unserer Pflege anvertraut sein. … Wir deuten nur an. Es bekäme uns gut, Gott in seinen Ordnungen zu bewundern und zu ehren und sie unangetastet zu lassen. (Voigt)
  • Verstoßen wir gegen Gottes Gesetz, haben wir die Folgen zu tragen. Gesetzwidriges Leben macht sich selbst Abbruch – bis zur Selbstvernichtung. Auch dies ist eine Weise Gottes, die Welt zu erhalten! (Voigt)
  • Die Ordnung (der Welt), in der wir leben, ist Notordnung. (Voigt)
  • 1Mo 8 ist nicht das Ende der Wege Gottes, es ist nur Zwischenstation. Es ist die Übergangslösung, die den Fortbestand der Welt ermöglicht, bis, wenn die Zeit erfüllt sein wird, der neue Weg beschritten wird. (Voigt)
  • Wir finden den gegenwärtigen Zustand wahrscheinlich ganz normal oder doch wenigstens erträglich, Gott nicht. Er will mehr als konservierende, den Fortgang des Lebens ermöglichende Ordnungen. Er will unsere Herzen. Die Bibel ist mit 1Mo 8 nicht zu Ende. (Voigt)
  • Gott wird noch einmal eine neue Menschheit beginnen (vgl. Röm 5,12ff). Ihr „Erstling“: Jesus Christus. Die aus der Arche hervorgehen: Die Gemeinde der kommenden Welt (1Petr 3,20f). Das Opfer – besser als das des Noah – ist Jesu eigenes Opfer. … Um die Menschheit für dieses Neue aufzusparen, ist ihr Zeit gegeben. Alle äußere Ordnung in der Welt hat diese Aufgabe: Raum zu schaffen für das, was durch Christus an uns geschehen soll. (Voigt)

 

  • Ist die Menschheit durch Gottes „Schwur“ vor dem Verderben für immer abgesichert? Wenn es die Wasserflut nicht mehr geben wird, wird es dann auch andere „Fluten“ nicht mehr geben? Die „Feuersflut“ eines atomaren Krieges beispielsweise? Und wenn es sie – Gott behüte! – geben sollte, wer baut der Menschheit eine „Arche“? (Gradwohl) – Jesus!
  • Gottes Schwur, nie mehr eine Wasserflut über die Erde zu bringen und der Erde ihre Saat und Ernte zu sichern, wird auch für den Menschen zur bindenden Verpflichtung. – 5Mo 30,19 (Gradwohl)
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