18-4 Der himmlische Christus – Offb 1,9-18

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Offb 1,9-18

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

o    Was ist das Thema des Offenbarungsbuches?

  • Wer ist Johannes?

o    Warum beginnt Johannes hier mit einem betonten „ICH“?      9

  • Was ist mit „Bruder und Mitgenosse“ gemeint?
  • Um welche „Bedrängnis“ geht es hier?
  • Was versteht Johannes unter dem „Reich“?
  • Was meint „Geduld in Jesus“

o    Was für eine Insel ist Patmos?

  • Was meint „um des Wortes Gottes willen“?
  • Was ist das „Zeugnis von Jesus“?

o    Was bedeutet „vom Geist ergriffen“?                                    10

  • Wie kann der Geist einen „ergreifen“?

o    Wie sind die Worte „am Tag des Herrn“ zu verstehen?

  • Beachte: Zuerst „hört“ Johannes etwas!
  • Wer spricht mit einer Stimme „wie von einer Posaune“?

o    Schaue um zu schreiben!                                                   11

  • Warum soll Johannes die Dinge aufschreiben?
  • Wo befinden sich die Gemeinden? à Atlas!
  • Wie viele Orte sind es?

o    Beachte den neuen Ansatz mit dem Bindewort „und“!                        12

  • Aus dem Hören wird ein Sehen!

o    Was bedeutet das Wort „umwenden“?

o    Was sieht Johannes als erstes?

  • Warum die Zahl Sieben? Was bedeutet sie in der Bibel?
  • Was ist die Aufgabe eines Leuchters?

o    Woher kommt der Ausdruck „Menschensohn“?                     13

  • Wie versteht die Bibel dieses Wort?

o    Vergleiche die Verse 13-16 mit Dan 7,9-13; 10,5f; Hes 1,24; 43,2!

  • Wer trug den Gürtel um die Brust?

o    Wer hatte das „Siebengestirn“ in seiner Hand?                     16

  • Was ist mit den „sieben Sternen“ gemeint?

o    Was ist mit dem „Schwert“ gemeint?

  • Warum ist es „scharf“ und „zweischneidig“?

o    „Sein Angesicht“ kann man auch mit „Sein Gesamteindruck“ übersetzen!

  • Woher kommt dieses Leuchten?

o    Beachte den Übergang mit dem Bindewort „und“!                  17

  • Wen sieht Johannes hier?

o    Fällt Johannes nieder, weil er will, oder weil er nicht anders kann?

  • Was will er mit den Worten „wie tot“ sagen?

o    Wer ist der, der seine Hand auf ihn legte und sprach?

  • Was bedeuten die Worte „Fürchte dich nicht“ in diesem Zusammenhang?
  • Wer ist der „Erste und der Letzte“ in der Bibel?

o    Wer ist der „Lebendige“?                                                     18

  • Wen offenbaren die Worte „war tot, und bin lebendig“?
  • Was bedeutet es, die Schlüssel des Todes und der Hölle zu haben?

o    Warum hat Johannes diese Vision überliefert?

  • Was wollte (sollte?) er den Gemeinden damit sagen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

o

o

o

o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

o

1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

o

2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

o

o

o

o

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Noch unter dem Schall des göttlichen „Ich“ in V 8 tritt jetzt das „Ich“ des Propheten vor die Gemeinde hin (9). (Pohl)

o    Die Berufungsvision umfasst 9-20; den Schreibbefehl (19) und den ersten kleinen Kommentar (20) können wir uns beim Vorlesen sparen. (Voigt)

o    Die Szene beginnt mit einer Audition, geht dann in eine Vision über und endet mit einem Wort des erhöhten Christus. (Voigt)

o    Der Verfasser der Offenbarung nennt seinen Namen dreimal (1,4.9;22,8). (Voigt)

o    „Bruder“ (9) – er verzichtet auf Würdebezeichnungen. (Voigt)

o    Im AT konnten Berufungen stark in die Vereinzelung führen (besonders Jer 15,20;20,4.7), in einen bis in die Kleidung und Lebensart hinein abgehobenen Prophetenstand. Im Neuen Bund aber bilden alle Glieder zusammen eine Prophetengemeinde. Jeder ist in seiner Weise Stimme. Besondere Berufungen, wie Johannes sie jetzt bezeugt, fügen nur umso tiefer in diese Gemeinde ein. Sie machen nicht zu einem hervorragenden, sondern zu einem hineinragenden Mann. (Pohl)

o    „Mitgenosse“ (9) – mit den Empfängern verbinden ihn sowohl die „Trübsale“ der letzten Zeit als auch, was aus ihnen hervorgeht, das „Reich“, als auch, worin das Jetzige und das Künftige miteinander verbunden sind, die „Geduld“. (Voigt)

o    „Trübsal“ à Drangsal: Gemeint ist aber Druck durch Verfolgung, Gefängnis, Schmährede, Schläge, Hunger, Kälte usw. Freilich gibt es auch innere Bedrängnis um Jesu willen. (Pohl)

o    „Geduld“ – Die Erweckung Jesu von den Toten und die Gabe des Heiligen Geistes erweckten in der Gemeinde unbändige Zuversicht und Vorfreude. Mit vorgestrecktem Kopf steht sie in der Gegenwart, ausgespannt auf die Zukunft des Herrn, interessiert am Vorausschreiten der Zeit, und sehnt sich nach der Veränderung dieser Welt. (Pohl)

o    Geduld ist „Harren auf Jesus“ und damit Zuversicht. (nach Pohl)

o    Die Insel Patmos ist von Ephesus etwa 100 km (SW) entfernt und hat nicht ganz 10 km Gesamtumfang. Sie ist, wie man seit der alten Kirche weiß, von den Römern gern als Verbannungsort benutzt worden. (Voigt)

o    „κυριαχυς“ – „HERR“ (10) ist staatsrechtlich eingeführter Terminus für „kaiserlich“. Diese Bezeichnung des Sonntags ist bereits eine Kampfansage. (Voigt)

o    Durch die Nennung des Sonntags hob Johannes eine Doppelbeziehung hervor: Einerseits war es der Versammlungstag, an dem er die Gemeinden des Festlandes zur Anbetung des Auferstandenen beieinander wusste; andererseits der Hoffnungstag, der seinen Sinn auf Weltvollendung und Welterneuerung lenkte. (Pohl)

o    Nach 4,1 dürfte die posaunenartige Stimme (10) die eines Engels sein. (Voigt)

o    Im Unterschied zu jüdischen Apokalypsen ist dieses Buch unverzüglich weiterzugeben (11 – 22,10) (Voigt)

o    Indem Gott sein Wort schriftlich gibt, bindet er sich; und er bindet die Hörer: Ich habe es dir schriftlich gegeben! Dieses Wort gilt, es gilt über den Augenblick hinaus; es gilt auch für andere, die jetzt und hier nicht dabei sind. Es ist allgemein verbindlich. (Pohl)

o    Die hier geschilderte Vision (12ff) ist der in Dan 7 in mehreren Einzelzügen ähnlich. Auch echtes prophetisches Erleben zehrt von gespeicherter Tradition. (Voigt)

o    Obwohl die Gestalt nicht redete, war sie doch nicht stumm. „Als ich ihn sah“, bezeugt Johannes später, „fiel ich zu seinen Füßen wie ein Toter“ (17). An ihr sprach jede Einzelheit, jedes Kleidungsstück. Im Morgenland ist die Kleidung in weit höherem Maß Ausdrucksmittel als bei uns, und der Sinn der Morgenländer für die Sprache der Gewandung ist stark entwickelt. Was einer trägt, das ist er. Darum spielt im NT das Anziehen, Ablegen, Überkleiden, Tragen oder Nacktsein |99|  (vgl. „in Christo sein“) eine so große Rolle. Also wird hier Stück für Stück geschildert, damit der Leser Stück für Stück beachtet. (Pohl)

o    Langes Gewand (13) ist Priestertracht. Nur der Hohepriester darf den Gürtel „um die Brust“ tragen (Dan 10,5f). (Voigt)

o    Christi Macht liegt, im Unterschied zu der des Kaisers, allein im Wort (16), aber das Wort hat wirklich Macht in sich (Jes 49,2; Eph 6,17; Hebr 4,12). (Voigt)

o    „Niederfallen“ à Lähmender Schreck häufig bei Gotteserscheinungen (Mt 17,6; 28,4). Handauflegung belebt neu. (Voigt)

o    So (17) stürzten auch Mose, Jesaja, Hesekiel, Daniel, Petrus und Paulus zu Boden. In allen Fällen geht es um die Unverträglichkeit zwischen Gott und Mensch, zwischen Himmel und Erde. Die Irdischen prallen zurück und taumeln zu Boden. „Gott wohnt in einem Licht, da niemand zukommen kann“ (1 Tim 6,12). (Pohl)

o    Die Selbstbezeichnung des himmlischen Christus bedient sich der höchsten Ehrenprädikate Gottes. … Dabei ist die Identität Jesu Christi durch den Hinweis auf Tod und Auferstehung deutlich (18). (Voigt)

o    „Schlüssel“ (18 – vgl. Jes 22,22; Offb 3,7) – Gewalt über Tod und Hölle gebührt nach rabbinischer Auffassung allein Gott. (Voigt)

o    Der „Tag des Herrn“ (10) kann nur der Sonntag, der Tag Seiner Auferstehung sein. Mindestens seit der Mitte der 50er Jahre wird er in der Christenheit als Tag des Zusammenkommens begangen (1Kor 16,2). (Voigt)

o    „Menschensohn“ (13) ist hier nicht Titel wie in den Evangelien so oft, sondern der vorsichtige Versuch, die Gestalt mit Hilfe von Da 7,13 zu beschreiben. (Pohl)

o    Nach weitverbreitetem Glauben waren die Gestirne Götter und Lenker des Schicksals. Wer sie in der Hand hatte, war der Allerhöchste. (Pohl)

o    Mitten unter den goldenen Leuchtern (den Gemeinden) ist der Herr Selbst gegenwärtig (13), in göttlicher Hoheit, mit den Insignien des Pantokrator (Weltherrschers) und zugleich denen des Hohepriesters, der für Sein Volk bittet und eintritt. (Voigt)

o    Das Charakteristikum an der Erscheinung ist das Richterliche. Das bestätigt die Entfaltung in Kapitel 2 und 3, deren Quellort diese Vision darstellt. (Pohl)

o    „Fürchte dich nicht!“ – Oft ist es das einleitende Trostwort für eine nachfolgende Selbstausrufung Gottes mit Heilszusicherung (1 Mo 26,24;46,3;Jes 41,10.13.14;43,1.5;44,2;54,4;Jer 30,10;46,27). So folgt auch hier ein Ich-bin-Wort, das durch zwei Dreier-Reihen entfaltet wird. (Pohl)

o    „Erster und Letzter“ (17) ist nach 1,8;21,6 und nach Jes 44,6;48,12 Gott selbst. Das gleiche gilt von der Bezeichnung „der Lebendige“ (4,9.10;10,6;15,7;Jos 3,10;5 Mo 32,40;Ps 42,3;84,3;Dan 4,31;12,7;Hos 2,1;1 Th 1,9 u. ö.). Darin wird Gott als der Sieger über den größten und letzten Feind gepriesen, den Tod (vgl. auch z. 4,9-10). Erst recht ist Er seinen vorletzten Feinden überlegen (Pohl)

o    Nach 3,7 besitzt der Herr Jesus Christus den Schlüssel für das Haus Davids, d. h. für die geistliche Stadt Davids, das neue Jerusalem, die Heilswelt Gottes. (Pohl)

o    „Um des Wortes willen“ muss Johannes auf Patmos sein – nicht in selbstgewählter Klausur, sondern in unfreiwilliger Verbannung. (Voigt)

o    Im Hintergrund: Kaiser Domitian. Er lässt sich nicht nur von seinen Ministern umschmeicheln („Würdig bist du, das Reich zu nehmen …“, „Herr der Erde“, „Unbesiegbarer“) – dies könnten Christen, kopfschüttelnd oder lächelnd, hingehen lassen. (Voigt)

o    Domitian lässt sich auch „Kyrios, Gott und Heiland“ nennen – und hier muss es zum Konflikt mit den Christen kommen. Wer Domitian kennt, weiß: er wird seine angemaßten göttlichen Ansprüche mit Gewalt durchzusetzen versuchen.

o    Ephesus ist einer der Brennpunkte des Kaiserkultes. Es gibt dort kaiserliche Hohepriester, jährlich wechselnd. „Kaiserliche Tempelhüterin“ nennt sich die Stadt. In dieser Stadt: eine christliche Gemeinde! (Voigt)

o    Die anderen Gemeinden, die hier genannt sind, liegen alle an der großen Römerstraße und werden in ähnlicher Lage sein. Einer hat schon sein Leben lassen müssen, Antipas (2,13). (Voigt)

o    Es geschieht leicht, dass man sich in seinem Denken und im Stimmungsleben von den „Bedrängnissen“ (9) fixieren lässt und vergisst, dass sie notwendiger Durchgang zum Reich Gottes sind (Apg 14,22) und es darum des geduldigen Wartens bedarf. (Voigt)

o    Die Verbundenheit in der Kirche besteht nicht nur in den Horizontal-Kontakten: aneinander denken, miteinander leiden und hoffen, schriftliche Kommunikation. Die Vision (12ff) macht es deutlich. Johannes sieht die sieben goldenen Leuchter – sie stehen für die sieben Gemeinden (20b), also für die ganze Kirche. (unzähligen Lichtpunkten gleich – Phil 2,15) … Und jetzt das Entscheidende: „Mitten unter den Leuchtern“ (12; 2,1), zwischeninne, überall da, wo die Lichter angezündet sind – die Römerstraße entlang und überall, in allen Ländern: der erhöhte Christus, der Menschensohn, der, mit dem die Auferstehungswelt begonnen hat (5), der A ist und O, der Kommende, der Weltherrscher (8). In IHM sind die (getrennten) Gemeinden und Christen verbunden. (Voigt)

o    Johannes schaut den Unsichtbaren auf seiner Insel, aber dieser ist ebenso in den Gemeinden real präsent. Haben sie den Herrn Selbst in ihrer Mitte (Mt 18,20) und hat Johannes Ihn vor Augen, so sind sie alle miteinander verbunden. „In Christus“: Die Urchristenheit hat sich dieser Formel gern bedient. (Voigt)

o    Die Verbundenheit der Christenheit besteht in ihrem Herrn, Der als der Eine und Selbe überall da real gegenwärtig ist, wo Sein Wort ist und Seine Sakramente, also in der Kirche. (Voigt)

o    Am Text wird deutlich, dass der Gottesdienst über alles Menschliche hinaus ein aufregendes Plus an Wirklichkeit aufweist: eben die Gegenwart des Erhöhten, in dem wir miteinander verbunden sind. (Voigt)

o    Es können Gemeinden – im räumlichen, aber auch im übertragenen Sinne – weit voneinander entfernt sein; weiß man nur, dass zwischen den „Leuchtern“ der Herr gegenwärtig ist, dann sind sie eines. (Voigt)

o    Es soll auch angedeutet werden, dass die wirksame Gegenwart Christi nicht nur die gleichzeitige um Ihn versammelten Christen eint, sondern auch die zur himmlischen Gemeinde gelangten Christen vor uns, die „vollendeten Gerechten“ (Hebr 12,23), die als „Wolke der Zeugen“ (Hebr 12,1) daran interessiert sind, wie wir „laufen“. (Voigt)

o    Es beugen vor dem Erhöhten alle die Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind (Phil 2,10), die Engel und alle Kreatur (Offb 5,11.13). Ihn sehen – das vereint. (Voigt)

o    Johannes sieht in den „sieben Sternen“ die „Engel“ der sieben Gemeinden (20), vielleicht deren Bischöfe (2,1.8.12.18). (nach Voigt)

o    Die vom Kaiser beanspruchte kosmische Allmacht gehört gerade Dem, Der der Herr Seiner Gemeinde ist und in ihr wirkt. Er, nicht der Kaiser, ist der wahrhaftige „Herr der Herren“. Vor keinem Kaiserbild hat Johannes die Knie gebeugt. Aber vor diesem Herrn fällt er auf sein Angesicht. (Voigt)

o    Auch wir haben es tatsächlich mit dem Erhöhten zu tun. Diese Herrlichkeitsseite der Christuswirklichkeit sollten wir nicht vernachlässigen oder gar abstreifen. (Voigt)

o    Einige haben sich Jesus gegenüber einen sehr kameradschaftlichen Ton angewöhnt. Es ist daran nicht alles verkehrt. Jesus will ja unser Bruder sein. Aber Er ist auch der Kyrios. An das Beugen des Knies denkt unter uns Protestanten kaum einer, an die Proskynese (Niederwerfen) schon gar nicht. Wir verachten die kultische Gebärde. Weil sie hohles Gehabe ist? Das kann, aber das muss sie nicht sein. Man denke an Stellen wie Mt 17,6; 28,4; Eph 3,14; Phil 2,10; Offb 4,10; 5,8.14. (Voigt)

o    Es gibt eine Furcht, die Gott will, aber auch eine andere, die Er nicht will. Er will nicht die Furcht, als sei Er nichts als ein Zerstampfer; die also aus einem Herzen stammt, das zu klein ist für das Gute, das Gott wirken kann und will. (Pohl)

o    Zum Vertrauen und der Liebe gehört die Ehrfurcht. Es wäre sehr töricht, wir wollten uns weigern, dies zusammenzudenken. Wie wir von Christus reden, auf Sein Wort reagieren, bis ins Leibliche hinein, das alles sollte von der Christuserfahrung einer Szene wie dieser mitbestimmt werden. (Voigt)

o    Bewegend, vielleicht darf man sagen, erhebend, von Diesem in Seiner Gemeinde gegenwärtigen Herrn zu wissen! (Voigt)

o    Soll man sich solches Erleben wünschen? „Weh mir, ich vergehe!“ – Jes 6,5 (Voigt)

o    Der „Jesus Christus“, Der „der Erstgeborene von den Toten und Herr“ ist „über die Könige auf Erden“, ist Der, „Der uns liebt und erlöst hat von unseren Sünden mit Seinem Blut“ (5). Schon wahr: der winzige Mensch vor dem gewaltigen Herrn. Aber was viel mehr ins Gewicht fällt: der Sünder vor dem Heiligen.  „Als ich Ihn sah, fiel ich zu Seinen Füßen wie ein Toter“ (17). (Voigt)

o    Johannes – wie ein Toter. Und Christus selbst: „Ich war tot …“ „sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit Ihm leben werden.“ (Rö 6,8). (Voigt)

o    Wo man Jesus wirklich begegnet, da bricht man zusammen (Lk 5,8), und wenn das nicht geschehen ist, dann hat man’s noch vor sich. Es ist keine harmlose Sache, Christus zu begegnen. (Voigt)

o    Sollte uns vor dem Augenblick grauen, in dem wir Christus, den Erhöhten, erstmalig sehen werden, „wie Er ist“ (1Joh 3,2)? (Voigt)

o    Es steht tatsächlich nichts davon in der Bibel, dass das Gericht durch Jesus abgeblasen wird. … Gottes Wort dringt in uns ein und nimmt uns auseinander, dass das Verborgene ans Licht kommt (1Kor 4,5). Das Evangelium verkündigt nicht die Verharmlosung und Bagatellisierung der Sünde. – Aber das sagt das Evangelium: Die Hand wird da sein, die sich auf uns legt. „Fürchte dich nicht!“ (17). (Voigt)

o    Es wird deutlich, dass dieser Christus, den wir wie Gott reden hören, zugleich der für die Menschen sich einsetzende Priester ist. „Ich war tot“ – das erinnert an das Kreuz. „ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit“ – das ist der Hinweis auf die Auferstehung und zugleich auf „das unvergängliche Priestertum“ (Hebr 7,24). (Voigt)

o    Er spricht das letzte Wort über uns, das niemand mehr anfechten kann. Hat ER gesagt: „Fürchte dich nicht!“, dann ist über den, dem es gesagt ist, in letzter Instanz entschieden. (Voigt)

o    Es bedarf einer Auskunft darüber, wieso der machtlose Christus einem Domitian überlegen ist (1,5) … Die Überlegenheit Christi scheint reines Postulat des Glaubens zu sein. So denkt der Ungläubige. … Anders, wenn man an einen Gott glaubt, der die Welt nicht dem Spiel der Gewalten und damit der Sinnlosigkeit überlässt, sondern Seinen heiligen Willen in ihr durchsetzt (9 – „das Reich“). Dann hat das letzte Wort der, der Recht spricht, und zwar in höchster Instanz. (Voigt)

o    Gesetzt den Fall, ein Angeklagter wüsste mit völliger Sicherheit, dass er in letzter Instanz freigesprochen wird: Er würde die Prozesse in allen unteren Instanzen unerschüttert durchlaufen, selbst wenn gegen ihn auf höchste Strafen beantragt wird. Domitian kann anstellen, was er will, die, für die Christus gutsagt, sind die Sieger, auch dann, wenn er ihnen noch so schrecklich mitspielt. Die Welt ist in der Hand dessen, der die Schlüssel der Hölle und des Todes hat. (Voigt)

o    Wer also spricht über uns das letzte, letztgültige Wort? Der mit uns gelebt hat und für uns gestorben und auferstanden ist. In jedem Gottesdienst ist er bei Seiner Gemeinde gegenwärtig. Die Gemeinden Kleinasiens (11) sollen das wissen: Der das letzte Wort spricht, ist bei ihnen. Für uns gilt das genauso. (Voigt)