23-4 Israel Jahwes Weinberg – Jes 5,1-7

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Jes 5,1-7

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • In welcher Zeit lebte Jesaja?
  • In welchem Kontext steht unser Text?
    • Hat dieser Kontext eine Bedeutung für uns?
  • In welcher literarischen Gattung ist dieser Text geschrieben?
  • Wer ist „ich“? 1
    • Wer ist der „Freund“?
    • Sind der „liebe Freund“ und der „Freund“ die gleiche Person?
  • Was ist ein Weinberg?
    • Was ist mit „fetter Höhe“ gemeint?
  • Warum muss ein Weinberg entsteint werden? 2
    • Was sind „edle Reben“?
    • Wozu der Turm?
    • Was ist eine Kelter?
  • Beachte den Gegensatz zwischen all dem Tun und dem „Warten“!
    • Warum erwartete der Besitzer „gute Trauben“?
    • War es wahrscheinlich, dass es „gute Trauben“ gibt, oder war diese Erwartung mehr Illusion?
  • Beachte den enttäuschenden Gegensatz „aber“!
    • Warum und weshalb brachte er „schlechte“ Frucht?
  • Warum so überraschend dieser Aufruf: „Nun richtet!“? 3
    • Wer ist angesprochen?
    • Warum nur Juda und nicht Israel?
  • Wie kann man einen „Weinberg“ „richten“? = Gericht halten
    • Wer oder was ist mit dem „Weinberg“ gemeint?
  • Wer ist „ich“ im Vers 4? 4
    • Sind die zwei Fragen berechtigt?
  • „Warum“ hat er schlechte gebracht?
  • „Wohlan“ – Beachte die Wiederholung! 5-6
  • Was ist mit „Zaun und Mauer wegnehmen“, mit „wüst liegen lassen“ und „Disteln und Trockenheit“ gemeint?
  • Was bedeutet der Name Gottes:„Jahwe“?
    • Was bedeutet der Name Gottes: „Zebaoth“?
  • Beachte die Wendung: „an der Sein Herz hing“!
    • Was sagt dieses Wort über Gottes Verhältnis zu Seinem Volk?
  • Warum werden hier „Israel“ und „Juda“ genannt?
  • Beachte und erkläre die Paare:
    • „Rechtsbruch und Rechtsspruch“
    • „Gerechtigkeit und Schlechtigkeit“
  • Was wollte Gott Seinem Volk durch Seinen Propheten mit diesem Gleichnis sagen?
  • Was ist die Botschaft an die Menschen damals in Jerusalem?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

1.6 Neutestamentliche Gedanken

o    Fruchtbringen durch Bleiben an Jesus –  Joh 15

o    Sendschreiben – Offb 2-3

o    Nur in Jesus sind wir vor Gottes Zorn sicher

o    Liebt einander!

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • Das Gleichnis weckt Assoziationen aus zwei verschiedenen Lebensbereichen: einmal aus dem Bereich der Erotik (Weinberg ist geradezu „stehendes Bild“ für die Geliebte) und aus dem Bereich des Gerichtlichen. (nach Voigt)
  • Der Prophet arbeitet mit entliehenen Gattungen, die er frei handhabt. Dabei wird jedes Schema gesprengt: eine Anklage – gesungen? Ein Prozess gegen einen Weinberg? Der Kläger zugleich der Richter (5)? Die enttäuschende Geliebte der Zerstörung preisgegeben? (Voigt)
  • Wahrscheinlich hat Jesaja dieses „Weinberglied“ an einem Erntedankfest vorgetragen, an dem außer Jerusalemern auch Judäer anwesend waren und am ehesten liebesliedartige Töne angeschlagen wurden. (Schneider)
  • Der Freund, Geliebter (1) ist Jesaja. Ihm fällt die Rolle des Brautwerbers (Joh 3,29), in diesem Falle sogar des Prozessvertreters, zu. Gott ist noch nicht genannt. (Voigt)
  • Jesaja beginnt zu singen (1), kaum in einer Melodie, sondern rezitativ. (Gradwohl)
  • Hier ist von der „rötlichen“ Rebe, einer Edelrebe, im Gegensatz zu den „Herlingen“ die Rede. Bei den vorzüglichen Trauben finden sich keine Kerne. Bei den Herlingen drängen die Kerne im Reifezustand gegen die Haut, so dass sie von außen sichtbar sind. Es handelt sich um dünne Trauben in Wüstengegenden. … Sie sind für die Weinproduktion völlig untauglich. (Gradwohl)
  • Dieser Erdboden ist ein „Sohn des Fetts“ (wörtlich), auf dem die Früchte beinahe von selbst wachsen. (Gradwohl)
  • In Vers 2 nimmt in sprachlicher Hinsicht die Zahl der Wörter bei den einzelnen Tätigkeiten von 1 bis 4 zu. Die Geschwindigkeit steigt, weil der Bauer auf den Erfolg kaum mehr warten kann. (Gradwohl)
  • Alles ist auf Dauer und Stabilität ausgerichtet. Nichts bleibt dem Zufall überlassen, weil der Bauer hofft. (Gradwohl)
  • Herlinge: Das ist schlimmer als nichts! Es mag Jahre geben, da nicht genug Regen gefallen ist und die Früchte ausbleiben. Kummer ist der Bauer gewöhnt. … Doch hier: Die Edelreben haben Frucht getragen, doch eine miserable, eine trügerische Frucht. … Denn Sie wollten nicht! (Gradwohl)
  • Das Lied ist zu Ende. Es umfasst lediglich 22 Wörter. (Gradwohl)
  • Die Leute, die bisher schweigend zugehört haben, werden plötzlich in eine Rolle gedrängt: Sie sollen Richter sein. (Gradwohl)
  • Über den Weinberg richten (3): Man ahnt die Hintergründigkeit. (Voigt)
  • Die Angeklagten werden als Partner ernst genommen. Sie können und müssen sich selbst das Urteil sprechen. (Schneider)
  • Gott kann es nicht fassen, dass Er, obwohl er so lange gewartet hat, am Ende nichts als Enttäuschung ernten würde (4). (Schneider)
  • So menschlich ist Gott schon im AT, dass Er Seine Allwissenheit verbirgt und uns wie ein fassungsloser Richter vor die Augen tritt. Das Verweigern der Früchte scheint für Gott Selbst ein unbegreifliches Geheimnis zu sein. (Schneider)
  • Während es in Vers 1 hieß: „ich will singen“, klingt es hier (5) drohend: „ich will zeigen“. (Voigt)
  • Es gibt nichts mehr zu richten. Das Urteil steht fest, es muss lediglich vollstreckt werden. In seiner ganzen Strenge, ohne Gnade. (Gradwohl)
  • Der Weinbauer ist demnach Kläger, Richter und Urteilsvollstrecker. …Der Besitzer des trügerischen Weinbergs will nicht ur-teilen, sondern mit-teilen, nicht die Wahrheit erst suchen, sondern die Wahrheit durchsetzen. Unnachsichtig und der Welt zum Exempel. (Gradwohl)
  • Rabinowitz erkennt zutreffend, dass in V. 5 immer noch von „meinem Weinberg“ die Rede ist. (Gradwohl)
  • Das Urteil will nicht die Besitzrechte annulieren und den Weinberg preisgeben. Es geht nur um eine Reinigung, die ein späteres Wachstum ermöglichen soll. (Gradwohl)
  • Die Strafe erfolgt in zwei Phasen: Fehlt die Dornenhecke, so kann das Kleinvieh eindringen und die Reben „abweiden“. Existiert die Mauer nicht mehr, so „zertrampeln“ die Rinder und Kamele den einst gepflegten Platz. … Die eigentliche Vernichtung der Reben geschieht nicht durch den Weinbergbesitzer. … In der zweiten Phase erfüllt der Besitzer seine Aufgabe nicht mehr … Es bedarf in dieser zweiten Vernichtungsphase keiner äußeren Zerstörungskräfte, der Weinbauer wird mit dem Problem allein fertig. Er kümmert sich einfach nicht mehr um den trügerischen Weinberg. (Gradwohl)
  • Die einst schützende Dornenhecke, wird zur Dornendecke! (Gradwohl)
  • Im Vers 6 wird deutlich, dass Gott selbst der „Freund“ ist, denn den Wolken gebieten kann nur Er. (Voigt)
  • Wer kann den Wolken überhaupt einen Befehl erteilen? Genau an diesem Punkt setzt die Deutung des Gleichnisses ein. „Ich befehle“ (6) – dieses „ICH“ kann nur der Herr der Wolken sein. Den Zuhörern muss schlagartig klar werden, was sie wohl inzwischen geahnt haben: Der Weinbauer ist Gott Selbst! … Wenn die Wolken ausbleiben, ist das Ende einer jeden Hoffnung besiegelt. (Gradwohl)
  • Gegen Ziegen und Schafe umgab er seinen Weinberg mit Steinmauern und darauf gesetzten Dornenhecken. (Gradwohl)
  • Das Volk wird schutzlos den Eindringlingen preisgegeben (5f). Sachlich sind wir hier auf der gleichen Ebene wie die Gerichtsankündigung 3,1ff. … Damit wird auch 1,7 nochmals aufgenommen. (Schneider)
  • Das Eindringen von Tieren in einen Weinberg ist noch nicht dessen gänzliches Ende. … Jede Beschneidung wäre ein Zeichen von Zuwendung. … Gott wird den Wolken verbieten, über dem Land zu regnen. Am Ende stirbt alles Leben, weil Gott das notwendige Wasser entzieht. (Schneider)
  • Im Vers 7 wird Klartext gesprochen. „Jahwe der Heere“ ist die von Jesaja bevorzugte Gottesbezeichnung. (Voigt)
  • Wie einmal der Prophet Nathan dem König David ein Gleichnis von einem ungerechten Hirten erzählte und zu David sagte: „Du bist der Mann“ (2Sam 12,7), so identifiziert Jesaja am Ende seines kurzen Gleichnisses den Weinberg Jahwe Zebaoths mit dem Haus Juda (7). (Schneider)
  • Der Zerstörung wird der Weinberg im Evangelium (Mk 12,1-12) nicht preisgegeben. Wichtiger ist ein anderer Unterschied: In Jesu Gleichnis schickt der Weinbergseigentümer nicht nur seine Knechte, sondern zuletzt noch „den geliebten Sohn“, der getötet und vor den Weinberg hinausgeworfen wird. (Voigt)
  • Im Unterschied zu Jesaja, der eine schrittweise Zerstörung des Weinbergs ankündigt, sieht Jesus den Weinberg als ein unzerstörbares Gut an, dessen Pächter von Gott im Zuge des Gerichts ausgetauscht werden. (Schneider)
  • Jesaja spricht sehr hart von Gericht. … Aus ist es mit der Pflege. (Voigt)
  • Ist mit dem vernichtenden Urteil Jesajas das letzte Wort gesprochen? Nein. Er selbst hat in 27,2-6 – in einem zweiten Weinberggleichnis – ganz andere Töne angeschlagen. (Gradwohl)
  • Da, wo man sich der Gaben freut, die Gott hat wachsen lassen, ist für Jesaja der Ort, Gottes Gericht anzusagen. (Schneider)

 

  • Bei dem Wort „Weinberg“ horchen die Menschen auf. Das Erotische ist immer Blickfang für die Aufmerksamkeit. Eine Liebesgeschichte scheint es zu werden. Dem Prophet kann es nur recht sein, wenn die sich um ihn drängenden Menschen auf dergleichen aus sind. (Voigt)
  • Israel ist ja Gegenstand der Liebe Gottes. „Pflanzung seiner Wonnen“ wird es noch am Ende des Gleichnisses heißen (7), Jesaja wehrt das erotische seines Gleichnisses nicht ab. Der Unterton will mitgehört werden: Jesaja singt von einer enttäuschten Liebe. (Voigt)
  • Ein Lied – Klagegesang müsste es heißen … Dies ist eine der Täuschungen (Tricks) der Dichter: wenn sie die Aufmerksamkeit der Hörer erregen wollen, so beginnen sie mit einem Lied, einem Gleichnis. Alle möchten es vernehmen. Aus dem Lied wird dann eine Ermahnung. Begänne einer jedoch mit einer Zurechtweisung, so verschlössen die Zuhörer ihre Ohren. (Homberg in Gradwohl)
  • „Weinberg“ bezeichnet Gottes gescheiterte Geschichte mit Seinem Volk, welche erst durch die Jüngergemeinde Jesu zu einer positiven, erfolgreichen wird. (Schneider)
  • Je länger man zuhört, desto mehr merkt man: Es geht wirklich um einen Weinberg und seine Bewirtschaftung. Und noch ein paar Zeilen weiter: der Weinberg ist Israel, und die erwarteten Früchte sind Recht und Gerechtigkeit. (Voigt)
  • Bei dem Weinberg sind alle äußeren Bedingungen für fruchtbaren Ertrag optimal erfüllt! (Voigt)
  • Wir haben von dem zu reden, was Gott für uns getan hat. Israel hat seine Geschichte nicht nur als eine Geschichte der Führungen und Bewahrungen, der Durchhilfe und Errettung verstanden, sondern darüber hinaus als eine Geschichte der Erwählung durch Gott, der Gemeinschaft mit dem Gott im „Bund“, der Bewährung der „Güte und Treue“ Gottes in Seiner Selbsthingabe und Gegenwart. (Voigt)
  • Die Dankbarkeit erkennt, auch wo wir nicht begreifen, Gottes Hand (Röm 11,33). (Voigt)
  • Wir könnten die Fürsorge Gottes für Seinen Weinberg (2) so umschreiben: Wie, wenn es Christus nie gegeben hätte, kein Evangelium, nicht die Gemeinschaft der Glaubenden? Wie, wenn es das zwar gegeben hätte, aber künftig nicht mehr gäbe? Die Botschaft selbst, das weckende, entlastende, befreiende, ermutigende, beglückende Wort Gottes und Herrn, der für uns ist, trotz allem. Die Gemeinschaft mit Gott in Christus, des Zuhause-Seins bei Ihm, die Unbefangenheit des Umgangs mit Ihm (dem Vater), also das Ende des Verfangenseins im „Reich der Sünde“ mit all seinen Folgen. (Voigt)
  • Zu Gottes Bemühung um den Weinberg gehört auch Seine Diakonie, als Seine Aktivität in dienenden Menschen und durch sie. (Voigt)
  • Auch für die Kirche als Ganzes gilt: Sie ist in äußerer und innerer Gefährdung erhalten geblieben, immer wieder gereinigt, aus Verirrungen zurückgeholt worden, in Flauten ermutigt, aus dem Schlaf aufgeweckt. (Voigt)
  • Die Frage nach Investition und Rentabilität hätte sich auch an einem Acker oder, wie bei Jesus, an einem Feigenbaum (Lk 13,6-9) klarmachen lassen. Wer – auf dem Boden hebräischer Poesie – „Weinberg“ sagt, spricht von Liebe, und zwar von bräutlicher Liebe. … Gewagt, muss man sagen, wenn es dabei um Gott und Sein Volk geht. Gott sehnt sich nach Seinem Volk wie der Mann nach der Frau seiner Liebe. Der Weinberg ist „die Pflanzung seiner Wonnen“ (7). „Ich kann nicht ohne dich leben“, sagt der Liebende; man könnte Vergleichbares Gott in den Mund legen. So liegt Ihm an uns. (Voigt)
  • Wo Schuld zugerechnet wird, denkt man personal; der Weinberg wird angesehen wie eine Person. (Voigt)
  • Die Zuhörer selbst sind der Weinberg, Gottes Volk, die Kirche. Wer sich im Laufe des Gleichnisses über den Weinberg empört hat, weil er schuldig blieb, was er schuldig war, wird sich selbst betroffen finden. … Es ist eine „traurige Geschichte“: die Geschichte vom enttäuschten erfolglosen Gott. (Voigt)
  • Jesajas Gleichnis gilt der Christenheit nicht weniger als Israel damals; denn uns ist mehr gegeben (Lk 12,48). So belastet uns der Mangel an Ertrag auch desto mehr. (Voigt)
  • Hat es Sinn, die Väter anzuklagen? Heute gilt es, das Gewissen zu erforschen und zu fragen, was Gott von uns erwarten müsste. (Voigt)
  • Die Gemeinde Gottes trägt, besonders wenn ihr große Möglichkeiten öffentlicher Wirksamkeit gegeben sind, eine Mitverantwortung für das Recht. Wenn ihr kein anderes Zeugnis in Wort und Tat möglich ist, wird es das des Leidens sein müssen. (Voigt)
  • Die „Gerechtigkeit“ (7) ist überall da verletzt, wo wir nicht „bundesgemäß“ mit unseren Mitmenschen umgehen, also die guten Gebote Gottes verlassen. Gott sieht „Christen“ vor sich, Menschen also, für die er sein Größtes und Bestes geopfert hat. Und hinter der frommen Fassade, zuweilen sogar schon auf den ersten Blick nicht zu übersehen: Trägheit des Geistes, bewusstes Hinweggehen über die Not des Mitmenschen, Mangel an Opferbereitschaft, ständiges Beschäftigtsein mit sich selbst, total ausgefüllt mit dem, was man im eigenen Interesse für nötig hält (Wie könnte ich, gerade ich, für andere noch Zeit finden?), in die eigenen Probleme so verfangen, dass man die der anderen nicht sieht. (Voigt)
  • Unser Wesen und unser Verhalten zeigen, dass wir diesen um uns werbenden Liebhaber immer wieder „abblitzen“ lassen. (Voigt)
  • Jesaja redet hart. Unsere Predigt könnte sich dadurch verführen lassen, in den Ton der Lieblosigkeit zu verfallen. … Erschrockene schimpfen nicht. Zu schaffen machen müsste uns die traurige Geschichte von Gottes Weinberg. (Voigt)
  • Gott lässt die Fürsorge aufhören – von einer aktiven Zerstörung des Weinbergs durch Gott ist nicht die Rede, das Verwüsten und Zertreten besorgen andere – Menschen vielleicht, auch Tiere und das die Weinstöcke umwuchernde Unkraut. (Voigt)
  • Wenn Gott hartes, verdientes Gericht üben will, dann braucht Er uns nur uns selbst zu überlassen. Nicht-Bewahrung ist schon Gericht; Nicht-Rettung ist schon Verderben. (Voigt)
  • Wir haben immer viel gegen den Gott einzuwenden, der die Bösen gewähren lässt, und wir verklagen Gott, wenn Er mit uns verfährt, wie wir es verdient haben. Jesaja erlaubt uns das nicht. Ehe wir uns versehen, haben wir uns selbst das Urteil gesprochen. (Voigt)
  • Wer kann dem Schuldigwerden entrinnen? Gerade wenn wir auf Recht und Gerechtigkeit bedacht sind und Blutvergießen und Jammergeschrei verhindern wollen: wie sollen wir dem hohen Anspruch der göttlichen Forderung gerecht werden? (Voigt)
  • Gott hat viel Anlass, aus der Diskrepanz zwischen Seinen berechtigten Erwartungen und den Erfahrungen, die Er mit uns macht, den Schuldspruch abzuleiten und Gericht zu verhängen. (Voigt)
  • Wir stellen fest: Es gibt den Weinberg noch! (Voigt)
  • Wir hätten wirklich verspielt, unwiderruflich und ohne Einschränkung, wenn Gott nicht das von Jesaja angekündigte Gericht, die verdiente Katastrophe, Selbst auf Sich genommen hätte. (Voigt)
  • Nicht ein Wort von dem, was in Jesajas Gerichtspredigt steht, ist im Evangelium zurückgenommen. Nur, der vernichtende Stoß des Zornes Gottes (25) traf den Mann am Kreuz. Gott hat uns zugute den Sündlosen zur Sünde gemacht (2Kor 5,21). (Voigt)
  • Der Karfreitag ist der große Tag des Gerichtes Gottes (Jes 53,5). (Voigt)
  • Wo man das Heil beim Gekreuzigten sucht, wird Sünde ganz ernst und schwer genommen. Will jemand gerettet werden – und diese Rettung haben wir zu verkündigen -, dann „wie durchs Feuer hindurch“ (1Kor 3,15). (Voigt)
  • Erstaunlich und wunderbar: Die Rettung wird gerade denen angeboten, die sich im Weinbergsgleichnis Jesajas wiedererkennen. (Voigt)
  • Sünde ist verweigerte Frucht angesichts einer großartigen vorangegangenen Investition Gottes. (Schneider)
  • Nicht die trostlose Zukunftsvision, sondern die leicht anklingende Hoffnung wegen der dauernden Zugehörigkeit des Weinbergs zum göttlichen Eigentümer wird herausgestrichen. … Israel ist nicht verstoßen, es bleibt seinem Herrn verbunden, dem Herrn, der „in seiner Mitte weilt“. (Gradwohl)
  • Für den Midrasch ist das Weinberglied eine Allegorie auf die Frühgeschichte des Volkes. (Gradwohl)
  • Gott hofft, dass die Weinstöcke seines Weinbergs süße Trauben tragen. Sie können sie hervorbringen. Gott hat die entsprechenden Vorbedingungen geschaffen. … Daher liegt es an den Weinstöcken selbst, ob sie Gottes Erwartungen erfüllen oder Seine Hoffnung enttäuschen. (Gradwohl)
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