27-4 Der Knecht Gottes – Jes 50,4-9

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Jes 50,4-9

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Wer ist der „Knecht Gottes“?
    • Wie verstehen die Juden dieses Wort, wie verstehen es die Christen?
  • Welche Lieder vom Knecht Gottes gibt es noch?
  • Wer ist ein Jünger? 4
    • Was für eine Zunge haben Jünger?
    • Wie reden Jünger?
    • Wie hören Jünger?
  • Wer ist mit „den Müden“ gemeint?
  • Was ist die rechte Zeit?
  • Wer ist in diesem und im nächsten Vers der Aktive?
  • Warum heißt es hier „alle Morgen“?
    • Was ist mit „Ohr wecken“ gemeint?
    • Wie „hören“ Jünger?
  • Warum können Jünger hören? 5
  • Warum betont Jesaja, dass er nicht ungehorsam ist?
  • Beachte den Parallelismus zwischen „nicht ungehorsam“ und „nicht zurückweichen“! Was möchte Jesaja damit sagen?
  • Wer darf auf den Rücken schlagen? Wann darf er das? 6
    • Vergleiche: 5Mo 16,18-20 und 5Mo 25,1-3
  • Bartausreißen ist eine Beleidigung, genausowieanspucken?
    • Wie empfindet ein Mensch, der angespuckt wird?
  • Was ist Schmach?
    • Was fühlt man dabei?
    • Was macht das mit einem?
  • Warum lässt der Knecht Gottes das mit sich geschehen?
    • Wer ist „Ich“?
  • Was hat er in unserem Abschnitt (schlimmes) getan?
  • Beachte: „Aber Gott“! 7
    • Was wird über Gott gesagt?
    • Mit welchem Namen wird Gott hier betitelt?
    • Was bedeutet dieser Name?
  • Zweimal steht in diesem Satz das Wort „darum“. Warum?
    • Was heißt „zu Schanden werden“?
    • Woher weiß er, dass er nicht zuschanden wird? (Wiederholung)
  • Wieso macht er sein Angesicht hart?
    • Was bedeutet das?
  • Was ist „gerecht sprechen“? 8
    • Suche ein Beispiel, welches das verdeutlicht
    • Wer ist der, der gerecht sprechen wird?
    • Was heißt „nahe“?
  • Warum ist der „Knecht Gottes“ plötzlich so mutig?
    • Warum fordert er seine Gegner heraus?
  • Beachte die Betonung „Siehe“! 9
    • In welchem Vers wurde schon einmal gesagt „der Herr hilft mir“?
    • Suche ein Bild aus heutiger Zeit, dass die „zerfallenen Kleider“ verdeutlicht.

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

o

1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

1.6 Neutestamentliche Gedanken:

  • Prophetische Beschreibung des Dienstes, der Leiden und der Rehabilitation Jesu

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

o

2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    „gerecht spricht“: „der mir mein Recht verschafft“, also den günstigen Prozessausgang (man behalte das im Auge bei den neutestamentlichen Stellen über Rechtfertigung). (Voigt)

o    Besonders Vers 6 lässt einen – betroffen und beschämt – an das Gottesvolk des Alten Bundes denken, das in ungezählten Wellen des Leidens, die über sie hinweggingen, so geschmäht und gequält worden ist, wie es hier zu lesen steht. (Voigt)

o    Wo Gottes Tun mit der sündigen Art der Menschen zusammenprallt, da kann nur eines von beiden sein: Gericht – oder Leiden. Überall da, wo um Gottes Willen gelitten wird, ist das Kreuz Christi unsichtbar gegenwärtig. (Voigt)

o    Unser Text benutzt Worte aus der Rechtsprechung und gehört deshalb in diesen Kontext. Gradwohl schreibt dazu: Israel hat in seinem Land das Recht zu verwirklichen, ein Recht, das nicht teilbar ist und auf das Ansehen eines Prozessierenden nicht achtet. … Dem Recht muss der Richter nachjagen – wie ein Mensch dem Frieden nachjagen muss. … Beim Urteil mag er mildernde Umstände gelten lassen, nicht jedoch bei der Rechtsfindung. … Vor dem Richter sind alle gleich, und ehe nicht Recht gesprochen worden ist, ist keiner schuldig. … Um die Realisierung des Rechts, das auch dem Unschuldigen zusteht, geht es in unserem Abschnitt. (Gradwohl)

o    Was der Gottesknecht an Israel weitergeben soll (oder, falls der „Knecht“ Israel ist: das Volk an die Völkerwelt), wird ihm von Gott mitgeteilt. … Der Müde ist der Durstige, der das Wort Gottes vernehmen will. … Die Müden sind dann wohl die Glaubensmüden und Resignierten. (Gradwohl)

o    Der Gottesknecht wird mit „drei Gaben beschenkt“: 1. Mit einer „geübten Zunge“; 2. Mit dem Verständnis, dem Einfühlungsvermögen, das immer notwendig ist, soll das Wort seinen Adressaten erreichen; und 3. Mit der Kraft, den „Müden“ auch wirklich aufrichten zu können. (Gradwohl)

o    Israels geschichtliche Erfahrung weiß von vielen Beispielen, da das Volk „gegen Gottes Mund widerspenstig ist“. Der Gottesknecht rebelliert nicht gegen den Auftrag, er „weicht nicht zurück“. Es ist der leidende Gottesknecht, der uns hier begegnet. (Gradwohl)

o    Der Gottesknecht verlässt sich ganz auf Gottes Beistand. Der Feind schießt am Ziel vorbei: Mag er auch noch so viel zuschlagen und sein Opfer bespucken – die Wirkung bleibt aus. Der angeblich gedemütigte ist in Wirklichkeit gar nicht gedemütigt. Sein Angesicht ist hart wie Gestein, an dem der Speichel abgleitet; wie ein Stein, der nichts spürt. Weil die äußerlich beigebrachte Beleidigung nicht als Schande empfunden wird, bleibt auch die innere Schmach aus. (Gradwohl)

o    Der Gottesknecht übernimmt den Auftrag, nicht weil er sich als dazu besonders geeignet betrachtet, sondern weil er bereit ist, auch einen schweren leidvollen Befehl Gottes zu erfüllen. (Gradwohl)

o    Der Gottesknecht plädiert für sein Recht: Wenn ich leide, ist es nicht aus Gründen der Schuld, die nicht existiert, sondern weil mich Gott zum Amt berufen hat und mit diesem Amt ein gerütteltes Maß an körperlichen und seelischem Schmerz verbunden ist. … Aus solchem Vertrauen wächst höchste seelische Kraft. … Vielen hat das Vertrauen auf Gott den Widerstand ermöglicht, das Durchhalten erleichtert. Zu diesem Vertrauen gehört die Überzeugung, dass Gott nicht gleichgültig die Not mit ansieht, sondern als jener, der „mich ins Recht setzt“(V.8) , agieren wird. (Gradwohl)

o    Der Gottesknecht ist als Tröstender immer zugleich ein Hörender, Lernender. – Ist das ein Zeichen der Schwäche? Nein, sondern das Kennzeichen seiner Gottverbundenheit. … Er ist damit, was wir alle nicht sind: das Geschöpf, das den Kontakt mit dem Schöpfer nicht verloren hat, sich also nicht selbständig macht, nicht eigene Gedanken denkt und nicht eigene Wege geht. … Der Knecht lauscht, wenn Gott ihn anredet. Da ist also wirklich mal einer, der „die Sache mit Gott“ nicht schon von vornherein weiß, sondern der immerzu hören muss und auch tatsächlich hört. … Hören ist ein Wunder. (hebr. „ Gott legt die Ohren frei“) … Jesus hat in dem „Knecht“ wie in einem Spiegel sein eigenes Bild erkannt (Mt 12,15-21). Gerade im Johannesevangelium weist er unermüdlich auf den ständigen Hörakt zu Gott hin (Joh 8,26; 5,19.30; 7.16 u.a.). (Voigt)

o    Zum Hören kommt der Gehorsam. … Die Freiheit des „Knechts“ gegenüber den Menschen besteht darin, dass er ganz an Gott gebunden ist. … Auch Jesus „hört“ und „gehorcht“. … „Dein Wille geschehe“. … Wir sollten Autorität dann gelten lassen, wenn sie aus dem Hören auf Gott hervorgeht und selbst in Gehorsam geübt wird. … Es wird der Gott gepredigt, der den Müden Kraft gibt (Jes 40,28-30). Für die Mühseligen und Beladenen (Mt 11,28-30) ist der Knecht da. Er tritt – so sehr sie sich ihm auch widersetzen (Jes 53,1.3f) – nicht gegen die Menschen auf, sondern für sie. (Voigt)

o    Das Leiden des Einen – so einmalig und jeden Vergleich sprengend es ist, wenn „der Herr der Herrlichkeit“ gekreuzigt wird (1Kor 2,8) – soll unseren Blick nicht von den ungezählten anderen ablenken, die von Menschen misshandelt worden sind und misshandelt werden, bis hin zum grauenvollen Tode. Hier meldet sich die kollektive Auslegung des „Gottesknechts“. … In den Leiden Israels spiegeln sich, ob Israel das gelten lässt oder nicht – die Leiden Christi. Im „Knecht“ erkennen wir den Herrn. … Sein Leiden hat soteriologischen Sinn. Jes 53 macht das deutlich. Der Knecht leidet an der Sünde der Welt. Aber nicht indem er anklagt (1Petr 2,23f), sondern indem er sie auf sich nimmt. Sein Leiden hat sühnende Kraft. (Voigt)

o    Man muss fragen, wie der Gottesknecht es überhaupt fertigbringt sich so zu verhalten? – Antwort: Der Herr, der der „Knecht“ ist, weiß, dass er der „Gerechtfertigte“ ist. Gerade weil er gehorsam das Schrecklichste und Entwürdigendste auf sich genommen hat, hat Gott ihm den Namen über alle Namen gegeben (Phil 2,9). ‚Gott steht auf seiner Seite. (Voigt)

o    Weil Gott da ist, wird das Angesicht hart wie Stein. Sollen sie doch zuschlagen, kratzen, raufen, spucken! Mögen sie den Knecht zuletzt umbringen (Jes 53,8-10)! Es gibt für ihn eine letzte Unverwundbarkeit, die auch dann bestehen bleibt, wenn er aus vielen Wunden blutet, und ein Leben, das nicht auszulöschen ist, auch wenn das Herz stillsteht und der Atem aufhört. Gott ist bei ihm. Er weiß, dass er nicht zu Schanden wird. (Voigt)

o    Gott wird seinen Knecht in einer durchschlagenden Weise rehabilitieren. Er hat ihn rehabilitiert. Aus dem irdischen Hosianna beim Einzug in Jerusalem ist das große kosmische Christusbekenntnis und die Huldigung geworden (Phil 2,10f). Man tut gut, sich diesem „Knecht“ anzuvertrauen. (Voigt)

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