38-3 Ströme lebendigen Wassers – Joh 7,37-39

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Joh 7,37-39

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Lies das ganze Kapitel bis zu diesen Versen!
    • Warum und wie wird das Laubhüttenfest gefeiert?
  • Beachte das „aber“! 37
    • Welchen Kontrast zum Vorhergehenden zeigt es an?
  • Wie viele Tage wurde das Laubhüttenfest gefeiert?
    • Was war das Besondere am „letzten Tag“?
  • Wo und wie „trat Jesus auf“? Wie haben wir uns das vorzustellen?
    • Hat Jesus mit Seinem „Auftritt“ vielleicht die Zeremonie gestört?
  • Wie laut mag er gerufen haben? Stell dir die Szene bildlich vor!
  • Beachte: Jesus lädt zu sich ein (nach all den Diskussionen vorher)!
    • Was ist hier mit „Durst“ gemeint?
    • Woran merkt man, dass man in diesem Sinne „dürstet“?
    • Wie kann man bei Jesus „trinken“?
  • Was sagt die Schrift über Jesus? 38
    • Beachte, dass Er als Mensch vor Seinen Mitmenschen stand!
  • Was sollten sie über Ihn glauben?
    • Wie glaubt man (richtig)?
  • Beachte die verheißene Wirkung, die diesem Glauben folgt?
  • Warum spricht Jesus von „Strömen lebendigen Wassers“ zum Laubhüttenfest?
    • Ist es ein Bildwort? Was meint Er damit?
  • Wer oder was ist mit „dem Geist“ gemeint 39
    • Wieso wird der Heilige Geist mit quellfrischen Wasserbächen verglichen?
  • Wer soll den Geist empfangen?
    • Hast du Ihn empfangen?
  • Beachte das Zweifache „denn“!
  • Welche Zeit ist mit den Worten „der Geist war noch nicht da“ gemeint?
  • Was ist mit der „Verherrlichung Jesu“ gemeint?
  • Warum erklärt Johannes (39) für seine Leser Jesu Wirken und Reden auf dem Laubhüttenfest?
  • Warum hat Johannes diese Jesuseinladung in sein Evangelium aufgenommen?
    • Was wollte er damit seinen Lesern sagen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • Vielleicht ist nicht der siebente, sondern der achte Tag gemeint, der nach 3Mo 23,36 dem Fest noch hinzugefügt und als besonders festlich hervorgehoben war. (de Boor)
  • An jenem Festtag gingen die Priester zum Teich Siloah hinab, füllten dort einen goldenen Krug mit Wasser und trugen ihn in feierlicher Prozession in den Tempel. Unter dem Jubel des Volkes und den Klängen der Tempelmusik wurde dieser Krug zugleich mit einer Kanne Wein in die am Altar angebrachten silbernen Schalen ausgeleert (Jes 12,3). Es war ihr Stolz und ihre Seligkeit, dass sie den Heilsbrunnen zu besitzen meinten. (de Boor)
  • Das Laubhüttenfest (2) wird manchmal einfach „das Fest“ genannt (14+37), nach Josephus „das heiligste und größte Fest der Hebräer“. Es ist ursprünglich das Fest der Weinernte (Wohnen in Laubhütten, ausgelassene Freude). Es wurde auch historisiert (Erinnerung an Wüstenzeit), und im alttestamentlichen Sinne des Wortes eschatologisiert (Vorausblick auf messianische Heilszeit: Die Wasserspende am letzten Tag ist verbunden mit der Bitte um reiche Regenzeit, was wiederum auf die Heilszeit weist (Jes 44,3-5; 32,15 …). (Voigt)
  • Der Gedanke, dass das „Wasser“, das Jesus spendet, im Empfänger selbst zur Quelle wird, findet sich auch in 4,14. (Voigt)
  • Der Geist (bzw. überhaupt die Heilsgabe) als „Wasser“: Ps 23,2f; 36,9f; 42,1f; Jes 12,3; Jer 2,13; 7,13; Joh 3,5; 14,11f. (Voigt)
  • Für Johannes ist der Geist der „andere Fürsprecher“ (14,16), der Jesus vertritt und in dem Jesus selbst zu den Seinen kommt. Dass Er der Gemeinde erst nach Jesu Verherrlichung gegeben wird, siehe besonders: 14,26; 16,7; 20,22. (Voigt)
  • Dass, wo nichts ist, auch nichts wird, ist, in den Zusammenhängen der Welt gedacht, eine Binsenwahrheit. Wer viel hat, kann viel machen. … Wenn es ums Christsein geht oder ums Christwerden, sind Überlegungen dieser Art falsch. … Denn der Christ lebt nicht von dem, was er hat, sondern von dem, was er empfängt. – Exaudi (heutiger Sonntag): Wir sind eine arme Kirche. Es ist gut, wenn uns das klar wird. Unsere Bedürftigkeit einsehen, das ist unsere große Chance. (Voigt)
  • Den Heilandsruf, der nach Mt 11,28 den vom Gesetz Überforderten gilt, lässt Johannes an die Durstigen gerichtet sein. (Voigt)
  • Jesus ist nun doch nach Jerusalem gekommen. In anderer Absicht, als seine Brüder es Ihm geraten haben (3-9), nicht öffentlich, sondern heimlich (10). (Voigt)
  • Es ist die Absicht des Evangelisten bzw. Jesu selbst, dass dieses Auftreten mit dem Höhepunkt des Festes zusammenfällt, mehr noch, diesen Höhepunkt bildet. (Voigt)
  • Möglich, dass Jesu vom Geist Gottes hervorgebrachter „Ruf“ (37f) den liturgischen Vorgang peinlich störte. (Voigt)
  • Vergleiche „Ruf“ (kraxein): Röm 8,15; 9,27; Gal 4,6; Mt 21,9.15; Mk 9,24; Joh 1,15; Offb 6,10; 7,10) (Voigt)
  • Ein dem feierlichen Moment entsprechendes Christuszeugnis wird mit dem gleichen Wort „er rief“ eingeleitet, das auch in 1,15 und 7,28 zu finden ist. Es soll besonders hervorheben, dass der Sprechende Werkzeug göttlicher Offenbarung ist. (Spörri)
  • Es konnte auf dem Laubhüttenfest laut zugehen, wie es bei einem Fest der Weinernte nicht anders zu erwarten war. … Jetzt aber, wenn man am letzten Festtag das Wasser aus der Siloahquelle schöpft und zum Altar Gottes hinaufbringt, um es dort auszuschütten um vor Gott für dieses Jahr reichen Regen und darüber hinaus den ganzen noch nie erlebten Fruchtbarkeitssegen der Heilszeit zu erflehen, jetzt, in dieser Stille dieser liturgischen Zeremonie, muss Jesus „schreien“. (Voigt)
  • In Jesu Worten liegt zweierlei: Eine kritische Stellungnahme zu den kultischen Praktiken Israels und zugleich der Hinweis darauf, dass sich in Ihm erfüllt, was sie ersehnen und – im Sinne der heilsgeschichtlichen Deutung des Festes – erhoffen. (Voigt)
  • Gibt es in der großen Festversammlung nicht auch Menschen, die es schmerzlich merken, wie die eigentliche Wirklichkeit des Heils fehlt? Bleiben sie nicht bei aller Schönheit des Festes doch „Durstige“, und kein Wasser in goldenen Krügen kann ihren Durst stillen? Wenn solche da sind, die Jesus meint, dann ruft Er sie zu sich. (de Boor)
  • Jesus sagt: Das, was ihr habt und sucht, das „Wasser“, gibt es nirgendwo anders als bei mir! (Voigt)
  • Jesus will heranrufen, die Durst haben, und Er will „erquicken“ (Mt 11,28). (Voigt)
  • Seine Einladung lässt völlige Freiheit und bedrängt niemanden. „Wenn jemand dürstet“, sagt Jesus. Diese Einladung ist von schrankenloser Weite. Jeder kann dieser „Jemand“ sein. Keine besonderen Voraussetzungen, keine Werte und Leistungen irgendwelcher Art werden von Ihm verlangt. Jeder darf kommen, wie er ist. (de Boor)
  • Das ausgelassene Treiben dieser Tage lässt sich wohl als Symptom eines Durstes deuten. Viele Phänomene menschlichen Lebens sind Kennzeichen eines heimlichen, uneingestandenen, nicht diagnostizierten Mangels und Ungenügens, eines Defizits an „Leben“, die Hast, die Angst, etwas zu verpassen und zu kurz zu kommen, das Verlangen, „sich etwas zu leisten“, ein übertriebenes, ungesättigtes Glücksbegehren, die Flucht in den Rausch (ausufernder Sex, Alkoholismus, Drogen, „narkotisierende“ Beschäftigungen). (Voigt)
  • An der Bestimmung und Aufgabe des Lebens gescheitert, darum bei den Menschen in schlechtem Ansehen, also der „Rechtfertigung“ bedürftig, sucht der Süchtige das Entbehrte im Rausch. (Voigt)
  • „Leben“ wäre dort, wo man in Freiheit seiner Bestimmung gerecht wird, Mensch unter Menschen und für Menschen zu sein – und dies im Angesicht Gottes und in der Gemeinschaft mit Ihm. (Voigt)
  • Kein Wunder, dass die Störung der Urbeziehung zu Gott uns unzufrieden macht, unruhig, sehnsüchtig, empfindlich, missgelaunt, „durstig“. … Durst in diesem Sinne ist also die Sehnsucht nach dem, was ich sein sollte, aber nicht bin; nach dem, was ich haben müsste, aber nicht habe: Leiden an dem Defizit, von dem ich nicht weiß, wie ich es ausfüllen soll, an dem Verfehlen meiner Bestimmung. So gesehen ist Durst das spezifisch menschliche. Nur der Mensch kann sich nicht einfach hinnehmen, als das was er ist, vielmehr bemerkt er die Differenz zwischen dem, was er ist, und dem, was er sein sollte, und kann darüber nicht ruhig werden. (Voigt)
  • Wir sind nicht nur noch nicht, was wir sein sollen und sein werden …, und eben daran fehlt es. Wir sind Sünder. Das ist die Not, aus der Jesus uns heraushelfen will. (Voigt)
  • Jesus lehrt nicht: Alle Menschen haben Durst. Aber den Dürstenden und Ausgedörrten hilft Er. Vielleicht weiß ich noch gar nicht, dass ich Durst habe; aber indem ich Ihn rufen höre: „Wen da dürstet, der komme …“, merke ich, dass ich gemeint bin. Und ich merke, dass Jesus besser über mich Bescheid weiß als ich selbst. (Voigt)
  • Wie geht das zu, wenn Jesus den Durst stillt? … Kein Zufall, dass wir über das, was uns fehlt („Durst“), anschaulicher zu reden vermögen als über das, was Jesus gibt. Jesu Gaben haben eschatische Qualität, entziehen sich also der Beschreibung mit den Begriffen und Vorstellungen der Welt (1Joh 3,1f; Joh 3,8.12). Es wäre unangebracht, was Jesus tut, empirisch aufzeigen zu wollen. (Voigt)
  • Es kann vielmehr befreiend sein, wenn wir uns Jesus anvertrauen gegen alle Erfahrungen, die wir an uns selbst machen: gegen das sittliche Versagen, gegen unsere Zweifel, gegen unsere Niedergeschlagenheit, vielleicht gegen unsere Angst. Der Glaubende ist der Anfechtung nicht enthoben, und Jesus beschenkt ihn doch! (Voigt)
  • Der Glaube transzendiert immerzu das Vorfindliche; sein großes Glück besteht darin, dass er dies darf und kann. (Voigt)
  • Vielleicht haben wir es schmerzlich erfahren, dass die Menschen um uns her uns nicht gewollt haben, weil unsere Probleme sie abstießen. Jesus dagegen hat sich gerade denen zugewandt, die mit ihrem Leben nicht zurechtkamen. Die Ihn am nötigsten haben, denen ist Er immer am nächsten. (Voigt)
  • Sagen wir es ruhig im Ich-Stil: Ich leide darunter, dass Soll und Ist bei mir in bedrückender Weise differieren und auseinanderklaffen, aber Er nimmt mich ernst und lässt mich gelten, ohne Vorwurf, ohne Aufrechnung des Defizits, ohne Bedingungen. Es hat mich noch niemand so hoch geachtet wie Er. Ich bin Ihm kostbar, ich bin Ihm jedes Opfer wert. ER macht Seine Liebe nicht von dem abhängig, was ich vorzuweisen habe. Er gibt mir meinen Wert damit, dass ER mich liebt. Ich habe es schon erfahren, wie die Leute geringschätzig über mich geredet und sogar über mich gelacht haben. Ihm kommt so etwas nicht in den Sinn. Sogar dann, wenn ich selbst an mir irre werde und unglücklich bin über mein Versagen: Er redet für mich gut und ergreift für mich Partei. Einen besseren Freund als Ihn kann ich nicht haben. (Voigt)
  • Ist dieser „Durst“ gelöscht, brauche ich auch nicht mehr so humorlos zu sein, dass alles mich ärgern muss, was Zacken aus meiner Krone bricht. Ich kann sogar über mich selbst lachen. So geht es einem, wenn man sich die Liebe Jesus Christi gefallen lässt. Befreiend, erquickend! Man kann sich Jesus anvertrauen. (Voigt)
  • Ich darf Jesus vertrauen (3,27): Was Er mir gibt, wird mein Bestes sein. Also kann ich, nur auf Seinen Willen bedacht, unbefangen Ja sagen zu eben der Situation, in die Er mich stellt. Ich werde nicht mehr meine besten Kräfte damit verkämpfen, dass ich zu erzwingen versuche, was mir versagt ist. Mein Leben wird so, wie es ist, zur Gabe – und zur Chance. (Voigt)
  • Ich will nicht untätig sein. Ich will ja etwas gut machen – nicht aus dem, was ich nicht habe, sondern aus dem, was mir gegeben ist. So wird mein Leben reich. Und wenn mir zuletzt nichts weiter bliebe als Er selbst: dann könnte ich darin glücklich sein (Ps 73,25). (Voigt)
  • Wir wissen nicht, ob der Hinweis auf die Schrift eine Richtschnur für den Glauben sein soll (“Wer so glaubt, wie die Schrift es sagt“) oder ob er die Zusage begründet, dass der an Jesus Glaubende überfließendes Leben für andere haben werde. Wir wissen auch nicht, welches Schriftwort Jesus dabei vor Augen hatte. Man hat an Jes 44,3f; 58,11 oder an Hes 47,1-9; Sach 14,8 gedacht. (de Boor)
  • Jesus hat die höchste Lebenserfüllung darin gesehen, dass wir zum Mittler „lebendigen Wassers“ für andere werden. … Nicht nur den Durst gestillt bekommen, sondern Quelle für andere sein, nicht nur trinken, sondern andere tränken dürfen, nicht nur Leben empfangen, sondern Leben weitergeben. Das ist die herrlichste Erfüllung eines Verlangens nach vollem Leben. (de Boor)
  • Jesus spricht ausdrücklich von „Strömen“, die fließen sollen. Nicht nur wenige Tropfen werden die an Ihn Glaubenden für andere zur Verfügung haben. (de Boor)
  • Es ist bei diesem Wort (38) wohl an Jes 58,11 gedacht. Wir dürfen darin auch einen Hinweis sehen auf die Geschichte vom wasserspendenden Felsen in der Wüste (2Mo 17,6), vielleicht auch auf den Strom, der aus dem Tempel hervorquellen soll (Hes 47,1-12). (Spörri)
  • „Vom Leibe“ – immer geht es der Bibel um den ganzen Menschen, der gerade erst mit seinem Leibe der real lebendige und wirklich sich einsetzende Mensch ist. (de Boor)
  • Der Geist ist als der andere „Fürsprecher“ wirksam. Was da in uns hineingegeben wird, ist die Aktivität Gottes, die sich für uns einsetzt. (Voigt)
  • Im Heiligen Geist ist uns Jesus gegenwärtig. Niemand wird bedauernd darauf hinweisen müssen, dass das Laubhüttenfest in Jerusalem leider vorüber und Jesus für uns nicht mehr zu haben sei. (Voigt)
  • Wir wollen begreifen, dass im Geist, dem anderen Anwalt, Jesus selbst bei uns ist. Wir haben es nicht mit einem Vergangenen zu tun, sondern mit dem in uns wirkenden Christus. Gottes eigenes Leben in uns! Man braucht nur zu kommen und zu trinken. (Voigt)
  • Geist und Geisteswirken in voller Gegenwart „gab es“ vor Pfingsten tatsächlich nicht. Die Ausgießung des Geistes konnte erst erfolgen, als das ganze Heilshandeln Gottes in Jesus vollendet, als Jesus am Kreuz „erhöht“, von den Toten auferweckt und zum Thron Gottes hinaufgenommen war. Johannes fasst alles in den einen Ausdruck „der Verherrlichung Jesu“ (39) zusammen. (de Boor)
  • Der, der an Jesus glaubt, empfängt nicht nur Erquickung von Ihm, sondern er gibt auch an andere Erquickung weiter. (Voigt)
  • Wenn überhaupt, so predigen wir dies in der Regel etwas zaghaft, weil das Evangelium uns lehrt auf den Herrn zu verweisen, der Selber unser Leben ist. In diesem Falle wäre darauf hinzuweisen, dass der Erquickung spendende Mensch niemals der Ursprung des Heilsamen ist, sondern nur weitergibt, was er selbst empfangen hat (4,14). (Voigt)
  • Bedenklich könnte uns die Erfahrung machen, dass oft von christusgläubigen Menschen so wenig Erquickung ausgeht. (Voigt)
  • Gewiss, es gibt „erquickende“ Menschen. Wo sie sind, ist Freiheit und Fröhlichkeit. Man ist gern in ihrer Nähe. Sie strahlen Güte aus, Warmherzigkeit, Heiterkeit. Sie wirken verbindend und versöhnend. (Voigt)
  • Spricht die Tatsache, dass man das hier Angesprochene bei Christen oft vermisst, gegen die Gültigkeit solcher Verheißung? Der Sonntag vor Pfingsten (Exaudi) will uns darauf hinweisen, dass wir die arme, die des Geistes bedürfende Kirche sind. (Voigt)
  • Es heißt: „wer an mich glaubt“, nicht: wer glücklich veranlagt ist oder geistlich allerlei vorzuweisen hat. Dass es Menschen gibt, die das in Christus entsprungene geistliche Leben weitergeben und anderen zu Vermittlern solchen Lebens werden, ist eine Zusage des Herrn an Seine arme Gemeinde. Ein großes Wunder! (Voigt)
  • Sind wir uns klar darüber, dass das, was wir weitergeben bzw. was durch uns hindurchströmt, Jesu eigenes Leben ist, dann werden wir uns unsere Armut nicht anfechten lassen. Wir wären im Irrtum, wenn wir meinten, wer anderen helfen soll, ihren Durst zu löschen, darf selbst nicht vertrocknet sein. Wir haben nur, indem wir empfangen. (Voigt)
  • Gottes Gaben lösen sich nie vom Geber ab, so dass man sie ohne Ihn haben könnte. Daher das Erstaunliche und Beglückende: Gott betreibt Seine Sache mit unvermögenden Leuten, „auf dass die überschwängliche Kraft sei Gottes und nicht von uns“ (2Kor 4,7). (Voigt)
  • Einem Menschen, der „aus dem Vollen schöpft“ … kann ich bewundern, vielleicht muss ich ihn beneiden – aber wahrscheinlich wird mir gerade dann, wenn ich ihm zusehe, ganz schwach (ich verzweifle an mir). Helfen kann er mir so nicht! (Voigt)
  • Wo sind die Menschen, von denen her uns der hier gemeinte Segen zufließt? Wir hören und sehen sie singen, sagen und leben: „An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd. Was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert“ (EKG 250,3). (Voigt)
  • Es ist wohltuend, wenn jemand ganz einfach aus dem lebt was ihm geschenkt wird, und ohne alle Effekthascherei sein Leben lebt, wie es ihm vor die Hand kommt: Liebend, einfach deshalb, weil er geliebt wurde; gütig, weil er soviel Güte empfangen hat; erquickend, weil er erquickt wurde; Gottes Geist und Seine Gaben vermittelnd, weil Gott sie ihm in jedem Augenblick selbst zufließen lässt und er sich in seiner Armut an ihnen erfrischt. (Voigt)
  • Wir sind „die Armen, aber die doch viele reich machen“ (2Kor 6,10). (Voigt)
  • Der Sonntag Exaudi trifft etwas, was der Kirche aller Zeit eigen ist: „der Geist war noch nicht da“ (39) – aber wer trinkt bekommt Ihn (37). Das Bekenntnis zum Heiligen Geist ist immer Bitte um den Heiligen Geist. Es kann der Kirche gar nichts Besseres widerfahren, als dass sie sich ihrer Armut bewusst wird. (Voigt)
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