06-2a Gott hat durch den Sohn geredet – Hebr 1,1-4

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Hebr 1,1-4

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • An wen wurde der Hebräerbrief geschrieben?
  • Wer war höchstwahrscheinlich der Absender?
  • Wer hat durch die Jahrhunderte hindurch geredet? 1
  • Zu wem wurde geredet?
    • Wer sind die „Väter“?
  • Blättere durch das AT und mach dir bewusst, wie oft und auf welche verschiedene Weise Gott immer wieder zu seinem Volk geredet hat?
  • Wann hat das prophetische Reden im AT angefangen und aufgehört?
  • Was für Menschen sind Propheten?
    • Was ist das Besondere an ihrem Dienst?
  • Was ist mit „letzten Tage“ gemeint? 2
  • Wer hat geredet?
    • Wie wurde geredet?
    • Zu wem wurde geredet?
    • Was wurde geredet?
  • Wer ist der „Sohn?
    • Wie ist dieses Wort theologisch zu verstehen?
    • Wie kann man dieses Wort z.B. einem Moslem erklären, der (zurecht) sagt, dass Gott Einer ist und keinen Sohn hat?
  • „Eingesetzt zum Erben“ – Was ist damit gemeint?
    • Was erbt Jesus?
    • Was ist mit „alles“ gemeint?
  • Was bedeutet „durch den er auch die Welt gemacht hat“?
    • Was ist hier mit „Welt“ gemeint?
  • Wie ist Jesus der „Abglanz von Gottes Herrlichkeit“? 3
  • Was ist mit dem Wort „Ebenbild – Abdruck“ gemeint?
  • Um welche(s) Wort(e) (ρημα) Jesu geht es hier?
  • Wie hat Jesus die „Reinigung von unseren Sünden“ vollbracht?
    • Von welchen Sünden?
  • Was bedeutet „die Rechte“ (Seite)?
  • Wer ist mit „Majestät“ gemeint?
    • Warum drückt der Schreiber sich so aus?
  • Was ist mit „in der Höhe“ gemeint?
  • Was für Wesen sind Engel? 4
    • Warum wird es betont, dass Jesus „höher als die Engel“ ist?
    • Was ist mit „höher“ gemeint? Beachte die Wiederholung!
  • Warum wird der „Name“ Jesu so hoch geehrt?
    • Wer bestimmt die Rangfolge?
    • Was sind die Kriterien?
  • Lies das Kapitel zu Ende. Möglichst auch die Kapitel 2 und 3.

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • Dies ist ein prächtiger Weihnachtstext, um der ganzen Art und des Tones willen, wie er die Herrlichkeit des Sohnes, den der Vater in die Welt gesandt hat, darstellt. (Langsdorff)
  • Das große Halleluja von Händel über CD einspielen.
  • Auf den Sohn zielt die ganze Heilsgeschichte, in Ihm verwirklicht sie sich, in Ihm findet sie ihre Vollendung. Es wird in unserem Text sowohl das prophetische, das hohepriesterliche, als auch das königliche Walten des Herrn beschrieben. ( nach Langsdorff)
  • Der Grundgedanke dieses Briefes besagt, dass Gott sich allein in Jesus Christus den Menschen vollkommen offenbart hat. (Barclay)
  • Wie der Hebräerbrief überhaupt die Herrlichkeit des neuen Bundes gegenüber dem alten hervorheben will, so stellen die Verse 1-2a die neutestamentliche Offenbarung der alttestamentlichen gegenüber. … Der Hauptgegensatz ist aber der der verschiedenartigen Offenbarung: „einst und vielfach und vielartig“, aber eben damit noch nicht das Ganze, sondern nur einzelnes, das auf das Zukünftige hinwies – in Christus ist die ganze und volle Offenbarung seiner selbst. (Langsdorff)
  • Dem Verfasser des Hebräerbriefes liegt so sehr daran, Jesu Herrlichkeit hervorzuheben, dass sein eigentliches geschichtliches Erdenwirken nur mit dem kurzen Nebensatz (hat vollbracht die Reinigung von den Sünden) angedeutet wird. (Langsdorff)
  • Gottes Wesen ist nicht bloß durch ihn, sondern in ihm zur Erscheinung gekommen. (Langsdorff)
  • Den Hebräern gegenüber, denen die Engel als hohe, erhabene, mächtige Geistwesen bekannt waren, benutzt der Verfasser diese als Beispiel, um die Erhabenheit Christi hervorzuheben. (Langsdorff)
  • Die brennenden Christbäume sind schön, schöner sind die brennenden Herzen. (Langsdorff)
  • Im Hebräerbrief begegnen wir dem wohlklingendsten Griechisch des ganzen Neuen Testamentes. (Barclay)
  • „das Ebenbild“ = das Prägebild, also der die Linien und Konturen des Urbildes (Gottes Wesen) tragende Abdruck. (Voigt)
  • Hebräer 1 beschreibt einen in Stufen vorwärtsdrängenden Christusweg. … In der Parosie wird Ihn dann der ganze Kosmos als Herrn und Richter erfahren. Im gleichen Schema ist Phil 2,5ff; Kol 1,15ff und 1Tim 3,16 gedacht. (Voigt)
  • Die bildhafte Darstellung der Weihnachtsgeschichte führt uns immer wieder in den kleinen Raum des Notquartiers in Bethlehem. Was die Engel in der Heiligen Nacht gesungen haben, geht jedoch den ganzen Kosmos an und wird in der Christusgeschichte verwirklicht. (Voigt)
  • Wer in Christus den Präexistenten sieht, durch den die Welten gemacht sind, den, „der (nur) eine kleine Zeit niedriger gewesen ist als die Engel“ (2,9 nach Ps 8,6), der meint nicht, dass Christus mit der Erhöhung erst zum Sohne gemacht worden wäre. Er war schon „in den Tagen seines Fleisches“ „Gottes Sohn“ (5,7f). (Voigt)
  • Der Sohn, der sich für kurze Zeit erniedrigt hat, wollte uns zu seinen Brüdern machen (2,11), in allen Dingen uns gleich werden (2,7; 4,15) und eben darum auch, da wir „Fleisch und Blut“ haben, an unserer Art Anteil gewinnen (1,3). (Voigt)
  • Geboren ist in der Christnacht einer, in dem Gott zu uns redet. … Die Kategorie des Prophetischen wäre ein erster Versuch, diese umwerfende innere Erfahrung mit Jesus zu deuten. … Unser Text gibt sich damit nicht zufrieden. Er ist ein Dokument einer hochentwickelten Christologie. … Die Geschichte urchristlicher Jesusdogmatik handelt nicht von dem, was Menschen „aus Jesus gemacht“, sondern was sie „an Jesus entdeckt“ haben. (Voigt)
  • Prophet ist jemand, der Mensch ist und nichts als Mensch, von Gott in Dienst genommen, wie ein Werkzeug, und er redet, was er von Gott selbst gehört hat. (Voigt)
  • Die den Menschen durch die Propheten zuteil gewordene Offenbarung war von bunter Vielfalt und erhabener Größe. Sie erfasste jeweils einen Teil der Wahrheit, der für die Menschen, zu denen sie sprachen, von Bedeutung war. … Diese Offenbarung war jedoch gleichzeitig bruchstückhaft, weil sie die Grenzen der Aufnahmefähigkeit der jeweiligen Epoche berücksichtigen musste. … Interessant ist, dass jeder Prophet von einer besonderen Idee erfüllt war. … Jesus dagegen hatte nicht nur einen Teil der Wahrheit, sondern er war die ganze Wahrheit. (Barclay)
  • Beachtet man, dass die Prophetie seit Maleachi erloschen war und ihr Wiedererwachen für die letzte Zeit erwartet wurde, dann würde, wenn Jesus Prophet genannt wird, schon etwas Unerhörtes ausgesagt sein. … Man kann den Gedanken noch zuspitzen: Jesus – der erwartete Prophet (5Mo 18,15). (Voigt)
  • Aber Jesus ist nicht nur ein Mensch mit einem besonderen Auftrag. Nicht, dass nicht auch er ein Beauftragter wäre. Aber eben: als der Sohn. Man könnte – ohne Anspruch auf dogmatische Präzision – sagen: die der Welt zugekehrte Seite Gottes selbst. … Er selbst ist da, mitten unter uns, und Er teilt nicht etwas mit, sondern gibt sich selbst. (Voigt)
  • Eine Brieffreundschaft tendiert dahin, dass man sich endlich sieht, denn zum Wort gehört der, der es spricht oder schreibt. Hat Gott vorzeiten durch die Propheten geredet, dann war es wirklich sein Wort, und es hatte seine Kraft und Verbindlichkeit. Aber das prophetische Wort wird gesprochen unter der Zusage, dass, wenn es Zeit ist, der Sprechende selbst in Erscheinung tritt. Und umgekehrt, dass das heute in der Gemeinde gepredigte Wort seine Realität und Deckung darin hat, dass, der es sprach, unter uns war. Ohne Ihn selbst würde das Wort in der Luft hängen. (Voigt)
  • Gott ist Mensch geworden! … In dieser Geburt betritt der die Welt, dem sie von vornherein gehört. Wohlgemerkt: nicht unbestritten gehört. Es ist ja eine Welt, die ihr woher und wohin verleugnet, eine Welt also, die nicht wissen will, wem sie sich verdankt und wem sie gehört. Der „Sohn gliedert sich in die Menschheit ein, die mit einem ungeheuren Schuldkonto belastet ist. Es bedarf „der Reinigung von Sünden“ (3). … Der Erlöser rettet sich seine Schöpfung. Sie müsste sonst an ihrer Schuld zugrunde gehen. (Voigt)
  • Jesus trägt die Welt in priesterlicher Sorge und Hingabe. (Voigt)
  • Der Ursprung aller Welt – ein neugeborenes Menschlein: Es ist schwer, ja es ist eigentlich unmöglich, dies beides zusammenzudenken: der arme, machtlose, zuletzt seinen Feinden erliegende Jesus – der, von dem Alles, was Schöpfung ist, abhängt, und dem alles gehört, weil er es geschaffen hat. Er kam in sein Eigentum (Joh 1,11). … Niemand werfe ihm vor, dass er so ungöttlich gekommen ist. Wir sollten die Sprache verstehen, die der Vater im Sohne gesprochen hat. (Voigt)
  • Indem wir Christus begegnen, erfahren wir, wie der Vater es mit uns meint. Gott hat immer schon mit seinen Menschen Verbindung gesucht (1). „Vielfältig und vielgestaltig“ nennt der Text dieses Reden zu den Vätern. (Voigt)
  • Man kann die Wahrheit Gottes nicht – wie die Lehrsätze der Geometrie – in ein System bringen. Gottes Reden vollzog sich in einer wechselvollen Geschichte, im Auf und Ab immer neuer Situationen. Dem einen hat Er es so gesagt, dem anderen anders. Hier hat Er gedroht, dort gelockt. Hier warf Er zu Boden, dort erhob Er und richtete auf. Hier forderte Er, dort vergab Er. Hier gab Er sich zu erkennen, dort verbarg Er sich. Hier wurde zur Geduld gemahnt, dort zur Eile angetrieben. (Voigt)
  • Eins ist jetzt anders, nachdem Gott durch den Sohn geredet hat: Die Vielfalt alttestamentlicher Gottesrede weist, mehr oder weniger deutlich, auf den Kommenden hin, in dem der ganze Gott offenbar sein wird. Und die neutestamentliche Verkündigung kommt von ebendiesem Einen her. Man kann in vielen Variationen von Ihm reden. Hauptsache ist, man meint keinen anderen als eben IHN! (Voigt)
  • Es ist schon ein Unterschied, ob man Splitter der Wahrheit Gottes wahrnimmt oder Gott wirklich ins Herz sieht. (Voigt)
  • In Jesus Christus kommt Gott selber auf uns zu. Was wir in die Worte unserer Predigt, Dogmen und theologischen Sätze fassen, ist immer nur ein Beschreiben und Deuten von Gotteserfahrung, die wir im Sohne gemacht haben. Das eigentliche „Wort“ ist Er selbst. Gerade das meint die Weihnachtsbotschaft. ER wohnt unter uns, kehrt in unsere Häuser ein, geht auf unseren Straßen, setzt sich mit uns an einen Tisch, sitzt nachts im Sturm mit uns im Boot, zittert, zagt, „ergrimmt“ und weint mit uns und feiert mit uns Hochzeit. (Voigt)
  • Eschatologisch qualifiziert ist die Zeit seit Christus durch das veränderte Verhältnis Gottes zur Welt. Das „heute“ von Lk 2,11 bedeutet einen tiefen Einschnitt, besser: den Beginn einer ganz neuen Situation. (Voigt)
  • Letztzeitlich („in den letzten Tagen“ – Vers 2) heißt zugleich letztgültig. Christus wird durch keinen anderen überboten werden. (Voigt) – Auch nicht durch Mohammed!
  • Gott hat nur einen Sohn (Mk 12,6). … Auch der Geist führt nicht über Christus hinaus, sondern immer zu ihm hin. … Hat man einmal begriffen und erfahren, dass die Christusbegegnung etwas grundsätzlich anderes ist, als das Hören von Gott oder das Reden über ihn, dann fragt man nicht über Christus hinaus. Dann sorgt man sich auch nicht, ob das, was einem in der Begegnung mit Christus widerfährt, von einer höheren himmlischen Instanz am Ende durchkreuzt und ungültig gemacht werden könnte. Nimmt Er uns an, dann sind wir angenommen. Spricht Er uns frei, kann kein anderer uns mehr anklagen oder verurteilen. (Voigt)
  • Christus ist die „Ausstrahlung“ und der „Widerschein“ der Herrlichkeit Gottes und der Prägeabdruck des göttlichen Wesens (3). (Voigt)
  • „Wer mich sieht, der sieht der Vater“ (14,9: 12,45). Wohlgemerkt: als Ausstrahlung und Widerschein – und als (Siegel-) Abdruck. Glaube ist ein inneres überwunden- und überwältigt sein von etwas, was man nicht sieht (11,1). Man hält sich an Gott, den man nicht sieht, als sähe man ihn (11,27). (Voigt)
  • In dem Menschenantlitz Jesu kann man, indem man glaubt, den Glanz und die („Charakter-„) Züge des Vaters erkennen. Wollte man es in Worte fassen, könnte man vielleicht sagen: so klar und wahr, so geduldig und gütig; so teilnehmend an allem, was uns belastet und ängstet; so für uns eingenommen, obwohl wir es nicht wert sind. So auf der Seite derer, die ihn am nötigsten brauchen und denen wir uns um seinetwillen zuwenden sollen. (Voigt)
  • Jesus ist in die Welt gekommen, um uns nicht nur auf Hörweite und Sichtweite, sondern wirklich auf Reichweite nahe zu sein.
  • In diesem Abschnitt erfahren wir sechs wichtige Dinge über Jesus. 1. Jesus besitzt die einzigartige Herrlichkeit Gottes. Jesus ist Gottes Herrlichkeit …, eine Herrlichkeit duldender Liebe. 2. Jesus besitzt das Reich Gottes. Kein Verfasser des NT zweifelte daran …, dass Jesus den Sieg davontragen wird. Sie waren ganz sicher, dass hinter der Liebe Gottes die Macht Gottes stand und dass die Reiche dieser Welt schließlich doch dem Herrn und seinem Gesalbten gehören. 3. Das Handeln Jesu war wirksam und schöpferisch. 4. Jesus ist im Besitz der alles erhaltenden Kraft, mit deren Hilfe er alle Dinge fördert. 5. Jesus kam das Werk der Erlösung zu. Er tat es! 6. Jesus gebührt die Erhöhung als Fürbitter der Menschen. Er sitzt nicht zur Rechten Gottes als unser Richter, sondern als der, der für uns bittet (7,25ff). (Barclay)