42-4 Gott gibt das Wort – Jer 23,16-29

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Jer 23,16-29

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

o    Zu welchem größeren Abschnitt gehören unsere Verse?

  • Was weißt du über den Propheten Jeremia?
  • Was waren die wichtigen Ereignisse in seiner Zeit?

o    Wer ist der „HERR Zebaoth“?                                              16

  • Woher nimmt Jeremia diese Autorität zum sprechen?
  • Kann er sich nicht irren?

o    Beachte: Es steht Prophet gegen Prophet?

  • Woher weiß man, dass die anderen „betrügen“?

o    Woher weiß man, ob ein „Gesicht“ aus dem eigenen Herzen kommt oder von Gott?

o    Wer sind „sie“?                                                                  17

  • Wer sind die, die „des Herrn Wort verachten“?
  • Warum reden „sie“ so?

o    Beachte den Kontrast: „aber“!                                              18

  • Wie muss die Antwort auf die zwei Fragen lauten?
  • Ähnliche Fragen tauchen bei Hiob auf!
  • Was will Gott durch Jeremia mit diesem Vers sagen?

o    Beachte die Betonung mit „siehe“!                                       19-20

  • Wer ist hier mit den „Gottlosen“ gemeint?
  • Was wird „des Herrn Zorn“ tun in der damaligen Situation?
  • Welche Zeit ist mit „zur letzten Zeit gemeint“?

o    Beachte: Gott Selbst redet in der ICH-Form!                         21-22

  • Warum treten die Menschen als Propheten auf?
  • Warum wirken sie im Auftrag Gottes?
  • Beachte die Kombination: „denn …, so …“!

o    Was ist Gottes Anliegen für Sein Volk?                               22

  • Beachte, dass es um das „Volk Gottes“ geht!
  • Wie bekehrt sich ein Mensch?
  • Warum muss sich ein Gläubiger bekehren?

o    Was meint Gott hier mit „nahe“ und „ferne“?                         23

  • Welcher Gott fragt hier? Beschreibe Ihn ein wenig!

o    Zu wem spricht Gott hier in 24?                                           24

  • Was will Gott mit diesen zwei Fragen sagen?

o    Was wirft Gott den (falschen) Propheten vor?                        25-27

  • Was ist hier mit „Lüge“ gemeint?
  • Was ist mit „Meinen Namen vergessen“ gemeint?

o    Was ist der Unterschied zwischen Träumen und dem Wort?  28

  • Was bedeutet es, Gottes Wort „recht“ zu predigen?
  • Wie ist das Wort vom „Stroh und Weizen“ zu verstehen?

o    In wie fern ist Gottes Wort „Feuer“                                       29

o    Warum kann man Gottes Wort mit einem „Hammer“ vergleichen?

o    Warum hat Gott diese Worte durch Jeremia ausrichten lassen!

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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o

o

o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

1.6 Neutestamentliche Gedanken

o    Das Wort schafft den Glauben und Veränderung

o    Irrlehren und Irrlehrer gab es auch in der ersten Kirche – ihnen muss widerstanden werden

o    Der Täufer, Jesus und auch die Jünger rufen zur Buße

o    Volle Erkenntnis gibt es erst „zur letzten Zeit“ – Wiederkunft Jesu!

o    Weide meine Lämmer! – Sorge und Liebe zu den mir Anvertrauten.

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

o

o

o

o

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Hochexplosive Situation vor dem Jerusalemer Tempel. Chananja ben Asur aus dem rund 10 km entfernten Priesterort Gibeon (Jos 21,17) tritt dem Propheten Jeremia kühn entgegen. (Gradwohl)

o    Die Lügenpropheten sind schlimmer als die einstigen im Dienste Baals stehenden Propheten zu Samaria. Jene machten sich einer „religiösen Sünde“ schuldig, weil sie (23,13) „in Baals Namen weissagten und mein Volk, Israel, in die Irre führten“. Die „Propheten“ Judas begehen jedoch ein „moralisches Vergehen“, wie einst die Bewohner Sodoms (1Mo 18,21) oder die Menschen vor der Sintflut (1Mo 6,12). (Gradwohl)

o    Unser Abschnitt beginnt mit einer Warnung, die Jeremia im Namen Gottes  – „so sprach der Herr der Heerscharen“ – sehr nachdrücklich an das Volk richtet. (Gradwohl)

o    Der Abschnitt 23,9-40 stellt eine Reihe von Sprüchen über falsche Propheten zusammen. Ähnliche Thematik schon in 2,8; 4,9f; 5,31; 6,31f; 14,13ff; 18,8. Besonders die Kapitel 27; 28 bringen Kritik am Lebenswandel der falschen Propheten (Ehebruch, Lügerei, Parteinahme für die Bösen). (Voigt)

o    Aus 23-24 dürfte sich der Sinn ergeben: Gerade weil Gott die Welt aus dem Abstand sieht, vermag er alles zu sehen. 24b betont, dass der „ferne“ Gott zugleich der „allgegenwärtige“ Gott ist, der Himmel und Erde erfüllt. (Voigt)

o    Zwei reden – ein jeder im Namen Gottes – gegeneinander: ein fatales Schauspiel, verwirrend für die glaubende Gemeinde, und für die nichtglaubende Welt der Beweis dafür, dass keiner in Gottes Namen spricht. (Voigt)

o    Es gibt bei den Propheten Gottes verschiedene Spitznamen für die falschen Propheten: Jes 9,514; Jer 23,25.26; 14,14; 23,32.26; Mi 3,5; Hes 13,3.9; 14,6; Jer 14,15; 23,9.11.15.21; 1Kön 18,19.25. (Gradwohl)

o    Die wahren Propheten heißen: 2Kön 5,8; 5 Mo 34,10; Ri 6,8; 1Kön 18,13; 2Kön 9,7; 17,23; 2Sam 7,2; 24,11; 1Kön 11,29; 18,36; 2Kön 6,12; 20,1.11.14; Jer 28,1.5.9.12.15. (Gradwohl)

o    Die echten Propheten überbringen viele Drohworte, und deshalb wollen sie sich der Berufung Gottes mit aller Kraft entziehen (Jer 17,16; 2Mo 3,11; 4,4.10.13; Am 7,14, Sach 13,1-6; Jer 1,6. (Gradwohl)

o    Wie die Propheten der Wahrheit den Verstand vervollkommnen und festigen, so machen die falschen Propheten ihn zum Dunst, sie verwandeln das Etwas in ein Nichts. (Arama inGradwohl)

o    Worin besteht das „Umdunsten“? im trügerischen Versprechen, dass dem Volk der Friede zugedacht ist. (Gradwohl)

o    Wer den Lügenpropheten nachläuft, obwohl Jeremia unentwegt seine Mahnreden hält, muss sich als Gottesverwerfer und Irrgläubiger titulieren lassen. (Gradwohl)

o    Es gibt ein eindeutiges Kriterium für echte Prophetie. Jeremia nennt es in seiner Auseinandersetzung mit Chananja (28,8f). (Gradwohl)

o    Jeremia sagt: In der nahen Zukunft steht die Gefahr bevor, die es zu erkennen gilt, und sie steht im Kausalzusammenhang mit dem Verhalten des Volkes. (Gradwohl)

o    Nie steht bei Jeremia die Unheilsweissagung zur Diskussion, weil nicht wahr ist, was nicht wahr sein darf. (Gradwohl)

o    Worauf es beim Propheten ankommt, ist die prinzipielle Bereitschaft, dem Herrscher und dem Volk die Fehler vor Augen zu halten – nicht, um zu verdammen, sondern um zur Umkehr zu bewegen. (Gradwohl)

o    Wer im „Rat des Herrn“ (18), in Seiner „Ratsversammlung“ gestanden hat, ist Geheimnisträger, gehört zu jenen „Vertrauten“, denen Er Sein „Geheimnis enthüllt hat“ (Am 3,7). (Gradwohl)

o    Jeremia ist Besitzer des Gottesplanes, weil ihm Gott Seinen Plan und Seinen Willen kundgetan hat. Und daher kann und muss er diesen Plan der Gemeinschaft mitteilen. (Gradwohl)

o    „In der Späte der Tage“ (20) – Kimchi denkt bei dieser Wendung an „die Tage des Messias“. (Gradwohl)

o    Ab Vers 23 wird ein neuer Ton angeschlagen. Die Gedanken wenden sich Gott zu. (Gradwohl)

o    Ist der Herr nur für jene, die Ihm nahestehen, Gott (23)? Nicht so: Er ist Gott auch jenen, die sich von Ihm aus irgendeinem Grund entfernt haben. Immer können sie zu Ihm zurückkehren. (Gradwohl)

o    Vor Gott kann sich kein Mensch verstecken (1Mo 3,8f; Jona 1,3ff; 2Sam 12,12). (Gradwohl)

o    Eine vornehme (heidnische) Frau sprach zu Rabbi Josi: „Mein Gott ist größer als dein Gott.“ Sie fuhr fort: “Als euer Gott sich Mose im Dornbusch offenbarte, verhüllte Mose sein Gesicht (2Mo 3,6), doch als er die Schlange sah, die mein Gott ist, da floh er sofort vor ihr.“
Da erwiderte ihr der Rabbi: „Unsinn! Als unser Gott Mose erschien, gab es keinen Ort, wohin er hätte fliehen können. … Bei unserm Gott steht geschrieben (Jer 23,24): ‚Fülle Ich nicht den Himmel und die Erde?, ist der Spruch des Herrn‘; doch bei der Schlange, die dein Gott ist, genügt es, zwei, drei Schritte zu tun, und schon ist man vor ihr gerettet. Deshalb heißt es: ‚da flüchtete Mose vor ihr‘.“ (Gradwohl)

o    Den Himmel und die Erde ausfüllen ist so viel wie „allgegenwärtig sein“ (24). Diesen sehr späten Begriff kann der Hebräer nur so ausdrücken, wie es hier geschieht. (Ehrlich in Gradwohl)

o    Die Lügenpropheten gelten als die großen „Träumer“, die ihre Träume als bare Münze zu verkaufen suchen. (Gradwohl)

o    Nicht jeder Traum ist „Trug des Herzens“: 1Mo 37,5.9.19; Kap. 40; 1Kön 3,5-15. Es gibt, so lehrt die Bibel, „prophetische Träume“. … Woran kann, so ist zu fragen, der Hörer, dem der Träumende seinen Traum erzählt, erkennen, ob es sich um einen gewöhnlichen oder einen prophetischen Traum handelt? … Am Ernst … und am Zweck … (Gradwohl)

o    Der Gottesname bürgt für Wahrheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde. … Deshalb benutzte man den Namen Gottes beim Gruß. Bei jedem Gruß sollten die Grüßenden und der Gegrüßte sich an Gott erinnern, um nicht Ihn, sondern den Baal zu vergessen. Im deutschen gibt es auch die Grußformel „Gott grüßt dich!“ Sie entspricht dem „Es segne dich der Herr“. (nach Gradwohl)

o    Das „Korn“ gleicht dem wirklichen Wort, das sich vom „Stroh“ unterscheidet. (Gradwohl)

o    Der Prophet weiß das Abfallprodukt vom lebenspendenden Getreide zu trennen, und wenn er das Wertlose für wertvoll anpreist, verkündet er eine Lüge, die sich bald einmal als eine solche entpuppt. (Gradwohl)

o    Das dem Feuer vergleichbare Wort Gottes (29) brennt Jeremia in den Knochen (20,9). Er vermag den Brand nicht zu löschen. Es gilt aber auch, dass dieses Feuer die Seele erhellt. (Gradwohl)

o    Auf den Angriff gegen die lügenhaften Wortboten folgt der Angriff gegen das falsche Wort selbst. Es ist kein Gotteswort, sondern ein Traumgebilde, unbeständig, wertlos wie das Stroh, ohne jegliche innere Kraft. Das echte Wort ist voll Nährwerts wie das Korn, lebensspendend, erquickend, bereichernd. Und es ist wie das Feuer, in dem der eitle Tand verbrennt, wie der Hammer, der auch den härtesten Stein in unzählige Brocken zersplittert. (Gradwohl)

o    Wir leben in einer Zeit unzähliger Ideologien und Ismen und sollen zwischen Gut und Schlecht, zwischen Wertvollem und Wertlosem, Dauerhaftem und Vergänglichem unterscheiden und wählen. Können wir den Verlockungen widerstehen, den Trugbildern des Herzens, das viel eher das Angenehme als das Störende akzeptiert? (Gradwohl)

o    Nie macht der Mann / die Frau Gottes es seinem Volk leicht, nie huldigt er Tendenzen, die Glück und Frieden ohne Umkehr zu Gott, ohne das Entfernen falscher Götter versprechen. Für ihn heißt richtig leben: leben im Wissen um die dem Menschen gestellten Aufgaben, der nicht tut, was sein Herz ihm vorgaukelt, weil es bequem ist, sondern was Gottes Satzung ihm abfordert. (Gradwohl)

o    Die Bibel fordert die sehende Hingabe an den Gott der Wahrheit und die Respektierung der sozialen Verpflichtungen. Nicht vom Leben weg – ins Leben hinein führt sie den einzelnen, dem sie eine Fülle von Aufgaben überträgt. (Gradwohl)

 

o    Die Großzügigkeit und Weite, die wir untereinander haben, beruht ja eben darauf, dass wir auf gemeinsamem Grunde stehen (1Kor 3,11). (Voigt)

o    In unserm Text lautet die Frage übertragen auf die Gemeinde: Evangelium von Christus – oder nicht? Man denke an den Paulus des Galaterbriefes oder an den Kolosserbrief, an die johanneischen Schriften oder den Hebräerbrief. (Voigt)

o    Solange wir nur stückweise erkennen (1Kor 13,12), wäre es vermessen, Gott ins eigene Denken so aufgenommen haben zu wollen, dass die eigenen Lehrsätze den Rang einer letzten Aussage bekommen. Aber es gibt Situationen des Entweder-Oder. Unser Text gehört in eine solche Situation hinein (1Joh 4,1; 1Kor 14,29; 1Thes 5,21). (Voigt)

o    Der wahre, der bevollmächtigte, der befugte Bote Gottes muss sich gegen die „Pseudoapostel“ (2Kor 11,13) und gegen die falschen Propheten behaupten und durchsetzen. (Voigt)

o    Wir haben nicht nur abzuwehren, wir haben uns zuallererst selbst zu prüfen, ob wir etwa „falsche Propheten“ sind. (Voigt)

o    Es geht um Unvereinbares. In einer anderen gefährlicheren Weise als bei Elia und den Baalspropheten, denn dort standen sich zwei verschiedene Götter gegenüber während sich hier die beiden Parteien auf denselben Gott berufen. (Voigt)

o    Die Lügenpropheten reden in Jahwes Namen (25)! Jeremia fragt sie, mit welchem Recht sie das tun. Er müsste es sich gefallen lassen, von ihnen genauso gefragt zu werden. (Voigt)

o    Gott zielt auf unsern Glauben. Also gibt er sich uns nicht so, dass das Wagnis ausgeschaltet oder überflüssig würde. Gott will Vertrauen. Wo Beweise erbracht werden können, sind wir in einem anderen Wirklichkeitsbereich. Dem Lehrsatz des Pythagoras gegenüber wäre Vertrauen eine unangebrachte Einstellung. Wo es um Gott geht, wäre wiederum der Beweis höchst sachwidrig. (Voigt)

o    Es verhält sich mit der Offenbarung Gottes nicht wie bei einer Pyramide, die auf einem Baugrund von soundso viel offenkundigen Tatsachen und einleuchtenden Argumenten aufruht, sondern wie bei einer solchen, die auf der Spitze steht, physikalisch gesprochen: im labilen Gleichgewicht. Für den, der nur, „von unten her“ denkt, eine Absurdität. Wer jedoch an die unsichtbaren Hände glaubt, die die Pyramide im Gleichgewicht halten, sorgt sich nicht. (Voigt)

o    Der Sprecher Gottes muss es darauf ankommen lassen, dass Gott sich – höher als alle Vernunft und Methode – selbst beglaubigt. (Voigt)

o    Unsere Gedanken über Gott mögen uns wichtig sein, und wir mögen miteinander über die Gottesfrage diskutieren: in dem Augenblick, in dem wir es mit dem wirklichen, dem lebendigen Gott zu tun bekommen, wird alles, was wir ersonnen und erträumt haben, im Nu über den Haufen geworfen sein. Genau dies ist Jeremias Erfahrung. (Voigt)

o    Wir befinden uns in der Zeit Zedekias, nach der ersten Wegführung. Jetzt mussten Entscheidungen getroffen werden! Gottes Gericht annehmen – oder sich dagegen auflehnen? Umkehren – oder weitermachen wie bisher? … Wir wissen, dass Zedekia den Propheten Jeremia immer mal wieder kommen ließ, um ihn zu befragen (37,7); aber gehört hat er, zu seinem Verderben auf die von den falschen Propheten unterstützte Kriegspartei. (Voigt)

o    Verdächtig ist jede Rede von Gott, in der eigentlich nur menschliches Denken, Wünschen, Urteilen und menschliche Interessen unter Berufung auf Gott vertreten werden. (Voigt)

o    Dass Gott uns aus der Ruhe bringen, in Frage stellen, uns das Konzept verderben könnte, ist nicht mehr im Blick. … Was sie Wort Gottes nennen, ist ideologisch missbraucht. Gott ist nicht mehr Herr, sondern Knecht. (Voigt)

o    Jeremia macht den Unterschied zwischen Traum und Wort. Der Traum kommt aus dem eigenen Herzen. Das Wort kommt von Gott. Man darf Gott und das eigene Herz nicht gleichsetzen. Gottes Wort ist das, was „in keines Menschen Herz gekommen ist“ (Jes 64,3; 1Kor 2,9). (Voigt)

o    Gott ist nicht der idealisierte und an den Himmel projizierte Mensch, wie denn der Mensch nicht der auf irdisch-menschliche Weise zu sich selbst kommende Gott ist. Gott ist „ganz anders“. (Voigt)

o    Gottes Offenbarung und Selbstverpflichtung (Bund) darf nicht missbraucht werden. … Es passiert so schnell, dass wir mit unseren Vorstellungen, Überzeugungen und Wünschen nicht mehr Gott wahrnehmen, sondern einem selbstfabrizierten Götzen dienen, den wir aber noch Jahwe oder den Vater Jesu Christi nennen. Das hieße, den Namen Gottes unnützlich gebrauchen. Gott ist der Gott „von ferne her“ (23). Er will nicht der vereinnahmte, in unser Denk- und Wunschsystem eingefügte und damit von uns bevormundete Gott sein, sondern – der Herr. (Voigt)

o    „Sie verführen euch zum Götzendienst“ (16) – dieser Ausdruck kann auch heißen: „sie führen euch ins Nichts“ oder: „sie führen euch in den Nebel“. (Voigt)

o    Man kann nicht von Illusionen leben wollen. Vom Stroh wird man nicht satt, nur vom Weizen (28). (Voigt)

o    Gottes Wort gibt Klarheit; falsche Prophetie vernebelt. Wir haben unsere Verkündigung daraufhin zu prüfen, ob sie Klarheit schafft, Schleier zerreißt, Illusionen verscheucht. (Voigt)

o    Wo man an den Gekreuzigten glaubt, lebt man nicht von Beschwichtigung und Narkotisierung. Unsere Sünde hat IHN umgebracht und zum Verlorenen gemacht, die Sünde der Welt. (Voigt)

o    Wer an Gott glaubt, hört auf an sich selbst zu glauben. (Voigt)

o    Es ist das Wunder des Heiligen Geistes, wenn es geschieht, dass unser Wollen konfliktlos vom Wollen des Heiligen Geistes bestimmt ist. (Voigt)

o    Wer von vornherein um seine Grenzen weiß, wird nicht daran zerbrechen, dass er sie nicht zu überwinden vermag. Man kann – das wird in der Gestalt Jeremias deutlich – auch dann zu schwerem Schicksal ja sagen, wenn man sich selbst alles ganz anders gedacht und gewünscht hat. Man kann darin die Hand Gottes erkennen, der wohl weiß, was für Gedanken Er über uns hat: Gedanken des Friedens und nicht des Leides (29,11). (Voigt)

o    Der Traum ist noch nicht die Offenbarung. In ihm kann mitschwingen, was uns von Gott widerfahren ist, und Gott kann sich, wenn Er will, des Traums bedienen, wenn Er uns anreden will. (Voigt)

o    Jeremia hat das ernüchternde Wort erfahren als ein glühendes, sengendes, schmerzendes Brennen. Er wollte nicht mehr an Gott denken und nicht mehr in Seinem Namen predigen (20,9). Man kann sich seiner nicht erwehren. Es tut weh. Es hat auch die Gewalt eines Hammers, der Felsen zertrümmert; das festeste, härteste Material hält ihm nicht stand (Voigt)

o    Verspüren wir nichts von der Gewalt des Wortes, dann ist zu fragen, ob wir das Wort Gottes wirklich schon vernommen haben. Der Gott, der uns weiterträumen ließe, wäre nicht der lebendige Gott. (Voigt)

o    Die rechte Predigt muss das Wort der Umkehr sein. Dies ist wohl das konkreteste der von Jeremia geltend gemachten Kriterien. (Voigt)

o    Die Gemeinde des Neuen Bundes sieht es noch anders als ein Jeremia. Sie nimmt Gottes Gericht nicht weniger ernst, aber sie weiß, dass das Wetter des Herrn, das schreckliche Ungewitter (19), über Jesus niedergegangen ist, so dass es den, der glaubt, nicht mehr trifft, und so dass für den so Geretteten neue Bedingungen des Lebens vor Gott und darum neue Zukunftsperspektiven eröffnet sind. (Voigt)

o    Bußprediger sind dann gern gehört, wenn sie „es“ den anderen „geben“. Der Prediger hat aber jeweils diejenigen anzusprechen, die er wirklich vor sich hat; „meinem Volk“, sagt Gott, hätten die (falschen) Propheten Buße predigen sollen! Tut der Prediger dies, so wird er wahrscheinlich nicht gern gehört werden. Hoffentlich gibt er zu erkennen, dass, da das von ihm gepredigte Wort auch an ihn selbst ergeht, auch er selbst weiß, dass er umzukehren hat. (Voigt)

o    Wer sein Volk mehr geliebt und ihm besser gedient hat, zeigt sich an vielen Stellen des Buches (10,23f; 37,3; 42,1ff; 28,6; 8,18ff; 13,17; 21,8-10; 40,4ff). Sein Mut war die Bewährung der größeren Liebe. Er hat den Leuten nicht nach dem Mund geredet, und er hat die Lage nicht verharmlost. Aber er hat immer wieder gehofft. (Voigt)

o    Die Umkehr wird dringlich, weil es bei Gott kein Versteckspielen gibt. Eben der ferne Gott nimmt alles wahr, was sich auf Erden zuträgt. Wäre er nur nahe, dann wäre Sein Gesichtskreis begrenzt. (Voigt)

o    Bin Ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt? (24). Man denke an Ps 139; Amos 9,2-4- Gott sieht uns und wartet auf unsere Umkehr. (Voigt)

o    Nicht berechtigt wäre die Ausflucht, Gott könne es nicht so ernst meinen wie dieser Eiferer; der liebe Gott werde sich mit dem, was nun einmal ist, abfinden müssen. Er hat sich nicht abgefunden. Sein Heil besteht in etwas anderem. Kein Heil ohne Kreuz. Der neue Bund, den Jeremia angekündigt hat, ist in Christus verwirklicht. (Voigt)

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