24-3 Der letzte Cent der armen Witwe – Mk 12,41-44

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Mk 12,41-44

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • In welchem Textzusammenhang steht unser Text?
    • Sowohl im Vers 40 als auch in 42 kommt das Wort „Witwe“ vor!
  • Wo und in welcher Situation befindet sich Jesus hier?
  • Beachte das Bindewort „und“ 41
  • Was ist der Gotteskasten? à Lexikon
    • Warum interessiert sich Jesus für den „Kollektenkasten“?
    • Was wird Jesus da gesehen haben?
  • Ist das gut, dass viele Reiche viel einlegten?
  • Beachte das Bindewort „und“ 42
    • Beachte den Kontrast!
  • Beschreibe die Lebensumstände einer Witwe!
    • „Zwei Scherflein“ – Warum gibt sie diese weg?
  • Warum schreibt Markus einen lateinischen Geldnamen (Quadrans)?
  • Vergleichen diesen Vers mit 10,21!
  • Beachte das Bindewort „und“ 43
    • Warum macht Jesus seine Jünger auf diese arme Frau aufmerksam?
  • Beachte die Betonung mit „Wahrlich“!
    • Warum ist das Wenige „mehr“?
  • Beachte das Bindewort „denn“ 44
    • Was ist hier mit „Überfluss“ gemeint?
    • Warum gebraucht Jesus dieses Wort?
  • Beachte den Kontrast: „Überfluss“ ßà „Armut“ und: „etwas“ ßà „ganze Habe – alles“!
  • Warum gibt sie das Letzte weg?
    • Kann man sie mit der Witwe aus 1Kön 17,12 vergleichen?
  • Ist ihre Gabe ein Ausdruck des Glaubens oder der Kapitulation?
  • Was will Jesus seinen Jüngern sagen?
  • Was will Markus seinen Lesern mit dieser Begebenheit aus dem Leben Jesu sagen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • Hier begegnet uns nach 28-34 ein zweites Beispiel echter Frömmigkeit im jüdischen Tempel. (Pohl)
  • Dass die griechische Münzeinheit „Lepta“ in den römischen „Quadranten“ (Pfennig bei Luther) umgerechnet wird, ist eine Eigentümlichkeit des (wahrscheinlich für lateinisch sprechende Leser – in Rom? bestimmten) Markusevangeliums (Vgl. 4,21; 5,5.19; 6,27.37; 7,4; 12,14; 15,15.39.44f). (Voigt)
  • Für die zwei Lepta konnte sich die Frau eine Drittelmahlzeit bereiten oder einen halben Sperling kaufen (Mt 10,29). (Pohl)
  • Die „Gotteskästen“ befanden sich im Frauenvorhof (allen zugänglich). Es waren 13 posaunenförmige Geldbehälter. Die Gaben wurden zunächst dem Priester zur Prüfung übergeben und dann eingelegt. So kann Jesus, der in der Nähe sitzt, den Vorgang sehen. (nach Voigt)
  • Zwölf dieser „Hörner“ waren mit einem Bestimmungszweck versehen. Das dreizehnte diente freiwilligen Gaben, insbesondere für Brandopfer, die als Ganzopfer nahezu ausschließlich Gott zugute kommen sollten. (Pohl)
  • In der Witwe stellt sich dar, was es heißt, Dem nachzufolgen, Der – im Unterschied zu Füchsen und Vögeln – nichts hat, wo Er Sein Haupt hinlege, mehr noch: der „das ganze Leben“ (44) als Opfer darbringt. (Voigt)
  • Jesus macht eine jüdische Witwe, eine Nichtjüngerin, zum Gegenbild des Rabbinats und zur leibhaften Prophetie. (Pohl)
  • Zweigliedrige Einleitung (43: „rief und sprach“) trägt bei Markus immer wieder hoheitlichen, amtlichen Klang (3,13). Entsprechend eröffnet Jesus auch: „Amen, ich sage euch“, was sich eben vordergründig nicht ablesen lässt. (Pohl)
  • Es ist nicht unter unserer Würde, mit der Gemeinde auch einmal über das gottesdienstliche Opfer zu sprechen. Schon die urchristlichen Gemeinden sahen in dem, was sie gaben, ein Stück Gottesdienst. (Voigt)
  • Unser Opfer ist ein Stück Gottesdienst, eine Weise des Danksagens, ein Beitrag zum Verkündigungs- und Liebesdienst der Gemeinde. (Voigt)
  • Wenn nur das Geld so eingesetzt wird, dass Gott Freude daran haben kann. (Voigt)
  • Dass einer um Jesu willen alles hingibt, davon ist in den Evangelien immer wieder einmal die Rede (vgl. 19,17ff).
  • Wir sollten nicht in Gesetzlichkeit verfallen. Aber die Selbstverständlichkeit und Unbekümmertheit, mit der wir dem „lieben Gott“ zumuten, mit uns zufrieden zu sein, was bei uns – nach der Befriedigung aller sonstigen Bedürfnisse – abfällt, entspricht dem, was hier gemeint ist nicht. (Voigt)
  • Die Witwe ist eine, die ihr Leben (44) dargebracht hat. Ihr Leben, das heißt ihren Lebensunterhalt, damit die äußere Garantie der Lebenserhaltung, also: sich selbst. (Voigt)
  • Man darf die Höhe der Gabe nicht absolut messen, sondern muss das Dargebrachte immer auf die Wirtschaftskraft des Gebers beziehen. (Voigt)
  • Der Formel „Wahrlich, ich sage euch“ (43) folgt sonst immer eine eschatologische Drohung oder Verheißung. (Voigt)
  • Jesus steht auch in dem Abschnitt in der Mitte. Ohne Ihn würde er nicht das sagen, was er sagt. (Voigt)
  • Zwei Lepta sind im Budget des Tempels, zwei Cent im Budget einer Kirchengemeinde oder gar Kirche so gut wie nichts. (Voigt)
  • „Welchem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und welchem viel anbefohlen worden ist, von dem wird man viel fordern“ (Lk 12,48b. Der Satz ist eine Gewissensfrage an die mit der dicken Brieftasche. In seiner Umkehrung ist der Satz die Ehrenrettung der Schwachen, deren Opfer nur wenig erbringen kann. Gott hat sehr differenzierte Maßstäbe und weiß wohl, was Er von einem jeden von uns erwarten kann. (Voigt)
  • Gott weiß, dass einer, der eine schwere Jugend hatte, an mancher Sache im Leben scheitert, die ein anderer mühelos bewältigt. Gott weiß, dass etwa eine verzweifelte gesellschaftliche Lage Menschen mit dem Gesetz in Konflikt kommen lässt, die unter anderen Bedingungen niemals straffällig geworden wären. Gott hat klarere und gütigere Augen als wir oft so unbarmherzigen Menschen. (Voigt)
  • Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von allen Kräften und den Nächsten wie sich selbst: Das kann und wird in verschiedenen Situationen Verschiedenes bedeuten. Hier in unserm Text kommt es darauf an, wie Jesus uns sieht. (Voigt)
  • Vielleicht interessieren Ihn weniger die großen Taten, von denen wir sagen, sie hätten Geschichte gemacht, als ein Leben in stiller Hingabe und Treue; weniger das, wofür einer von uns gefeiert und gerühmt wird, als vielmehr das, was in aller Stille, aber in ganzer Hingabe geschieht. Denkt Jesus nicht in Zahlen, dann versagt vor Ihm auch unsere Statistik. (Voigt)
  • Für die arme, verachtete Witwe nimmt Jesus Partei. Kein Mensch nimmt sich ihrer an. Sie lebt im Schatten, zurückgezogen, einsam, arm. … Und Arme waren nicht im Stande, den Kodex frommer Pflichten zu beachten. (Voigt)
  • Wenn Gott ebenso dachte, wie die Fachleute in göttlichen Dingen, dann würde dieses Opfer auch im Himmel nicht weiter beachtet werden. Zu verdienen wäre hier also nichts. Ohne alle Berechnung, also ohne irgendein eigenes Interesse wahren zu wollen, in absichtsloser Liebe zu Gott gibt die Frau, was sie hat. Jesus hat es gesehen! (Voigt)
  • Man ist jedenfalls bei Jesus anerkannt, auch wenn man nichts oder beinahe nichts zu bringen hat. … Und dennoch gibt die Frau etwas. Sie gibt sogar alles. Dies hat den Herrn ergriffen und bewegt. Die Geldbörse umgestülpt und völlig leer gemacht. (Voigt)
  • Ihre winzige Gabe hat den einzigartigen, durch nichts aufzuwiegenden Wert, dass es alles ist, was sie besitzt. (Rienecker)
  • Wer sein Portemonnaie in dieser Weise ausschüttelt, macht für sich keine Pläne mehr. Ist die Frau ganz am Ende – so etwa wie die Witwe aus 1Kön 17,12? Ist ihr Geben eine Tat der Verzweiflung? Oder eine Tat blinden Vertrauens? Gott weiß, ob und wie es mit ihr weitergeht. (Voigt)
  • Knapp über dem Nullpunkt all ihrer äußeren Möglichkeiten opfert sie ihr winziges Vermögen Gott. „Von ganzem Herzen, von ganzer Seele …“, hörten wir (12,30). „Wenn ich nur Dich habe, … wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, …“ (Ps 73,25f). (Voigt)
  • Es könnte jemand alle seine Habe den Armen geben und eben darin doch ohne Liebe sein (1Kor 13,3). (Voigt)
  • Der Text hält sich nicht damit auf, die Motive der armen Frau zu erforschen. Aber aus der sozialen und religiösen Lage der Frau sowie aus ihrer Vermögenslage ergibt sich, dass ihr Handeln Glaubensakt ist. Wer sein „ganzes Leben“ (44) Gott ausliefert und alles weitere Ihm überlässt, der glaubt eben! (Voigt)
  • Das war Hingabe ohne Vorbehalt, und das war es, worauf es dem Meister ankam. Ihre Tat veranlasste Ihn zu einer Jüngerbelehrung. (Rienecker)
  • Welch ein Gegenstück ist die arme Witwe zu dem reichen Jüngling, der trotz all seiner Begeisterung und seiner hochfliegenden Pläne sich nicht zur Ganzhingabe entschließen konnte (10,21). (Rienecker)
  • Wir wollen Gott danken, wenn Er uns behutsam und schonend führt. Jesus macht uns nicht zu verkrampften, finsteren Asketen. Aber Er will unser Herz und unser Leben. (Voigt)
  • Sein Kreuz trägt nicht nur der, der in Seiner Nachfolge sein Leben lässt. Es gibt auch in einem ganz normalen Leben ungezählte Situationen, in denen wir gefragt sind, was Gott uns wert ist. (Voigt)
  • Gott ist uns nicht zum Dienst verpflichtet. Gott kann fordern. Wir können in Situationen kommen, in denen wir hart gefragt sind, ob wir Gott wirklich lieber haben als irgendetwas anderes. (Voigt)
  • Wer sich Gott hingibt, lässt sich führen. Nicht, dass er selbst nichts täte, bloß um Gott alles allein tun zu lassen! Wer glaubt, tut vielmehr, was er tut, auf Gottes Geheiß und Wink, wie Er es gibt oder nimmt. Hat er, dann so, als hätte er nicht (1Kor 7,29-31), er lebt in Freiheit. (Voigt)
  • Die Witwe ist den Jüngern Vorbild: Alles, was sie hat und ist, gehört Gott, so dass ER darüber verfügt (Ester 4,16; Mk 8,31).
  • Es wird darauf ankommen, dass die Predigt deutlich macht, was im Text nicht ausdrücklich steht: Wenn ein Christ „hingibt“ und „opfert“, dann ist dies nur Antwort auf Jesu Hingabe und Opfer. (Voigt)
  • Ähnlich der Szene in Bethanien, in der Jesus – nach Seinem eigenen Wort – zu Seinem Begräbnis gesalbt wird (14,8), könnte das bevorstehende Leiden auch in unserm Text prophetisch gegenwärtig sein. Wer Jesus das Seine und sich selbst hingibt, antwortet im Grunde nur darauf, dass Jesus das Seine (Phil 2,6; 2Kor 8,9) und sich selbst (Eph 5,2 – Epistel) für uns drangegeben hat. (Voigt)
  • Die Witwe gab, was sie hatte, wie die Frau in 14,8 tat, was sie konnte, und was der Mann in 10,21 nicht vermochte. (Pohl)
  • Von der Hoffnung steht im Text kein Wort. Trotzdem würden wir ihm nicht gerecht, wenn nur von Opfer und Hingabe die Rede wäre, nicht aber von dem, was Gott mit einem Menschen macht, der Ihm so gehört. (Voigt)
  • Jesus interessiert sich für die Frau und spricht mit seinen Jüngern über sie. ER hat sie gesehen. Er preist ihr Opfer und damit ihre gläubige Hingabe. … Für sie spricht Der, der über uns alle das letzte Wort zu sprechen haben wird. (Voigt)
  • Sie glaubt. Mit anderen Worten: Sie sorgt nicht; sie meint nicht, ihres Lebens Länge auch nur eine Elle zusetzen zu können oder zu sollen (Mt 6,25.27). … Sie hält das wenige, das sie hat, nicht ängstlich fest. (Voigt)
  • Sorge macht unfrei. Wer in Sorge lebt, betrachtet alles, was ihm in den Weg kommt, unter dem Gesichtspunkt, ob es zum Ausbau seiner eigenen Position und zur Fristung seines Lebens ausnutzbar ist. Wer sorgt, kann sich nicht an eine große Sache verlieren; erst recht nicht an Gott. Wer sorgt, meint, auf Gott sei kein Verlass. Hier müsse man schon selber zusehen, wo man bleibt. Nichts von alledem ist bei dieser Frau zu finden. Sie liefert sich einfach Gott aus. (Voigt)
  • Weiß man auch nicht, wie Er es machen wird: genug, dass Er es macht, den man kennt und mit dem man es wagen kann. (Voigt)
  • Die Liebe zweier Menschen, die sich zur Ehe verbinden, will gewagt sein; Versuche, dieses Wagnis auszuschalten, würden der vertrauenden und sich hingebenden Liebe den Glanz nehmen. Gott hat ein Recht auf unser ganzes Vertrauen. (Voigt)
  • Da bei Gott nichts zu berechnen und zu konstruieren ist, ist solches Vertrauen in der Tat ein Sprung ins Dunkle. Kennt man aber – eben im Glauben – Gottes Herz, dann weiß man, wem man sich überlässt. (Voigt)
  • Die Ärmste der Armen machte sonderbarer Weise den Tempel reich, während die hohen Einlagen der Reichen ihn verarmen ließen. (Pohl)
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