06-4 Welch eine Liebe Gottes – 1Joh 3,1-6

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1Joh 3,1-6

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

o    Beachte das Wort „seht“ = „siehe“!                                      1

  • Wo kommt dieses Wort bei Johannes noch vor?

o    Was ist hier mit „Liebe“ gemeint?

  • Wie hat Gott uns Seine Liebe erwiesen?

o    Warum nennt Johannes Gott „den Vater“?

o    Was bedeutet es „Gottes Kinder“ zu heißen“?

  • Warum stellt Johannes noch einmal fest: „wir sind es auch“?

o    Beachte die Bindeworte „darum“ und „denn“! Was wollen sie sagen?

o    Was ist mit dem Wort „kennen“ gemeint?

  • Wen kennt die Welt nicht und warum nicht?

o    Beachte die Anrede!                                                           2

  • Warum redet Johannes die Gemeinde so an?

o    Warum sind wir „schon“ Gottes Kinder?

  • Was meint: „es ist noch nicht offenbar geworden“?

o    Was ist der Unterschied zwischen dem „was wir sind“ und dem „was wir sein werden“?

  • Wann wird was „offenbar“?

o    Was meint, dass wir „ihm gleich sein werden“?

  • Wer ist mit „ihm“ gemeint?
  • Beachte das Bindewort „denn“!

o    „Ihn sehen, wie Er ist“ – Welch erhebender Gedanke!

o    Welche Hoffnung ist hier gemeint?                                       3

o    Was meint Johannes mit „reinigen“ und „rein sein“?

  • Warum reinigt sich der auf Ihn Hoffende?

o    Was ist mit „Sünde“ und „Unrecht“ gemeint?                        4

  • Warum ist „die Sünde das Unrecht“?

o    Woher „wissen“ wir?                                                           5

  • Was ist Wissen?
  • Haben „wissen“ und „kennen“ etwas miteinander zu tun?

o    Was meint Johannes mit: „Er ist erschienen“?

  • Beachte das Bindewort „damit“!

o    Wie hat Er durch Sein Erscheinen die „Sünde weggenommen“?

  • Welche Stellen sprechen noch von der Sündlosigkeit Jesu?

o    Wie kann man „in Ihm bleiben“?                                          6

  • Wie ist das zu verstehen: „der sündigt nicht“?
  • Sündigen wir nicht alle, und immer wieder?

o    „Wer sündigt“ – an wen denkt Johannes hier?

  • Was meint Johannes mit „nicht gesehen und nicht erkannt“?

o    Was wollte Johannes seinen Lesern durch diese Zeilen sagen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

o

o

o

o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

o

1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

o

2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

o

o

o

o

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Unser Text ist sinnvoll aus dem übergreifenden Abschnitt 2,28-3,10 herausgeschnitten. Schon 2,28 weist, wie 3,2, auf die Parusie (Wiederkunft). Es muss aber beachtet werden, dass das griechische Wort für „erscheinen“ auch auf das Sichtbarwerden der Inkarnation bezogen werden kann (1,2; 3,5.8). (Voigt)

o    „Bleibt in Ihm“ (2,28) – Die Gemeinde darf sich nicht durch irreführende Lehren von dieser Wahrheit, die zuletzt Jesus selber ist, wegziehen lassen. (de Boor)

o    Das Wort „welch“ (1) ist zugleich quantitativ und qualitativ zu deuten. (Voigt)

o    Der Ausdruck „seht“ weist – genau wie das „so“ in Joh 3,16 – auf eine besondere Art der Liebe. … Es ist zunächst eine „Adoption“. (de Boor)

o    „Wir“ sind die, die Christus aufnahmen und von Gott geboren sind (Joh 1,12f), also die (getauften) Christen. (Voigt)

o    Wer sich in dieses „Wir“ nicht einzureihen wagt, muss mit Ernst nachprüfen, wie es um ihn bestellt ist und wie er zu Gott steht. (de Boor)

o    Im griechischen Wort für „geben“ (1) liegt, dass uns die Liebe des Vaters ein für allemal gehört. (Voigt)

o    Gotteskindschaft ist nicht nur eine neue Geltung, sondern auch ein neues Sein. (Voigt)

o    Die Welt kennt weder den Vater noch den Sohn (Joh 7,28; 8,19; 16,3; 1Joh 4,6; Mt 11,27); so kennt sie auch die nicht, die dem dreieinigen Gott zugehören, also „aus Ihm“ sind. (Voigt)

o    In dem „schon“ (2) liegt: Wir sind es durch das Liebeshandeln Gottes erst geworden, aber wir sind es, wenn auch noch unkenntlich, jetzt schon. (Voigt)

o    Johannes weiß um jenes „schon jetzt und noch nicht“, das allen Aussagen des NT über uns Christen ihre Eigenart gibt. (de Boor)

o    Jeder weiß, wie viele Mahnungen die „Heiligen“ nötig haben, damit sie wirklich als „Heilige“ leben. Darum ist die „Eschatologie“, die Verkündigung der Zukunft und das sehnende Warten auf die alles vollendenden Taten Gottes, bestimmend für alle Aussagen des NT. (de Boor)

o    Die Vollendungszeit, die mit der Parusie (2,28) eröffnet wird, enthüllt etwas, was bis dahin noch nicht offen zu sehen war (Röm 8,19ff).(Voigt)

o    Gotteskindschaft wird sich in der Gottähnlichkeit zeigen (2). (Voigt)

o    Der Anblick Gottes hat verwandelnde, neuschaffende Wirkung. (Voigt)

o    Aus dem, was künftig sein wird, ergeben sich sofort Folgerungen für heute. (Voigt)

o    „Reinigen“ (3) meint die Reinigung des inneren Wesens. (Voigt)

o    Alle irdischen Hoffnungen (3), so sehr sie uns eine Zeitlang erregen und erfüllen können, sind doch Totgeburten. Wir haben eine „lebendige Hoffnung“ (1Petr 1,3), eine Hoffnung, die nicht mit allem anderen in unserm Leben vergeht und die gerade darum auch unser Alter hell und lebenswert macht. (de Boor)

o    Sünde (4) erweist sich darin, dass man die Normen des erklärten Willens Gottes verlässt oder sogar prinzipiell ablehnt. … Man entfernt sich nicht nur von Gottes ausdrücklichem Willen, sondern fügt sich damit in das satanische Herrschaftssystem ein (8). (Voigt)

o    Das „wer“ ist vielleicht besser zu übersetzen, mit „jeder“ und es ist betont. (nach de Boor)

o    Das Wegnehmen der Sünde (5) und die Zerstörung der Teufelswerke (8) ist dasselbe. Darin liegt der Sinn des „Erscheinens“ des Sohnes Gottes. (Voigt)

o    Man beachte, dass in dem ganzen Abschnitt der Vater und der Sohn ganz eng zusammengesehen sind, so dass man nicht unterscheiden kann, wen der Verfasser im Blick hat. (Voigt)

o    Der Vers 6 deutet auf eine innere Unmöglichkeit des Sündigens für den, der Christus gesehen und erkannt hat. (Voigt)

o    In unserem Text ist von einer Tat der Liebe Gottes die Rede, auf die Johannes uns mit dem nachdrücklichen „Seht!“ hinweist. (Voigt)

o    Es fällt auf, dass in unserem Text dasselbe „gab“ erscheint, wie in Joh 3,16. Hier im Perfekt: Liebe, die uns – ein für allemal –gegeben wurde! (Voigt)

o    Vers 2 erinnert an 1Mo 3,5: „ihr werdet sein wie Gott“ – das wird nun auf eine ganz andere, einfach ganz neue Weise wahr. (Voigt)

o    Wir dürfen nicht vergessen, dass wir es mit einem echten Brief zu tun haben, der in eine bestimmte Lage hineinspricht, die wir nicht mit Sicherheit kennen, sondern erst aus den Aussagen des Briefes erschließen müssen. (de Boor)

o    Die Liebe hat Gestalt gewonnen, sie ist geradezu gegenständlich geworden. … ER ist „erschienen“, sichtbar geworden (1,1ff). (Voigt)

o    Das Erscheinen des Sohnes Gottes war Seine Menschwerdung, sein „Kommen im Fleisch“ (4,2). Gott wurde Mensch – das ist das Geschenk Seiner Liebe. Wen das nicht aus der Fassung bringt, der hat es nicht verstanden. (Voigt)

o    Es wird in der Predigt wichtig sein, das verwunderte „Sehet!“ nicht zu überlesen. (Voigt)

o    Wir werden Gott so wenig los, wie unsern Schatten. … Aber zu Seinen Kindern können wir auch nicht durch das werden, was wir sind.(Voigt)

o    Aber uns (Lk 15,19) wurde die Liebe Gottes „geschenkt“, „gegeben“ (4,10; 3,5;). „Wegnehme“ ist dasselbe Wort wie in Joh 1,29. So wurden wir zu Kindern Gottes. (Voigt)

o    Gemeint ist in Vers 1 ein neues Sein. Jedoch nicht ein Sein, dass im Gegensatz stünde zum Werden und Geschehen. (Voigt)

o    Es entsteht ein neues Leben, das seinen Ursprung in Gott Selbst hat und in dem wir – das Kind ähnelt dem Vater – Gottes Art an uns haben. (Voigt)

o    Gottes Schaffen ist analogielos und darum unbeschreibbar. (Voigt)

o    Sofern wir „in Ihm“ sind, sind wir nicht mehr die, die wir waren. (2Kor 5,17). (Voigt)

o    Indem der Sohn bei uns „erscheint“; ja „Fleisch wird“, nicht unter uns „wohnt“, sondern in uns wohnt, so dass dann gleichzeitig wir in Ihm wohnen (Joh 15,4-7): indem dies geschieht, haben wir – heute schon – Anteil an den künftigen Sein. (Voigt)

o    Johannes weiß, dass wir es erst werden mussten, da wir von Hause aus „Fleisch“ sind. Wir wurden Kinder Gottes, indem Christus in die Welt und als der in die Welt Gekommene in der Taufe auch zu uns einzelnen kam. So ist die Liebe Gottes konkret geworden. „Vater“, dürfen wir sagen, weil Jesus, der Sohn, unser Bruder geworden ist. Aus Verlorenen, weil Feinden, wurden Kinder. Wir brauchen Jesus nur anzunehmen (Joh 1,12). (Voigt)

o    Der Gnostiker meinte, er sei schon „drüben“ (in der Ewigkeit). Der Christ weiß, dass sein neues Leben zwar wirklich ist – „und wir sind es auch“ -, aber noch nicht wahrnehmbar. „Es ist noch nicht sichtbar geworden, was wir sein werden“ (Voigt)

o    Ich muss wissen, ob ich von dem eschatischen (zukünftigen) Menschen rede, dem himmlischen „Doppelgänger“, der meinen Namen trägt und im Jetzt und Hier schon anwesend ist, – oder aber von dem Menschen, wie ihn jeder sehen und beobachten kann, der sich äußerlich von keinem anderen Menschen unterscheidet. … Alle Versuche, diesen Sachverhalt auszudrücken, können nur Behelf sein. (Voigt)

o    Man sieht mir mein neues Sein-aus-Gott, also meine Gotteskindschaft nicht an. „Die Welt kennt uns nicht“ (3,1.13; Joh 15,19). Sie weiß nicht, was Christen sind. In dem Augenblick, in dem sie es wahrnähme, hätte sie ja das andere erblickt, was „nicht von dieser Welt ist“ (Joh 15,18). (Voigt)

o    Aber merkwürdig: „die Welt“ spürt sofort das ihr Fremde und Andersartige an uns! Sie „erkennt uns nicht“ in unserem Wesen. Dabei ist hier, wie überall in der Bibel, mit „Erkennen“ mehr gemeint als nur ein verstandesmäßiges Begreifen. Es geht um ein Offensein für den anderen und um ein liebendes Erfassen. Darum bedeutet ein „Nicht erkennen“ nicht nur einen Mangel an Einsicht, sondern eine Verschlossenheit für den anderen, eine innere Ablehnung, die bis zur Feindschaft gehen kann. (de Boor)

o    Gerade das, was uns am Kostbarsten und Wesentlichsten in unserem Leben ist, ärgert die „Welt“ und stößt sie ab. (de Boor)

o    Johannes hat immer wieder betont, dass dieses „Nichterkennen“ Gottes auf einem verborgenen Nichtwollen, auf einer Ablehnung Seines Lichtes und Seiner Liebe beruht und „Schuld“ ist. (de Boor)

o    Es ist verführerisch, der Welt das, was wir sind, (indem wir die Verheißung von Mt 5,16 zur Methode verfälschen), durch „gute Werke“ zu beweisen. (Voigt)

o    Die Gotteskindschaft, also das eschatische Sein, ist mehr als das überzeugendste Ethos. (Voigt)

o    Jesus sagt: „Ich bin nicht von dieser Welt“ (Joh 8,23). Wer sieht Ihm das an? Man kennt Seine Eltern, Seine Heimat. Im Gedränge der überfüllten Herberge, mitten unter dem zusammengetriebenen Volk (Volkszählung) kommt dieses Kind zur Welt. Der zum Manne Herangereifte wird viele zum Aufhorchen bringen. Aber dass Er „der Sohn“ ist, der Schöpfungsmittler, der Richter der Welt, der König in Gottes Reich, der Menschensohn, das sieht Ihm niemand an. (Voigt)

o    Es hat Ihn bisher noch keiner so (2) gesehen, auch nicht der Seher in der Offenbarung. Er ist ja „im Fleische“ gekommen, als der unscheinbare „Jesus“ (4,2f). Das wird bei Seiner Parusie anders sein. (Voigt)

o    Christen freuen sich auf ihren in Herrlichkeit kommenden Herrn. Noch angefochten, oft beirrt, glaubend wie an einem Seidenfädchen, freuen sie sich auf das Kommende. Wen man lieb hat, den möchte man auch sehen. Geliebt werden und wiederlieben, das ist das Glück des Christenlebens (4,19).Die Zukunft wirft ihre Lichter voraus (2). Man übersehe nicht die Entsprechung der beiden Aussagen: Wir werden Ihn sehen, wie Er ist; wir reinigen uns, wie Er rein ist. (Voigt)

o    Es ist ein grundlegender Zug in den biblischen Aussagen über die Zukunft, dass sie nie dem bloßen Interesse des Wissens oder dem Genuss persönlichen Glückes dienen. Immer wirken sie mit Macht als Ansporn in unser gegenwärtiges Leben hinein. … Johannes ist überzeugt, es geschieht mit innerster Notwendigkeit. (de Boor)

o    Da unser Brief sich mit den gnostischen Lehren auseinandersetzt, tut man gut, sich das Gemeinte am Gegensatz klarzumachen. Die Gnosis sieht die Erlösung darin, dass man sich – als „Erkennender“ – von allem losmacht, was zu dieser Welt gehört, und dass man dieser Welt seine Verachtung bekundet, indem man in ihr zügellos lebt und alles zugrunde richtet. Ganz anders unser Brief. Man kann die Sünde nicht als etwas zu Übersehendes und zu Übergehendes ansehen, als ob nach Sünde oder Nicht-Sünde künftig niemand mehr fragt. Doch, doch: Sünde ist die Gesetzlosigkeit, schlimmer: Gesetzeswidrigkeit, schlimmer: Bosheit, Schlechtigkeit, Empörung, Auflehnung gegen Gott. (Voigt)

o    Sind wir Kinder, dann ergibt sich aus dieser neuen Würde und Geltung und aus der damit verbundenen großen Hoffnung eine neue Praxis unseres Lebens, also eine tiefe Verwandlung. (Voigt)

o    Wenn es leuchtend in seiner Größe vor uns steht: „Ich werde Ihm ähnlich sein“, dann kann ich schon jetzt nichts mehr in mir dulden, was als schmutzig, finster und ungöttlich zu Seiner Reinheit nicht passt. (de Boor)

o    Wer in seinem Christenleben feststellen muss, dass er sich nicht „reinigt“, der muss sich fragen, ob er „diese Hoffnung“ überhaupt ernstlich hat? (de Boor)

o    Wie es auch immer mit uns steht, wir haben Christus an unserer Seite. Wer „wider das Gesetz steht“, übersieht, vergisst den unsichtbaren neben ihm stehenden, gehenden, sitzenden Christus. Er tut so, als sei Gott weit weg und als hätte Gottes Liebe sich ihm gar nicht zugewandt. (Voigt)

o    Seit Weihnachten ist menschliches Leben durch Gottes – d.h. Christi – Anwesenheit geheiligt. Menschenleben ist hinfort zugleich Sein und mein Leben. (Voigt)

o    Eschatologisch ausgedrückt: Wer Böses tut, nimmt seine eigene Zukunft nicht ernst, ja, er verleugnet damit, was er verborgenermaßen heute schon ist. (Voigt)

o    „Wer in Ihm bleibt, der sündigt nicht.“ Perfektionisten haben sich immer wieder auf diesen Satz berufen. Er ist offensichtlich in gewollter Schärfe formuliert. Kann sein, dass er manchen, der sich sehr bemüht hat, mit der Sünde fertig zu werden, tief erschreckt und gequält hat. Wie, wenn wir doch sündigen? (Voigt)

o    Die Korintherbriefe zeigen deutlich wie vielfältig die Sünde in der Gemeinde vorhanden war. Alle diese Sünden geschahen in einer apostolischen, aus klarer Bekehrung erwachsenen Gemeinde, die sich besonders geisterfüllt vorkam. Johannes wird ähnliche Gemeinden gesehen haben, an die er schreibt. (nach de Boor)

o    Johannes weiß sehr wohl, dass es auch im Christenleben Sünde gibt, ja, er warnt geradezu davor, dass man sich an diesem Punkte Illusionen macht (1,8-10). Dies hat ihn nicht gehindert 3,6.9 zu schreiben. Beide Aussagen sind wahr und wollen zusammen gesehen werden. (Voigt)

o    Im „eschatischen Stromkreis meines Seins (Gal 2,20; Phil 1,21a) gibt es keine Sünde. Der andere – „fleischliche“, weltliche, natürliche – Stromkreis ist noch nicht abgebaut. Es wäre Illusion, ja Anmaßung, wenn ich hier sagen wollte, ich hätte keine Sünde. (Voigt)

o    Wir dürfen so, wie wir sind, zu Jesus kommen und uns Jesus übergeben. Dann „nennt“ uns der Vater Jesu Christi augenblicklich Seine Kinder und gibt uns in Jesus und um Jesu willen Seine Liebe und sagt uns, dass wir nun Sein geliebtes Kind sind. (de Boor)

o    Jesus in der ganzen Größe Seiner Liebe kam nicht, um die Sünde zu übersehen, zu entschuldigen und zu verharmlosen, sondern um sie „wegzunehmen“ (5). (de Boor)

o    Wenn Jesus mit blutigem Ernst alles gab, um unsere Sünden „wegzunehmen“, dann sollten wir sie nicht behalten wollen. (de Boor)

o    Wenn die Sünde vom Vater die Hingabe des Sohnes, vom Sohn den Tod am Kreuz zu ihrer Auslöschung forderte, können wir sie dann für harmlos und entschuldbar halten? (de Boor)

o    Nicht die Auflehnung gegen das Gesetz, sondern die Verachtung der kostbaren Heilstat Gottes in Jesus ist für Johannes das eigentlich Erschreckende, und das geschieht, wo man die Sünde leicht nimmt. (de Boor)

o    „Jeder, der in Ihm bleibt, sündigt nicht.“ Das ist einer jener Sätze des Johannes, die so „einfach“ sind, dass sie keiner Erklärung bedürfen, und zugleich doch so herausfordernd, dass wir uns innerlich dagegen auflehnen. (de Boor)

o    Johannes hat mit großem Ernst betont, dass niemand sagen darf: „Sünde haben wir nicht“ (1,8). Er hat ausdrücklich vom „Bekennen der Sünde“ gesprochen (1,9). Und er hat in 2,1 damit gerechnet, dass „jemand sündigt“. Dass dies wieder und wieder geschieht, liegt darin begründet, dass wir nicht so, wie wir sollten und könnten, „in Ihm bleiben. (de Boor)

o    „Jeder, der sündigt“ (6), d.h., jeder, der in seiner Sünde bleibt und lebt, jeder, der das Wort in 1,9 und 2,1 gerade nicht verwirklicht, der seine Sünde leicht nimmt und mit ihr zusammen ein Eigentum Jesu sein zu können meint, der „hat Jesus nie gesehen“. Der sah Ihn noch nie wirklich vor sich, wie Er dort am Kreuz den Fluchtod der Gottverlassenheit für unsere Sünde stirbt. (de Boor)

o    Hätte er Jesus so „gesehen“ und Ihn so „erkannt“, dann wäre ihm die Sünde unerträglich, und er könnte nicht einfach weiter „sündigen“. … Wir müssen den Menschen helfen, Jesus und Sein Kreuz wirklich zu „sehen“ und zu „erkennen“. (de Boor)

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