36-2 Betet für alle Menschen – 1Tim 2,1-6a

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1Tim 2,1-6a

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Mit welchem Gedankengang verbindet das Wort „so“? 1
  • Wie ist das Wort „ermahnen“ zu verstehen?
    • Warum ermahnt Paulus hier?
    • Wen „ermahnt“ Paulus?
  • Was ist das Besondere und das Verbindende bei den vier Gebetsarten?
  • Warum ist Paulus das „für alle Menschen“ wichtig?
  • Wer ist hier mit „König und Obrigkeit“ gemeint? 2
  • Beachte das Bindewort: „damit“!
  • Was wird Timotheus unter „ruhiges und stilles Leben“ verstanden haben?
  • Was ist „Frömmigkeit“?
    • Was meint Ehrbarkeit?
  • Was ist mit „dies“ gemeint? 3
    • Warum ist „dies“ Gott wohlgefällig?
  • Warum wird Gott als „unser Heiland“ bezeichnet?
  • Warum „will“ Gott die Rettung aller Menschen? 4
    • Warum übersetzt Luther das Wort „retten“ mit „helfen“?
  • „Erkenntnis – erkennen“ – Ein wichtiges Wort in der Bibel!
    • Verstehst du die Tiefe dieses Wortes? à Lexikon!
    • Was meint „Erkenntnis der Wahrheit“?
    • Wie „kommt“ man zur Erkenntnis der Wahrheit?
  • Warum betont Paulus das Wort „ein“ so sehr? 5
  • Was bedeutet das Wort „Mittler“?
    • In welcher Beziehung ist Jesus Mittler?
  • Warum wird „der Mensch“ Christus Jesus betont?
  • Wie hat Jesus sich „gegeben“? 6
    • Stell es dir bildlich vor! Nimm dir dafür etwas Zeit!
  • „Erlösung – Lösegeld“ – Was ist damit gemeint?
  • „für alle“ – Sind alle Menschen gerettet? Warum? – Warum nicht?
  • Wann ist „zu seiner Zeit“?
    • Was soll „bezeugt“ bzw. „gepredigt“ werden?
    • Wer soll „predigen“?
    • Wem wird „gepredigt“ werden?
  • Was wollte Paulus mit diesen Versen dem Timotheus verdeutlichen?
    • Warum schreibt Paulus das an Timotheus?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • Die Stellung, die das „allgemeine Kirchengebet“ oder „Große Fürbittgebet“ in unserm Gottesdienst hat, entspricht urchristlichem Brauch. (Voigt)
  • Die Bedeutungen der griech. Worte für „Bitte“ und „Gebet“ (1) liegen sehr dicht beieinander. Beim ersten überwiegt der Sinn des Bittens (Lk 22,32; Röm 1,10; 1Th 3,10), doch klingt auch die Bedeutung der „Fürbitte“ gelegentlich mit (Röm 10,1). Es kann auch das Gebet überhaupt gemeint sein. Das zweite Wort meint das Gebet im umfassendsten Sinne, einschließlich der Anbetung. (Voigt)
  • Die nicht streng unterschiedenen, aber gehäuften Bezeichnungen für das Gebet unterstreichen seine Dringlichkeit und seine Fülle, sein Gewicht und seine vielseitige Ausstrahlung. Alle vier Ausdrücke (1) stehen zudem im Plural und unterstreichen so noch einmal die Vielfalt und Fülle. (Bürki)
  • Das Wort „Fürbitte“ (1) erklärt sich vom Verb her: sich (für jemanden) an einen anderen wenden, also vorstellig werden (für jemanden), sich einsetzen (für jemanden) (Röm 8,27.34), wobei das priesterliche Eintreten für Sünder besonders aus Röm 8,34 geschlossen werden darf. (Voigt)
  • Die Christenheit betet für die nichtchristliche Menschheit (2). Wird der Kaiser hier eingeordnet, ist er betont als Mensch angesehen (nicht als Gott!). Dasselbe gilt von den Menschen „in herausragender Stellung“. (Voigt)
  • „Ein stilles und ruhiges Leben in …“ (2) lässt erkennen, dass die Urchristenheit keine unmittelbar-politische Leidenschaft hat. (Voigt)
  • „Erkenntnis der Wahrheit“ (4) meint die eschatologische Bekehrung der Völkerwelt. Vers 2 ist in dieser Perspektive zu sehen. (Voigt)
  • Vers 5 ist eine geprägte Formel, die an das „Höre Israel“ (5Mo 6,4) erinnert. (Voigt)
  • Unter den Grundbestandteilen christlichen Gottesdienstes, wie sie Apg 2,42 aufgezählt werden (vgl. 7. Sonntag nach Trinitatis), kann das Gebet nicht fehlen. Es täte uns gut, wenn wir wieder mehr Geschmack dafür bekämen, dass wir in unseren Gottesdiensten mit den Generationen vor uns … verbunden sind, … so dass wir und die „obere“ Gemeinde das eine Gottesvolk sind (Hebr 12,22f; Offb 4.5.7,9ff). … Wir gehen in den Spuren anderer. (Voigt)
  • Das Gebet der Gemeinde steht immer im Verdacht des frommen Müßigganges und der Vergeblichkeit. Wer hier ohne Erfahrung ist, muss wohl so denken. (Voigt)
  • Das Gebet darf und kann nie Ersatz sein für die Tat. Es bereitet und begleitet die Taten, die vor Gott Bestand haben, weil sie der Welt wirklich dienen. (Bürki)
  • Gebet ist unsichtbare, aber wirksame Tat. Eine Tat kann sichtbar gewordenes Gebet sein. Aber Taten sind kein Ersatz für Gebete. (Bürki)
  • Der Glaube gewinnt – horizontal – Gestalt in der Liebe. Er realisiert sich aber ebenso – vertikal – im Gebet. Glaube ist nicht nur das Geltenlassen einer neuen Gotteslehre, sondern das Hineingerufen- und Hineingezogensein in eine neue Gottesbeziehung, in Beziehung auf DU und Du. (Voigt)
  • Die Gemeinde soll wissen, dass sie im Beten eine Aufgabe Beten ist ein Stück Arbeit – Arbeit des Herzens. (Voigt)
  • Wir werden uns nicht wundern, wenn der müde „alte“ Mensch in uns nach der (hoffentlich interessanten) Predigt die Fürbitten (sie werden oft als zu lang empfunden) als ein Stück unnötiger liturgischer Mühsal empfindet. (Voigt)
  • Die Gemeinde hat ein Gebetsamt! (Voigt)
  • Es liegt in der Natur der Sache, dass sich auf dem Fundament der Danksagung (Kol 1,3.12; 2,7; 3,15ff; 4,2; Mt 8,6; Lk 24,30; Apg 27,35; 1Kor 10,30; Röm 14,6; 1Tim 4,3f; Lk 10,21; Apg 3,8f; Phil 1,3; 1Kor 1,4-9; 2Kor 1,3-7) die Bitte an den bei seiner Gemeinde gegenwärtigen Herrn erhebt (Phil 4,6; 1Th 4,17; Röm 12,12). Vom Wissen um die christliche Bruderschaft her ( 1Kor 12,26; Röm 12,15; Gal 6,2; Eph 4,1f) weitet sich das Flehen der Gläubigen von selbst zur Fürbitte, die den Lebenskreis der Beter zum Gegenstand hat und auch die Obrigkeit und „alle Menschen“ (1Tim 2,1ff), auch die Feinde und Verfolger der Kirche (Mt 5,44ff; Lk 6,28; 1Kor 4,12f; Röm 12,14) einbezieht. … Von besonderer Wichtigkeit ist, dass solche Fürbitte nicht nur als ein Akt der brüderlichen Verbundenheit verstanden wird, sondern als ein Mitwirken an der Sendung der apostolischen Kirche an die Welt (2Kor 1,11), das eine große Verheißung hat (Phil 1,19; auch Eph 6,18-20; Kol 4,3). (Dietz in Voigt)
  • Die betende Gemeinde hat teil am Weltregiment Gottes. Nicht, dass die Gemeinde gegen Gott an-beten sollte, aber Gott will gebeten sein. Nach seinem Willen sollen wegen unseres Gebets Dinge geschehen, die sonst nicht geschehen würden. (Voigt)
  • Gott weiß das naturgesetzlich verfasste System Welt so zu handhaben, dass unsere Bitte nicht sinnlos und vergeblich ist. Ist uns zu beten befohlen, dann liegt darin, dass Gott unsere Anliegen und Bitten in sein Weltregiment einbeziehen will, gewiss nicht durch Drangabe seiner göttlichen Souveränität, … aber doch so, dass Gott auf seine Gemeinde achtet. (Voigt)
  • Die Gemeinde weiß sich als das heilige Volk von Gott besonders genommen: Was sie hat, haben die anderen (einstweilen noch) nicht. Was sie ist, sind die anderen (einstweilen noch) nicht. (2Mo 19,5f). (Voigt)
  • Die Gemeinde bringt stellvertretend den Dank der Vielen zu Gott, die zwar alle auch aus Gottes Güte leben, aber noch nicht entdeckt haben, woher ihnen das Gute kommt. (Voigt)
  • Nur der Dankende bleibt wach zu Gott, weil er nicht zurückfällt auf sich selbst und seine Bedürfnisse. Als Dankender bejaht er Gott und seine Gaben. (Bürki)
  • Erst der Dankende ist der richtig Nehmende, nämlich der Empfangende, der Beschenkte. Wer nicht dankt, reißt an sich. Wer nicht dankt, wenn er zugreift, der vergreift sich. (Bürki)
  • Es ist nicht zufällig, dass derselbe griechische Ausdruck (eucharistia) „danken“ und das „Abendmahl“ meint. … Es ist ein Freudenmahl, die Anteilnahme an dem seligen Gott, die Vorwegnahme des endzeitlichen Mahles der Liebe. (Bürki)
  • Sie bringt die Bitten vor Gott, deren Erfüllung allen zu Gute kommen soll, auch denen, die nur ihre eigene Aktivität kennen und, wenn sie auf Granit beißen, achselzuckend sagen: „Schicksal“. (Voigt)
  • Die Gemeinde weiß darum, dass auf der ganzen Menschheit die Schuldfrage lastet. (Voigt)
  • Sie bringt vor Gott die Anbetung und den Lobgesang, den eigentlich alle Kreatur ihrem Schöpfer schuldet, zu dem sie aber – wegen ihrer Abkehr von Gott – nicht kommt und auch nicht fähig ist. (Voigt)
  • Hat man einmal begriffen, was die Fürbitte der Gemeinde soll und tut, dann müsste es eigentlich unmöglich sein, dass man gelangweilt abschaltet. … Man müsste eigentlich unter dem Einsatz aller Kräfte des Herzens dabei sein und wie bei einem im Schlamm festgefahrenen Wagen in die Speichen greifen. (Voigt)
  • Aus dem Erleben der Gemeinde selbst und aus dem, was Funk und Presse uns melden, haben wir immer wieder neu zu prüfen, wo unser Beten gefordert ist. (Voigt)
  • Weil jeder Mächtige durch die Macht besonders gefährdet ist, bedarf er des Gebetes derer, die auf Gottes Macht trauen (1Petr 2,13-20). (Bürki)
  • Nicht trotz der Verfolgung, sondern durch sie, war der kleine Haufen von Christen bis zum Jahre 300 auf circa 7 Millionen angewachsen, und dies bei einer Gesamtbevölkerung des römischen Reiches von etwa 50 Millionen. (Bürki)
  • Wer Gebete formuliert – eine schwere Sache! -, prüfe dabei, ob er wirklich mit Gott im Gespräch ist (oder ob er einen persönlichen Kommentar darbietet) und ob das, was er betet, wirklich das Gebet der ganzen Gemeinde sein kann. (Voigt)
  • Das Allgemeine Kirchengebet umfasst, soweit wir es zurückverfolgen können, im Wesentlichen drei Fürbitte-Gruppen, nämlich: Die Fürbitte für die Kirche und ihre Diener, die Fürbitte für die Reiche der Welt und ihre Obrigkeit und die Fürbitte für Notstände und Notleidende aller Art. (Voigt)
  • Röm 13,1 ist ein Glaubensurteil, nicht ein Urteil der persönlichen politischen Überzeugung. (Voigt)
  • Wir sollen für die Welt beten. Wir dürfen es auch (trotz Joh 17,9 …Dieser scharfe Satz hat seinen Kontrapunkt in Joh 3,16). Für unsere Stelle könnte sich von da aus die Frage ergeben: Mit welchem Recht bittet ihr für die Welt und insbesondere für die Träger weltlicher Macht? … Ist die „Welt“ nicht nur insofern gerettet, als sie zu dem findet, außerhalb dessen keine Heil ist (Apg 4,12)? (Voigt)
  • Die Pastoralbriefe lassen erkennen, dass die Christenheit durch die vom Kaiser verlangte göttliche Verehrung aufs schwerste angefochten ist: Wie kann man für eine solche Obrigkeit beten, die keinen Gott mehr duldet, weil sie selber göttlich zu sein behauptet? (Voigt)
  • Beten die hier angeredeten Christen „für alle Menschen“, dann ist damit ein Vorzeichen auch für das Folgende gesetzt. Der Kaiser ist nur Mensch. Die Christen beten für diesen Menschen, den sie unter Gottes Auftrag und in Gottes Hand wissen. (Voigt)
  • Wenn es im Vers 3 heißt: „vor Gott, unserm Heiland“, dann ist wieder ein Stichwort des Kaiserkults aufgenommen. „Heiland“, „Retter“, ließ sich der Kaiser nennen. Die hier gebrauchte Formel bestätigt, dass Christen, dies dem Kaiser absprechen und dem vorbehalten, dem es zukommt. Unser Heiland ist Gott! „Es ist ein Gott!“, heißt es in Vers 5 unmissverständlich. Die Christen halten das erste Gebot. (Voigt)
  • Das Gebet ist so umfassend, wie die Liebe (1Kor 13,7). (Bürki)
  • Dem Text ist es ernst mit der Bitte für alle Menschen. … Warum? Solches Beten ist Gott, unserm Retter, willkommen (4). (Voigt)
  • Das Dasein der Kirche für die Welt besagt nicht, dass die Welt, wie sie ist, selig ist, wohl aber, dass Gott sie selig machen will. (Voigt)
  • Wer zur Erkenntnis der Wahrheit kommt, der findet Christus. (Voigt)
  • Gott hofft für die Welt! Der Christ wird in seinen nichtchristlichen Mitmenschen immer potentielle Brüder und Schwestern sehen. Betet die Gemeinde für sie – wir beten nicht gegen jemanden, sondern immer nur für ihn – dann ist sie mit ihrem Gott und Heiland einig, der für seine (ihm noch fernstehenden) Menschenkinder und Menschenbrüder da ist. (Voigt)
  • Wir verraten Gott nicht, wenn wir für die sogenannte „böse Welt“ beten, sondern wir tun, was im Sinne Gottes ist, wenn wir in Hoffnung für die Welt und in Liebe zu ihr bei Gott anklopfen. (Voigt)
  • Das hebräische Gegenstück zum griechischen Sprachgebrauch (Frömmigkeit und Ehrbarkeit – 2) finden wir im Lobgesang des Zacharias (Lk 1,74f.79). (Bürki)
  • Vielleicht sollte im Vers 5 gegen die vielen lokalen Götter betont werden, dass der eine Gott für seine Menschheit ein Heil durch einen Mittler verkünden lässt. (Bürki)
  • „Lösegeld“ (= „Erlösung“ – 6) ist der Preis, der für den Loskauf eines Sklaven bezahlt wurde. (Bürki)
  • Das gerade macht das Wort vom Kreuz zur Torheit für menschliches Begreifen, dass für die Erlösung der Menschheit die freiwillig-gehorsame Selbsthingabe des Erlösers unumgänglich nötig war. (Bürki)
  • Als „Mensch“ (5) ist Er der Mittler, weil er sich solidarisch eins macht mit allen Menschen. (Bürki)
  • Die ohne Einschränkung für alle Menschen gültige Erlösung, die Jesus Christus durch seine Hingabe am Kreuz vollbracht hat, sollte von den Christen ohne Angst vor einer falschen Allversöhnungslehre viel deutlicher betont, gepriesen und ins Bewusstsein erhoben werden. (Bürki)
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