20-3 Der Same wächst von selbst – Mk 4,26-29

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Mk 4,26-29

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Beachte den Kontext!
    • Zu wem spricht Jesus hier?
  • Was ist das „Reich Gottes“? 26
    • Geht es hier um das zukünftige oder um das gegenwärtige Reich Gottes?
  • Was ist das Besondere am „Samen“?
    • Was meint „aufs Land werfen“?
  • Warum geht der Same auf und wächst? 27
  • Kümmert sich der Bauer nicht um den Samen?
    • Was macht der Bauer in dieser Zeit?
  • Was ist damit gemeint: „er weiß nicht wie“?
  • Beachte das Bindewort „denn“! 28
  • Warum wird das „von selbst“ so betont?
    • In wie fern „bringt die Erde Frucht“?
  • Haben die drei Wachstumsstufen des Weizens etwas zu sagen?
  • Wer ist „er“ im Vers 29? 29
  • Wann erst wird geerntet?
    • Was ist mit der Sichel gemeint?
  • Beachte die Bindeworte „wenn“, „so“ und „denn“!
  • Was wollte Jesus mit diesem Gleichnis sagen?
    • Weshalb hat Markus dies Gleichnis in sein Evangelium aufgenommen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • Dies ist das einzige Gleichnis, das außer bei Markus in keinem der Evangelien enthalten ist. (Barclay)
  • Ein Kontrastgleichnis ( wie 30-32; Mt 13,33; Mk 4,3-8, wenn man die „eschatologische Spitze“ nicht verfehlt), welches es auf das Vorher-Nachher abgesehen hat. (Voigt)
  • Mit dem Reich Gottes ist die Herrschaft Gottes gemeint, der Tag, an dem die ganze Welt sich dem Willen Gottes fügt, an dem der Wille Gottes auf Erden ebenso vollkommen geschieht wie im Himmel. (Barclay)
  • „Nacht und Tag“ ist orientalisch gedacht; der Tag beginnt mit dem Abend (1Mo 1,5). … Das Schlafen kommt vor dem Wachen. (Voigt)
  • Ernte ist ein stehendes Bild für die Endzeit (Mt 3,12; Lk 10,2; Joh 4,35f; speziell für das Gericht: Mt 3,12; Lk 3,17; Gal 6,7f; Offb 14,15f) (Voigt)
  • Unsere Stelle bezieht sich wörtlich auf Joel 4,13. (Voigt)
  • Die Deutung des Gleichnisses ist bis heute unentschieden. Fast jeder Ausleger kommt auf ein anderes Ziel hinaus. Darunter gibt es viele zweifelhafte Versuche. (nach Voigt)
  • Lasst uns den Sinn des Gleichnisses nicht außerhalb seiner Worte suchen, sondern nur in (Voigt)
  • Kontrast: Hier interessiert das Anfangs- und das Endstadium, nicht, was dazwischen geschieht. Der Mensch der Bibel denkt nicht wie wir im Sinne des Wachstums. … Er geht über das Feld und blickt nach oben und sieht ein Gotteswunder nach dem anderen, lauter Auferweckungen aus dem Tode. … Ihr Sinn: Mit derselben Wundermacht lässt Gott aus den kümmerlichsten Anfängen (Senfkorn und Sauerteig), aus der armseligen Schar der Jünger Jesu, aus dem Nichts Seine Königsherrschaft wachsen. (nach Jeremias in Voigt)
  • Ein Gleichnis hat nur einen Vergleichspunkt! (Voigt)
  • Wir werden von dem Wunderhandeln Gottes zu reden haben, das einen kleinen Anfang setzt und ein großes Ende schafft und dem menschlichen Zugriff entzogen ist. (Voigt)
  • Fragt man sich, auf welche Frage hier geantwortet, welchem Zweifel und welcher Anfechtung hier begegnet ist, dann dürfte es doch wohl dies sein, dass die Leute Jesu ungewiss sind, ob das jemals eintreten wird, was Jesus predigt. (Voigt)
  • Man könnte den „Kontrast“ zunächst darin sehen, dass das, was Jesus von Gott, Seinem Kommen, Seinem Angebot und Seinen Verheißungen predigt, in der Welt so wenig Resonanz findet und sich als kaum effektiv erweist (Lk 8,4-8). (Voigt)
  • Bei allem Zulauf, den Jesus findet (3,7), werden doch auch die Gegenkräfte spürbar (3,6; 6,1-6; 8,31ff), je länger, desto mehr. Jesus geht auf die Passion zu. Soll das das Kommen des Reiches Gottes sein? (Voigt)
  • Gott kommt mit dem Aufgebot Seiner ganzen Liebe an die gegen Ihn verschlossene Welt nicht heran. Sie denkt ihre eigenen Gedanken, geht ihre eigenen Wege, such sich ihr Heil ohne Ihn, verschließt sich gegen Ihn mehr und mehr. (Voigt)
  • Wir haben zu allererst nicht an die Enttäuschungen zu denken, die wir mit Gott erleben, sondern an die, die Gott von uns erleidet. Gott kommt mit uns nicht voran. Jesu ganzes Werk scheint von vornherein auf die große Frustration angelegt zu sein. (Voigt)
  • Aber Jesus: Doch es kommt zur Frucht (Mk 4,8). Mit unserem Gleichnis gesprochen: Die Herrschaft Gottes kommt gewiss – was Jesus begonnen hat, wirkt weiter mit derselben Naturnotwendigkeit und Unwiderstehlichkeit, die dem Wachstum des in die Erde gesenkten Saatkorns innewohnt. (Voigt)
  • Für den biblischen Menschen hat nicht die Saat die Zukunftsgarantie in sich, sondern die Ernte verbürgt der Gott, der dort, wo nichts ist als Verkommen und Auflösung, neues Leben „aufweckt“. Jede Ernte ein Gotteswunder. So auch das Kommen des Reichs. (Voigt)
  • Der Bauer „weiß es nicht“ (27). Dass es wächst, weiß er natürlich. Aber wie „solches zugeht“ (Joh 3,9), das weiß er nicht. Er hat nur gesät. Es scheint Absicht zu sein, dass seine Tätigkeit als etwas beinahe Belangloses hingestellt wird: Er hat den Samen „hingeworfen“. (Voigt)
  • Nicht der Bauer bringt die Ernte hervor; die Erde tut es, ohne ihn. (Voigt)
  • Was Jesus mit dem Kontrastgleichnis darstellen will, ist gerade „das nicht zu unserer Welt Gehörige“, also auch von uns nicht Nachvollziebare. Das Reich Gottes ist „von oben“ her. (Voigt)
  • Das Reich Gottes ist zukünftige (eschatische Wirklichkeit), auch in seinem – noch immer verborgenen – Gegenwärtigsein (Lk 17,20f). (Voigt)
  • Wir müssen hier tatsächlich einmal ganz einseitig von der Aktivität Gottes sprechen. (Voigt)
  • Gott macht sich in Seinem Tun nicht davon abhängig, ob wir davon „Notiz nehmen“ oder nicht. Gott wird doch nicht dadurch ausgeschaltet oder lahmgelegt, dass wir Ihn ignorieren. Reich Gottes kommt, auch wenn wir nicht sagen können, wieso. (Voigt)
  • Auch wenn wir nicht wollen, kapituliert Gott nicht. Wie die Erde das Ihre tut, ohne dass wir in den Vorgang eingeschaltet sind, so tut Gott das Seine. Sein Reich ist Geheimnis. (Voigt)
  • Ein großer Trost! Wir brauchen nicht deshalb um das Kommen der Herrschaft Gottes zu bangen, weil wir nicht „wissen“, begreifen, nachrechnen können, wieso sie kommen kann oder gar muss. Jesus meint: Wenn alles dagegen spräche, sie wird Wirklichkeit werden, weil Gott weiß, wie Er es macht und von Seinem Liebesplan mit der Welt nicht abstehen wird. (Voigt)
  • Die Herrschaft Gottes ist nicht machbar. Sie kommt ja nicht durch menschliches Schaffen, Bemühen, Drängen, sie kommt nicht einmal unter menschlicher Hilfe und Mitwirkung zustande. Der Bauer hat gesät – Er kann es jetzt nur wachsen lassen. (Voigt)
  • Der Bauer geht inzwischen seinen anderen Pflichten nach, wie sie der Alltag ihm aufgibt. Er arbeitet und schläft im Rhythmus des Tages. Draußen, auf dem Feld, da keimt und treibt und blüht und wächst und reift es inzwischen. (Voigt)
  • Die Natur braucht ihre Zeit und nimmt sie sich. Aber sie schafft auch, was sie soll und will. Das Gleichnis legt den Ton auf das, was sie zustande bringt, nicht auf das Werk des Menschen. (Voigt)
  • Ganz falsch wäre es, Reich Gottes und Kirche naiv gleichzusetzen und eine quantitative Zunahme der Kirche, oder eine qualitative Steigerung ihrer Wirksamkeit, ihres Zeugnisses, ihrer Heiligung aus dem Text erkennen zu wollen. (Voigt)
  • Es kommt zunächst einfach auf die Negation an: nicht zu „machen“. … Wir können nichts dazutun, wir können dem „lieben Gott“ nicht nachhelfen, können nichts beschleunigen, allerdings auch nichts bremsen und verzögern. (Voigt)
  • Dass Gott allein das Subjekt Seines eschatischen Handelns ist, schließt ja nicht aus, dass Menschen – nun allerdings nicht auf Gottes, sondern auf ihrer Ebene – das Ihre tun. (Voigt)
  • Natürlich soll die Kirche tätig sein: verkündigend, missionierend, dienend, zeugnisgebend, zupackend und mithelfend, wo sie kann. Aber die Kirche, die unser Gleichnis verstanden hat, entfaltet ihre Aktivität nur, um Werkzeug des alleinwirkenden Gottes zu sein. (Voigt)
  • Die Kirche handelt nicht, damit Gottes Herrschaft komme, sondern weil sie kommt. (Voigt)
  • Anscheinend geschieht nichts, aber unaufhaltsam ist Gott am Werke, und wer den Blick dafür hat, der merkt es auch. Gott hat und gibt Zeit. (Voigt)
  • Gottes Reich kommt ohne unser Zutun. Nicht trotzdem, sondern darum sind wir zum Tun aufgerufen. (1,15; Röm 13,11-14) (Voigt)
  • Es braucht Geduld bis zur Ernte. Aber wer wollte, während das Korn noch auf dem Halm steht, zweifeln, dass es zur Ernte kommt? (Voigt)
  • Das Heil, das Jesus den einzelnen bringt, die es im Glauben annehmen, wird ja universale Ausmaße gewinnen und aus der Verborgenheit in die Öffentlichkeit treten. (Voigt)
  • Jesus nennt Gott Seinen Vater. Darin ist verbürgt, was Er uns für Gegenwart und Zukunft ansagt. (Voigt)
  • Gott gewinnt Seine Welt zurück. Die Zeit der großen Ernte ist schon angebrochen (Mt 9,37) und wird sich vollenden. (Voigt)
  • Wir sahen: „Ernte“ ist ein fixiertes Bildwort auf das Gericht. Fest steht, dass Jesus ein richtendes Hervortreten Gottes ankündigte, das den Schlussstrich unter die Geschichte zieht. Dies ist den Krisis-Gleichnissen (z.B. Mt 7,24ff) mit Sicherheit zu entnehmen. (Voigt)
  • Gott setzt sich durch: Das heißt auch, dass Gott mit Seiner Liebe aus der Verborgenheit hervortritt und Seine verlorene Welt gnädig wieder mit sich verbindet. Die Urchristenheit hat „jenen Tag“ mit Sehnsucht erwartet, und wann immer Menschen mit Jesus fest verbunden waren, schloss diese Verbundenheit auch das Warten auf den großen Tag der frohen „Ernte“ ein. (Voigt)
  • Weil Jesus weiß, wie der Vater die Welt liebt, darum ist Er gewiss, dass Gott in Seiner Liebe nicht locker lassen, vielmehr den „Tag“ herbeiführen wird. Weil Gott unbeirrbar liebt, darum kommt Seine Herrschaft gewiss. (Voigt)
  • Das Gleichnis handelt von der Hilflosigkeit der Menschen. Nicht der Bauer lässt die Saat wachsen; er weiß letztlich nicht einmal, wie sie wächst. (Barclay)
  • Beim Wachstum in der Natur handelt es sich um ein stetiges Wachstum, das Tag und Nacht weitergeht. … Auch das Werk Gottes vollzieht sich in kontinuierlicher Stille. Unaufhörlich wirkt Gott an der Verwirklichung Seines Plans. (Barclay)
  • Das Wachstum in der Natur vollzieht sich unaufhaltsam. Nichts ist mächtiger als ihr Wachstum. Bäume können mit ihrer Kraft des Wachstums feste Steindecken sprengen. … Letztlich kann nichts dem göttlichen Ratschluss und Seiner Verwirklichung Einhalt gebieten. (Barclay)
  • Das Gleichnis sagt uns, dass es ein Ziel, eine Vollendung gibt. (Barclay)
  • Im Hinblick auf diesen Tag sind wir zu drei Dingen verpflichtet: zu Geduld; zur Hoffnung und wir sollen bereit sein. (Barclay)
  • Wenn Gott der Gott ist, an den wir glauben, dann ist in unserem Leben kein Platz für Pessimismus. Gewissensnot, Reue, Selbstanklage und Zerknirschung, Herzensangst und das Bewusstsein, versagt zu haben und ein Sünder zu sein, das alles bleibt; doch Verzweiflung gibt es dann nicht. (Barclay)
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