41-2 Welch eine Tiefe des Reichtums – Röm 11,33-36

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Röm 11,33-36

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Welchen großen Abschnitt beendet Paulus mit unserem Absatz?
    • Mach dich mit diesem Kontext vertraut!
  • Beachte das Bindewort „denn“ im Vers 32! 32
  • Wer ist der Handelnde in diesem Vers?
    • Was tut er?
  • Wer ist mit „alle“ und „aller“ gemeint?
  • Was meint Paulus mit „eingeschlossen in den Ungehorsam“?
  • Wie „erbarmt“ man sich?
    • Was meint dieses Wort?
  • Was für eine innere Verfassung drücken die Worte „o welch“ aus? 33
  • Was ist mit „Tiefe des Reichtums“ gemeint?
    • Um was für einen Reichtum geht es hier?
    • Was ist an diesem Reichtum so besonders wertvoll?
  • An was denkt Paulus bei dem Wort „Weisheit“?
  • Was meint er mit „Erkenntnis Gottes?
    • Wie benutzt die Bibel das Wort „erkennen/Erkenntnis“?
  • An welche „Gerichte“ denkt Paulus hier?
    • Warum nennt er die Gerichte „unbegreiflich“?
    • Warum bezeichnet er die Wege Gottes als „unerforschlich“?
  • Beachte das Bindewort „denn“! 34
  • Beachte das Zitat aus Jes 40,13!
    • Was wollte Paulus damit sagen?
    • Was ist mit des „Herrn Sinn“ gemeint?
  • Beachte das Zitat aus Hiob 41,3 (Elberfelder oder Schlachter!)! 35
    • Was wollte Paulus mit diesem Zitat sagen?
  • Verdeutliche dir die einzelnen Kombinationen im Vers 36! 36
    • „von Ihm“
    • „durch Ihn“
    • „zu ihm“
  • Von wem spricht Paulus hier?
    • Was meint er mit „alle Dinge“?
  • Beachte das Bindewortwort „denn“!
    • Welche Rolle spielt es hier?
  • Wie kann man das Wort „Ehre“ erklären?
  • Was ist mit dem Wort „Ewigkeit“ gemeint?
  • Was bedeutet „Amen“? Warum schrieb Paulus es hierhin?
  • Wiese hat Paulus dieses Gebet mit den zwei Zitaten in den Römerbrief aufgenommen?
    • Was wollte er seinen Lesern damit sagen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • Doxologien gibt es schon in 1,25 und 9,5, wobei der Zusammenhang zwischen 9,5 und 11,33-36 auch formal wohl bedacht zu sein scheint. (Voigt)
  • Alle sind gottlos (32), Juden und Heiden, Fromme und Gottesleugner. Gott rettet Verlorene. (Voigt)
  • Das Wort „Tiefe“ bezieht sich höchstwahrscheinlich auf alle drei folgenden Worte: „Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis.“ … Zu Gottes „Tiefe“ gehören Reichtum, Weisheit und liebendes Erkennen als „Mysterium“ (25), das natürlichem Erkennen unzugänglich ist. (Voigt)
  • Dieser Text ist kein Trinitatistext, aber jeder Text spricht vom dreieinigen Gott, auch dieser. Stellen, in denen Gott uns als der Dreifaltige bezeugt ist, gibt es nicht wenige. Unser Text gehört nicht dazu. Wir brauchen dem Text nichts abzupressen, was er nicht hergibt. (nach Voigt)
  • Hier wird nicht mehr erzählt, geschildert, berichtet, das einzelne nachdenkend entfaltet, sondern das Ganze umfasst und auf die Höhe einer unveränderlichen Gegenwart erhoben. Der Hymnus als Lobpreis der Macht Gottes spricht damit aus, was alles Denken übersteigt. Er ist Ausdruck des Staunens. (Voigt)
  • Man kann in ihm die „Summe“ von Röm 9-11 sehen. Was dort zum Thema Erwählung und Verwerfung gesagt ist, ist ja nur ein anderer, besonders scharf gezeichneter Ausdruck für die Rechtfertigungsbotschaft. Der rettend handelnde Gott arbeitet nach 1Kor 1,18-31; 2Kor 3,5f unablässig mit dem nach menschlichem Urteil unbrauchbaren „Material“, also mit Gottlosen. Von daher wollen auch die Verse 33-36 verstanden sein. (Voigt)
  • Dass es in den drei Kapiteln um die Glaubens- und Unglaubensgeschichte Israels geht, darf dabei nicht übersehen werden. Gott hat seinen Bund und die Bundesverheißungen nicht aufgekündigt (29). … Paulus quält das Rätsel des Unglaubens Israels (9,1ff). Auch uns muss dies zu schaffen machen. Aber für uns weitet sich die Frage aus: Was wird aus den vielen, denen Gottes Angebot und Zusage gilt und die nicht zufassen, sondern sich abwenden? (Voigt)
  • Wer die Möglichkeit des Verlorengehens (2Kor 2,15; 4,3 …) nicht leichtfertig übersieht, könnte sich wundern, dass er immer noch gut schläft. (Voigt)
  • Eine Predigt kann nicht Anbetung sein. Wir haben Anbetung, die aus der Botschaft erwächst, in Botschaft zurück zu verwandeln. Eine Predigt soll aber zur Anbetung hinführen, indem sie ausspricht, was uns in anbetendes Staunen versetzt. (Voigt)
  • Gott will sich aller erbarmen (32)! Darin gründet sich die Hoffnung für alle Menschen. (Voigt)
  • Paulus meint hier nicht den fremden, unzugänglichen, uns ewig verschlossen bleibenden Gott, sondern den, dessen Wirken und Absichten er gerade in Vers 32 beschrieben hat. Es ist wahr, natürlichem Erkennen ist Gott verschlossen. Die Weisheit dieser Welt versagt hier (1Kor 1,19; 2,6-16). Niemand weiß, was in Gott ist, als allein der Geist Gottes (1Kor2,11). Im letzten Sinne ist Paulus aber nun Mitwisser des „Geheimnisses“ Gottes (25): Der Geist erforscht auch die „Tiefen der Gottheit“ (1Kor2,10), hier also „die Tiefe des Reichtums, der Weisheit und des (erwählenden, liebenden) Erkennens Gottes“ (33). Wenn man nur tief genug in das Geheimnis Gottes hineingeblickt hat, dann stößt man zwar auch an schmerzliche Grenzen. Es wird einem die Freiheit Gottes zum Anstoß. (Voigt)
  • In prophetischer Schau sieht Paulus vor sich die noch ausstehende Hinkehr Israels zu Christus. Was man eigentlich nicht begreift, nämlich dass das Volk der Erwählung sich gegenüber dem Erfüllungshandeln Gottes verschließt, hat eine für den Verlauf der Heilsgeschichte höchst bedeutungsvolle Folge: Das zunächst Israel zugedachte Heil kommt zu den Heiden (10,19; 11,11; Apg 13,46: 28,25-28), gewinnt universal Weite, gewinnt seine Weltdimension. Die Verwerfung Israels wirkt sich aus als Versöhnung der Welt (11,25). Zuletzt jedoch wird auch Israel gerettet werden (11,26).
  • Was für merkwürdige Wege geht Gott! Man kann nur staunend Zeuge werden, wie Gott seinen Weg zu den Menschen findet und welche allem menschlichen Erwarten und Berechnen widerstreitenden Umwege Er dabei einschlagen kann. (Voigt)
  • Gott erbarmt sich oder verstockt, wie Er will (9,18). … Er gibt Glauben und neues Leben, wo Er will. (Voigt)
  • Paulus hat in die Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der verlorenen Menschen sich zuwendenden Liebeserkenntnis Gottes geschaut. Er durchschaut nicht das Wie und Wieso der „Gerichte und Wege“ Gottes, aber er weiß, wohin alles läuft und drängt. (Voigt)
  • Die göttliche Souveränität und Freiheit Gottes bedeutet keinesfalls Unzuverlässigkeit. „Wohl ist Gottes Handeln im Geheimnis verborgen, aber wir kennen Gottes Herz.“ (Doerne in Voigt)
  • Gott arbeitet mit untauglichem „Material“. Das gilt für Juden und Heiden, Kirchenleute und solche, die ganz woanders stehen. An der Berufung der Heiden mag Israel lernen, dass es bei Gott keine erworbenen Rechte gibt. Ist dem so, dann ist der zeitweilige Unglaube Israels jedenfalls für Gott kein Hindernis, seine Treue aufrechtzuerhalten (3,3). Oder noch stärker verallgemeinert: „Gott hat alle in Ungehorsam verschlossen, damit er sich aller erbarme“ (32). Menschen versagen sich, doch Gott hört nicht auf, in seiner Liebe auf sie zuzugehen und sich ihnen in Christus zur Gemeinschaft anzubieten. Menschen übersehen und übergehen ihn, aber Er bleibt ihnen zugewandt. Er wird verachtet, aber Er spielt nicht den Beleidigten. Das betriebsame Leben der bunten Welt in allen ihren Bereichen läuft, als wäre Er nicht da, aber Er ist darin gegenwärtig und wartet, ob jemand seine Zeichen wahrnimmt und auf sein Werben eingeht. In einer höchst verwunderlichen Einseitigkeit bleibt Gott sich selbst treu bei seinen Zusagen. (Voigt)
  • Er macht die Weisheit der Welt zuschanden, indem Er Gerechtigkeit der Gottlosen statt der Frommen wirkt. (Voigt)
  • Das Besondere der Kirche liegt nicht in dem, was sie tut und ist, sondern in dem, was Gott in Christus aus ihr macht. (Voigt)
  • Auch der Glaube, ohne den man verloren ist, ist nicht Leistung, die Gott belohnt, sondern das Wissen um die eigene Hilfs- und Rettungsbedürftigkeit und das Zutrauen, dass Gott – Er allein – rettet. Es ist nichts nötig außer dem einen, dass man sich von Gott helfen lässt. (Voigt)
  • Erwählung ist nichts anderes als ein Aspekt der Rechtfertigung und ein besonders zugespitzter Ausdruck für das „sola gratia“ (allein aus Gnaden). Darin liegt wiederum die große Chance der Noch-Fernen. Kommt es für ihre Heimkehr zu Gott allein auf Gottes Erwählen an, dann ist ihr bisheriges Fernsein, ihr religiöses Defizit, ihre bisherige Nicht-Ansprechbarkeit auf Gott, ihr Mangel an religiöser Begabung, ihr mehr oder weniger chronischer Zweifel kein Hindernis mehr, von Gott gefunden zu werden. Hoffnung für alle Menschen! (Voigt)
  • Gesetzliches Denken macht aus der Gott-Mensch-Beziehung ein Geschäft auf Gegenseitigkeit. (Voigt)
  • Die schlimmste Spielart der Gottlosigkeit wäre es, Gott durch eigene Leistung zu beweisen wollen, dass Er unser Schuldner ist, wir Ihn also eigentlich nicht gebraucht hätten. (Voigt)
  • Der Glaube, der alles von Gott empfängt, lässt uns wieder Geschöpfe und Kinder Gottes sein. (Voigt)
  • Gerechtigkeit ist nur da, wo sie nicht geleistet, sondern empfangen wird. – Auch dies begründet Hoffnung für alle Menschen: Man braucht Gott nichts zu bringen, weil man Ihm gar nichts bringen kann und Ihm nicht einmal etwas bringen soll (35). (Voigt)
  • Der Glaube kann Gott nicht schaffen, wo doch alle Dinge von Ihm sind. Der Unglaube nimmt Ihn nicht wahr oder übersieht Ihn geflissentlich, aber zunichtemachen kann er diesen Gott nicht. Sind nun alle Dinge von Gott, dann kann das Zum-Glauben-Kommen nur eine Heimkehr zu dem sein, ohne den wir sowieso nicht sind. … Und wenn Er zu einem von uns kommt, dann kommt Er „in sein Eigentum“ (Joh 1,10f). (Voigt)
  • Wir haben es alle gleich weit zu Dem, der uns allen gleich nahe ist. (Voigt)
  • Gott dringt, wenn Er mit Seinem Evangelium kommt, nicht in fremdes Gelände ein, und Er redet uns nicht als ein Fremder an. Kommen wir zum Glauben; dann wird eine Gemeinschaft hergestellt, auf die es von Gott her schon immer abgesehen war. (Voigt)
  • Was Gott will, ist klar: Er will sich aller erbarmen. Er will seine Kreaturen wiederhaben. Da ist niemand ausgeschlossen. (Voigt)
  • Gott will uns alle. Verstanden hat dies nur, wer darüber staunt – und Gott rühmt. (Voigt)
  • Gott „schließt alle ein“ in den Ungehorsam (32). Es ist das Bild vom „Einschließen ins Gefängnis“, das Paulus hier bringt. Wenn die Tür der Schuld hinter uns ins Schloss gefallen ist, dann vermögen wir diese Tür der Ewigkeit nicht mehr selber zu öffnen. Gottes „Strenge“ und heilige Gerechtigkeit schließt uns ein. (de Boor)
  • Erst da, wo dieses harte „Einschließen“ gesehen und wo sein ganzes Recht anerkannt ist in dem Verstummen vor Gott, von dem Kapitel 3 sprach, erst da kann das Erbarmen Gottes sein herrliches Werk tun. (de Boor)
  • Über allen Rätseln und Leiden der Geschichte leuchtet als letztes Ziel Gottes: „damit er sich aller erbarme“ (32). (de Boor)
  • Die Dinge sind nicht „flach“, sondern „tief“. (de Boor)
  • Paulus schrieb Röm 9-11, um uns von dem Richterthron zu weisen, den wir uns angemaßt haben, und vor dem sich Gott „rechtfertigen“ soll, ob Er es nach unseren Begriffen „richtig“ und nach unseren Wünschen befriedigend und „schön“ gemacht habe. Seine Gerichte öffnen sich nicht deinen Forschungen und fragen nicht nach deiner Billigung. Seinen Wegen spürst du nicht nach. Gott braucht dich „Menschlein“ nicht zum Ratgeber. (de Boor)
  • Paulus konnte, was wir so schwer können: Im heißen Schmerz Nöte der Gegenwart durchleiden und im Glauben der herrlichen Zukunft gewiss sein. (de Boor)
  • Gott gibt nicht unbedingt eine durchsichtige und bequeme „Lösung“ aller Fragen, wohl aber eine durchtragende und stillmachende Gewissheit. (de Boor)
  • Sehen wir auf die großen Fragen und Rätsel der Menschheitsgeschichte, so wird alles still und voll Hoffnung in dem Wissen: „Aus Ihm und durch Ihn und zu Ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit.“ (de Boor)
  • Gott ist der Herr und Lenker aller Geschichte, Gott ist der Vollender von Allem. Über allen Rätseln, Finsternissen, Leiden und Schrecken ist Ihm schon jetzt die Ehre zu geben, bis wir sie Ihm im vollen Licht der Vollendung ganz werden geben dürfen. (de Boor)
  • Everything will be okay in the end. If it’s not okay, it’s not the end.
  • Begegnungen mit dem heiligen Gott drücken in die Knie!
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