48-3 Ich bin das Brot des Lebens Joh 6,30-35

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Joh 6,30-35

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

o    In welchem Kontext steht unser Text?

  • Das Volk ist bereit, Gottes Werke zu tun (28); doch Jesus sagt ihnen, dass der Glaube an Ihn, Gottes Werk ist!

o    Beachte das Bindewort: „da“!                                              30

o    Was ist mit „Zeichen“ gemeint?

  • Wofür brauchen sie ein Zeichen?
  • Warum ist die Speisung der 5000 nicht Zeichen genug?

o    Wie gehören „sehen und glauben“ für die Zuhörer von Jesus zusammen?

  • Joh 20,29

o    Was meint das Wort „Werk“ im Zusammenhang von 28-31?

o    Warum sprechen die Gesprächspartner das „Manna“ an?      31

  • das Zitat in Ps 78,24!
  • Was meint hier „Brot vom Himmel“?

o    Beachte das Bindewort „da“!                                                           32

  • Beachte die Betonung durch das doppelte „wahrlich“!
  • Wo findet man in Joh noch dieses „wahrlich, wahrlich“?
  • Was will Jesus mit diesem betonten „Ich sage euch“ sagen?

o    Warum hat nicht Mose ihnen Brot vom Himmel gegeben?

o    Das Wort Brot kommt zweimal vor! Ist beide Male das gleiche gemeint?

  • Beachte die Zeitformen des Verbs (Vergangenheit/Gegenwart)!

o    Beachte den Kontrast: „sondern“!

  • Was ist der Unterschied zwischen „Brot“ und „wahrem Brot“?

o    Beachte das begründende Bindewort: „denn“!                       33

o    „Gottes Brot“ und „wahres Brot“ – ist das dasselbe?

  • Was kommt vom Himmel? Was meint Jesus hier?

o    Was ist mit „das Leben der Welt“ gemeint?

  • Was meint Jesus mit dem Wort „Welt“?

o    Beachte das Bindewort „da“!                                                           34

o    Wie haben Jesu Mitmenschen Jesus verstanden?

  • Was begehren sie? Was meinen sie mit „solches Brot“?
  • Warum nennen sie Jesus „Herr“?

o    Beachte den Kontrast: „Jesus aber“!                                    35

o    Wie haben die Juden damals das „Ich bin“ verstanden?

  • Was meint Jesus mit „Brot des Lebens“?

o    Wie kann man zu Jesus „kommen“?

  • Was meinte Jesus damit?

o    Was meinte Jesus mit „nicht hungern und dürsten“?

  • Beachte, dass es in Vers 36 mit einem Kontrast weitergeht!

o    Was wollte Jesus den Menschen mit diesen Worten sagen?

  • Was wollte Johannes seinen Lesern mit diesen Worten sagen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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o

o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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o

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Was heißt leben? (Barclay)

o    Leben ist gleichbedeutend mit einem neuen Verhältnis zu Gott. Wahres Leben besteht nur in dem neuen Verhältnis zu Gott; in dem Verhältnis, das von Vertrauen, Gehorsam und Liebe gekennzeichnet ist. (Barclay)

o    Dieses Verhältnis zu Gott ist nur durch Jesus Christus möglich geworden. Ohne Ihn und von Ihm getrennt gewinnt niemand dieses neue Verhältnis zu Gott. (Barclay)

o    Jesus schenkt Leben. Ohne Jesus ist Leben in des Wortes voller Bedeutung nicht möglich. (Barclay)

o    Wenn Jesus also Leben spendet, wenn Er die eigentliche Substanz des Lebens ausmacht, kann man Ihn auch als Brot des Lebens bezeichnen. (Barclay)

o    Die Thora gilt als „Brot“. (Voigt)

o    Ist vom „ewigen Leben“ die Rede (27), so stellt sich leicht die Frage ein: „Was muss ich tun, dass ich das ewige Leben erwerbe? (Mk 10,17“. (Voigt)

o    Nicht vielerlei von Bemühungen, Leistungen und Werken will Gott von uns, sondern nur ein einziges „Werk“ (29), das doch kein Werk mehr ist, sondern „Glaube“, also das gehorchende Vertrauen, das unser ganzes Leben diesem Einen ausliefert, den Gott gesandt hat. (de Boor)

o    Das „Werk“, das Gott an uns sehen will, ist der „Glaube“. Aber dieser Glaube seinerseits ist „Gottes Werk“, nicht das unsere. (de Boor)

o    Die Galiläer merken die Herausforderung, dass es heißt, sein Leben total diesem einen Mann auszuliefern und fortan im Leben und im Sterben nur noch auf Ihn zu vertrauen und Ihm zu gehorchen! Kann man es wagen? Muss man dazu nicht noch ganz andere Garantien im Blick auf diesen Mann haben (30)? (nach de Boor)

o    Hinter dieser Zeichenforderung (30) verbirgt sich die Messiasfrage. (Voigt)

o    Wenn ich erst etwas „sehen“ will, ehe ich „glauben“ mag, erst Garantien verlange, ehe ich vertraue, dann hat mein Vertrauen schon versagt. Das Verhältnis zum andern ist bereits verkehrt. Ich mache mich zum Richter, vor mir soll der andere sich ausweisen. Ich wage nicht das Loslassen meiner selbst, das zum Wesen allen Vertrauens gehört. (de Boor)

o    „Brot vom Himmel“ (31) ist wohl ein Mischzitat aus 2Mo 16,4 und Ps 78,24. (Voigt)

o    Ein Midrasch zu Pred 1,9: „Wie der erste Erlöser (Mose) das Manna herabkommen ließ, … so wird auch der letzte Erlöser (der Messias) das Manna herabkommen lassen.“ (Voigt)

o    Das Begehren (34; 4,15) ist verständlich. Nur sie haben noch nicht gemerkt, dass es nicht um Brot als Nahrungsmittel geht. (Voigt)

o    Es war herrlich gestern, gewiss. Aber immerhin, es war doch nur „Gerstenbrot“, was sie bekamen, und nicht wie bei Mose richtiges „Manna“, „Brot aus dem Himmel“. Es war armer Leute Brot und nicht „Engelsbrot“ (Ps 78,24f) (de Boor)

o    Der Unglaube fordert zwar ständig „Zeichen“, aber er lässt sich zugleich durch kein „Zeichen“ überwinden. Kein Wunder ist wunderbar genug. … Eigentlich meint der Unglaube in den Herzen der Menschen: “Damit wir sehen und nicht mehr glauben müssen“. (de Boor)

o    Die „Ich-bin-Formel“ könnte auf verschiedene Fragen antworten: „Wer bist du?“ (als Präsentationsformel verstanden) „Was bist du?“ (Qualifikationsformel) „Mit wem identifizierst du dich?“ (Identifikationsformel) „Welche Erwartungen werden in dir realisiert?“ (Rekognitionsformel). (Voigt)

o    Nur wer das Ganze des Kapitels im Auge hat, wird die große Rede vom Brot des Lebens und damit auch die sie einleitende Geschichte von der wunderbaren Brotvermehrung – das Evangelium des Sonntags – richtig verstehen. Man muss auf drei Ebenen denken: Uns wird von der Darreichung des Brotes für viele berichtet; Jesus weist auf sich selbst als das Brot des Lebens; Er gibt sich als das Lebensbrot im Sakrament. (Voigt)

o    Dieses Wunder der Erdentage (6,1-13) soll die Gemeinde nicht veranlassen, weiterhin eine wunderbare Brotversorgung zu erwarten. Sie soll darin „sehen“, dass sie auf Den hinweist, Der sich jetzt als das Brot des Lebens darbietet. (Voigt)

o    Dass das Thema von Joh 6 „Christus heißt, bedeutet nicht, dass „Brot“ lediglich Gleichnis wäre und nur insoweit in Betracht käme, als es Christus veranschaulicht. (Voigt)

o    Was immer wir mit der Geschichte von der Brotvermehrung anfangen können, sie bringt zum Ausdruck, dass Jesus die Notwendigkeit unserer leiblichen Versorgung keineswegs übersieht (5). (Voigt)

o    Die Bibel spricht unbefangen lebensfroh vom Essen und Trinken (Ps 104,14f.27.f). Gott erfüllt die Herzen der Menschen mit „Speise und Freude“ – beides in einem Atem (Apg 14,17). Jesus lehrt uns, um das zu bitten, was wir für den jeweiligen Tag zum Leben brauchen (Mt 6,11). Jesus ging mit den Gaben Seines Vaters lebensfroh um (Mt 11,19). (Voigt)

o    Sich ums Brot sorgen? Nein, – aber nicht deshalb, weil es unter der Würde wäre, auf Essen und Trinken angewiesen zu sein, sondern weil der Vater im Himmel weiß, wir brauchen es (Mt 6,32). (Voigt)

o    Wer je Hunger gelitten hat, weiß es, was die Brotfrage für uns bedeutet. Hunger ist, wenn er uns weh tut, Hinweis auf den Tod. Wir haben das Leben nicht in uns, so dass wir es selbst produzieren könnten. Ohne Nachschub würden wir die vorhandenen Lebensgrundlagen verbrauchen und aufzehren. Wir brauchen das Brot. Freilich, damit zehren wir wiederum nur von fremdem Leben. … Damit wir leben können, geschieht immer wieder Sterben. (Voigt)

o    Alles, was lebt, muss sterben, früher oder später. Wir brauchen das Brot; es fristet unser vergängliches Leben. (Voigt)

o    So wie der Schmerz uns alarmierend darauf aufmerksam macht, dass in unserem Körper irgend etwas in ungutem Zustand ist oder nicht richtig funktioniert, so erinnert uns der Hunger daran, dass wir unsere Lebendigkeit nicht in uns selbst haben und erst recht nicht aus uns selbst heraus produzieren. (Voigt)

o    Der Hunger demonstriert uns unsere Abhängigkeit, unser Angewiesensein auf anderes. (Voigt)

o    Gott will uns. Was Er geschaffen hat, will Er auch erhalten, bis unsere Stunde schlägt und das zeitliche Leben ein Ende hat. Unser geschöpfliches Leben soll uns auch Freude machen. (Voigt)

o    Die Menschen in unserem Kapitel begreifen nur schwer, dass wir mehr brauchen als Brot. (Voigt)

o    Man kann sich, was hier in Betracht zu ziehen ist, an Luthers Erklärung zur vierten Bitte im Kleinen Katechismus klarmachen. (Voigt)

o    Unser Wohlstand soll uns nicht verleidet werden, auch nicht die vielen Dinge im täglichen Leben, die es erleichtern, verschönern, glücklich und reich machen. Aber auch der perfekte Wohlstand ist im Sinne Jesu noch nicht „das (ewige) Leben“ (6,27.33-35). (Voigt)

o    Man kann alles haben, was dem Wohlstandsbürger erstrebenswert scheint, und dabei doch das spezifisch Menschliche verfehlen. Man kann üppig vegetieren, ohne doch wirklich zu leben. Es kann sein, dass man sich alles leistet, was in den Schaufenstern lockt, und doch mit dem, was eigentlich Leben ist, nicht zurechtkommt. Denn das eigentliche Leben ist da, wo wir zum Personleben erwacht sind, verantwortliches ICH sind im Gegenüber zum DU, unser Dasein mit seinen Chancen und Aufgaben ergreifen, das Nichtseinsollende verwerfen, das Seinsollende bejahen und uns zu eigen machen, so dass unser Leben in Dienen und Wirken seinen Ertrag bringt. Die Leute in Kapernaum haben nicht schlecht begriffen: „Gottes Werke wirken (28). (Voigt)

o    In der Gemeinschaft mit Gott haben wir nach christlichem Verständnis das eigentlich Menschliche unseres Lebens. (Voigt)

o    Die Menschen in unserm Text haben davon ein wenig begriffen. Sie erinnern sich der Mannageschichte aus der Wüstenzeit. … Sie meinen: Man müsste einen haben, der seiner Bedeutung nach mit Mose konkurrieren kann. Jesus, könntest Du das? Legitimiere Dich durch ein Zeichen! „Was schaffst Du?“ Bist Du der zweite Mose? (Voigt)

o    Sie haben begriffen, dass das, was das Leben bewirkt, nicht aus der Welt kommt: Brot vom Himmel (31). (Voigt)

o    Jesus antwortet anders: Mose „hat gegeben“? Und nun soll Ich es sein, der gibt? Gott ist der Geber, in jedem Falle! – Eine Veränderung ihres Denkschemas. (Voigt)

o    Vers 35 bringt die Wende und damit die eigentliche Aussage des Textes. Es geht um das „Christusbrot“ – nicht um das, das Er gibt, sondern um das, das Er ist. Ihr sucht Brot? Das, worauf ihr aus seid, habt ihr in Mir! (Voigt)

o    Jesus redet von sich: „Gottes Brot ist das, das vom Himmel kommt und gibt der Welt das Leben“ (33). „Kommt“? Jesus ist nicht der zweite Mose, der Brot vom Himmel gibt. Das Geben ist Sache des Vaters. Das Gegebene ist Jesus Selbst! (Voigt)

o    Das echte Brot Gottes muss etwas Ungeheures vollbringen: Es muss „der Welt“, also dem Reich der Finsternis und des Todes, „Leben“, wirkliches, göttliches und darum ewiges Leben geben. (de Boor)

o    Jesus ist jedenfalls das „Brot“, das ganz anders als das Manna wirklich und wesenhaft „aus dem Himmel“ kommt (3,31; 8,23) und darum „Leben“ zu geben vermag. (de Boor)

o    „Herr, gib uns dieses Brot“ (34) erinnert uns an „Herr, gib mir dieses Wasser“ (4,15). Ist es jetzt so weit? Stehen die Galiläer vor dem letzten Schritt des Glaubens? (de Boor)

o    Jesus musste dem Gespräch mit der Frau (Joh 4) erst noch eine überraschende Wendung geben, ehe sie begriff, was Er für sie bedeutete. Hatten die Galiläer als echte Juden und leidenschaftliche Zeloten Jesu Angebot wirklich besser verstanden? (de Boor)

o    Wollen die Galiläer wirklich das überirdische Brot haben? So sollen sie es hören: „Jesus sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens“ (35). (de Boor)

o    Wenn Menschen begriffen haben, was dieses eigentliche Brot ist und wie nötig sie es haben, und nun fragen, wo sie es finden können, dann kann Jesus nur antworten: „Dieses gesuchte und unentbehrliche, wunderbare Brot – bin ICH.“ (de Boor)

o    Ohne Ihn können wir den äußeren Bestand des Lebens zu erhalten suchen, darüber hinaus die im Menschlichen liegenden Fähigkeiten und Möglichkeiten wahrnehmen. Aber in Jesus geht uns das Herz Gottes auf. (Voigt)

o    Wir haben das Leben nicht in uns selbst. Wir empfangen es: Jeder Bissen, den wir essen, könnte uns daran erinnern, dass wir, um leben zu können, der Zufuhr von Leben bedürfen. Wir haben so viel, wie Gott uns gibt. Er gibt uns das Leben, indem Er Sich selbst gibt. (Voigt)

o    Gäbe der vom Himmel gekommene sich nicht in unser gegen Gott verschlossenes Leben hinein, dann blieben wir in der Tat von der Quelle, vom Ursprung des Lebens abgeschnitten. (Voigt)

o    In dem Wort Brot liegt jetzt auch, dass Jesus wirklich in uns eingehen will. Brot ist nicht zum Anschauen da. Es nährt, indem man es zu sich nimmt. (Voigt)

o    Jesus will in uns ein- und in uns aufgehen. (Voigt)

o    Wer Christus in sich aufgenommen hat, der hat das Leben in Gottes Gemeinschaft, also das ewige Leben, schon jetzt. (Voigt)

o    Jesus ist der entscheidende Bestandteil des Lebens, ohne den wirkliches Leben weder möglich noch von Dauer ist. (Barclay)

o    Der Jesus jedoch kennt, ihn anerkennt und annimmt, der erfährt, dass all sein ungestilltes Verlangen, alle unstillbaren Wünsche des Herzens vergangen sind. (Barclay)

o    Wir müssen Jesus selbst haben, wenn wir dieses Brot des Lebens wirklich haben wollen. (de Boor)

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