20-2 Das zweischneidige Schwert – Hebr 4,12-13

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Hebr 4,12-13

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • In welchem Textzusammenhang stehen unsere Verse?
    • Beachte besonders Vers 9 und 11b!
  • Beachte das verbindende „denn“! 12
  • Was ist mit dem „Wort Gottes“ gemeint?
    • Lies in einem Lexikon nach?
    • Beachte den Briefanfang!
  • Beschreibe die folgenden Worte mit einem Satz:
    • Lebendig
    • Kräftig
    • Scharf, schärfer
  • Was ist das besondere an einem „zweischneidigen Schwert“?
  • Wie kann man Seele und Geist trennen?
    • Erkläre die Begriffe!
  • Was ist mit „Mark und Bein“ gemeint?
  • Was ist der Unterschied zwischen „Gedanken“ und „Sinnen“?
  • Was wollte der Schreiber mit diesen drei (nicht recht zu trennenden) Paaren sagen?
  • Wie wurde das Wort „Herz“ damals verstanden?
    • Wofür steht es symbolisch?
  • Welche verschiedenen „Geschöpfe“ gibt es?
    • Was verbindet sie alle?
  • Wer ist mit „ihm“ gemeint – das Wort oder der Schöpfer?
  • Was meint der Schreiber mit den „Augen Gottes“?
  • Was ist „Rechenschaft“?
    • Warum „müssen“ wir Rechenschaft geben?
    • Was geschieht beim Rechenschaft geben vor Gott?
  • Warum hat der Schreiber des Hebräerbriefes diese zwei Verse in seinen Brief geschrieben?
    • Was wollte er seinen Lesern damit sagen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • Der Text ist ein schönes, eindrucksvolles Gegenüber zum Gleichnis vom Säemann (Evangelium dieses Sonntags). (Voigt)
  • Seit 3,7 ist der Schreiber dabei, das Zitat Ps 95,7-11 auszulegen. Mit 4,14 beginnt dann ein neues Thema. (Voigt)
  • Das Wort ist vom Redenden unterschieden, so freilich, dass dieser im Wort wirksam ist, so dass all die Aussagen über das Wort zuletzt eben doch den in seinem Worte offenbarten Gott meinen. (Voigt)
  • Das Wort als Schwert ist ein geläufiges Bild, (vgl. Jes 49,2; Eph 6,17; Offb. 1,16; 2,12; 19,15). (Voigt)
  • Hier ist von dem Vermögen des Wortes die Rede, einzudringen und auseinanderzunehmen. (Voigt)
  • In diesem kleinen Abschnitt ist keine Spur von „Evangelium“ zu erkennen. … Aber das Wort Gottes wird hier nicht von seinem Inhalt, sondern von seiner Eigenart und seiner Wirkung her beschrieben. … Sie „heizt“ uns „ein“, aber sie tröstet und ermutigt uns nicht. (Voigt)
  • Es geht also um ein Wort (seit 3,7), das aus der Sorge kommt: Die Adressaten könnten vom lebendigen Gott abfallen (3,12), die Stunde Gottes versäumen (3,13.15; 4,7), das verheißene Ziel, die „Ruhe“ verpassen (4,1ff). Alles in allem: Christus verlieren (3,14). (Voigt)
  • Der ganze Abschnitt ist als ein Angriff der besorgten Liebe Gottes auf die Herzen der Briefempfänger und damit auch auf uns anzusehen. (Voigt)
  • Gott selbst redet in seinem Wort von seinem Wort. (Voigt)
  • Es gehört zum kirchlichen Stil, das Wort, „die edle Gabe“, zu preisen und darauf zu bestehen, dass der Glaube allein auf dem Wort beruhen dürfe, welches es unverfälscht zu predigen gelte. (Voigt)
  • Das Evangelium sollte eigentlich nicht Schrift, sondern mündliches Wort sein, das die Schrift verkündigt, so wie Christus und die Apostel es getan haben. (nach Luther in Voigt)
  • Ist das Wort lebendig, dann sind nicht wir es, die ihm das Leben einhauchen. Das Wort hat seine Lebendigkeit in sich, von daher, dass es Gottes eigenes Wort ist, überbracht vom Verkündiger und tief verhüllt in dessen schwache, wenig faszinierende, weil ganz und gar menschliche Rede. (Voigt)
  • Dieses „lebendige“ Gegenüber kann nicht Gegenstand unseres Diskutierens sein. Diskussion kann Vorfeldfragen erörtern und das Vernommene nachträglich noch bedenken (Gott „hinterhersehen“, 2Mo 33,23). Aber der „lebendige“ Gott in seiner „lebendigen“ Anrede ist unser Gegenüber, das im Augenblick der Anrede unser ganzes Gehör, unsere Aufmerksamkeit, unsere Offenheit verlangt. Wir haben es schon als Kinder gelernt (in Deutschland): Dem, der mit einem redet, schaut man in die Augen. (Voigt)
  • Es gibt in der Predigt auch zu berichten. Der mit uns redet, hat viel für uns getan, und in dem, was er getan hat, hat seine Rede ihre Deckung. (Voigt)
  • Die Predigt muss von Gott immer wieder in der dritten Person reden. Aber ihr eigentlicher Sinn besteht darin, dass – in dieser Rede über Gott und durch sie – Gott selbst das Wort ergreift und seine Gemeinde anspricht. (Voigt)
  • Vor lauter Predigt kommt Gott nicht zu Wort. (Voigt)
  • Unsere Predigt sollte für Gottes Reden durchlässig sein. Sie sollte – unaufdringlich, aber entschlossen – wie des Täufers Zeigefinger bei Grünewald (deutscher Maler) auf den Herrn hinweisen. (Voigt)
  • Predigt ist Geschehen: Der redende Gott selbst ist gegenwärtig und nimmt mit uns Verbindung auf. Haben zwei sich lieb, dann wollen sie nicht nur – durch Mitteilungen Dritter – voneinander erfahren, sondern sie wollen beisammen sein und miteinander reden. (Voigt)
  • Der Verfasser des Hebräerbriefes merkt, wie es Gott keine Ruhe lässt: Er will und muss die angefochtene, müde werdende und darum aufs tiefste gefährdete Gemeinde wachkriegen. Jede Predigt ist ein solches Bemühen Gottes um uns. Es dürften, wenn wir das begriffen haben, keine langweiligen und leerläufigen Predigten gehalten werden. Es sollte die Gemeinde grundsätzlich mit der Erwartung zum Gottesdienst kommen, dass Gott selbst mit uns Gemeinschaft sucht. (Voigt)
  • Das Wort Gottes bleibt ein lebendiger Strom. Es konfrontiert die Menschen mit Fragen, denen niemand ausweichen kann. (Barclay)
  • Dass das Wort „energiegeladen“ und nicht nur dies, sondern auch „wirkkräftig“ ist, mögen wir – vielleicht ein bisschen ungläubig – hinnehmen. Dass es wie ein Schwert in den Menschen eindringt und ihn erbarmungslos in seine Bestandteile zerlegt, und dass man bei diesem Schwert, da es zweischneidig ist, nie mit der falschen, nämlich der stumpfen Seite zuschlagen kann, sondern immer trifft: dies könnte man geradezu als sadistisch ansehen und zurückweisen. (Voigt)
  • Denen jedoch, die erschrocken sind aus Furcht vor jenem ewigen Gerichtsurteil und vor diesem entsetzlichen Einschneiden und Zerteilen, bleibt keine andere Zuflucht außer jenem Asyl, das unser Priester Christus ist, in dessen Menschwerdung allein wir Schutz finden und von dieserart Gericht gerettet werden. (Luther in Voigt)
  • Unter diesem Vorzeichen (3,14) wird Gottes Wort uns keinesfalls zum Verderben. (Voigt)
  • Die Worterfahrung, die diese Verse meditieren, schließt ja ebendies ein, dass man Gottes Stimme nicht hören, dass man sein Herz(!) gegen sie verhärten kann (3,7.12f.15; 4,7). Wir werden zu verantwortlichem Hören aufgerufen. Wir dürfen uns nicht für entschuldigt halten, wenn wir uns taub gestellt und darum nichts gehört haben (Joh 15,22). Wir tun gut daran, unseren Text nicht theoretisch zu verstehen, sondern mit Betroffenheit. (Voigt)
  • Ich kann nicht sagen, dass ich Gottes Wort einfach nicht an mich heranlassen und mich dagegen hart machen werde, so dass es abprallen muss. Es prallt nicht ab – es dringt durch und bahnt sich seinen Weg bis in den letzten Winkel unserer Existenz. Also doch: Das unwiderstehliche Wort! (Voigt)
  • Zwar ist es wahr, dass Jesus auf alle äußeren Machtmittel verzichtet, wenn er sich Menschen erwerben will. Keine Gewalt, keine Drohung, keine Repressalien irgendwelcher Art. Nur das Wort. Nur? Man unterschätze die „Kraft“ des Wortes nicht. Die Welt ist durch das Wort gemacht (11,3). (Voigt)
  • Immer wieder hat Gott geredet (1,1). Das Wort ist da – Gott spricht. Es kann wie ein Hammer sein, der Felsen zertrümmert (Jes 23,29). Aber auch wie der Ruf, der Nichtseiendes ins Dasein ruft (Röm 4,17). (Voigt)
  • Hören wir das Wort als Evangelium von Christus, dann kann uns gar nichts Besseres widerfahren, als dass es ganz tief eindringt bis in die verborgensten Winkel unseres Leibes und unserer Seele. (Voigt)
  • Gott will durch das Wort etwas ausrichten. Es kommt nie leer zu ihm zurück. (Jes 55,11). (Voigt)
  • Die Juden betrachteten ein einmal ausgesprochenes Wort nicht als eine bestimmte Buchstabenfolge, sondern als eine aus sich wirkende Kraft. (Barclay)
  • Gott wendet kein Mittel an, das uns die Freiheit der Entscheidung nimmt. In seinem Reich richtet die Macht nichts aus, weil Gott es auf Liebe abgesehen hat. … Liebe, Vertrauen, Treue wachsen nur da, wo jemand ohne allen äußeren Zwang von innen her überwunden hat. (Voigt)
  • Wer uns, noch draußen stehend, nach dem durchschlagenden, zwingenden Argument für die Stichhaltigkeit unserer Predigt fragt, dem sollten wir klarzumachen suchen, dass eben das, was er vermisst, die Eigenart, die Stärke und auch die Chance des Evangeliums ist. (Voigt)
  • Kein Mensch, und wenn er sich noch so sehr verbarrikadiert oder vor Gott tarnt, ist außer Sicht (Ps 139,1-12). (Voigt)
  • Das griech. Wort für „aufgedeckt“ (τετραχηλισμενος) im Vers 13 meint ein Dreifaches: 1. Man gebrauchte es beim Ringkampf, wenn der Ringer seinen Gegner derart an der Kehle packte, dass er sich nicht mehr bewegen konnte. 2. Mit diesem Wort wurde das Häuten von Tieren bezeichnet. Und 3.In der Antike scheint es zuweilen vorgekommen zu sein, dass unter dem Kinn eines Verbrechers, der vor den Richter oder zur Hinrichtung geführt wurde, ein Dolch mit der Spitze nach oben derart befestigt wurde, dass er sein Gesicht nicht schamhaft verbergen konnte, indem er den Kopf senkte, sondern hocherhobenen Hauptes gehen musste, so dass alle sein Gesicht erkennen konnten und Zeugen seiner Schande wurden. (Barclay)
  • Wenn es Zeit ist, wird Gott „ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist und das Trachten der Herzen offenbar machen“ (1Kor 4,5). (Voigt)
  • Vor den Menschen ist es vielleicht möglich, einen guten Eindruck zu machen und sich zu verstellen, vor Gott aber stehen wir ohne alle Verkleidung da und müssten uns so wie wir sind, vor ihm verantworten. (Barclay)
  • Der, der wie kein anderer weiß, wie es um uns gestellt ist, ist der Hohepriester, der mit allen unseren Schwachheiten mitleidet. Er kennt sie also und wird doch nicht an uns irre, sondern, im Gegenteil, das Werk seines zeitlichen und seines himmlischen Lebens darin sieht, sich für uns einzusetzen. (Voigt)
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