29-1 Kreuzigung Jesu – Joh 19,16-30

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Joh 19,16-30

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Wer übergibt wem Jesus? 16
  • Woher kam die Strafe der Kreuzigung?
    • Wie ging die Kreuzigung in der Regel vor sich?
    • Woran sind die Menschen am Kreuz gestorben?
    • Für welche Vergehen wurde man gekreuzigt?
  • Wer ist „sie“?
  • Warum heißt der Ort „Golgatha“? 17
  • Warum trug Jesus sein Kreuz?
    • Wurde das ganze Kreuz getragen, oder nur der Querbalken?
  • „Dort kreuzigten sie ihn“ – Stell dir diese Szene bildlich vor! 18
    • Was ist im Einzelnen dabei alles passiert?
  • Wer wurde mit Jesus gekreuzigt?
    • Warum wurden sie zusammen gekreuzigt?
    • Warum schrieb Pilatus diese Aufschrift? 19
    • Was bedeutet diese Aufschrift?
  • Was bedeutet die Abkürzung „INRI“ an vielen Kruzifixen?
  • Wer war Pilatus?
  • Warum betont Johannes, dass viele Juden diese Überschrift lasen? 20
  • „Nahe bei der Stadt“ – aber außerhalb!
    • Was für ein grauenhafter, qualvoller Weg für Jesu!
  • Warum wurde die Überschrift in diesen 3 Sprachen geschrieben?
  • Warum steht „die Hohenpriester“ im Plural? 21
    • Warum gefällt die Aufschrift den Obersten der Juden nicht?
  • Warum erfüllt Pilatus nicht diesen Wunsch? 22
  • Jesus hing nackt am Kreuz! 23
  • Wer trug in Israel ein „ungenähtes Gewand“?
    • Warum betont Johannes dieses Detail?
  • Wieso kamen die Soldaten auf die Idee des Losens? 24
    • Wer ist der Herr über diese ganze Situation?
  • Was weißt du über die drei Frauen? 25
  • Wer ist der Aktive im Vers 26f? 26-27
    • Welches ist der Jünger, den Jesus besonders lieb hatte?
  • Wieso redet Jesus seine Mutter so an?
  • Warum vertraut Jesus seine Mutter dem Jünger an?
  • Was macht Maria deshalb? Beachte den Plural: „die Jünger“!
  • Wer ist der Aktive im Vers 28? 28
    • Was war „alles vollbracht“?
  • Was heißt „vollbracht“?
    • Beachte! Schon wieder: „damit die Schrift erfüllt würde“!
  • Wieso gerade Essig? 29
    • Ein Stück Barmherzigkeit mitten in der Folter?!?
  • Was heißt: „Es ist vollbracht!“? 30
    • Was wurde vollbracht?
  • Warum „neigte Er sein Haupt“ zum Sterben?
  • Wer alles war Augenzeuge dieses ganzen Geschehens?
  • Warum hat Johannes diesen Kreuzigungsbericht mit in sein Evangelium aufgenommen?
  • Was wollte Johannes den Lesern mit diesen Zeilen vermitteln?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    In der Downloaddatei befindet sich noch ein Bild. Leider weiß ich nicht mehr, woher ich es habe.

  • Der letzte Weg Jesu ist ein Alleingang
  • So ohnmächtig sind die Mächtigen – Pilatus, Soldaten
  • Was erzählen die Soldaten am Abend ihren Frauen, wie es bei der Arbeit war?
  • Jesus stiftet neue Beziehungen unter dem Kreuz
  • Jesus stirbt für Machthaber, Soldaten, Gleichgültige, … und uns, damit niemand gottverlassen sein muss.

 

  • Exegetische Erwägungen sprechen dafür, die Perikope bis Vers 37 reichen zu lassen. Erst hier kommt die theologische Deutung des Todes Jesu bei Joh an ihr Ziel. (Voigt)
  • Sie „nahmen“ Jesus (16) ist im Griechischen mit dem gleichen Wort gesagt wie das sie „nahmen“ ihn nicht auf in 1,11. (Spörri)
  • Zum letzten Mal heißt es jetzt von Jesus: „er ging hinaus“ (17). Im Griechischen ist gehen und kommen das gleiche Wort. Vgl mit 1,11: „Er kam in Sein Eigentum“. (nach Spörri)
  • Im Griechischen ist nicht von einem „Kreuz“ (17), sondern von einem Pfahl die Rede. Der schwere Stamm des Kreuzes stand schon auf der Hinrichtungsstätte bereit. Aber den Querbalken, an den die Arme des Verurteilten genagelt wurden und der dann mit dem Verurteilten auf den Stamm hinaufgezogen wurde, musste jeder selber hinaustragen. (de Boor)
  • Hinter den Worten „ging hinaus“ dürfen wir sehen, welch ein Weg das war, nach der Nacht, wie sie hinter Jesus liegt, nach Verhören vom frühen Morgen an und nach der Geißelung nun Schritt für Schritt der qualvollen Hinrichtung entgegenzugehen. (de Boor)
  • Dieses „hinaus (17) hat der Verfasser des Hebräerbriefes in Kap 13,11-13 machtvoll ausgelegt. (de Boor)
  • Das hebräische Wort Golgatha (17) bedeutet „Schädel“, wohl wegen der Gestalt des Hügels. (Voigt)
  • Die Leichname der Verbrecher blieben nicht verwesend auf der Hinrichtungsstätte liegen, sondern wurden im Hinnom-Tal auf den Abfallhaufen verbrannt. (de Boor)
  • Die zwei anderen, die links und rechts von ihm gekreuzigt werden (18), sind mit keinem Wort näher gekennzeichnet. Gerade in dieser Farblosigkeit werden sie zu den Vertretern der ganzen schuldigen Menschheit. … Er ist ein Gerichteter inmitten der dem Gericht verfallenen Menschheit. … Die Mitte ist aber wohl auch als der des Königs zu verstehen, dem die Seinen links und rechts das Ehrengeleit geben. … Christus ist ferner der heilvolle Mittelpunkt einer zu rettenden und geretteten Menschheit. (Spörri)
  • Stand Jesus bei seiner Taufe solidarisch unter den Sündern, so stirbt Er nun auch seinen Verbrechertod in Gemeinschaft mit zwei anderen. Freilich, der „Ehrenplatz in der Mitte“ gebührt dem König. (de Boor)
  • Die Inschrift (19f) macht die Hinrichtung zur feierlichen Inthronisation. … In der Sprache des Volkes – hebräisch -, in der Amtssprache des römischen Reiches . lateinisch – und in der Weltsprache – griechisch – ist die Inschrift geschrieben. (Spörri)
  • Wenn man diese Überschrift ins hebräische übersetzt und ein „und“ vor König einfügt, so ergibt die Abkürzung (anstelle des „INRI“ den hebräischen Gottesnamen (Jahwe)!
  • Drei Sprachen (20) weisen auf die weltweite Bedeutung Jesu hin. (Voigt)
  • Direkt vor den Toren der Königsstadt findet diese seltsame Verherrlichung des Königs statt. (Spörri)
  • „König von Israel“, „Messias“, das war am Anfang der Wirksamkeit Jesu das Bekenntnis der ersten Jünger (1,41.45.49), das Er nicht zurückwies. (de Boor)
  • Wir Christen aus den Nationen müssen es uns hier gesagt sein lassen, dass unser Herr der „König der Juden“, der Messias des Bundesvolkes ist und bleibt und nur als solcher unser Retter wird. (de Boor)
  • Es war das Recht des Hinrichtungskommandos, die Kleider der Hingerichteten zu bekommen (23). Zugleich gehörte es zu der Schmach der Verurteilten, völlig entblößt am Pfahl zu hängen. (de Boor)
  • Der Mensch nach dem Sündenfall erhält von Gott selbst die schützende Verhüllung seiner Nacktheit (1Mo 3,21). Er, der für unsere Sünden stirbt, muss auch dies noch entbehren. (de Boor)
  • Dass, das „(Unter)Gewand“ (χιτων) nahtlos (23), aus einem Stück gewebt ist, bedarf der Erklärung: Nach Josephus (Ant 3,161) gilt dies vom hohenpriesterlichen Gewand, der jedoch als Obergewand getragen wird. Jesus – der Hohepriester: eine der zahlreichen Gemeinsamkeiten zwischen Joh und dem Hebr. (Voigt)
  • Diese Frauen (25), die am Kreuz Jesu stehen, zusammen mit dem geliebten Jünger, sind das Bild der zurückbleibenden und deshalb erbarmungswürdigen Gemeinde. … Ihre Verlassenheit ist überwunden, indem sie einander in seiner Liebe annehmen (27) (Spörri)
  • Zu beachten ist, dass im Griechischen das „in sein Haus“ (27) gleich lautet wie das „in das Seine“ von 1,11 und „nahm“ dasselbe Wort ist wie das „aufnehmen“ in 1,12. (Spörri)
  • Auch in den Qualen und Beängstigungen des Kreuzestodes bleibt Jesus innerlich frei für die Menschen, die vor Ihm stehen. (de Boor)
  • „Frau“ (26) – Er, der Sohn Gottes, gehört ihr nicht, wie sonst Söhne der Mutter gehören. … Aber er gibt ihr eine neue Heimat bei seinem Jünger Johannes. Damit tröstet Jesus zugleich Johannes selbst. Denn immer ist das der wirksamste Trost, wenn wir Aufgaben bekommen, bei denen unser verwundetes Herz seine Liebeskraft für andere einsetzen kann. (de Boor)
  • Das Dürsten des Gottessohnes (28), das uns schon einmal in 4,7 begegnet ist, erkennen wir als eine geheimnisvoll wunderbare Tatsache, wenn wir bedenken, dass Er der Spender des Lebenswassers ist (4,10.14; 7,37) (Spörri)
  • Ihn quält nach diesen ganzen Stunden und nach dem Blutverlust der Geißelung der Durst. (de Boor)
  • „Essig“ (29) ist billiger, saurer Wein oder ein mit Wasser verdünnter Weinessig, jedenfalls ein Soldatengetränk, das sich das Hinrichtungskommando zum Löschen des Durstes mitgebracht hatte. (de Boor)
  • „Ysop“ In der Bibel wird mit diesem Namen ein kleiner Busch bezeichnet, dessen etwa 1 m lange Stängel sich oben buschig verzweigen, so dass sie sich zum reinigenden Besprengen (3Mo 14,6f; Ps 51,9) gut eignen. (de Boor)
  • Beim Passafest wurde das Blut mit Ysop (29) an die Türpfosten gestrichen (2Mo 12,22). (Spörri)
  • „Aufgeben“ (= „und verschied“ bei Luther) (30) ist im Griechischen das gleiche Wort wie „überliefern“ in 18,30 und 19,11 und das „ausliefern“ in 19,16. Es ist tief bedeutsam, wie das Wort, das von der Bosheit der Juden und der Schwachheit des Pilatus wie kein anderes redete, nun noch einen so guten Sinn bekommt. (Spörri)
  • „Vollendet“ in 17,4 galt für Jesu freies Wirken in Israel. Sein Leiden und Sterben aber lag damals noch vor Ihm. Nun ist es vollbracht. „Vollendet“ ist damit die Liebe zum Vater. … „Vollendet“ ist auch die Liebe zu den Menschen. … „Vollendet“ ist die Erlösung (1Joh 2,2). … Nichts kann oder muss von uns noch hinzugetan werden mit Leistungen unserer Frömmigkeit. „Es ist vollendet.“ … Johannes ist der unmittelbare Augenzeuge (35) der Vorgänge auf Golgatha. (de Boor)

 

  • Johannes predigt und lehrt, indem er erzählt. (Voigt)
  • Unter unseren Augen wird eine Hinrichtung vollzogen. Der Bericht spricht sachlich, stellenweise fast im Protokollstil. Nichts mehr davon, dass die Seele dessen, den es betrifft, erschüttert und verwirrt ist (12,27); kein Weinen und Heulen mehr bei seinen Leuten (16,30), … dass die Jünger geflohen sind, wird nicht berichtet (16,32), wohl aber werden die bei Markus fern stehenden Frauen (Mk 15,40) dicht unters Kreuz gestellt (25), und die Mutter samt dem Lieblingsjünger ist dabei. (Voigt)
  • Das Jesus zwischen zwei Verbrechern hängt, wird erwähnt, aber die Aufmerksamkeit richtet sich sofort auf den Titulus, also auf die Messiaswürde Jesu, die – den Feinden Jesu zum Hohn – für alle Welt verstehbar in dieser „Überschrift“ ausgedrückt ist. (Voigt)
  • Die Letztverfügung des Sterbenden, durch die die Mutter Jesu dem Lieblingsjünger anvertraut wird, zeigt Jesus nicht als Opfer einer grausamen Exekution, sondern als den, der fürsorglich seine Kirche leitet. (Voigt)
  • Dass Ihn dürstet ist nicht Merkmal leiblicher Qual, sondern ähnlich wie 12,14, bewusster Vollzug des in der Schrift Vorausgesagten. (Voigt)
  • Man hört nicht den Klageruf über die Gottverlassenheit des Sterbenden (Mk 15,37). Man vernimmt das majestätische „Vollbracht“ (τετελεσται). … Es ist die verkündigende, proklamatorische Aussage des Siegers, dass Gottes längst bedachter und bekanntgemachter Plan, die Welt zu retten, nunmehr ausgeführt und an sein Ziel gebracht ist. (Voigt)
  • Wir finden einen Christus, der eben im Sterben – aktiv – sein großes Werk vollbringt. (Voigt)
  • „Wir sahen seine Herrlichkeit“ (1,14) – das gilt auch für den Gekreuzigten. (Voigt)
  • „Es gibt“ Herrlichkeit (im Scheitern), sofern Gott sie gibt. (Voigt)
  • Wenn der Glaube den Gekreuzigten vor sich sieht, dann wird ihm das grausig vernichtende Geschehen durchscheinend, und er nimmt wahr, dass hier Heil geschieht. (Voigt)
  • Die Gemeinde am Karfreitag wird nicht so tun, als wüsste sie nichts von Ostern. Der erhöhte Herr ist kein anderer als der Gekreuzigte, aber Er ist, was Er ist, wirklich anders als früher: nicht mehr in Schande, sondern in Kraft und Majestät. (Voigt)
  • Sein Gottsein wurde durch Menschwerdung und Kreuzesnot in tiefste Unkenntlichkeit verhüllt, aber Jesus hat doch nicht einen Augenblick aufgehört, Gott zu sein, sondern Er war es auch in ebendieser tiefen Verhülltheit. (Voigt)
  • Johannes will sagen: Eben in diesem Hinausgeführten, Exekutierten, Entkleideten, Sterbenden dürft und sollt ihr die Herrlichkeit des – im doppelten Sinne des Wortes – „Erhöhten“ (3,14; 8,28; 12,32.34) sehen. (Voigt)
  • Karfreitag ist also nicht die große Stunde der Finsternis – Mark 15,33 übergeht Joh -, sondern die große Stunde Gottes. Sein Plan wird verwirklicht, ans „Ziel“ gebracht. (Voigt)
  • Dreimal greift unser Abschnitt auf die Schrift zurück (24.28.36f). … Wichtig ist allein dies: Jesu schreckliches Ende, in den Augen der Welt „Sein Scheitern“, ist nichts anderes, als was Gott von Anfang an im Sinn hatte und auch angekündigt hat. … Niemand konnte ihm sein Konzept verderben, im Gegenteil: Letzten Endes mussten auch die Widersacher und musste der Fürst dieser Welt mit der Ausschaltung Jesu das Werk Gottes realisieren helfen. (Voigt)
  • Niemand hält Gott auf, wenn Er Sein Heil realisieren will. (Voigt)
  • Schürmann meint: Die Mutter Jesu ist schon in Kapitel 2 – als des Sohnes „Stunde“ noch nicht gekommen war – „als stellvertretend Bittende, als Erwartende“ dargestellt. „In ihr steht die Gemeinde derer unter dem Kreuz, die vom Erhöhten das Heil erwartet“. Und der Lieblingsjünger? … Auf Augenzeugenschaft legt das johannäische Schrifttum größten Wert (1,39; 1Joh 1,1ff; Joh 15,27, vgl. Apg 1,21f). Worauf es hier ankommt, ist dies: „Der Jünger, den Jesus liebte, steht unter dem Kreuz als Traditionszeuge (Autor) des Johannesevangeliums. In Maria werden alle, die vom Erhöhten das Heil erwarten, die sein Wort aufnehmen wollen, diesem Zeugen und damit seinem Evangelium anvertraut. Zum alttestamentlichen Verheißungswort tritt das neutestamentliche Zeugenwort! (Voigt)
  • Der Bürge der Überlieferung von Jesus Christus nimmt die Gemeinde in seine Obhut und Fürsorge. (Voigt)
  • Tafeln mit der Angabe des Verurteilungsgrundes wurden nach römischem Brauch den Hinzurichtenden vorangetragen oder um den Hals gehängt. In diesem Fall wird die Tafel oben am Kreuz angebracht. Die Tafel enthält den politischen, nicht den religiösen Verurteilungsgrund (vgl. 7 und 12). Der Spott von Vers 14 hat nun schriftliche Gestalt. Die Juden haben, um Jesus zu beseitigen, sich von ihrer Messiashoffnung losgesagt (15). Dieser Selbstdemütigung fügt Pilatus in der Überschrift seinen Hohn hinzu. (Voigt)
  • Natürlich liegt es ihm fern, seinerseits diesen harmlosen Mann, dessen Verurteilung die Juden ihm abgepresst haben (12), als Messias auszurufen, aber es geht mit ihm, wie mit dem Hohenpriester: Wider Willen „weissagt er „ (11,51). (Voigt)
  • Ohne es zu wollen, ruft Pilatus mit dem, was er „ein für allemal“ (Perfekt) „geschrieben“ hat, die Königswürde Jesu aus. Und dies in drei Sprachen! (Voigt)
  • Der christliche Gnostiker (Irrlehrer) Basilides, der einige Jahrzehnte nach der Entstehung des Johannesevangeliums lebte, lehrte: Um die Lichtseelen zu erlösen, „steigt Christus in die Menschenwelt herab, ohne Mensch zu werden. Er hat auch nicht gelitten, sondern verwandelte den Simon von Kyrene in seine Gestalt und nahm selbst dessen Gestalt an, so dass irrtümlich Simon von Kyrene von den Weltherrschern gekreuzigt wurde, während der wahre Christus in der Gestalt Simons lachend dabeistand.“ (Voigt)
  • Der das Kreuz bewusst und willentlich auf sich nimmt, ist derselbe, der in der ganzen Welt (21b) als König herrscht. Ebendiese Identität ist der Kern des Evangeliums. (Voigt)
  • Der Karfreitag ist „die Stunde der Wahrheit“. Hier wird aufgedeckt, was unsere Art ist. Man müsste meinen, Jesus wäre mit uns ein für allemal fertig. Aber das ein-für-allemal hat eine ganz andere Richtung (τετελεσται). Jesus stirbt für die Welt, nicht gegen sie. Er setzt nicht Macht, sondern Liebe ein. Er fordert nicht, sondern schenkt (1,12). … Herrschaft – ohne Drohung, ohne Zwang, ohne Gewalt. Hier wird nicht gekämpft (18,36); hier wird nur geliebt. (Voigt)
  • Die stille Gewalt Jesu geht durch die Welt. Das ist die Verherrlichung des Sohnes: Er ist fortan König in dem Reich, dass nicht von dieser Welt ist. (Voigt)
  • Der ungenähte Rock deutet auf den Hohenpriester, der sich selbst für die Seinen „heiligt“, also zum Opfer weiht (17,19). (Voigt)
  • Nach Johannes hängt Jesus am Kreuz, während im Tempel die unzähligen Passalämmer geschlachtet werden und das große Hallel (Ps 113-118) gesungen wird. Dort die vielen Lämmer – hier das eine. (Voigt)
  • Die schreckliche Gepflogenheit, das Sterben der Gekreuzigten zu beschleunigen, indem man ihnen die Schenkel zertrümmert, braucht bei Jesus nicht mehr angewandt zu werden. Auch das erinnert an das Passa: dem Lamm soll kein Knochen zerbrochen werden (2Mo 12,46;4Mo 9,12). (Voigt)
  • Im Passaritus vergegenwärtigt sich das erlösende Geschichtshandeln Gottes. Man begeht das Passa in (eschatologischer) Aufbruchsstimmung (2Mo 12,11). Gott rettet sein Volk. Er lässt es aufbrechen – in die Freiheit hinein, in das Land der Verheißung. (Voigt)
  • Unabhängig von uns geschieht das Opfer, das für unsere Begegnung mit Gott und für unser Leben vor ihm – weltweit – ganz neue Bedingungen schafft. (Voigt)
  • Was hier „vollbracht“ wird und nunmehr ist, ist die große, durch nichts wieder rückgängig zu machende Wende in unserer Lage vor Gott. (Voigt)
  • Es gehört zu den Merkmalen unserer Verkehrtheit und unserer Gottentfremdung, dass wir die Bedeutung der Frage, wie es zwischen Gott und uns steht, unterschätzen und, weil belanglos, übergehen und unterdrücken. Wir meinen, hier braucht nichts bereinigt, geheilt, „vollbracht“ zu werden. Gott weiß es besser. (Voigt)
  • Wir müssen bedenken, dass uns, die wir es von klein auf kennen, das Kreuz Jesu fast zu einer „Selbstverständlichkeit“ geworden ist, dass aber damals, zur Zeit des Johannes, dieses Ende Jesu immer wieder ein „Skandalon“ (1Kor 1,23) war, etwas völlig Unbegreifliches und Unerträgliches. (de Boor)
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