10-2 Wir sind wie Rauch – Jak 4,13-15

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Jak 4,13-15

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • „Und nun ihr“ – Welcher Gruppe wendet sich Jakobus jetzt zu? 13
  • Wie kann man die Einstellung der Leute im Vers 13 umschreiben?
    • Was ist ihnen wichtig?
    • Was beachten sie überhaupt nicht?
  • An welches Jesuswort erinnert Vers 14? 14
  • Wer von uns weiß, was morgen sein wird?
    • Wäre es gut, die Zukunft zu kennen?
  • Was ist das Kennzeichen des „Rauches“ oder des „Dampfes“?
    • Kann man das menschliche Leben wirklich mit Rauch/Dampf vergleichen?
  • Beachte den Kontrast: „dagegen“! 15
  • Wer ist der Herr?
    • Woher hat der Herr Autorität über mich?
    • Was kann der Herr an meinen Plänen ändern?
    • Hat der Herr überhaupt Interesse an solchen alltäglichen Dingen?
  • Beachte, dass Jakobus hier nicht gegen das Planen (wir werden dies oder das tun) spricht!
    • Weswegen schreibt er diese Zeilen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • „Der Herr“ ist Christus! (Voigt)
  • Es würde alles schief, wenn der Glaube sich nicht dafür interessierte, wie man als Christ in der geschaffenen Welt lebt und mit den Gaben der Schöpfung umgeht. …Durch die Freiheit, die dem Christen geschenkt ist, wird ihm die Welt erst wieder das, was sie vom Ursprung her ist: eben „Welt“, Schöpfung Gottes. (Voigt)
  • Die Zeit gehört als eine der Bedingungen, unter denen kreatürliches, unter denen besonders und in ausgezeichneter Weise gerade menschliches Leben sich vollzieht, zum Geschaffenen. (Voigt)
  • Wir kennen Luthers Vorbehalte gegenüber dem Jakobusbrief: Er rede nicht von Christus, obgleich er ihn etliche Male nenne, sondern „vom gemeinen Glauben an Gott“ und treibe „zu dem Gesetz und seinen Werken“. In der Tat: Wäre dieser Text nicht von dem vielstimmigen Christuszeugnis des Neuen Testaments umgeben, wir könnten aus ihm nur das Gesetz vernehmen. So aber könnte diese Stelle, im Zusammenhang des Ganzen gesehen, doch auch ein helfendes, befreiendes, tröstendes Wort sein. (Voigt)
  • Ihr dürft nicht so tun, als wenn Gott nicht wäre! Ist mit diesem Satz getroffen, was der Eingang der Perikope meint? „Jetzt mal herhören, die, die sagen“: Heute oder morgen … (Voigt)
  • Mag sein, dass der für die Armen parteinehmende Jakobusbrief das planende Treiben gewinnsüchtiger Geschäftsleute nicht zufällig Beispiel sein lässt für das, worum es ihm geht, also in seinem Warnwort gegen die Gottvergessenheit einen sozialkritischen Nebenton setzt. Aber die Geschäftsleute, die hinter dem „Gewinn“ her sind, sind wirklich nur ein Beispiel für den Versuch des selbstmächtigen Lebensentwurfes, nur ein Spezialfall weltlicher Gesinnung. Man könnte also das, worum es hier geht, auch an anderen Beispielen aufzeigen. (Voigt)
  • Die Juden waren die Händler der Antike. … Bei unserem Bild handelt es sich um jemanden, der sich die Landkarte anschaut, auf einen bestimmten Punkt zeigt und sagt: „Dort befindet sich eine neue Stadt, die große Handelschancen verspricht. Dort werde ich hingehen. Dort werde ich weiterkommen, etwa ein Jahr lang bleiben und dann als reicher Mann zurückkehren.“ (Barclay)
  • Was allen gilt, wird hier Christen gesagt. Unsere Predigt gilt denen, die da sind, nicht den Abwesenden. Denn das Wort kann immer nur denen helfen, die es hören; nicht denen, die es nicht hören. Und man sage nicht, der Versuch des selbstsüchtigen Lebensentwurfs sei etwas, was Christen längst hinter sich gelassen hätten. (Voigt)
  • Die Startsituation des Neujahrstages könnte uns zum Plänemachen ohne Gott verführen. … Ihr dürft nicht so tun, als wenn Gott nicht wäre. (Voigt)
  • Es ist keineswegs verboten, Zukunft zu planen. Im Gegenteil, wir würden schuldig, wenn wir es nicht täten. Ist der Mensch in Gottes „Garten“ gesetzt, „dass er ihn bebaue und bewahre“ (1Mo 2,15), und ist es seine Aufgabe, sich die Erde untertan zu machen (1Mo 1,28), dann schließt dies auch, soweit möglich; das Vorausdenken in die Zukunft ein. (Voigt)
  • Die ihrem Wesen nach ungewisse Zukunft ist ein Problem, das den Menschen aller Völker zu schaffen gemacht und sie zu allen Zeiten tief beeindruckt hat. (Barclay)
  • Jakobus warnt nicht vor dem Plänemachen. Ihn bedrückt und erregt nur, dass in dem Plänemachen derer, mit denen er es zu tun hat, Gott überhaupt nicht vorkommt. … Wir wären zu Neujahr nicht beisammen, wenn Gott nicht, mindestens im Grundsatz, seinen Platz in unserm Leben hätte. Aber es könnte sein, er ist faktisch ausgeschaltet und abgeschafft. Dies wäre dann der Fall, wenn unsere Wünsche, Vorhaben, Vorbereitungen und Vorkehrungen quer zu dem ständen, wovon wir wissen, dass es sein fordernder Wille ist. Dies könnte aber auch dann eintreten, wenn wir uns nicht Gottwidriges vorgenommen hätten, aber in keiner Weise mehr darauf gefasst wären, dass er uns anders führen will, als wir es uns gedacht haben. (Voigt)
  • Wir machen unsere Pläne – aber es könnte sein, Gott vertritt uns den Weg. … Wir denken es uns „so und so“, aber da treten Ereignisse ein, die völlig neue Konzeptionen verlangen. (Voigt)
  • Die Leute von V.13 reden so, als könnten sie ihre Zukunft in einen leeren Raum hinein entwerfen. Aber in dem Vorraum der Zukunft werden sie Menschen treffen, auf Dinge stoßen, in Verhältnisse und Ereignisse geraten, die ihre Dispositionen umwerfen. Vor allem aber werden sie es mit dem in seinem Beschließen und Führen nicht kalkulierbaren Gott zu tun haben, der nicht nur „mitmischt“, sondern in allem die Regie führt. (Voigt)
  • Nicht, dass die Bauleute nicht bauen sollten – aber: Ps 127,1! Was immer wir tun oder lassen werden, Gott wird entscheiden (im neuen Jahr). Wir dürfen nicht so tun, als wenn Gott nicht wäre. (Voigt)
  • Wegen der Ungewissheit der Zukunft besteht kein Anlass zu Furcht oder Inaktivität. Diese Unsicherheit des Lebens sollte uns vielmehr veranlassen, uns unserer völligen Abhängigkeit von Gott bewusst zu werden und sie zu bejahen. (Barclay)
  • Die hier ausgesprochene Erkenntnis würde auch gelten, wenn Gott nicht wäre. … Wir gehen ins unbekannte Morgen. Das Leben ist ein Abenteuer. Man kann Versicherungen abschließen, aber eben damit gesteht man sich und anderen das Risiko ein. (Voigt)
  • Aus dem, was wir heute tun, entsteht das Morgen. (Voigt)
  • „Ihr wisst nicht, was morgen ist“, bezieht sich auf das persönliche Schicksal des einzelnen. (Voigt)
  • „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.“ … Wir werden es nicht bedauern, dass es so ist. Die Zukunft birgt nicht nur Probleme und Schwierigkeiten, sie wird uns Geschenke, Bereicherungen, beglückende Überraschungen bringen. (Voigt)
  • „Unverhofft kommt oft.“ … Wie gut, dass das Leben nicht immerzu nach bekanntem Programm verläuft, so dass man jede Einzelheit des Lebens voraussagen kann. … Die Gleichförmigkeit des Alltags ödet uns an. Das Unerwartete fasziniert. Gottes Welt ist reich. Seine Gaben und Fügungen sind vielfältig. (Voigt)
  • Wer nichts erwartet, erlebt auch nichts. „Ihr wisst nicht, was morgen ist“: Das kann als Hinweis auf offene Möglichkeiten, auch Chancen auf unerwartetes Glück, verstanden werden. (Voigt)
  • Auch Beschwerliches, Bedrückendes, Verwundendes wird in diesem Jahr kommen. Dies gehört zum „Abenteuer“ des Lebens. Gut, dass wir es nicht voraussehen. Gott meint es gut, wenn er uns die zu bewältigenden Belastungen nur von Fall zu Fall zuteilt und uns nicht nötigt, zusätzlich noch ein bedrückendes Vorwissen mit uns herumzuschleppen. Dies setzt freilich voraus, dass wir bereit sind, uns von Tag zu Tag unser Pensum an Glück und Leid zuteilen zu lassen.
  • Herr schicke, was du willst, ein Liebes oder Leides. Ich bin vergnügt, dass beides aus deinen Händen quillt. (Ed. Mörike in Voigt)
  • Zu dem Nichtwissen gehört auch, dass uns die Frist unseres Lebens unbekannt ist. … Eines Tages – Gott weiß ihn schon – werde ich nicht mehr dabei sein. Dieses nicht wissende Wissen durchkreuzt am deutlichsten, durchkreuzt unwiderleglich meine illusionäre Selbstmächtigkeit. (Voigt)
  • Der Text erinnert an Lk 12,16-20. (Voigt)
  • Die 3. Bitte des Vaterunsers hat sicher einen eschatologischen Sinn: Wie Gottes Wille im Himmel geschieht, so möge er sich auch – gegen alle Widerstände – auf Erden durchsetzen. Aber die Bitte darf wohl auch auf die Schritte des Vertrauens in unserm Alltag bezogen werden, auch dann, wenn es ganz schwer werden sollte (Mt 26,39c). (Voigt)
  • Stellen wir uns auf den für uns unvorhersehbaren lenkenden, zuteilenden, wegweisenden, Räume zu- und aufschließenden Willen Gottes ein, dann werden wir uns nicht an dem wund reiben, was auf uns zukommt, sondern, gefasst auf Überraschungen, auf das eingehen, was er uns zugedacht hat. (Voigt)
  • Vers 15 überrascht. … Jetzt zeigt sich, dass dieser Wille Gottes nicht nur Wege versperrt und Möglichkeiten abschneidet, unser Wollen und Wissen begrenzt und so in die Schranken weist, sondern dass eben dieser Gotteswille Möglichkeiten eröffnet, Leben schenkt und Chancen gibt. „So sollt ihr sagen!“: „Wenn der Herr will, werden wir sowohl leben als auch dies und jenes unternehmen.“ … Wir dürfen damit rechnen, dass der Herr tatsächlich „wollen“ wird“ (Voigt)
  • Von Gott kommt nur Gutes (1,17): Gott will nur Gutes. … Gott gibt Leben und die Möglichkeit zum Wirken. „Wir werden leben und dies und jenes tun“: Dies weist ja gerade auf die Fülle der Möglichkeiten. Gott hat uns als freie Geschöpfe gewollt, die – innerhalb des Freiraumes der von ihm gewährten Möglichkeiten – sich entfalten und wirksam werden sollen. (Voigt)
  • Ausschöpfen, was Gottes Wille anbietet! (Voigt)
  • Ist mit dem „kyrios“ Christus gemeint, dann steht hinter diesem Namen (1,1a) eine bestimmte Gotteserfahrung, eben die des „Glaubens an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit“ (2,1). Dann versteht man sich als „geschaffen nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf das wir wären Erstlinge seiner Kreatur“ (1,18). Wobei mit dem „Wort der Wahrheit“ das Evangelium und mit „Geschaffen“ die Wiedergeburt gemeint ist. Dann dürften wir in unserem Text das „Leben und Tun“ auf den Willen beziehen, der uns Sündern (4,8) die neue Möglichkeit des Lebens und Tuns gewährt. Vielleicht ist der Brief gar nicht so „strohern“, wie Luther ihn darstellte. (Voigt)
  • Unser Text will uns heute ermutigen zu neuem Anfang unter dem guten Willen unseres Herrn, der uns – er weiß, wie lange noch – das Leben in der Zeit gewährt und uns erlaubt, Ihm und seinen Menschenbrüdern zu dienen. (Voigt)
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