30-2 Auferstanden nach der Schrift – 1Kor 15,1-11

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1Kor 15,1-11

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

o    Wo finden sich in unserem Text allgemein bekannte und anerkannte alte Bekenntnisse, auf die Paulus sich bezieht?

o    Warum „erinnert“ Paulus die Korinther?                                1

  • Was für eine Gemeinde waren sie in Korinth?

o    Kann man anstatt „Brüder“ auch „Geschwister“ sagen?

o    Beachte mit welchem Adjektiv die Brüder bezeichnet werden!

o    Was ist der Inhalt des „Evangeliums“?

  • Was ist mit „angenommen“ gemeint?
  • Wie kann man im Evangelium „fest stehen“?

o    Wo steht in der Apostelgeschichte etwas über das Wirken des Paulus in Korinth?

o    Wie ist das gemeint: „… selig werdet, wenn …“?                  2

  • Sind Christen selig geworden oder werden sie es erst?

o    Warum ist es Paulus wichtig, dass das Evangelium „in der Gestalt“ festgehalten wird?

  • Beachte was für eine Autorität Paulus für sich beansprucht!
  • Woher ist er sich so sicher, dass er richtig verkündigt hat?

o    Was meint Paulus mit: „umsonst gläubig geworden“

  • Wann ist man „umsonst gläubig geworden“?

o    Was war das Problem in der Gemeinde?

  • Weshalb argumentiert er so hart und kompromisslos?

o    Beachte das begründende, betonte „denn als erstes“!            3

o    Was ist „weitergeben“?

  • Von wem hat Paulus seine Botschaft empfangen?

o    Was sind die 4 wichtigen Bekenntnisse in den Versen 3b-5? 3-5

  • Kläre für dich die Wichtigkeit jedes einzelnen Punktes!
  • Zweimal: „nach der Schrift“!
  • Suche zu den Punkten alttestamentliche Aussagen!

o    Wer ist „Kephas“? Wer sind die Zwölf?                                 5

  • Wie und wann wurde Jesus gesehen?

o    Was meint das „danach“?                                                   6

  • Wann könnte das Treffen mit den 500 gewesen sein?

o    Warum ist es Paulus wichtig, dass „die meisten noch leben“?

  • Warum erwähnt er die, die „entschlafenen“ sind?

o    Noch zweimal „danach“!                                                      7

  • Wer ist „Jakobus?
  • Wer sind „alle Apostel“?
  • Ist das eine Doppelung zu Vers 5?

o    Beachte „zuletzt“ im Gegensatz zu „danach“!                                   8

  • Wer ist mit „von allen“ gemeint?

o    „Unzeitige Geburt“ = Frühgeburt: Warum schreibt Paulus so über sich?

o    Wann, wo und wie hat Paulus Jesus gesehen?

o    Gibt es einen Zusammenhang zwischen „zuletzt“(8) und „denn“ (9)?

o    Wieso bezeichnet sich Paulus als den „Geringsten“?                        9

  • Beachte: „unter den Aposteln“!

o    Woher nimmt er dieses Selbstbewusstsein trotz seiner Vergangenheit?

  • Wie kann er Apostel sein, wenn er es „nicht wert“ ist?

o    Wie ist das Wort „Apostel“ bei Paulus gefüllt?

o    Wo steht darüber geschrieben, wie Paulus die Gemeinde verfolgt hat?

o    Beachte das „ABER“ (Gottes)!                                            10

  • Was für eine gute Nachricht! – Denk darüber nach!
  • Wo gibt es dieses „aber“ in deinem Leben?

o    Was ist „Gottes Gnade“?

  • Was „ist“ Paulus durch diese Gnade?

o    Warum schreibt Paulus so betont: „nicht vergeblich gewesen“?

  • Vergleiche diese Aussage mit 2b!

o    Beachte das starke zweimalige „sondern“!

  • Warum betont er seinen Einsatz so stark?
  • Was meint er damit, dass die „Gnade Gottes“ gearbeitet hat?

o    Was tut „die Gnade Gottes in dir“?

o    Was ist mit dem zweimaligen Wort „so“ in Vers 11 gemeint? 11

  • „So“ – Wie?
  • Was genau wurde gepredigt und geglaubt?
  • „Habt geglaubt“ – Glauben sie nicht mehr (richtig)?

o    Wer sind „jene“?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

o

o

o

o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

o

1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

o

2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

o

o

o

o

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Auch dieses Kapitel von der Totenauferweckung ist nicht das Kapitel eines Lehrbuches der Dogmatik, sondern ist der Abschnitt eines Briefes, der auf bestimmte Gedanken, Vorstellungen und Einwände der Briefempfänger eingeht. (de Boor)

o    Die eigentliche Thematik wird erst ab Vers 12 deutlich. Paulus verweist auf ein Glaubensbekenntnis (Credo) und damit auf die grundlegende Verkündigung. (Voigt)

o    „Ich erinnere“ (1) = „ich deklariere feierlich“ – eine aus apostolischer Vollmacht fließende Festlegung. (Voigt)

o    „in der Gestalt“ (2) = mit welchem Wortlaut (Voigt)

o    Wieviel Lehre das Evangelium auch enthalten mag, als solches ist es nicht eine zu lernende Lehre, sondern „Kraft Gottes zur Rettung“ (Röm 1,16), „Torheit Gottes“ zur Rettung der „Glaubenden“ (1,21). … Das Evangelium wird nicht nur gelernt und gewusst, sondern persönlich „angenommen“ (1). Es ist ein Lebensfundament, auf oder in welchem man „steht“, und es ist nicht Gegenstand interessanten Wissens, sondern das einmalige Mittel der „Errettung“ aus ewigem Verderben. (de Boor)

o    Vergeblich zum Glauben gekommen zu sein (2), das Evangelium nicht in seinem vollen Wortlaut behalten zu haben, das hieße, nicht gerettet zu sein! (de Boor)

o    „empfangen“ (3) – Die Korinther sollen sich seinen Darlegungen nicht mit der Ausrede entziehen können, es handele sich nur um Sondermeinungen des Paulus. (de Boor)

o    „denn als erstes“ = „vor allem!“ – Es ist eine wesentliche Tat der Reformation, dieses „Zentrum“ wieder zur klaren Mitte des gesamten Schriftverständnisses und aller Verkündigung gemacht zu haben. (de Boor)

o    Splitter dieses Glaubensbekenntnisses tauchen, zitierend bzw. variierend angewendet, häufig auf, auch an nichtpaulinischen Stellen (2Tim 2,8; 1Petr 2,21ff; 3,18ff; Mk 8,31; 9,31; 10,32; Apg 10,42). (Voigt)

o    Bei „für unsere Sünden – nach der Schrift“ (3) wird man an Jes 53 zu denken haben. (Voigt)

o    Wie gewiss ist unsere Errettung, unsere klare Stellung vor Gott, wenn Gott dieses Äußerste für uns getan hat! (de Boor)

o    „auferstanden ist“ (4) Das Passiv verhüllt das Subjekt des Erweckens: Gott. (Voigt)

o    „am dritten Tage“: Hos 6,2 nach der LXX (Voigt)

o    Die Auferweckung des Herrn ist keine „Lehre“, sondern eine Botschaft von einer Wirklichkeit, die „gesehen“ worden ist und darum bezeugt werden kann. … Nicht die Auferweckung als solche wurde gesehen, wohl aber der auferweckte Herr. (de Boor)

o    Hier ist etwas geschehen, was die Lage zwischen Gott und uns Menschen total veränderte. (de Boor)

o    Gottes Tat in der Auferweckung des Gekreuzigten bestätigt die Tat Jesu in seinem Sterben und schenkt uns unsern Erretter für immer in lebendiger Gegenwart. (de Boor)

o    Was nach Vers 5 folgt, scheint Paulus der Formel hinzuzufügen. (Voigt)

o    Die Nichterwähnung der Frauen, die Jesus zuerst sahen (Mt 28,9f; Mk 16,9; Joh 20,11) besagt keineswegs, dass Paulus diese ersten Zeugen der Auferstehung nicht gekannt habe. Aber sie sind in der damaligen Zeit als „amtliche“ Zeugen nicht brauchbar. (de Boor)

o    Jesus wiederzusehen, muss für Jakobus (7) nach seiner früheren Stellung zu Jesus (Joh 7,3-5; Mk 3,21.31) ein erschütterndes Erleben gewesen sein. Zugleich hatte es weitreichende Folgen für die Geschichte der Urgemeinde. Jakobus wurde schließlich der eigentlich führende Mann in Jerusalem (Apg 12,17; 15,13; Gal 2,9). (de Boor)

o    „Frühgeburt“ (8): Es ist mit Paulus nicht normal gegangen (wie er auch vor seinen Gegnern freimütig bekennt). (Voigt)

o    „ektroma“ ist nicht „Frühgeburt“, sondern bezeichnet den lebensunfähigen, durch einen Abort aus dem Mutterschoß hervorgegangenen Embryo. So steht es in der LXX von Hiob 3,16; Ps 58,9; 4Mo 12,12. Das Wort kann aber auch, so wie unser Ausdruck „Missgeburt“, als Schimpfwort verwendet werden und das „Scheusal von Geburt an“ bedeuten. (de Boor)

o    Wenn Paulus überhaupt ein wirklicher Apostel ist, dann ist er so etwas wie „die Fehlgeburt“ oder „die Missgeburt“ eines Apostels. Denn die Aufgabe eines Apostels ist der grundlegende Aufbau der Gemeinde Gottes. Paulus aber hat die Gemeinde Gottes verfolgt (9) und sie zu vernichten gesucht (Gal1, 13). (de Boor)

o    Wenn er dennoch ein Apostel ist (10), dann ist darin die freie Gnade Gottes in ihrer ganzen Mächtigkeit zu sehen. (de Boor)

o    Die Gnade Gottes (10) ist ihm persönlich zugewandt, aber sie erschafft überhaupt den Apostel (Röm 1,5; 12,3; Eph 3,8). Sie schuf den Erfolg. (Voigt)

o    Gnade macht tätig, Gnade ermächtigt und befähigt zum Einsatz, Hingabe, Arbeit und Leiden. (de Boor)

o    Für Paulus gehört zusammen, was wir so leicht auseinanderreißen und gegeneinander kehren: „Gnade“ und „Arbeit“, reine Demut und sachliches Selbstbewusstsein. (de Boor)

o    „viel mehr gearbeitet“ (10) – Auch diese Tatsache ist lauter Gnade. … Echt Demut setzt sich nicht künstlich selbst herunter, sie würde damit auch die Gnade Gottes herabsetzen, sondern bekennt es in dieser eigentümlichen Verbindung von Demut und wahrhaftigem Sehen auf das eigene Lebenswerk: „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin“. (de Boor)

o    Im 11. Kapitel des 2. Briefes geht er ausführlich darauf ein. Die Verse 21-33 sind eine mächtige Illustration zu dem kurzen Satz: „Viel mehr als sie alle habe ich gearbeitet.“ (10). (de Boor)

o    Paulus stimmt seinen Gegnern in Korinth völlig zu: „Am letzten von allen“ sah er Jesus; nur eine „Fehlgeburt von Apostel“ ist er, der geringste unter allen, nicht tauglich, ein Apostel zu heißen. Sie haben recht, die ihn gar nicht als Apostel anerkennen wollen und einen Petrus hoch über ihn erheben. Paulus hat alle seine Aussagen in der Zeitform der Gegenwart gemacht und von seiner Untauglichkeit zum Apostel nicht als von einer überholten Vergangenheit gesprochen. Aber nun sollen sich die Korinther hüten, gegen Gottes Gnade zu streiten, die ihn dennoch zum Apostel berufen hat. (de Boor)

o    Paulus gibt im Vers 10 den lebendigen, geheimnisvollen Tatbestand wieder: Er, wirklich er selbst, hat gearbeitet, geleistet, gelitten, und ohne seinen totalen Einsatz wäre alles nicht geworden, was nun als apostolisches Werk vor den Korinthern steht. Und doch war zugleich alles Gnade. Paulus kann nichts sich selbst zuschreiben und hat keinen prozentualen Anteil am Werk der Gnade, den er für sich in Anspruch nehmen könnte. (de Boor)

o    „predigen“ (11) – Hier steht das Wort „herolden“, das stärker als das Wort „evangelisieren“ die unbedingte Bindung an den bestimmten Auftrag hervorhebt. (de Boor)

o    „Herold“ ist er, Paulus, der die Botschaft des Königs in strenger Treue ausruft. Darum sagt er grundsätzlich das gleiche wie Petrus, Johannes und Jakobus. (de Boor)

o    Die Gemeinde Jesu ist schwer gefährdet, wenn ihre Prediger nicht mehr einmütig sagen können: „Sei nun ich es oder jene, so verkündigen wir, und so habt ihr es glaubend angenommen!“ (de Boor)

 

o    Wer versuchen würde, die Osteraussagen des Neuen Testaments zu einem stimmigen System von Fakten und Deutungen zusammenzuordnen, käme unvermeidlich in die Brüche. … Dies alles kriegen wir nicht unter einen Nenner. Es sieht schlecht um die Sache des „Angeklagten“ aus. (Voigt)

o    Wenn mit Jesu Auferstehung die neue, eschatische Welt anbricht, das Unverwesliche (15,42.50), dann kann man nicht versuchen wollen, die Erfahrungen, Tatbestände und Gesetzmäßigkeiten des Alten und Verweslichen zum Maßstab zu machen. … Dann hat man es aber mit einer Sache zu tun, mit der man erfahrungsmäßig und gedanklich nie zurechtkommt und in der keine unserer Rechnungen aufgehen wird. (Voigt)

o    Wundert es uns, wenn wir die ersten Osterzeugen fassungslos finden (Mk 16,8; Mt 28,8.17; Lk 24,5.37) und wenn die Gemeinden in Jahrzehnten mündlicher Überlieferung das, was ihr übergeben wurde, nicht nur aufgenommen, gesammelt, sondern auch, so gut sie vermochten, gedeutet und eben damit gefiltert haben. (Voigt)

o    Die neutestamentliche Überlieferung ist an dem auferstandenen Jesus Christus interessiert und an den Begleitumständen nur insoweit, als sie auf sein Auferwecktsein hinwiesen. (Voigt)

o    Die Pharisäer glaubten fest an die Auferstehung der Toten. Aber es ist eben zweierlei: So etwas zu denken und zu erwarten – und dem am vorletzten Tag Hingerichteten plötzlich zu begegnen. (Voigt)

o    Das Osterkapitel des Paulus beginnt mit dem Hinweis auf die Überlieferung. … Wir sind zu diesem Gemeinsamen nicht durch gegenseitige Abstimmung oder Kompromisse gekommen. Uns verbindet, was vom Ursprung her aus uns gekommen ist. (Voigt)

o    Der „Ursprung kann beim Evangelium nicht in uns selber liegen. Unser Glaube hängt an dem, was Gott uns zugut hat geschehen lassen (Auferstehung). Und wenn es um Geschehenes geht, hilft weder die blühende Phantasie noch die aufregende Ekstase. Hier kann man sich nur sagen lassen, was geschehen ist. (Voigt)

o    Die Verse 3-5 sind ein Stück Katechismus der Urchristenheit, Kristallisationskern unseres sogenannten Apostolischen Glaubensbekenntnisses.

o    Was zunächst niederschmetternd und auseinandersprengend über die Jünger gekommen war (Karfreitag) und dann furchterregend und um alle Fassung bringend (Ostern), hat sich dem ruhigen Nachforschen (der ersten Christen) als Gottes eigenes Tun erwiesen. Gott hat Jesus auferweckt. Die Wende von einem Tag zum übernächsten ist nicht von ungefähr gekommen. Beides, das Sterben wie das Erwecktwerden, ist „in Übereinstimmung mit den Schriften“ geschehen. Also war es Gottes Sache, längst zuvor bedacht und sogar verkündigt (Röm 1,2). (Voigt)

o    Ein grauenhafter Tod, in dem die Sünde des Menschen triumphierte und der, der ihn sterben musste, nicht nur an den Menschen gescheitert war, sondern auch vor Gott verspielt zu haben schien, erwies sich zu Ostern als ein Tod für uns. (Voigt)

o    Er ist wieder da! Auf eine ganz neue Weise: Nicht mehr bzw. nicht wieder in alten, armen, begrenzten, niedrigen, verletzlichen, zuletzt dem Tode verfallenen Leben, sondern unverweslich, von keinem Tode einzuholen. (Voigt)

o    Das „Leben und unvergängliche Wesen“, das Jesus in seiner Auferstehung „ans Licht gebracht“ hat (2Tim 1,10), gehört dem Eschaton zu, dem schlichten Neuen, das Gott aus dem Nichts hervorruft (Röm 4,17). (Voigt)

o    Da gehen neue Räume auf. Da wird, wie wenn man bei einer Bergbesteigung den Grat erreicht, ein ganz neuer Horizont eröffnet. Und zwar – für uns! Denn der Jesus, der hier auferweckt ist, das ist doch „unser Mann“! Gestorben ist er, weil er sich für uns stark machen und unsere Hölle auf sich nehmen wollte. Also gilt seine neue Lebendigkeit auch für uns als die neue Perspektive. (Voigt)

o    Gerade die gemeinsam verantwortete knappe Formel – dem „Wortlaut“ nach (2) – macht unsern Glauben eindeutig. Hinter ihr steht die Glaubenssicherheit derer, die vor uns waren und mit uns sind. (Voigt)

o    Wir geben nur weiter, was wir empfangen haben (3). (Voigt)

o    Der Überlieferung haftet der Verdacht an, dass sie mit toten Gegenständen umgeht. Einmal deshalb, weil die Traditionskette schon so lang ist und immer länger wird – was kann sich schon durch die Jahrhunderte am Leben erhalten? Kann denn Glaube von geborgten Erfahrungen leben? (Voigt)

o    Abhängig sollen wir nicht von fremdem Glauben sein, wohl aber von der Selbstbezeugung Gottes in Jesus Christus. Nicht an der Gläubigkeit anderer Menschen entzündet sich unser Glaube, wohl aber an dem, was Gott selbst durch sie und ihr Zeugnis uns zu wissen gibt und anbietet. (Voigt)

o    Wir sind an das apostolische Zeugnis gebunden, weil es aus der historischen und sachlichen Nähe zu dem „unter Pontius Pilatus“ Geschehenen kommt. (Voigt)

o    Wann und wo immer das Evangelium gepredigt wird, bis zum Jüngsten Tage: Immer wird es ein lebendiges, immer heutiges Gespräch Gottes mit uns sein. Aber immer wird dieses Gespräch rückbezogen und gefüllt sein mit dem, was Gott in Christus einst getan hat. (Voigt)

o    Wir befinden uns mit dieser Liste der Augenzeugen (5-8) und mit den Erfahrungen, die diese gemacht haben, innerhalb der „Klammer“ des Glaubens. Historisch fassbar ist nur, dass Paulus behauptet, die hier Genannten, zuletzt er selbst, hätten den auferstandenen Herrn gesehen. (Voigt)

o    Theologie bekennt sich dazu, von der erfahrenen Selbstkundgabe Gottes auszugehen und – bewusst auf dem Boden des Glaubens in Behauptungen zu reden: So hat Gott geredet, gehandelt, sich festgelegt. (Voigt)

o    Diskussionen sind sinnlos. Nicht sinnlos wäre allerdings die Verkündigung. Diese wendet sich auch an die Nichtglaubenden, aber sie tut es in der Erwartung, das Glaube entsteht. Nur wenn er entsteht, wird die Erfahrung der ersten Zeugen für den (neuen) Glaubenden relevant. (Voigt)

o    Hinter der Glaubensformel steht Begegnung mit dem Auferstandenen. … Hier wurde also nicht nur etwas behauptet und formuliert, hier ist etwas erlebt und erfahren worden! (Voigt)

o    In der Erscheinung des Auferstandenen liegt immer zugleich Beauftragung und Bevollmächtigung. (Voigt)

o    Die Ostererfahrung ist jedenfalls das Gemeinsame und daher Einende (unter den so unterschiedlichen Zeugen). Paulus weiß, dass er als das „Siebenmonatskind“ im Kreis der Apostel als Mensch und Person untenan steht, als Beauftragter aber voll im Amt und Dienst ist: Von mehr als „Gnade lebt kein Apostel, und die Gnade hat sich in seinem Leben als effektiv erwiesen. (Voigt)

o    Menschen stehen mit ihren Glaubenserfahrungen für die Predigt vom Auferstandenen ein. (Voigt)

o    Die Zeugen beglaubigen nicht nur die Überlieferung. Sie kennen den lebendigen Herrn und haben seine Wirksamkeit in seiner Kirche erfahren. (Voigt)

o    Wir haben es nicht bloß mit den Nachwirkungen seines irdischen Werkes zu tun, seiner Taten, Worte, Anordnungen, Stiftungen; sondern wir haben es mit Ihm selbst zu tun. Dies beglaubigt die Erfahrung der ersten Zeugen. Am greifbarsten wird uns dieses Wirken Christi daran, wie Er seinen erbitterten Feind, den Pharisäer aus Tarsus, umwirft und in Seinen Dienst nimmt. Paulus weiß aus Erfahrung, dass Jesus nicht eine Größe der Vergangenheit ist. (Voigt)

o    Apostel (7) sind Gesandte, also Missionare, Prediger, Botschafter. Dass der Gekreuzigte auferstanden ist, das ist, indem es ihre Erfahrung ist, zugleich das Fundament der Gemeinde Jesu. (Voigt)

o    Gott hat sich nicht anders als „im Fleische“ offenbart, in einem bestimmten Stück Geschichte, zu bestimmter Zeit, an bestimmten Orten, eben in diesem Jesus von Nazareth, dem Christus. Kennen können wir den Herrn nur von daher – deshalb werden wir immer auf das fundamentale apostolische Zeugnis angewiesen sein. (Voigt)

o    Es gäbe die Gemeinde gar nicht, wäre der Gekreuzigte nicht auferstanden. Und sie wäre nicht, was sie ist, wenn der auferstandene Herr in ihr nicht wirksam wäre. (Voigt)

o    Gottesdienst ist Osterereignis: Wir leben nicht von Jesuserinnerungen. Wir erfahren im Wort und in den Sakramenten Jesusbegegnungen. (Voigt)

o    Wir sollten uns immer daran erinnern, dass wir uns als eine österliche Kirche ansehen und verstehen sollen. Jeder Sonntag, den wir begehen, ist ein Osterfest. (Voigt)

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