55-5 Gottes Himmelsleiter – 1Mo 28,10-19a

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1Mo 28,10-19a

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

o    Wer war Jakob?                                                                 10

  • Was bedeutet der Name „Jakob“?

o    Wo liegt „Beerscheba“, wo „Haran“?

  • Warum verließ Jakob Beerscheba?

o    Warum schläft man in der Wüste mit dem Kopf auf einem Stein?   11

o    Was für ein Traum!                                                             12-15

o    Welche Rolle spielten Abraham und Issak für Jakob?            13

o    Um welches Land geht es hier?

  • Was will Gott mit diesem Land machen?

o    Was wird mit den Nachkommen Jakobs geschehen?                        14

  • 1Mo 13,14-15

o    Wie wurde Israel zum Segen für die Völker der Erde?

o    Was verspricht Gott Jakob?                                                15

  • Bedenke die einzelnen Punkte ganz praktisch!
  • Welches Versprechen Gottes war wohl für Jakob das wichtigste? Warum?

o    Wie reagiert Jakob auf diesen gewaltigen Traum Gottes?       16-17

  • Was „wusste“ Jakob nicht, was beunruhigt ihn?

o    Ist es etwas Besonderes, wenn der Herr an einer „Stätte“ ist?

  • Was meinte Jakob mit „Gottes Haus“?
  • Was hat das „Haus Gottes“ mit der „Pforte des Himmels“ zu tun?

o    Jakob hatte Zeit zum Nachdenken bis „früh am Morgen“!       18

o    Warum richtet Jakob den Stein auf?

  • Wozu das Öl auf dem Stein?
  • Was symbolisiert das Öl in der Bibel?

o    Was meint das Wort „Steinmal“?

o    Warum benennt er den Ort um?                                          19

  • Was bedeutet das Wort „Bethel“?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

1.6 Neutestamentliche Gedanken

o    Gottes Gegenwart an jedem Ort       à Mt 28,18ff

o    Paulus begegnet Jesus       à Apg 9,3-5

o    Paulus in Korinth     à Apg 18,9-10; 23,11

o    Meine Schafe hören meine Stimme  à Joh 10,27

o    Anbetung Gottes im Geist und in der Wahrheit à Joh 4,21ff; Apg 7,48f

o    Trotz Schuld und Versagen von Gottes „Bodenpersonal“ baut Gott Sein Reich weiter aus

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Vers 10 ist Anschluss an die Betrugsgeschichte. Jakob ist auf der Flucht (27,41-45), das Ziel – Haran – hat die Mutter ihm geraten (27,43). (Voigt)

o    Den plötzlichen Aufbruch vertuscht Rebekka, selbst Isaak fällt auf die brilliante Ausrede rein (28,1f). … Bettelarm macht sich Jakob auf den Weg in die Ferne (32,10), voller Sorgen um die Zukunft. In seiner Situation wird ihm ein Erlebnis zuteil, dass ihn aufrichtet und bestärkt. Davon spricht unser Abschnitt. (Gradwohl)

o    Vom „Brunnen des Schwurs“ (Beersheba) bis nach Haran sind es 900 km Luftlinie. … Die genaue Route kennt Jakob nicht, er muss sich bei den ansässigen Leuten durchfragen. Zufällig – dies bedeutet „und er kam“ (11) – kommt er „an die Stätte“ (etwa 17 km nördlich von Jerusalem), die er Bethel, „Haus Gottes“ nennen wird (19). (Gradwohl)

o    Ob es nur ein einziger Stein war (11), oder mehrere lässt sich nicht ausmachen. … Nach El’asar dienten die Steine nicht als Kopfstütze für den Wanderer, sondern als „Waffe“ gegen wilde Tiere. (Gradwohl)

o    Gott wohnt im Himmel, aber Er erscheint auf Erden. Die große Freitreppe schafft die Verbindung (12). Die Engel sind nicht geflügelt. Sie benutzen die Treppe. (Voigt)

o    Der Midrasch sieht in den Engeln Jakobs Schutzengel: „Sie steigen hinauf und hinab“ – Jene, die ihn im Land Israel begleiteten, steigen auf. Jene, die ihn im Ausland begleiten werden, steigen hinab. … Nach der Rückkehr, zwanzig Jahre später, trifft er abermals auf die Boten Gottes (31,38-42), und wiederum wird sein Vertrauen in Gott gekräftigt. (Gradwohl)

o    Die Boten Gottes schweigen, doch Gott, der über der Leiter oder bei Jakob steht (beide Deutungen sind möglich), redet. (Gradwohl)

o    Die Erscheinung als solche offenbart Gott nicht. Dies geschieht erst im Wort, in dem Jahwe sich als Gott der Väter zu erkennen gibt. (Voigt)

o    Jakob muss als Flüchtiger das Land verlassen, und in diesem Augenblick wird es ihm erneut zugesagt (13). (Voigt)

o    Jakob ist nicht nur flüchtig, sondern auch noch ledig. (Gradwohl)

o    Der Segen, den Jakob nach 27,27f erlistet hat, ist in Kraft (14). (Voigt)

o    Die Gegenwart Gottes an einem bestimmten Ort ist von unserm Bewusstsein unabhängig, sie kann nur entdeckt werden (16). (Voigt)

o    Fünf Zusagen werden Jakob zuteil: der Besitz des Landes, eine Nachkommenschaft, der Segen, der Schutz und die Rückkehr. (Gradwohl)

o    Wer Gott erfährt, fürchtet sich, und der Ort selbst ist „furchterregend“, „schauerlich“ (17)

o    Jakob fürchtet sich, weil er sich eventuell nicht der Heiligkeit des Ortes entsprechend verhalten hat. (Gradwohl)

o    Die Stätte auf der Erde nennt Jakob „Haus Gottes“ und die Stätte am Himmel „Himmelspforte“. (Gradwohl)

o    Der Name Bethel (Haus Gottes) wird erklärt (17+19). „Himmelstor“ beschreibt die Funktion: Hier bekommt man „Zugang“ zu Gott. (Voigt)

o    Bethel war Orakelstätte (Richt 20,18.26f) und Wallfahrtsort (1Sam 10,3). Später wurde es zum Reichsheiligtum (Amos 7,13). König Jerobeam hatte eines der beiden Stierbilder in Bethel aufstellen lassen: Siehe, das ist dein Gott“ (1Kön 12,28 – Das Stierbild für den unsichtbar anwesend gedachten Jahwe). Es war dann ein starkes Stück, dass Josia das Heiligtum zerstörte (2Kön 23,15ff). (Voigt)

o    Im 5Mo 16,22 wird das Verbot von „Mazzeben“ (Steinmal) erlassen, „die der Herr, dein Gott, hasst“. Doch diese Steinmale sind Steinmale zu Ehren der Götter. Steinmale für Gott sind gestattet. Mose errichtet 12 Steine (2Mo 24,4). Jakob wird bei seiner Rückkehr einen Altar bauen (35,7). Das Steinmal ist für ihn ein Kennzeichen des Ortes. Er besitzt keine göttliche Qualität. (Gradwohl)

o    „Jeder trug eine kleine Ölflasche zur Salbung des Körpers mit sich. In 2Kön 4,2 besitzt die Frau den „kleinen Ölkrug“. (Goldschmidt in Gradwohl)

o    Durch das Salben wird der Stein zum Kultstein und auch nach Jahren noch erkennbar. (Gradwohl)

 

o    Jakob entdeckt zu seiner größten Überraschung: Hier ist die Stelle, an der eine Himmel und Erde verbindende Treppe (Rampe, Leiter) auf der Erde „aufsitzt“ (12), also die Kontaktstelle zwischen der Wirklichkeit Gottes und der Erdenwelt. (Voigt)

o    Der Traum besteht aus drei Elementen, Sie werden jeweils durch „siehe“ eingeleitet (12f). (Siehe, eine Leiter – 12b; siehe, die Engel – 12c; Und sieh, der Herr – 13) (Gradwohl)

o    Bethel als Ort ist für uns abgetan. Aber was einst in Bethel geschehen ist, das ereignet sich überall dort, wo Jesus Christus ist. (Voigt)

o    Jesus Christus ist unser „Bethel“. Er ist der Stein, den man „Wohnung Gottes“ nennt (22). Er ist die Stelle in der Welt, an der die Verbindung zwischen „oben“ und „unten“ hergestellt ist. Sucht man Verbindung mit Gott, dann muss man dieses „Bethel“ suchen (Amos 5,5). Hier hat der „Himmel“ ein „Tor“ (17), den Durchlass, den die Engel Gottes benutzen. Jesus steht an dieser Kontaktstelle, Er ist sie. (Voigt)

o    Engel führen Gottes Aufträge auf der Erde aus. In der ganzen Bibel haben sie keine Eigenbedeutung. Sie sind nur Diener und Werkzeuge Gottes. (Voigt)

o    Es ist ein Unterschied, ob Gott „da ist“ oder ob Er „dir da ist“ (Luther in Voigt)

o    Man könnte sagen: Christus ist überall. Aber für uns, so dass man ihn haben und mit Ihm Kontakt gewinnen kann, ist Er in seinen Gnadenmitteln. (Voigt)

o    Das man Gott haben könne auch ohne Predigt und Sakramente, ist die irrige Meinung, mit der viele, die Christen zu sein meinen und es auch sein wollen, sich für ihre gottesdienstliche Abstinenz ein gutes Gewissen machen. (Voigt)

o    Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes“ (1Kor 2,14): Mit diesem Satz sind alle schwärmerischen … Träume erledigt. Wo nicht „Bethel“ ist, können wir nicht zu Gott gelangen. (Voigt)

o    Die Heiligkeit des Ortes wird hier, wie sonst, als etwas objektiv Vorhandenes vorgestellt. Der Ort war schon heilig, und die Leiter stand daselbst, ehe die Menschen etwas davon wussten. … Der Glaube bringt doch nichts hervor, er empfängt, was sich ihm anbietet. (Voigt)

o    Jakob war auf nichts aus, hat nichts gewusst, nichts geahnt – aber er hat entdeckt: Hier ist die Kontaktstelle zwischen Himmel und Erde, „Gottes Haus“. (Voigt)

o    Dem Jakob ist Gott begegnet, übrigens – nach dem Verlauf der bisherigen Jakobsgeschichte – zum ersten Mal. (Voigt)

o    Dass wir zu Gott Vater sagen dürfen, rechtfertigt nicht die unter uns mitunter anzutreffende plumpe Vertraulichkeit. (Gott ist und bleibt zu fürchten.) (Voigt)

 

o    Jakob interessiert hier als der Stammvater Israel. In ihm schaut Israel sich selbst an. In seinem Geschick, in seiner Schuld, in der ihm widerfahrenden Begnadigung sieht Israel im Voraus abgebildet, was es selbst ist und tut und leidet. (Voigt)

o    „Einige Zeit“ hatte die Mutter gemeint, werde er abwesend sein müssen (27,44). In Wirklichkeit hat ihn der Betrug zwanzig Jahre seines Lebens gekostet. (Voigt)

o    Wie steht es mit dem kräftigen Wort Gottes, das dem Jakob das Land, seine Fruchtbarkeit, den Vorrang unter seinen Brüdern, ja vor allen Völkern verbürgt? … Nun ist alles vertan und verspielt. … Jakob flieht – zum Bruder seiner Mutter, nach Haran. Man muss wissen, er flieht, trotz der Familienbeziehungen, in heidnisches Land, für israelitisches Denken, in ein Land, in dem man Israels Gott nicht finden und erreichen kann. Abgesehen von der Zuflucht bei Laban (27,43) hat Jakob keinen Halt und kein Ziel. (Voigt)

o    Dem Unwürdigen, Abgehängten, Zukunftslosen wird – diesmal nicht durch seine List, sondern durch Gottes spontane Begnadigung – der von den Vätern ererbte Segen (erneut) zuteil. (Voigt)

o    Der Talmud weiß um den Wechsel in Israels Schicksal: „Dieses Volk ist dem Staub und den Sternen verglichen: „Sinkt es, so sinkt es bis zum Staub, steigt es, so steigt es bis zu den Sternen.“ … Erst wenn deine Nachkommen die größte Tiefe des Elends und der Entwürdigung erreicht haben und wie der Staub der Erde behandelt werden, wird ihnen Erlösung zuteil. (Gradwohl)

o    Von der Struktur ist unser Bibelabschnitt klar gegliedert:
10-11 à Jakob handelt           à 7 Verben
12-15 à Der Traum                 à 1 Verb (er träumte)
16-19 à Jakob handelt           à 7 Verben (Gradwohl)

o    Womit sich jemand tagsüber geistig beschäftigt, davon träumt er. Im Falle Jakobs: Die Ängste und Schuldkomplexe über sein Missverhalten dem getäuschten Bruder und hintergangenen Vater gegenüber, äußern sich in Traumbildern, durch die sie verarbeitet werden. … Jakob versteht sein Erlebnis nicht als nichtigen Traum. Es ist ihm „eine prophetische Offenbarung“. Diese Überzeugung artikuliert er in dem Ausruf (16): „Fürwahr, der Herr ist …“ (Gradwohl)

o    Jakob ist Israel. Israel ist die Gemeinde Gottes. In der Bethelgeschichte wird in überwältigender Weise anschaulich, dass die Gottesgemeinschaft, wie sie in der Theophanie erneut begründet … wird, allein auf Gottes Gnade beruht. Sie wird dem Unwürdigen zuteil. (Voigt)

o    Das ist Israel: Das Volk derer, die es nicht verdient haben und von Gott trotzdem gesegnet und zur Gemeinschaft mit ihm bestimmt sind. – Die Kirche: Das Gottesvolk, das aus lauter begnadigten Sündern besteht. … Die Präsenz Gottes in Jesus Christus widerfährt solchen, die es nicht wert sind. Für sie steigen die Engel Gottes auf und ab und stellen die Verbindung mit Gott her. … Die göttliche Zuwendung ist zeitlich unbeschränkt, denn sie erstreckt sich auch auf Jakobs Nachkommen. … Gott wird alles erfüllen, „was Ich dir Jakob zugesagt habe“ (15). Es geht nicht nur um ein Reden Gottes, sondern um ein Zureden, eine Zusage. (Voigt)

o    Der Schutz Gottes (15) ist für einen flüchtigen Menschen, der ins Ungewisse wandert, von großer Wichtigkeit. (Gradwohl)

o    Dem Hoffnungslosen tut sich die ganze Pracht des Himmlischen auf, das „Tor“ steht offen, so dass Gottes Engel zu ihm kommen können. Ja, Gott selbst wird oben „auf“ der Treppe sichtbar und spricht mit dem, der verspielt hat. (Voigt)

o    Es gilt den Text auf die Verheißung abzuhören, die dem Jakob zugesprochen worden ist und seiner (leiblichen und geistlichen) Nachkommenschaft gilt. (Voigt)

o    Die Verse 13-15: lauteres Evangelium, ohne jede Bedingung, die Jakob zu erfüllen hätte, ohne jede Einschränkung. (Voigt)

o    Wir übersehen nicht: Gott bedient sich bei der Erneuerung seines Segens genau der Formeln, unter denen die Väter bestanden haben (12,3.7; 13,14-16; 15,5). (Voigt)

o    Auf das Traumerlebnis hin wird Jakob aktiv. … Und damit ist der entscheidende Schritt getan: die Öffnung zu Gott hin, den er aus den Augen verloren haben mag, weil er zu viel mit seinen Ränkespielen beschäftigt war. (Gradwohl)

o    Ein abenteuerliches Leben wird es. Aber wie bei allen, die unter Gottes Zusagen stehen, … ein Weg in eine – nicht von uns, wohl aber von Gott – vorausgesehene und vorausgedachte Zukunft. Du musst fliehen – aber du wirst zurückkehren, und alles wird dein sein. (Voigt)

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