03-5 Tröstet, tröstet mein Volk – Jes 40,1-11

Downloadlink: 03-5 Tröstet, tröstet mein Volk – Jes 40,1-11

Jes 40,1-8(9-11)

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Beachte die besondere Stellung unseres Textes im Kontext!
  • Was ist „trösten“? 1
    • Beachte die Dopplung des Wortes! Wozu das?
  • Wer ist „mein Volk“?
    • Welcher Gott ist mit „euer Gott“ gemeint?
  • Wer wird hier von Gott angesprochen?
  • Warum gerade mit „Jerusalem“ freundlich reden? 2
    • Um welche Knechtschaft geht es hier?
    • Was war die Schuld von Jerusalem?
  • Beachte das Bindewort: „denn“!
    • Warum „doppelte Strafe“?
    • Ist das Gottes Gerechtigkeit?
    • Um welche Sünden geht es hier?
  • Wessen „Stimme“ ruft? 3
    • Was ist mit dem „Weg für den Herrn“ gemeint?
    • Wer ist der Herr (Jahwe)?
    • Warum soll der Weg durch die Wüste und Steppe gehen?
    • Warum „eine ebene Bahn“?
    • Wozu braucht Gott diesen Weg?
  • Stell dir die Beschreibung von Vers 4 mit den damaligen Baumethoden vor! Wie geht so etwas? 4
  • Beachte das zweimalige „denn“ in Vers 5! 5
    • Was ist die „Herrlichkeit des Herrn“?
    • Wie kann diese Herrlichkeit offenbart werden?
    • Wurde sie schon offenbart? Wenn ja, wie?
  • Wer ist mit „alles Fleisch“ gemeint?
    • Woran und wie werden sie die Herrlichkeit Gottes erkennen?
  • Was ist mit dem „Mund des Herrn“ gemeint?
    • Inwiefern ist das eine Begründung für den Trost?
    • Worin besteht der „Trost“ von Vers 1?
  • Wer spricht hier? 6-8
  • Was ist „predigen“?
    • Was ist zu predigen? Was bedeuten die Bildworte?
    • Was bedeutet „Gras ist das Volk“?
  • Beachte das Bindewort des Kontrastes: „aber“!
    • Um welchen Kontrast geht es hier?
    • Um welches Wort Gottes geht es hier?
    • Wie ist das Wort „ewiglich“ zu verstehen?

 

  • Wer ist mit Zion gemeint? 9
    • Warum „Freudenbotin“?
    • Warum sollte sich Jerusalem „fürchten“?
  • Beachte das Überraschungswort „siehe!
    • Was ist an der Botschaft in 9b-11 so überraschendes?
    • Warum ist diese Botschaft so unerwartet?
  • Warum werden gerade die „Lämmer“ und die „Mutterschafe“ konkret erwähnt? 11
  • Was wollte Gott Seinem Volk mit diesem Trostaufruf sagen?
    • Warum hat Jesaja diese Zeilen aufgeschrieben?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

o

o

o

o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

o

1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

1.6 Neutestamentliche Gedanken

o    Jesus ist der gute Hirte        Joh 10,11

o    Weide meine Lämmer / Schafe        Joh 21,15-17

o    Jesu allmächtige Gegenwart in und bei Seiner Gemeinde

o    Dient einander!

o    Johannes der Täufer bereitet Jesus den Weg

o    Durch Jesus tröstet Gott uns, indem Er vergibt

o    Der Weg zum „Frieden auf Erden“ – Lk 2,10f

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

o

2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

o

o

o

o

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • Mit Jes 40 setzen die Tröstungen Israels ein. Die Bibelwissenschaft spricht die Reden einem nicht näher bekannten Propheten aus der Zeit nach der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier im Jahr 586 v.Chr. zu, den sie „Deuterojesaja“ nennt. Die traditionelle jüdische Bibelexegese weiß nur von einem einzigen Propheten Jesaja und beruft sich dabei auf eine Erwähnung im apokryphen Weisheitsbuch „Jesus Sirach“, der gegen Ende des 2. Jahrhunderts v.Chr. gelebt hat. In 48,24 ist zu lesen: „Mit dem Geist der Kraft sah er (Jesaja) die Spätzeit (Jes 2,2) voraus und tröstete die Trauernden Zions (Jes 40,1).“ Für Ben Sirach ist der Verfasser von Jes 2,2 identisch mit jenem von 40,1. (Gradwohl)
  • Moderne jüdische Bibelkommentatoren nennen den Autor von Jes 40ff „Jesaja den Tröster“. Sie umgehen damit die Festlegung auf einen von Jesaja, dem Sohn Amoz (1,1), verschiedenen Propheten. (Gradwohl)
  • Nachdem Jesaja den Untergang des ersten Tempels beschrieben hat, ist es angebracht und richtig, dass er vom Aufbau des zweiten Tempels kündet. Dies ist die Absicht von hier an (Jes 40) bis zum Ende des Buches. (Caspi in Gradwohl)
  • Zum Trösten werden nacheinander aufgerufen: die Himmlischen, der Prophet und „Zion“ (Israel). (Voigt)
  • Der solange vermisste Trost (Klg 1,2.9.16.21; 2,13) wird nun gewährt (1). Das Wort meint nicht nur liebevoll-aufmunterndes Zureden (= „zum Herzen sprechen“ – 2a), sondern auch tätige Hilfe. (Voigt)
  • „Tröstet, tröstet mein Volk!“ (1) meint „tröstet, tröstet es mit Mir“. (Gradwohl)
  • Der Trost ist nicht beschränkt, nicht an die Bedingung einer Umkehr zu Gott geknüpft. … Gott greift dem zersprengten und leidenden Volk unter die Arme, weil es sonst zugrunde ginge. (Gradwohl)
  • „Mein Volk“ (1) – Israel bleibt Gottes Volk auch im Exil, in der Notlage. (Gradwohl)
  • Der Trost ist zeitlich unbegrenzt. Kein Wunder, dass sich Juden unserer Gegenwart an die Trostverheißungen halten, wenn sie nach den Schreckensjahren des Dritten Reichs neuen Mut zu finden suchen. … Gott selbst fordert den Zuspruch! … Das „euer Gott“ (1) erinnert an die Bekräftigungsformel bei vielen Gesetzen der Thora (3Mo 11,44; 18,2.4.30; 19,2 …). (Gradwohl)
  • Gott selbst spricht. Angeredet ist Jerusalem, die heilige Stadt (52,1), nach der sich das ganze „Haus Jakob“ nennt (48,2), also Gesamtisrael (51,16), dessen Wiederherstellung damit angesagt ist. (Voigt)
  • Die Verse 1f sind der programmatische Obersatz, der nachfolgend entfaltet wird. Die beiden folgenden Stücke (3-5. 6-8) sind streng parallel eingeleitet: „Horch es ruft“, „horch es sagt“. (Voigt)
  • Angeredet (3) sind nicht Menschen, sondern himmlische Kräfte und Mächte. … Es handelt sich um Worte von Himmlischen an Himmlische, deren Ohrenzeuge der Prophet geworden ist. … Das Bereiten des Weges ist ein Unternehmen, das alles Menschenmögliche übersteigt. (Voigt)
  • Dass die Gottesstraße (4) durch die Wüste führt, lässt die Größe der wunderbaren Gottestat erkennen. (Voigt)
  • Es geht im Vers 5 um die Weltoffenbarung Gottes. Westermann betont: Am Geschichtsverlauf werde sichtbar, „dass der geschlagene Gott eines geschlagenen Volkes Sein Wort erfüllt.“ (Voigt)
  • Mit den Versen 9-11 wird das Volk selbst zum Träger der Freudenbotschaft. … Der Kommende ist Jahwe selbst. Die Beute, die Er mitführt, ist Sein Volk. (Voigt)

 

  • Was unsern Text mit der zum 3. Advent gehörigen Täufergestalt verbindet, ist nicht das, wozu der Täufer aufruft („bereitet“), sondern die Tatsache, dass er überhaupt predigt (6-8) und dass er den kommenden Gott verkündigt (9f). (Voigt)
  • „Tröste, tröstet!“ (1) Die Doppelung ist eine Stileigentümlichkeit von Jesaja dem Tröster (43,11; 48,11.15; 51,9.17; 52,1): = Ausdruck der Dringlichkeit. (Voigt)
  • Das Zweifache „tröstet“ entspricht wohl dem Stil „Jesaja des Trösters“ (vgl. 51,9.12), aber es besitzt zugleich einen besonderen Nachdruck: Tröstet mit ganzer Kraft, denn das Volk hat allzu sehr durch das Exil gelitten. (Gradwohl)
  • Die Aufforderung zum Trösten gilt den Himmlischen (3-5), dem Propheten (6-8), zuletzt dem Volk selbst, das unter der Hand vom Empfänger des Trostes zu seinem Träger und Verbreiter wird (9-11). (Voigt)
  • Der Prophet dürfte nicht trösten, wenn dies eigenem Wunsch und eigener Erfahrung entspräche. (Voigt) Er braucht den Auftrag.
  • Der echte Trost „spricht zum Herzen“ (2) des vom Unglück Betroffenen und sucht das Herz zu stärken. … Der Zu-Spruch ist eigentlich ein Zu-Ruf: Die Tröstenden erhalten die Aufforderung: „Ruft ihm zu!“ Das heißt zugleich: Ruft es aus der Einsamkeit zurück, aus der Vereinsamung, aus dem Ausgestoßensein. (Gradwohl)
  • Die Predigt des Propheten wendet sich „zum Herzen“ der Angeredeten (2) – wie wenn ein Liebender zur Geliebten spricht (1Mo 34,4). … Die hoffnungslosen, abgestumpften, verbitterten Menschen im Exil werden freundlich angeredet. (Voigt)
  • Gottes Weg (Jesus?) wird gebahnt – der Weg Gottes durch die Wüste, der zugleich die Straße der Heimkehr für Sein Volk sein wird. (Voigt)
  • Da, was wir tun, Geschichte macht – und wäre es nur ein winziger Beitrag zum Verlauf des Ganzen -, wird unser Gutes oder Böses in der Geschichte wirken und weiterwirken. (Voigt)
  • Wir erfahren das Wirken Gottes in Segen oder Gericht, Sein antwortendes Handeln, auch Seinen Widerstand. Die Verbannten haben es erfahren: Bis ins dritte oder vierte Glied kann der „eifernde Gott“ die Missetat der Väter heimsuchen (2Mo 20,5; 5Mo 5,9). So haben sie das Exil ausstehen müssen: das Preisgegebensein an die Macht Babels, das Verbanntsein ins unreine heidnische Land. Sie haben die Last der Schuld getragen. (Voigt)
  • Das unterscheidet Jesaja, den Tröster, von den Heilspropheten, dass der Trost erst dann am Platze ist, wenn die Schuld abbezahlt ist. (Voigt)
  • Was sich hier an einem bestimmten Ort der Geschichte zugetragen hat, das gewinnt in Jesus Christus universale Weite. Der Täufer sagt nach Johannes: „Siehe das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünden trägt“ (Joh 1,29; Jes 53,5). (Voigt)
  • Nicht nur Israel, sondern alle Welt lebt davon, dass Gott es sich um der Menschen willen schwer gemacht hat. (Voigt)
  • „Bahnt Jahwe den Weg!“ (3) … Jahwe geht dem feierlichen Zug der Menschen voran, und diese Menschen sind die bisher nach Babel Verbannten. Die Straße, ein Wunderwerk, führt durch die Wüste, durchs Unwegsame. Der kommende Gott lässt sich den Weg bauen, wo keiner ist. … Die Stimme, die durch den Himmel hallt, spricht von der Verwirklichung des Unmöglichen. (Voigt)
  • „Wüste“ ist schlechthin jede Existenzweise „ohne Gott, den Schöpfer“, ein Mangel, der eben nur durch Ihn Selbst überwunden werden kann: eine gar nicht vorhandene oder zerstörte oder verdorrte, verwüstete, unlebendige, einfach unfruchtbare Existenz. In dieser „Wüste“ einen Weg bahnen heißt: alles, was Sein Kommen behindert, angreifen, abhauen, umbauen, wobei das „Hohe“ (Eigenmachtsansprüche) ebenso hinderlich ist wie das „Tiefe“ (Ohnmacht und Resignation). (Voigt)
  • Wenn man an das Ereignis von 538 v.Chr. (Rückführung der Juden) denkt, wird nur der Glaube sehen, dass Gottes Macht sich durchgesetzt hat und Gott Selbst auf der Straße einherzieht. (Voigt)
  • Die Verse 3-4 schildern die Art und Weise, in der sich die Rettung Israels vollzieht. Die Verbannten kehren durch die Wüste in ihr Land zurück, wobei die Hindernisse beseitigt werden und der Marsch gleichsam zu einem Kinderspiel wird (vgl. 35,1-10). … Hier wird gesagt, dass die schwierigen Bodenverhältnisse ausgeglichen werden. … In der Ebene ist alles viel einfacher, durch sie können selbst alte Menschen und Gebrechliche wandern. (Gradwohl)
  • Die Rückwanderung der Verbannten, die nach dem Edikt des Kyros (538 v.Chr.) möglich wurde, war beschwerlich, voller Gefährdung, Kyros hat die Rückkehr gestattet, aber nicht sonderlich erleichtert, und in der Heimat lebten die Zurückgekommenden alles andere als auf Rosen gebettet. Verglichen mit der (seelischen) Not (Ps 137,1-6) ist die Rückwanderung allerdings einfach. (Gradwohl)
  • Es wird wohl richtig sein, im Sinne des Propheten das hier Angekündigte als die große zukünftige Wende anzusehen. (Voigt)
  • Gott selbst tröstet Sein Volk (V.5 Ende), indem Er ankündigt, dass alles, was Seinem Kommen widersteht, aus dem Weg geräumt wird, also nichts Ihn aufhalten kann. Advent – Gott kommt. (Voigt)
  • Damit, dass ein Plakat ein Konzert ankündigt, ist musikalisch noch nichts geschehen; damit jedoch, dass der Prophet Gottes Kommen meldet, vollzieht sich bereits Gottes Advent (Ankunft). (Voigt)
  • Predigt bringt immer auch Geschehen in Gang (55,11). Nicht, weil es in des Propheten Macht gegeben wäre. … Wohl aber ist es so, dass Gott Selbst in Seinem Worte wirksam ist. (Voigt)
  • Die jüdischen Exegeten machen sich Gedanken über einen moralischen Gesichtspunkt. Kann Gott ein Volk „doppelt“ bestrafen, also nicht in der wirklichen Relation zum Vergehen? … Die Strenge der Bestrafung ist angesichts der Verehrung der fremden Gottheiten angebracht und gerechtfertigt. … Das Problem löst man am besten, indem man es gar nicht erst aufwirft. … Israel hat schwer gelitten und deshalb ist es des Trostes würdig, wie der Herr ihn fordert. Und weil es über alle Maßen angefochten war, kann der Zuspruch nicht intensiv genug sein. (Gradwohl)
  • „Was soll ich predigen?“ Wir wissen nicht genau, wie diese Frage gemeint ist (6). Und wir wissen nicht, ob die Verse 6b-7 die Frage untermalen und erst 8 die Antwort ist, ober ob „alles Fleisch ist wie Gras …“ schon mit zu der Gottesantwort gehört. (Voigt)
  • „Was soll ich predigen?“ könnte ein Seufzer sein. … Was sollte das Predigen, wenn alles vergänglich und hinfällig ist. … Es kann ja alles nur noch schmählich zu Ende gehen. (Voigt)
  • Andererseits: Die bloße Aufforderung „Predige!“ muss ja die Frage nach dem Was provozieren. … Wenn die Antwort in Vers 6 begänne, wäre sie aufregend genug. Sie würde den Einwand im Voraus parieren, der aus den Reihen der Verbannten gegen die Botschaft von Gottes Kommen und ihrer bevorstehenden Heimkehr erhoben werden müsste. (Voigt)
  • Die Pracht der Riesenstadt (Babel) ist vor aller Augen. Aber das alles ist „Gras“. Gott kann im Nu damit Schluss machen. (Voigt)
  • Das NT hat das Wort, das alles Fleisch wie Gras ist, aufgenommen. Das menschlich Große, Stolze, Imponierende, Sicherheit Versprechende, das, was den Menschen gegen Gott auftrumpfen lässt, muss zusammenbrechen und vergehen. (Voigt)
  • Das „sich erhebende“, „aufstehende“, an uns ergehende Wort schafft bereits, indem es geschieht, eine neue Lage. Wie immer die äußere Situation aussehen mag: Gott redet mit uns. Bisher: das lastende Schweigen, die Verschlossenheit Gottes gegenüber Seinem Volk, die abgebrochene Beziehungen, die nicht mehr bestehende Gemeinschaft. Jetzt: das ergehende, „auferstehende“, sich ereignende Wort, die lebendige Anrede Gottes an Sein Volk. (Voigt)
  • Predigt ist nicht nur in dem Sinne Wort Gottes, dass sie Zutreffendes über Gott aussagt, sie ist es darin, dassunter dem schwachen Menschenwort – Gott Selbst das Wort ergreift und mit Seinem Volk Kontakt aufnimmt. Gott kommt in Seinem Wort. (Voigt)
  • Dass Gott redet, schafft schon eine neue Lage. Dies würde auch dann gelten, wenn die Verbannten in ihrer Verbannung blieben. Es könnte dann sein wie bei zwei Liebenden die lange voneinander getrennt waren: Dass sie sich wiederhaben, macht sie glücklich, wäre auch ihre Kost bescheiden und würde es auch durchs Dach regnen. (Voigt)
  • Aber Gott lässt es nicht bei dem, was ist. Babel vergeht, aber was Gott sagt, „Steht auf“ (Offb 21,5). (Voigt)
  • Wessen Stimme ruft, wird im Vers 3+6 verschwiegen. … Nach Raschi „ruft der Geist der Heiligkeit“, ruft also Gott. Einleuchtender ist wohl die Annahme, dass einer jener Leute „ruft“, die nach Vers 1 den Trost zu verkündigen haben. … Es ist die Stimme des Ausrufers, der als Mitorganisator der Rückwanderung an den Vorbereitungen beteiligt ist. (Gradwohl)
  • Am Schluss wird „Jerusalem“ selbst – Gottes Volk, wir können auch sagen: die ganze Kirche – zur Trägerin der großen Trostbotschaft. Die hörende Gemeinde nimmt das an sie ergehende Wort auf und macht es zu ihrem eigenen Wort. (Voigt)
  • Der Vergleich mit dem Siegesboten hat auch sonst die Sprache des Abschnitts beeinflusst. „Lohn“ und „Erwerb“ (10) sind technische Ausdrücke für „Beute“. (Voigt)
  • Gottes „Beute“? Nichts anderes als Sein erlöstes Volk – es geht vor Ihm her, wie, wenn eine Herde vom Hirten geführt und getrieben wird (1Mo 32,18). (Voigt)
  • Jahwe kommt und bringt als Sieger Sein Volk heim. Jerusalem, ursprünglich Empfängerin des Trostes, wird zur Botin für alle Städte Judas. Noch sind die Verbannten nicht heimgekehrt, aber das Siegeslied wird bereits angestimmt. Jerusalem soll die Stimme mit Macht erheben und sich nicht fürchten (9). (Voigt)
  • Gott siegt über Babel! (Voigt)
  • Die hier angewandte Sprache lässt den Sachverhalt von zwei Seiten her sehen. Gott hat sich Sein Volk erworben – als Lohn und Ertrag Seines Mühens, aber zugleich als Beute, die Er dem Feind entrissen hat. Die Kirche ist nicht eine Vereinigung Gleichgesinnter, zusammengehalten durch gemeinsame Überzeugungen und Interessen. Sie ist das Volk, das Gott sich „erworben, gewonnen“ hat, sozusagen losgeeist, herausgerettet (Kol 1,13), die „Beute“, die ER heimbringt. (Voigt)
  • Babel war die bedrückende, das Leben unfrei machende Gewalt; Herrschaft, die man nur zähneknirschend erträgt, weil sie auf Schwertern, Lanzen und Pfeilen gegründet ist. Hier (11): der Hirt, der für die Herde sorgt, auf ihr Wohl bedacht, liebevoll. „Herrschaft“ von ganz neuer Qualität: Sie besteht in nichts anderem als in liebevoller Zuwendung. Auch diese Aussage steht unter dem Gesamtthema des Abschnitts: „Tröstet mein Volk!“. (Voigt)
  • Aus den geschichtlichen Ereignissen erkennen alle Menschen (5), dass Gott in den Lauf des Geschehens eingegriffen hat, und aus diesem Erkennen, diesem Verstehen ergibt sich zwangsläufig die Anerkennung Seiner Größe, Seiner Herrlichkeit. (Gradwohl)
  • 1-2 verkünden den einsetzenden Trost für Israel; ein Trost, der durch die Hinwegnahme jeder Schuld begründet wird. 3.5 stellt die wunderbare Rückkehr der Verbannten in Aussicht, durch die der Trost realisiert wird. … Die nüchterne Beurteilung menschlichen Unvermögens wird jetzt in 6-8 beschrieben. (Gradwohl)
  • „Fürwahr (7), Gras ist das Volk!“ Beständiges, Bleibendes ist bei den Menschen nicht zu suchen. Wo aber lässt es sich finden? Nur bei Gott. Der mächtige Schlussakkord hält die Glaubensüberzeugung fest: „doch das Wort unseres Gottes hat für immer Bestand“. Mit größerer Bildhaftigkeit ist des Menschen Ohnmacht und Gottes für alle Zeiten existierende Größe nicht zu beschreiben. (Gradwohl)
  • Gott – und Gott allein – ist die treibende Kraft, die leitend in den Geschichtslauf eingreift und die Hoffnungslosigkeit beendet. Denn Sein Wort, das Wort Seiner Verheißung, hat es angesagt, und dieses Wort wird nie trügen. (Gradwohl)
  • Doch eben dieser machtvolle Kriegsherr, vor dem die Gegner erzittern, ist zugleich der Hirte, der seine Schafe mit großer Umsicht leitet und beschützt (11). … Gott nimmt sich der Schwachen in besonderer Weise an. (Gradwohl)
  • Deshalb spricht der Text … von Lämmern und säugenden Mutterschafen, die der Fürsorge bedürfen (Zeichen für das geschwächte Israel). (Abarbanel in Gradwohl)
  • Auf einen solchen Hirten, der zum einen „mit Macht“ die Feinde abwehrt und zum anderen Schutz und Geborgenheit schenkt, kann sich Israel verlassen. (Gradwohl)
  • Von „Spricht euer Gott“ in Vers 1 ist ein Bogen gespannt zum „Da ist euer Gott“ in Vers 9. (Gradwohl)
  • Echter Trost ist daran zu erkennen, dass sich der Tröstende mit dem zu Tröstenden identifiziert. Er will den Schmerz mitempfinden, als wäre es sein eigener Schmerz, und er will hoffen, als wäre es die eigene Hoffnung. (Gradwohl)
  • Wenn und wo immer Menschen im Leid verzagen, dürfen sie wissen, dass Gott auch für sie Seinen Trost bereithält. (Gradwohl)
  • Die gute Nachricht verkündigen ist genauso, als ob ein Armer einem anderen Armen sagt, wo man Brot bekommen kann.
Werbeanzeigen