51-3 Jesu Tempelinbesitznahme Joh 2,13-22

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Joh 2,13-22

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

o    Wie und warum wird das Passahfest gefeiert?                      13

  • In welche Jahreszeit fällt das Passahfest?
  • Wie sieht die Landschaft dort in Galiläa und Judäa aus?

o    Warum geht Jesus nach Jerusalem?

  • Warum heißt es, dass Jesus „hinauf zog“?

o    Wie war der Tempel aufgebaut? à Grundriss                       14

  • Wo waren im Tempel die Händler?
  • Warum waren die Geldwechsler im Tempel?

o    Was ist ein Tempel?

  • Was ist die Aufgabe eines Tempels?

o    Was ist eine Geißel?                                                         15

o    Wie muss man sich das „Hinaustreiben“ vorstellen?

  • Wie viele Händler mögen es gewesen sein?
  • Wie viele Pilger wurden zum Passahfest erwartet?
  • Haben die Jünger Jesus unterstützt (evt. auch noch andere Anhänger)?

o    Warum werden die Taubenhändler anders behandelt?            16

o    Was will Jesus mit den Worten „Meines Vaters Haus“ sagen?

  • Was ist an einem Kaufhaus schlechtes?

o    Was ist „Eifer“?                                                                 17

  • Beachte den Kontrast „aber“!

o    Vergleiche das Psalmwort aus 69,9-10?

  • Was wollte der Psalmbeter damit sagen?
  • Warum bringen die Jünger dieses Zitat mit Jesus in Verbindung?

o    Beachte das Bindewort: „da“!                                              18

o    Wer ist mit „den Juden“ gemeint (vgl 13)?

  • Wofür wollen die Juden ein Zeichen?

o    Von welchem „Tempel“ spricht Jesus hier?                           19

  • Wer soll den Tempel abbrechen?
  • Wer wird ihn aufbauen?
  • Warum spricht Jesus von „drei Tagen“?

o    Wer hat vor 46 Jahren angefangen den Tempel zu bauen?     20

  • In welchem Jahr war das?

o    Beachte den Kontrast: „Jesus aber …“!                                21

  • Was ist mit dem „Tempel Seines Leibes“ gemeint?
  • Wieso bezeichnet Jesus Seinen Leib als Tempel?

o    Wie viele Monate später ist Jesus auferstanden?                  22

  • Was ist mit „daran denken“ gemeint?
  • Was haben diese Worte Jesu mit der Autorität der Schrift zu tun?

o    Was ist hier mit „der Schrift“ gemeint?

  • Beachte die Formulierung: „der Schrift und dem Wort Jesu“!

o    Wie ist hier das Wort „glauben“ zu verstehen?

o    Warum hat Jesus das getan?

  • Was wollte Er damit sagen?
  • Wem wollte Jesus dadurch etwas sagen?

o    Warum hat Johannes diese Geschichte mit in sein Evangelium aufgenommen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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o

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o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Das unmittelbare Hintereinander des ersten „Zeichens“ auf der Hochzeit und dieser Tat Jesu im Tempel ist tief bedeutsam. Jesus ist der „Freudenmeister“, der königlich Schenkende. Das sollen wir von Anfang an wissen. Aber das Bild Jesu und Seiner Sohnesherrlichkeit würde falsch, wenn wir nicht sofort anschließend den ganzen unerbittlichen Ernst Jesu kennenlernten, der ebenso von Anfang bis zum Ende sein Leben und Wirken bestimmt. … Erst in der Gleichzeitigkeit der beiden Grundzüge offenbart Jesus den wahren Gott, der die Welt mit der Hingabe des Besten (den Sohn) liebt und dessen Zorn dennoch offenbart wird in unbeugsamem Ernst (3,16; Röm 1,18). (de Boor)

o    Wir wissen nicht, wie oft Jesus nach Seiner Teilnahme am Passah als Zwölfjähriger (Lk 2,41ff) in den folgenden Jahren nach Jerusalem gekommen ist und die Zustände im Tempel beobachtet hat. Vielleicht hat Ihn alles schon oft gequält, was Er dort sah. Jetzt aber ist Er nicht nur ein einfacher Festteilnehmer, jetzt hat Er als der Messias zu handeln. (de Boor)

o    „Das Passah der Juden“ (13) ist das erste der drei von Johannes erwähnten Passahfeste (6,4 und 11,55; 12,1). (Voigt)

o    Johannes ist daran interessiert, Jesus als den Sohn Gottes und den Messias hinzustellen. Sehr wahrscheinlich dachte Johannes an die Verheißung und Weissagung vom Kommen des Messias: Mal 3,1-4: „Und bald wird kommen zu Seinem Tempel der Herr, den ihr sucht; und der Engel des Bundes, den ihr begehrt, siehe, Er kommt! spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag Seines Kommens ertragen können, und wer wird bestehen, wenn Er erscheint? …“ (Barclay)

o    Johannes kam es darauf an, dass Jesus den Tempel gereinigt hatte, weil diese Reinigung eine Handlung des von Gott verheißenen Messias war. (Barclay)

o    Die Taubenhändler sind, wie es scheint, von der gewaltsamen Aktion nicht betroffen (16). (Voigt)

o    „Das Haus meines Vaters“ (16) – hier spricht der „Sohn“ (vgl. Lk 2,49) – soll nicht zur Markhalle werden. (Voigt)

o    Das Psalmzitat will nicht sagen, der Eifer verzehre Jesus innerlich. Gemeint ist, es wird Ihn noch das Leben kosten. Nach den Passionsberichten hat die Tempelreinigung im Prozessgeschehen unmittelbar keine Rolle gespielt, wohl aber das Wort aus Vers 19. (Voigt)

o    Für Johannes sind die Amtspersonen im Tempel einfach „die Juden“ – so auch sonst in seinem Sprachgebrauch. (Voigt)

o    In Vers 18 heißt es genauer: „Da antworteten die Juden …“! … Nicht die anderen sind die Angreifer. Jesus Selbst greift an. Er tut es, weil gerade „die Juden“, das Volk Gottes, Gott nicht „kennen“. Das wird deutlich an dem Mittelpunkt des Volkes Gottes und seinem Leben, an dem Tempel und an der Stellung zum Tempel. Hier wird die Lüge offenbart, dass scheinbar alles für Gott geschieht und in Wirklichkeit doch Gott beiseite gesetzt und zum bloßen Mittel menschlicher Ichsucht wird. (de Boor)

o    Die „Antwort“ der Juden besteht in der Frage nach Jesu Vollmacht (18). Was zeigst Du uns für ein Zeichen (dafür), dass Du dieses tun (darfst)?“ Die Gegner wagen es nicht, sich ihrerseits für den ganzen Kaufbetrieb im Tempel einzusetzen. Sie spüren wohl selbst, wie recht Jesus der Sache nach eigentlich hat. (de Boor)

o    Herodes der Große hatte den kleinen Tempel, der nach der Rückkehr aus der Babylonischen Gefangenschaft errichtet worden war (vgl. Haggai; besonders 2,1-3), durch einen Prachtbau ersetzt. (de Boor)

o    Im Jahre 19 v.Chr. hatte Herodes der Große mit der Errichtung dieses herrlichen Tempels begonnen, dessen Bau erst im Jahre 64 n.Chr. vollendet wurde. 46 Jahre zuvor hatte der Bau begonnen, und es sollten noch 20 Jahre vergehen, bis er vollendet war. (Barclay)

o    Meint Jesus Seinen Leib (21), dann bekommt das Wort in 19 einen neuen Sinn. Man könnte übersetzen: „Wenn ihr diesen Tempel (=Meinen Leib) zerstört, werde Ich ihn binnen drei Tage aufstellen.“ (Voigt)

o    Wie bei allen Leidensweissagungen wird das Gesagte zunächst unverstanden behalten (22), und hernach erinnert. (Voigt)

o    Für Lukas (Evangelium des Sonntags) ist die Tempelreinigung Inbesitznahme des Tempels durch Jesus. Johannes denkt auf einer anderen Ebene. Es geht ihm um mehr als um eine Reform des gottesdienstlichen Lebens: Wer sich um den für hochheilig und unantastbar gehaltenen Tempel so ereifert, den kostet es das Leben (17). (Voigt)

o    So erstaunlich es auch klingen mag, wahrscheinlich haben sich zum Passahfest zuweilen zweieinhalb Millionen Juden in der heiligen Stadt aufgehalten. (Barclay)

o    Was hier geschieht, treibt auf eine Katastrophe zu! Das Kreuz ist für Johannes von Anfang an im Blick. Was immer auch noch von Jesu Herrlichkeit zu sagen sei: Es gibt keinen Weg am Kreuz vorbei! (Voigt)

o    Die Geißel, die umgestürzten Tische und ausgekippten Kassen: Das ist nicht ein wohltemperiertes Ordnung machen, sondern ein zorniges, hartes Eingreifen und Sich-Widersetzen. (Voigt)

o    Wie umfangreich diese Aktion zu denken ist, ist ein historisches Problem. Auch wenn man sich die Jünger – wie viele es auch gewesen sein mochten – beteiligt denkt: Eine Totalsäuberung des Tempelvorhofs, noch dazu im Passahbetrieb (13), würde ein großes Aufgebot verlangen. (Voigt)

o    Man könnte aber auch an eine Prophetische Zeichenhandlung denken, die das Allgemeine am Einzelnen demonstriert. (Voigt)

o    Wir haben Verständnis für eine solche Säuberungsaktion. Fleischliche Frömmigkeit ist oft betriebsam. Man meint, viel hilft viel. Glaube und Aberglaube wohnen dicht beieinander. Unfrommes frommes Treiben. Werden viele Opfer dargebracht, braucht man viele Opfertiere, und die muss man erwerben. So entsteht das Geschäft mit dem Heiligen. Das Tun zu Gottes Lob und Ehre bringt den Maßgebenden schönen Gewinn. Der Tempel wird zur Markhalle. (Voigt)

o    Es gab eine Gebühr für die Kontrolle der Opfertiere. Wenn ein Tempelbesucher das Opfertier außerhalb des Tempelbereiches kaufte, wurde praktisch jedes Tier bei der Prüfung zurückgewiesen. Aber wenn ein Paar Tauben zum Beispiel außerhalb des Tempelbereiches weniger als eine Mark kosteten, so hätte man innerhalb des Tempelbereiches etwa acht Mark zu zahlen. (Barclay)

o    Weil Jesus Gott liebte, liebte Er auch die Kinder Gottes und konnte unmöglich untätig daneben stehen, wenn auf diese Weise mit den Armen verfahren wurde, die nach Jerusalem gekommen waren, um Gott anzubeten. (Barclay)

o    Und der Tempel wird zur Bank. Denn Tempelsteuer und Handelszahlungen wurden in der alten Währung geleistet (Münzen ohne Bildnis). Alles streng nach dem Gesetz. Alles zu Gottes Ehre – nur: Gott kommt so nicht zu Wort. Seine Stimme würde, wenn Er spräche, im Lärm untergehen, und was Er will, dringt nicht zu den Menschen, weil sie viel zu beschäftigt sind. (Voigt)

o    Die Tempelsteuer durfte nur in galiläischen Schekeln oder in den Schekeln des Heiligtums bezahlt werden. (Barclay)

o    Mag alles dies, was sich hier im Tempelhof abspielt, noch so „praktisch“ sein und darum geradezu „notwendig“ erscheinen, für Jesus ist es unerträglich. … Statt der tiefen Stille vor der Gegenwart der Heiligen Gottes (Hab 2,20!) lärmender Betrieb; statt der Sammlung auf Gott in Lob und Anbetung, Dank und Bitte, ein gottvergessenes Kreisen um den eigenen Gewinn. … Der Sohn Gottes empfindet die ganze Missachtung Gottes in dieser Entweihung Seines Hauses. (de Boor)

o    Gottesdienst wird zu dem, was er sein soll, durch das, was Christus Selbst Seiner Gemeinde mitgegeben hat unter der Zusage, dass Er Selbst darin wirksam sein will. Nichts soll uns binden als Seine Gegenwart und Seine Verheißungen. (Voigt)

o    In allem was wir selbst tun und gestalten sind wir frei, d.h. aber zugleich: Wir haben einander Freiheit zu geben. (Voigt)

o    Es könnte sein, dass wir Gott mit Frömmigkeit verdrängen, mit Betriebsamkeit, mit ästhetischem Genießen -, mit allerlei religiösem Jahrmarkt, mit Lärm, mit Sensationen … „Meines Vaters Haus“ (Voigt)

o    Man sollte nicht überhören, dass, wenn Jesus den Tempel so nennt, darin ein „Ja“ zum Tempel liegt. (Voigt)

o    Hier wird der Opferkult angetastet. Man versteht, dass die Tempelbehörde hier nicht zusieht. Man sollte sich auch klarmachen, dass im Opferdienst – er beruht ja auf Anordnungen Jahwes – ein tiefes Ernstnehmen Gottes wirksam sein kann. (Voigt)

o    Die erste Christenheit hat sich noch lange Zeit am Tempelgottesdienst beteiligt (Apg 2,46; 21,20-26). (Voigt)

o    Die Opfer sind „Schatten“ eines Kommenden. Auf die Wirklichkeit kommt es an, die den Schatten wirft (Hebr 10,1). (Voigt)

o    Bei den Synoptikern wird Jesus nach Seiner Befugnis gefragt: Woher nimmst Du das Recht zu solchem Vorgehen? Wieso willst Du hier etwas zu sagen haben? Die Frage ist bei Johannes ebenfalls im Blick. Jesus hat soeben von Seines Vaters Hause gesprochen. … Wüssten sie, dass sie tatsächlich den Sohn vor sich haben, … Sein Woher würde Ihn legitimieren; nur ist dies eben an Seinem Erscheinungsbild nicht abzulesen. (Voigt)

o    Da ein Zeichen gefordert war (18), verstehen die „Juden“ Jesu Wort als das Angebot eines unerhörten Mirakels. (Voigt)

o    Die Juden bestreiten von ihrem Standpunkt aus nicht die Beweiskraft eines solchen Wunders, wohl aber seine Möglichkeit. (Voigt)

o    Die Juden haben noch nicht gemerkt, dass Jesu Angebot gar nicht ernst gemeint sein kann. Es setzt voraus, dass die Juden zuvor selbst den Tempel niedergerissen hätten – eine Unmöglichkeit. … Jesus meint etwas ganz anderes, den Tempel Seines Leibes. (Voigt)

o    Sein Eingreifen in den Tempelbetrieb wird Ihm den Tod einbringen. … Sie werden sich an Ihm vergreifen. Er wird „gefressen“ werden (17). Ist Sein Leib der Tempel, dann muss man sagen: Nicht Er reißt den Herodianischen Tempel ein, sondern die Juden zerstören den Tempel – den eigentlichen Tempel – Jesus. (Voigt)

o    Das Kreuz von Golgatha erwuchs in der Tat nicht zuletzt aus der Tempelreinigung, aus dieser Enthüllung der menschlichen Sünden gerade im Zentrum der Frömmigkeit. (de Boor)

o    Ehe Salomo den ersten Tempel baute, war das heilige Zelt der Ort der Begegnung mit dem gegenwärtigen Gott. Jetzt heißt es: Der Logos „zeltete“ unter uns (1,14). Wo Jakob die Engel Gottes auf- und niedersteigen sah, da war das Haus Gottes (1Mo 28,17). Jetzt ist Jesus die Stelle, an der sich dieses Auf und Nieder ereignet (1,51). (Voigt)

o    Anbetung im Geist und Wahrheit (4,23) ist nicht ein Tasten nach einem unsichtbar-freischwebenden Gott, sondern ein Sich-Halten an Den, Der der Tempel ist. „Rabbi, wo wohnst du?“ – „Kommt und seht es“ (1,38f). Aus Seinem Leibe fließt, was uns zum Segen wird (19,34). Am Weinstock muss man bleiben, damit die Traube wächst (15,4f.7). Wo Jesus ist, da wohnt Gott in der Welt. (Voigt)

o    Da, wo Sein „Fleisch“ ist, ist die Stelle, an der man, durch den Vorhang hindurch, zu Gott Selbst gelangen kann. Jesu Selbstopfer macht uns den Weg zu Gott frei. (Voigt)

o    Wo findet man Gott? Im Tempel? Nein, in Jesus. Wie darf man sich Gott nahen? Durch den Tempelkult? Nein, durch Jesus. Von welchem Opfer leben wir? Durch die Opfer von Schafen und Ochsen (15 – Hebr 9,12f)? Nein, durch das Opfer Jesu Christi (Hebr 9,14; Joh 1,29.36; 11,50; 17,19). (Voigt)

o    Jesus sieht – hier im Tempel –  Seine Passion vor sich. Dies wird das Opfer sein, von dem die Welt lebt. Alle bisherigen Opfer waren „Schatten des Zukünftigen“ (Kol 2,17). Sie waren nicht sinnlos. Sie haben sich ihre Kraft und Wirksamkeit von Jesu Kreuzestod geborgt. In ihm haben sie, geliehener weise, ihre Effektivität. (Voigt)

o    Jetzt, nachdem Jesus für uns zum „Lamm Gottes“ geworden ist, wäre jeder Versuch, auf andere Weise mit Gott ins reine zu kommen, nicht nur verfehlt und nutzlos, sondern Verachtung dessen, was Jesus für uns getan hat. (Voigt)

o    Ist der in 19 gemeinte Tempel Sein Leib, dann ist Seine Wiederaufrichtung nichts anderes als Jesu Auferstehung. Dann ist dieser Tempel also eschatische Wirklichkeit (Offb 21,22). (Voigt)

o    Warum redet Jesus so provokativ? … Darum, weil die Juden begreifen müssen, dass es mit dem Kult, wie er hier im Tempel betrieben wird, tatsächlich ein Ende hat. Schluss mit diesem religiösen Betrieb und seinen unerfreulichen Begleiterscheinungen! Den Frieden mit Gott haben wir … dadurch, dass der „Sohn“ sich zu unserm Anwalt macht, ja, dass Er den schweren Weg geht, von dem der Text – verhüllt und doch deutlich genug – redet. „Wir sind geheiligt ein für allemal durch das Opfer des Leibes Jesu Christi“ (Hebr 10,10; Joh 17,19). (Voigt)

o    Ist Christus der eschatische Hohepriester (Röm 8,34; 1Joh 2,1f), dann kommen wir in Seinem Namen zum Vater, schalten uns in Seine Fürbitte ein und leben durch Ihn in der herzlichen Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater (Offb 21,3). (Voigt)

o    Der heilige „Ort“, an dem wir mit unserm Gott verbunden sind, ist Christus. (Voigt)

o    Gott ohne Ehrfurcht anzubeten, kann schrecklich sein. (Barclay)

o    Es gibt Pastoren und Gemeindeglieder, die innerlich vollkommen unvorbereitet zum Gottesdienst kommen. (Barclay)

o    Der gesamte Handel und die Geldgeschäfte spielten sich im Vorhof der Heiden ab. … Dieser Vorhof war für Heiden der einzige Ort zum Beten. Und diesen Ort verwandelten die Tempelobersten und Händler in einen lärmenden, turbulenten Platz, an dem niemand beten konnte. … Das Verhalten der Tempelbehörde schloss damit die suchenden Heiden vom Saum des gegenwärtigen Gottes aus. (Barclay)

o    Die Juden erkannten in der Tat Jesu eine Handlung, deren Urheber durch eben diese Tat für sich in Anspruch nahm, der Messias zu sein (18). (Barclay)

o    „Sie glaubten der Schrift“ (22). Auf welche Stelle der Schrift bezieht sich das? Johannes meinte damit eine Stelle, die in der Frühkirche eine so große Rolle spielte: „Denn Du wirst nicht zugeben, dass Dein Heiliger die Verwesung sehe.“ Dieses Zitats aus Ps 16,10 bedient sich Petrus in der Pfingstpredigt (Apg 2,31) und Paulus in Antiochien (Apg 13,35) Und Johannes zitiert es an dieser Stelle (19) dem Sinn nach. (Barclay)

o    Es ist eine gewaltige Wahrheit, dass unsere Verbindung mit Gott, dass die Gegenwart Gottes in unserem Leben nicht davon abhängt, was von Menschenhand erbaut oder von Menschengeist erdacht ist, sondern dass wir uns Gott überall zuwenden können. Auf der Straße, zu Hause, im Geschäft, in den Bergen, auf der Landstraße und in der Kirche, stets ist dieser Tempel in uns, der auferstandene Christus ist überall gegenwärtig. (Barclay)

o    Nun, da das Wort Fleisch wurde, wohnt Gott noch ganz anders auf dieser Erde. Der Leib Jesu ist Wohnstätte Gottes und darum „Tempel“ in einer Wahrheit und Herrlichkeit, die alles überragt, was das Heiligtum auf dem Zion bieten konnte. (de Boor)

o    Ist aber dieses Heiligtum (Tempel) schon so missachtet, dann wird gerade Gottes Gegenwart in Jesus die tödliche Feindschaft gegen Ihn erwecken. Gerade Gottes Volk wird Gottes wahren Tempel „abbrechen“. (de Boor)

o    Jesus wählt hier (19) für „bauen“ (aufrichten) ein Wort, das man ähnlich wie unsern deutschen Ausdruck „errichten“ oder „erstehen lassen“ für Bauwerke gebrauchen konnte, das aber zugleich „auferstehen“ heißt. So erscheint das Wort im Vers 22 sofort wieder: „Als Er nun auferstanden war von den Toten“. (de Boor)

o    Johannes wird dieses geheimnisvolle Wort vom „Leib Jesu“, der der „Tempel“ ist, der abgebrochen und in drei Tagen wieder aufgerichtet wird, nicht geschrieben haben, ohne daran zu denken, dass nun auch die Gemeinde Jesu Sein „Leib“ und eben darum der neu errichtete und wahre „Tempel Gottes“ ist (1Kor 3,16;  Eph 2,19-22; 4,11-16; Kol 1,18). (de Boor)

o    Was die Menschheit in allen ihren Tempel ersehnt und zu haben vorgibt und doch nie wirklich findet: Gegenwart des lebendigen Gottes, das ist in der Gemeinde Jesu, in Seinem „Leibe“ gegenwärtig (1Kor 14,24f). (de Boor)

o    Erst Jesu Tod und Jesu Auferstehung werden Seine göttliche Vollmacht so erweisen, dass Glaube an Jesus entsteht bis in die Reihen der Priesterschaft (Apg 6,7). (de Boor)

o    Als der Gekreuzigte und Auferstandene ist Jesus der „Herr“, der alles „tun darf“ (18) und alles allein zur Ehre des Vaters tut. (de Boor)

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