70 Erntedankfest

Dank für Gottes Schöpfung

1.    Predigttexte

I:    Jes 58,7-12              Sei barmherzig mit den Notleidenden

II:   Mk 8,1-9           neu

III:  2Kor 9,6-15               Einen fröhlichen Geber mag Gott

IV:  5Mo 8,7-18       neu

V:    Lk 12,(13-14) 15-21   Der reiche Narr

VI:  1Tim 4,4-5                Alles, was Gott schuf, ist GUT

.     alt: Mt 6,19-23; Hebr 13,15-16

2.    Wochenspruch

Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. (Ps 145, 15)

3.    Was ist das Besondere dieses Sonntags im Kirchenjahr?

o    Seit dem 5. Jahrhundert feiert die Kirche einen Erntedanktag. Häufig fiel dieser mit dem Michaelistag zusammen, da hier das Wirken Gottes durch die Engelmächte, das in der Natur sichtbar werden kann, bedacht wurde. Der Tag wurde später auf den Sonntag nach Michaelis verlegt.

o    Das Erntedankfest lässt den Menschen dankbar auf die Schöpfung blicken, die ihm gegeben ist, sein irdisches Leben zu erhalten.

o    Es ist ein traditionsreiches Fest, in dem der Schwerpunkt auf dem Danken für Gottes vielfältige Gaben, mit denen er uns versorgt, liegt. Dieser Dank äußert sich auch darin, dass wir bereit sind, das zu teilen, was uns letztlich ohnehin nicht gehört.

o    Am Erntedanktag danken wir Gott für die Gaben seiner Schöpfung, die er uns so reichlich gibt. Wir werden daran erinnert, dass der Ertrag unserer Arbeit nicht uns gehört, sondern von Gott kommt und sein Eigentum ist.

o    So sollen wir auch die nicht vergessen, die in unserer Welt Hunger leiden müssen.

o    Gerade das Evangelium und die Alttestamentliche Lesung erinnern uns daran, dass wir all die guten Gaben nicht nur für uns selbst bekommen haben.

4.    Platz für Anmerkungen

http://www.sibirjak.de/erntedankfest-sonntag-nach-michaelis-29-september/

o    Oft habe ich mich gefragt, warum die Erntedanktexte häufig Bußtexte sind, in denen die Freude kaum vorkommt. Bei Wilhelm Stählin fand ich nun folgende Erklärung: Die Reformationszeit macht ernstlich den Versuch, die aus vorchristlichen Naturfesten entstandenen Quatembertage beizubehalten und sie als Bußtage mit einem neuen, und vom christlichen Glauben aus unbedenklichem, Inhalt zu füllen. … In eine andere Richtung ging der Vorschlag, am 29.09. (oder dem Sonntag vor- oder nachher) der Engel zu gedenken und an diesem Tag zugleich einen Dank für die Ernte in den Gottesdienst einzuflechten. Daraus ist die fast überall herrschende heutige Sitte entstanden. … Wer dies bedenkt, wird sich nicht darüber wundern, … dass die festgesetzten Textabschnitte mehr auf einen Bußtag als auf einen fröhlichen Ernte-Dank- Tag zu passen scheinen. (Stählin)

o    Ein besonderes Erntedankfest feierte man nicht. Alttestamentliche Anknüpfungspunkte hätte es in reichem Maße gegeben: „Wenn beim Mazzoth-Fest (Passah) das andächtige Genießen des ersten neuen Korns, von dem jede Vermischung mit der alten Ernte ferngehalten wurde, und die Weihung der Erstlingsgabe, an die neugewährte Grundlage der Existenz erinnerte; wenn beim Wochenfest (Pfingsten) nach dem Abschluss der Getreideernte mit der Darbringung der Erstlingsbrote, Opfer und fröhlichem Mahl dem Herrn der Ernte der schuldige Dank dargebracht und seine gnädige Gegenwart gefeiert wurde; wenn beim Herbstfest (Laubhütten) die Freude ihren Höhepunkt erreichte, die Festhütten aufgeschlagen wurden, der Zehnte abgeliefert, … die Gelübdeopfer des Jahres dargebracht wurden, dann empfing das bäuerliche Leben seine Weihe, als der Ort göttlicher Segnung, wo in der Gabe der Natur der göttliche Eigentümer des Landes seine Macht und seinen Reichtum zu schmecken gab.“ (Eichrodt in Voigt)

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