04-6 Die Füße des Freudenboten – Jes 52,7-10

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Jes 52,7-10

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Beachte den Kontext, besonders Vers 4!
  • Von welchen Bergen ist hier die Rede? 7
  • Welche „Freudenbotschaft“ wird dieser Bote (Einzahl im Hebräischen!) gebracht haben?
    • Warum ist die Einzahl wichtig?
    • Was macht der Bote?
    • Erkläre die vier Handlungen!
  • Um welche Wächter geht es hier? 8
    • Was ist die Aufgabe der Wächter?
    • Warum flippen sie so aus?
    • Was „sehen“ sie?
  • Wer „kommt zurück“?
    • Wer ist mit „alle Augen“ gemeint?
  • Was ist mit „Zion“ gemeint?
  • Was bedeutet „Jahwe?
    • Warum kommt Er zurück? à Kontext
    • Wann verließ Jahwe Jerusalem?
  • Wieso werden die Trümmer Jerusalems angesprochen? 9
    • Warum sollen sie fröhlich sein?
    • Beachte das Bindewort: „denn“!
  • Wie kann man ein „Volk trösten“?
    • Wie kann man eine Stadt erlösen?
  • Was meint die Bibel mit dem Wort „Erlösung“? Wo kommt es her?
  • Wann „offenbart“ man seinen Arm? 10
    • Warum heißt Gottes „Arm“ „heilig“?
    • Was bedeutet es, wenn Jahwe Seinen Arm entblößt?
  • Warum betont Jesaja: „vor den Augen aller Völker“?
    • Was bekommen die Völker wirklich zu sehen?
  • Wo sind die „Welt Enden“? Was meint Jesaja damit?
  • Was ist das „Heil“ Gottes?
  • „Heil unseres Gottes“ heißt auf Hebräisch „yeshuat elohenu“!
    • Neutestamentlich könnte man sagen: „Der Jesus unseres Gottes“!
  • Was wollte Gott Seinem Volk mit diesen Worten sagen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

1.6 Neutestamentliche Gedanken:

o    Die Völker sehen schon lange das „Heil Gottes“! (in Jesus Christus)

o    Freudenboten des Evangeliums

o    Gottes Königsherrschaft

o    Beter (Fürbitter) als Wächter

o    Die Freude am Herrn

o    Gottes Treue zur Kirche (trotz allem …)

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • Unser Abschnitt schließt sich organisch an die „Selbstbefragung“ (5) Gottes an: „Doch nun, was habe Ich hier …?“ Nur die Ebene ist verschoben. Von der himmlischen Sphäre wendet sich unser Text zur irdischen: auf „die Berge“, über die der Freudenbote steigt, um Zion zu verkündigen: „Dein Gott ist König!“ (7). (Gradwohl)
  • Der Gottesname wird nicht mehr der Entweihung preisgegeben (5), der Name lautet: „Herr, Herrscher, Regent“. Im Exil war dieser Name unbekannt und verhöhnt, doch zur Zeit der Erlösung wird „Mein Volk ihn kennen“ (6), und auch die anderen Völker werden es tun. Gottes Name verbürgt die Wahrheit der Zusage: „Da bin Ich“! Da, um rasch zu helfen. (Kimchi in Gradwohl)
  • Gott erfüllt Seine Versprechen, weil Er der „Da-Seiende“, der immer Gegenwärtige ist. (Gradwohl)
  • Die „Wächter“ (8) stellt man auf Mauern und Türme, damit sie verkünden und sehen, wer in die Stadt kommt. (Gradwohl)
  • „Die Welt Enden“ (10) ist der Ort, wo alles „ein Nichts ist und vergeht“. (Gradwohl)
  • Wer ist dieser Bote (7)? – Dies ist Elia der Prophet, denn es heißt (Mal 3,23): „Siehe, Ich sende euch den Propheten Elia“, und dann wird die Prophetie sich in Israel mehren. (Gradwohl)
  • Die Kunde des Boten umfasst vier Punkte (7). (Gradwohl)
  • „Frieden“ (eigentlich: Vollkommenheit) ist das wichtigste Gut. (Gradwohl)
  • Vers 7a hat eine Parallele in Nahum 2,1. (Gradwohl)
  • „Gutes“ (7) ist all das, was einem Menschen das Glück bringt. (Gradwohl)
  • Jeder Hörer der Glückverheißung damals wusste genau, worum es geht: beim „Guten“ um die existenzielle Sicherheit, bei der „Hilfe“ um die Rettung aus dem Exil (7). (Gradwohl)
  • Die Hilfe für das gedemütigte Zion festigt die Stellung Gottes in der Welt. (Gradwohl)
  • Anstatt „mit lauter Stimme“ (8) steht im hebräischen zweimal das Wort „Stimme“. Das zweifache „Stimme“ will die Tatsche hervorheben, dass die Wächter, die sich in der Regel ruhig verhalten – schauen, aber nicht schreien, und ihre Gefühle beherrschen -, im Augengenblick, da der Freudenbote zu sehen ist, die Stimme erheben und in lauten Jubel ausbrechen werden. (Ibn Bal’am in Gradwohl)
  • Die Freude ist wohl motiviert durch das vorangehende „Dein Gott ist König!“ und weniger durch die Ankunft des Boten. Vers 8b bekräftig dieses Verständnis. (Gradwohl)
  • In 8b ist die Rückkehr Gottes selber angesagt und damit der Aufstieg Jerusalems als „die Stadt Seiner Heiligkeit“ (Jes 48,2; 52,1). (Gradwohl)
  • Mit eigenen Augen ein von Gott gewirktes Ereignis schauen zu können (8), zeugt von einem außergewöhnlichen Gnadenerweis. (Gradwohl)
  • Die Begründung der Freude wird mit „denn“ (8) eingeleitet. (Gradwohl)
  • In Jes 49,13 wird der Trost des Volkes (9) ergänzt durch die Erlösung Jerusalems. Der „Erlöser“ ist primär jener, der einen in Knechtschaft gefallenen Verwandten aus dem Dienstverhältnis loskauft, loskaufen soll (3Mo 25,25f.48f). Im übertragenen Sinn wird Gott als „Erlöser Israels“ angesehen, der die Knechtschaft Ägyptens gebrochen, die Leibeigenen in die Freiheit geführt hat (2Mo 6,6) und seither als „Erlöser Israels“ verehrt wird (Ps 19,15; Jes 49,7; 59,20). (Gradwohl)
  • „Seinen Arm offenbart“ (10) = „Er entblößte Seinen Arm“. Das „Entblößen“, „Bloßstreifen“ des Armes geschieht durch einen Krieger, der seinen Arm vor dem Feind entblößt, indem er sein Gewand bis zu seinen Schultern hochzieht. Wer seinen Arm gebrauchen will, muss ihn freilegen, weil er sonst behindert wäre. (Gradwohl)
  • Nicht im Geheimen – „vor den Augen der Völker“ (10) – geschieht das Unerwartete und kaum zu Fassende, dass ein vertriebenes Volk in seine Heimat zurückkehrt. (Gradwohl)
  • „Der Arm Seiner Heiligkeit“ (10) steht für Gottes Macht, die alle Hindernisse überwindet. … Das sehen die Völker, wenn sie Augenzeugen der einzigartigen „Hilfe“ für Israel werden, einer Hilfe, die nur von Gott ausgegangen sein kann. (Gradwohl)
  • „Alle Völker“ bis zu „den Enden der Erde“ (10) sind hineingenommen in das Staunen vor „der Hilfe unseres Gottes“, der als König der Welt verehrt wird und immer König ist und bleibt. (Gradwohl)
  • Der Friede (Schalom) ist der Anfang und das Ende. Er ist die Grundlage, auf der die Güter in ihrer Vielfalt gedeihen können, die des Menschen Glück absichern. (Gradwohl)
  • Auch später hat Israel erfahren, dass die extremste Not nie so schwarz ist, dass nicht ein Lichtstrahl das Dunkel zu erhellen vermöchte. Auf die Trauer und Klage folgte immer und immer wieder der Jubel. Lange spähten die Späher und bemerkten nichts, und plötzlich sahen sie den „Boten“, der die Wende ansagte. (Gradwohl)

 

  • Unser Text ist eine Antwort auf das letzte große Gedicht (51,9-52,3). Wenn in diesem der Klage Israels ein Ende gesetzt wird, so antwortet darauf der Jubel dieses Liedes. (Voigt)
  • Die Verse ab 9 sind „eines der abschließenden Loblieder“ (wie 42,10-13; 44,23; 45,8; 48,20f; 49,13; 51,3). (Voigt)
  • „Dein Gott ist König geworden“ (7). Während die Formel sonst lautet: „Jahwe ist König“, handelt es sich hier wie in Ps 47 um einen Verbalsatz. … Es handelt sich um das Perfekt der (vorgreifenden) Heilszusage. (Voigt)
  • Vers 7 ist fast wörtlich wie Nahum 2,1. (Voigt)
  • Geschildert wird das Eintreffen der guten Nachricht; jede Ausmalung des Vorgangs selbst ist vermieden. (Voigt)
  • Statt „Auge in Auge“ (alle Augen werden es sehen – 8) ist wohl dem Sinn nach „Auge an Auge“, also „dicht nebeneinander“ zu lesen. Damit ist offenbar gemeint, dass alle Einwohner der Stadt zu „Spähern“ geworden sind. (Voigt)
  • Mit Vers 10 soll das … Endgültige des Eingreifens Gottes beschrieben werden. Jetzt ist es vor aller Augen, was Gott an Seinem Volk tut, und die Zeit der Anfechtung durch die Verborgenheit der Majestät Gottes ist vorbei. (Westermann in Voigt)
  • Die dunkelsten Tage des Jahres müssten uns bange machen, wüssten wir nicht, dass es zur Sonnenwende kommt und das wärmende Licht unser Land wieder steiler und intensiver treffen wird. (Voigt)
  • Gott sieht Seine Menschenkinder gerne glücklich! (Voigt)
  • Für manchen war die von unserm Propheten angekündigte Wende eine Enttäuschung gewesen: die Heimkehr war keineswegs triumphal, das neue Leben in der Heimat ärmlich und mühsam. Neutestamentlich geredet: das „Gott-für-uns“ schließt „Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert“ nicht aus (Röm 8,31.35) (Voigt)
  • Die Zusage des „Schaloms“ (7) kann nicht im Sinne innerweltlicher Garantien verstanden werden, schon gar nicht, wenn man neutestamentlich, d.h. von der Auferstehung Jesu Christi her, denkt. … Worauf es ankommt, ist dies, dass Gott wieder zu Seinem Volke stehen und wieder bei den Seinen sein wird. Das ist die Mitte auch dieses – adventlichen – Textes. (Voigt)
  • Der Prophet spricht so von der Wende, als ereigne sie sich eben im Augenblick. Irrt er? (Voigt)
  • Als Schöpfer aller Dinge hat Gott Seine Welt fest in der Hand, auch da, wo sie Ihm widersteht. Das weiß auch unser Prophet. … Und doch verkündet er „Neues“ (43,18f). … Der Prophet verkündigt ein neu einsetzendes Geschehen: eben das Herrwerden Gottes in Seiner Welt. (Voigt)
  • Hier, bei der Ankündigung der Königsherrschaft Gottes, geht es darum, dass Gott von Seiner abgefallenen, sich Ihm widersetzenden, sündigen Welt erneut Besitz ergreift, nicht von außen her, sondern so, dass Er sich in Menschenherzen durchsetzt und in ihrem Wollen und Wünschen, Begehren und Streben, Tun und Lassen Macht gewinnt – nicht über sie, sondern in ihnen. Das ist eine ganz andere, ganz neue Weise des Regierens Gottes. Dass Gott als König in Seine Welt kommt, wird zur Adventsbotschaft. (Voigt)
  • Träger dieser Freudenbotschaft ist der Prophet. Er ist der Herold, der dem aus Babel nach Zion zurückkommenden Volk vorauseilt. Ganz Jerusalem steht auf den (zu Ruinen gewordenen) Türmen und Mauern und erwartet den Zug der Heimkehrenden. Da erblickt man den Boten auf dem Gipfel des Berges: Frieden, Heil, Jahwe ward König, ruft er ihnen zu. (Voigt)
  • Vielleicht haben bereits vor Erreichen der Hörweite bestimmte Gesten signalisiert, dass es sich um „gute Nachricht“ handelt. (Voigt) à 2Sam 18,25
  • Vorbei ist die Zeit, in der Menschen sich in ängstlicher Abwehr ducken mussten, weil Gottes Zorn nicht aufgehört hatte und Seine Hand noch immer ausgereckt war (5,25; 9,11.16.20; 10,4). Eine neue Weise der Zusammengehörigkeit zwischen Gott und Seinem Volk kommt zustande. Gott setzt sich in den Herzen Seiner Menschen durch. (Voigt)
  • Die den Propheten hörende Gemeinde befindet sich noch in Babylon. Sie soll sich in die Lage der Jerusalemer hineinversetzen, mit denen sie in absehbarer Zeit wieder vereint sein wird. … Schon jetzt, da die Exilierten unser Prophetenwort hören, ereignet es sich, dann nämlich, wenn sie es annehmen. … Der Prophet hatte es erlebt, dass … die „Freudennachricht“ abgewiesen wurde, ja, er findet es selbst fast unglaublich (53,1). (Voigt)
  • Sein Wort scheint durch äußere Tatsachen überhaupt nicht gedeckt zu sein. Dass es 538 v.Chr. tatsächlich zum Sturz Babylons und zur Heimkehr kommen wird, kann man ja noch nicht wissen. Der Prophet selbst wird es, nach allem was wir annehmen müssen – nicht mehr erleben. (Voigt)
  • Wahr ist, was Jesaja der Tröster ankündigt, „in Christus“ und „um Christi willen“, wie denn auch die apostolische Predigt und alle Predigten, die in der Gemeinde gehalten werden, ihre Deckung in Jesu Geburt, Seinem Leben und Wirken, Seinem Tod und Seiner Auferstehung und auch in Seiner Wiederkunft haben. (Voigt)
  • Das verkündigte Wort tut, was es sagt. Das Wort ist nicht nur Hauch und Laut, sondern wirkungskräftige Macht. Nicht, weil das Wortemachen des Predigers suggestive Kraft hätte, durch die bei den Menschen etwas ausgelöst würde, was in ihnen schlummert, sondern weil im Wort der Gott wirksam ist, der zu Seinem Volke kommt. (Voigt)
  • Das Wort als solches könnte nichts bewirken, wenn nicht Der in ihm wirksam wäre, in dessen Namen es gesprochen wird (2Kor 5,20; 1Thess 2,13; Lk 10,16). (Voigt)
  • Indem der Prophet seine Botschaft ausrichtet, bewegt sich Gott auf die Angeredeten zu, nimmt Er mit ihnen Verbindung auf, tröstet Er sie, ermutigt Er sie, wird Er in ihnen mächtig, tritt Er Sein Königtum in ihnen an. (Voigt)
  • Jesus ist der Freudenbote der erwarteten Endzeit. (ThWNT in Voigt)
  • In unserm Text ist Christus verborgen. Die Botschaft galt den Menschen damals, und sie gilt uns heute. Der Freudenbote steht auf der Kanzel. … Jetzt ist zwischen Gott und uns nur Friede, Gutes und Heil (7). (Voigt)
  • Die Aufgabe der Späher ist es, alles wahrzunehmen und zu melden, was sich der Stadt nähert, sei es in freundlicher, sei es in feindlicher Absicht. Das der Text von Spähern (pl.) spricht, könnte darauf hinweisen, dass man hier mit aufmerksamen, wachen Menschen rechnet. Wer döst und träumt, kann nicht Wächter sein. … Die adventlichen Texte mahnen zur Wachsamkeit. (Voigt)
  • Lesen wir „Auge an Auge“ (8), dann haben wir uns viele Menschen dicht gedrängt nebeneinander zu denken: aufgerissene Augen, alle in die eine Richtung blickend, gespannt hinsehend zu dem, was sich da in der Ferne tut und immer näher kommt. Ein eindrucksvolles Bild, das uns adventliches Warten verdeutlicht. (Voigt)
  • Die „Späher“ sind die wartende, wachende Gemeinde. Auf sie richtet sich der Blick des Propheten (9f). (Voigt)
  • Das Kommen Gottes will wahrgenommen sein. … Der Gott, der nicht in dem die Berge zerreißenden Sturm ist, auch nicht im Erdbeben und nicht im Feuer, sondern im „stillen sanften Sausen“ (1Kön 19,11f), wird nur von solchen wahrgenommen, die dafür sensibilisiert sind und ihre (inneren) Augen offen haben. (Voigt)
  • Aber auch dann, wenn uns die Möglichkeit, Gott zu erkennen, gegeben ist, brauchen wir die Bereitschaft, Ihn wahrzunehmen und aufzunehmen. Hier müssen wir vom Glauben sprechen. (Voigt)
  • Der Glaube bringt das Geglaubte nicht hervor, er ist die Haltung des Empfangens. (Voigt) Ein Vorbild dafür ist Maria. (Voigt)
  • Die Glaubende ist nicht willenloses Objekt für das Handeln Gottes. Dass im Geschehen des Heils Gott allein wirksam ist, besagt nicht, dass Er – wie ein Bildhauer am Stein – an toten Gegenständen arbeitet. Er geht mit lebendigen Menschen um, die zwar nicht mit Ihm „mitwirken“, die aber zu Seinem Tun ein bereites Ja sagen. Dies gilt für Maria als Urbild der Glaubenden, und es gilt von jedem, der glaubt. (Voigt)
  • In Seinem Handeln als Schöpfer und Herrscher hat Gott alle Seine Geschöpfe in der Hand, ob sie Ihn kennen und anerkennen oder nicht. In Seinem Wirken als König im Reich der Gnade kommt es zu denen, die Ihn annehmen. (Voigt)
  • Oder noch konkreter: Gott kommt wohl zu allen, und Sein Selbstangebot ist real und ernstgemeint für alle, aber es wird nur bei denen wirksam, die Ihn glaubend aufnehmen (Joh1,9-12). (Voigt)
  • Die glaubende Gemeinde selbst hat „Jesaja der Tröster“ an anderer Stelle zur „Freudenbotin“ erklärt (40,9) Ihr Dasein als Gemeinde sollte adventliches Zeugnis vor der Welt sein. Hier sind Menschen, die ihren Gott und Herrn erwarten! – Sie warten, weil sie vernommen haben, dass Gott kommt. (Voigt)
  • Hier sollen nicht der strahlende Himmel und die hohen Berge rühmen, sondern – Ruinen (9). Es gibt keinen stärkeren Ausdruck für die Hoffnung, die sich an Gottes Kommen knüpft. (Voigt)
  • Man wird bald – gemäß dem Kyrusedikt (Esra 6,3-5) – den Tempel aufbauen (wenn der Bau auch, wie vieles in der Welt, zeitweise ins Stocken geraten wird), und man wird Jerusalem und das Land besiedeln. Es soll nicht bei den Trümmern bleiben. (Voigt)
  • Wo Menschen vom Kommen Gottes ergriffen und überwältigt sind, da wandelt sich auch das Missliche zum Guten (Röm 8,28); da hört es auf, lähmend zu wirken. (Voigt)
  • Wer Gott kommen sieht, für den ist auch das, worüber er noch seufzt und stöhnt, voll Jubel. (Voigt)
  • Ein kühnes Bild als Ausdruck einer kühnen Erwartung: Gott „entblößt“ (10) seinen Arm (=Macht) und handelt in der Weltgeschichte so, dass Er für alle erkennbar wird. Der verborgene Gott (45,15) wird mit einem Male aller Welt offenbar. (Voigt)
  • Modern gedacht: Der Prophet meint, dass Jahwe Herr der Welt ist, werde man aus der Zeitung entnehmen können. (Voigt)
  • Die bevorstehende Wende wird theozentrisch verstanden. Und: Sie hat den Charakter einer eschatischen Weltverwandlung, die man sich an Stellen wie 50,3; 51,6; 54,10; 40,4; 42,16; 49,11 und 51,3 verdeutlichen kann. Vor allem aber: Jahwe nimmt den Zion wieder ein und regiert von da aus die Welt. Das soll die Welt sehen. (Voigt)
  • Man muss einfach zugeben, das „Jesaja der Tröster“ sich in dieser (Nah-)Erwartung getäuscht hat. … Der Verlauf der großen Weltgeschichte enthält noch immer so viel Widergöttliches, dass von Gottes entblößtem Arm nichts zu merken ist. Am deutlichsten wird uns dies am Karfreitag. (Voigt)
  • Trotzdem predigen wir das Kommen Gottes in alle Welt, zu allen Völkern. Anders, als der Prophet es sich dachte. Und doch auch wieder so, wie schon er es im Blick hatte: Des Propheten Verkündigungsauftrag reicht auch zu den Heiden (42,6; 49,6) und bis zu den „Inseln“, also bis dahin wo die (als Scheibe auf dem Wasser schwimmende) Erde nach dem Urmeer hin zerbröckelt (49,1ff). (Voigt)
  • Weltweit lässt Israels Gott das Heil verkündigen – und zwar eben nicht nur für Sein Volk, sondern für alle Völker. (Voigt)
  • Was Gott jetzt noch im Verborgenen tut, oft gegen all unser Begreifen, wird einmal aufgedeckt und unmittelbar einsichtig sein. Wir warten zuversichtlich auf Gottes letzten, großen Advent. (Voigt)
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