47-2 Getauft in den Tod – Röm 6,3-8

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Röm 6,3-8(9-11)

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

o    Warum fängt der Satz mit „oder“ an?                                  3

  • Um welchen Zusammenhang geht es?

o    Was sollen die Christen in Rom wissen?

  • Was ist „wissen“?
  • Woher weiß man etwas?
  • Woher weiß man um geistliche Wahrheiten?

o    Was geschah bei der Taufe?

  • Was heißt: „in seinen Tod getauft“?

o    Wie ist „begraben durch die Taufe“ gemeint?                                  4

o    Vers 3 und 4: Ist das beschreibende oder auffordernde Rede?

  • Ist die Vergangenheitsform der Verben abgeschlossen oder nicht abgeschlossen?

o    Beachte das Bindewort „damit“! Was will es sagen?

o    Was ist das „neue Leben“?

  • Was meint „wandeln“?

o    Achte auch im Vers 5 auf die Zeitformen der Verben!                      5

  • Beachte „denn wenn“ und „so“!

o    Wodurch sind wir „mit ihm verbunden“?

  • Wie wurden wir „ihm gleich in seinem Tod“?

o    Was meint „in der Auferstehung gleich sein“?

  • Was bedeutet das für den Gläubigen?

o    Beachte: Das Wort „wissen“ wird wiederholt!                                   6

  • „Wir wissen ja“ – Wissen wir es wirklich?
  • Was macht dieses Wissen mit uns?

o    Was ist mit dem „alten Menschen“ gemeint?

  • Ist der „alte Mensch“ wirklich tot?
  • Was ist mit ihm passiert?

o    Was ist „der Leib der Sünde?

  • Wie soll er vernichtet werden?

o    Beachte das Bindewort „sodass“!

  • Was will Paulus damit sagen?

o    Was ist „Sünde“?

  • Was macht die Sünde?
  • Wie dient man der Sünde?

o    „Denn“ = Begründung!                                                       7

  • Wer ist wann gestorben?

o    Wie kann ein Mensch „frei von der Sünde“ werden?

  • Was meint Paulus damit?

o    Bin ich mit Christus gestorben?                                          8

  • Woher weiß ich das?
  • Woran wird das sichtbar?

o    Was ist „glauben“?

o    Welches Leben ist hier gemeint? (vergl. Vers 11; 2Kor 5,15; 1Petr 2,24)

  • Beachte die Zeiten der Verben!
  • Wie kann dieses Leben aussehen?
  • Wie sieht dieses „mit ihm leben“ bei mir aus?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

o

o

o

o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

o

1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

o

2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Das Thema des Abschnitts ist nicht eine Lehre von der Taufe, sondern die Freiheit von der Sündenmacht und der Wandel im neuen Leben. Was über die Taufe gesagt ist, dient der Begründung. Ein exegetisch stark umstrittener Abschnitt. (Voigt)

o    Während 1Kor 1,15 von der Taufe „auf den Namen …“ die Rede ist („Giroformel“ deutet auf Eigentumswechsel), heißt es hier „in Christus hinein“ (sozusagen lokal, vgl. 1Kor 12,13). Wie in 2Kor 1,21; Gal 3,27 wird der Getaufte in den neuen Adam integriert. (Voigt)

o    Es ist nicht unwichtig, dass die Aussage „wir wurden auf Christus Jesus getauft“ nach einer damaligen geschäftlichen Redewendung formuliert ist, die „etwas auf das Konto jemandes schreiben“ bedeutet. Wir alle, die getauft wurden, wurden damit „Christus Jesus übereignet“. Dieses „Buchen auf Jesu Konto“, dieses „Übereignen an Jesus“, ist so real gemeint, dass es zu einer vollen Anteilhabe an Jesus kommt. (de Boor)

o    Vers 4: „In Neuheit des Lebens“ zu wandeln. (Voigt)

o    Mit der Taufe stehen wir auf der Grenze der Äonen. (Voigt)

o    Kann der Sünder denn vom Sündigen anders abgehalten werden als durch den Hinweis auf die bösen Folgen, die sein Tun für ihn selbst haben muss? … Der Sünder wäre nicht mehr Sünder, wenn sich in ihm eine andere Motivierung durchsetzte, vom Bösen zu lassen. Solange er es ist, kann die Predigt von der Gnade ihn im Sündigen nur bestärken. … Solange der Sünder lebt, hat er das Gesetz nötig. (Voigt)

o    Christliche Lebensgestaltung ohne Gesetz – ist das überhaupt denkbar? Als M. Luther in der Reformation das paulinische Evangelium neu entdeckte und mit herrlicher Klarheit vekündigte, scheiterte sehr rasch die Neugestaltung des Lebens bei den Einzelnen wie bei der Gemeinde an diesem Punkt. Auch Luther wusste sich nicht anders zu helfen als so, dass er aufs Neue kräftig das Gesetz in das evangelische Christentum und in den Gemeindeaufbau hineinnahm. (de Boor)

o    Aber lebt denn der Sünder noch? – Das ist die Frage unseres Textes. Natürlich lebt der Sünder noch; wir erfahren es an uns täglich. Der Text sagt, er sei gestorben. Ob und in welchem Sinn das gilt, haben wir zu erörtern. … Wie also kommt es dazu, dass wir „in einem neuen Leben wandeln“? Die Antwort des Paulus lenkt den Blick auf die Taufe. (Voigt)

o    Die Taufe ist Mitte und sichtbarer Ursprung der Kirche. (Voigt)

o    Die Taufe ist am besten mit einer „Eheschließung“ zu vergleichen. Es mag der Heirat eine lange und innige Liebesgeschichte vorangehen, aber erst jetzt in dem – äußerlich ganz schlichten! – Geschehen der Eheschließung werden zwei Menschen unlösbar vereint und beide in einen neuen Stand gesetzt, der fortan ihr Leben bestimmt. (de Boor)

o    Taufe ist zuerst so etwas wie ein Todesurteil, mehr: Etwas wie eine Hinrichtung und ein Begräbnis! Wenn wir das doch allezeit gesagt und nicht immer nur von der „Taufwiedergeburt“ gesprochen hätten. … Eine solche Taufe, die Todesurteil, Hinrichtung und Begräbnis ist, kann freilich nur der begehren, der „den alten Menschen“ in seiner Schrecklichkeit und Todeswürdigkeit erkannt hat. Sich taufen lassen, schließt das „ja“ zum Todesurteil über den alten Menschen in sich ein. (de Boor)

o    Wenn von Sünde die Rede ist, ist unsere verfahrene, belastete Situation vor Gott gemeint. Sünde ist Ungehorsam, Aufruhr gegen Gott, Gottesfeindschaft. Was Paulus mit Sünde meint, begreift nur der, dem deutlich geworden ist, dass die Welt der Kampfplatz ist zwischen Gott, ihrem Schöpfer und Herrn, einerseits und den unsichtbaren, hintergründigen Mächten des Abfalls andererseits. (Voigt)

o    Die Sünde ist nicht nur Versagen und Verfehlung, sie ist zugleich und weit darüber hinaus eine Macht, die uns gefangen hält. … Die Sünde führt ein tyrannisches Regiment. (Voigt)

o    Paulus meint, aus dem allem kommt man nur dann heraus, wenn man stirbt. Ein harter, seltsamer, fremder Gedanke. (Voigt)

o    Was bedeutete es für die Menschen, die nach 1933 aus Deutschland emigrieren mussten, wenn der Zug die Grenze passiert hatte? – Sie waren den Zwängen und dem Druck des finsteren Regimes entgangen. Wie entgeht man der Sünde und ihrer Tyrannei? Indem man ihr davonstirbt. Einen Toten kann man zu nichts mehr zwingen, und von ihm kann man keine Schulden mehr eintreiben. (Voigt)

o    Nirgends finden wir auch nur die Spur einer Aufforderung: „Ihr müsst mit Christus sterben.“ In allem handelt es sich um Tatbestände, die Gott in Christus Jesus geschaffen hat und die wir im Glauben als solche vollendeten Tatbestände ergreifen dürfen und zu ergreifen haben. Den Anteil an ihnen bekommen wir „personal“, wie bei einer Eheschließung das Mädchen Namen und Stellung und Besitz des Mannes mit erhält. (de Boor)

o    Wir können uns nicht damit herausreden: „Die Sünde war es!“ Wir müssen eingestehen: „Ich war es“. (Voigt)

o    Das Sterben dieses „alten Adams“ bringt die Sünde und mich auseinander. … Wie geschieht das? – Durch die Taufe. (Voigt)

o    Getauft werden wir „auf Jesus Christus“ (V.3), genauer: „in“ ihn „hinein“. Der Erfolg dieses Eintauchens in ihn ist, dass wir „in Christus“ sind. … Christus und die Getauften kriegt man nicht mehr auseinander. So kommt es nun, dass, was Christus widerfahren ist, auch uns geschieht. … Wir sollten nicht zu genau wissen wollen, wie man sich dieses Hineingezogen werden in Christus und damit auch in seinen Tod zu denken hat. … Taufgeschehen und Taufwirkung sind analogielos, aus keinem Tatbestand unserer Erfahrungs- und Denkwelt verständlich zu machen. (Voigt)

o    Wir sollten lernen, uns differenziert zu sehen. Ich bin nicht nur der Mensch, den meine Nächsten und ich selbst kennen – besser kennen, als mir lieb ist. Ich bin zugleich der Mensch, den nur Gott sieht und kennt. Um diesen Menschen weiß nur, wer die geheime Geschichte erkennt, die sich zwischen Gott und ihm zugetragen hat und immer wieder zuträgt. … Diese Geheimgeschichte zwischen Gott und uns ist nicht an äußeren Merkmalen ablesbar. (Voigt)

o    Dem Apostel kommt es auf das heute zu praktizierende christliche Leben an. … Christliches Leben ist Leben von der Zukunft her und auf die Zukunft hin. (Voigt)

o    Wie sollen wir vom „Glauben“ zum „Tun“, von der Rettung allein aus Gnaden zur Lebensgestaltung, von der „Rechtfertigung“ zur „Heiligung“ gelangen? … Gibt es Werke, die nicht „Werke des Gesetzes“ sind? … Paulus hilft sich nicht mit Imperativen, sondern stellt einen Indikativ, die Aussage einer Tatsache vor uns hin:“Die wir starben der Sünde“ (2). … Alles kommt auf diesen begründeten Satz an: „Wir starben der Sünde“. (de Boor)

o    Wie kann die Gnade allein ohne Gesetz das Leben ordnen und prägen? … „Neuheit des Lebens“, haben wir begriffen, dass es und warum es um nichts Geringeres gehen kann? (de Boor)

o    Wir sind „in eins verwachsen geworden“ (5). … Erkennen (wissen) wir es wirklich (6)? Oder stecken wir noch tief in den eigenen Bemühungen, selber unseren alten Menschen zu kreuzigen und den Leib der Sünde zu unterdrücken und die Sklaverei der Sünde zu bezwingen? … Was Paulus uns sagt, ist das volle Gegenteil zu all diesen Versuchen und Bestrebungen und Heiligungsbewegungen. Paulus redet von einer abgeschlossenen, vollendeten Tatsache, und fordert uns auf zu erkennen, „dass unser alter Mensch mitgekreuzigt wurde“. (de Boor)

o    Unser Leib ist und bleibt zwar ein „Leib der Sünde“, ein Leib, aus dessen Begierden und Ängsten ständig neue Antriebe zur Sünde emporsteigen. … Aber ergreife im Glauben die von Gott selbst gewirkte Tatsache, dass in deinem Stellvertreter, in Jesus, dein alter Mensch hingerichtet wurde, und du wirst praktisch erfahren, dass dieser „Leib der Sünde“ zwar nicht vernichtet ist (6), wie hier und da übersetzt wird, wohl aber „abgetan“, außer Kraft gesetzt, unwirksam gemacht. (de Boor)

o    Als der Auferstandene lebt Christus „für Gott“ (V.10). So sollen auch wir im Blick auf uns selbst „urteilen“, dass wir – die mit Christus Gestorbenen! – „in Christus“ „für Gott leben“. (V.10-11) (Voigt)

o    Es fällt auf, dass Paulus bei dem „Leben mit Christus“ auf einmal in der Verbalform der Zukunft redet und es zu einer Sache unseres Glaubens macht. … Wir sehen oft das ganze Gegenteil , aber das eben heißt ja „glauben“: Gottes Wort wider allen Augenschein die Ehre geben und unserem von Gott geschenkten „Verwachsen sein mit Christus“ tausendmal mehr trauen, als allem, was wir an uns vorfinden. (de Boor)

o    Das Leben wird wirklich anders, wenn man sich grundsätzlich – trotz der noch zu überschreitenden eschatologischen Grenze – als einen Menschen versteht, der in Gottes kommende Welt gehört und nicht mehr sich selbst, sondern Gott bzw. dem Herrn lebt. Dass wir so oft auf der Stelle treten oder in scheinbar Überwundenes zurückfallen, liegt meist daran, dass wir unsere eigene, auf Gottes Verheißungen beruhende und in ihnen garantierte Zukunft nicht ernst nehmen. (Voigt)

o    Aus der zukunftsschenkenden und verbürgenden Gnade leben – aus nichts anderem -, das verändert uns in der Tiefe. (Voigt)

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