58-1 Die kanaanäische Frau – Mt 15,21-28

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Mt 15,21-28

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

o    Von wo geht Jesus weg?                                                   21

o    Warum zieht Jesus sich zurück?

  • Was ist vorgefallen?
  • Was hat er vor (mit seinen Jüngern)?

o    Wo liegen die Städte Tyrus und Sidon? à Karte

  • Wieso geht er ins Ausland?

o    Was meint „kanaanäische“ Frau? à Lexikon                                   22

  • Urbevölkerung! …
  • Wie kommt sie dazu, Jesus, den Juden mit „Kyrios“ und „Sohn Davids“ anzureden?
  • Was bedeuten diese Titel?

o    Was ist „Erbarmen“? à Lexikon

o    Wie mag die Mutter diese An- bzw. Überfälle (in) der Tochter erlebt haben?

o    Was sind böse Geister?

  • Wie muss man sich „übel geplagt“ vorstellen?

o    Warum reagiert Jesus so?                                                  23

o    Warum reagieren die Jünger anders?

  • Ist das Fürbitte?

o    Ist die Frau eine Parallele zu Lk 18,1-8?

o    Was will Jesus mit diesem Satz sagen?                              24

  • Will der Satz eine grundsätzliche Ablehnung ausdrücken, oder steht er mit solchen Stellen, wie Joh 12,49 in Verbindung?
  • Oder ist es Variante, ein Gespräch zu beginnen, um den Glauben der Frau ans Licht zu fördern?

o    Stimmt ihre Körpersprache mit den benutzten Worten überein? 25

o    „Aber“ drückt Distanz aus. Warum?                                     26

  • Jesus, „der voller Gnade und Wahrheit„ (Joh 1,14) ist, reagiert so hart. Warum?
  • Wie ist das Wort „Hund“ zu verstehen?

o    Warum widerspricht die Frau nicht (vgl. Lk 16,30)?              27

  • Woher hat sie diese Weisheit, dieses Zu-trauen?

o    „DA“ – endlich! – Warum hat Jesus so lange gewartet?        28

  • Wie hat diese Frau das Herz Jesu erreicht?

o    Was ist Glaube? à Lexikon

  • Um welchen Glauben geht es hier?
  • Wie kann Glaube groß sein?

o    Warum heilt Jesus diese Tochter?

o    Warum hat Matthäus diese Geschichte in sein Evangelium aufgenommen? Was wollte er damit sagen? Beachte den Kontext!

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

o

o

o

o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

o

1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

o

2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Das Thema dieses Sonntags ist: „Gerettet wird, wer an Jesus, den Herrn, glaubt.“ (Voigt)

o    Die „Auslandsreise“, eine Atempause für Jesus, oder eine Zeit, die Jünger zu unterweisen?

o    Die Frau will nicht an die Stelle Israels, auch nicht das Gleiche wie Israel. Sie will einfach Gnade. „Gnade ist ungeschuldete (grundlose) Liebe“ (Voigt)

o    Unser Text spricht vom angefochtenen Glauben. Diesmal kommt die Anfechtung … von Gott selber. (Voigt)

o    Heimlich sind wir (oft) der Meinung, Gott lasse sich nicht dreinreden. … Hier geschieht das Erstaunliche, dass der Herr und Gott sich von Menschen überwinden lässt. (Voigt)

o    Die Gebiete von Tyrus (21) und Sidon sind nicht nur der Küstenstreifen, sondern auch das Land nördlich von Galiläa.
Nach Mk 7,24 hält Jesus sich in einem Haus in Sidon auf, um ganz in der Stille sein zu können. (Rienecker)

o    Matthäus bezeichnet die Frau als „kanaanäische Frau“. Damit wird die Erinnerung an jahrhundertelange Spannungen und Auseinandersetzungen mit dem palästinensischen Heidentum beschworen und die Dramatik der Begegnung verschärft. (Voigt)

o    Sie, die Heidin, schreit ihm nach: „Herr, du Sohn Davids“. … Sie muss also nicht nur von Jesu großen Werken gehört haben, sondern auch davon, dass man in Israel sich mit der Frage beschäftigte, ob er auf Grund seiner Reden und Taten nicht doch der Sohn Davids sei. – Die Heidin hat in ihrem Herzen die Frage … beantwortet. (Rienecker)

o    Sie ist das Vorbild der „grenzenlosen Bitte“, des anhaltenden und durch keine Enttäuschung zu beirrenden Gebetes, zu dem der Herr so oft seine Jünger ermuntert und aufgerufen hat. (Stählin)

o    Was ist das für ein Gott, der sich besiegen lässt? … Gott ist ein so großer Gott, dass er sich besiegen lässt von dem Glauben und dem Schreien einer kleinen Frau. (Bösinger)

o    Mit den „verlorenen Schafen des Hauses Israel“ (24) können das ganze Israel in seiner Verlorenheit oder der verlorene Teil gemeint sein. (Voigt) … Ruhig und gemessen sagt der Herr das zu seinen Jüngern (24). Kein Außenstehender ahnt, welch innere Entsagung diese Sendung ihm auferlegte. (Rienecker)

o    Das griechische „Ja, Herr, aber“ (nach Luther) ist besser mit einem begründenden Sinn zu übersetzen: „Ja eben – und die Hunde essen bekanntlich …“ (Voigt)

o    Indem sie dem Herrn recht gibt mit dem Wort: „Ja gewiss, Herr“, versucht sie, dem Herrn einen Ausweg zu zeigen, wie er, ohne dem Vater im Himmel ungehorsam zu werden, dennoch ihrer Bitte entsprechen kann. (Rienecker)

o    Die Frau hatte dem Herrn recht gegeben, so gab er auch ihr recht. Weil sie seinen Willen als heilig geehrt hat, erfüllte er auch ihren Willen. Seine Güte blieb nicht hinter ihrem Glauben zurück. … Derjenige Glaube ist groß, der bei Christus große Gnade sucht. (Rienecker)

o    Die Theologen (Dogmatiker) haben mit dieser Perikope ihre liebe Not. Jesus scheint darin von einer Heidin – bekehrt zu werden. In ihm geht eine Wandlung vor sich. Die unbekannte – für die Christenheit jedenfalls namenlos gebliebene – Frau ist die handelnde Person. Er, Jesus, ist der Betroffene. (Voigt)

o    Gehorsam stand dem Herrn über alles, auch über Mitleid und Herzensgüte. … Der Jünger Barmherzigkeit (23) war nur Schein. In Wirklichkeit jedoch war es Bequemlichkeit. (Rienecker)

o    Jesu vorösterliches Wirken wahrte grundsätzlich Grenzen, die die Gemeinde nach Ostern so nicht mehr kannte.

o    Fällt Jesus mit solcher „jüdischen Enge“ (24-26) nicht hinter das Alte Testament zurück? (Am 9,7; Jes 2,2ff; Micha 4,1ff; Jes.42,4; 49,1; 51,6) … Die Markusparallele (7,27) bietet mit einem einzigen Wort die Deutung: „vorher“. Es geht nicht um ein Gegeneinander (Kümmert Jesus sich um Juden oder um Heiden?), sondern um ein Nacheinander. … Doch hat Matthäus gut daran getan, dass er das Gegeneinander nicht im Nacheinander aufgehen lässt. (Voigt)

o    Die Frau bittet nicht, weil sie ein Recht dazu hätte. Die Not treibt sie. … Die Niederfallende bekundet durch ihr Verhalten, „mit wem sie es zu tun hat“. (nach Voigt)

o    Sie schreit gegen den Teufel zu Jesus Christus. … Gut, wenn Mütter ihre Kinder aus den Klauen des Satans reißen wollen. (Bösinger)

o    Gott hat hier den Unmündigen offenbart, was er Weisen verbarg (11,25). (Rienecker)

o    Die Erkenntnis Gottes brachte sie zu einer großen Demut. … Und die Erkenntnis Gottes, die die Demut gibt, gibt auch das glaubensstarke Schreien! (Bösinger)

o    Warum beten wir eigentlich nicht? Ist niemand in Satans Klauen in unserer Umgebung? … Ist keine Ehe in unserer Nähe von offener oder schleichender Krise befallen? … Sind wir müde, lieblos oder gar glaubenslos? (nach Bösinger)

o    Offensichtlich weiß sie, was es mit dem Erwählt sein Israels (26) auf sich hat. Sie ist also nicht der Meinung, dass Gott gefälligst für alle Menschen gleichermaßen da zu sein habe. (Voigt)

o    Die Heidin empfindet den Vergleich (mit den Hunden) nicht verletzend, sondern geht auf ihn ein. … Er kann nicht die Hündlein wie Kindlein und die Kindlein wie Hündlein ansehen. Der Herr muss dem Auftrag seines Vaters gehorchen. Obwohl Israel ihn hasst und töten will, kann Er dennoch nicht Israel hassen und sich von ihm trennen. (Rienecker)

o    Dass wir mit Gott in Gemeinschaft kommen, beruht auf seinem freien Erwählen. Man muss sich schon, wenn man das begreifen will, dem Schock von Röm 9 aussetzen. Gott hat es in der Hand, mit wem er sich verbinden will. Er hat sich das Volk das Alten Bundes ausgesucht, nicht um dessen Vorzüge zu honorieren (5Mo 7,7-9), sondern einfach, weil Er dieses Volk liebgehabt hat und liebhat. (Voigt)

o    Gott erwählt sich, wen er will. Verdient hat es keiner. (Voigt)

o    Gott muss gar nicht. In keinem einzigen Fall muss Gott. (Bösinger)

o    Seine Gnade ist so reich, dass er Israel seine Verheißung hält und die Heiden auch erlöst. (Rienecker)

o    Die Frau sagt in etwa (27): Ich weiß, dass ich kein Recht habe, ich will nur etwas von deiner grundlosen Güte haben. – Da ist es bei Jesus „passiert“. Dieser Glaube hat ihn überwunden. … Jetzt merkt er, dass die große Stunde Gottes geschlagen hat. (Voigt)

o    Hier gerät etwas in Bewegung, …, weil der Vater es so fügt, das Jesus dort, wo man es nicht hätte erwarten sollen, auf Glauben stößt, eben auf den Glauben, der sich nicht auf „Rechte“ berufen kann und doch von Jesus die Hilfe erwartet. (Voigt)

o    Überall, wo hier vom Glauben die Rede ist, ist Jesus an diesem Glauben beteiligt, ist der Glaube von ihm nicht zu trennen. In allen Heilungsgeschichten ist der Glaube, Glaube an die Macht Jesu. Er ist durch Ihn selbst erweckter Glaube. (Ebeling in Voigt)

o    Wir sollten nicht versäumen, der heutigen Gemeinde dieses Stück Liturgie („Kyrie eleison“ – Vers 25) von daher verständlich zu machen. (Voigt)

o    Dieser Glaube wird Jesus entgegengebracht: Ein das Unwahrscheinliche erbittender und erhoffender, ein sich nicht beirren lassender, beharrlicher Glaube. Ein Glaube auch, der – mag er nun ein einfältiges Zutrauen oder ein wissender Glaube sein – sich in der Geste tiefster Verehrung (25), wie sie im Neuen Testament nur dem zusteht, der mit Gott zu tun hat, oder für Gott steht. (Voigt)

o    Es ist ergreifend, von solchem Glauben zu hören. Wie wäre es, einen solchen Glauben – selbst zu glauben? (Voigt)

o    Unser Abschnitt spricht vom angefochtenen Glauben. Diesmal kommt die Anfechtung nicht von außen, sondern von Gott selber. (Voigt)

o    Die Selbstmitteilung Gottes in Christus geschieht in der Undurchsichtigkeit und Zweideutigkeit seines Menschseins. (Voigt)

o    Kann Christus nicht helfen? Will er nicht? Hört er mich, oder nicht? Gilt seine Zusage noch? Der Christus, der selbst durch die tiefsten Anfechtungen hindurchgemusst hat, erspart sie auch uns nicht. (Voigt)

o    „Gott erhebt die Heiligen durchs Wort und den Heiligen Geist und stürzt sie nachher in alle Anfechtungen und Gefahren hinab, damit er erweise die Macht seines Wortes, welches die ganze Welt im Sein hält.“ (Luther in Voigt)

o    Warum dies? „ Damit Raum für den Glauben sei, ist es not, dass alles, was geglaubt wird, verborgen werde. Es kann aber nicht tiefer verborgen werden, als wenn es dem Augenschein, den Sinnen, der Erfahrung gerade entgegengesetzt ist. (Luther in Voigt)

o    Gott kann schweigen (23a). Am bedrückendsten war sein Schweigen am Karfreitag. Wir wissen: Das musste sein. (Voigt)

o    Unser Herz meint, „es sei nur Nein da, und es ist doch nicht wahr. Drum muss es sich von solchem Fühlen abwenden und das tiefe heimliche Ja unter und über dem Nein mit festem Glauben auf Gottes Wort fassen und halten“. (nach Luther in Voigt)

o    „Wenn man denkt, unser Herr Gott habe einen verworfen, so soll man es dafür halten, unser Herr Gott habe ihn in den Armen und herze ihn. (Luther in Voigt)

o    Woher sollte ihr Glaube gekommen sein, wenn nicht von Gott? (Voigt)

o    Die Geschichte der Menschheit bewegt sich nicht nach einem starren und unabänderlichen Plan, sondern das anhaltende Gebet wirkt auf Gottes Herz und Handeln. (Stählin)

o    Die Heilsgeschichte ist nicht nur ein Schattenspiel, in dem sich Ewig-Beschlossenes nur abbildet. Sie ist wirkliches, weltveränderndes menschenveränderndes, ja sogar gottveränderndes Geschehen. (Voigt)

o    Es geschieht hier ein Bruch, eine Umkehr Gottes auf seinem eigenen Wege. … Die Tür, durch die Christus da unversehens hindurchgegangen ist, bleibt nun offen für alle Ewigkeit. (Stählin)

o    Aber dieser Gott ist ja unlogisch? Gottlob, dass Gott nicht meiner Logik entspricht oder ihr entstammt. Ich preise ihn dafür, dass er viele Dinge tut, die meiner Logik widersprechen. (Bösinger)

o    Der Glaube flüchtet sich von dem Gott, der zuerst sich versagt hat, zu demselben Gott, der am Ende ja sagt. So wird Er der Gott der Heidin, die Ihm nichts zu bringen hat als ihre Not und das Vertrauen, dass er helfen kann.(Voigt)

o    Wo Glaube ist, da kann Jesus helfen. (Voigt)

o    Was doch die Liebe einer Mutter vermag. (Rienecker)

o    In der Begegnung Jesu mit der Kanaaniterin ist wirklich etwas Entscheidendes und Umwälzendes für die Geschichte der Menschheit geschehen, und die Verborgenheit dieses Ereignisses kann seine Tragweite nicht verringern. (Stählin)

o    Wie anders könnten unsere Gottesdienste sein, wenn wir glauben würden, dass unser gottesdienstliches Beten und Singen, die Anbetung, die wir dem König darbringen, der Gehorsam, mit dem wir seinem Anruf begegnen, wirklich etwas bedeuten für den Lauf der Welt, dass sie eingreifen als eine bewegende Kraft in das scheinbar ganz gesetzmäßig ablaufende Räderwerk der Geschichte, und dass wir, die auf Erden zu Ihm rufende, flehende, anbetende Gemeinde, das Herz Gottes erreichen. (Stählin)

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