39-3 Der HG öffnet Augen – Joh 16, 5-15

Downloadlink: 39-3 Der HG öffnet Augen – Joh 16, 5-15

Joh 16, 5-15

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Zu welchem großen Abschnitt gehört unser Text?
  • Welcher Kontrast wird durch „Jetzt aber“ angezeigt? 5
  • Wie geht Jesus wohin?
  • Warum sagt Jesus: „Niemand fragt mich?
    • Ist das ein Tadel?
  • Beachte „doch weil“! 6
  • Was hat Jesus zu den Jüngern in den letzten Stunden geredet?
    • Was davon macht die Jünger traurig?
  • Beachte „Aber Ich“; „denn wenn“ und „wenn“! 7
    • Welche Wahrheit meint Jesus hier?
  • Wer ist der Tröster?
    • Warum kommt der Tröster nicht, wenn Jesus bleibt?
  • Wie kann Jesus den Tröster senden?
    • Von wo wird Jesus den Tröster senden?
    • Ist der Tröster ein Gesandter?
  • Was ist die Aufgabe des Trösters? 8
    • Wie tut er der Welt „die Augen“ auf?
      • Was ist mit „Welt“ gemeint?
    • Was ist Sünde?
      • Wie erklärst du das einem Jugendlichen?
    • Was ist Gerechtigkeit?
      • Um wessen Gerechtigkeit geht es hier?
    • Welches Gericht ist hier gemeint?
      • Wann findet es statt?
    • Warum ist nicht an Jesus glauben Sünde? 9
      • Was ist mit „glauben“ hier gemeint?
    • Was hat Gerechtigkeit damit zu tun, dass Jesus zum Vater geht? 10
      • Warum spricht Jesus von „nicht sehen“?
    • Wer ist mit dem „Fürst“ gemeint? Begründe deine Meinung! 11
      • Wie wurde er gerichtet?
      • Was hat sich durch dieses „Richten“ geändert?
    • Warum war Jesus der Meinung, dass die Jünger Seine Worte nicht mehr „(er)tragen“ können?   12
      • Was könnte mit dem Wort „viel“ gemeint sein?
    • Warum spricht Jesus plötzlich vom Geist der Wahrheit? 13
      • Ist der „Geit der Wahrheit“ jemand oder etwas?
      • Beachte „wenn aber“; „denn“ und „sondern“!
    • Auf welches Wort bezieht sich das Wort „jener“?
    • Vergleiche mit Vers 7! Wer ist für die Wahrheit zuständig?
      • Was ist „alle Wahrheit“?
    • Wo wird der Geist etwas hören?
      • Um welche „zukünftigen“ Dinge geht es hier?
    • Beachte die Verben: „hören, reden, verkündigen“?
    • Wie wird der Heilige Geist Jesus verherrlichen? 14
      • Warum wird der Geist das tun?
      • Hast du so etwas schon erlebt? Wann und wo?
    • Was meint Jesus mit dem „Meinem“?
      • Was kann der HG dort nehmen?
        • Zähle einmal 10 Dinge auf?
      • Was ist „alles, was der Vater hat“? 15
        • Warum kann Jesus sagen, dass alles „Sein“ ist?
      • Beachte das begründende Bindewort „darum“!
      • Was bedeutet das Wort „verkündigen“?
  • Unterstreiche mit drei Farben, wo etwas über Gott den Vater; über Christus Jesus und über den Heiligen Geist geschrieben steht.
  • Warum hat Jesus diese Worte zu den Jüngern gesprochen?
  • Warum hat Johannes diese Zeilen in sein Evangelium geschrieben?
    • Was wollte Johannes damit sagen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

o

o

o

o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

o

1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

o

2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

o

o

o

o

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • Von der Schwere ihres Weges und Dienstes hat Jesus Seinen Jüngern in der ersten Zeit ihrer Nachfolge noch nichts gesagt (4b). Im Anfang standen die Freude und das Staunen (1,41.49), die Verheißung des offenen Himmels (1,50f) und die Offenbarung Seiner Herrlichkeit (2,11). Jahre der Gemeinsamkeit lagen damals vor ihnen. Aber jetzt ist das zu Ende. (de Boor)
  • Die Verse 5-15 entsprechen 14,15-26 im ersten Redeabschnitt. (Spörri)
  • Das „jetzt aber“ am Anfang dieses Abschnittes holt uns zurück aus der Zukunftsschau, die die Rede von 15,1 an geboten hat. 15,1-17 schildert das Leben der Jünger nach der Erhöhung des Meisters als wunderbare Liebesgemeinschaft mit Ihm und untereinander und dann wird dieses selbe Jüngerleben in der Welt (18-27), die Christus verlassen hat, unter dem Druck der Christusfeindschaft dargestellt. (Spörri)
  • Man beachte, dass die gleiche Wendung: „dies habe ich zu euch geredet“ (6) in Vers 1 und 4 und wieder in 33 (vgl 15,11) das bezeichnet, was den Jüngern helfen wird in der Stunde der Anfechtung, in Vers 6 aber gerade die Ursache angibt für die Niedergeschlagenheit der Jünger. (Spörri)
  • Die Jünger sind nur damit beschäftigt, dass die Gemeinschaft mit Jesus endet, fragen also nicht nach dem, was vor Jesus liegt (5). (Voigt)
  • Auf dem Tiefpunkt der Traurigkeit verstummen alle Fragen (5). (Spörri)
  • Im Nebel der Traurigkeit können sie die Wahrheit noch nicht erkennen, dass nämlich, was sie als unfasslichen Verlust ansehen, reichste Segensgabe für sie bewirkt, indem der erhöhte Christus ihnen den Helfer schickt. (Spörri)
  • Sie sehen nur das Dunkel, das vor ihnen liegt. … Es ist ihnen noch nicht aufgefallen, dass Jesus nicht sagt; „Jetzt muss ich sterben“, sondern „Jetzt gehe ich zum Vater“. Statt der „Freude“, die sie haben könnten (14,28), hat die Trauer ihr Herz erfüllt. (de Boor)
  • Darum muss ihnen Jesus erst wieder „die Wahrheit“ (7), die eigentliche Wirklichkeit des ganzen Geschehens zeigen. (de Boor)
  • Jesu Hingang (7) ermöglicht erst die Sendung des Parakleten (Trösters); die Präsenz des Geistes setzt das priesterliche Werk Jesu voraus. (Voigt)
  • Erst der Fortgang Jesu zum Kreuz und zum Thron des Vaters macht es möglich, dass Er den Geist, den „Anwalt“, zu den Jüngern „sendet“. Dadurch aber ist Jesu Weggang nicht nur für Ihn selber Freude (14,28), sondern auch für Seine Jünger „helfend“. (de Boor)
  • Warum ist der „Anwalt“ (Paraklet) für die Jünger so wertvoll, dass der Verlust im Fortgang des Meisters durch Ihn reichlich aufgewogen wird? Das ist nur zu erkennen von der großen Aufgabe der Jünger her. … Sie sollen in die Welt hinaus. … Und den Geist, der in sie eingegangen sein wird, werden sie an jedem Ort und zu jeder Zeit als den Anwalt haben, der ihre Sache oder vielmehr die Sache Jesu mit ihnen führt. (de Boor)
  • Es muss ein Anwalt sein, der gerade das kann, was ein Anwalt vor Gericht erreichen muss: die Gegenseite von ihrem Unrecht „überführen“. (de Boor)
  • Die Welt selber beachtet diese Anklage und diesen Schuldbeweis nicht, weil sie Ihn – den Geist – nicht sieht und erkennt (14,17). Das ändert keineswegs etwas an der Rechtsgültigkeit dieser Überführung. (Spörri)
  • Der göttliche Anwalt wird Menschen davon überführen, dass gerade der Unglaube Jesus gegenüber die eigentliche und entscheidende Sünde ist. (de Boor)
  • Die einzige Sünde, an der Menschen endgültig verloren gehen, ist der Unglaube, die Abweisung dessen, der Gottes rettende Liebe zu uns brachte. (de Boor)
  • In jenem Prozess geht es um Gerechtigkeit. Der Hohe Rat meint Gottes Gerechtigkeit aufzurichten, wenn er Jesus ausstößt und die Jünger vor Gericht zieht. Aber in Wahrheit erweist Gott Seine Gerechtigkeit darin, dass Er den geliebten Sohn erhöht, an das Kreuz und zu Seinem himmlischen Thron. Jesus wird aller Macht der Menschen entzogen. (de Boor)
  • Indem der Geist die Welt von dieser Gerechtigkeit überführt, wird Er als Anwalt der Jünger Verkläger der Welt, die Jesus ausgestoßen und verurteilt hat. Zugleich bietet der Geist der verlorenen Welt die neue „Gerechtigkeit“ an (Phil 3,9). (de Boor)
  • Der Herrscher dieser Welt ist durch das Kreuz „gerichtet“, aber noch nicht „vernichtet“, ja noch nicht einmal „gebunden“. Diese Vollstreckung des Gerichtes erfolgt später (Offb 20,1-3; 20,10) (de Boor)
  • Wenn im Griechischen diese drei Wörter (Sünde, Gerechtigkeit, Gericht) ohne bestimmten Artikel dastehen, so ist das so zu verstehen, wie wir im Deutschen „Gott“ sagen und nicht „der Gott“, weil Er einzig und alles in allem ist. Sünde ist also die eine Sünde, in der alle Sünden ihren Ursprung haben, aus der erst zu erkennen ist, was überhaupt Sünde heißt. Gerechtigkeit bedeutet die Rechtfertigung des einen Gerechten, aus der erst zu erkennen ist, was recht und unrecht ist, durch die alle Unrecht Leidenden zu ihrem Recht und alle Unrecht Tuenden zu ihrem Urteil kommen. Mit Gericht ist das endzeitliche Strafgericht gemeint. (Spörri)
  • Nach dem Dienst des Geistes gegenüber der Welt ist vom Dienst des Geistes gegenüber der Jüngerschaft die Rede. Eigentlich tut der Geist da und dort das Gleiche: „in die Wahrheit leiten“. Nur wird die Offenbarung der Wahrheit gegenüber der Welt mit „überführen“ bezeichnet und die Offenbarung für die Christusjünger mit „verkündigen“ (1,17). (Spörri)
  • In 1Joh 2,1 ist Jesus selbst der Paraklet. (Voigt)
  • „Augen auftun“ (8) heißt: beschämen, tadeln, überführen, ausforschen, also „von der Sünde zur Buße weisen“. (Voigt)
  • „Sünde“ ist der Unglaube gegenüber Jesus, das Festhalten der Welt an sich selbst, das Verharren in Finsternis (12,46), das Sich-Verschließen vor der Offenbarung. (Voigt)
  • „Gerechtigkeit“ (10) ist das Im-Recht-Sein beim Prozess. (Voigt)
  • Von 12 an geht es um die Wirkung des Parakleten in der Gemeinde. Hat der Geist bisher durch die Gemeinde zur Welt gesprochen, so wirkt Er jetzt an ihr. (Voigt)
  • Da, was künftig im Glauben zu „bestehen“ und zu bewältigen“ sein wird, nicht nur nicht absehbar ist, sondern grundsätzlich in der Aussage nicht vorausgedacht werden kann, muss Jesus die Seinen in das Wagnis des Lebens hinausschicken, und eben hier wird der Paraklet ihnen beistehen. (Voigt)
  • „Wahrheit“ (13) ist nicht die Summe von zutreffenden Sätzen über Gott, sondern die begegnende und in der Begegnung sich erschließende Wirklichkeit Gottes. (Voigt)
  • Vater, Sohn und Geist (15) sind gemeinsam in dem Geschehen der Offenbarung wirksam. (Voigt)
  • Gott ist gegenwärtig! Der Satz ist diesmal zu Pfingsten, in seiner pneumatologischen Bedeutung zu bedenken. Damit wird seine christologische Ausprägung – Himmelfahrt – nicht ungültig. Der Heilige Geist ist der Geist Christi, wie Er der Geist des Vaters ist. (Voigt)
  • Der Heilige Geist ist nicht bloß ein Anhängsel, auch nicht nur eine Gabe, obwohl Er uns „gegeben“ (Röm 5,5; 2Kor 5,5; 2Tim 1,7) und von uns „empfangen“ wird (Joh 14,17; 20,22; Röm 8,15). Er ist Gott-selber! Gott ist Geist. (Voigt)
  • Wir sprechen von Gott dem Heiligen Geiste, wenn wir Ihn erfahren als in uns wirkend, uns weckend und bewegend, ermutigend und befreiend, Glauben und Hoffnung gründend. (Voigt)
  • Der Geist Gottes will nie an den Gnadenmitteln vorbei an und in uns wirken. (Voigt)
  • Zwischen Gottesgeist und Menschengeist besteht ein Unterschied wie zwischen „Himmel“ und „Erde“. Auf lateinisch: Gott ist der „creator spiritus“, unser Geist ist „spiritus creatus“. (Voigt)
  • Religion ist ein mehr oder weniger stark ausgebildetes und verschiedenartiges natürliches Vermögen des Menschen, etwas vom Menschen Hervorgebrachtes, auf dem Boden seines eigenen Wesens Gewachsenes. Lebt Religion allein aus menschlichen Kräften, wirkt also nicht der Geist Gottes im Menschen Sein Wunder, dann bleibt Religion im Menschlichen gefangen. (Voigt)
  • Unsere natürliche Religiosität gelangt gar nicht zur Wirklichkeit Gottes, so sehr sie sie ahnen und ersehnen mag. (Voigt)
  • Wir wären ohne den Heiligen Geist abgeschnitten von der Realität Gottes. Wir könnten auch Christus nicht „Herr“ nennen ohne den Heiligen Geist (1Kor 12,3), denn Fleisch und Blut können uns, was es mit der Person Christi auf sich hat, nicht offenbaren (Mt 16,17). (Voigt)
  • Die Traurigkeit der Jünger (6) ist etwas durchaus Sachgemäßes. Die Jünger haben offensichtlich begriffen: Ohne Jesus geht es nicht! „Geht“ Er „weg“, sind sie also „verwaist“ (14,18), dann wären sie auf sich gestellt, gewissermaßen auf „Religion“ zurückgeworfen, also auch, wo es um Gott geht, auf sich selbst angewiesen. (Voigt)
  • Haben die Jünger, indem sie Jesus sahen, den Vater gesehen (14,9), so sind sie nun, da Jesus geht, von Gott abgeschnitten. (Voigt)
  • Nicht Trennung, sondern neue Gemeinschaft entsteht (7). … Im Geist wird der irdische Jesus Seiner Gemeinde präsent, lebt sie aus Seinem Wort und wirkt aus Seiner Kraft. (Voigt)
  • Pfingsten: Gott ist Selbst mitten unter uns, kraftvoll wirkend, Glauben schaffend und erhaltend, Schwachen helfend, Hoffnung begründend. … Unser Gott ist uns ganz nah, ja, Er ist in uns. (Voigt)
  • Wir gehören wieder zu Gott. Das Brausen vom Himmel (Apg 2,2) schreckt uns nicht. Die Macht Gottes kommt uns zugute. (Voigt)
  • Ist Gott nah, dann scheint immer Licht in Finsternis (1,5). Da findet eine Auseinandersetzung statt. Verlorenes wird gerettet (12,47); Werke des Bösen werden zerstört (1Joh 3,8); der Fürst dieser Welt wird gestürzt (12,31). Der Geist ist ein kämpferischer Geist. (Voigt)
  • Sicher ist in dem Text auch daran gedacht, dass die Jünger einen schweren Weg zu gehen haben (15,18ff; 16,1ff). Die Lage ist so, wie sie sich besonders in den ersten Kapiteln der Apostelgeschichte darstellt: Die Jünger bekennen sich in der Öffentlichkeit zu dem Jesus, der vor wenigen Wochen öffentlich hingerichtet worden ist, und predigen Ihn als den Christus und Heiland. Dasselbe Gericht, das Ihn verurteilt hat, kann jeden Tag erneut zusammentreten. (Voigt)
  • Wer sich von Jesus nicht herausrufen lässt (3,19), der hat, indem er die Finsternis wählte, auch das Gericht gewählt. (3,18). … Jesus will nur retten, nichts anderes. Wer sich nicht retten lässt, hat aus der Situation der Entscheidungslosigkeit selbst die des heillosen Entschiedenseins gemacht. (Voigt)
  • Genau dasselbe, was Jesus getan hat, indem Er zur Glaubensentscheidung aufrief, tut nun der Geist. … Der Herbeigerufene, der Beistand, der Anwalt „deckt“ den wahren Sachverhalt „auf“. (8). (Voigt)
  • Die Welt selber merkt es gar nicht, dass die Existenz und die Predigt der christlichen Gemeinde ihre eigene Überführung ist. Sie kann den Parakleten nicht wahrnehmen (14,17). (Voigt)
  • Es kann sein, dass jemand an Jesus vorbeiging oder vorbeigeht, weil er Ihn wirklich nur „nach dem Fleisch kennt“ (2Kor 5,16; Mt 16,17), also gar nicht mitbekommt, was hier zur Entscheidung und damit auf dem Spiel steht. Anders, wenn Gottes Geist die Situation erhellt und ihn damit „überführt“, ganz von innen her. Da kommt dann heraus, was Sünde ist. (Voigt)
  • Alles ist reparabel – nur das eine macht das Sündigsein endgültig und damit verhängnisvoll: „dass sie nicht glauben an Mich“ (9 – Mt 12,31f). Diese Sünde ist unentschuldbar (15,22-25). (Voigt)
  • Die Gemeinde wird vom Unglauben irritiert, der ihr entgegenschlägt; aber sie selbst ist mit ihrem Glauben eine ständige Anklage gegen jene, die nicht glauben. Sie hat Grund für ihren Glauben und Recht in diesem Streit. (Voigt)
  • Mit dem Begriff „Gerechtigkeit“ nähert sich Johannes sehr dem paulinischen Denken. Sicher ist daran gedacht, dass Jesu Tod nicht, wie die Welt meint, Verwerfung durch Gott ist, sondern Seine Erhöhung. (Voigt)
  • Dass Gott Jesus annahm, bedeutet, dass Er auch uns annimmt; dass Jesus im Recht ist, ist auch unser Recht. (Voigt)
  • Das „Gericht“: Der Herrscher der Welt ist schon gerichtet (11), er ist gestürzt, seine Werke sind zerstört. Für die, die in der Finsternis bleiben wollen, eine schlimme Nachricht. Für die Glaubenden Grund zum Aufatmen. (Voigt)
  • Gott ist da. Er vertritt unter uns Seine Sache selber. … Die Geistesgegenwart Gottes ist – wie das Kommen Jesu – das Bemühen, uns dem Gericht zu entreißen. Wer sich „überführen“ lässt, soll wissen, dass es nicht darauf abgesehen ist, ihn zu richten, sondern zu retten. Überwindung – von innen her! (Voigt)
  • Immer ist der gemeint, der Ihn (Heiliger Geist) hört; und wer Ihn hört, gehört damit zur Gemeinde. (nach Voigt)
  • Vers 12 könnte von uns verstanden werden wie die Weisheit eines Schulmeisters, der sich Gedanken macht über die begrenzte Kapazität seiner Schüler und sich darum weiteres für später aufspart. Aber so ist der Satz nicht gemeint. Es geht nicht um ein Pensum, sondern darum, wie die Jünger in der künftigen – ganz neuen – Situation mit dem Gelernten umgehen. … Die Jünger werden auf die Auseinandersetzung gefasst gemacht, deren Einzelheiten nicht abzusehen sind, und auf die Glaubensproben zugerüstet, die es zu bestehen gilt. (Voigt)
  • Auch das Christenleben ist Wagnis, ist ein Gehen ins Unbekannte. Aber darauf kommt es an, dass wir eben darin nicht allein gelassen sind. Der Paraklet, der Geist der Wahrheit, wird bei uns sein. (Voigt)
  • Das wir bei dem, was zu verkündigen ist, bei Jesus stehen bleiben sollen, ist eine Zumutung. Alles wandelt sich – warum nicht das Credo der Kirche? Wie, wenn der Heilige Geist Selbst uns, indem Er uns „in alle Wahrheit leitet“, eine zeitgemäße Lehre suggerierte? Immer wieder die alten Texte, deren Erschließung uns soviel Mühe bereitet? (Voigt)
  • Weil Christus das „Wort“ ist (1,1ff(, ist Er auch das unüberbietbare Wort! „Niemand kommt zum Vater, denn durch mich“ (14,6). Es ist nicht das Amt des Parakleten, Christus zu überbieten (etwas Neues zu entwickeln), sondern Ihn zu beleuchten. „Derselbe wird mich verherrlichen“ (14), sagt Jesus. Der Geist wird also Jesu Göttlichkeit und Majestät, Seine Autorisierung durch den Vater und damit Seine kardinale Bedeutung in der Geschichte zwischen Gott und uns herausstellen. (Voigt)
  • Der Geist bringt zum Vorschein, was an Jesus selbst leuchtet – Seine Doxa (Herrlichkeit) -. Wenn man nur Augen hat, es wahrzunehmen. (Voigt)
  • Wir selber sind schnell von der Wahrheit abgelenkt, weil wir mit uns selbst beschäftigt und von unserem Ich beeinflusst sind. (de Boor)
  • Wenn Jesus „die Wahrheit“ ist, kann der „Geit der Wahrheit“ nicht über Jesus hinaus, sondern immer nur tiefer in Jesus hineinführen. (de Boor)
  • Gerade der Heilige Geist ist in wunderbarer Selbstvergessenheit allein von Jesus erfüllt (14). (de Boor)
  • Der Geist greift auf Jesus zurück. (de Boor)
  • Der Geist „nimmt es“ (14) von dem, was Jesus gehört und was Jesus sagt, tut und hat. Der Geist redet nicht von sich Selber; Er „hört“ das Wort – die Predigt von Christus – und nimmt es auf und macht es sich zu eigen, Er beglaubigt, erleuchtet es und gibt ihm Kraft (13b). Er „gibt Zeugnis“ von Christus (15,26). Seine Aufgabe ist es, uns zu lehren und uns zu „erinnern“ an alles, was (der irdische) Jesus uns gesagt hat (14,26). (Voigt)
  • Hierher gehört auch, dass mit Hilfe des Heiligen Geistes das Bibelwort immer neue Erkenntnis vermittelt, der jeweiligen Zeit entsprechend, in der die Christenheit lebt. (Spörri)
  • Nicht Jesus als Persönlichkeit, als Religionsstifter oder dergleichen, wird vom Geist verherrlicht, sondern Jesus als das „Wort“, in dem der Vater sich selbst ausgesprochen hat. Wenn der Geist Jesus wahrhaftig verherrlicht, sehen wir in Jesus den Vater (2Kor 4,6). (de Boor)
  • „Wahrheit“ (13) ist für Johannes – und nicht nur für ihn – nicht die zutreffende theoretische Aussage über göttliche Sachverhalte, sondern die sich erschließende, uns „angehende“, uns begegnende Wirklichkeit Gottes selbst. (Voigt)
  • Der Geist „leitet“ uns, indem Er uns „einen Weg führt“ (13a). (Voigt)
  • Das Werk des Parakleten: Er stellt die Gemeinschaft mit Gott her, die wir nicht nur lehren, sondern leben. Kein Zweifel, die Lehre hat ihren Sinn. Sie sagt uns, wer dieser Jesus ist, der uns begegnet, und was Jesus für uns ist, getan hat, tut und tun wird. (Voigt)
  • Jesus ist der für uns in die Welt und ins „Fleisch“ gekommene Herr, der für uns „hingegangen“ und „erhöht“ worden ist und unsichtbar anwesend ist und uns regiert, bis Er sichtbar wiederkommen wird. Gut, dies alles zu „wissen“. Aber Ihn „haben“ und – viel wichtiger – sich „haben lassen“, ist das, worauf es ankommt. (Voigt)
  • Zu gottvergessenen, ausgedörrten, zweifelnden, mutlosen (usw.) Menschen kommt der Geist Gottes, indem das Wort von Christus verkündigt wird. Wir können Gott nicht herbeizwingen, aber wir haben um Christi willen das Recht, uns an Seine Zusagen zu halten. Was wir predigen, wird geschehen. (Voigt)
Werbeanzeigen