21-3 Maria und Martha – Lk 10,38-42

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Lk 10,38-42

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • In welchem Zusammenhang steht unser Text?
    • Was ist in diesem Zusammenhang für das Verständnis des Textes wichtig?
  • Beachte das zeitliche Bindewort „als“! 38
    • Wer ist „sie“? Wer ist „er“?
  • Was bedeutet der Name „Martha“?
  • „die nahm Ihn (in ihr Haus) auf“ – Warum fehlt bei manchen Übersetzungen der Text in Klammern?
  • Was bedeutet der Name „Maria“? 39
  • Warum setzt sich Maria zu Jesus?
    • Warum duldet Jesus das?
  • Warum hört Maria zu?
  • Beachte den Kontrast: „aber“! 40
    • Warum arbeitet Martha so unermüdlich?
    • Beachte gleich zwei Verben: schaffen und dienen!
    • Was ärgert Martha an Maria so sehr?
  • Warum meint sie, dass Jesus mit ihr einer Meinung sein müsste?
    • Warum sucht sie Unterstützung bei Jesus?
  • Hätte Maria sich anders verhalten müssen?
    • Hätte Maria sich bei einem anderen Gast anders verhalten müssen?
  • Warum steht hier „der Herr“ und nicht einfach „Jesus“? 41
    • Warum wiederholt Jesus den Namen Marthas?
    • Wer ist der ‚Hausherr‘ in diesem Haus?
  • Beachte auch hier zwei Worte der Unruhe: „Sorge und Mühe!“
    • Was will Jesus ihr damit sagen?
  • Was ist mit „eins“ gemeint? 42
    • Was bedeutet „nötig“? – „Nötig“ wofür?
  • Was ist mit dem „guten (An)Teil“ gemeint?
    • Was soll nicht von Maria genommen werden?
  • Warum nimmt Jesus Maria in Schutz?
    • Was wollte Er Martha mit Seiner Antwort sagen?
  • Warum hat Lukas diese Begebenheit in sein Evangelium aufgenommen?
    • Was wollte er damit seinen Lesern sagen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • Zwei charakterlich verschiedenartige Frauen, die Jesus lieben, werden vorgeführt. Martha ist eifrig und emsig bemüht, dem Herrn äußerlich zu dienen. Maria dient Ihm auch, indem sie sich aber von Ihm dienen lässt. (Rienecker)
  • Grundmann bemerkt, dass bei Lukas auf die Perikope vom Doppelgebot der Liebe (10,25-37) zunächst ein Stück über die Nächstenliebe (10,29-37), sodann eines über die Gottesliebe (unser Absatz) folgt. (Voigt)
  • Maria sitzt „zu Jesu Füßen“: Apg 22,3 würde darauf deuten, dass Jesus der Lehrer, Maria die Lernende ist. … Rabbiner legten die Thora nicht vor Frauen aus. (Voigt)
  • „viel zu schaffen machen“ (40): abgezogen, abgelenkt, ganz und gar in Anspruch genommen werden, überlastet sein. (Voigt)
  • „viel Mühe“ (41): sich beunruhigen, sich umtreiben lassen, wobei wohl der Gedanke an das Lärmende mitschwingt. (Voigt)
  • Wir verstehen uns gern als tätige Menschen und finden uns darum lieber in der Aktivität der Martha dargestellt als im stillen Offensein der Maria für Jesus. (Voigt)
  • Man kann nicht, als wäre Jesus nicht anwesend, tätiges und beschauliches Leben gegenüberstellen und dann entscheiden wollen, welchem von beiden man den Vorzug zu geben habe. Wenn Jesus nicht in diesem Haus eingekehrt wäre, gäbe es die Maria-Martha-Frage gar nicht. (Voigt)
  • Martha gehört das Haus (38), in dem die Szene spielt. Sie weiß sich, orientalischer Sitte entsprechend, verpflichtet, den Gast aufs fürsorglichste und nobelste zu bewirten. (Voigt)
  • Martha meint, wenn ein Gast im Haus ist, sei an nichts anderes zu denken als an dessen Bewirtung; dass Maria sich dem entzieht, fordert ihre Kritik heraus, und sie meint, Jesus selbst müsse doch daran gleichfalls Anstoß nehmen. Außerdem ist es – nach der Sitte der Zeit – nicht schicklich, dass die Frau, statt nur zur dienen, mit am Tisch sitzt. Martha wird immer so gedacht haben, wenn Gäste im Hause waren. (Voigt)
  • Wenn Martha so aufgeregt wird, dass Maria nicht mit zugreift, so kommt der Ärger gewiss daher, dass sie es anders gewohnt war. (Moderson: Frauen. S.229)
  • Die Wiederholung ihres Namens sollte sie sanft und fest von ihrer Zerstreutheit zu sich selbst zurückführen. (Rienecker)
  • Jesus deutet das Verhalten der Martha als Sorge: das meint das lärmende Zu-Gange-Sein, das Hantieren und Hasten, das Klappern mit Töpfen und Küchengeräten. Das Wort „Sorge“ (40) bedeutet: sich um etwas kümmern, sich um etwas bzw. für jemanden sorgen, dann aber auch die bange Erwartung von etwas, die Angst vor etwas. (Voigt)
  • Die Kritik, mit der Jesus seinerseits auf Marthas kritische Frage antwortet, scheint die Haltung des „Sorgens“ sehr grundsätzlich anzugehen. Marthas Eifer in den gastronomischen und ökonomischen Dingen ist gewiss sehr gut gemeint. Was Martha selbst für das Wichtigste hält, das, denkt sie, muss sie dem geliebten Gast in größtmöglichem Umfang bieten. … Man könnte beinahe sagen, dahinter steht eine ganze Weltanschauung. Liebe drückt sich aus in Fürsorge. Fürsorge ist deshalb so groß zu schreiben, weil

Gut-„Versorgtsein“ Erfordernis Nr. 1 ist. (Voigt)

  • In Jesu Antwort (41) liegt sicher auch eine dankbare Anerkennung verborgen, bei aller Kritik in der Sache. Wie sollte Jesus entgangen sein, was Martha mit all dem meint und will? Aber Martha soll auch erkennen, dass Er ihre Haltung nicht richtig finden kann. (Voigt)
  • Martha, Martha, du bist so ganz der Sorge um die Erhaltung des leiblichen Lebens verfallen und hantierst und lärmst, als gälte es das Leben; und dabei „braucht der Mensch so wenig“ (42) – ja, genaugenommen: es braucht nur „eins“. (Joh 4,34; Lk 12,31). (Voigt)
  • Martha sieht gar keine andere Möglichkeit, Jesus ihre Verehrung und Liebe zu beweisen. „Gehe hin und tue desgleichen“ (37), so endet die vorangehende Perikope. Martha hat schon etwas begriffen! (Voigt)
  • Es hängt bei Martha an einer anderen Stelle. Jesus kann ihr nichts zuliebe tun, weil sie in ihrer „diakonischen“ Aktivität Ihm dazu gar nicht Gelegenheit gibt. (Voigt)
  • Der sagen konnte: „Das ist meine Speise, dass ich tue den Willen des, der mich gesandt hat.“ Er wollte viel lieber das Brot des Lebens darreichen; aber nun konnte er nicht, weil Martha keine Zeit für Ihn hatte. (Moderson: Frauen. S.222)
  • Ähnlich bei uns: Das „Besorgen“ der ungezählten Dinge, die, wie wir meinen, unverzichtbar zum Leben gehören und die wir darum für uns selbst wie auch für andere produzieren, verdienen, beschaffen, erwerben, uns absparen usw., füllt uns so aus, „nimmt uns so in Anspruch“, dass wir damit vielleicht die ganze Welt gewinnen, aber dabei am „Leben“ Schaden nehmen (Mt 16,26). (Voigt)
  • Wir lassen uns leicht von dem, was nur „Zeug“ sein sollte, so gefangennehmen, dass wir selbst den Dingen dienen müssen. (Voigt)
  • Ihr könnt nicht Gott und dem Mammon dienen.
  • Das erwählte Teil der Maria ist im Unterschied zu dem, was Martha tat, das Einzige, ja Notwendige und sogar Gebotene. Wenn Jesus in einem Hause als Gast einkehrt, sollen die Hausbewohner das Hören Seiner Worte als das Höchste und Wichtigste ansehen. (Rienecker)
  • Wo suchen wir „das gute Teil“? Im Ps 16,5 lesen wir: „Der HERR ist mein Gut und mein Teil; du erhältst mir mein Erbteil.“ Das war das Bekenntnis der Angehörigen des Stammes Levi, die statt des Landteils den Dienst am Heiligtum als „Teil“ bekamen (5Mo 10,9; 4Mo 18,20; Jos 13,14). (Voigt)
  • Sich beschenken lassen – darauf kommt es an, wenn Jesus im Hause ist. (Voigt)
  • Arbeit gibt es immer. Aber nicht immer ist Jesus da. (Voigt)
  • Es gibt genug Menschen, denen zu dienen Sein Gebot ist. Man kann sogar sagen: was wir ihnen zuliebe tun, das haben wir, nach Seinem eigenen Wort, Ihm getan. Es wird oft genug passiert sein, dass Jesus enttäuscht war, weil wir untätig geblieben sind. Aber jetzt, in der Stunde, da Jesus im Hause ist, ist unsere Aktivität vom Übel. (Voigt)
  • Nichts gegen Martha – aber sie hat einfach nicht begriffen, dass wir Jesus gegenüber in einer völlig anderen Lage sind als allen unseren Mitmenschen gegenüber (Mk 10,45; Lk 22,27). (Voigt)
  • Er ist das „Lösegeld“. Obwohl wirklich nur zwischen den Zeilen, deutet sich doch in dem, was hier geschieht, an, wozu Jesus sich gesandt weiß und worauf Er zugeht (Mk 8,31ff – Evangelium dieses Sonntags). (Voigt)
  • Alle herkömmliche Religion hat es auf die menschliche Leistung abgesehen. Das Evangelium spricht von dem, was Jesus für uns getan hat und tut. Mein Verhältnis zu Gott kommt nicht in Ordnung, indem ich etwas leiste, sondern indem Christus etwas für mich leistet. Ihm gegenüber bin ich immer der Empfangende. (Voigt)
  • Das notwendige eine ist eben Jesu Werk an uns. (Voigt)
  • Uns wird nicht anders geholfen als so, dass wir – in der Begegnung mit Jesus – alles von uns geleistete preisgeben und uns allein an ihn halten. Wir kommen nicht anders aus unserer schuldhaften Gottentfremdung und aus dem Gott-Mensch-Konflikt heraus als eben so, dass wir endlich aufhören, Gott etwas darbringen (servieren) zu wollen. ER nimmt die Dinge in die Hand. (Voigt)
  • Jesus möchte, dass ich mit meiner ganzen Person offen bin für das, was auf mich zukommt. Wenn man also fragt, wie das gehen kann, dass Jesu uns beschenkt, dann ist auf Sein Wort zu verweisen (39). Sich öffnen – das ist die Haltung der Maria! (Voigt)
  • Sich Seiner Rede öffnen – nach Seinem Willen und Seiner Verheißung ist das Menschenwort, das Ihn predigt, Sein eigenes (Vers 16; 1Thess 2,13). (Voigt)
  • Die Stelle, an der man sich der Rede Jesu öffnet, ist der Gottesdienst der Gemeinde. … Aber es gibt noch viele andere Gelegenheiten, auf Jesus zu hören. … Wir kennen sie, aber praktizieren sie nicht. (Voigt)
  • Den „Lärm“ erzeugen wir zu einem nicht geringen Teil selbst. Wir haben so vieles im Sinn, aber nötig ist nur weniges. (Voigt)
  • Wir müssen uns – unter starker Abwehr dessen, was uns nutzlos zerstreut, und in entschlossener Selbstbefreiung aus dem Würgegriff des Allzuvielen – die Stunden, nein, die Minuten des Offenseins erkämpfen. (Voigt)
  • Es gibt auch männliche Marthas. (Voigt)
  • Es ist falsch, Martha als Typus einer irdisch gesinnten Frau, Maria aber als eine himmlisch gesinnte Jüngerin Jesu anzusehen. Beide Frauen waren Freundinnen und Jüngerinnen des Herrn, deren Freude es war, dem Herrn nach ihrem besten Vermögen zu dienen. In Joh 11,5 steht: „Jesus aber hatte Martha lieb und auch …“. (Rienecker)
  • Martha ist nicht der Typus irdisch gesinnter Weltleute, sondern sie charakterisiert das Wesen vieler Christen, die rastlos für des Herrn Sache tätig sind, aber den persönlichen Besitz des Herrn darüber vergessen. (Rienecker)
  • Das „gute Teil“ muss „ausgewählt“ werden. Ohne Verzicht werden wir nichts gewinnen. (Voigt)
  • Das Wort Gottes kann keiner sich selber sagen. Martha ist eingeladen – zu hören. Indem Jesus sie anspricht, hat Er sie unversehens in die Situation der Hörenden versetzt. (Voigt)
  • Ein Missionsinspektor in Barmen sagte einmal, als er die jungen Missionare aussandte: „Brüder, es kommt nicht darauf an, was der Herr durch euch tut, sondern was Er in euch tut.“ (Moderson: Frauen. S.228)
  • Erwähle das gute Teil wie Maria. Sonst sagt dir der Herr, wie dort zu Ephesus: „Ich weiß deine Arbeit und deine Werke – aber ich habe wider dich, dass du die erste Liebe verlässest.“ (Offb 2,2ff).(Moderson: Frauen. S.229)
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