56-4 Wandelt im Geist – Gal 5,25-6,10

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Gal 5,25-26;6,1-3.7-10

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Wie lebt man im Geist? 25
    • Seit wann lebt ein Mensch im Geist?
    • Welcher Geist ist gemeint – der Heilige Geist oder der menschliche?
  • Wie kann man im Geist leben, aber nicht wandeln?
    • Was ist der Unterschied zwischen „leben“ und „wandeln“?
  • Beachte: „Wenn …, so …“ à Imperativ!
  • Wie „trachtet man nach eitler Ehre“? 26
    • Was ist daran schlecht?
  • Warum sollen wir uns nicht provozieren oder beneiden?
    • Was geschieht beim „Beneiden“?
  • Wen spricht Paulus mit „liebe Brüder“ an? 1
    • Beachte: „Wenn …, so …“ à Imperativ!
  • Wie sollen wir reagieren auf die Fehler und Sünden anderer?
    • „von einer Verfehlung ereilt werden“ – gehören dazu auch mutwillige Sünden?
  • Wie kann man mit „einem sanftmütigen Geist“ helfen?
  • Was meint „geistlich sein“?
    • Wann ist jemand geistlich? Bin ich geistlich? Warum?
  • Wo bin ich schwach für Versuchungen?
    • Was ist Versuchung?
    • Wo muss ich auf mich selbst aufpassen?
  • Von welchen Lasten wird hier gesprochen? 2
    • Wie kann man die Last des anderen tragen?
  • Was beinhaltet das „Gesetz Christi“?
    • Beachte: Auch dieser Vers ist eine versteckte „Wenn …, so …“ Konstruktion. à Schon die dritte !!!
  • Könnte man sagen: „er sei etwas“ – Besseres? 3
    • Kann jemand „etwas sein“, wenn er „nichts ist“?
    • Bin ich nichts? Warum?
    • Weshalb rege ich mich dann auf?
    • Worin besteht der Selbstbetrug?

 

  • Wovor warnt Paulus die Galater?             7
    • Was kann ein Mensch säen in Bezug auf die Fehler anderer?
  • Hier ist Gott das einzige Mal in unserem Text Subjekt!
    • Womit verspotten wir Gott im Umgang mit den Fehlern anderer?
    • Was will das Bild vom Säen und Ernten sagen?
  • Wie sät man auf sein Fleisch? 8
    • Was ist das Verderben?
  • Wie kann man „auf den Geist säen“?
    • Was ist das Anliegen des Heiligen Geistes?
  • Wie können wir Gutes tun? 9
    • Was meint „nicht müde werden“?
  • Achtung: „denn“ und „wenn“ – Was bedeutet das?
    • Wann ist „zu seiner Zeit“? Hier steht „kairos“?
    • Welche Bedingung gibt es für das Ernten?
  • „darum“ – Was ist der Grund für dieses Wort? 10
    • Schlussfolgerung?
  • Wie lange haben wir noch Zeit?
    • Auch hier „kairos“! Bessere Übersetzung: Gelegenheit
    • Womit sollen wir die wenig verbliebene Zeit füllen?
  • Was ist Gutes tun? – Sammle 10 Beispiele aus verschiedenen Lebensbereichen!
    • Wem sollen wir „Gutes tun“?
    • Wem besonders? Warum?
  • Gehören auch Baptisten, Katholiken, Juden, Zeugen Jehovas oder Moslems zu den Genossen des Glaubens?
    • Wo ist die Grenze?
    • Um welchen Glauben geht es?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

o

o

o

o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

o

1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

o

2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    This day is the first day of the rest of your life!

o    Schwachheit ist eine Last, die uns erdrücken will.

o    Wer die Sorgen los ist, hat freie Hände zum Dienen!

  • Vielleicht sorge ich mich lieber, als das ich diene.

o    Jesus fragt sich bestimmt öfter, warum wir die Dinge, die er uns gab, nicht loslassen können, um damit Gutes zu tun.

o    „Wandeln“ (5,25) (griechisch: stoikeo) eigentlich: in einer Reihe marschieren, in den Spuren jemandes bleiben (Röm 2,12), sich an jemanden oder etwas halten (Gal 6,16; Phil 3,16), übertragen: Im Einklang mit etwas sein. (Voigt)

o    Mit anderen Worten: Das Kindesrecht der Versöhnten und Befreiten muss und soll im täglichen Gehorsam praktiziert werden. (Brandenburg)

o    Das griechische Wort „ereilt“ (6,1) kann bedeuten: von der Sünde plötzlich überrascht zu werden oder bei der Sünde überraschend getroffen werden (ertappt werden). Der Text scheint das Peinliche der Situation im Auge zu haben, also an das zweite zu denken. (Voigt)

o    Gerade in solcher Lage wird es darauf ankommen, dass, wer Zeuge wird, sich als geistlichen Menschen weiß. (Voigt)

o    Wer sich hütet, dass er selbst nicht in Versuchung gerät, wird auch wissen, dass ihm selbst Gleiches oder ähnliches jederzeit zustoßen könnte. (Voigt)

o    Die „Lasten“ (6,2) dürften die Sünde sein. … Sünden halten wir einander nicht richtend vor. Wir tragen sie gemeinsam und bringen gerade so einander zurecht. (Voigt)

o    Vers 4 meint eine strenge Prüfung des eigenen Werkes vor dem Gewissen – vgl. Mt 7,3. (Voigt)

o    Es ist Falschspielerei, sich seinen eigenen Wert durch Vergleichen mit dem Anderen zu sichern.

o    Vers 5 erklärt sich am leichtesten, wenn man ihn für ein Sprichwort ansieht. Hier: jeder trägt die Last des anderen mit (2). Dort: jeder muss sein Bündel selbst tragen. (Voigt)

o    „Gott wird verspottet (7), wenn man sich des Geistes zwar rühmt, ihn aber nicht zur Wirkung kommen lässt, sondern sich ihm verschließt und widersetzt“. (Schlier in Voigt)

o    Zeit ist die Chance zum Gutes tun, in dem es nicht nachzulassen gilt. (Voigt)

o    Paulus ist seit 5,1 bei dem Thema der Freiheit. (Voigt)

o    „Fleisch“ – das ist der auf sich gestellte, auf sich selbst angewiesene Mensch. Das heißt aber: der auch in seinen höchsten Leistungen gottentfremdete, gottabgekehrte, also sündige Mensch; auch da, ja gerade da, wo er sich als der religiöse Mensch zu behaupten sucht. (Voigt)

o    Der Gesetzesmensch kämpft oft bis zur Weißglut an unzähligen Frontenabschnitten seiner Moral. (Brandenburg)

o    Der geistliche Mensch hat seine selbst errungenen Vorzüge vor dem Angesicht Gottes preisgeben gelernt. Er meint nicht mehr, vor Gott „etwas zu sein“ (6,3). Er lebt davon, dass Christus sich – als der Sterbende und Auferstandene – für ihn eingesetzt hat und einsetzt. (Voigt)

o    Wir müssen wählen. Grundsätzlich haben wir gewählt: „Wenn wir im Geist leben …“ (5,25). Nur, es wird im Text mit seinen dringlichen Mahnungen deutlich, dass diese Ein-für Allemal-Entscheidung immer aufs neue “nachvollzogen“ werden muss. (Voigt)

o    Glaube und Leben sollen eine Einheit bilden. … Der Kampf ist schon gewonnen, doch der Alltag bleibt ein „Schlachtfeld“. (Neukirchner Kalender 6.6.14)

o    Die Tatsache, dass wir den Geist haben, verlangt ein entschlossenes Sich-Einstellen auf diese unser Leben bestimmen wollende Gottesnähe. (Voigt)

o    Wir können noch immer sündigen, aber wir müssen nicht. Wir leben wohl „im“ Fleisch, aber „nach“ dem Fleisch brauchen wir nicht mehr zu leben (2Kor 10,3) … „Wandelt“, das heißt: Führt euer Leben in Christus (Kol 2,6); in der neuen Möglichkeit des Lebens, die sich daraus ergibt, dass Gott um Christi willen uns bejaht, uns unser neues Ansehen, die neue Geltung, das Kindesrecht und damit das unzerstörbare Leben gibt (6,8). (Voigt)

o    Leben im Geist ist Leben aus der Rechtfertigung. (Voigt)

o    Wenn es ein Instrument – vergleichbar dem Geigerzähler – gäbe, das immer dann reagiert, wenn ein Mensch etwas tut, sagt, vielleicht auch leidet, um sein Ansehen vor Menschen zu steigern und sich ins helle Rampenlicht zu bringen: Wir würden sicher alle einen großen Bogen um dieses Gerät machen. (Voigt)

o    Die Gründe der „eitlen Ehre“ sind zahlreich und verschieden. (Voigt)

o    Wenn es um die eigene Leistung geht, so möchte jeder gerne der Erste sein. (Brandenburg)

o    Nicht das ist unser Schaden, dass wir darauf aus sind Ehre zu gewinnen, sondern dass wir sie an falscher Stelle und auf falsche Weise suchen. Es gibt nur eine wirkliche Anerkennung unserer Person: die von Gott kommende und durch das Eintreten Jesu Christi für uns gewordene neue Geltung. Gott sieht, wenn ich vor Ihm stehe, auf den neben (oder hinter oder vor) mir stehenden Christus und sagt zu mir: „Du bist mir kostbar und lieb, du gefällst mir, und ich habe meine Freude an dir.“ So ehrt uns Gott. (Voigt)

o    Nur weil wir dies dauernd vergessen, kommt es zu den zahllosen kleinen oder großen, jedenfalls unangebrachten Aktionen unseres Selbstwertstrebens und der eitlen Reklame für uns selbst. (Voigt)

o    Entweder überheben wir uns im Hochmut, oder wir beneiden den anderen aus Minderwertigkeitsgefühlen heraus. (Brandenburg)

o    Vor Gott wären wir in der Tat „nichts“ (6,3), wenn Christus nicht wäre. Aber Christus ist ja, und zwar für uns. Höher können wir nicht erhoben werden. (Voigt)

o    Das nichtige Geltungsstreben hat üble soziale Folgen. Es wirkt „herausfordernd“ und lässt „Neid“ entstehen (5,26). (Voigt)

o    Paulus meint hier einen Fall (6,1), der eindeutig ist. Der Betreffende ist überführt. (Voigt)

o    Der Ton in 6,1 liegt auf der Wendung: „im Geist der Sanftmut“. … Auf das „Wie“ kommt es an. … Es gibt ein Zitat: „Dass du ihn schwach gesehen, vergibt er nie“. Im Schuldigsein entdeckt zu werden, tut weh. Ein solcher Mensch braucht besonders viel Liebe. (Voigt)

o    Dem Sünder zurechthelfen, kann nur der Sünder. Und der einzige Seelsorger, der nicht Sünder war, hat sich, um uns zu dienen, unter uns Sünder gemischt (Mt 3,15), ja, ist für uns zur Sünde geworden (2Kor 5,21). Er hätte sonst nicht helfen können. (Voigt)

o    Dass ihm „so was“ nicht hätte zustoßen können, darf der Seelsorger weder sagen noch denken. … Denn er könnte ja nicht nur in Sünde fallen – vielleicht in die gleiche -, sondern er ist Sünder, nur eben auf seine Weise. (Voigt)

o    Das Mitschuldigwerden sei vermieden. Aber das Mitschuldigsein sollte nicht verleugnet werden. (Voigt)

o    Gerade der Umgang mit dem schuldig gewordenen Menschen verführt zu ungeistlichem Hochmut (Mt 7,1).Der „fleischliche“ Mensch, dem es auf seine eigene Integrität und Überlegenheit ankommen muss, genießt es heimlich, den anderen schwach zu sehen. (Voigt)

o    Geheuchelte Solidarität im Schuldigsein ist Hochmut zweiten Grades. (Voigt)

o    Nur eines macht uns tauglich, ein neues Leben im Gehorsam der Liebe und der Brüderlichkeit zu führen: dass wir nicht mehr „auf das Fleisch säen“, also in der Denk- und Lebensart der Welt „wandeln“, sondern „auf den Geist“, das heißt aber: aus der Gnade Gottes leben, der den, der „nichts ist“ (6,3), um Christi willen angenommen und auf den neuen Weg gebracht hat. (Voigt)

o    Du bist „nichts“! Das hat Paulus vor und in Damaskus erstmalig durchkostet. Seither hat er erkannt, dass gerade durch diese Erkenntnis ein weiter Raum für Christus bei uns ist, ohne den wir nichts, was vor Gott gelten kann, tun könnten. (Brandenburg)

o    Die gerechtfertigten Sünder sind die Menschen mit dem neuen Leben. (Voigt)

o    Es ist ein peinlicher Anblick, wenn ein Bekenner Christi, des Sünderheilandes, „meint etwas zu sein“.

o    „Einer trage des anderen Last.“ Ein Mensch ist in seiner Schwachheit angetroffen worden (6,1), und ein anderer versucht, ihn wieder zurechtzubringen. Wie? Indem er die Last des Schuldiggewordenen zur eigenen macht. „Das werden wir jetzt miteinander tragen.“ (Voigt)

o    Der „von einem Fehl Übereilte“ (1) kann aufatmen: der ihn „ertappt“ hat, ist nicht gekommen, um ihn „fertigzumachen“, sondern um ihm zu helfen, indem er priesterlich für ihn eintritt. (Voigt)

o    Im Gutes tun nicht müde werden: das Nicht-Nachlassen ist dabei das spezifisch Geistliche. (Voigt)

o    Dass „das mit dem lieben Gott“ sich von allein und selbstverständlich zu unseren Gunsten regelt, ist Aberglaube. Gott nimmt es nicht hin, wenn wir Ihn (feixend) verspotten (6,7). (Voigt)

o    „Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten!“ Dieses oft zitierte Wort steht hier im Zusammenhang mit dem Vorherigen (Vers 6)! Undankbarkeit und Geiz sind eine Verhöhnung Gottes. (Brandenburg)

o    An der Undankbarkeit und am Geiz wird deutlich, dass man den Geber, die Gaben und die Aufgabe missachtet und verspottet. (Morgner)

o    „Fleischlich“ oder „geistlich“: das kommt zuletzt nicht auf dasselbe hinaus. (Voigt)

o    Wer entschlossen die Spur des Geistes hält, lebt heute schon auf der Linie, die ins „ewige Leben“ ausläuft. Saat und Ernte hängen miteinander zusammen. (Voigt)

o    Leben im Heiligen Geist ist Anbruch des Kommenden! (Voigt)

o    Wer kein Ziel vor sich sieht, muss müde werden, irgendwann. Wer die Spur des Geistes hält, „im Geist“ lebt, denkt an Ernte von Früchten, lebt in einem Crescendo der Hoffnung. (Voigt)

o    Wir haben noch die Chance und die Zeit zum Gutes tun. (Voigt)

o    Der Mensch wirft durch sein Danken, Reden und Tun lauter Saatkörner aus. Paulus spricht hier aber nicht von der Güte des Saatgutes, sondern vielmehr von der Qualität des Ackerfeldes. Von welchem Ackerfeld (Fleisch–Geist) erwartest du etwas? (Brandenburg)

o    Die Liebe wendet sich immer dem Nächstliegenden zu. Der „Nächste“ kann heute der, morgen ein anderer sein. Wir sind das Gute grundsätzlich allein Menschen schuldig. (Voigt)

o    Wir sind von dem Sohn Gottes geliebt (2,20) und Gottes Kinder (4,6). Weil das so ist, kann uns nur Gutes zugedacht sein. Halten wir die Spur des Geistes, so wird, was wir „säen“, zu einer wunderbaren „Ernte“ heranreifen. „Nicht Nachlassen“, mahnt Paulus! (Voigt)

o    „Ewiges Leben“ ist ein Leben von göttlichem Reichtum und göttlicher Tiefe. Es ist das Leben der Wiedergeburt, das Leben der neuen Kreatur. Es ist das eigentliche Leben, für das der Mensch im Anfang geschaffen wurde. Es ist das Leben der Kinder Gottes in der Gemeinschaft mit dem Vater Jesu Christi. (Brandenburg)

o    Auf die Tat kommt es an, nicht bloß auf die Absichten. (Brandenburg)

o    Christusgläubige sollen Quellorte des Guten sein. (Brandenburg)

o    Zum Vollziehen seiner Wohltaten will Gott die Gemeinde seines Sohnes gebrauchen. (Brandenburg)

o    Der Ausdruck, der mit Zeit übersetzt ist, (V. 9+10) ist nicht die Zeit in ihrem Verlauf und ihrer Länge (chronos) – sondern die Zeit als Zeitpunkt, der Termin (kairos). Darum übersetzen wir „Gelegenheit“, weil es der gottgegebene Zeitpunkt zum Handeln ist. … Die Liebe lässt sich durch Gelegenheiten leiten. (Brandenburg)

o    Christenmenschen sind wach für die Not ihrer Umgebung und hellhörig für die Befehle ihres Herrn. (Brandenburg)

o    „Wir werden ernten, wenn wir nicht nachlassen“ kann man auch übersetzen mit: „ernten ohne aufhören“ (Langsdorff)

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