38-4 Der neue Bund – Jer 31,31-34

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Jer 31,31-34

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Lies die Kap 30-31, das sogenannte „Trostbuch“, im Zusammenhang!
  • Wer ist das „Haus Israel“ und wer das „Haus Juda“? 31
    • Wann hat Jeremia gelebt?
    • Lebte er im Nord- oder im Südreich?
    • Welches Reich gab es zur Zeit Jeremias schon nicht mehr?
  • „Es kommt die Zeit / Tage“ Um welche Tage geht es hier?
    • Wann wird das geschehen, wovon hier die Rede ist?
  • Was sind die Kennzeichen eines Bundes? à Lexikon
  • Geht es um einen „neuen“ oder um einen „erneuerten“ Bund?
    • Was ist mit dem alten Bund geschehen?
  • „Einen Bund schließen“ heißt auf Hebräisch: „einen Bund schneiden“!
    • Warum heißt es so? à Lexikon
  • Wie wird der „neue Bund“ nicht sein? 32
  • Um welchen alten Bund geht es Gott im Vers 32?
  • Warum haben die Israeliten den Bund nicht gehalten?
    • Was hätten sie tun müssen, um den Bund zu halten?
  • Wie ist der Satz: „ob ich gleich ihr Herr war“ zu verstehen?
  • Was will das Wort „sondern“ sagen? 33
  • Mit wem will Gott den neuen Bund schließen?
  • Worauf bezieht sich „nach dieser Zeit / Tagen“?
    • Ist es eine Konkretisierung von der kommenden Zeit aus V 31?
  • Nach welcher Zeit?
    • Muss Vers 27-30 vor Vers 31-34 geschehen?
    • Nach der Zeit des alten Bundes?
    • Nach einer Zeit ohne Bund (zerbrochener Bund)?
  • bei Luther „Gesetz“ = hebräisch „thora“ = Weisung oder Lehre
  • Was ist mit „Herz“ gemeint? à Lexikon!
  • Was ist mit „Sinn“ gemeint? à Lexikon
  • Wie oft und an welchen Stellen in der Bibel kommen diese Worte vor: „soll mein Volk sein will Gott sein“? à Computer
    • Was wollte Gott damit sagen?
  • Was ändert sich im neuen Bund?
    • Ist es das „Gesetz“?
    • Was ist es, was anders wird?
  • Wird es kein „Lehren“ mehr geben? 34
  • Beachte: Das Wort „erkennen“ wird wiederholt!
    • Wie versteht die Bibel dieses Wort? à Lexikon
  • Wer ist mit „klein und groß“ gemeint?
  • Wodurch wird das „erkennen“ ermöglicht? Beachte das „denn“!
  • Was ist „vergeben“?
    • Ist „nimmermehr gedenken“ das Gleiche wie „vergeben“ oder ist es mehr?
  • Ist der „neue Bund“ ein Bund mit oder ohne Bedingungen an den Menschen?

 

  • Wo befanden sich die Menschen, denen diese Verheißung gegeben wurde, damals?
  • Wurde dieses Wort erfüllt?
    • Wenn ja, wann und wie?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

o

1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

1.6 Neutestamentliche Gedanken:

o    Der Text spielt im Neuen Testament eine große Rolle: Lk 22,20; 1Kor 11,25; 2Kor 3,6; Hebr 8,8-12;10.16f – zu V. 34 auch 1Joh 2,27. (Voigt)

o    Eine neue Kreatur

o    Der Bund der Taufe

o    Homiletik

2     Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.1 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

2.2 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.3 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    In den Versen 18-22 ist von Ephraims (Nordreich) Reue und Umkehr die Rede. Die Bitte um Bekehrung trifft auf Gottes leidenschaftliches Erbarmen (18+20) und soll nach unserem Text erfüllt werden. … Ephraim gab es seit 722 nicht mehr. … Gott „ruft dem, was nicht (mehr) ist, dass es sei“ (Rö 4,17). (Voigt)

o    Grundmotiv des „Trostbüchleins“ ist die Rückkehr der Verbannten Israels in ihre Heimat – eine Rückkehr, die Gott bewirkt (30,3.18; 31,10.16ff.23) – und der Wiederaufbau Jerusalems (31,38). (Gradwohl)

o    Gedacht ist wie 11,1ff ausdrücklich an den Sinaibund (2Mo 24). … Die Grammatik (in 31,32) betont Israels Schuld am Zerbrechen des Bundes. … Der Inhalt des Neuen Bundes bleibt derselbe wie im Alten (die Thora), nur die Art seiner Realisierung wird anders sein. (Voigt)

o    „Erkenntnis Jahwes“ ist eine bevorzugte Formel bei Hosea (4,1.6;6,6), nicht nur im Sinne intellektuellen Kenntnisnehmens, sondern des liebenden Vertrautseins (vgl. Jer 22,16;Jes 11,9; 54,13). (Voigt)

o    Selten wird im NT ein alttestamentliches Wort so direkt als erfüllt bezeichnet wie dieses: „Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut.“ Der Neue Bund ist geschlossen. Das, worauf der Prophet deutet, ist jetzt Wirklichkeit. Indem Jesus sich auf unsere Stelle bezieht, legt er nicht nur auf seine Weise den Text aus, sondern der Text legt nun auch ihn und sein Tun und Leiden aus. … Was sich in diesen Stunden ereignet, ist nichts geringeres als dieser gewaltige, zeitwendende, eine verlorene Situation ins Heilvolle verkehrender Umschwung: Der Neue Bund wird geschlossen. (Voigt)

o    Man wird, wenn hier eschatologisch gedacht und geredet ist, auch auf christlichem Boden nie vergessen dürfen, dass wir es nicht ergriffen haben, sondern nach dem laufen und uns strecken, was vorn ist. Der Christ hat nur, indem er empfängt. Gerade das Herrenmahl, in dem Jesus für uns den neuen Bund realisiert, stellt uns auf die Grenze der Äonen (Mk 14,25; 1Kor 11,26;16,22; Offb 22,17) (Voigt)

o    Ein Bund ist eine feierlich eingegangene Rechts- und Gemeinschaftsordnung, in der ein Mächtiger einem weniger Mächtigen Schutz und Rechtsicherheit zusagt und gewährt. Ein Bund kann wie ein Willensakt einer aktiven an einer passiven Person aussehen. Er ist jedenfalls eine aus souveräner Freiheit und Initiative der einen Partei stammende vertragliche Vorgabe. So hat Jahwe einst das Volk in Ägypten „bei der Hand gefasst“(V.32) und seiner gnädigen und starken Zuwendung zu ihm im Sinaibund eine feste Gestalt gegeben. Gott und Volk sollten für immer zusammengehören. (Voigt)

o    Ein Bund wird geschnitten, weil während der Zeremonie ein oder mehrere Opfertiere geschlachtet und entzwei geschnitten werden. Die Kontrahenten ziehen danach zwischen den Opferstücken hindurch. In 1Mo 15,17 sind es freilich nur die Symbole Gottes, die „hindurch ziehen“, weil Abraham sich in einem Tiefschlaf (1Mo 15,12) befindet. Der Sinn des Zerschneidens wird aus altorientalischen Texten, vor allem aus Jer 34,18f deutlich, wo jenem, der den Bund brechen sollte, der Tod – dem Tod der Opfertiere gleich – angedroht wird (vgl. 1Sam 11,7). … Ist ein Bund eingegangen worden, so gilt es, ihn „aufrechtzuerhalten“ (3Mo 26,9) und sich seiner zu „erinnern“ (3Mo 26,42.45). … Wer einen Bund bricht, erklärt ihn für ungültig. (Gradwohl)

o    Die prophetische Predigt hat es immer wieder aufgezeigt, dass Israel vertragsbrüchig geworden ist. … Jahwe kann nicht mehr an seinen Bund „gedenken“ (Ps 105,8), denn dieser besteht nicht mehr. (Voigt)

o    Jeremia verkündigt Evangelium. … Wenn Gott an Vergangenes anknüpft, dann an das entstandene Nichts! … Ausgangslage: der aufgekündigte Vertrag, der Zustand der totalen Rechtsunsicherheit vor Gott, des Preisgegeben seins, der Verlorenheit. … Der Neue Bund gründet, in der nur durch das eigene Wollen bestimmten Souveränität des den Bund gewährenden Gottes, „allein aus Gnaden“. Aber es ist ein Bund: eine nun wirklich gültige verlässliche Selbstverpflichtung Gottes, „unabänderlich, dauernd, unverletzlich“. (Voigt) Genauso, wie auch schon der Bund Gottes mit Noah und mit Abraham!

o    Der Unterschied zwischen dem Abrahambund und dem vom Sinai ist wichtig. Abraham tritt als der passive Bundespartner in das Bündnis ein. Er empfängt, Gott schenkt. … Im Bund wird das Geschenk der Freiheit und die Gabe des Landes zugesagt. Beim Sinaibund ergreift zwar auch Gott die Initiative – Er erlässt seine Gebote an Israel – doch das Volk wird insofern aktiv einbezogen, als es die Verpflichtung, die Bundesbedingungen zu erfüllen, wissend und hellwach übernimmt. (Gradwohl)

o    Sündervergebung: „Nicht mehr gedenken“ – das heißt: Nicht einmal in Gottes eigenem Gedächtnis kommen sie mehr vor. … Wie Gottes Wort dem, was nicht ist, ruft, dass es sei, so kann es das, was ist, so aus dem Wege räumen, dass es nicht mehr ist, auch für Gott selbst. Was Gott vergessen hat, ist aus der Welt geschafft. (Voigt)

o    Gott verzichtet nicht auf unseren Gehorsam, sondern er bewirkt, dass es dazu kommt. … Kann sein, er zwingt uns von außen her so, dass wir widerstrebend, vielleicht zähneknirschend, uns beugen müssen. Gelingt auch dies nicht, dann scheitern wir an seinem Gericht. … Haben wir Gottes Gesetz im Herzen, will also das Herz – überwältigt von Gottes Liebe und getrieben von seinem Geist – nichts anderes, als was Gott auch will. … Die Liebe des um uns mühenden, uns an sich ziehenden, für uns sich opfernden Herrn wird so über uns Macht gewinnen, dass wir nicht anders können noch wollen, als er will. (Voigt)

o    Die oft abgründige Trennung zwischen dem Alltag und der Stunde des Gottesdienstes ist überwunden. Alles ist ein Gottesdienst, ein Dienst zu Ehren Gottes. (Gradwohl)

o    Haben wir den Bezug zur Realität verloren? – In gewisser Hinsicht wäre ein solcher Eindruck die Bestätigung dafür, dass wir richtig ausgelegt haben. „Nach jenen Tagen“(V.33) – das ist der Hinweis aufs Eschaton, auf die Ewigkeit. Der neue Mensch – der in der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes (Rö 8,21) – ist da. Aber es wäre unangebracht, so zu tun, als wäre der alte Mensch ein für allemal abgetreten. … Aber das „reine Herz“ und den „neuen, gewissen Geist“ haben wir, indem wir es empfangen, in jedem Augenblick. (Voigt)

o    Kann es sein, dass Jeremia sich mit seinem Spruch (V.34) im Gegensatz zu Josia und seinen Bemühungen befindet (2Kön 23,2)?

o    Erkenntnis des fordernden Willens Gottes („Gesetz“) ist hier abgelöst durch die Erkenntnis Gottes selbst. … Der Gesetzesmensch schaltet zwischen sich und den anderen immer eine korrekte Regel. (Voigt)

o    Gott kennen – nicht nur durch theologische Lehrsätze, sondern wie das hebräische Wort „jada“ es meint; in persönlicher Vertrautheit. (Voigt) Das Wort wird auch gebraucht für das intime gegenseitige Erkennen zwischen Mann und Frau, das sich vertrauensvolle Hingeben und vollkommene Eins werden.

o    Wenn es wahr ist, dass die Gottvertrautheit, die der Neue Bund bringt, in der Begegnung mit Jesus entsteht, dann verlassen wir uns auf das Wort, in dem er nach seiner Zusage selbst gegenwärtig ist. Indem der Herr in seinem Wort und seinen Sakramenten zu uns kommt, ist zwischen Ihm und uns weniger als eine Wand aus Seidenpapier. (Voigt)

o    Wie kommt man zu dieser Gotteserkenntnis? Sind wir überrascht? Durch die Vergebung der Sünde! (Schneider)

o    Im Vers 31 kündigt Gott einen „neuen Bund“ an, den er „schließen“ wird. „Schließen“, nicht “aufrechterhalten“! Trotzdem sind die jüdischen Exegeten durchweg der Ansicht, dass der „neue“ Bund kein wirklich neuer, sondern lediglich ein erneuerter Bund ist. (Gradwohl)

o    Das Herz ist Inbegriff menschlichen Tuns. Im Herzen werden die guten und schlechten Vorsätze geformt, vom Herzen geht deren Verwirklichung aus. Das „Herz“ steht daher für den ganzen Menschen. (Gradwohl)

o    Im Tode Jesu sah die Gemeinde die angekündigte Vergebung der Sünden begründet, und die Gabe des Geistes bedeutet für sie die neue Ermöglichung des Gehorsams. (Schneider)

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