35-3 Aus dem Munde der jungen Kinder – Mt 21,14-22

Downloadlink: 35-3 Aus dem Munde der jungen Kinder – Mt 21,14-22

Mt 21,14-17 (18-22)

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • In welchem größeren Zusammenhang steht unser Text?
    • Beachte die 2 Verse zuvor!
    • Was für eine Stimmung war im Tempel?
  • Beachte das Bindewort „und“! 14
  • Wie kommen die „Blinden und Lahmen“ in den Tempel?
    • Wo halten sie sich im Tempel auf?
  • Warum ist Jesus im Tempel?
    • Warum heilt Er die Behinderten?
  • Wer sind die „Hohenpriester und Schriftgelehrten“? 15
    • Warum entrüsten sie sich?
    • Worüber sind sie so aufgebracht?
  • Ärgern sie sich mehr über die Wunder, oder über die Kinder?
    • Warum stören sie die Wunder?
    • Was haben sie gegen das Kindergeschrei?
  • Was bedeutet „Hosianna“? Wie wurde dieses Wort benutzt?
    • Was ist mit dem „Sohn Davids“ gemeint?
  • Warum wenden sich sie sich an Jesus? 16
    • Was erwarten sie von Jesus?
  • Was meint Jesus mit dem „Ja!“?
    • Warum zitiert Jesus Ps 8,3?
    • Welches Wort hat Jesus verändert? Warum?
  • Wer sind die „Unmündigen und Säuglinge“?
    • Um welches „Lob(preis)“ geht es hier?
    • Wer ist hier mit dem „du“ gemeint?
    • Warum gerade aus dem Munde der jungen Kinder?
  • Warum lässt Jesus sie stehen? 17
    • Wo liegt Bethanien?
    • Wer wohnt in Bethanien?
    • Warum betont Mt hier: ging „zur Stadt hinaus“?
    • Warum geht Jesus zur Nacht nach Bethanien?
  • Warum war Jesus in dieser Auseinandersetzung mit den Priestern und Schriftgelehrten so hart?
  • Warum hat Mt diese Begebenheit aufgeschrieben?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

o

o

o

o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

o

1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

o

2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

o

o

o

o

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • Warum die in () stehenden Verse mit unserem Text ein Ganzes bilden sollen, ist für mich nicht zu verstehen. Wohl aber bleibt es zu überlegen, ob man nicht 12-13 dazu zunehmen hat. (nach Voigt)
  • Wie in Vers 10 „erzitterte“ (Luther: erregte) die Stadt schon einmal, als die Kunde von der Geburt Jesu laut wurde. Damals (2,3) mag die Furcht vor dem König Herodes und seiner möglichen Reaktion der Hauptgrund für das Erschrecken gewesen sein. Jetzt ist es eher das Erschrecken vor der Möglichkeit, dass in dem Propheten „Jesus von Nazareth“, das Handeln Gottes zu ihr kommt; und vor Gott erbebt man, so wie einst der Berg Sinai in der Gegenwart Gottes erbebte. (Rienecker)
  • Dadurch, dass die Reinigung des Tempels sofort auf den Einzug in Jerusalem folgt, gewinnt unsere Erzählung besonders klar ihre Zielsetzung; sie berichtet von einem Handeln Jesu, welches das bestätigt, was der Einzug und die Jubelrufe der Menge bekundet hatten. Jesus bekennt sich durch diese Tat als der Messias. (Rienecker)
  • Nach der „Reinigung“ des Tempels wird nun demonstriert, wem der Tempel tatsächlich gehört und wozu er nach Gottes Willen zu dienen hat. (Voigt)
  • Nach 2Sam 5,6.8 haben die Jebusiter sich gerühmt, ihre Stadt sei so gut befestigt, dass sie von Lahmen und Blinden (14) verteidigt werden könne. Der Text weist im Zusammenhang damit auf ein Sprichwort: „Lass keinen Blinden und Lahmen ins Haus“ (die Septuaginta fügt hinzu „des Herrn“) kommen!“ (8d). (Voigt)
  • Weiter als bis zum Vorhof der Heiden dürfen Menschen mit solchen Gebrechen nicht kommen. (Voigt)
  • Indem Jesus Blinde und Lahme im Tempel heilt (14), fügt Er sie der messianischen Gemeinde (16,18) zu und macht sie tempelfähig. Heilung der Blinden und Lahmen ist Werk des Messias (11,5; Jes 35,5f) (Voigt)
  • Wie Jesus einst dem fragenden Täufer geantwortet hat, mit dem Hinweis auf die Heilung der Blinden und Lahmen, der Aussätzigen und Tauben usw. (Mt 11,5), so wird auch hier auf die Heilung der Blinden und Lahmen hingewiesen. In der Messiaszeit sollen die Lahmen und Blinden geheilt werden (Jes 35,5f). Jetzt ist die Messiaszeit angebrochen. (Rienecker)
  • Die Reaktion der hohen Amtsträger und Theologen lässt erkennen, dass sie den messianischen Anspruch Jesu bemerkt haben. Jesus vollbringt Wundertaten und lässt sich die Huldigung der Kinder gefallen, in der sich die messianische Akklamation von Vers 9 fortsetzt. (Voigt)
  • Jesus als Davidssohn: Röm 1,3; 2Tim 2,8; Hebr 7,14; Mt 1,1-17; Lk 1,27.32; 3,23-38; Apg 2,25-31; 13,23.34-37; 15,16; Offb 5,5; 22,16; aber auch Mk 10,47f; Mt 9,27; 15,23; 21,9. (Voigt)
  • Indem Jesus den Ruf nicht zurückweist, bekennt Er sich zu Seiner Messianität (15). Für Seine „erbosten“ Frager ist dies der erste Baustein für die Beweisaufnahme gegen Ihn. (Voigt)
  • Jesus nimmt die Kinder ernst (16). Er zitiert Ps 8,3 nach der Septuaginta (sie hat das Wort „Macht“ in „Lob“ verändert) und erkennt damit das Gotteslob aus dem Munde der Kinder an. (nach Voigt)
  • Der unscheinbare Vers 17 könnte eine tiefsinnige Bedeutung haben. … Man wird an Hes 10,18f und 11,23 erinnert (vgl. Joh 4,20-24). (Voigt)
  • Jesu demonstratives Großreinemachen im Tempel wird von uns Protestanten leicht missverstanden. … Wir wollen nicht gern wahrhaben, dass Gott das, was Er an uns tut, immer in etwas tut: in der Predigt, in der Absolution, in der Taufe und Abendmahl, und dass wir, wenn wir die Leib- und Gestalthaftigkeit Seines Handelns nicht anerkennen, uns auch von dem abschneiden, was Gott tun will. (Voigt)
  • Was Gott in Christus an Seiner Gemeinde getan hat und tut, befreit zum lobenden Singen. Wenn es in uns und aus uns nicht singt, haben wir noch nicht begriffen. … Jeder evangelische Text wird Lobgesang auslösen. (Voigt)
  • Indem Jesus den Tempel „reinigt“, nimmt Er darin Sein Hausrecht wahr. Der Einspruch der kirchlichen Behörden wundert uns nicht. Jesus Selbst muss wissen, dass Er durch Sein Eingreifen den Konflikt beginnt. (Voigt)
  • Die Vertreter der jüdischen Hierarchie können in Jesu Verhalten nur Anmaßung sehen. Wenn Jesu der nicht ist, als den wir Ihn bekennen, dann war schon Sein „Ich aber sage euch“ Frevel; dann war die Erteilung der Absolution an den Gelähmten Lästerung; dann wird man über die Ausübung des Herrenrechts im Tempel nicht anders urteilen können. (Voigt)
  • Die Blinden und Lahmen sind nie weiter als bis in den Vorhof der Heiden gelangt, dichter durften sie an die Wohnung Gottes nicht heran. Ihre Gebrechen kennzeichneten sie als von Gott Gestrafte. (Voigt)
  • Der Gerechte empfängt Segen, der Geschlagene muss ein Gottloser sein. So etwa war die Anschauung der Zeitgenossen Jesu. (Voigt)
  • Die Gott am nötigsten hätten, hält Er von sich fern. Die sich nach Ihm am meisten sehnen, haben keine Aussicht, zu Ihm zu gelangen. (Voigt)
  • Jesus hat diese Anschauung in Seiner Verkündigung längst durchbrochen (Lk 13,1-5; 14,13). Wichtig ist dabei, dass Jesus den religiösen Makel von ihnen nimmt. (Voigt)
  • Sieht Jesus großzügiger über die Sünde hinweg, deren Folgen sie tragen? Er nimmt die Sünde ernster als alle jüdischen Schriftgelehrten und Oberen. Gerade darum aber weiß Er, dass die scheinbar Gerechten keinen Anlass haben, auf die Ungerechten herabzusehen (Röm 3,23). (Voigt)
  • Der zutreffendste Kommentar zu Vers 14 ist Eph 2,11-22. (Voigt)
  • Jesus bestimmt, wer kommen darf. Er hat das Hausrecht im Tempel (Lk 14,21). (Voigt)
  • Wo allein die Gnade gilt, die das Verlorene rettet, da gibt es keine Privilegien mehr, und da fallen die Zäune. (Voigt) Wo gibt es heute bei uns Zäune?
  • Was nicht Sünde ist, sondern Schöpfung, soll seine Bedeutung behalten. Aber „was aus Mode (oder Meinungsverschiedenheiten) streng geteilt wird“, soll uns vor Gott nicht trennen. Vor Gott gibt es keine Gebrandmarkten. „Und Er heilte sie“ (14). (Voigt)
  • Man könnte die Geschichte von der Heilung des Blindgeborenen (Joh 9) als ein Detailgeschehen betrachten, das die Kamera aus dem umfassenden Bilde von V. 14 gewissermaßen „heranzoomt“. Man sieht dabei, dass der das Aufmerken herbeiführende Konflikt keineswegs vermieden wird. Noch dem Geheilten hält man vor: Joh 9,24. (Voigt)
  • Der Text berichtet nicht, dass die Geheilten das Heilige betreten hätten und auf die Stelle zugegangen wären, an der Gott, als die „Schekina“, über den Keruben thront. „Zugegangen“ sind sie – auf Jesus (14). Er ist die „Schekina“, die Gegenwart Gottes in Person, das Allerheiligste in Menschengestalt (Kol 2,9). (Voigt)
  • Den „Zugang“ zu Gott hat man, indem man auf Ihn „zugeht“, eben da, wo Er ist. (Voigt)
  • „In Seinem Namen“, d.h. so, dass Sein Wort verkündigt wird und Seine Sakramente gebraucht werden. An den Tempel ist dies nicht gebunden. Wohl aber machen Jesu Gnadenmittel jeden Raum, in dem sie Menschen dargereicht werden, zum „Tempel“. (Voigt)
  • Wir verstehen den Vers 14 erst dann richtig, wenn wir uns in die Lage eines dieser Menschen versetzen, ja, wenn wir begreifen, dass wir Menschen sind, denen – in welcher Form auch immer – eben dieses widerfahren ist: Wir dürfen kommen, trotz allem was uns von Gott fernhalten müsste! (Voigt)
  • „Er ging zur Stadt hinaus“ (17). Das könnte sehr wohl heißen, dass die Gegenwart Gottes nun aus dem Tempel in Jerusalem auszieht, so wie Hesekiel es einst gesehen hat (Hes 11,23). (Voigt)
  • In unserm Text wird der Lobgesang bzw. das Lobgeschrei aus völlig unvermuteter Richtung vernehmbar. Kinder rufen im Tempel (15). Messianische Akklamation! Die Entgegnung Jesu, auf die Frage, ob Er sich das gefallen lasse, schließt Sein Ja ein. (Voigt)
  • Der Glaube zeigt sich im bekennenden Lobgesang. Jesus ist als der Christus erkannt. (Voigt)
  • Bekenntnis ist zuerst Doxologie, Rühmung, Huldigung. Der Glaube doziert und diskutiert nicht, sondern bekennt, singt, spricht sich in Freude und Dank aus. (Voigt)
  • „Hosianna in der Höhe“ Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn“ – ein Stück aus der Abendmahlsfeier der Gemeinde. Weiß die Gemeinde, woher sie das hat, was sie singt? Weiß sie, in welche Huldigung sie sich einschaltet? Die dem Heilskönig entgegen klingenden Jubelrufe sind zugleich Bitte: „hilf uns, rette uns doch!“ Der bekennende Glaube erwartet immer etwas von dem, dem die Akklamation gilt. Der Kantate-Sonntag gibt Gelegenheit, solche Gedanken und Einsichten im Inneren zu bewegen. (Voigt)
  • Den Mann, dem der Ruf gegolten hat (9), haben die Kinder, wie es scheint, wiedererkannt (15). (Voigt)
  • Wissen sie, was sie rufen? Ist das, was sie jetzt tun, Spiel oder Ernst? Wer sich auf Kinder versteht, weiß, dass dies falsch gefragt ist. Ihr Spiel ist Ernst. (Voigt)
  • Und Jesus nimmt das Geschrei der Kinder ernst. (Voigt)
  • Es ist unbestritten, dass der Glaube Gestalt annehmen soll, die dem persönlichen Reifegrad entspricht. Der Glaube des erwachsenen Menschen will im Denken und in der Entscheidung verantwortet sein. Kinder glauben anders, aber auch sie glauben. (Voigt)
  • Jesus misst das Kind nicht am Erwachsenen; Er meint im Gegenteil, wir Erwachsenen müssten, um in das Reich Gottes zu gelangen, werden wie Kinder (Mk 10,15). Jesus lässt die Kinder „zu sich kommen“; auch hier klingt die Frage nach dem Recht des Zugangs durch. (Voigt)
  • Das Hosianna-Rufen der Kinder wird als „κραζειν“ bezeichnet. Das kann wirklich auf ein Schreien deuten, wie es kindlicher Unbefangenheit entspricht (sonst von Kranken, die nach Heilung rufen, von den Jüngern in Seenot, von den Dämonen …). Es kann aber auch das Rufen im Heiligen Geist gemeint sein (Röm 8,15; Gal 4,6; Mk 9,24). Wie der Geist uns vertritt, wenn wir selbst nicht – oder nicht mehr – sprechen können (Röm 8,26f), so könnte Er uns auch vertreten, wenn wir noch nicht bekennen und loben können. Gott gibt sowieso mehr, als wir bitten oder verstehen (Eph 3,20), und der Friede, den Er gibt, ist sowieso höher als alle Vernunft (Phil 4,7). (Voigt)
  • Gott Selbst bereitet den Huldigungsruf der Kinder zu und schenkt so die Erkenntnis, dass hier das Heil geschieht. (Rienecker)
  • Wer sich gegen dies alles wehren wollte, weil er meint, er könne als Christ nur von dem leben, was er bewusst verarbeitet und aufgenommen hätte, der brächte sich, fürchte ich, um den Trost des Evangeliums gerade in den kritischen Stunden. (Voigt)
  • Worin wir mündig sind, da lasst es uns auch wirklich sein. Jesus nimmt aber zum Glück auch den Lobgesang der Unmündigen an, offenbar nicht als kümmerlichen Ersatz für das leider entbehrte Bessere, sondern als vollgültiges Lob und Bekenntnis. (Voigt)
  • Blinden, Lahmen, unmündigen Kindern: solchen gilt das Evangelium. Wer das verstanden hat, dem müsste es schwer werden, nicht zu singen. (Voigt)
Werbeanzeigen