59-2 Das Reich Gottes ist – Röm 14,17-19

Downloadlink: 59-1 Наивысшая заповедь – Мк 12,28-34

Röm 14,17-19

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Was ist der Kontext?
  • Worauf bezieht sich das „denn“? 17
  • Was ist das „Reich Gottes“
  • „Gerechtigkeit“ – Wie versteht Paulus dieses Wort?
    • Mach an einer Geschichte deutlich, was Gerechtigkeit ist.
  • Welchen Frieden meint Paulus?
    • Was umschließt dieses Wort alles?
  • Worüber freut man sich im Reich Gottes?
    • Worüber freut man sich nicht?
  • Wie sind die Worte „in dem Heiligen Geist“ zu verstehen?
  • Was ist mit „darin“ gemeint? – Worin? 18
    • Wie kann man damit Christus dienen?
    • Warum schreibt Paulus „Christus dienen“ (und nicht Menschen dienen)?
  • Was bedeutet wohlgefällig?
    • Wie kann ein Mensch Gott wohlgefällig sein?
    • Welche biblischen Personen waren Gott wohlgefällig?
    • Was war das Kennzeichen ihres Lebens?
  • Wieso werden Menschen den achten, der „darin“ dient?
  • Achtung: „darum“! – Warum? 19
    • Was sollen wir tun?
    • Wie strebt man?
  • Was ist soll unser Ziel sein?
    • Wie kann ich in meiner Situation Frieden und Erbauung fördern?
  • Was ist mit Frieden gemeint?
    • Ist es der gleiche Friede wie in Vers 17?
  • Was ist mit Erbauung gemeint?
    • Wie kann ich „erbauen“?
  • Beachte das Wort „untereinander“!

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • Die Verse dieses Abschnittes haben begründenden und grundsätzlichen Charakter. (Voigt)
  • Es ist wichtig, unser ganzes Kapitel nicht nur mit den völlig parallelen Ausführungen in 1Kor 8 zu vergleichen, sondern gerade auch mit der ganz anderen Haltung des Paulus in Kol 2,16ff und im ganzen Galaterbrief. (de Boor)
  • Es würde der Verdeutlichung dienen, wenn man 20a dazu nähme. Mit 20b setzt ein neuer Gedanke an. (Voigt)
  • „in dem Heiligen Geist“ (17) bezieht sich auf die gesamte Trias (Gerechtigkeit, Friede, Freude): Gerechtigkeit, das durch Christi Eintreten für uns begründete Gottesverhältnis; Friede, das Versöhnt sein mit Gott (5,1) und von daher auch mit Menschen; Freude, „der Stand unter offenem Himmel“. All dies sind eschatologische Gaben. (Voigt)
  • „Frieden“ (19) – aus der Trias von Vers 17 herausgenommen, ist hier aber wohl auf das Verhältnis der Gemeindeglieder untereinander bezogen. (Voigt)
  • Man könnte meinen, dass der Satz 20a auf Vers 17 zurückgreift: Das dreifache Geschenk Gottes (Trias) könnte durch ein gesetzliches Verhalten zerstört werden. (Voigt)
  • Wie groß ist die Variationsbreite christlicher Lebensformen, die sich die Gemeinde Jesus Christi leisten kann? (Voigt)
  • Wie kann Unterschiedliches, vielleicht gar Auseinanderstrebendes beisammen sein oder, wo nötig, zu neuer Gemeinschaft verbunden werden? Wo ist die Grenze, jenseits derer von dem „anderen Evangelium“ zu reden wäre, das in der Gemeinde Jesu keinen Raum haben darf? … Hier und da neigen wir zum Entweder-Oder. Zumeist werden wir den Eindruck haben: bloß keine falschen Alternativen! Wo aber liegt das Kriterium? (Voigt)
  • Wir müssen herausfinden, was das Wort vom „Reich Gottes“ zur Pluralitätsfrage zu sagen hat. Der Zusammenhang von Röm 14 gebietet es, noch einmal auf die Konzepte der Starken und der Schwachen Bezug zu nehmen (17). (Voigt)
  • In der römischen Gemeinde wird niemand der Meinung gewesen sein, dass man durch Einhaltung von Speisevorschriften gerettet wird. Wären solche Gedanken umgegangen, dann hätte Paulus so scharf reagiert wie im Galaterbrief. … Die Starken haben ihre Freiheit, die Schwachen ihr inneres Verpflichtet sein zur Einhaltung bestimmter Grundsätze wohl als Konsequenz aus ihrem Christsein verstanden. (Voigt)
  • Es gibt Verhaltensweisen, mit denen man sich vom Reich Gottes ausschließt (1Kor 6,9f; Gal 5,21) (Voigt)
  • Christus hat viel Erbarmen mit uns. Er weiß, dass wir schwach sind, unzulänglich, oft verkehrt in unseren Reaktionen, dass wir ausrutschen und einbrechen. Er hat viel Geduld mit uns. Aber es verträgt sich nicht mit seinem Herr sein, dass wir unsere Schwachzeiten, Verkehrtheiten, Kleinlichkeiten, Unsauberkeiten zur Maxime erheben. (Voigt)
  • Faustregel: Alles ist gut, was der Gegenwart unseres Herrn in unserem Leben nicht zuwider, sondern gemäß ist. Wir wollen ihm dienen, aber wir können ihm tatsächlich auf verschiedene Weise dienen. (Voigt)
  • Bestimmte Verhaltensweisen, ein bestimmter Lebensstil hat sich zur Gewissensfrage hinaufgesteigert. – Speise wird uns weder vor Gottes Richterstuhl bringen noch zu Gott ins rechte Verhältnis setzen. … Wer es zu einer Glaubens- und Gewissensfrage macht, hat nicht verstanden, worum es in der Herrschaft Gottes geht. (Voigt)
  • Was für einen Sinn hätte es, wenn es um die Wiederherstellung unseres beschädigten Gottesverhältnisses geht, zu eigenen Aktionen aufzurufen, wenn unsere Sünde letztlich gerade in unserer Eigenmächtigkeit gegenüber Gott besteht? (Voigt)
  • Gott ist einen anderen Weg gegangen: Er hat durch Jesu Kreuz unsere ganze böse, gottlose Vergangenheit ausgelöscht und sein Verhältnis zu uns dadurch völlig neu begründet, dass Er uns in Christus und um Seinetwillen annahm, wie wir sind. Dieses Angenommen sein ist die „Gerechtigkeit“. (Voigt)
  • Wir reden kaum von etwas anderem, wenn wir von „Frieden“ sprechen, den Er mit uns hergestellt hat. … Er hat das wirklich auf Seine, auf eine ganz und gar göttliche Weise getan. (Voigt)
  • Wer je versucht hat, Zerstrittene zu versöhnen, weiß, wie schwer das ist. Da werden Bedingungen gestellt, neue Verhaltensweisen gefordert, Garantien, Vorleistungen. Es werden Bewährungsfristen gesetzt. Gott beendet die Feindschaft mit uns auf ganz andere Weise. Er kommt wehrlos zu uns, ins Lager der Aufrührer. Er lässt es auf jedes Risiko ankommen. Ganz einseitig beendet er das Widereinander, mag dabei herauskommen, was da will. Und er hält diese Linie auch noch am Karfreitag durch, unbeirrbar in seinem Versöhnungs- und Friedenswillen. Vorleistungen und Garantien auf unserer Seite = Keine Rede davon. Er lässt uns, die Feinde, seine Freunde sein. So richtet Er seine „Herrschaft“ auf. (Voigt)
  • Und „Freude“? … Man kann leben (unter offenem Himmel)! Man geht nicht mehr auf einen Gott zu, den man gegen sich hat. (Voigt)
  • „im Heiligen Geist“ – Da der Geist zur himmlischen Wirklichkeit gehört, kann man sagen, dass unsere Zukunft schon begonnen hat. (Voigt)
  • Wesentlich ist, dass ich die Gerechtigkeit vor Gott besitze und darum Frieden mit Gott, und dass darum die „Freude im Heiligen Geist“ mein Leben durchstrahlt. (de Boor)
  • Denken wir an Gottes Reich, dann ist, was Er selbst tut, so wichtig, so ausschließlich von Bedeutung, dass unser innergemeindliches Tauziehen um Programme und Richtungen, Lebensstil und Arbeitsmethoden tatsächlich abgewertet wird. … Alles, was wir miteinander bedenken oder aushandeln, kann uns nicht mehr trennen, weil das Reich Gottes nicht in unseren Auffassungen, Stilrichtungen und Praktiken besteht, sondern in dem, was Gott schenkt. (Voigt)
  • Die Starken freuen sich vielleicht, dass der schwache Bruder endlich „vernünftig geworden ist“ und Fleisch und Wein mit genießt, und in Wirklichkeit ist der Bruder ins ewige Verderben gestürzt (20f) (de Boor)
  • Man kann einander den Weg freigeben. Keiner muss, alle dürfen, weil sie haben. (Voigt)
  • Wenn man davon spricht, dass die verschiedenen „Richtungen“ in der christlichen Kirche einander tolerieren sollen, dann ist jedenfalls nicht die Toleranz gemeint, die alles gelten lässt, weil sie überhaupt an allem Verbindlichen und Gültigen irre geworden ist und jeden tun lässt, was er will. … Es könnte sein, dass die Liebe intolerant sein muss, also dem andern den Weg gerade nicht freigibt. (Voigt)
  • Mit dem negativen „nicht mehr richten“ (13) ist nur erst eine Voraussetzung für das rechte positive Verhalten geschaffen. Dieses positive Verhalten kann nichts anderes sein als die „Liebe“. (de Boor)
  • Paulus wählt markanterweise das Wort „Sklave“ (18). Wir sind dem Herrn Christus „leibeigen“, er kann über uns verfügen. … Wie aber dienen wir Ihm? (Voigt)
  • „Wer darin Christus dient …“ „Darin“ steht in den alten Handschriften im Singular. Es zeigt dadurch an, dass die drei Aussagen im Vers 17 ein „Paket“ sind. … Die Königsherrschaft Gottes besteht nicht darin, dass wir etwas Bestimmtes tun, sondern darin, dass Er uns Gerechtigkeit, Friede und Freude gibt. … Dasselbe noch ein wenig anders: Als die um Christi willen Gerechtfertigten leben – das macht uns vor Gott angenehm. (Voigt)
  • Was wir als „Gerechtigkeit, Friede und Freude“ besitzen, bleibt nicht im Selbstgenuss hängen, sondern wird Dienst für Christus. (de Boor)
  • Wir leben als Christen heute schon in verborgener Weise, was wir in öffentlicher Weise einmal sein werden. Wir sollten als Christen unsere Zukunft ernst nehmen. (Voigt)
  • Es ist Gott „wohlgefällig“, wenn wir Ihn darin ernst nehmen, dass Er in uns um Christi willen keine Sünder mehr sehen will. (Voigt)
  • Heimlich haben wir noch viel zu viel Respekt vor dem Sündigen-müssen. Wir glauben Gott unsere neue Gerechtigkeit nicht! … Wir sind immer dabei, uns zu „rechtfertigen“, unseren Ruf zu verteidigen, unser Image aufzubauen, uns zur Geltung zu bringen. Wir sind empfindlich, wenn eine Schwäche offenbar wird, und wir hätten das doch gar nicht nötig! Wir wollen Einer gegen den Anderen Recht haben. Dazu nötigt uns unser „gesetzliches“ Denken. Wir vergeben einander nicht, weil wir es unserem Herrn nicht glauben wollen, dass um seinetwillen nichts, wirklich nichts mehr gegen uns vorliegt. Wie könnte sich in unserem Alltag der Krampf lösen, wenn wir nur noch aus der unverdienten Liebe Gottes lebten! (Voigt)
  • Zur Heiligung kommt es nicht dadurch, dass wir sie frontal angehen. Sie kommt, wenn wir nur Christus suchen, zur Hintertür herein. (Voigt)
  • Geht es den Starken wirklich um den „Glauben“ – oder hängen sie doch am Genuss von „Fleisch und Wein“? … Wenn du wirklich so „frei“ bist, dann bist du auch frei nicht das zu tun, „woran dein Bruder zu Fall kommt“. (de Boor)
  • Was bedeutet es für unsere Gemeinsamkeit, dass das Reich Gottes nicht in unseren Maximen, Prinzipien, Methoden, Lebensstilen besteht, sondern in dem, was wir haben, weil Gott es uns in Christus geschenkt hat und immer wieder schenkt. (Voigt)
  • Gesetzlichkeit zertrennt. Es ist jedesmal ein Unglück, wenn einer von uns behauptet, er hätte bestimmte Dinge vor dem anderen voraus, und der andere solle sich bemühen, es ebenso zu halten wie er. … Es wird jedesmal das rechte Christsein des andern in Frage gestellt – nicht weil er anders glaubt und bekennt (das wäre eine andere Sache!), sondern weil er anders lebt und handelt. (Voigt)
  • Wir haben uns vor jeder Bedrängung des Bruders zu hüten, die ihn zur Überschreitung seines Glaubensmaßes verleiten würde und dadurch verderben würde. Auch die richtigste Wahrheit wird ohne die Liebe und ihren durchdringenden Blick für die Lage des Bruders falsch und gefährlich. (de Boor)
  • Es geht nicht um unsere Erkenntnis und Freiheit, sondern es geht um den Bruder und sein Leben. In dieser Weise müssten auch Adventisten und Sonntagschristen, Baptisten und Lutheraner in einer Gemeinde brüderlich zusammenleben können. Sie halten alle am vollen Evangelium fest, dass wir allein durch die Kreuzestat Jesu und darum allein durch den Glauben gerettet werden. (de Boor)
  • Es gibt so viele Christentümer, wie es Christen gibt. Aber es gibt nur einen Die Unterschiede unter uns mögen, menschlich betrachtet, erheblich sein. Vor Christus fallen sie nicht ins Gewicht. Voraussetzung ist, dass jeder auf seine Weise „dem Herrn“ lebt (8) und das, was er tut, aus der Verbundenheit mit Ihm tut.(Voigt)
  • Der Indikativ in Vers 19 besagt ja nicht, dass es uns auf jeden Fall gelingen müsste. (Voigt)
  • Das Evangelium des Sonntags spricht von der Liebe. Es ist leicht zu lieben, wenn der andere zu mir passt. Die Liebe hält am Anderen fest, indem sie ihm den Spielraum gibt, den er braucht, um er selbst zu sein und seinem Gewissen zu folgen. Die Liebe hat es leicht, wenn sie weiß, dass Christus den Anderen geliebt hat, längst ehe ich ihn lieben konnte. (Voigt)

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