04-2 Der Herr ist nahe – Phil 4,4-7

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Phil 4,4-7

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Was ist „Freude“? 4
    • Wie kann man sich auf Befehl hin „freuen“?
  • Was bedeutet „in dem Herrn“?
    • Wie kann man sich „in dem Herrn“ freuen?
  • Wer ist der Herr?
    • Was hat man unter dem Wort „Herr“ zu verstehen?
  • Was meint „allewege“?
  • Beachte die betonte Betonung „und abermals“!!
    • Warum betont Paulus diesen Gedanken so stark?
    • In welcher Situation befindet sich Paulus selbst?
  • Was meint das Wort „Güte“? 5
    • Such dir drei Beispiele, die die Bedeutung dieses Wortes verdeutlichen!
    • „allen Menschen“ – Gibt es Ausnahmen?
  • Warum schreibt Paulus hier: „Der Herr ist nahe“?
  • Was ist mit „nahe“ gemeint? (räumlich, zeitlich, …?)
  • Wie ist das Wort „sorgen“ zu verstehen? 6
    • Mit welchen Sorgen müssen wir uns nicht mehr quälen?
  • Beachte „sondern“!!! – Was sollen wir tun?
  • „In allen Dingen“ – Gibt es bestimmte Ausnahmen?
  • Gibt es Unterschiede zwischen „Bitten“, „Gebet“ und „Flehen“?
  • Was ist „Danksagung“?
    • Welche Danksagung ist hier gemeint? Geht es um Dinge aus der Vergangenheit oder um die erbetenen Dinge?
  • Wie kann man Bitten mit Danksagung vor Gott bringen?
  • Was ist „Gottes Friede“? 7
    • In welcher Beziehung ist er „höher“ als die Vernunft?
  • Warum wünscht Paulus den Philippern gerade den „Frieden Gottes“?
  • Wie kann dieser Frieden „Herzen und Gedanken“ bewahren?
    • Was ist mit „Herz“ gemeint?
  • Was bedeutet die Formel „in Christus Jesus“?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • Das Thema Freude durchzieht den ganzen Philipperbrief (1,4.18.25; 2,2.17.28f; 3,1; 4,1.4.10). Auch, dass die Freude „immerzu“ das Beherrschende sein soll, klingt verschiedentlich an. (Voigt)
  • Ist man „im Herrn“ (4), dann also in seinem „Leibe“, und das heißt: in seiner Gemeinde. … Wer „im Herrn“ ist, gehört zur christlichen Gemeinde und lebt in ihr (z.B. Röm 16,11-13.19; 1Kor 4,17; 7,39). (Voigt)
  • Das Wort „Güte“ (επιεικης) im Vers 5 ist ein besonderes Wort. Es ist in der Ethik ein vielgebrauchtes Wort: „schicklich, recht und billig, anständig, brauchbar, tüchtig, milde“. Bei Aristoteles weist es auf die Milderung der strengen Rechtsansprüche unter Beachtung der Sonderverhältnisse des Einzelfalls. (Voigt)
  • Das griechische: „Der Herr ist nahe“ (5) entspricht dem hebräischen „Maranatha“ aus 1Kor 16,22. Es ist eine liturgische Formel. (Voigt)
  • Die Lage des Paulus (1,13.20) und, damit zusammenhängend, die Zukunft der Gemeinde könnten Gegenstand der Sorge sein. (Voigt)
  • „bewahren“ (7) besser wäre wohl zu übersetzen „wird bewachen“. (Voigt)
  • Im Unterschied zum apostolischen Gruß (1,2) haben die Segensformeln verschiedene Gestalt (Röm 15,33; 16,20b; 1Kor 16,24; 2Kor 13,13; Gal 8,18; Eph 6,24; Phil 4,23). (Voigt)
  • Die Gemeinde wartet auf Jesu letztes Kommen in Glanz und Herrlichkeit, aber sie weiß Ihn auch jetzt schon immer wieder gegenwärtig, auch gerade, wenn Er sich im Abendmahl gibt. (Voigt)
  • Zwei oder drei (oder mehr) versammelt in Seinem Namen, und Er mitten unter ihnen (Mt 18,20). Das ist gemeint mit dem Satz: „Der Herr ist nahe!“ (Voigt)
  • Die Güte, die sich den Menschen draußen zuwenden soll (Kol 4,5), wird in der Fürbitte auch innerhalb des Gottesdienstes wirksam sein (5a). … Vers 6 spricht davon, wie alle Bitten und Anliegen mit Dank, (vielleicht ist gemeint während des Abendmahls) vor Gott gebracht werden. Es wäre das Ende allen eigenmächtigen Sorgens. Vers 7 wäre dann der die Abendmahlsfeier abschließende Segen. (Voigt)
  • Welche Gemeinde weiß eigentlich, dass das „Kyrie“ zu Beginn die feierliche Anrufung (Akklamation) des Volkes zur Begrüßung des (adventlich) einziehenden Herrn ist? Welche Gemeinde denkt daran, dass der Gruß des Liturgen wiederum auf die (adventliche) Präsenz des Herrn zielt: „Der Herr sei mit euch“? Dass in der Predigt der Herr selbst zu den Seinen „kommt“? (Voigt)
  • „Der Herr ist nahe!“ – das macht unser Zusammensein zum Gottesdienst. (Voigt)
  • Freude ist eines der Urworte, deren Sinn man schwer umschreiben, kaum definieren kann. … Man kann Worte ähnlicher Bedeutung finden, aber sagen, was Freude ist, ist schwierig. … „Vorfreude auf etwas Künftiges; Freude über etwas Anwesendes“ … „die Freude ist bestimmt aus der Entdecktheit von Seiendem in seiner Erfreulichkeit“. Wir freuen uns, wenn Ersehntes in Aussicht steht oder uns zuteil geworden ist; wenn gelungen ist, worum wir bemüht waren; wenn Liebe sich uns zuwendet; wenn unser Leben in einem äußeren oder inneren Sinne reicher geworden ist. „Freude ist eigentlich die einfachste Form der Dankbarkeit. (Voigt) Soll der Nachdruck, mit dem Freude angewiesen wird, zustande bringen, was doch eigentlich unmöglich ist? Man kann Freude nicht befehlen. Erzwungene Fröhlichkeit ist Qual. (Voigt)
  • Freude kann sich nur dort ereignen, wo eben das Erfreuliche geschieht und wo es entdeckt, angenommen und verstanden wird. (Voigt)
  • Wer sagt: „Freut euch!“, muss sichtbar machen, was ungezwungene Freude weckt. … Uns müssen die Augen geöffnet werden.
  • Paulus schreibt aus dem Gefängnis (1,7.13.16f). Er weiß nicht, wie sein Prozess ausgehen wird: Freispruch (1,25; 2,24) oder auch Tod (1,20; 2,17). (Voigt)
  • Es gibt eine Freude, die auch in solcher Lage durchhält: die Freude der Traurigen, aber allezeit fröhlich (2Kor 6,10). Diese Freude will nicht verwechselt sein mit der guten Laune solcher, denen alles nach Wunsch geht. (Voigt)
  • Niemand, dem die Sonne scheint, soll seines Glückes wegen ein schlechtes Gewissen haben. Er soll sich nur überlegen, inwiefern sein Glück ihn anderen gegenüber verpflichtet. (Voigt)
  • Die bei Paulus gemeinte Freude hat einen anderen Ursprung. „Freude im Heiligen Geist“ ist eines der Merkmale des Reiches Gottes (Röm 14,17). Die Freude ist geradezu eine „Frucht des Geistes“ (Gal 5,22). Die Apostel sind „Helfer zur Freude“ (2Kor 1,24). Die hier gemeinte Freude kann man nicht haben, man sei denn Christ. (Voigt)
  • Christus ist nicht nur das Woher der Freude von Phil 4, sondern auch ihr Wo? (Voigt)
  • Anteilhaben an Christus, wie er sich in Seinen Sakramenten gibt, macht uns zu Seinem Leibe (1Kor 10,16f) und lässt uns „im Herrn“ sein, eingeschlossen von Seiner, uns alle umfassenden, beatmet von Seiner uns durchdringenden, Nähe. (Voigt)
  • „Mit Jubel“ (Apg 2,47) haben die ersten Christen das Sakrament empfangen. Wann endlich werden wir es lernen, bei der Begegnung mit unserm gegenwärtigen Herrn an seinem Tisch der immerwährenden Freude Raum zu geben, sie in uns hereinzulassen? Leibhaft, greifbar, schmeckbar ist Christus unter uns – und das sollte kein Fest sein? (Voigt)
  • Die Büßermiene, die verkrampfte Art der inneren Konzentration, nicht nach links oder nach rechts schauen, kein Zeichen der Freude darüber, dass er da ist: Was haben wir aus Seinem Freudenmahl gemacht? (Voigt)
  • Menschen, die einander liebhaben, wollen beisammen sein und sind beglückt, wenn sie sich sehen und haben können. „Der Herr ist nahe“ – wir haben als Gemeinde Jesus unter uns. Dies will entdeckt sein. Wer Jesus lieb hat, wird es nicht erwarten können, bis er Ihm wieder in Seiner Gemeinde begegnet, der Er sich in dem Wort und den Sakramenten gibt. (Voigt)
  • Die Vertikalverbindung mit Christus lässt uns untereinander verbunden sein. (Voigt)
  • Die Freude des Philipperbriefes ist eine eschatologische Freude. Ist Christus gegenwärtig, dann ist mit Ihm – unsichtbar noch – das Kommende gegenwärtig: der Herr, bei dem wir sein werden (1,23), unser neues Leben (3,10f), das himmlische Ziel (3,14.21) (Voigt)
  • Christliche Freude ist unabhängig von allem Irdischen, weil sie sich auf die nie endende Gegenwart Christi gründet. (Barclay)
  • Wer im Herrn seine Zukunft gefunden hat, hat eine geradezu unverwundbare Freude. (Voigt)
  • Wo „das Erfreuliche“ „entdeckt“ ist und im Blick bleibt, da kann, da muss man sich immerzu freuen. (Voigt)
  • Das Wort „Güte“ (Freundlichkeit, Nachsicht, Entgegenkommen, Umgänglichkeit) ist ein elastisches Wort, das auf eine menschenfreundliche Elastizität hindeutet. Wer diese „Güte“ an sich und in sich hat, wird nicht den Rechtsstandpunkt eifersüchtig zu wahren suchen, sondern im Umgang mit seinen – lieben oder auch schwierigen – Mitmenschen nach Wegen und Lösungen suchen, eine Atmosphäre fröhlichen, gütigen Miteinanders um sich verbreiten und darin heilend auf seine Umwelt einwirken. (Voigt)
  • In einer modernen Übersetzung heißt es: „Lasst alle wissen, dass ihr den Menschen auf halbem Wege entgegenkommt. (Barclay)
  • Ein Gesetz, eine Vorschrift oder Bestimmung können in sich völlig richtig und gerecht sein, und doch gibt es Fälle, in denen das vollkommenste Recht sich in Unrecht verkehrt. Rechtsprechung ist nicht mit Gerechtigkeit identisch. (Barclay)
  • Jemand der weiß, wann er sich nicht streng an den Buschstaben des Gesetzes halten muss, wann mildernde Umstände walten und wann er der Barmherzigkeit die Tür öffnen muss, der besitzt die Eigenschaft der hier gemeinten „Güte“. (Barclay)
  • Ein Tier greift an, wenn es Angst hat. Christen brauchen keine Angst zu haben. Sie dürfen ihrer himmlischen Berufung gewiss sein (3,20), sie sind, weil ihr Leben zum Eschaton hin geöffnet ist, schlechthin unverletzlich, selbst in extremen Situationen (2Kor 1,9f). Dies ist ihre Freiheit, und aus ihr erwächst die Güte und Freundlichkeit, die sie „allen Menschen“ gegenüber beweisen können. … Man kann dies alles nicht sagen, ohne sich sofort einzugestehen, dass in der Praxis unseres Christseins dies alles bestenfalls in bescheidenem Maße verwirklicht ist. Immer wieder schämt man sich, dass es einem an dieser Güte gefehlt hat. (Voigt)
  • Christen müssten im Umgang mit ihren Mitmenschen daran erkannt werden, dass sie wissen, wann sie sich an die Gerechtigkeit halten müssen und wann nicht. Christen sollten stets daran denken, dass es etwas gibt, was über der Gerechtigkeit steht und die Menschen Gott ähnlich macht. … Wenn wir bedenken, wie kurz das Leben ist, und wie rasch das Ende da ist, dann kann unser Trachten nicht der strengen Gerechtigkeit gelten, die die Menschen oft entzweit; dann werden wir vielmehr die Menschen liebevoll behandeln, so wie wir hoffen, dass auch Gott liebevoll und gnädig mit uns umgehen wird. (Barclay)
  • Wir leben davon, dass unser Herr so einfühlsam und flexibel ist, voll Verständnis für unsere besondere Lage und darum barmherzig. (Voigt)
  • Wie viele Menschen werden schon auf ein paar Stäubchen Freundlichkeit von uns gewartet haben! Nach nichts hungern sie so, wie eben danach. Wie wohl würde vielen die hier gemeinte Güte tun! Wenn wir sie einem Menschen schuldig geblieben sind, dann jedes Mal einfach deswegen, weil wir vergessen haben, dass „der Herr nahe ist“. Diese Güte ist ja der irdische Widerschein des himmlischen Glanzes. Sie ist keine Schwäche oder Sentimentalität, sondern „erdgeformte Auswirkung eines eschatologischen Besitzes“ (Voigt)
  • Das Menschsein ist nicht einfach, da der Mensch, der den Wechselfällen des Lebens ausgesetzt ist, ein verwundbares Wesen ist. … Friede ist die Frucht gläubigen Betens. (Barclay)
  • Wer vor Gott seiner Mitmenschen gedenkt, hier also sich für sie einsetzt, vielleicht um sie ringt, wird in der unmittelbaren Begegnung mit ihnen ebenfalls nur für sie sein können. (Voigt)
  • Mit Vertrauen und Dank ist auf bejahende Weise ausgedrückt, was das Nichtsorgen meint. (Voigt)
  • Sorge hält die Freude nieder. Sorge ist der Güte, Freundlichkeit und Milde im Wege, denn sie meint, immerzu etwas Bedrohliches abwenden und Vermisstes herbeizwingen zu müssen. (Voigt)
  • Nicht das soll uns verwehrt sein, dass wir für die Welt als Schöpfung Gottes Verantwortung tragen und mit den Dingen überlegt umgehen, insofern also tatsächlich für unser Leben „Sorge tragen“. Es fragt sich nur in welcher Einstellung und Tendenz dies geschieht. (Voigt)
  • „Der Herr ist nahe“ – ihr habt eine Stelle, an der ihr euer ganzes bohrendes, quälendes, kalkulierendes und zu keinem Ergebnis führendes Sorgen loswerden könnt. (Voigt)
  • Wer „sorgt“, tut so, als gebe es keinen Gott, der sein Leben trägt, und er muss darum immerzu versuchen, selbst sein Schöpfer und Erhalter sein – ein aussichtsloser Versuch. (Voigt)
  • Paulus meint offenbar nicht, dass Gott, wenn wir Ihm unsere Sorgen unterbreiten, immer bereitwilligst seine Hebel da ansetzt, wo wir es erwarten. Dass unser Beten „mit Danksagung“ geschieht, darauf liegt der Ton. (Voigt)
  • Das Gebet sollte auch den Dank dafür einschließen, dass wir beten dürfen. (Barclay)
  • „Danken“ bedeutet eben sowohl Dankbarkeit wie auch vollkommene Ergebenheit in den Willen Gottes (Röm 8,28). (Barclay)
  • Der Dank schaut nicht auf das, was Gott noch tun muss, sondern auf das, was er bereits getan hat, ehe wir bitten. Sorge schlüpft wie ein Gespenst durchs Schlüsselloch, wo wir uns mühen unter der „Voraussetzung, dass der Herr nicht nahe ist, dass Gott nicht Mensch geworden, dass die Sünde nicht vergeben, dass der Tod nicht besiegt und Jesus Christus nicht aufgefahren ist und wiederkommen wird.“ (Iwand in Voigt)
  • Wie nahe liegt es „μετα ευχαριστιας“ (mit Danksagung) auf die Feier des Abendmahles zu beziehen, in der sich der Himmel (3,14; 3,20f) uns jetzt schon auftut. Die würde freilich mit sich bringen, dass uns das Sakrament, ganz neu aufgehen müsste. (Voigt)
  • Der Segen – kraft göttlicher Einsetzung (4Mo 6,22-27), die der Herr sich zu Eigen gemacht hat (Lk 24,50f), ein „Gnadenmittel“, das wir ernster nehmen sollten – fügt sich an das soeben Gesagte bruchlos an. Wieder werden wir ausdrücklich in den Christusraum gestellt (in Christus Jesus). In diesem „Raum“ wird (Futur) der Friede Gottes uns festhalten – wie wenn die Türen von innen verschlossen sind, so dass wir nicht unversehens nach draußen geraten. Man könnte auch übersetzen: „bewachen“, so dass nichts feindliches uns gefährlich werden kann. (Voigt)
  • Im „Frieden Gottes“ ist alles mit Ihm im Einklang und darum heil und unverletzlich. (Voigt)
  • Erst wenn wir uns und alle, die uns teuer sind, vertrauensvoll im Gebet in die Hände Gottes legen, finden wir Frieden. (Barclay)
  • Unserem Begreifen sind hier enge Grenzen gesetzt (Eph 3,20). Aber was tut’s? Dass er uns festhält, der „nahe Herr“, ist für unser Christsein ungleich wichtiger und bedeutungsvoller, als dass wir ihn festhalten. Hier liegt der Grund der „guten Zuversicht“ (1,6). (Voigt)

 

  • Ein 95jähriger alter Mann hat sich entschlossen, im Altersheim seinen Wohnsitz zu nehmen. Vor fünf Jahren verstarb seine Frau und es schien ihm nun an der Zeit, diesen Schritt zu tun. Jetzt sitzt er in der Empfangshalle des Altersheimes und wartet, bis sein Zimmer bereit ist.

Schon bald wird er abgeholt und während er langsam an seinem Stock zum Lift geht, versucht die Pflegerin, schon einmal mit Worten sein zukünftiges Zimmer zu beschreiben:

„Es hat ein bequemes Bett, einen Schrank und einen Tisch und am Fenster hat es ein weißes Tuch als Vorhang, und ein Badezimmer hat es auch.“

Noch während sie erzählt, unterbricht er sie und sagt mit der Freude eines achtjährigen Kindes: „Das Zimmer gefällt mir, und ich freue mich darauf!“

Worauf die Begleiterin ganz erstaunt meint: „Aber sie haben das Zimmer doch noch gar nicht gesehen, woher können sie wissen, ob Ihnen das Zimmer gefällt?“

Er antwortet: „Ich habe vorhin beschlossen, dass mir das Zimmer gefällt. Es ist eigentlich keine Frage von Gefallen oder Nichtgefallen, von schön oder weniger schön, von groß oder klein. Es ist eine Frage, ob ich grundsätzlich zufrieden und glücklich bin mit allem, was mir zufällt und ob ich das, was mir geschieht, dankbar annehme!“

Während sie mit dem Lift nach oben fahren, kann die Begleiterin über so viel Weisheit nur staunen und hört zu, während der alte Mann weiter spricht.

„Vor vielen Jahren habe ich mich entschieden, dass ich jeden Tag so nehme, wie er kommt und alles empfange, als hätte ich es bestellt. Man muss sich irgendwann im Leben entscheiden, ob man unglücklich bleiben will, oder ob man selber aktiv etwas dazu tut, dass man glücklich und zufrieden wird. Ich habe mich zum Glücklich sein entschieden!“

Am 4. Advent: Freuet euch in dem Herrn, abermals: FREUET EUCH! Denk an diesen alten Mann und an seine Entscheidung!

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