59-4 Gott ist auf Seiten der Armen – Jak 2,1-13

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Jak 2,1-13

1.     Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Was ist das Thema des Jakobusbriefes?
  • Warum spricht Jakobus nur die Brüder an? 1
    • Werden nur die Brüder angesprochen?
  • Was ist der „Glaube an Jesus Christus“?
    • Was bedeutet es, wenn Jesus Christus „unser Herr“ ist?
    • Warum wird Jesus hier: „Herr der Herrlichkeit“ genannt?
  • Was ist am Bevorzugen einer Person schlimm?
    • Warum ist es Jakobus so wichtig, dass es in der Gemeinde kein „Ansehen der Person“ geben soll?
  • Beachte das Bindewort „denn“! 2-3
    • Was will Jakobus mit dieser Geschichte sagen?
    • Gibt es ähnliches in unseren Gemeinden?
  • Worin besteht der Unterschied zwischen Armen und Reichen?
    • Denk über die verschiedenen Lebensbereiche nach!
  • Eine rhetorische Frage! Wie muss die Antwort lauten? 4
    • Warum wird das Ansehen der Person mit „bösen Gedanken“ gleichgesetzt?
  • Beachte die Betonung: „Hört zu, …!“ 5
  • Was ist mit dem Wort „die Armen“ gemeint?
    • Wann ist jemand „arm“?
  • Was bedeutet das Wort „erwählt“ in der Bibel?
    • Wieso wurden die „Armen“ erwählt?
    • Beachte die Konstruktion: „die Armen, die …“!
  • Was bedeutet es „im Glauben reich zu sein“?
    • Was bedeutet es „Erbe des Reichs“ zu sein?
      • Welches „Reich“ ist hier gemeint?
    • Wie kann man Gott lieben?
      • Woher weiß man, ob man Gott liebt?
      • Warum lieben die Armen Gott?
    • Beachte die zweifache Anklage und die deutliche Sprache! 6-7
      • Was ist mit „Unehre“ gemeint?
    • Beachte, dass hier etwas über „die“ Reichen (Plural) ausgesagt wird!
      • Warum gehen „sie“ gegen diese „Armen“ vor?
      • Warum lästern sie?
    • Welcher Name wurde über den armen Gläubigen genannt?
      • Warum wird der Name „gut“ genannt?
    • Beachte die doppelte „Wenn“ – Konstruktion!             8-9
    • Warum wird das Gebot der Nächstenliebe „königlich“ genannt?
      • Wie erfüllt man dieses Gesetz?
    • Worin besteht die Sünde beim „Ansehen der Person“?
      • Was ist das Los eines „Übertreters des Gesetzes des Königs“?
    • Beachte die Bindeworte „denn wenn“! 10-11
      • Was meinen diese Verse?
    • Was ist mit dem „Gesetz der Freiheit“ gemeint? 12
      • In welchem Zusammenhang steht es zu dem Gedanken aus Vers 10?
      • Was meint hier: „gerichtet werden sollen“?
    • Beachte das Bindewort „denn“! 13
    • Was ist Barmherzigkeit?
      • Wann wird aus einer guten Tat Barmherzigkeit?
    • Was ist mit dem „unbarmherzigen Gericht“ gemeint?
      • Warum wird es „unbarmherzig“ genannt?
    • Beachte den Kontrast: „aber“!
      • Wie triumphiert Barmherzigkeit über Gericht?
    • Was wollte Jakobus seinen jüdischen, an den Messias Jesus glaubenden, Geschwistern mit diesen Versen sagen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2       Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • „Meine Brüder“: Jakobus redet zu den Glaubenden. (Grünzweig)
  • In den V. 4-7 wird der Leser mit Fragen in die Erörterung einbezogen. … Es geht in unserem Text um das untragbare Beieinander von Bevorzugung bestimmter Menschen und Christusglauben. (Voigt)
  • Herrlichkeit (1 – „doxa“) gebührt keinem Menschen, sondern nur dem Herrn. (Voigt)
  • Herrlichkeit ist enthüllte Göttlichkeit. (Oetinger in Grünzweig)
  • Jesus hat nicht nur Herrlichkeit, Er gibt auch Herrlichkeit. (Grünzweig)
  • „Glaube“ (1) ist Lebensgemeinschaft mit dem gekreuzigten, auferstandenen und verherrlichten Herrn, durch die die Glaubenden Anteil bekommen an allem, was Er ist, tut, hat (Mk 9,23; Joh 7,38; 14,12). (Grünzweig)
  • „Person“ (1) – Die Alten verstanden unter diesem Wort etwas anderes als wir. Gemeint war nicht das individuelle Einzelwesen als vielmehr das Etikett, das einer trug. … Gott dagegen sieht nicht das Etikett und den menschlichen Rang an, sondern den Menschen selbst und wird jedem einzelnen gerecht (5Mo 10,17; Röm 2,11; Eph 6,9; Kol 3,25). (Grünzweig)
  • Das griechische Wort für Person bedeutet im griech. Theater die Maske, die die Schauspieler trugen. Sie hatten nicht so sehr einzelne Menschen zu spielen, als bestimmte Typen darzustellen, ihre „Rolle“ zu spielen. (Grünzweig)
  • Der besprochene „Fall“ (2) will übertreibend veranschaulichen. (Voigt)
  • Der Reiche wie der Arme gehören wohl noch nicht zur Gemeinde. (Grünzweig)
  • Der Vers 4 ist schwer zu übersetzen. Vielleicht als Frage: „Seid ihr da nicht mit euch selbst uneins geworden?“ (Voigt)
  • In 6 wird das Beispiel nun zur unmittelbaren Anklage. Kritik an den Reichen wie in prophetischer Predigt. Man kann sich Zwischenfälle denken, wie Lk sie in Apg 16,19 und 19,24 schildert (1Petr 2,10; Jak 5,4). (Voigt)
  • Für eine allgemeine Christenverfolgung zeigt der Brief keinen Anhalt. Gedacht ist im Schema der Armenfrömmigkeit: die Reichen verfolgen die Armen um ihres Glaubens willen (Lk 6,22; 21,12). (Voigt)
  • Ist über den Israeliten der Name (7) Jahwes genannt (5Mo 28,10; Jes 43,7; Jer 14,9; Amos 9,12 …), so über dem Christen – bei der Taufe – der Name Jesu. (Voigt)
  • „Königlich“ (8) wird entweder das ganze Gesetz genannt – es zeigt den fordernden Willen Gottes als des Königs – oder speziell das Gebot der Nächstenliebe (3Mo 19,18), weil es königlichen Rang unter den anderen Geboten hat. (Voigt)
  • Nächstenliebe ist Liebe zum Armen (Spr 14,21). (Voigt)
  • Die Liebe zum Nächsten, nach Jesu Wort unlöslich mit der Liebe zu Gott verbunden, stellt sich in diesem Text dar als eine bestimmte Weise, mit dem „Armen“ umzugehen. (Voigt)
  • Den Armen hat Jesus das Evangelium gebracht (Mt 11,5), sie hat Er seliggepriesen (Lk 6,20). Gott hat sie vornehmlich „erwählt“ (5); was hier von den judenchristlichen Gemeinden gesagt ist, bezeugt Paulus gleichermaßen in Korinth (1Kor 1,26). (Voigt)
  • Wir finden Jesus an Tischen der „kleinen Leute“ (Mt 18,10), der Verachteten und Beiseitegestoßenen. Dies muss auch für Seine Gemeinde maßgebend sein. (Voigt)
  • Der Text kämpft gegen die unterschiedliche Einschätzung und Behandlung von arm und reich, gegen die Verachtung der einen und die Bevorzugung der anderen. (Voigt)
  • Die Gemeinde Jesu hat nicht den Auftrag, in das Ordnungsgefüge der Welt einzugreifen und das Reich Gottes auf weltliche Weise zu verwirklichen. (Voigt)
  • Auch für Jakobus gilt: Nicht Menschen werden die Welt verwandeln, sondern das Gottesreich wird vom Himmel kommen. (Voigt)
  • Die Gottesreichs-Predigt ist nicht revolutionär, weil sie apokalyptisch ist. (Voigt)
  • Die Kirche ist nicht zuständig für die politisch-gesellschaftliche Umgestaltung der Welt, denn sie hat eine eschatologische Botschaft. Sie ist aber aus demselben Grund nicht befugt, der Welt im Namen Jesu Christi das Gesetz des Beharrens, der Starrheit, der Rückständigkeit zu predigen. (Voigt)
  • Es war damals Stil gelehrter Streitgespräche, das, was man sagen will, an einem beliebigen, möglichst krassen Beispiel (2-3) zu verdeutlichen. (Voigt)
  • Reiche finden in der Regel nicht zu Jesus (Mk 10,25). … Es ist eine bekannte Sache, dass der Wohlstand Gott leicht vergessen lässt (5Mo 6,10-13) und der Reichtum leicht zum Götzen wird (Mt 6,19.24). Man kann aber auch in Jerusalem ein Haus besitzen (Apg 12,12ff) und doch zur Gemeinde gehören. (Voigt)
  • Das Beispiel (2f) beschreibt eindrucksvoll: der Goldberingte und prächtig Gekleidete betritt die Versammlung und alle Augen wenden sich ihm zu. Schlimmer noch, er bekommt einen bevorzugten Platz. Schlimmer noch, dem Armen sagt man, er möge stehen oder sich neben dem Sitz, den man einnimmt, auf den Boden hocken. Der Angesehene scheint es übrigens so gewöhnt zu sein, dass man ihn nach vorn holt (Mt 23,6; Mk 12,39; Lk 11,43; 20,46). (Voigt)
  • Reichtum ist für viele eine Prestigesache. Wie ist er gekleidet? Wie wohnt er? Was für einen Wagen fährt er? Was kann einer auch sonst „sich leisten“? Es ist von dem allen nicht weit zur bürgerlichen Ehrenstellung überhaupt. (Voigt)
  • Ein „wichtiger“ Mann? Eine Koryphäre! Eine bedeutende, einflussreiche, schöne, faszinierende, geistvolle Frau! „Ansehen der Person“, moniert Jakobus. Er kann sich dafür auf die biblische Tradition berufen. (Voigt)
  • Es fällt auf, dass Jakobus auf die Ehre der Armen bedacht ist. (Voigt)
  • Man beachte, dass die Not des Armen keineswegs nur im Mangel, im Nicht-Besitzen besteht. „Ihr habt den Armen verunehrt (6). Der Mensch kann ohne sein Ansehen nicht leben. Es ist leichter, Hunger zu leiden, als das einem Ehre und Ansehen vorenthalten wird. (Voigt)
  • Es gibt Menschen, die haben zum Sterben noch immer zu viel, zum Leben aber zu wenig. Zu den Sünden des Kapitalismus muss man nicht zuletzt das rechnen, dass er den Abhängigen seine Ehre vorenthalten hat. (Voigt)
  • Nicht bloß: jeder Mensch braucht seine Ehre – ihr dürft sie ihm nicht zugunsten anderer schmälern oder gar vorenthalten. (Voigt)
  • Erst recht nicht bloß: alle Menschen sind gleich. Sondern das ist das Eigentliche an dem Gedankengang, dass Personenkult und Menschenverachtung sich nicht mit dem Glauben an Jesus Christus, den Herrn der Herrlichkeit vertragen (1). (Voigt)
  • Man könnte Vers 1 so umschreiben: „Ihr könnt nicht an unsern Herrn Jesus Christus – den Herrn der Herrlichkeit – glauben, indem ihr gleichzeitig immerzu (damit geben wir den Pural des griech. Wortes wieder) auf Menschen und ihre vermeintlichen Vorzüge schaut!“ Wenn ihr es doch tut: „Seid ihr da nicht mit euch selbst uneins geworden, Urteile fällend mit bösen Gedanken?“ (4). (Voigt)
  • Ansehen der Person und Christusglaube: Das ist wie Feuer und Wasser. (Voigt)
  • Es steckt in unserm Respekt vor dem Hochgestellten, den Erfolgsmenschen, den Prominenten eine falsche Menschengläubigkeit, ein in die Irre gehender Glaube an die Rechtfertigung aus Werken des Fleisches (Joh 5,44). Liebedienerei gegenüber den „Großen“ und Prominenten ist immer auch ein Versuch, sich selbst an ihnen aufzuwerten (Nur zu gern lässt man ins Gespräch einfließen, dass man sich mit einem prominenten Menschen duzt). (Voigt)
  • Im „Ansehen der Person“ wird Christus und die durch Ihn uns gnädig widerfahrene Aufwertung geleugnet. Und dies auf Kosten des einfachen Menschen. (Voigt)
  • „Ansehen der Person“ ist ein Denken in den Kategorien der Werkgerechtigkeit und damit der Heillosigkeit. (Voigt)
  • Was es mit unserer Nächstenliebe auf sich hat, wird daran sichtbar, wie wir mit dem Menschen umgehen, der uns gerade nicht fasziniert und der unsern Blick nicht auf sich lenkt und von dessen Beachtung wir keinen Gewinn haben. (Voigt)
  • Unsere Liebe sollte sich dem zuwenden, der von Jesus geliebt und angenommen ist, also dem verachteten, übersehenen und so oft gedemütigten „Armen“. (Voigt)
  • Bei Gott hat keiner einen Vorrang durch das, was er selbst darstellt und zu bieten hat. Aber Gott wendet sich dem besonders zu, der Ihn am nötigsten hat. Darum hat Er gerade die Armen erwählt (5), die kleinen Leute, die Geringgeachteten. In ihrer Mitte finden wir Jesus. Er selbst ein solcher Armer. (Voigt)
  • Dass man den Reichen keine Ehrenplätze anweist, wird nun (6) anders begründet: Sie verdienen sie nicht! Jakobus übt harte Kritik an den Reichen – nicht als einzelnen, sondern als Klasse. … Reichtum gibt Macht, und Macht wird in sündiger Weise ausgenützt. Der Arme ist abhängig, der Reiche lässt es ihn spüren (5,4ff). (Voigt)
  • Bei 2,6 könnte man daran denken, dass die Reichen es sind, die die christliche Gemeinde der Armen der Verfolgung aussetzen, worauf auch 7 deuten würde. (Voigt)
  • Da betritt also ein Reicher die „Versammlung“ der Christen, und ihm wird der Ehrenplatz angewiesen. Jakobus hält dagegen: Habt ihr denn völlig vergessen, dass das einer von „denen“ ist? (Voigt)
  • Gott ist parteilich in Seiner Androhung des Gerichts (12f). (Voigt)
  • Die eschatologische Erwartung des „Reiches“ (5), in dessen Aufrichtung das Schicksal der Armen sich wendet, darf uns nicht daran hindern, schon in diesem Äon das Menschenmögliche zur Befreiung und Rettung der „Armen“ zu tun. Wie dies zu geschehen hat, dafür hat die Predigt der Kirche kein Rezept. Weltlich Ding ist nicht ihre Sache. Aber dass Gott denen geholfen haben will, die am Leben am schwersten zu tragen haben und die von anderen in Abhängigkeit gehalten und ausgenutzt werden, dies ist biblisches Zeugnis. (Voigt)
  • Gott ist immer auf der Seite derer, die um Hilfe schreien. (Voigt)
  • Jakobus ist durch die Bevorzugung des (der) Reichen offensichtlich stärker beunruhigt, als wir uns das nach unseren (auch kirchlichen) Lebensgewohnheiten vorstellen können. Jakobus schreit für den entehrten, zu kurzgekommenen, geschundenen Menschen. (Voigt) Ich würde lieber sagen „Bruder“! Es geht in diesem Text nach meiner Meinung um die Verachtung von Gemeindegliedern bzw. Gottesdienstbesuchern.
  • Jakobus hat Sorge, dass, was ihn hier beunruhigt, in einer auffälligen Normalchristlichkeit untergeht. (Voigt)
  • Das „königliche Gesetz“ ist das Liebesgebot, auf das Jesus im Evangelium des Sonntags hinweist. Es ist „königlich“ genannt, weil es in der „Königherrschaft Gottes“ verwirklicht wird. (Voigt)
  • So lehrte auch Jesus. Was „zu den Alten gesagt“ ist, macht’s noch nicht; Gott will uns ganz. Er will das Herz, die Mitte der Person. Er will in unseren Gedanken und in unserm Wollen und Begehren regieren. Hat ER unsere Mitte, dann hat Er uns ganz. (Voigt)
  • Die Liebe ist auch deshalb ein „königliches Gesetz“, weil sie königlich frei und großzügig verschenkt, nicht nach Gegenleistungen fragt und sich nicht von ihnen abhängig macht. (Grünzweig)
  • Die Liebe muss sich im „Ernstfall“ bewähren. Werde ich auf diesen Boden treten, wo die Barmherzigkeit gilt: Gottes Barmherzigkeit mit uns allen, meine Barmherzigkeit mit dem, der sie braucht? (Voigt)
  • Vielleicht tun auch wir gedankenlos, was wir später als groben Fehler erkennen müssen. a) Wir wissen nicht, ob die alte Frau, die unscheinbar hinten sitzt und betet, nicht mehr für die Fruchtbarkeit der Versammlung wirkt als der berühmte Prediger. b) Wir wollen dankbar sein, für das wohlhabende Gemeindeglied, dass die Arbeit weitgehend finanziert. Aber wir dürfen es nicht gegenüber anderen bevorzugen. c) Wir wollen junge Menschen in die Gemeinde und in Verantwortung bringen, aber nicht so, dass darüber die Alten sich unwert vorkommen müssen. d) Fremde sollen unter Christen keinesfalls als Menschen zweiter Klasse behandelt werden. e) Moralisch Defekten, Süchtigen usw. wollen wir nicht mit Geringschätzung begegnen. Zwar dürfen wir nicht alles gutheißen, aber wir wissen nicht, welche Umstände und Nöte sie in diese Gebundenheit führten und welchen Kampf sie kämpfen. f) Ein Götze ganz besonderer Art ist heute die Leistung. … Es muss einen Ort geben, wo diese grausame Regel nicht gilt, die Gemeinde Jesu. Hier hat der Mensch, von Gott geliebt, als solcher Wert. (Grünzweig)
  • Wie wenig entspricht unser Verhalten oft unserer richtigen christlichen Erkenntnis! (Grünzweig)
  • Gott hat die Armen erwählt (5). Wir Menschen fangen immer oben an. Wir greifen nach dem Besten. Das beginnt bei solchen Dingen, dass, wenn der Gärtner Pflanzen aus dem Frühbeet in Freiland setzt, er die stärksten zuerst nimmt. … Gott dagegen fängt in Seinem Erbarmen und weil er auf die Qualität des Menschen nicht angewiesen ist, an anderer Stelle an, unten bei den Armen: Ein Sklavenvolk hat Er zum Bund erwählt. Von der Herde weg hat Er einen, an den kein Mensch dachte, zum bedeutendsten König Seines Volkes berufen. Ein schlichtes Mädchen aus Nazareth hat Er zur Mutter des eingeborenen Sohnes gemacht. (Grünzweig)
  • Keiner, den Gott berufen hat, soll meinen, Gott habe ihn um seiner Vorzüge willen erwählt (5Mo 7,7-9; 1Kor 1,26-29). (Grünzweig)
  • Gemeint sind die Armen aus dem Ganzen der menschlichen Gesellschaft (5). (Grünzweig)
  • Bei „die Armen in der Welt“ kann auch mitgehört werden, dass diese Armut nur vorübergehend ist und sich allein auf dieses Leben und diese Zeit bezieht. (Grünzweig)
  • In dem wir Glaubende werden, Gott glauben, was Er uns sagt, fließen sein unermesslicher Reichtum und unsere Bettelarmut zusammen. Unser Herr spricht sozusagen: „was dein ist, das ist Mein“ (so hat Er unsere Schuld bezahlt). Und Er spricht: „was Mein ist, das ist dein“ (und gibt uns Anteil an Seiner göttlichen Herrlichkeit). Das gilt jetzt schon im Glauben und dann vollkommener Weise: Wir sind Erben des Reiches. (Grünzweig)
  • Besitz ist Macht, und die Macht, der Platz am „längeren Hebel“, ist eine große Versuchung. (Grünzweig)
  • „Der schöne Name“ (7): Man spürt diesem Ausdruck die ganze Liebe, Dankbarkeit und Freude jener ersten Christen ab.
  • „Auf den Namen“ war eine Ausdrucksweise, die auch im bargeldlosen Zahlungsverkehr des Altertums gebraucht wurde. Sie bedeutet „auf das Konto“. Auf den Namen Jesus getauft sein heißt also: „von des Teufels Konto abgebucht und auf Jesu Konto übertragen werden“ (Kol 1,13). (Grünzweig)
  • Die Person ansehen ist Sünde (9), weil es den Armen entehrt. Es hindert ihn daran zu glauben, dass Gott mit ihm Großes und Segensvolles vorhat, und es unterstützt in ihm die Neigung zum Unglauben und zur Verzagtheit. (Grünzweig)
  • Jesus machte keine Unterschiede. Er hatte gleicherweise Zeit für den einflussreichen Nikodemus wie auch für eine verrufene Frau, einen seit Jahrzehnten kranken Menschen und einen blinden Bettler (Joh 3-9). … Wer sich weigert in die Fußtapfen seines Bergführers zu treten, kann abstürzen. (Grünzweig)
  • Die Sünde ist das „Absondernde“; sie führt uns aus der lebensnotwendigen Gemeinschaft mit Gott hinaus. (Grünzweig)
  • Jakobus erwähnt Gebote (11), die auch Jesus in der Bergpredigt auslegte. (Grünzweig)
  • Die Räuber im Gleichnis (Lk10,30) schlugen den Mann und ließen ihn halbtot liegen. Auch mit Worten und Gesten, die nicht mit den Strafgesetzen des Staates in Konflikt bringen, kann man einen Menschen „niederschlagen“, niedergeschlagen machen und ihn „halbtot liegen“ lassen. (Grünzweig)
  • „Gerichtet“ (12): Am Ziel unserer Wege wird neben unser Leben das Gebot Gottes gelegt, das Leben Jesu, das der gelebte Gotteswille ist. (Grünzweig)
  • Heute schon wollen wir uns als Glaubende von Jesu Leben und Geist messen und durchdringen lassen. (Grünzweig)
  • Gott übt nicht nur Barmherzigkeit, Er ist Barmherzigkeit. Barmherzigkeit ist geradezu die Summe Seines Wesens, Sein Name (2Mo 33,19; 34,6). (Grünzweig)
  • In der Bibel steht von der Barmherzigkeit Gottes, ehe von der Barmherzigkeit des Menschen die Rede ist (2Mo 34,5f; Ps 103,4.8). (Grünzweig)
  • Jesus selbst war zunächst der große „barmherzige Samariter“, der von Jerusalem nach Jericho, von der himmlischen Herrlichkeit in diese Welt hinabging ((Phil2,6-8) und unter Einsatz Seines Lebens Sich des unter den Mördern und Räubern (den Feind), gefallenen Menschen annahm. (Grünzweig)
  • Der Knecht im Gleichnis (Mt 18,21ff) hatte die Barmherzigkeit nicht wirklich als Barmherzigkeit empfangen, sonst hätte er so nicht handeln können. (Grünzweig)
  • Rechte Barmherzigkeit reicht auch bis zu den Tieren (Spr 12,10). Der Wurm ist nicht tiefer unter dem Menschen als der sündige Mensch unter Gott. (Grünzweig)
  • Ein helfendes Gebet: Ps 139,23f! Zu diesem „bösen Weg“, zu dieser Versagung der Liebe und Barmherzigkeit gehört, so sagt uns Jakobus, auch das „Person-Ansehen“. Auch dieses führt zu einem erbarmungslosen Gericht. (Grünzweig)
  • Interessant ist die Entstehung der deutschen Wörter „erbarmen“ und „Barmherzigkeit“. Als einst gotische Missionare vom heutigen Rumänien her donauaufwärts nach Süddeutschland kamen, fanden sie nicht die Worte, die Wortgefäße vor, in denen die biblische Botschaft ausgedrückt werden konnte, z.B. der biblische Begriff der Barmherzigkeit. So mussten sie zu neuen Wortbildungen greifen. Es war ein Verb „arman“ vorhanden, das „arm machen“, „berauben“ bedeutete. Dass kannten die alten Germanen. Nun veränderten die Missionare dieses Verb durch die Vorsilbe „ab“ in die gegenteilige Bedeutung. Davor setzten sie noch eine verstärkende Vorsilbe „ir“ oder „er“. Das „a“ der Vorsilbe „ab“ fiel weg. So entstand „erbarmen“ = „ganz und gar von der Armut befreien“. Und schließlich wurde daraus „barmherzig“ und „Barmherzigkeit“ = ein Herz haben für die Armen und sie ganz und gar vor Armut befreien. (Grünzweig)
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