08-3 Flucht nach Ägypten – Mt 2,13-23

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Mt 2,13-18 (19-23)

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Beachte den Kontext an den das Wort „als“ anknüpft!
  • Wer war wie und wohin weggezogen? 13
  • Wer ist der Engel des Herrn?
    • Warum soll Joseph gerade nach „Ägypten“ fliehen?
    • Beachte „bleib dort, bis …“! Warum ist das wichtig?
  • Was für ein Mensch war Herodes?
    • Warum will er das Kind töten?
  • Beachte den Gehorsam von Joseph! 14
    • Warum schon „bei Nacht“?
  • Wann ist Herodes gestorben? 15
    • Wie lange etwa war die Familie in Ägypten?
  • Lies das Zitat in Hosea 11,1 nach!
    • Was sagt es dort aus?
    • Was will Mt mit diesem Zitat sagen?
  • Beachte das zweite „als“ (von vier) in unserem Text! 16
  • Wie wurde Herodes von den Weisen betrogen?
    • Wer waren die Weisen?
    • Warum haben sie Herodes betrogen?
  • Warum wurde Herodes so zornig?
    • Wie viele Kinder sind „alle“ in so etwa?
    • Warum nennt er so eine zweijährige Zeitspanne?
  • Wie alt wird Jesus gewesen sein, als die Weisen zu ihm kamen?
  • Woher nimmt Matthäus die Gewissheit von Vers 17? 17-18
  • Vergleiche mit Jer 31,15?
    • Was wollte Jeremia damals mit seinem Wort sagen?
    • Was wollte Matthäus mit diesem Zitat sagen?
    • Was hat Rama mit Rahel und Bethlehem zu tun?
  • Beachte: Wieder erscheint der Engel des Herrn! 19-20
    • Wie lebt man als Flüchtlingsfamilie?
    • Wie lebt man als Spätheimkehrer wieder in der Heimat?
    • Beachte, dass Gott offen lässt, wohin Joseph gehen soll?
  • Beachte wieder den Gehorsam Josephs! 21
    • Was kann man von ihm lernen?
  • Was war König Herodes Archelaus für ein Mensch?
    • Warum fürchtet sich Joseph vor ihm?
  • Beachte Gottes liebevolle Führung!
    • Was ist im galiläischen Lande besser?
    • Wer war dort König?
  • Wo liegt Nazareth? 22
    • Was heißt Nazareth?
  • Was ist ein Nasoräer (Nasiräer)?
  • Das Prophetenzitat ist nicht bekannt.
  • Weshalb hatte Matthäus seinen Lesern diese Geschichte aufgeschrieben?
    • Was wollte er ihnen damit sagen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

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1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

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1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

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2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

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2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

  • Die drei Abschnitte (13-15. 16-18. 19-23) sind jeweils mit Reflexionszitaten abgeschlossen. (Voigt)
  • Kontrast (13) – eben noch die Huldigung, jetzt die Lebensgefahr. (Voigt)
  • Die Ausdrücke „Wach auf“ oder „Steh auf“ (13) deuten auf Eile und Dringlichkeit des Befehls, ebenso „Fliehe nach Ägypten“. (Rienecker)
  • Durch gefährliche Wüsten und unsichere, wilde Gebirgsketten musste gewandert werden. (Rienecker)
  • Die alttestamentliche Schriftstelle (15) bezieht sich auf Israel, das als Gottes „Sohn“ bezeichnet wird. (Voigt)
  • Die Aktion (16) hätte sich erübrigt, wenn Herodes das Kind hätte identifizieren können. … Die männliche Form des Wortes „Kinder“ sagt, dass nur die Jungen dieses Alters betroffen waren.
  • Auch in 17 sieht Matthäus wieder die Schrifterfüllung. Aber er sagt diesmal nicht wie sonst: „das geschah, damit …“, sondern nur: „Da wurde wieder Wirklichkeit, was einst schon einmal geschehen war. … Die furchtbare Tatsache lenkt die Aufmerksamkeit auf jene alttestamentliche Bibelstelle zurück. (Rienecker)
  • Rahel (18) ist die Stammmutter der Nordstämme die 721 v.Chr. ins Exil abgeführt worden sind. Jeremia sieht sie auf der Höhe von Rama stehen, weinend und klagend. (Voigt) ( vgl. 1Sam 10,2; 1Mo 35,19)
  • 4 v.Chr. (19) wieder ein Traum. … Die heilige Familie (20f) zieht, wie einst das Volk unter Mose, ins Land der Verheißung. (Voigt)
  • Das Testament des Herodes sah eine Aufteilung seines Herrschaftsgebietes vor. Archelaos (Judäa und Samaria) war grausam wie sein Vater. Er wurde 6 n.Chr. abgesetzt. In Galiläa und Peräa regierte Herodes Antipas. Dort sollte die Familie sich ansiedeln. (Voigt)
  • Der „Nazarener“ wird auffälligerweise „Nazoräer“ genannt. Es kann bei beidem an die Herkunft gedacht sein. … Zu denken ist wahrscheinlich an eine Fremdbezeichnung der Christen „Nizerim“ = die (das Wort ihres Herrn) „Haltenden, Bewahrenden, Beachtenden“ (28,20; 19,17; Apg 24,5). (Voigt)

 

  • Überall fällt bei Joseph der strickte Gehorsam auf, auch dort, wo unbegreifliche Befehle von Gott her gegeben werden! Es ist sehr wenig, was uns von Joseph berichtet wird, aber das Wenige, was gesagt wird, ist genug. (Rienecker)
  • Die Anfangskapitel des Matthäusevangeliums sind wahrscheinlich programmatisch gemeint, sie weisen auf das, was im Folgenden erzählt wird. … Das Kind wird verfolgt und gerettet, aber … so, dass diese Verfolgung bereits ankündigt, was auch später Jesu Los sein wird. Schon die Geburt war gekennzeichnet durch Unruhe, Heimatlosigkeit, Drangsal. Nun Josephs Traum, durch den Gott alarmiert. Es geht dem Kind ans Leben. Also fliehen, fort aus dem Machtbereich des Wüterichs! – Es wird auch später kein Leben in Ruhe sein (8,20; 9,53). Zuletzt: „Kreuzige Ihn!“t (Lau in Voigt)
  • Auch für die, die Jesus nachfolgen werden, wird die Situation der Anfechtung nicht Durchgangsstadium sein, sondern sie in Unruhe halten und bedrängen, solange das vom Kreuz gezeichnete Leben währt. (Voigt)
  • Die heilige Familie auf der Flucht! „Wir haben hier keine bleibende Stadt“, wird die Gemeinde dieses Herrn … immer wieder bekennen (Hebr 13,14). Vergl. auch 1Petr 4,12; Mt 24,22. (Voigt)
  • Wir können, aus der Erfahrung des Glaubens heraus, wenigstens rückschauend, feststellen, dass uns die getragenen Lasten und Beschwernisse fester mit Ihm verbunden haben als das Leichte und Angenehme. (Voigt)
  • Mann stelle sich folgendes vor: Wenn das Volk von einem Fremden (Idumäer) regiert wird, den es verachtet und hasst, wenn dieser seine Herrschaft darum nur mit Gewalt aufrechterhalten kann; wenn er ungezählte Menschen hat hinrichten lassen, auch Glieder der eigenen Familie; wenn es sich um eine Zeit heißer messianischer Erwartungen handelt, die Jupiter-Saturn-Konjunktion des Jahres 7 v.Chr. (2,2) einem zeichengläubigen Geschlecht diese Erwartung noch aktualisiert; wenn die Michastelle (2,6) den Argwohn des ständig um sein Thrönchen besorgten Tyrannen auf Bethlehem lenkt: Was dann? (Voigt)
  • Man sollte nicht von einem Massenkindermord sprechen. Denkt man sich in dem „kleinen“ Bethlehem (samt Umgebung) 800 Menschen mit einer Lebenserwartung von 40 Jahren, dann sind zwei Jahrgänge = 40 Kinder. Rechnen wir, wegen der unten verbreiterten Alterspyramide mit 60, wovon die Hälfte männlich sind, so kommen wir auf 30 kleine Jungen. In den Maßstäben des Herodes gedacht, ist diese Zahl nicht unglaubhaft. (Voigt)
  • Bethlehem konnte man mit einem Reittier in etwa einer Stunde erreichen. Warum tat Herodes das nicht? Und es lag doch so nahe! Warum wartet der sonst so ungeduldige, hier aber so geduldige Herodes so voller Vertrauen erst auf die Rückkehr der Magier? … Auf alle diese Fragen finden wir nur eine Antwort: Gott sitzt im Regiment. Gott führt die Geschichte nach Seinem Plan. Herodes ist trotz seiner „Klugheit“ doch über die Maßen dumm. Der Herr hat aber nicht nur Herodes, sondern auch alle Gewaltigen und Mächtigen in Seiner Hand. (Rienecker)
  • Herodes will, dass das Jesuskind auf alle Fälle umgebracht werden soll, und trifft darum dazu alle erdenklichen Vorbereitungen. Gott aber will, dass das Jesuskind nicht getötet werden, sondern am Leben bleiben soll. Und Gottes Wille geschieht. Und so geht es durch die ganze Geschichte hindurch. (Rienecker)
  • Indem all die Großen und Grausamen dieser Erde Gott bekämpfen, tun sie doch nur Seinen Willen und führen aus, was Er sich vorgenommen hat und was Er haben will. (Rienecker)
  • In seiner Ohnmacht erfährt der kleine Flüchtling – noch viel zu klein, um in irgendeiner Weise aktiv zu werden – den Druck der Macht und Gewalt. … Diesmal wird er gerettet. Später wird der Repräsentant des Römischen Reiches sein Todesurteil unterschreiben. (Voigt)
  • Aber Herodes braucht nicht um seinen Thron zu fürchten, denn das künftige Königreich dieses Kindes, das er verfolgt, ist anderer Art. Jesus löst, solange die Erde steht, weltliches Regiment nicht ab. (Voigt)
  • An Herodes kann man ablesen, was sich in der Weltgeschichte – im Großen und im Kleinen – immer wieder ereignet: dass Macht nicht im Dienst steht, sondern um ihrer selbst willen gesucht und festgehalten wird. (Voigt)
  • Bei „Nazoraios“ (23) haben wir Not, einen alttestamentlichen Bezug zu finden. Ist an den messianischen „Spross“ (nesär) von Jes 11,1 gedacht, oder an den „Nasiräer“ von Richt 13, 5,7; oder sollen wir die Bedeutung „halten“, „bewahren“ voraussetzen? (Voigt)
  • Matthäus wird sicher an Jes 11,1 gedacht haben. Dort steht das Wort von dem Spross, der aus dem Stamm Isai aufgehen wird. Dieser Spross, der der Herr sein wird, heißt auf Hebräisch Nezär. Jesus wird von Jesaja Nezär genannt. … Natürlich konnte nur ein des Hebräischen kundiger Leser dieses Wortspiel des Matthäus verstehen. … Über dem Kreuz wird einmal stehen: Jesus der Nazoräer, der König der Judäer. Die Juden werden das lesen und damit feststellen, dass er nicht der Messias ist. Denn was kann aus Nazareth „Gutes kommen“? Für die Gemeinde Jesu bedeutet aber diese Überschrift, dass Jesus als der Nazarener „der Isai-Spross“ ist. (Rienecker)
  • Gott ist es, der mit Seinem zielstrebigen Wollen und Seiner Treue die – in sich so wechselvolle, oft zusammenhangslose – Heilsgeschichte zusammenhält und zu einem Ganzen macht. Er hat auch im Unbegreiflichen Seine Hand im Spiel. (Voigt)
  • Ist Hos 11,1 falsch angewendet (15)? Keineswegs! Jesus steht mit Seinem Volk in einer solchen Weg- und Schicksalsgemeinschaft, dass sich in Seinem Leben noch einmal die Geschichte des Gottesvolkes, von den Vätern an, nachzeichnet. Den Weg, auf dem die heilige Familie nach Ägypten fliehen muss, ist schon Joseph gegangen, der in die Sklaverei Verkaufte, hernach die Brüder in der Hungersnot, zuletzt der Patriarch Jakob selbst. Das Los der Fremdlingschaft Israels in Ägypten wurde auch das des Jesuskindes. Aber dann gab Gott das Zeichen zur Heimkehr. Wie einst Israel, so zieht Jesus mit seinen Eltern ins Land der Verheißung. (Voigt)
  • Hosea nennt das Volk Gottes hier „Sohn Gottes. Dabei hat Hosea sich an 2Mo 4,22 angelehnt. (Rienecker)
  • Das Hosea-Zitat ist damit das erste Zeugnis im Matthäusevangelium, dass Jesus der „Sohn Gottes“ ist! (Rienecker)
  • Für eine Weile sieht es so aus, als erspare sich der Herr die Leiden, die den anderen, seinen Altersgenossen, auferlegt sind; aber wirklich nur für eine Weile. (Voigt)
  • Die „unschuldigen Kindlein“ von Bethlehem: Erste Märtyrer, wenn man will. Sie haben nichts geleistet, nur gelitten. (Voigt)
  • Heute sehen wir Gott durch die Geschichte gehen: unbeirrt und nicht aufzuhalten, trotz allem Widerstand nicht nur des Pharao, sondern auch des Herodes, des Kaiphas und des Pilatus (usw.), zielstrebig auch in dem, was wir nicht verstehen, geschweige denn so gewünscht hätten. Gott hat die Fäden in der Hand. (Voigt)
  • Herodes schreckt vor nichts zurück. Er meint, indem er alles, was glimmt und brennen könnte, austritt, auch diesen Funken ausgetreten zu haben, der zünden könnte. Doch Gottes unsichtbare Regie versagt nicht. Er schreibt gerade auf krummen Zeilen. Er tut, was Er sich vorgenommen hat, unter allen Ungereimtheiten und Zweideutigkeiten des Geschichtsverlaufs, auch in Ereignissen, vor denen uns schaudert. (Voigt)
  • Warum musste der Herr fliehen? Es geschieht darum, dass Er uns in allem gleich werde, auch in der Heimatlosigkeit. … Und weiter: Das Ausgeliefertsein des Herrn an die bösen Mächte einer satanischen Welt ist nicht Sinnlosigkeit, sondern ist voller Sinn. Und dieser Sinn besteht darin: „Auf dass die Schrift erfüllt würde“. … Schrifterfüllung ist immer Erfüllung des göttlichen Heilsplanes. Leiden und Bedrückung sind darum nicht Scheitern göttlicher Heilspläne, sondern Erfüllung. (Rienecker)
  • Aber dass in der Geschichte unsere wohlgemeinten Rechnungen nicht aufgehen und wir nicht nur an die Grenze der Verhältnisse, sondern auch immer wieder an die Grenzen unserer eigenen Einsicht, Kraft und Liebe stoßen, dies sollten wir nüchtern sehen. (Voigt)
  • Der Text hat ein zentral-christologisches Interesse. Gott braucht diesen Jesus noch zur Erfüllung des ihm gegebenen Auftrags an Seiner künftigen Gemeinde. (Voigt)
  • Diesmal trifft es die Kinder statt Seiner. Wenn die Zeit da ist, wird es Ihn treffen statt unser aller (20,28). (Voigt)
  • Gott lässt diesen armen und verfolgten Christus nicht im Stich. Gott zeigt an ihm, dass Er Herr und Sieger über alle Seine Feinde ist. Von hier aus kann man die Linien zu dem apokalyptischen Bilde (Offb 12,6ff) ziehen und wir mögen uns stärken lassen in der Gewissheit, dass der Vater Jesu Christi der Gott ist, bei dem auch Seine Gemeinde mitten in der Drangsal wohl geborgen ist. (Doerne in Voigt)
  • Sie sind gestorben, die dem Kind nach dem Leben trachteten. Das ist immer und immer wieder Wahrheit geworden. Nicht nur bei Herodes. … Sie sind gestorben, die dem Christentum, der Gemeinde Jesu, nach dem Leben trachteten, und sie sterben und vergehen immer und immer wieder. (Rienecker)
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