45-3 Josef vergab – Gen 50,15-21

Downloadlink: 45-3 Josef vergab – Gen 50,15-21

Gen 50,15-21

1.    Exegese

1.1 Schreibe den Text ab und finde heraus wer handelt (evt. handeln soll) und Was Warum gemacht wird (werden soll)!

1.2 Beantworte folgende Fragen zum Text:

  • Wie heißen die Brüder Josefs? 15
    • Sortiere sie dem Alter entsprechend den 4 Frauen zu!
  • Warum fürchteten sich die Brüder nach dem Tode Jacobs vor Josef?
    • 27,41
  • Welche Bosheiten hatten sie ihm angetan? – 37,1-36
  • Wird Jacob so etwas wirklich gesagt haben? 16
    • Oder ist das indirekte Redensweise in einer Schamkultur?
  • Warum schieben die Brüder die Bitte des Vaters vor? 17
    • Was ist eine Missetat? Was ist Sünde?
  • Was ist „vergeben“?
    • Was unterstellen die Brüder mit dieser Bitte dem Josef?
    • 45,4-8
    • Warum berufen sich die Brüder auf Gott?
  • Wann hatte Josef seinen Brüdern vergeben?
  • Warum weinte Josef?
    • Wie empfindet ein Mensch, wenn er merkt, dass ihm nahestehende Freunde oder Verwandte nicht vertrauen und nicht glauben?
    • Beachte das „aber“ des Kontrastes!
  • Warum diese Geste? 18
    • Ist das kulturelle Gepflogenheit oder purer Unglaube und Ausdruck dessen, dass sie Josef immer noch nicht in ihr Herz gelassen haben.
  • Wie unterscheidet sich echte Demut von (ängstlicher) Heuchelei?
  • Wie reagiert Josef, der verworfene Retter seines Volkes? 19
    • Welchen Kontrast will das „aber“ ausdrücken?
  • Wer benutzte in der Bibel noch den Satz: „Fürchtet euch nicht!“ à Konkordanz
    • Was meint Josef mit dem „stehen an Gottes Statt“?
  • Welche zwei Gruppen verbindet das Wort „aber“ hier? 20
    • Was ist der Unterschied zwischen ihnen?
  • Was wird mit „um zu tun“ über Gottes Weitblick und Allmacht ausgedrückt?
    • Hast du Beispiele, wie Gott Schwierigkeiten oder Ungerechtigkeit dazu benutzt hat, um dich zu bewegen?
  • Beachte: Böses bleibt böse!
  • Von welchem großen Volk spricht Josef hier?
    • Wie groß war das Volk zu diesem Zeitpunkt?
  • Beachte die Wiederholung aus V. 19! 21
    • Was macht Josef, um in ihnen Vertrauen zu erwecken?
    • Ist es ihm gelungen?

1.3 Gliedere den Text in Abschnitte und gib Überschriften

o

o

o

o

1.4 Formuliere den Hauptgedanken des Textes in einem Satz!

Etwa so: Der Autor wollte seinen Lesern sagen, …

o

1.5 Verschiedene Vorschläge zum Text:

1.5.1     Für die Gliederung

1.5.2     Für den Hauptgedanken

hier

  • Neutestamentliche Gedanken
  • Wie empfindet wohl Gott, wenn wir wegen der gleichen Sache ein zweites Mal (oder ständig wieder) um Vergebung bitten?
  • Josef ist wie Jesus der nichtakzeptierte und verworfene Retter seines Volkes
  • Josef, der Jesus des AT, der das Volk Gottes versorgt (21)!

2     Homiletik

2.1 Wo trifft der Hauptgedanke des Textes das Leben meiner Gemeinde?

Formuliere ein Predigtziel als Satz!

o

2.2 Plane / gliedere einen Weg zu deinem Predigtziel!

2.3 Verschiedene Vorschläge zur Predigt:

hier

2.4 Sammle Beispiele, Zitate und Anwendungsideen:

o    Wo kannst du wie Josef bezeugen (20): „Aber Gott …!“

o    Es ist nicht überflüssig, zu betonen: Sünder sind auch die Christen (1Joh1,8). Die fünfte Bitte gehört nach Jesu eigener Weisung ins tägliche Gebet. Es darf uns also nicht überraschen, dass wir es im Umgang miteinander – in der Gemeinde, der Familie, wo immer Christen beisammen sind – schwer haben. Christen unterscheiden sich von anderen Menschen dadurch, dass sie wissen, sie sind Sünder (während ein Nichtchrist um das Wesen der Sünde gar nicht wissen kann). Es darf uns also nicht überraschen, dass Christen einander zu tragen geben (Wochenspruch: Gal 6,2). (Voigt)

o    Wir haben es bei der Josefsnovelle mit Weisheitsliteratur zu tun. (Voigt) Oder sind es doch Geschichtstexte in erzählender Form?

o    Unser Text ist der theologische Höhepunkt. (Voigt)

o    Was Menschen einander antun, kann ihr ganzes weiteres Miteinander schwer belasten. … Unbereinigte Schuld macht unter uns immer wieder in schmerzhafter Weise Geschichte. … Unser Gedächtnis ist übrigens in den Dingen besonders leistungsstark, in denen wir gekränkt und verletzt worden sind. … Man sieht: Das böse Gewissen projiziert in den Anderen böse Absichten hinein, auch wenn dieser keinerlei Böses im Sinn hat. … In der Verfinsterung unseres Herzens sehen wir das Finstere auch in den Anderen hinein. (Voigt)

o    Es ist Menschenart, aus Situationen der Verschuldung möglichst glimpflich und billig herauszukommen. Luther meint, dass wahre Reue die Strafe liebt und sucht. … Solange man nur darauf bedacht ist, ungeschoren aus dem Konflikt herauszukommen, ist für das Leben von Sündern miteinander das eigentlich Hilfreiche und Befreiende noch nicht geschehen. (Voigt)

o    Josef lässt sich ihre Erbärmlichkeit nahe gehen (17). … Der Sinn der Worte Josefs (20) ist nicht der, dass Gott hier entscheiden muss, sondern dass ER entschieden hat! (Voigt)

o    Nicht im Sonderbaren und Wunderhaften wirkt Gott (in der Josefgeschichte), sondern im gewöhnlichen Ablauf der Dinge, ohne dass der Ablauf menschlichen Handelns gestört würde. Wie hatte Josef gesagt? – „um eures Lebens willen hat mich Gott vor euch her gesandt“ (45,5). … Für das Zusammenleben von Sündern sollte es von Bedeutung sein, dass wir aus dem freundlichen und gnädigen Handeln Gottes mit uns ersehen, wie Er es mit uns meint (und wäre es nur die Erfahrung von Mt 5,45), und dann nicht unsererseits durch Unversöhnlichkeit kaputt machen, was Gott gerne heil haben wollte. (Voigt)

o    Die Brüder sind sich ihrer Schuld längst bewusst. Josef hörte es, (42,21-22) als sie ihn noch für den großen Ägypter hielten. … Sie wissen offensichtlich, dass unvergebene Schuld wie ein Bann auf einer Gemeinschaft lasten kann. … Es kostet immer die größte Überwindung, eigene Verfehlung und schuldhaftes Versagen zu bekennen. Man will es nur zu gern verschweigen – wenn auch „die Gebeine“ darüber „verschmachten“ (Ps 32,3). … Die Schuld ist ein mächtig wirksamer Tatbestand, auch dann, wenn wir es nicht wahrhaben wollen. (Voigt)

o    Das Böse hat es in sich, auf den Täter und sogar auf die Gemeinschaft, zu der er gehört, zurückzuwirken. … Nun bitten die Brüder: „Vergib doch deinen Brüdern ihre Sünde und Verfehlung!“ „Vergib“? Eigentlich: „trage“ sie – denn Sünde wird als eine Last gedacht (Gesenius). „Tragen“ steht in Ps 32,1 parallel zu „sühnen“ (vgl. auch Ps 32,5). „Vergeben“ heißt nicht nur, nicht mehr daran denken, den Schuldigen künftig keine Vorhaltungen zu machen, von Bestrafung absehen. Es muss „Sühne“ geschehen. (Voigt)

o    Wer vom Kreuz her denkt, weiß nicht nur, dass der Versuch, Gottes Einstellung zu uns aus glückhaften äußeren Gegebenheiten abzulesen, scheitern muss. Er weiß sogar, dass Gott sein „Ja“ unter das „Nein“ tief verbergen kann. … Was Josef sagt (20), ist wahr, aber doch nur so, dass es durch Jesu Kreuz und Auferstehung gedeckt ist. Anders gesagt: Es wird erst wahr in Jesus Christus. Aber in ihm ist es auch wahr, dass uns die Sünden vergeben sind. „Fürchtet euch nicht!“ Was uns von Menschen trennt und die Gemeinschaft untereinander stört, ist das, was wir einander vorhalten könnten und – heimlich oder offen – einander tatsächlich vorhalten: Das ist alles „weggetragen“. Alle Schwierigkeiten, die wir einander bereiten, entstehen daran, dass wir diese Tatsache nicht ernst nehmen. (Voigt)

o    Wir sollten über allem Bösen der Menschen den Gott sehen, der Böses benutzen will, um Gutes daraus zu machen. … Wir könnten die Gegenwart verspielen, indem wir die Vergangenheit verklagen. … Gott wirkt nicht in den Lücken, er wirkt im Ganzen. … Auch in dem, was Menschen denken und beschließen, ist er verborgen wirksam. (Voigt)

o    Den Regisseur sieht man nicht auf der Bühne, und doch geht jede szenische Einzelheit irgendwie auf ihn zurück. … Wir brauchen, was uns kränkt, nicht so anzuschauen, als bliebe es starr und unverrückbar stehen. Uns wird zuletzt alles zum Besten dienen.

o    Für Jacobs Brüder bedeutet das Hinscheiden des die Familie zusammenhaltenden Patriarchen einen großen Verlust an Sicherheit. … Die alte Angelegenheit ist nicht bereinigt, die Schuld von den Brüdern nicht genommen. … Der Übeltäter ist besorgt, das Böse, das er getan hat, könnte ihm „zurückgebracht“, vergolten werden (15). … Gott hat „umgeplant“ (20). (Gradwohl)

o    Als Vermittler kommen für die Juden die „Söhne Bilhas“ in Frage.

o    Nach R.I.Reggio (zu V 17) hat Jakob den „Befehl“ an Josef nicht ausgegeben, ja, er hat überhaupt nicht – bis zuletzt nicht – gewusst, dass die Brüder sich eines Verbrechens schuldig gemacht haben. … Raschi zu V16: Sie änderten (die Wahrheit) wegen des Friedens, denn Jacob hatte nichts dergleichen gefordert. … Die Weisen Israels, die es mit der Wahrheit sehr genau nehmen (Ex23,7), tolerieren die „Änderung um des Friedens willen“ (Gradwohl)

o    Weshalb ist Gott im Vers 17 genannt? M. Mendelsohn: Sogar wenn sie nicht deine Brüder gewesen sind (sich nicht brüderlich benommen haben), so gehören sie doch dem Glauben deines Vaters an. Du und sie sind Brüder im Glauben, und daher müsst ihr euch lieben und verzeihen. (Gradwohl)

o    In Vers 17kehren mehrmals dieselben Vokabeln wieder, nach B. Jacob mit der Absicht: Ihre gleichsam stammelnde Angst wird durch die Armut an Worten gemalt. (Gradwohl)

o    Der Talmud lehrt: Wer seinen nächsten um Verzeihung bittet, bitte ihn nicht mehr als dreimal. … Lässt er sich beim dritten Mal nicht besänftigen, so kann man es sein lassen. … Wer ehrlich um Verzeihung gebeten wird, soll sich nicht allzulange bitten lassen, sondern die ausgestreckte Hand zum Frieden ergreifen. (Gradwohl)

o    Josef weint, weil sie glauben, eines Vermittlers zu bedürfen, weil sie sich vor ihm fürchten, weil sie ihm, wie er merkte, die Gesinnung von V. 15 zutrauen, weil er auch die Stimme seines Vaters hört, und weil seine von ihrem Hass verfolgte Jugend aufsteigt und sie es sind, die ihn in Selbstdemütigung daran erinnern. Diese seine letzten Tränen sind eigentlich ihre Tränen. … Wo es um ihn geht, weiß Josef sich zu beherrschen. Wenn es das Schicksal anderer betrifft, gibt er seiner Emotion sichtbar Ausdruck. (Gradwohl)

o    Nur der verängstigte, gänzlich verunsicherte Mensch ist freiwillig bereit, sich in Leibeigenschaft zu begeben und auf die Freiheit zu verzichten. … Josef will sicher nicht sagen, dass er prinzipiell nicht bestrafe, sondern dass er in diesem ganz besonderen Fall auf die Bestrafung verzichtet. (Gradwohl)

o    Jetzt kann Josef seinen Brüdern wirklicher Bruder sein. … Beweis der Versöhnung und auch des neuen Vertrauens ist der Schwur, den Josef seinen Brüdern aufzuerlegen wagt (50,24) … Aus dem Ägypter Josef-Zafnat Paneach (41,45) wird durch die Versöhnung mit seinen Brüdern wieder der Jude Josef, der in der alten Heimat beerdigt sein möchte. Durch die Versöhnung, die er großzügig gewährt, kehrt Josef zurück zu seinem Ursprung, ins Land der Vorfahren. Der Kreis ist geschlossen, weil die Schuld nun wirklich vergeben ist. (Gradwohl)

o    Der zutiefst Verletzte und Beleidigte kann dem Schuldigen verzeihen, kann für ihn ein neues Blatt aufschlagen. Und weil er es kann, ist er dazu – menschlich und moralisch – verpflichtet. … Ist die Schuld erst einmal getilgt, wird die neue Beziehung unter Umständen enger und herzlicher. (Gradwohl)

o    Auslegung zu Hld 8,1 in Verbindung mit Gen 50,21: Wie welcher Bruder? Wie Kain zu Abel? – Kain hat Abel getötet. Wie Esau zu Jacob? – Esau hat Jacob gehasst.

o    Wie Ismael zu Isaak? – Ismael war Isaaks Feind- Wie die Brüder zu Josef? – Sie haben ihn gehasst. Vielmehr: Wie Josef zu seinen Brüdern. Nach all dem Bösen, das sie ihm angetan haben, heißt es: „Und jetzt fürchtet euch nicht. Ich werde euch ernähren.“ (Gradwohl)

Downloadlink: 45-3 Josef vergab – Gen 50,15-21

Werbeanzeigen